Mach langsamer: 6 Tipps, um das Leben mehr zu geniessen

13.2.2018 - 13:07, Cathrin Michael

Fasten bedeutet traditionell Versuchungen zu widerstehen und für eine Weile zu verzichten - dabei ist nicht immer vom Essen die Rede!  Diese Woche beginnt die 40-tägige Fastenzeit, ein Anlass seine Gewohnheiten zu überdenken und bewusster zu geniessen. 
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Diese Woche beginnt die Fastenzeit. Und auf was verzichten Sie? Wir haben 6 Tipps zusammengestellt, wie Sie das Leben mehr geniessen können.

Nach christlichem Glauben beginnt am 14. Februar die 40-tägige Fastenzeit. Zwischen Aschermittwoch und Karsamstag, dem 31. März, verzichten Menschen auf aller Welt auf Zucker, Fleisch, Alkohol oder anderes. Biblischer Hintergrund dafür ist Jesus, der 40 Tage und Nächte in der Wüste verbrachte und seinen Glauben unter Beweis stellen musste, indem er den Versuchungen des Teufels widerstand.

Auch in unserem Alltag gibt es genügend teuflische Versuchungen: Abends ein Glas Wein nach getaner Arbeit, die Chips-Tüte zum Film und das Schoggsistängeli zum Kaffee sind längst zum fixen Ritual geworden. Dabei sind solche kleinen Sünden als Einzelfall nicht schlimm, aber in der Summe führen sie schnell zu einem ungesunden Lebensstil.

Hinzu kommt: Wir leben ständig im Überfluss, warten müssen wir heute kaum mehr, unsere Wünsche erfüllen wir sofort. Denn irgendein Laden ist an jedem beliebigen Wochentag geöffnet und selbst exotische Zutaten vom anderen Ende der Welt bestellen wir bequem online. So verlieren immer mehr Lebensmittel an Bedeutung – wer ständig alles hat, verliert den Blick aufs Wesentliche.

Darum kann es sehr spannend sein, einzelne Gewohnheiten für eine Weile auf Eis zu legen und dafür das Leben mehr zu geniessen:

1. Alkoholkonsum rapportieren

«Ich könnte locker auf Alkohol verzichten wenn ich wollte!», sagen Sie. Okay, dann ist jetzt die Zeit gekommen, Ihre Willenskraft unter Beweis zu stellen. Ein Hauskafi im Après-Ski, das Feierabendbierchen mit Kollegen oder ein Glas Sauvignon Blanc daheim, um sich nach einem anstrengenden Tag zu belohnen: Führen Sie einen Monat lang Buch über Ihren Alkoholkonsum. Sie werden staunen, wie viel Gläser da zusammen kommen.

2. Nur 3 Mahlzeiten in 24 Stunden

Frühstück, Znüni, Zmittag, Zvieri, Apéro und Znacht: Wer alle zwei, drei Stunden etwas isst, lässt seinem Körper kaum Zeit, die einzelnen Mahlzeiten zu verdauen. Idealerweise liegen zwischen zwei Mahlzeiten mindestens fünf Stunden Pause. Versuchen Sie einmal, nur noch zwei bis drei Mal am Tag etwas zu essen und auf Snacks zwischendurch zu verzichten.

Intermittierendes Fasten nennt sich diese Methode, bei der man während 16, 18 oder auch 20 Stunden ganz auf feste Nahrung verzichtet. So nimmt man zum Beispiel um 17 Uhr das Abendessen ein und frühstückt erst wieder am nächsten Tag um 11 Uhr. Das Grummeln im Bauch verschwindet nach ein paar Tagen. Beobachten Sie die Veränderungen in Ihrem Körper, viele Menschen fühlen sich leichter, wacher und freuen sich über ein verbessertes Hautbild.

3. Auf Süsses verzichten

Viele Menschen verzichten während der Fastenzeit auf Süsses. Aus gutem Grund: Raffinierter Zucker ist Gift für unseren Körper. Ab und zu ein Stück selbstgebackener Kuchen wäre an sich ja kein Problem, aber Zucker steckt heutzutage fast überall drin, selbst in salzigen Speisen, Fruchtsäften, Joghurts, Saucen, Fertigprodukten, Ketchup und so weiter. Greifen Sie stattdessen zu Datteln, Bananen oder Birkenzucker, den Sie im Reformhaus oder Bio-Laden finden.

Wer auf Zucker verzichtet, spürt bald ungeahnten Energie.  Nicht überzeugt? Dann schauen Sie folgendes Video an:


3. Weniger Abfall produzieren

Wir Schweizer sind Weltmeister in der Abfallproduktion. Achten Sie mal darauf, wie schnell sich Ihr Abfallsack daheim füllt. Nehmen Sie die Fastenzeit als Anlass und ändern Sie Ihre Wegwerf-Gewohnheiten.

Sogenannte «No-Waste-Läden» sind gerade sehr populär. Wenn Sie den Supermarkt vorziehen, packen Sie Gemüse und Früchte einfach in eigene Mehrweg-Säcke und das Sandwich-to-go  in wiederverwertbares Bienenwachs-Papier ein.

Weitere Inspiration für ein Leben mit weniger Abfall finden Sie im folgenden Video:


4. Wenn Fleisch, dann bitte «Nose-to-Tail»

Noch nie gab es so viele Rezeptideen für vegetarische oder vegane Gerichte. Kaufen Sie sich ein schönes Kochbuch oder stöbern Sie auf Blogs wie Food Movement nach gesunden Rezeptideen.

Wer nach der Fastenzeit wieder Fleisch essen will, kann dieses beim Bauern oder auf dem Markt kaufen und so lokale Kleinproduzenten unterstützen Auch das Konzept «Nose-to-Tail» sollten Fleischliebhaber berücksichtigen: Wer alle Teile des Tieres verwertet, drückt seine Wertschätzung gegenüber einer wertvollen Ressource aus und leistet einen aktiven Beitrag zur Reduktion von Lebensmittelverlusten.

5. Weniger Zeit am Smartphone

Einen ganzen Tag ohne Blick aufs Smartphone? Für die meisten von uns ist das unvorstellbar. So hilfreich und unterhaltsam diese Geräte auch sind, die meisten von uns sind abhängig geworden von ihnen. Jede freie Minute nehmen wir sie in die Hand, starten den Tag indem wir unsere Profile in den sozialen Medien checken und töggelen sogar darauf rum, während wir einen Film schauen.

Unsere Tipps für die Fastenzeit: Wer unterwegs erreichbar sein möchte oder keinen Festnetzanschluss mehr hat, kramt sein altes Handy hervor und verwendet es während der Fastenzeit. Wer längerfristig weniger von seinem Smartphone abhängig sein will, dem empfehlen wir das Anti-Smartphone der Schweizer Firma Punkt. Das schlichte Mobiltelefon ist nur mit den wichtigsten Funktionen wie Telefonieren, Textnachrichten, Uhranzeige und einer einfachen Agenda ausgestattet.

Oftmals reichen aber auch schon kleine Einschränkungen: Besorgen Sie sich einen Wecker und verbannen Sie das Smartphone aus dem Schlafzimmer. Oder legen Sie das Gerät daheim in ein Körbchen, wo es bis zum nächsten Morgen bleibt. Ab und zu ganz Abstand zu nehmen, schafft Distanz. Aber zugegeben, es ist und bleibt ein Kampf, weniger Zeit am Smartphone zu verbringen.

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Cathrin Michael, Texterin, Köchin und Wein-Liebhaberin, bildet mit Nadine Faeh, Videoproduzentin mit Hang zum Süssen, das Team hinter «Blue Kitchen». Die beiden produzieren direkt aus dem Kochstudio in den Bündner Bergen originelle und frische Inhalte rund um Lifestyle und Essen. Mit «Blue Kitchen» inspirieren sie die «Bluewin»-Leserschaft einmal wöchentlich zu neuen Rezeptideen oder kochen Oma’s Klassiker mit einem Twist nach.

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