Markus Ryffel: «Schuhe schnüren und los, so einfach ist es nicht»

Sulamith Ehrensperger

2.9.2019 - 17:30

Laufen ist für viele ein Hobby, doch richtig Joggen will gelernt sein. Viele vernachlässigen die richtige Technik oder Trainingsplanung, sagt Laufcoach Markus Ryffel. 
Bild: Ryffel

«Aber ich habe doch keine Ausdauer» ist wohl einer der häufigsten Ausreden betreffend Sport treiben. Herr Ryffel, kann ich mit wenig Kondition wirklich nicht Joggen?

Wie heisst es doch: Aller Anfang ist schwer. Die ersten Laufschritte fühlen sich in der Tat in den allermeisten Fällen schwerfällig an. Und wie heisst es auch noch: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Die Kondition lässt sich auf jeden Fall aufbauen, dafür ist es nie zu spät. Wer über 35 Jahre alt ist und neu mit Laufen oder überhaupt mit sportlicher Betätigung beginnen will, erledigt idealerweise vorher beim Arzt ein Check-Up. Im Normalfall steht dem Laufen dann nichts mehr im Wege.

Wie schaffe ich mein «erstes Mal»?

Laufen ist keine simple Angelegenheit. Die Laufschuhe schnüren und los – so einfach ist es dann doch nicht. Viele betreiben Laufen als Hobby, vernachlässigen aber die richtige Technik oder Trainingsplanung. Doch ist beides wichtig, um langfristig beschwerdefrei und mit Freude laufen zu können. Tipps und Tricks, die das Rennen erleichtern, lernen Sie am leichtesten in einem Grundlagencoaching, Running-Workshop oder Aktivferien. So bleiben Sie 20 Jahre 40.

Welches ist die richtige Taktik, damit es auch für Laufneulinge Spass macht zu rennen?

Laufneulinge sind oft übermotiviert und wollen zu viel. Willensstärke ist zwar schön, aber der Körper benötigt Zeit, um sich an etwas zu gewöhnen: Dies betrifft Muskeln, Sehnen, Gelenke und Bänder gleichermassen. Damit Verletzungen die Freude am Laufen nicht stoppen, ist Kraftgymnastik mit dem eigenen Körpergewicht unerlässlich – ein starker Rumpf schützt unter anderem vor Verletzungen.

Laufen gehört zu den beliebtesten Sportarten der Schweiz: Über eine Million Menschen soll laut Schätzungen regelmässig joggen. 
Bild: iStock

Welches sind weitere Stolpersteine, die Hobbyläufer zu Fall bringen?

Typischerweise laufen Laufneulinge zu schnell los und brechen später ein. Umso schneller, desto besser, das ist in diesem Fall kontraproduktiv. Um den Einstieg zu schaffen, eignet sich ein Mix aus Jogging und Walking. Schritt für Schritt kann die Joggingdauer verlängert und die Walkingzeit verkürzt werden. Wichtig ist, in einem gleichmässigen, niedrigen Tempo zu starten. Wer gegen Ende noch Puste hat, kann dann immer noch etwas zulegen. Auch Kraftgymnastik wird oft vernachlässigt. Dazu braucht es kein teures Fitnessabo, das Wohnzimmer und das eigene Körpergewicht reichen vorerst bestens aus.

Markus Ryffel ist ein ehemaliger Schweizer Langstreckenläufer. Er gewann in den 80er-Jahren Edelmetall an Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften. Heute ist er Laufcoach und Initiator von Laufveranstaltungen wie dem Frauenlauf und dem Greifenseelauf. 
Bild: Ryffel

Deine wichtigsten Tipps für alle, die wenig Schnauf, aber den Willen haben, endlich regelmässig zu joggen?

Oft hilft es, sich ein Ziel zu setzen und sich dieses auch zu notieren, beispielsweise in der Agenda oder auf einem «Post-It»-Zettel am Küchenschrank. Ein Ziel hilft enorm, die ersten, oft schwerfälligen Laufkilometer zu bewältigen. Wer sich für einen Lauf anmeldet, erhöht die Chance massiv, am Laufen dran zu bleiben. Sehr hilfreich ist auch ein Date mit einer Laufkollegin oder einem Laufkollegen. Das hilft, den inneren Schweinehund zu überwinden.

Markus Ryffels Broschüre «Fit in 12 Wochen» erleichtert Laufneulingen den Einstieg. 

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