Shannen Doherty – wenn der Krebs zurückkommt

Runa Reinecke

10.2.2020 - 15:59

Vor wenigen Jahren schien er besiegt, nun kämpft die US-Schauspielerin Shannen Doherty wieder gegen den Brustkrebs. Ein Experte über die Faktoren, die das Risiko für einen Rückfall erhöhen.

Im Jahr 2015 erkrankte Shannen Doherty zum ersten Mal an Brustkrebs. Vor drei Jahren hatte sie den Kampf gegen die Krankheit gewonnen, vorübergehend, wie sich wenig später herausstellen sollte: In einem Interview mit dem TV-Sender ABC erzählte die 48-Jährige jetzt, ihr Krebs sei zurück. Die Krankheit befinde sich in einem fortgeschrittenen Stadium.

Jährlich werden hierzulande, so die Krebsliga Schweiz, etwa 6'000 Frauen und 50 Männer mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Wie der in der Fachsprache auch als Mammakarzinom bezeichnete Krebs behandelt wird, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig.

In vielen Fällen ist es heute möglich, Brustkrebs zu heilen. Direkt auf die Patientin oder den Patienten zugeschnittene Therapien werden eingesetzt, um dem lebensbedrohlichen Leiden Paroli zu bieten, dazu gehören Operation, Chemotherapie, Bestrahlung, antihormonelle Medikamente und zielgerichtete Therapien.

Machte den Rückfall ihrer Brustkrebserkrankung öffentlich: Shannen Doherty.
Bild: Keystone

Letztere sollen den Tumor daran hindern, weiterzuwachsen. Aber auch eine begleitende Psychotherapie, Sport oder verschiedene Entspannungsverfahren wie autogenes Training oder Yoga tragen dazu bei, die Lebensqualität der Erkrankten zu verbessern, manchmal sogar den Erfolg einer medizinischen Therapie positiv zu beeinflussen.

Ungünstigere Prognose

Nicht immer bleiben die Betroffenen nach einer ersten, erfolgreichen Behandlung krebsfrei. Von einem Rückfall, auch Rezidiv genannt, sprechen Experten wie Prof. Dr. med. Beat Thürlimann, wenn die Krankheit am ursprünglichen Ort wieder auftritt oder sich im ganzen Körper ausgebreitet hat.



Wie hoch das Risiko für einen Rückfall ist, hängt laut dem Chefarzt und Zentrumsleiter des Brustzentrums am Kantonsspital St. Gallen von der Art der Krebserkrankung, deren biologischen Eigenschaften (Aggressivität), aber auch der Ausdehnung bei Diagnosestellung (Stadium) ab. Auch der Faktor Zeit spiele eine Rolle: «Bei einigen Krebsarten treten die Rückfälle meist in den ersten zwei bis drei Jahren auf, während sich die Rückfallgefahr bei anderen über viele Jahre erstreckt.»

Kommt der Krebs zurück, sind die Aussichten vergleichsweise getrübter als bei der Erstdiagnose: «Die Prognose», gibt Beat Thürlimann zu bedenken, «ist klar ungünstiger, wenn ein Rezidiv auftritt.»

Ähnlich wie bei der ersten Erkrankung beeinflussen Aggressivität oder das Stadium des Leidens auch bei einem Rezidiv den weiteren Verlauf. Entsteht zum Beispiel im Anschluss an eine erfolgreiche Therapie erneut ein örtlich beschränkter Tumor (in der gleichen Brust oder im angrenzenden Gewebe), spricht man von einem Lokalrezidiv.

Lebensverlängernde Therapien

Dabei handle es sich zwar um einen fortgeschrittenen Brustkrebs, wie die Deutsche Krebsgesellschaft festhält; dennoch sei das Behandlungsziel «kurativ». Das bedeutet, dass eine Heilung noch möglich ist. Entscheidend sei dabei: «Je kleiner das Rezidiv und je grösser der zeitliche Abstand zum ersten Auftreten von Brustkrebs, umso besser sind die Heilungschancen.»



Auch wenn keine Heilung mehr möglich ist: Teilweise ist es selbst in fortgeschrittenen Stadien bei Brust-, Prostata-, Lungen-, Magen- und Darmkrebs sowie chronisch lymphatischer Leukämie heute möglich, den Krebs über viele Jahre in Schach zu halten und das Leben dadurch deutlich zu verlängern.

Shannen Doherty sagte im Interview, ihr Krebs habe Stadium IV erreicht. Was das genau bedeutet und wie die einzelnen Stadien klassifiziert werden, zeigt die Bildergalerie (siehe oben).

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