Claudia Lässer: «Ab 40 wird das Sein viel relevanter als der Schein»

#Von Bruno Bötschi

19.5.2021

«Ich gebe zu, hin und wieder bin ich genervt ab meinem umtriebigen Geist, der ständig neue Ideen hat und gern 1000 neue Sachen gleichzeitig umsetzen würde»: Claudia Lässer.
Bild: zVg

Sie ist eine der erfolgreichsten Talkmasterinnen der Schweiz: «blue Sport & News»-Chefin Claudia Lässer verrät, wie Frauen heute Karriere machen, was ihre echte Haarfarbe wäre – und welcher Talkgast ihre Nerven arg strapaziert hat.

#Von Bruno Bötschi

19.5.2021

Sie ist die Chefin des Journalisten. Claudia Lässer ist Chief Product Officer Sports und News bei «blue». Leider macht das Wetter (und das Coronavirus) uns einen Strich durch die Rechnung, deshalb findet dieses Treffen nicht in einer Gartenbeiz statt, um über Gott, die Welt und ihr Leben zu reden und zusammen ein Glas Wein zu trinken, sondern online.

Als Claudia Lässer auf dem Bildschirm erscheint, ist sofort alles Lässer. Sie sieht prima aus, lächelt und lobt den Journalisten für seine Arbeit. Vielen Dank. Die Spannung steigt, weil man schöne Menschen doch – jedenfalls fast immer – unterschätzt. Nur: Das hat Claudia Lässer noch nie interessiert, sie ging viel mehr konsequent ihren Weg.

Der Journalist entschuldigt sich vorab noch kurz: Auch die Fragen, die vielleicht etwas gemein klingen würden, seien natürlich nicht so gemeint. Na dann, kann es ja losgehen.

Claudia Lässer, wir machen heute ein Frage-Antwort-Spiel: Ich stelle dir in den nächsten 45 Minuten möglichst viele Fragen – und du antwortest möglichst schnell und spontan.

Ich kann ja auch ‹weiter› sagen, wenn mir eine Frage nicht passt, habe ich gelesen.

Das stimmt.

Okay, ich bin bereit.

Granit Xhaka oder Xherdan Shaqiri?

Xherdan Shaqiri. Ich durfte ihn vor ein paar Jahren persönlich kennenlernen und bin beeindruckt von seiner Familiengeschichte.

Hakan Yakin oder Alex Frei?

Alex Frei ist ein Mann mit Ecken und Kanten. Er hat den Schweizer Fussball als Spieler nachhaltig geprägt. Ich bin zudem überzeugt davon, dass er auch als Trainer Karriere machen wird – und wer weiss, vielleicht wird er unter dem neuen Besitzer David Degen schon bald Trainer beim FC Basel.

Fussball oder Ballett?

Spiele ich Fussball, heisst es immer, es sähe so aus, als täte ich tanzen. Was wahrscheinlich damit zu tun hat, dass ich in jungen Jahren Ballett getanzt habe und davon träumte, Tänzerin zu werden.

Warum hat das nicht geklappt?

Ich war bereits als Zwölfjährige 1,76 Meter gross. Stell dir das einmal vor: einen Meter und 76 Zentimeter! Das heisst, ich war bereits als Teenagerin viel zu gross für eine Karriere als Balletttänzerin. Trotzdem belege ich noch heute ab und zu eine Ballettstunde. Dieser Sport tut Körper, Geist und Seele gut.

Spitzname «Bohnenstange»?

Zum Autor: Bruno Bötschi
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«Blue News»-Redaktor Bruno Bötschi spricht für das Frage-Antwort-Spiel «Bötschi fragt» regelmässig mit bekannten Persönlichkeiten. Bötschi hat viel Erfahrung mit Interviews. Für die Zeitschrift «Schweizer Familie» betreute er jahrelang die Serie «Traumfänger». Über 200 Persönlichkeiten stellte er dafür die Frage: Als Kind hat man viele Träume – erinnern Sie sich? Das Buch zur Serie «Traumfänger» ist im Applaus Verlag, Zürich, erschienen. Es ist im Buchhandel erhältlich.

Es stimmt, während der Primarschule wurde ich öfter so genannt.

Wie hast du diese verbale Verletzung verarbeitet?

Ich fand den Übernamen mühsam, aber nicht wirklich schlimm. Mit 16 hat sich zudem alles ins Gegenteil verwandelt, nachdem ich realisiert habe: Gross und schlank sein hat auch Vorteile (lacht).

Welche?

Ich konnte als Model arbeiten und mein erstes eigenes Geld verdienen.

Wann zuletzt den Kopf angestossen?

Vor drei Wochen während des Kochens. Ich hatte vergessen, die Tür eines Küchenschränklis zu schliessen.

Dein Vater nannte dich als Kind Gugi. Wie kam's?

Scheinbar habe ich als Baby ständig «Gugu» gesagt. Mein Vater, er ist 2017 gestorben, war der einzige Mensch, der mich so nennen durfte. Wir beide hatten immer eine sehr enge Beziehung zueinander. Mit meinem Vater konnte ich alles, wirklich alles besprechen.

Du bist in Islikon im Kanton Thurgau aufgewachsen, sprichst jedoch breitestes Zürichdeutsch: Wie kommt's?

Die ersten sechs Jahre meines Lebens wohnte unsere Familie in Zürich, ich sprach also Zürichdeutsch. Als wir in den Thurgau zogen, habe ich zwar den dortigen Dialekt angenommen. Kaum lebte ich jedoch als junge Frau wieder in Zürich, wechselte ich wieder ins Zürichdeutsche.

Bis vor den Recherchen zu diesem Interview wusste ich nicht, dass du auch Hellseherin bist.

Da weisst du etwas, das ich bisher auch nicht gewusst habe.

2009 sagtest du in einem Interview auf die Frage, wo du dich in zehn Jahren siehst: ‹Dann mache ich hoffentlich ganz cooles Fernsehen – in einer leitenden Funktion.›

Es stimmt, ich träumte schon früh davon, einen Fernsehsender leiten zu können. Ich glaube, dass es eine Stärke ist von mir, Ziele zu visualisieren und dann daran zu glauben.

Du hast drei, maximal vier Sätze zur Verfügung, um deinen Führungsstil zu beschreiben.

Möchtest du ihn beschreiben?

Nein.

Kooperativ, menschenbezogen und, zumindest hoffe ich das, klar und transparent.

Warum überhaupt zur Arbeit gehen?

Zur Arbeit gehen macht mir persönlich jeden Tag Freude. Das Schöne an meinem Job ist, ich kann mit meinem wunderbaren Team kreieren, entwerfen und darauf hoffen, dass aus unseren Ideen ein Produkt entsteht, das die Menschen daheim vor dem Bildschirm hoffentlich gut unterhält und ihnen Emotionen schenkt.

«Es stimmt, ich träumte schon früh davon, einen Fernsehsender leiten zu können»: Claudia Lässer.
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Zu welcher Tageszeit hast du die besten Ideen?

Das darf ich fast nicht laut sagen. Die besten Ideen habe ich meistens so gegen 22, 23 Uhr. Ich bin ein Nachtmensch. Morgens um 8 Uhr im Büro zu stehen, läuft total gegen meine Bio-Uhr. Richtig kreativ werde ich am Abend, am besten mit einem Glas Wein dazu.

Weiss- oder Rotwein?

Weisswein.

Wahr, dass man jedes Jahr etwas Neues lernen sollte?

Ich hoffe sogar, dass ich jeden Tag etwas Neues lernen kann.

Was ist das Anstrengendste in deinem Job?

Die vielen Meetings.

Jemals Angst gehabt im Fernsehstudio, dich lächerlich zu machen?

Ja, natürlich. Als ich mit 21 zum ersten Mal Fernsehen gemacht habe, hatte ich absolut keine Ahnung von diesem Medium. Es hat mir damals auch niemand erklärt, wie es funktioniert. Learning by doing war damals das Motto.

Schon einmal im TV-Studio geweint?

Ich hatte schon öfter Tränen in den Augen, wenn mein Gegenüber eine Geschichte erzählt hat, die mich stark berührt – etwa als Sonja Krause über das Schicksal ihres Vaters erzählte oder als Marco Rima gestand, dass er als Zwölfjähriger Selbstmordgedanken hatte und vom Balkon springen wollte. Das waren Momente, die auch mich bewegt haben. Aber genau das ist eben auch das Schöne an meiner Talksendung «Lässer», solche emotionalen Momente dürfen vorkommen und ich bin dankbar dafür, dass mir meine Gäste ihr Vertrauen schenken.



Schon mal im Büro geweint?

Nein.

Was fasziniert dich am Medium Fernsehen?

Fernsehen löst Emotionen aus. Fernsehen schafft es, dass die Zuschauerin, der Zuschauer vom Alltag wegtaucht. Und, also im allerbesten Fall, kann Fernsehen unser Leben sogar ein bisschen besser machen.

Was kann Fernsehen nicht?

Echtes Leben und reale Emotionen bieten.

Liebe oder Karriere?

Liebe. Es geht im Leben um die Liebe. Und ich hoffe, dass wenn ich dereinst auf dem Sterbebett liege, sagen kann: «Ich habe auf gute Beziehungen und liebevolle Begegnungen gesetzt.»

Handy auf dem WC – ja oder nein?

Ja.

Wann bist du offline?

Ich bin nachts offline und immer, wenn ich mit meiner Tochter Linn unterwegs bin. Sie hasst es, ich kann es nicht anders sagen, wenn ihre Mami ständig auf ihr Handy schaut. Ich bin zudem offline, wenn ich meditiere, was ich sehr regelmässig tue. Für das Seelenheil ist es eminent wichtig, hin und wieder offline zu sein.

«Ein Kind zu haben, gibt einem Sinn im Leben. Was kann es Schöneres geben als einen Menschen, der dir jeden Tag zeigt, dass er dich liebt»: Claudia Lässer mit ihrer Tochter Linn.
Bild: zVg

Wann hast du das letzte Mal bedauert, dein Handy nicht ausgeschaltet zu haben?

Ein konkretes Beispiel kommt mir jetzt gerade nicht in den Sinn. Aber das gibt es hin und wieder – zum Beispiel, wenn während eines schönen Gesprächs mit einer Freundin plötzlich das Büro anruft und du weisst, es ist total dringend. Da habe ich schon ab und an gedacht: Ach, hätte ich doch das Handy ausgemacht.

Dein Schweiz-Soundtrack?

Ich liebe die Schweiz, ich liebe die Berge und ich liebe die Freiheit, die unser Land bietet. Ich finde, die Musik von Kunz passt wunderbar dazu.

Wo ist die Schweiz am meisten Schweiz?

In den Bergen. Diese Liebe fing früh an, denn ich bin mit meinen Eltern von klein auf regelmässig in den Bergen wandern gegangen.

Welcher typische Schweizer Minderwertigkeitskomplex geht dir auf den Wecker?

Dass wir ständig alles kleiner machen und uns nicht trauen, gross zu denken.



Mit welchem Kunstwerk bei dir daheim könntest du notfalls angeben?

In unserem Wohnzimmer hängt ein zwei auf zwei Meter grosses Popart-Porträt von Schauspielerin Ursula Andress. Ich habe mich einst in Berlin in dieses Bild verliebt.

Wer hat das Bild gemalt?

Ein Berliner Künstler, aber seinen Namen habe ich jetzt leider gerade vergessen.

Wer muss anwesend sein, damit das Kafikränzli perfekt ist?

Meine zwei besten Freundinnen: Basia kenne ich, seit ich 16 bin, und Tizi auch schon über 20 Jahre. Diese Treffen brauche ich regelmässig.

Klappt es diesen Sommer wieder mit Kos?

Ach, du bist wirklich gut informiert. Im kommenden Sommer würde ich mit der Familie jedoch lieber nach Ibiza reisen, allerdings nur, wenn es die Corona-Pandemie erlaubt.

Du darfst drei Dinge auf eine einsame Insel in die Ferien mitnehmen: Welche wären das?

Den iPod zum Musik hören, Turnschuhe zum Sport machen und ein Buch.

Wirklich wahr, dass du jedes Jahr zweimal drei Wochen in die Ferien verreist ohne Handy und Laptop?

Früher habe ich das wirklich so gehandhabt. Bei meinem aktuellen Job als Chief Product Officer Sports und News bei «blue» ist das nicht mehr möglich.

Ein Geständnis, das du hiermit unserem Online-Newsportal «blue News» schenkst?

Weiter.

Wirklich wahr, dass du mit 18 nackt in einen Privatpool gesprungen und deswegen auf dem Polizeiposten gelandet bist?

Die Geschichte stimmt wirklich, aber ich war erst 14.

Willst du mehr darüber erzählen?

Ich war mit meinen Eltern in Spanien in den Ferien. Eines Nachts bin ich aus dem Fenster und habe mich mit einigen Freunden getroffen. Irgendjemand hatte dann die glorreiche Idee, dass wir alle zusammen in einem Pool nackt baden könnten. Blöderweise war es ein bewachter Privatpool …

… sprich: Ihr hättet dort gar nicht baden dürfen und vor allem nicht nackt.

So war es. Irgendwann tauchte dann die Polizei auf und nahm uns mit auf den Posten. Meine Eltern mussten mich dort dann abholen kommen.

Wurdest du bestraft?

Ehrlich gesagt, ich fand, der Besuch auf dem Polizeiposten war Strafe genug. In der Folge gab es zudem eine längere Diskussion mit meinen Eltern, während der sie mir klarmachten, dass so etwas absolut nicht tolerierbar sei. Im Gegenzug erklärte ich ihnen, dass ich halt auch meine Bedürfnisse und gern meine Freundinnen und Freunde treffen würde.

«Mein Vater vermittelte mir die Freude am Sport. Später wurde ich selber Fitnesslehrerin und gab bis vor einigen Jahren regelmässig Stunden»: Claudia Lässer während eines Trainings mit Ex-Fussballer Dennis Hediger.
Bild: zVg

Später hast du dich zur Primar- und Realschullehrerin ausbilden lassen, aber danach nur ein Jahr lang auf dem Beruf gearbeitet. Warum?

Ich war 21, als ich zum ersten Mal allein als Lehrerin vor einer Realschule stand. Ich fühlte mich sehr allein und war auch etwas überfordert.

Stimmt die Geschichte, dass die «Wahl zur schönsten Ostschweizerin» am 3. April 1995 deine Karriere so richtig in Gang gebracht hat?

Ach, darüber mag ich gar nicht mehr reden. Fakt ist jedoch: Diese Wahl ermöglichte mir den Einstieg in die Welt des Entertainments. Ich weiss nicht, ob ich ansonsten beim Medium Fernsehen gelandet wäre.

Drei Jahre später hast du an der Miss-Schweiz-Wahl den vierten Platz belegt. Warum träumten in den 90er-Jahren viele junge Schweizerinnen davon, Miss Schweiz zu werden?

Die Miss-Schweiz-Wahl war damals ein Sprungbrett, um ins Entertainment-Business einzusteigen. Was heute die Influencerinnen und Influencer sind, waren damals wohl die Miss-Wahlen.

Wie würdest du dein Äusseres beschreiben?

Gross, charismatisch und immer ein Lächeln im Gesicht.

Welches war dein bisher lukrativster Auftrag als Model?

Für Perosa-Unterwäsche, das ist aber schon sehr lange her.

Wie viel Honorar hast du damals verdient?

So genau weiss ich das gar nicht mehr, wahrscheinlich mehrere Tausend Schweizer Franken.

Welcher Teil deines Körpers ist dir bis heute fremd?

Die Füsse.

Wo gehst du lieber hin: zum Arzt oder zum Coiffeur?

Zum meinem Hausarzt gehe ich sehr gern, beim Coiffeur bin ich derart oft, dass es nichts mehr Spezielles ist für mich.

Naturblond – ja oder nein?

Nein, die Originalfarbe wäre ein langweiliges Aschblond. Kürzlich hat mich meine Tochter gefragt, warum ich nicht wieder einmal die Originalfarbe nachwachsen lasse. Ich musste Linn dann erklären, dass mein Aschblond total langweilig aussehen und ich mich mit dieser Farbe nicht mehr wohlfühlen würde.

Blöde Frage: Kennst du einen lustigen Blondinen-Witz?

Da muss ich passen. Ich kann mir Witze nicht merken.

Welche Begegnungen haben dein Leben bisher besonders stark geprägt?

Ich hatte mehrere Mentoren, die mir viel geholfen haben. Der erste war Paul Grau von Star TV. Er ermöglichte mir ganz viele Karriereschritte, von der Teamführung bis zur Programmleitung. Paul hat mir eigentlich alles zugetraut. Wichtig war auch Pascal Jenny, der langjährige Tourismusdirektor von Arosa. Er holte mich zum Sportfernsehen. Im Sparring mit ihm habe ich dort viel lernen können. Auch mein aktueller Chef, Wolfgang Elsässer, CEO von Blue Entertainment, ist ein toller Sparringpartner und Vorgesetzter, der mir viel Vertrauen schenkt.

Die riskanteste, die mutigste Entscheidung in deinem bisherigen Leben?

Ein Kind zu bekommen.

Wie erklärst du deiner sechsjährigen Tochter Linn, was du beruflich machst?

Linn sagt jeweils: ‹Meine Mami macht Fernsehen. Sie macht ganz viele Sendungen mit ganz vielen Leuten.›

Wirklich wahr, dass deine Tochter gern deine geschäftlichen Notizzettel verschönert?

Woher weisst du das schon wieder? Es ist eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen, meine Notizzettel zu bemalen. Vorgekommen ist auch schon, dass ich etwas während einer Sitzung nicht mehr lesen konnte, weil Linn meine Worte hübsch übermalt hat.

Wann zum letzten Mal mit deiner Tochter gebastelt?

Am vergangenen Freitag. Wir basteln richtig viel zusammen.

Was hat dir Linn auf den Muttertag geschenkt?

Linn hat mit dem Laubsägeli ein Herz ausgesägt und einen Draht mit einer Klammer daran befestigt, damit ich ein Porträtbild von ihr daran klemmen kann. Für meine Mutter bastelte sie zudem ein Einhorn und schrieb darauf «Grossmami, ich liebe dich».

Braucht es den Muttertag überhaupt?

Ja. Solche Tage sind schön, damit wir unsere Liebsten feiern können. Dass die Mütter mit einem offiziellen Tag gefeiert werden, zeigt auch die Wertschätzung, welche die Gesellschaft ihnen gegenüber hat.

Braucht es den Tag der Frau?

Ich hoffe, dass wir diesen Tag irgendwann nicht mehr benötigen, weil die Gleichberechtigung von Frau und Mann eine gelebte Tatsache ist. Dass dies gelingt, dafür braucht es uns alle – also die Frauen, die an sich glauben und sich trauen, und die Männer, die es zulassen. Es braucht zudem Mütter und Väter, die ihre Kinder so erziehen, dass die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern etwas ganz Normales ist.



Sind dir all deine Talente in die Wiege gelegt worden oder weshalb bist du so multi-talentiert?

Ich hatte ganz tolle und liebevolle Eltern, die mir vieles, was mich heute ausmacht, mitgegeben haben.

Dein Vater war Banker und hat bis 60 als Aerobic-Lehrer gearbeitet. Eine ziemlich verrückte Kombination. Ist er gerade deshalb dein Vorbild?

Als Aerobic in den 1980ern durch die Schauspielerin Jane Fonda weltweit bekannt wurde, machte auch mein Vater mit. Ich gebe es zu, ich fand es ziemlich speziell, wenn er in Leggings daheim herumgehüpft ist. Gleichzeitig lernte ich damals jedoch, wie wichtig es ist, neben einem fordernden Job einen Ausgleich zu haben, der die Resilienz fördert. Mein Vater vermittelte mir zudem die Freude am Sport. Später wurde ich selber Fitnesslehrerin und gab bis vor einigen Jahren regelmässig Stunden.

Gibt es eine fiesere Bezeichnung als Allroundtalent?

Meiner Meinung nach ist es heute von Vorteil, Allrounderin, sprich: breit aufgestellt zu sein.

Manchmal selbst genervt von deiner Vielseitigkeit?

Ich gebe zu, hin und wieder bin ich genervt ab meinem umtriebigen Geist, der ständig neue Ideen hat und gern 1000 neue Sachen gleichzeitig umsetzen würde. Das ist anstrengend, aber gleichzeitig ist es auch mein Motor, der mich immer antreibt.

Hättest du in der Vergangenheit nicht doch besser voll auf eines deiner Talente gesetzt?

Ich bin hundertprozentig sicher, dass dies nicht der richtige Weg gewesen wäre. Ich wäre nicht glücklich, wenn ich mich nur einem Thema widmen würde. Das bin nicht ich.

«Ich hoffe, dass wir den Tag der Frau irgendwann nicht mehr benötigen, weil die Gleichberechtigung von Frau und Mann eine gelebte Tatsache ist»: Claudia Lässer.
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Mann, Kind, Arbeit – was tust du, damit dir das Leben nicht über den Kopf wächst?

Ich versuche immer gut bei mir zu sein, mich selber zu spüren und immer wieder zu reflektieren, was ich mache. Ich gehe zudem regelmässig zu einem Coach, um mich immer wieder neu zu justieren. Und was auch ganz wichtig ist, besonders als Mutter: Ich nehme mir regelmässig Auszeiten, in denen ich ganz für mich allein bin.

Was tust du dann?

Ich meditiere und mache Sport. Und kürzlich bin ich mit einer Freundin sechs Stunden lang dem Rhein entlanggelaufen. Das tat unheimlich gut.

Die Mehrzahl der Kinder in der Schweiz hat ein eigenes Schlafzimmer. Warum die meisten Mütter und Väter nicht?

Möglicherweise, weil die Eltern ihren Kindern mehr Raum geben wollen als sich selber.

Was hast du gedacht, als du Simon Raeber, deinen Partner, das erste Mal gesehen hast?

Aha, ein Psychologe, das ist sicher ein interessanter Mensch mit viel Tiefgang.

Dein Rezept für eine lang anhaltende Liebesbeziehung?

Viel reden miteinander, gegenseitig neugierig bleiben.

Welches ist das beste Liebeslied aller Zeiten?

«Shallow» von Lady Gaga und Bradley Cooper finde ich richtig gut.

Gibt es Songs, bei denen du sofort in Tränen ausbrichst?

Seit mein Vater gestorben ist, begleitet mich der Song «Das Leben ist schön» von Sarah Connor.

Mal für einen Mann gesungen?

Nein, ich kann absolut nicht singen. Es wäre lächerlich und hätte keine gute Wirkung.

Was spricht für die grosse Liebe?

Einen Lebensmenschen zu finden, der eine tiefe Verbindung zu einem hat. Verlässlichkeit ist dabei eminent wichtig, Loyalität, Vertrauen und Nachhaltigkeit.

Und was fürs ewige Single-Dasein?

Dafür spricht nichts.

Warum nicht?

Ich glaube, wir Menschen sind nicht dafür gemacht, ein Leben lang Single zu sein.

Schaut deine Tochter Linn eigentlich «blue Zoom», wenn du «Lässer» moderierst?

Hin und wieder schaut sie die Sendung. Sie findet es zwar nach wie vor etwas komisch, wenn sie mich daheim im Fernsehen sieht und ich gleichzeitig mit ihr im Wohnzimmer sitze.

Unter uns kannst du es jetzt verraten: Welches war dein bisher wunderbarster Gast?

Ich habe in den letzten Jahren schon so viele tolle Gäste erleben dürfen, dass ich niemanden voranstellen möchte. Es ist für mich immer ein Geschenk, wenn sich meine Gäste bei mir in der Sendung öffnen und authentisch zeigen. Ich denke, dass dies auch mein Talk ausmacht.

Bei welchem Gast wärst du am liebsten aus dem Studio gelaufen oder im Boden versunken?

Soll ich das wirklich verraten? In meiner ersten «Lässer»-Talksendung 2013 war Jenny Elvers zu Gast. Das war wirklich sehr anstrengend. Zuerst war die Schauspielerin fast zwei Stunden lang in der Maske, bis wir endlich mit der Aufzeichnung beginnen konnten. Diese Sendung kostete mich viel Energie.

Was zeichnet die Menschen aus, mit denen du besonders gut klarkommst?

Es sind offene, zugewandte und neugierige Menschen, die Freude am Leben haben.

In welchen Momenten verlierst du die gute Laune?

Wenn es meinen Liebsten nicht gut geht.

Wirst du laut, wenn du streitest?

Ich werde nie laut.

Wie einfach fällt es dir, dich zu entschuldigen?

Mittlerweile fällt mir das leicht. Es ist vielleicht etwas vom Schönsten am Älterwerden, zu realisieren, was man gut kann und was weniger. Und auch einmal hinstehen zu können und zu sagen: Sorry, das habe ich nicht gut gemacht.

Was würdest du nie mehr im Leben tun, was du schon getan hast?

Bungeejumping und Fallschirmspringen. Ich sass auf den Kufen eines fliegenden Helikopters, bevor der Absprung erfolgte. Zuerst war ich total geflasht, danach bekam ich sekundenlang keine Luft mehr und hatte total Angst.

Stehen bei dir zu Hause Familienfotos auf der Kommode?

Ja.

Deine Lieblingshausarbeit?

Ich koche gern und mache das auf meine eigene Art auch sehr kreativ. Ich habe auch kein Problem damit, den Boden aufzunehmen.

Warum hasst du Rosenkohl?

Meine Mutter hat mich als Kind immer wieder gezwungen, Rosenkohl zu essen. Ich habe dieses Gemüse damals fast nicht runtergebracht. Hätte ich nicht jeweils etwas Sirup dazu getrunken, wäre ich wohl gestorben (lacht).

Was ist immer in eurem Kühlschrank zu finden?

Gemüse, Früchte, Milch und Käse.

Ein typischer Essgeruch im Hause Lässer?

Ich koche oft Gemüse, vor allem abends.



Was verabscheust du am meisten?

Unsinnige Streitereien.

Welche natürlichen Gaben hättest du gern?

Singen. Ich habe schon oft gedacht, was für ein tolles Gefühl es sein muss, wenn ich gut singen und ich mit meiner Stimme andere Menschen erfreuen könnte. Wahrscheinlich gibt es kaum etwas Grösseres, um jemanden emotional berühren zu können.

Dann stimmt es also doch, dass du von einem Duett mit dem Schweizer Sänger Andryy träumst?

Das ist nicht wahr (lacht). Andryy ist der Sieger von unserer «Blue»-Castingshow «Sing It Your Way» und ich finde, er ist ein wunderbares Talent. Er hat zudem eine aussergewöhnliche Singstimme, was mir, wie schon gesagt, leider total abgeht.

Was können Frauen besser als Männer?

Weiter.

Was können Männer besser als Frauen?

Weiter.

Ist es sexistisch, wenn ein Bauarbeiter einer Frau hinterherpfeift?

Ja.

Wie viel Altmännergehabe gibt es in der Medienwelt?

Zum Glück gibt es davon immer weniger. «Blue News» ist ein tolles Beispiel dafür. Die Redaktion führt Nadine Wozny, und die Ressortleitungen von News und Entertainment werden von zwei kompetenten Frauen geführt. Aber die Medienwelt ist nach wie vor sehr männlich, weil sie nach wie vor von Männern dominiert wird respektive die Männer in den entscheidenden Führungspositionen sitzen.

Hast du jenseits von verunglückten Komplimenten während der Arbeit schon einmal Übergriffe erlebt? Also Dinge, von denen du sagen würden: Das ging zu weit.

Nein, das habe ich bisher noch nie erlebt.

«Ich hatte schon öfter Tränen in den Augen, wenn mein Gegenüber eine Geschichte erzählt hat, die mich stark berührt»: Claudia Lässer.
Bild: zVg

Verschlechtert oder verbessert sich das Zusammenleben von Frauen und Männern gerade?

Ich schätze es sehr, dass die Auseinandersetzung mit diesem Thema heute aktiver geschieht also noch vor einigen Jahren. Und das muss so weitergehen. Wir Frauen müssen uns unbedingt damit auseinandersetzen, was wir wollen. Und wir müssen zudem gegenüber den Männern klar einfordern, wohin wir wollen – und umgekehrt natürlich auch.

Was würdest du als Bundespräsidentin der Schweiz als Erstes tun?

Ich würde dafür schauen, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie besser gewährleistet ist.

Auffällig ist, dass Frauen in der Geschäftsleitung nach wie vor eher weiche Ressorts wie das Personal führen, aber nur selten das Finanzressort. Warum ist dem so?

Ich glaube, dass gerade mein Beispiel zeigt, dass es auch anders sein kann als CPO Sport, also Leiterin eines eher männlichen Bereiches. Damit sich dies zukünftig weiter verändern kann, braucht es als Erstes Frauen, die sich das zutrauen und das auch wollen. Und gleichzeitig braucht es Männer, die das den Frauen zutrauen. Was mich nervt, ist, dass das nach wie vor so ein grosses Thema ist. Es müsste schon längst so sein, dass die beste Anwärterin, der beste Anwärter einen Job bekommt, ganz egal, ob Frau oder Mann. Ich hoffe deshalb, dass das möglichst rasch kein Thema mehr ist und dass die Frauen so viel Selbstbewusstsein haben, um selber Werbung für sich zu machen, gegenseitig füreinander einstehen und, solche Jobs selbstbewusst einfordern. Sprich: Wenn es um eine Beförderung geht, sich auch einmal selbst ins Gespräch bringen.

Sorgen Stereotypen gegenüber Frauen nach wie vor für unnötige Hürden?

Ja, leider.

Welches war die grösste Hürde auf deinem Karriereweg?

Ich habe in meiner bisherigen beruflichen Karriere nie Jobs gemacht, die ich mir nicht selber zugetraut hätte. Bevor ich eine neue Herausforderung annahm, hörte ich immer gut in mich herein, bevor ich dazu «Ja» sagte. Deshalb hatte ich, glaube ich, immer genug Selbstvertrauen, um eine neue Aufgabe zu übernehmen-– anderenfalls hätte ich mich der Aufgabe nicht gestellt.

Feministin – ja oder nein?

Ich mag zwar diese Bezeichnung nicht besonders, aber ich denke, ich bin trotzdem eine.

Quoten – ja oder nein?

Frauenquoten finde ich nicht gut. Es bringt einer Frau nichts, wenn sie aufgrund einer Frauenquote in eine leitende Position kommt. Es hilft auch dem Unternehmen nichts, wenn eine leitende Position von einer Frau nur bekleidet wird, weil sie eine Frau ist. Wie schon erwähnt: Ich finde, es muss einfach immer die beste Person für einen Job ausgewählt werden, ganz egal, ob Frau oder Mann.



Bist du heimlich ganz politisch, aber wir wissen es bloss nicht?

Ich interessiere mich für Politik, aber ich bin nicht politisch. Ich finde jedoch, wir als Schweizerinnen und Schweizer mit unserer direkten Demokratie sollten uns ganz besonders für Politik interessieren. Persönlich habe ich jedoch keine Ambitionen, mich für ein politisches Amt zu bewerben.

Wurdest du je von einer Partei angefragt, ob du dich für ein politisches Amt zur Verfügung stellen würdest?

Nein, bis jetzt nicht.

Würde die junge Claudia sich an den heutigen Klimademos beteiligen?

Ich glaube schon.

Welches war die letzte Demo, an der du mitgemacht hast?

In den letzten Jahren war ich an keiner Demo dabei.

Was würde die junge Claudia über das Leben der heutigen Claudia denken?

Die junge Claudia würde sich freuen, dass sie die Ziele, die sie sich gesteckt hat, erreicht hat. Und dass die heutige Claudia grossmehrheitlich im Leben glücklich ist.

Ich zitiere vier Claudia-Lässer-Sätze aus den Medien und du sagt, was sie bedeuten: ‹Ich wäre ja blöd, wenn ich mein Aussehen nicht als Kapital einsetzte.›

Uh, wo hast du denn das ausgegraben? Im Leben geht es immer um Wirkung. Aber was genau ist Wirkung? Es hat mit Charisma, Ausstrahlung und natürlich auch mit Äusserlichkeiten zu tun. Wenn ich mit einem mir wichtigen Thema andere Menschen überzeugen will, dann muss ich mich auch mit meiner Wirkung auseinandersetzen. Und klar, da kann das Aussehen helfen.

‹Ich bin ein Alphatier. Aber es ist nicht das Chef-Sein, das mich antreibt. Ich will meine eigenen Ideen umsetzen, will selbst etwas bewegen, nicht von anderen bewegt werden.›

Mein Antreiber war immer das Machen. Wer jedoch etwas bewegen will, muss ein Alphatier sein, sonst funktioniert das meistens nicht.

‹Ich fühle mich reifer. Und – obwohl es sich so blöd anhört – habe ich mit Linn den Sinn des Lebens entdeckt.›

Ein Kind zu haben, gibt einem Sinn im Leben. Was kann es Schöneres geben als einen Mensch, der dir jeden Tag zeigt, dass er dich liebt. Wunderbar ist zudem, dass ich diesen kleinen Menschen unterstützen darf, seinen eigenen Weg zu gehen. Das ist erfüllend und sinnstiftend.

‹Ich überlege, Exit beizutreten.›

Ich finde es wichtig, dass ich, wenn nötig, auch beim allerletzten Entscheid selbstbestimmend entscheiden kann.

«Mein Antreiber war immer das Machen. Wer jedoch etwas bewegen will, muss ein Alphatier sein, sonst funktioniert das meistens nicht»: Claudia Lässer.
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Du wirst im Dezember 45 Jahre alt.

Hey, musst du das jetzt noch erwähnen (lacht).

Möglicherweise ist dann die Hälfte deines Lebens rum. Denkst du manchmal an den Tod?

Es ist wichtig, dass man sich immer wieder mit dem Tod auseinandersetzt, weil man dann das Leben viel mehr schätzt. So wird einem auch immer wieder bewusst, wie wertvoll das Leben und der Moment ist. Ich glaube zudem, dass das Nachdenken über den Tod einem erlaubt, auf die Bremse zu treten und nicht nur durch das Leben zu rasen. Ich bin überzeugt davon, wenn die Endlichkeit ein Thema ist, ist die Gegenwart viel präsenter in unserem Leben.

Wann war der Tod das letzte Mal ein Thema in deinem Leben?

In den letzten zehn Jahren hat der Tod in meinem Leben immer wieder Einzug gehalten. Ich habe Menschen verloren, die mir sehr nahestanden. Mein Vater ist, wie schon erwähnt, gestorben. Der Bruder meines Vaters, mit dem ich eine sehr enge Beziehung pflegte, musste ebenfalls für immer gehen und auch eine sehr nahe Freundin lebt leider nicht mehr. Ich hatte zudem zwei Fehlgeburten. Ja, der Tod ist in den letzten Jahren schon oft Thema gewesen.

Wie stehst du grundsätzlich zum Älterwerden?

Mittlerweile sehe ich, dass das Älterwerden auch viele gute Seiten hat. Ich weiss heute besser, wer ich bin und was ich will, wohin ich gehen möchte. Ab 40 wird das Sein viel relevanter als der Schein.

Patientenverfügung – ja oder nein?

Aktuell noch keine.

Vorsorgeauftrag – ja oder nein?

Ja.

Testament – ja oder nein?

Nein.

Was spricht für die Existenz von Gott?

Für die Existenz einer universellen Energie sprechen die Liebe und die Energie, die ich spüre, wenn ich meditiere.

Jemals den Teufel getroffen?

Zum Glück nicht.



Deine Schnellkritik am Papst?

An diesem Thema bin zu wenig nah dran.

Du musst am nächsten Sonntag eine Predigt in der Kirche halten. Welches Thema wählst du?

Liebe.

Wir kommen langsam zum Schluss und damit zum grossen Talenttest: Du schätzt bitte dein Talent von null Punkten, kein Talent, bis zu zehn Punkten, maximales Talent, ein. Dein Talent als Fussballkommentatorin?

Ich bin total froh, dass ich das noch nie machen musste. Kommentieren ist so etwas wie die Königsdisziplin unter den Fernsehjobs im Sportbereich. Ich gebe mir deshalb nur drei Punkte.

Vegetarische Köchin?

Sieben Punkte. Mein veganes Lieblingsmenü ist ein indisches Thai-Gericht.

Schweizerin des Jahres?

Weiter.

Janet Jackson?

Ich sagte doch schon, ich kann nicht singen …

… aber dafür tanzen.

Okay, als Sängerin gebe ich mir einen Punkt, als Tänzerin dagegen acht Punkte.

Gärtnerin?

Oh, ganz schlecht. Zwei Punkte.

Du lebst mit deiner Familie in einem Haus auf dem Land mit viel Umschwung, hast aber keinen grünen Daumen. Das stelle ich mir schrecklich vor.

Dafür hat meine Mutter einen grünen Daumen. Das hilft.

Wenn du ein Baum sein könntest, welcher möchtest du sein?

Ein Magnolienbaum.

Wenn du ein Tier sein könntest, welches möchtest du sein?

Eine Katze. Diese Tiere funktionieren so selbstbestimmt.

Welches Buch liegt gerade auf deinem Nachttisch?

«Beratung ohne Ratschlag» von Sonja Radatz.

Noch mehr «Bötschi fragt»-Gespräche gibt es unter diesem Link.