Gil Glaze, DJ: «An Samstagen wird es bei mir sehr oft spät»

Von Bruno Bötschi

11.7.2021

Er hat schon auf der halben Welt Musik aufgelegt: Der Schweizer DJ Gil Glaze im Marquee Nightclub in New York.
Bild: Marquee Nightclub

Welchen Gegenstand brauchen Sie am Wochenende am meisten? Was steht jeden Samstag auf Ihrem Einkaufszettel? Heute stellen wir unsere Fragen DJ Gil Glaze.

Von Bruno Bötschi

11.7.2021

Jeden Sonntag stellt «blue News» einem bekannten Menschen aus Kultur, Sport, Wirtschaft und Politik 22 Fragen, um zu erfahren, was sie oder er am Wochenende tut oder lässt – und was der schönste Moment in den vergangenen sieben Tagen war.

Heutiger Gast ist DJ Gil Glaze. Der 27-Jährige, der am Zürichsee aufgewachsen ist, hat schon auf der halben Welt aufgelegt. Jetzt möchte er auch in der Schweiz bekannter werden.

1. Gil Glaze, was bedeutet Wochenende für Sie – in einem Wort?

Pre-Covid bedeutet das immer ‹Tour-Mode›, nun aber seit Covid bedeutet das eher Schlaf. Ha, ha!

2. Was war der schönste Moment in den vergangenen Wochen?

Der beste Moment für mich war, als ich in den vergangenen Wochen wieder mit den Club-Bookers in den USA sprechen konnte. Ich war seit eineinhalb Jahren nicht mehr in Kontakt mit ihnen. Nun wurde ich in fünf Clubs der Tao Group gebucht und bin vom 9. bis 17. Juli in Amerika auf Tour. Es ist sehr schön, dass der Silberstreifen am Horizont langsam zu erkennen ist.

3. Wenn Sie Macht hätten zu befehlen, was Ihnen heute richtig scheint, würden Sie es befehlen gegen den Widerspruch der Mehrheit?

Das ist eine schwierige Frage. Ich denke, man strebt immer etwas nach einer Art Kontrolle oder Macht über etwas. Wenn ich aber entscheiden müsste, dann würde ich immer auf die Meinung der Leute hören. Auch in meinem Kollegenkreis ist das ähnlich. Wenn sie gegen etwas sind, dann suchen wir immer nach einer Lösung oder einem Kompromiss. Ich würde also nicht etwas befehlen, wenn die Leute dagegen sind, ich bin eine faire Person.

4. Was steht jeden Samstag auf Ihrem Einkaufszettel?

Sushi! Irgendwie gibt es bei mir immer Sushi, wenn ich an einem Samstag in Zürich bin. Es ist mittlerweile zu einer Tradition geworden.

5. Bei welcher Modedesignerin, bei welchem Modedesigner lassen Sie Ihr Geld?

Das ist nicht wirklich ein Designer, aber ich verfolge in letzter Zeit die ON-Schuhe und gebe auch dafür mein Geld aus. Die Federer- und Jogging-Schuhe haben es mir angetan. Ich habe sogar T-Shirts von ihnen gekauft und trage sie täglich. Ich mag es, Schweizer Marken zu unterstützen. Ich finde den ON-Brand auch super, weil er sehr auf Komfort aus ist.



6. Mit wem würden Sie gern einmal zu Abend essen? Die Person darf auch bereits tot sein.

Chris Martin von Coldplay. Er scheint ein sehr cooler Typ zu sein. Ich denke, wir würden uns gut verstehen und Spass haben. Er ist auch mein absoluter Lieblingsmusiker, deshalb wäre das für mich etwas ganz Besonderes.

7. Wer ist der beste James-Bond-Darsteller? Und warum?

Die Nächste, Lashana Lynch, weil es erstmals eine Frau sein wird.

8. Welche TV-Serie schauen Sie gerade?

Ich habe gerade ‹Designated Survivor› fertig geschaut. Ich war süchtig nach dieser Serie. Ich liebe Shows über Politik. Ich bin fasziniert vom Sicherheitsdienst des US-Präsidenten. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie schwierig es ist, eine der wichtigsten Personen der Welt rund um die Uhr zu beschützen. In dieser Serie zeigen sie wirklich gut auf, was alles passieren könnte.

9. Welches Konzert haben Sie zuletzt besucht?

Das letzte Konzert, das ich besucht habe, war von Maggie Rogers in London. Das war eine Weile her. Es war aber ein sehr tolles Konzert, sie spielte damals nur in einem kleinen Saal und jetzt verkauft sie grosse Hallen überall auf der Welt aus. Ich ging mit ihr in New York zur Uni. Es war deshalb verrückt zu sehen, dass eine Mitschülerin eine Show in London ausverkaufte.

10. Bei welchem Song lassen Sie sofort alles stehen und liegen und stürmen die Tanzfläche?

Im Moment würde ich behaupten, dass das alles von Fisher ist. Ich liebe seine Musik. Sie ist ganz anders, als alle anderen gerade produzieren. Ich mag auch die Musik der 1970er, 1980er und 1990er sehr. Ich liebe beispielsweise die Band ‹Chic›, deren Songs bringen mich immer zum Tanzen.

«Ich bin fasziniert vom Sicherheitsdienst des US-Präsidenten. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie schwierig es ist, eine der wichtigsten Personen der Welt rund um die Uhr zu beschützen»: Gil Glaze.
Bild: zVg

11. Wie lange bleiben Sie am Sonntag im Bett, nachdem Sie aufgewacht sind?

Ich bin nicht sicher, ob ich die Welt das wissen lassen möchte. Ha, ha! Ich würde sagen, zwischen 10 und 11 Uhr. Stellt mich aber dafür nicht an den Pranger, denn an Samstagen wird es bei mir oft sehr spät.

12. Frühstück im Bett – ja oder nein?

Das ist ein No-Go für mich. Ich möchte ein sauberes Bett ohne Brotkrümel haben. Meiner Freundin gefällt es zwar nicht, dass ich dagegen bin. Ha, ha!

13. Wann sind Sie zuletzt in ein Gotteshaus gegangen?

Meine Familie ist jüdisch, deshalb gehen wir an Feiertagen in die Synagoge. Das letzte Mal muss am Passahfest im März/April gewesen sein.

14. Welchen Gegenstand brauchen Sie am Wochenende am meisten?

Meinen Hut oder im Winter ein Beanie. Nach ein paar Stunden rumrennen am Wochenende ist nämlich meine Frisur komplett durcheinander – ich klinge ja schon wie eine Frau. Ha, ha!

15. Gibt es ein Ritual, das Sie jeden Sonntag pflegen?

Ja, eine lange, kalte Dusche. Das bereitet mich immer für die kommende Woche vor.

16. Freiburger Fondue Moitié-Moitié oder Tessiner Risotto?

Leider habe ich weder das eine noch das andere bisher probiert. Da es aber jetzt gerade Sommer ist, würde ich sagen, Risotto. Fondue ist ausserhalb vom Winter nicht so mein Ding.



17. Das beste Fortbewegungsmittel, das Sie je besessen haben?

Ich müsste sagen, der Segway, den ich als Kind hatte. Ich glaube, damals war es auch noch nicht legal, diesen auf der Strasse zu fahren. Es war super, um zu Freunden zu fahren. Ich kriegte aber oft schräge Blicke von Leuten, wenn ich damit gefahren bin.

18. Locarno oder Lugano?

Ich war schon oft in Lugano, aber leider noch nie in Locarno. Ich würde hier Locarno wählen, weil ich schon sehr viel darüber gehört habe.

19. Wenn Sie das Wort Romandie hören: Woran denken Sie?

Ich denke dann immer an die Radiostationen, da ich dort bereits das eine oder andere Interview geben durfte. Sie wollen dann immer, dass ich Französisch spreche, das endet aber immer in einer Katastrophe.

20. Was tun Sie am Wochenende zu wenig?

Entweder nicht genug schlafen oder nicht genug Sport machen. An Wochenende finde ich es super, nach draussen zu gehen und im Freien etwas zu unternehmen und zu geniessen. Vor der Pandemie habe ich immer geschlafen, war auf Tour oder am Reisen. Nun bin ich viel mit Freunden am Feiern oder am Relaxen. Ich sollte vielleicht auch an Wochenenden mehr Sport treiben anstatt nur wochentags.

21. Welches hartnäckige Gerücht über Sie ist schlichtweg nicht wahr?

Ich durfte im vergangenen Jahr einen Live-Stream im St.-Jakob-Park in Basel machen, das war etwas ganz Besonderes für mich. Vor kurzem habe ich gehört, dass ich den Live-Stream nur machen durfte, weil mir der FC Basel gehören soll. Ha, ha! Ich glaube, das Gerücht machte dann die Runde. Einmal kam nämlich jemand auf mich zu und sagte mir, wie cool es sei, dass mir das Team gehört und ich deshalb dort streamen durfte. Ich antwortete ihm mit: ‹Wirklich? Das wusste ich gar nicht, aber das ist sick!›

22. Ihr Lieblingswitz?

Ich bin mir nicht sicher, ob das mein Lieblingswitz ist, aber ich habe den vor Kurzem gehört und fand ihn zum Schmunzeln: ‹Was ist das Beste an der Schweiz?» – ‹Ich weiss es nicht, aber die Flagge ist ein grosses Plus.›

Gil Glaze füllte den Fragebogen schriftlich aus.

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