Luca Hänni: «Ich denke, ich werde ein guter Vater sein»

8.8.2018 - 00:00, Bruno Bötschi

Luca Hänni über Beziehungen: «Karriere ist gut, Liebe auch. Nur Karriere machen wäre ungut. Ich bin ein Beziehungsmensch.»
Bild: Christoph Ammann

Seit seinem Sieg bei «Deutschland sucht den Superstar» segelt Luca Hänni auf einer Erfolgswelle. Der 23-jährige Berner erklärt, warum seine Karriere bisher skandalfrei verlief, spricht über seine Probleme mit einer Stalkerin und verrät, weshalb er mit Beatrice Egli kein Duett singen will.

Montagnachmittag im Hotel Allegro, Bern: Luca Hänni hat in der Gartenbeiz Platz genommen. Er trägt ein ärmelloses T-Shirt und kurze Hosen. Daneben sitzt sein Manager Cyril Schmid, der auch sein Stiefbruder ist, ebenfalls in kurzen Hosen. Das Thermometer zeigt 32 Grad und es wird an diesem Tag noch heisser werden.

Luca  Hänni trinkt einen Espresso und gähnt alle paar Minuten. Dem Musiker steckt das Wochenende noch in den Knochen. Zusammen mit einem Kollegen hat er das Musikfestival «Tomorrowland» in der belgischen Stadt Boom besucht. «Und dabei bin ich schon um ein Uhr ins Bett gegangen», entschuldigt er sich.

Bluewin: Herr Hänni, ich stelle Ihnen in den nächsten 30 Minuten möglichst viele Fragen. Und Sie antworten möglichst kurz und schnell. Wenn Ihnen eine Frage nicht passt, sagen Sie einfach «weiter».

Luca Hänni: Das ist doch gut.

Beyoncé oder Jay Z?

Beyoncé. Ich finde ihre Show cooler.

Back- oder Naturstein?

Naturstein. Ich habe Maurer gelernt und als solcher müsste ich eigentlich Backstein sagen, weil er einfacher zu verarbeiten ist. Naturstein sieht aber schöner aus.

Liebe oder Karriere?

Ein Mix aus beidem wäre ideal. Karriere ist gut, Liebe auch. Nur Karriere machen wäre ungut. Ich bin ein Beziehungsmensch. Wenn ich mein Umfeld nicht hätte, wäre ich völlig verloren. Meine Familie, meine Freunde sind mir sehr wichtig.

Wie geht’s Ihrem Daumen?

Ach, ich habe mir vor ein paar Wochen bei einer Bodentanzeinlage die Bänder gezerrt. Es tut immer noch weh. Ich müsste dringend wieder die doofe Schiene anziehen. So ein Quatsch!

Und wie geht es Ihnen im Allgemeinen? Seit Ihrem Sieg 2012 bei «Deutschland sucht den Superstar» sind Sie ständig unterwegs.

Uff, in den letzten sechs Jahren habe ich schon alles erlebt: Es ging mir gut, schlecht, schlechter, sehr gut und sehr, sehr, sehr gut. Jetzt bin ich in der Phase meiner Karriere, in der ich mir etwas aufbauen will. Denn natürlich weiss ich, dass es nicht automatisch so weitergehen wird, wie bisher. Es werden neue Herausforderungen auf mich zukommen. Das ist spannend, das «fägt».

Im April traten Sie in Abu Dhabi auf, einen Tag später im Wallis. Wie halten Sie das durch?

Das war ein ziemlicher Kontrast. Vor Abu Dhabi weilten wir noch für einen Videodreh in Marokko. Wie hält man das aus? Das habe ich mir noch gar nicht überlegt. Aber die ständige Reiserei und die Flugverspätungen machen mich in letzter Zeit schon sehr müde, viel müder, als wenn ich ein Konzert gebe. Deshalb bin ich jeweils ganz froh, wenn ich wieder einmal ein Tägli frei habe.

Nochmals ein ausgiebiges Gähnen. Der junge Mann scheint wirklich müde zu sein.

Wie viel Stunden schlafen Sie durchschnittlich?

Sieben, acht Stunden sollte es schon sein, unter fünf ist nicht gut.

Wann wachen Sie auf, wenn Sie keinen Wecker stellen?

Halb neun, neun Uhr.

Was ist härter: Ein Tag als Maurer zu arbeiten oder ein Tag als Musiker?

Natürlich ist es auf dem Bau körperlich anstrengender. Aber auch das Leben als Musiker ist hart, auf eine andere Art halt. Ich habe gerne auf dem Bau gearbeitet, ausser wenn es arschkalt war oder es geschneit hat.

Luca Hänni über seine Jugendsünden: «Oh, meine Eltern haben immer alles herausgefunden. Und sowieso, ich bin ein schlechter Lügner.»
Bild: Dominik Müller

Der zentrale Ort Ihrer Jugend?

Ich bin in Uetendorf bei Thun aufgewachsen. Meine Eltern wohnen nach wie vor dort.

Blockflöte?

Ja, ja, ich ging in den Unterricht und an Weihnachten wurde immer fleissig «geflötelt».

Ihr allererster Konzertbesuch?

Mit meinem Vater besuchte ich mit 14 ein Konzert der Band «Juli» im Hallenstadion Zürich.

Ihre grosse, ungestillte Sehnsucht als 14-Jähriger?

Ich träumte davon, Schlagzeuger zu werden.

Was wollten Sie Ihren Eltern schon lange einmal beichten?

Oh, die haben immer alles herausgefunden. Und sowieso, ich bin ein schlechter Lügner.

Waren Sie ein hübscher Teenager?

Keine Ahnung.

Ihr ideales Körpergewicht?

70 Kilogramm.

Ihr aktuelles Körpergewicht?

67. Vor der RTL-Tanzshow «Dance, Dance, Dance» im letzten Jahr trainierte ich mit einem Personaltrainer und ich schaute genauer darauf, was ich esse. Damals baute ich ein bisschen Muskeln auf, konnte mein Gewicht von 64 auf 67 Kilo steigern. Aber eigentlich mag ich gar nicht so viel essen, wie ich sollte. Ich will ja kein Bodybuilder werden, sondern einfach wohl sein in meiner Haut.

Welcher Muskel Ihres Körpers ist in Idealform?

Perfekt ist keines meiner Körperteile, aber die Arme sind am besten trainiert.

Welche Muskeln bräuchten dringend ein paar Extra-Trainings?

Die Beine, die habe ich bisher vernachlässigt. Ich habe Spatzen-Beine.

Ihre Lieblings-Workout-Maschine?

Bankdrücken.

Wie oft gehen Sie ins Fitnesstraining?

Gerade war ich zwei Wochen lang nicht im Training. Grundsätzlich ist der Plan zwei- bis dreimal in der Woche hinzugehen. Das schaffe ich aber nur selten.

Lieblingsduft?

Ich wechsle ständig. Eine Zeit lang war es «Hugo Boss», davor ein Duft von «Dolce & Gabbana» und einmal war es ein silbriges Fläschli, von dem ich gerade den Namen vergessen habe.

Ein Beauty-Produkt auf das Sie niemals verzichten möchten?

Haarwachs.

Hänni gähnt ein weiteres Mal.

Wirklich wahr, dass Sie morgens im Badezimmer mehr Zeit benötigen als Ihre Freundin?

Das stimmt nicht. Ich brauche eine Viertelstunde, inklusive duschen. Ich bin recht zackig unterwegs.

Wie viele Turnschuhe besitzen Sie?

Es sind wahrscheinlich gegen 100 Paare.

«Mindestens», wirft der Manager ein.

Aber Sie wissen ja wahrscheinlich, wie das ist: Man hat eine riesige Auswahl und trägt dann doch nur vier, fünf Paare regelmässig.

Wie oft gehen Sie zum Coiffeur?

Alle vier Wochen.

Schimpfwort Teeniestar?

Nein. Teenies finde meine Musik sicher nach wie vor gut und das ist okay. Aber es mögen mich auch immer mehr ältere Menschen. Ich konnte in den letzten Jahren meine Zielgruppe vergrössern. Ich bin nach wie vor jung und ich habe mit 16 angefangen professionell Musik zu machen. Da ist es klar, dass man ein Teeniestar ist. Ich finde, ich sollte diese Zeit richtig auskosten. Aber auch ich werde irgendwann älter.

Träumen Sie von Musik?

Meinen Sie von neuen Songs? In den letzten zwei Wochen habe ich gar nichts geträumt. Und wenn ich doch einmal träume, ist es irgendein Mist.

Wie steht's mit Ihrem Lampenfieber beim Singen?

Das ist immer ein Thema. Bei mir zeigt sich das Lampenfieber auf ganz komische Art: Zuerst bin ich nervös, bevor ich eine Viertelstunde vor dem Auftritt plötzlich total müde werde, so richtig gummig. Kaum stehe ich dann auf der Bühne, zack, ist die Müdigkeit weg und ich bin voll da.

Was ist besser, singen mit Brille oder mit Kontaktlinsen?

Ich habe keines von beidem, die Brille war nur Teil meines Videos zu «Signs».

Und nochmals Gähnen. Hänni lächelt und sagt: «Sorry.»

Ihre Erklärung dafür, warum Sänger beim Singen die Augen schliessen?

Während dem Singen tauche ich in eine andere Welt ein, darum schliesse ich dabei gerne die Augen.

Fallen Sie nach einem Konzert in ein Loch?

Das gab es auch schon. Aber meistens ist nach einem Konzert viel los. Oft verteile ich Autogramme. Danach gehen wir noch etwas trinken. Das mag ich, weil ich so langsam herunterkommen kann. Schlafen könnte ich nach einem Auftritt sowieso nicht sofort.

Alkohol?

Ich bin nicht der grosse Trinker.

Sex, Drugs und Rock'n'Roll: Wie viel Erfahrung haben Sie damit in den letzten sechs Jahren gemacht?

Ich würde sagen, ich bin sehr brav. In der Branche, in der ich stattfinde, an den Festivals, an denen ich spiele, ist das kein grosses Thema. Auch am «Tomorrowland», das ich am vergangenen Wochenende als Gast besucht habe, war die Stimmung friedlich. Natürlich gibt es dort wahrscheinlich Leute, die ab und an etwas einwerfen, aber ich habe davon kaum etwas bemerkt.

Der Musiker bestellt einen zweiten Espresso. Gelöste Stimmung, gute Stimmung.

Ihre geheime, wilde Seite?

Schwierig.

Sammeln Sie vielleicht Briefmarken?

Das wäre super wild (lacht laut). Ach, keine Ahnung, bitte die nächste Frage.

Luca Hänni über sein Leben als Musiker: «Ich wäre wahrscheinlich spannender für die Medien, wenn ich ab und zu für einen Skandal sorgen würde. Aber ich will mich nicht verstellen und auch nicht irgendwelche Stories erfinden.»
Bild:  Hugo Grossenbacher

Echt wahr, dass Sie jeden Tag an Ihren Liedtexten schreiben?

Jesses Gott, nein. Heute Nachmittag treffe ich mich in einem Tonstudio in Gümligen mit Lisa Oribasi zum Songwriting. Sie hat den Weihnachtssong «Memories» gesungen. Vielleicht können wir zusammen etwas für mein neues Album erarbeiten. Lisa ist Schweizerin, lebt aber schon lange in London. Kennegelernt haben wir uns am Suisa Songwriting Camp.

Wann haben Sie Dieter Bohlen zuletzt gesehen?

Uh, das ist ewig lange her. Das letzte Mal wahrscheinlich im Jahr 2013.

Muss man von Dieter Bohlen geliebt werden, um bei «Deutschland sucht den Superstar» überleben zu können?

Keine Ahnung. Es ist sicher gut, wenn er dich nicht schlecht findet. Schlussendlich musst du aber die Menschen vor den Bildschirmen überzeugen, weil die für die Kandidaten anrufen und sie wählen können. Ich hatte es immer gut mit Dieter Bohlen. Er fand mich, glaube ich, cool.

Nach Ihrem Sieg bei «Deutschland sucht den Superstar» sagten Kritiker: «Luca Hänni geht die Wandelbarkeit ab – und wer sich langfristig im Gespräch und damit im Geschäft halten will, der braucht auch ab und zu einen kleinen Skandal.» - Sind Sie die Ausnahme, die die Regel bestätigt?

Es stimmt, ich wäre wahrscheinlich spannender für die Medien, wenn ich ab und zu für einen Skandal sorgen würde. Aber ich will mich nicht verstellen und auch nicht irgendwelche Stories erfinden. Ich habe zwar kein normales Leben, aber produziere wahrscheinlich deshalb keine Skandale, weil ich nach wie vor in einem normalen Umfeld lebe. Ich habe meine Familie, meine Kollegen, ich habe Menschen um mich, mit denen ich mega gerne etwas unternehme. Ich bin zwar mega viel unterwegs, muss deshalb aber nicht dauernd über die Stränge schlagen.

Wann zuletzt einem dummen Kritiker einen Klaps auf das Füdli gegeben?

Noch nie. Aber letzthin habe ich eine lustige Geschichte erlebt: Ein Journalist erzählte mir während einer halben Stunde, warum er alle Leute, die bei Castingshows mitmachen würden, doof finde. Am Ende des Gespräches wollte er dann aber doch unbedingt ein Foto mit mir machen, damit er es auf Instagram posten könne.

Welches Talent hätten Sie gerne?

Es gäbe tausend Dinge, die ich besser machen möchte, aber äh … ach, vielleicht kommen wir nachher nochmals darauf zurück.

In aller Kürze: Ihre Einschätzung Ihrer eigenen Gesangsqualitäten?

Ich bin ein gefühlvoller, natürlicher Sänger. Ich bin sicher nicht der beste Sänger der Welt, will ich aber auch gar nicht sein.

Ihre Einschätzung als Gitarrenspieler?

Da bin ich auch nicht der Beste. Aber ich finde, egal, was du machst, du musst es immer gut verkaufen können. Ich kann auf der Gitarre nur acht oder neun Akkorde, aber die kann ich schön spielen und gut in Szene setzen.

Ihre Einschätzung als Tänzer?

Von null auf hundert. Als ich mit den Vorbereitungen für die «Dance, Dance, Dance»-Show im August 2017 begonnen habe … Jesses Gott, ist das schon ein Jahr her? Wie auch immer, während der Vorbereitung von «Dance, Dance, Dance» habe ich nochmals etwas ganz Neues gelernt. Jetzt muss ich einfach dranbleiben. Ich freue mich schon auf mein neues Musikvideo, da will ich auch wieder tanzen.

Überzeugt Sie Ihre Selbstkritik?

Ich bin sehr kritisch, sehr perfektionistisch. Ja, ich bin lieber zu kritisch, als zu viel Larifari.

Jemals im berühmten Berliner Technoclub Berghain um zwölf Uhr mittags am Tanzen gewesen?

Nein.

Wann zuletzt eine Nacht durchgefeiert?

Ich bin kein Partytier, vielleicht kommt das irgendwann noch. Die letzte richtige Party habe ich mit 15 besucht. Ich habe mir damals den Ausweis eines Kollegen geliehen, weil es eine Ü16-Party war. Heute bin ich oft mit älteren Menschen zusammen und wenn die sich um zwei Uhr morgens noch einen letzten Drink genehmigen, bin ich meistens schon im Bett. Manchmal denke ich, ich bin wirklich prüde. Aber ich gehe halt gerne auch einmal schlafen.

Ihr Lieblingsheld der Popgeschichte?

Justin Timberlake.

Wenn Sie wählen dürften, mit welcher Frau, mit welchem Mann würden Sie gerne ein Duett singen?

Ich glaube … ja, es wäre die Frage, was am besten passen würde? Es müsste etwas Kontrastreiches sein, aber darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Bitte die nächste Frage.

Viele Schweizerinnen und Schweizer träumen vom musikalischen Traumpaar Beatrice Egli und Luca Hänni.

Sehr interessant, auf jeden Fall. Ich mag Beatrice Egli, aber musikalisch bewegen wir uns in komplett anderen Richtungen.

Was passiert, wenn Sie am helllichten Tag alleine durch die Bahnhofstrasse in Zürich schlendern?

Dann gibt es sicher ein paar Fotos und einige Autogramme und man ist ein bisschen am Quatschen mit den Leuten. Meistens ist es recht busy.

Sie haben viele weibliche Groupies: Wie verrückt sind deren Ideen, um Sie live zu erleben?

Kürzlich bin ich spontan mit einem Kollegen im Wallis campen gegangen. Während wir das Zelt aufgebaut haben, warf die Familie nebenan plötzlich ihre Luca-Hänni-Playliste an. Wir haben dann eine Stunde das Zelt aufgebaut zu Luca-Hänni-Musik. Merci, cool! Später kamen auch noch ein paar Mädchen vorbei, die Autogramme haben wollten. Aber ich sage Ihnen, die Erwachsenen sind viel schlimmer. Die Jungen kommen im Restaurant an den Tisch und fragen direkt, ob sie ein Foto machen dürfen. Ältere Menschen kommen an den Tisch, erzählen zuerst irgendeine ewig lange Geschichte, bis sie endlich fragen, ob sie ein Foto machen dürfen. Ich glaube, im Alter wird alles komplizierter.

Im vergangenen Jahr fanden Sie einen Brief zu Hause, in dem Ihnen eine Stalkerin drohte, sich zu verbrennen, wenn Sie nicht nach draussen kämen. Und sie stand dann tatsächlich mit einem Benzinkanister vor Ihrer Tür.

Das war eine total unschöne Situation. Zum Glück ist alles gut ausgegangen. Ich bin froh, dass ich nicht in einer Parterrewohnung lebe, wo alle einfach reinschauen können.

Haben Sie blickdichte Vorhänge?

Nein, das nicht.

Tom und Bill Kaulitz konnten wegen ihres Erfolges mit ihrer Band «Tokio Hotel» in Deutschland kein normales Leben mehr führen. Sie zogen deshalb in die USA.

So tragisch war es bei mir nicht. Als ich noch daheim bei meinen Eltern in Uetendorf wohnte, haben zwar nach meinem Sieg bei «Deutschland sucht den Superstar» auch Fans vor unserem Haus gezeltet.

Wirklich wahr, dass Ihre Freundin Tamara wegen der vielen Stalkerinnen 2015 eine Beziehungspause einlegen wollte?

Die Pause hatte verschiedene Gründe.

Was hat Sie die Pause gelehrt?

Sie hat mich gelehrt, wie wichtig es ist, an einer Beziehung zu arbeiten. Man muss zusammen weiterkommen, das Vertrauen stärken. Gerade in unserem Fall ist das besonders wichtig, weil ich so viel unterwegs bin.

Törnt Sie eher Kälte oder Wärme an?

Wärme.

Vollkommen sicher, dass Sie Kinder wollen?

Ja, ich will Kinder.

Können Sie drei Dinge auf Erden nennen, die wichtiger sind als Sex?

Ja, ich glaube schon (lacht laut). Geborgenheit, Unterstützung haben und Gesundheit.

Luca Hänni über Geld: «Du kannst zehn geile Häuser haben und weiss nicht wie viele schnelle, coole Autos und trotzdem bist du allein und unglücklich.»
Bild: Hugo Grossenbacher

Als Schwulenikone, die Sie natürlich auch sind: Haben Sie eine Botschaft an Ihre homosexuellen Freunde?

Bleibt so wie ihr seid und gebt Gas.

Macht Geld glücklich?

Nein. Geld kann zwar durchaus einen gewissen Druck nehmen. Wenn ich mir zum Beispiel keine Gedanken machen muss, ob ich mir im Herbst Ferien leisten kann oder nicht. Aber es gibt viele Beispiele von reichen Leuten, die überhaupt nicht glücklich sind. Was wirklich glücklich macht, ist ein Umfeld, in dem du dich wohl fühlst, sind Menschen, die dich tragen. Du kannst zehn geile Häuser haben und weiss nicht wie viele schnelle, coole Autos und trotzdem bist du allein und unglücklich.

Sie haben einen freien Nachmittag, was unternehmen Sie?

Am Sonntag lag ich stundenlang im Liegestuhl und sprang ab und zu ins Wasser. Normalerweise kann ich nicht gut lange stillhalten, aber ich war noch etwas müde vom Besuch des «Tomorrowland»-Festivals.

Wann sind Lügen in Ordnung?

Lügen ist allgemein nicht in Ordnung, obwohl es wahrscheinlich niemanden gibt, der nicht hin und wieder lügt. Man könnte ja sagen, wenn man jemanden mit der Wahrheit verletzen würde, wäre eine Lüge in Ordnung, aber das stimmt nicht.

Sind Sie gut im Entschuldigen?

Ich glaube nicht.

Die Tageszeit, in der Sie am zuversichtlichsten sind?

Am Vormittag.

Nochmals ein Gähnen – die beiden Kaffees scheinen nicht richtig Wirkung zu zeigen.

Für welche Ihrer Charakterschwächen schämen Sie sich?

Ich bin sehr ungeduldig.

Gegen was wehren Sie sich?

Gegen eine gewisse Art von Selbstverständlichkeit. Ich mache mir immer wieder bewusst, was ich tue, wer ich bin und wohin ich gehen will. Ich bin jung, ich bin gesund, ich durfte bereits viel erleben in meinem Leben und darf wahrscheinlich noch viel, viel mehr erleben. Aber wenn dann halt mal etwas nicht richtig klappt, sollte man sich deswegen nicht nerven. Wir Menschen kommen oft zu schnell in einen Trott rein und meinen, alles sei selbstverständlich. Aber das ist es nicht.

Haben Verbrecher eine zweite Chance verdient?

Grundsätzlich hat jeder Mensch eine zweite Chance verdient.

Stehen Sie politisch eher links oder eher rechts?

Politisch bin ich völlig raus.

Was in Ihrem Leben ist vergleichbar mit der Leidenschaft für die Musik?

Ich bin gerne mit Menschen zusammen, tausche mich aus, diskutiere gerne.

Zum Schluss der berühmte Self-Rating-Test: Sie benoten Ihr eigenes Talent von 0 Punkten, kein Talent, bis 10 Punkte, maximales Talent: Rock'n'Roller?

Meinen Sie als Entertainer? Neun Punkte.

Gärtner?

Vier. Ich habe mir kürzlich einen Oleander gekauft und ihn sogar selber umgetopft. Und jetzt gebe ich ihm auch immer brav Wasser. Aber einen richtigen grünen Daumen habe ich nicht.

Kleiderständer?

Ich habe sehr gerne Mode, aber ein Kleiderständer bin ich nicht. Sieben Punkte.

Familienvater?

Das weiss ich noch nicht, aber ich spiele gerne mit Kindern. Das «fägt» mega. Aber ich würde behaupten, ich bin noch etwas zu jung, um Vater zu sein. Ich finde, ich sollte noch etwas Erfahrung sammeln. Ich denke jedoch, dass ich ein guter Vater sein werde

Zur Person: Luca Hänni

Luca Hänni (23) aus dem bernischen Uetendorf ist durch seinen Sieg bei der RTL-Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» 2012 im deutschsprachigen Europa bekannt geworden. Bis heute hat er rund 350’000 Tonträger verkauft. Nach einer musikalischen Kreativpause, die er unter anderem in Australien verbracht hat, und dem Sieg der TV-Tanzshow Europas «Dance Dance Dance» (RTL) im vergangenen Jahr ist er zur Zeit mit der Produktion seines nächsten Albums beschäftigt. Hänni lebt zusammen mit seiner Freundin Tamara in Bern.

«Bluewin»-Redaktor Bruno Bötschi spricht für das Frage-Antwort-Spiel «Bötschi fragt» regelmässig mit bekannten Persönlichkeiten. Bötschi hat viel Erfahrung mit Interviews. Für die Zeitschrift «Schweizer Familie» betreute er jahrelang die Serie «Traumfänger». Über 200 Persönlichkeiten stellte er dafür die Frage: Als Kind hat man viele Träume – erinnern Sie sich? Das Buch zur Serie «Traumfänger» ist im Applaus Verlag, Zürich, erschienen. Es ist im Buchhandel erhältlich.
Bild: zVg

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Leserinnen und Leser von «Bluewin» können das Buch «Traumfänger» von Redaktor Bruno Bötschi kostenlos bei der Redaktion bestellen. Und so geht es: Einfach eine Mail an redaktion2@bluewin.ch senden.

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