Teo Gheorghiu: «Zürich tut meiner Seele momentan nicht gut»

21.8.2018 - 07:02, Bruno Bötschi

Teo Gheorghiu über das Klavier spielen: «Ich bin sehr glücklich, dass ich ein Instrument gefunden habe, mit dem ich mich ausdrücken kann.»
Bild: zVg

Mit fünf sass er zum ersten Mal an einem Klavier, mit zwölf spielte er im Film «Vitus» einen hochbegabtes Kind. Heute hofft der 26-Jährige auf eine Weltkarriere als Pianist. Teo Gheorghiu spricht über seine grösste Krise, sagt, warum er ohne Musik nicht leben könnte, und verrät, weshalb er Brahms über alles liebt.

Zürich, ein Strassencafé am Limmatquai, kurz nach neun Uhr: Teo Gheorghiu braucht dringend einen Kaffee. Am Abend zuvor ist er aus London zurückgekehrt, hat dort mit Freunden seinen 26. Geburtstag gefeiert.

Trotz der wahrscheinlich kurzen Nacht wirkt der Musiker sehr wach. Seine einzige Bitte betrifft die Sprache: «Kann ich, wenn mir die deutschen Wörter nicht einfallen, auf Englisch antworten?»

Nein, das ist kein Tick des als Sohn rumänischer Eltern im Zürcher Oberland Geborenen, sondern eine Folge seines Werdegangs, der ihn schon als Neunjähriger nach London führte – an die Purcell School, einem Internat für musikalisch hochbegabte Kinder.

Bluewin: Herr Gheorghiu, ich stelle Ihnen in den nächsten 30 Minuten möglichst viele Fragen. Und Sie antworten möglichst kurz und schnell. Wenn Ihnen eine Frage nicht passt, sagen Sie einfach «weiter».

Teo Gheorghiu: Alles klar.

Zürich oder London?

London. Zürich tut meiner Energie und meiner Seele momentan nicht gut. Kürzlich habe ich mir überlegt, warum dem so ist. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich seit meinem 9. Lebensjahr nur während der Ferien in der Stadt weilte. Das heisst, ich befand mich meistens in einer mental unproduktiven Verfassung, wenn ich Zürich besuchte. Mein aktueller Tatendrang und meine Geschichte mit der Stadt passen nicht zusammen.

Von wegen, nicht wach! Obwohl Teo Gheorghiu erst einen Schluck Kaffee getrunken hat, erreicht das Gespräch schon bei der zweiten Antwort ein sehr gutes Reflexionsniveau.

Tee oder Kaffee?

Kaffee.

Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo?

Ronaldo.

Für Sie sind Ihre Finger das, was für Ronaldo seine Füsse sind: Das grosse Glück, das Geschenk, mit denen Sie Ihre Kunst ausdrücken.

Das stimmt. Ich bin sehr glücklich, dass ich ein Instrument gefunden habe, mit dem ich mich ausdrücken kann.

Wie hoch sind Ihre Hände versichert?

Gar nicht.

Achten Sie darauf, dass Sie sich nicht verletzen?

Ich bin verantwortungsbewusst, gleichzeitig will ich auch das Leben geniessen.

Können Sie Autofahren?

Nicht legal.

Entwaffnende Ehrlichkeit. Er ist witzig, aber nicht vorlaut.

Ihr Lieblingsfussballverein?

Manchester United.

Teo Gheorghiu über seine Konzertschuhe: «Ich habe zwei Paar, beide schwarz, eines lackiert, eines matt.»
Bild: Roshan Adhihetty

Ihre Schuhgrösse?

Kommt darauf an, ob Sie die Konzert- oder Freizeitschuhe meinen. Während Konzerten trage ich Grösse 41, in der Freizeit die 43.

Wieso sind Ihre Konzertschuhe kleiner?

Das weiss ich nicht, Sie müssten den Hersteller fragen.

Tragen Sie während Ihrer Konzerte immer das gleiche Paar Schuhe?

Ich habe zwei Paar Konzertschuhe, beide schwarz, eines lackiert, eines matt.

Violinistin Anne-Sophie Mutter trägt ärmellose Kleider, um ihre Geige besser auf der Haut zu spüren. Spielen Sie lieber in T-Shirt oder Anzug Klavier?

Je wohler ich mich fühle, desto besser spiele ich Klavier. Ich spiele gerne im T-Shirt, aber auch oben ohne.

Es heisst, Sie sassen bereits mit fünf zum ersten Mal an einem Klavier.

Das ist wahr.

Was war es für ein Gefühl, als Sie zum ersten Mal die Tasten drückten?

Äh, ich habe nicht viele Erinnerungen an meine Kindheit.

Die wichtigsten Worte Ihrer Mutter?

Wow, diese Frage klopft in einem unbekannten Gebiet in ferner Vergangenheit an. Ich weiss es nicht mehr.

Musste Sie Ihre Mutter oft tadeln, weil Sie keine Lust hatten, Klavier zu spielen?

Sie tat es hin und wieder. Disziplin war angesagt.

Ihre grosse, ungestillte Sehnsucht als 14-Jähriger?

In dieser Zeit war ich die Welt am entdecken. Aber an eine konkrete Sehnsucht von damals erinnere ich mich nicht.

Wirklich wahr, dass Sie als Jugendlicher immer die beiden Klavierkonzerte von Brahms hörten, während Sie Asterix lasen?

Das stimmt.

Hören Sie heute auch Musik, wenn Sie ein Buch lesen?

Ich lese meistens, wenn ich auf Reisen bin und dann höre ich keine Musik.

Welchen Sinn hat Musik? Warum gibt es sie überhaupt?

Rhythmus und Gesang sind etwas sehr Ursprüngliches. Wir Menschen brauchen sie, um uns auszudrücken.

Wann spürten Sie, dass Sie unglaublich gut Klavier spielen können?

Mit 9, als ich die Purcell School in London besuchte. Ein weiterer, spezieller Moment war die Erkenntnis, über das absolute Musikgehör zu verfügen.

Krisen kennen Sie auch?

Die kennt jeder Mensch.

Mit 18 soll es in Ihrem Leben vor allem Fussball, Mädchen und Party gegeben haben.

Das war keine Krise. Die grosse Krise kam, als ich mit 19 unsicher wurde, ob ich wirklich Musiker werden möchte. Da war sozusagen der Siedepunkt erreicht.

Teo Gheorghiu über das Üben: «Es gibt Tage an denen ich bis zu neun Stunden am Klavier sitze. Es gibt aber auch Tage, an denen ich gar nicht spiele.»
Bild: Roshan Adhihetty

In einem Interview sagten Sie kürzlich: «Die Musik reflektiert das Leben.»

Nach zwei Jahren am Curtis Institute in Philadelphia kehrte ich mit 19 nach London zurück, um an der Royal Academy of Music weiter zu studieren. Ich wusste damals nicht, wie es weitergehen soll. Ich stellte alles in Frage. Zum Glück lernte ich in London meinen Lehrer und Mentor Hamish Milne kennen. Er sorgte dafür, dass meine Leidenschaft für die Musik wieder entfachte und zwar stärker als je zuvor. Während der fünf Jahre Unterricht bei Milne lernte ich die Faszination für die Musik auf neue Art kennen. Und ich erkannte, wie ich mit ihr mein Leben ausdrücken kann. Milne hat mir bei der Suche nach meiner eigenen Kreativität geholfen.

Wird die Klassik in der Schule genug gefördert?

Leider nein. In den Schulen gibt es immer weniger Unterstützung für klassische Musik genauso wie für die Kunst im Allgemeinen. Die immer knapper werdenden Budgets sind einer der grössten Feinde für mich als Musiker.

Man spürt: Er will nicht arrogant sein, nicht überheblich wirken. Allüren scheinen dem Jungstar fremd. Eine klare Meinung hat er trotzdem.

Wie viele Stunden üben Sie pro Tag?

So viele wie möglich, aber es ist jeden Tag anders. In den letzten Monaten habe ich so viele neue Repertoires gelernt wie nie zuvor. Es gab deshalb Tage, an denen ich bis zu neun Stunden am Klavier sass. Es gibt aber auch Tage, an denen ich gar nicht spiele, weil ich auf Reisen oder mit Büroarbeit beschäftigt bin.

Wie können Sie sich über Stunden so konzentrieren?

Zeitdruck und Meditation sind die zwei besten Hilfsmittel.

Was tun Sie, wenn Sie keine Lust zum Üben haben?

Dann übe ich nicht.

Wie bleiben Ihre Finger beweglich?

Mit Klavier spielen.

Trainingspausen machen Sportler besser, Musiker auch?

Ich kann nicht für alle Musiker sprechen, aber ich mache Pause, wann immer ich eine Pause brauche.

Leistungssportler reden von einer Automatisierung der Bewegungsabläufe – damit der Kopf frei für Überraschungen und strategisch Wichtiges ist.

Die Technik ist ein wichtiger Teil des Musizierens, aber es braucht auch den kreativen Teil. Je öfter ich ein Stück spiele, desto mehr kann ich den musikalischen Ablauf in meinem Kopf automatisieren, und so während eines Konzerts meinen Emotionen freien Lauf lassen.

Braucht es auf der Bühne einen bestimmten Geisteszustand?

Für mich gibt es nicht den einen bestimmten Geisteszustand. Ganz wichtig sind die letzten 24 Stunden vor einem Konzert. Auch wenn diese nicht immer genau gleich verlaufen, sind sie mir heilig. In dieser Zeit muss ich genau das tun, was ich fühle: Gut essen, gut schlafen, frische Luft geniessen und nicht zu oft am Klavier sitzen. So baue ich langsam die Spannung für das Konzert auf.

Kennen Sie Rituale kurz vor dem Konzert?

Eigentlich nicht, wichtig ist nur, dass ich genug Wasser trinke.

Die französische Pianistin Hélène Grimaud sagt, sie trete während besonders gelungenen Konzerten neben sich und schaue sich selbst zu.

Das mache ich nicht. Ich versuche während eines Konzertes möglichst offen zu sein für meine Inspirationen.

Teo Gheorghiu über seine Konzerte: «Solokonzerte sind so etwas wie der heilige Gral. Diese Konzerte sind am persönlichsten, weil ich die Programme dafür selber ausgewähle.»
Bild: Oihane Molinero

Sie spielen mit grossen Orchestern und auch als Solo-Pianist. Was gefällt Ihnen besser?

Solokonzerte sind so etwas wie der heilige Gral. Diese Konzerte sind am persönlichsten, weil ich das Programm dafür selber ausgewähle. Es sind meine 90 Minuten. Natürlich ist ein Konzert mit einem Orchester ebenfalls eine Herausforderung, man ist Teil eines grösseren Konzeptes. Es macht Spass, mit dem Dirigenten und anderen Musikern zu interagieren. Leider fehlt während der Proben häufig die Zeit, um an Details zu arbeiten.

Wie wichtig ist der Applaus des Publikums?

Ich möchte die Leute mit meiner Musik bewegen. Das ist eines meiner wichtigsten Ziele als Pianist. Je grösser der Applaus nach einem Konzert ist, desto mehr konnte ich wahrscheinlich das Publikum bewegen.

Haben Sie das perfekte Konzert schon gegeben?

Nein.

Fallen Sie nach einem Konzert in ein Tief?

Ja, manchmal.

Macht Musik Sie wütend?

Manchmal. Musik kann alle möglichen Emotionen in mir auslösen.

Langweilt Musik Sie bisweilen?

Soweit lasse ich es nicht kommen.

Mit 9 gingen Sie zum Studium an die Purcell School in London. Half Ihnen die Musik im Kampf gegen das Heimweh?

Am Anfang hat mir die Musik sicher geholfen. Zur gleichen Zeit lernte ich aber auch neue Freunde kennen. Sie waren ebenfalls eine grosse Hilfe.

Wirklich wahr, dass Sie sich damals für die Aufnahmeprüfung ein Stück von Claude Debussy eigenhändig beigebracht haben?

Das kann gut wahr sein.

Mutter Adina Gheorghiu hat diese Geschichte dem Journalisten erzählt, als er vor zehn Jahren das erste Porträt über Teo schrieb. Nicht einmal sein Klavierlehrer soll davon gewusst haben .

Die Medien haben Sie immer wieder als «Wunderkind» betitelt. Was können Sie mit dem Begriff anfangen?

Nichts – diese Geschichte ist passé, ich wurde vor wenigen Tagen 26 Jahre alt.

Wie wurden Sie vom talentierten Kind zum gefragten Pianisten?

Ich habe meine eigene Stimme gefunden.

Schweizweit berühmt wurden Sie mit dem Kinofilm «Vitus» in dem Sie 2005 als 12-Jähriger das Mathematik- und Musikgenie Vitus spielten. Wie kamen Sie zu dieser Rolle?

Filmemacher Fredi M. Murer suchte für den Film einen Jungen, der Klavier spielen konnte. Er fragte unter anderem auch am Konservatorium in Zürich nach. Dort nannte man ihm diesen Jungen in London. In der Folge wurde ich nach Zürich für eine Audition eingeladen.

Begeistert hat Gheorghiu auch das Publikum in den Kinosälen: Aber die märchenhafte Geschichte um das Wunderkind Vitus,ist nicht seine Geschichte. Das betonte der Pianist in den letzten Jahren immer und immer wieder: «Ich bin Teo, nicht Vitus.»

Wenn Sie heute ein Konzert geben, steht oft im Programmheft geschrieben: «Filmwunderkind Vitus spielt… » Nervt Sie das?

Der Film ist Teil meines Lebens. Ich überlasse es den Konzertveranstaltern, ob sie das im Programm erwähnen wollen.

Christian Berzins, Kritiker in der «NZZ am Sonntag» schrieb vor zwei Jahren: «Der oft zum Star hochgeschriebene Pianist Teo Gheorghiu hat es hingegen trotz eindrücklicher CD immer noch nicht geschafft, den Beinamen 'Vitus' abzustreifen, den er sich als Schweizer Filmheld vor zehn Jahren holte.»

Das ist seine Meinung.

Berzins schrieb weiter: «Wer sich bis 30 in der internationalen Klassikwelt nicht durchgesetzt hat, wird eine regionale Grösse bleiben. Ausnahmen sind selten.»

In dieser Aussage steckt sicher ein Stück Wahrheit. Aber ich bin 26 und international tätig.

Was wollen Sie als Pianist erreichen?

Ich möchte meine Musik mit anderen Menschen teilen und mein ganzes Leben davon leben können. Das heisst, ich will und muss erfolgreich sein als Pianist. Für mich gibt es kein Dazwischen.

Worin sehen Sie Ihre besonderen Stärken?

Ich bin heute an einem guten Punkt im Leben und es gelingt mir, dies in mein Spiel einzubauen. Deshalb sind meine Interpretationen sehr persönlich gefärbt.

Eine musikalische Interpretation hat auch viel mit emotionaler Reife zu tun.

Für mich stimmt diese Aussage, auch wenn es wahrscheinlich nicht bei allen Musikern so ist.

Sind Sie glücklich?

Ja.

Sie lebten mehr als die Hälfte Ihres bisherigen Lebens in London. Wo steht Ihr Flügel heute?

Immer noch bei Musik Hug in Bülach. Er wurde nie nach London gezügelt, weil ich nie einen genügend grossen Raum zur Verfügung hatte.

Auf welchem Instrument üben Sie daheim?

Auf meinem Stehklavier.

Ein Leben ohne Musik wäre für Sie …

... kein Leben.

Mögen Sie Pop- und Rockmusik?

Meine Antwort zu Popmusik, also ich rede jetzt von kommerzieller Musik, ist ein kategorisches Nein. Ansonsten ist mein musikalisches Spektrum aber sehr breit – ja, ich mag auch Rockmusik.

Dirigent Kent Nagano schreibt in seinem Buch «Erwarten Sie Wunder!» die US-amerikanische Popsängerin Katy Perry töte die klassische Musik, weil Pop und Unterhaltung alles überschwemme.

Katy Perry tötet nichts, es ist vielmehr ein gesellschaftliches Problem. Die heutige Gesellschaft ist kein gutes Biotop für die klassische Musik.

Sie scheinen zu einigen Komponisten besondere Beziehungen zu haben: Was bedeutet Ihnen Bach?

Früher spielte ich vor Publikum oft Bach, dann lange Zeit nicht mehr. Nun werde ich zum ersten Mal seit längerem an einem Konzert im September wieder die Goldberg-Variationen spielen. Bach war wahrscheinlich schon wichtig für mich, als ich noch im Bauch meiner Mutter war.

Warum?

Meine Mutter hat mir erzählt, Sie habe während der Schwangerschaft oft die Brandenburgischen Konzerte gehört. Bach ist gut für meine Seele, seine Musik macht mich ruhig.

Schubert?

Schubert war einer der ersten romantischen Komponisten, er hat wunderschöne Melodien komponiert. Mit seiner Musik lernte ich die Freiheit kennen und zu atmen wie ein Sänger.

Rachmaninov?

Für Rachmaninov spüre ich pure Leidenschaft. Er schrieb wunderbare Werke für Pianisten. Was wahrscheinlich daran liegt, dass er selber ein grosser Pianist war. Seine Musik ist äusserst geschmackvoll, aber gleichzeitig auch ein bisschen Hollywood.

Gibt es andere Komponisten, die Sie besonders mögen?

Ich habe seit langem ein ziemliche Obsession für Ravel.

Prinz Charles begrüsst den damals 15 Jahre alten Pianist Teo Gheorghiu nach einem Konzert des London Chamber Orchestra.
Bild: Getty Images

Welche Komponisten oder Stücke hassen Sie?

Das Wort «hassen» würde ich nicht gebrauchen. Lange Zeit hatte ich keine Beziehung zum russischen Komponisten und Pianisten Sergei Sergejewitsch Prokofjew. Vor zwei Monaten hat sich das jedoch schlagartig geändert, als ich während eines Konzertes das erste Klavierkonzert von Prokofjew spielte. Es war eine unglaubliche Erfahrung, die mir viel Freude gemacht hat. Nach wie vor wenig Bezug habe ich zur Musik von Wagner. Mehr als zehn Minuten lang mag ich seine Kompositionen nicht hören.

Was in Ihrem Leben ist vergleichbar mit der Leidenschaft für die Musik?

Leidenschaft und Neugierde gehören für mich zusammen. Und ich will mit der Welt verbunden sein. Deshalb bin ich auch gerne in der Natur und liebe Tiere. Aber richtig vergleichen mit meiner Liebe zur Musik lässt sich das nicht. Musik fängt für mich dort an, wo Worte aufhören.

Das müssen Sie erklären.

Mit der Musik sind wir Menschen viel stärker verbunden als mit Worten. Vielleicht hat Liebe machen Ähnlichkeiten mit meiner Leidenschaft und meiner Neugierde für Musik.

Träumen Sie von Musik?

Ich erinnere mich selten an meine Träume und von Musik träume ich fast nie.

Hätten Sie mal wieder Lust, in einem Film mitzuspielen?

Nein. Der Film «Vitus» war eine tolle Erfahrung für mich und ich habe grössten Respekt vor der Schauspielkunst. Würde ich nochmals in einem Film spielen, dann könnte ich nur mich selber spielen. Aber dafür müsste ich wahrscheinlich ein Jahr Pause machen als Musiker und mich nur der Schauspielerei widmen.

Sind Sie verliebt?

Ja.

Spielt Ihre Freundin auch ein Instrument?

Sie spielte 10 Jahre lang Klavier. Es macht mich glücklich, wenn ich sie spielen höre.

Möchten Sie einmal Kinder haben?

Nicht jetzt, aber irgendwann einmal.

Fürchten Sie sich davor, im Alter nicht mehr Klavier spielen zu können?

Ja.

Zum Schluss der berühmte Self-Rating-Test: Sie benoten Ihr eigenes Talent von 0 Punkten, kein Talent, bis 10 Punkte, maximales Talent: Rock'n'Roller?

Meinen Sie als Musiker oder als Haltung? Ich würde sagen eine 7.

Fussballer?

8.

Liebhaber?

Wow, das ist sehr intim. Da müssten Sie eigentlich meine Freundin fragen. Ich versuche bescheiden zu sein und benote mich mit einer 8.

Gärtner?

Oh, 2.

Fotograf?

6. Ich fotografiere sehr gerne, aber ich beherrsche die Kamera zu wenig.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, welcher wäre das?

Wow, was wäre das Schönste von allem? Ich möchte eine lange und glückliche Karriere als Pianist erleben dürfen.

Und zum Schluss der Griff in seinen Rucksack: Er will jetzt eine Zigarette rauchen.

Zur Person: Toe Gheorghiu

Teo Gheorghiu (26) ist in Männedorf ZH geboren. Bereits mit neun Jahren zog er nach London, wo er an der Purcell School, einem Internat für musikalisch hochbegabte Kinder, studierte. Nach einem Abstecher nach Philadelphia (USA), wo er zwei Jahre das Curtis Institute besuchte, absolvierte an der Londoner Royal Academy of Music den Bachelor. Heute wird er an bedeutende Festivals eingeladen und spielt mit grossen Orchestern in Europa, Amerika und Asien. Er gehört zu den berühmtesten, wenn auch – laut Kritikern – nicht erfolgreichsten Nachwuchstalenten seiner Generation. Hierzulande geniesst er nach wie vor einen Sonderstatus, zurückgehend auf den Erfolg als «Vitus» (2006) im gleichnamigen Film von Fredi M. Murer. Gheorghiu lebt mit seiner Freundin in Fribourg.

Nächste Konzerte: «Ouvertüre» am 31. August und 2. September; Teo Gheorghiu spielt Robert Schumanns Klavierkonzert in a-Moll in der Neuen Oper in Fribourg.

«Bluewin»-Redaktor Bruno Bötschi spricht für das Frage-Antwort-Spiel «Bötschi fragt» regelmässig mit bekannten Persönlichkeiten. Bötschi hat viel Erfahrung mit Interviews. Für die Zeitschrift «Schweizer Familie» betreute er jahrelang die Serie «Traumfänger». Über 200 Persönlichkeiten stellte er dafür die Frage: Als Kind hat man viele Träume – erinnern Sie sich? Das Buch zur Serie «Traumfänger» ist im Applaus Verlag, Zürich, erschienen. Es ist im Buchhandel erhältlich.
Bild: zVg

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