Als KMU nachhaltig sein? Das ist gar nicht so schwierig

23.10.2018 - 10:07, Meret Meier, Nachhaltigkeitsblog

Es zahlt sich für Unternehmen in mehrfacher Hinsicht aus, die täglichen Abläufe des Betriebs nachhaltiger zu gestalten.
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Viele kleine und mittelgrosse Schweizer Unternehmen würden gerne nachhaltiger wirtschaften. Aber braucht es dazu unbedingt mehr finanzielle Mittel? Mit unseren Tipps nicht.

In der Schweiz bilden kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mehr als 99 Prozent der Unternehmen und sind für zwei Drittel der Arbeitsplätze im Land verantwortlich. Ohne diese Firmen gäbe es hierzulande also keine Wirtschaft. Gleichzeitig tragen KMU eine entsprechend grosse Verantwortung, wenn es um nachhaltiges Wirtschaften geht.

Doch geht das überhaupt, Wirtschaft mit Nachhaltigkeit? Mit relativ einfachen Umstellungen können Firmen ihrer Tätigkeit mehr Glaubwürdigkeit verschaffen, für eine zufriedenere Belegschaft sorgen und einen Nutzen fürs Klima herausholen. Ob Inhaberin/-in oder Mitarbeiter/-in: Weiterlesen lohnt sich.

Unterwegs sein und trotzdem an der Arbeit

Wenn Arbeitnehmende beruflich von A nach B gelangen müssen, produzieren sie oft einen CO₂-Ausstoss. Moderne Kommunikationstechnologien machen Autofahrten und Flüge aber oftmals überflüssig. Video-Konferenzen machen virtuelle Sitzungen möglich, was Reisezeit und Geld spart. Ausserdem sind sie einfach zu bedienen, benötigen kaum Installationsaufwand und sind je nach System kostenlos (beispielsweise Skype).

Natürlich kann so nicht jedes Meeting ersetzt werden, aber doch so manches, vor allem im Home Office (siehe unten). Davon ist auch Swisscom überzeugt. Deren Leiter Corporate Responsibility Res Witschi ist überzeugt: «Insgesamt hat die ICT-Branche das Potential, die CO₂-Emissionen weltweit um 16 Prozent zu reduzieren.»

Das Auto ist für viele Unternehmer nach wie vor das wichtigste Verkehrsmittel, denn es erlaubt die Flexibilität und Schnelligkeit, die von der Kundschaft erwartet wird. Doch gerade Kundenbesuche ohne schweres Material können durchaus mit dem öffentlichen Verkehr abgedeckt werden.

Hinzu kommt, dass die Fahrzeit als produktive Arbeitszeit genutzt werden kann, ein Hotspot übers Mobiltelefon gewährleistet die Verbindung zum Server im Geschäft. Gerade kleine Firmen können ihre Belegschaft zum Nutzen des öffentlichen Verkehrs motivieren und den Grundsatz «ÖV vor Geschäftsauto» in ihren Leitlinien verankern und damit viel bewirken.

Punkten mit der Wahl der Stromherkunft

Strom sparen heisst Kosten sparen. Mit einfachen Massnahmen können KMU ihre Energiekosten ohne Produktionseinbusse um 10 bis 15 Prozent senken. Der eigene Stromanbieter berät dabei auch Unternehmen, EnergieSchweiz ist ebenso eine kompetente Anlaufstelle.

Hinzu kommt die Wahl, woher der Strom aus der Steckdose kommen soll – oder technisch genauer: welche Art der Stromproduktion man begünstigen will. Erneuerbare Energiequellen wie Wasser, Wind und Sonne werden heute von den meisten Energieanbietern offeriert und sind finanziell tragbar.

Zeitliche und örtliche Flexibilität

Flexible Arbeitsformen ermöglichen gelebte Nachhaltigkeit. Dabei ist nicht nur zeitliche Flexibilität gefragt, sondern auch örtliche. Die meisten Firmen kennen inzwischen gleitende Arbeitszeit, also keine starren Anwesenheitsregimes. Nicht jedes Unternehmen ist dazu prädestiniert. Doch ein wenig unternehmerischer Mut ist heutzutage gefragt.

Besteht die Möglichkeit für Home Office? Kann die Anreise im Zug dank Laptop auch als Arbeitszeit genutzt werden? Oder als konkretes Beispiel: Wenn die Mitarbeiterin aus dem Aargau heute sowieso in Bern an einer Tagung ist, kann sie dann nicht den Rest des Tages in einem Coworking-Space oder einem Café arbeiten statt zurück ins Büro nach Zürich zu fahren und dann zwei Stunden später wieder nach Hause?

Diese geografische Flexibilität ist gewiss nicht für jeden Job und jeden Typ geeignet. Um zu erfahren, für welche Unternehmen sich flexible Arbeitsformen anbieten, hilft die Work Smart Initiative weiter.

Nachhaltig beschaffen und entsorgen

Erkundigen Sie sich bei ihren Lieferanten nach nachhaltigen Produkten, achten sie beim Entsorgen von Abfällen und Nebenprodukten auf korrekte Entsorgung? Damit erweisen Sie sich und Ihrer Umgebung schon einen grossen Dienst.

Wenn Zulieferbetriebe die Nachhaltigkeitsanforderungen eines KMU bereits erfüllen, können oft zusätzlich dazu Effizienzgewinne in der Produktion erzielt werden. So fallen beispielsweise weniger Abfälle an, die entsorgt werden müssen und Gebühren verursachen.

Nicht zu unterschätzen: Soziale Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit geht über Umweltschutz hinaus. Zufriedene Mitarbeitende, die produktiv und motiviert sind, gesund bleiben und mitdenken, leisten einen grossen Beitrag zur Nachhaltigkeit von Unternehmen.

führen zum Beispiel immer mehr Unternehmen auf freiwilliger Basis einen ihren Verhältnissen angepassten, bezahlten Vaterschaftsurlaub ein, budgetieren jährliche Weiterbildungen und Entwicklungsmöglichkeiten für die Belegschaft ein oder ermöglichen Ferienkauf.

Mehr Informationen rund um nachhaltiges Unternehmertum liefert der Kompass Nachhaltigkeit für KMU.

Über den Nachhaltigkeitsblog

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Meret Meier ist im Corporate Responsibility Team von Swisscom Expertin für soziale Verantwortung, Jugendmedienschutz und Kommunikation.
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