Jetzt surft die Schweiz noch umweltfreundlicher

Sascha Hardegger

26.8.2020 - 06:48

Die Elektroindustrie braucht viel Energie und Ressourcen. Swisscom sucht laufend neue Lösungen und engagiert sich für eine klimaneutrale Welt.
Bild: AdobeStock

Grüner Strom, Handy-Recycling, transparente Lieferketten: Swisscom wird zum klimaneutralen Betrieb. Dass es trotz grosser Erfolge noch viel zu tun gibt, und wie wichtig die Kundschaft dabei ist, erklärt Res Witschi, Head of Corporate Responsibility.

Internet und Digitalisierung machen viele Prozesse effizienter und klimafreundlicher. Die Elektroindustrie selbst ist jedoch sehr energie- und ressourcenintensiv. Das belastet die Umwelt.

Swisscom engagiert sich seit Jahren für eine fortschrittliche und ökologische Branche. Erst kürzlich hat das Magazin «World Finance» sie zum nachhaltigsten Telekomunternehmen der Welt ausgezeichnet.

Nun folgt der nächste Schritt: Das Unternehmen wird vollständig klimaneutral. Dafür minimiert es CO2-Emissionen soweit möglich und kompensiert den Rest. Für dieses Engagement verleiht die Organisation myclimate das Label «klimaneutrales Unternehmen».

Welche Massnahmen braucht es dazu, und was bedeutet das für die Kundinnen und Kunden von Swisscom? Res Witschi, Head of Corporate Responsibility bei Swisscom, klärt auf.

Res Witschi, warum surfen Ihre Kundinnen und Kunden jetzt noch umweltfreundlicher?

Zur Person: 
Bild: Swisscom

Res Witschi ist Leiter Corporate Responsibility bei Swisscom und Experte für Energie- und Umweltmanagement

Wir betreiben unser Netz seit zehn Jahren mit Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien. Gleichzeitig haben wir konsequent an unserer Energieeffizienz und am Klimaschutz gearbeitet. Jetzt gehen wir noch einen Schritt weiter: Ab dem Jahr 2020 ist unser gesamter Betrieb klimaneutral.

Stösst Swisscom jetzt also kein CO2 mehr aus?

Als klimaneutrales Unternehmen interessieren wir uns nicht nur für CO2, sondern für alle schädlichen Treibhausgase. Klimaneutralität bedeutet, dass unser Betrieb das Klima unter dem Strich nicht mehr belastet. Das heisst, wir reduzieren unsere Emissionen kontinuierlich. Den Rest kompensieren wir, indem wir Klimaschutzprojekte von myclimate fördern.

Welche Emissionen müssen konkret kompensiert werden?

Das betrifft nicht einzelne Bereiche. Wir reduzieren überall so viel wie möglich: In den letzten 30 Jahren haben wir den Anteil fossiler Energien um ganze 80 Prozent gesenkt. Dafür tauschen wir etwa alle Ölheizungen durch Wärmepumpen oder andere nachhaltige Varianten aus und beziehen seit zehn Jahren ausschliesslich Strom aus erneuerbarer Energie. Unsere Rechenzentren zählen zu den modernsten und nachhaltigsten in Europa – und neu sind auch unsere eigenen Produkte klimaneutral. Am Ende bleiben aber in vielen Bereichen gewisse Restemissionen, die wir kompensieren.

Ist ein Betrieb ganz ohne Treibhausgasemissionen nicht möglich?

Zumindest heute noch nicht. Wie andere grosse Unternehmen ist Swisscom Teil eines grösseren Systems und stark vernetzt mit Industrie, Infrastruktur sowie ihren Kundinnen und Kunden. Deshalb können wir nicht im Alleingang auf komplette Emissionsfreiheit umstellen. Sogar bei der Produktion von Solarstrom entstehen heute noch gewisse Emissionen, zum Beispiel in der Herstellung der Fotovoltaikmodule.

Die Swisscom TV-Box und die Internetrouter sind zu 100 Prozent klimaneutral. Swisscom motiviert die Partnerunternehmen in der Lieferkette, klimafreundlich zu produzieren.
Bild: Swisscom

Swisscom-Produkte wie Router und TV-Box sind nun aber vollständig klimaneutral?

Genau. Wir setzen bei unseren eigenen Produkten an und garantieren Klimaneutralität in der Herstellung. Dafür verfolgen wir die Lieferkette im Detail und ermitteln die Emissionen, um sie zu kompensieren. Unsere Zulieferer erfüllen strenge Qualitätsstandards, und wir machen Druck, dass auch sie die Emissionen ihres Betriebs kontinuierlich reduzieren. Das Nutzen und das Entsorgen unserer Produkte haben wir aber nicht direkt in der Hand. Hier sind wir auf die Kooperation unserer Kundinnen und Kunden angewiesen.

Inwiefern?

In der Produktion der TV-Box und der Router garantieren wir zwar Klimaneutralität. Wir können aber nur bedingt beeinflussen, mit welchem Strom die Geräte dann betrieben werden, und wie die Nutzerin oder der Nutzer sie entsorgt. Hier zählen wir auf alle Kundinnen und Kunden: Grüner Strom ist heute kaum teurer als grauer. Und zur Entsorgung schickt man die Geräte gratis an Swisscom zurück. Wir recyceln die Produkte so weit wie möglich und entsorgen den Rest fachgerecht. So engagieren wir uns für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.

Was können Kundinnen und Kunden sonst noch tun?

Viel! Erst im April hat eine vom BAFU in Auftrag gegebene Studie bestätigt, dass das Entsorgen von digitalen Geräten ein grosses Umweltrisiko darstellt. Deshalb bieten wir unseren Kundinnen und Kunden hier Hand, um nachhaltig zu entscheiden: Über das Programm Buyback verkaufen Sie gebrauchte Handys an Swisscom, über Mobile Aid spenden Sie sie für einen guten Zweck. Seit diesem Frühjahr verkaufen wir ausserdem auch Secondhand Handys.

Im Onlineshop von Swisscom findet sich neu eine grosse Auswahl an gebrauchten Smartphones. Erhältlich mit dem Abo oder als Einzelkauf.
Bild: Swisscom

Welches sind die nächsten Schritte?

Bis 2030 reduzieren wir die fossilen Energien um weitere zehn Prozent. Zudem ersetzen wir bis dann all unsere Dienstfahrzeuge durch elektrische Modelle. Wir arbeiten eng mit unseren Partnerunternehmen zusammen; auch die Kundschaft binden wir in den Wandel ein. Zum Beispiel mit der Swiss Climate Challenge: Der CO2-Tracker misst den persönlichen Fussabdruck und zeigt, wie man ihn reduziert. So gehen wir nicht nur als gutes Beispiel voran. Wir motivieren alle anderen mitzuziehen, damit wir gemeinsam unserer Vision einer klimaneutralen Welt einen Schritt näher kommen.

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Sascha Hardegger ist Head of Communications Strategy & Corporate Responsibility bei Swisscom.
Bild: Swisscom
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