«Haltlos», «sensationsgetrieben» Neue Epstein-Files veröffentlicht – darin kommt Trump vor

Sven Ziegler

23.12.2025

Jeffrey Epstein und Donald Trump kommen in den Akten vor.
Jeffrey Epstein und Donald Trump kommen in den Akten vor.
blue News Leserreporter

Die US-Justiz hat weitere tausende Dokumente aus der Untersuchung gegen Jeffrey Epstein veröffentlicht. In den Akten finden sich zahlreiche Verweise auf Donald Trump – konkrete Vorwürfe gegen den Präsidenten ergeben sich daraus jedoch nicht.

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Sven Ziegler, Agence France-Presse

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  • Das US-Justizministerium hat eine weitere umfangreiche Tranche von Epstein-Dokumenten öffentlich gemacht.
  • Die Unterlagen enthalten zahlreiche Verweise auf Präsident Donald Trump, vor allem aus Medienberichten und internen Notizen.
  • Das Justizministerium betont, dass sich darunter auch «unbelegte oder falsche Behauptungen» befinden.

Das U.S. Department of Justice hat erneut tausende Dokumente aus der Untersuchung gegen den verstorbenen Finanzier Jeffrey Epstein freigegeben. Die Akten wurden am späten Montagabend veröffentlicht und umfassen E-Mails von Staatsanwälten, Hinweise an Ermittlungsbehörden sowie Unterlagen rund um Epsteins Tod im Jahr 2019 in einem Gefängnis in Manhattan.

Es handelt sich um die jüngste Veröffentlichung in einer Serie von Aktenfreigaben, die vergangene Woche begonnen hatte. Der stellvertretende Justizminister Todd Blanche hatte angekündigt, dass die Unterlagen schrittweise in den kommenden Wochen publik gemacht werden sollen. Der US-Kongress hatte dafür eine Frist bis Ende vergangener Woche gesetzt.

Eine Auswertung der Dokumente durch die «New York Times» zeigt: In den Akten finden sich hunderte Verweise auf Donald Trump. In den meisten Fällen handelt es sich um Erwähnungen in Medienartikeln oder begleitenden Materialien, die Teil der Akten wurden. Einzelne Passagen befassen sich jedoch explizit mit dem Präsidenten.

Trump soll viel mit Epsteins Flieger unterwegs gewesen sein

Besondere Aufmerksamkeit erhielt eine interne E-Mail aus dem Januar 2020. Darin schrieb ein nicht namentlich genannter Bundesstaatsanwalt aus Manhattan, Flugprotokolle zeigten, dass Trump «deutlich häufiger als bisher bekannt» mit Epsteins Privatjet unterwegs gewesen sei. Laut dieser E-Mail soll Trump zwischen 1993 und 1996 auf acht Flügen als Passagier registriert gewesen sein.

Auf zwei dieser Flüge hätten sich demnach mögliche Zeugen im Strafverfahren gegen Ghislaine Maxwell an Bord befunden. Maxwell wurde 2021 in New York wegen Menschenhandels und weiterer Delikte verurteilt. In einer weiteren Passage ist von einem Flug die Rede, bei dem neben Epstein und Trump lediglich eine 20-jährige Person an Bord gewesen sei.

Andere Flüge sollen Trump gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau Marla Maples sowie mit seinen Kindern Tiffany und Eric angetreten haben. Die Namen möglicher Zeugen sowie Absender und Empfänger der E-Mail wurden geschwärzt. Trump wurde im Zusammenhang mit Epstein oder Maxwell nie strafrechtlich beschuldigt.

Eine Stellungnahme des Weissen Hauses lag zunächst nicht vor. Trump selbst versuchte jedoch, das Thema öffentlich zu relativieren. Bei einem Auftritt in seinem Anwesen Mar-a-Lago sprach er von einem politischen Ablenkungsmanöver. «Diese ganze Epstein-Sache ist ein Versuch, vom enormen Erfolg der Republikanischen Partei abzulenken», sagte Trump.

Zugleich warnte er davor, dass die Veröffentlichung von Bildern und Namen Unbeteiligten schaden könne. «Viele Menschen sind wütend, weil Fotos veröffentlicht werden von Leuten, die mit Epstein nichts zu tun hatten», sagte Trump. Allein die Anwesenheit bei einer Veranstaltung könne bereits den Ruf einer Person zerstören.

Aus den neuen Akten geht zudem hervor, dass Bundesstaatsanwälte im Jahr 2021 Unterlagen aus Mar-a-Lago beschlagnahmten. Konkret ging es um Beschäftigungsunterlagen im Zusammenhang mit dem Verfahren gegen Maxwell.

Die Dokumente enthalten darüber hinaus geschwärzte Steuerunterlagen Maxwells, Hinweise an das Federal Bureau of Investigation sowie interne Kommunikation aus dem Metropolitan Correctional Center in Manhattan, wo Epstein tot in seiner Zelle aufgefunden wurde.

Justizministerium spricht von «unwahren Behauptungen»

Bereits veröffentlichte Akten aus den vergangenen Tagen enthielten unter anderem Fotos von Ex-Präsident Bill Clinton mit Epstein sowie Aussagen aus geheimen Geschworenensitzungen. Trump erklärte, er bedaure die Veröffentlichung der Clinton-Bilder – obwohl er selbst zuvor angeordnet hatte, mögliche Verbindungen zwischen Clinton und Epstein prüfen zu lassen.

Das Justizministerium stellte am Dienstag klar, dass sich unter den freigegebenen Dokumenten auch «unwahre oder sensationsgetriebene Behauptungen» befänden, die vor der Wahl 2020 gegen Trump erhoben worden seien. Diese Vorwürfe seien «haltlos und falsch», teilte das Ministerium mit.

Opfer Epsteins und deren Anwälte reagierten unterdessen enttäuscht. Bereits die erste Aktenfreigabe sei stark geschwärzt gewesen und habe kaum neue Erkenntnisse geliefert.