Berüchtigte Anstalt in New YorkMaduro sitzt jetzt in einem Gefängnis, in dem «barbarische Zustände» herrschen
Sven Ziegler
4.1.2026
Schwer bewaffnete Polizisten am Samstagabend vor dem Metorpolian Detention Center.
KEYSTONE
Nach seiner Festnahme sitzt Venezuelas Präsident Nicolás Maduro in einer berüchtigten Haftanstalt in New York. Das Metropolitan Detention Center in Brooklyn ist seit Jahren wegen problematischer Haftbedingungen in der Kritik.
Nach seiner Festnahme durch US-Behörden ist Nicolás Maduro in das Metropolitan Detention Center in New York überführt worden. Dort wartet der venezolanische Präsident gemeinsam mit seiner Frau Cilia Flores auf seinen Prozess.
Die Haftanstalt im Stadtteil Brooklyn steht seit Jahren wegen problematischer Zustände in der Kritik. Wie das US-Portal «Axios» berichtet, gilt das Gefängnis als baufällig, unhygienisch und personell unterbesetzt. Insassen hätten wiederholt über schwierige Haftbedingungen geklagt. In einzelnen Fällen hätten US-Richter Haftstrafen verkürzt oder Haftantritte angepasst, um den Umständen Rechnung zu tragen.
«Besonders problematisches Gefängnis»
Berichte nennen unter anderem mangelhafte Verpflegung, unzureichende medizinische Betreuung sowie Sicherheitsprobleme innerhalb der Anstalt. Auch Vorwürfe über Gewaltanwendung durch Aufsichtspersonal wurden in der Vergangenheit öffentlich.
«Auch Maden im Essen sind keine Seltenheit. Es herrschen barbarische Zustände.»
Früherer Insasse
Nach Angaben der US-Gefängnisbehörde sind im Metropolitan Detention Center derzeit rund 1300 Häftlinge untergebracht. Die Einrichtung ist für Männer und Frauen ausgelegt, kämpft laut Medien jedoch seit längerem mit Personalmangel.
Auch die britische Zeitung «The Independent »beschreibt das Gefängnis als besonders problematisch. Demnach kommt es dort immer wieder zu Gewalttaten unter Insassen, darunter auch tödliche Messerangriffe. In den vergangenen Jahren seien mehrere Häftlinge ums Leben gekommen, teilweise durch Suizid.
Mehrere frühere prominente Insassen
Ehemalige und aktuelle Insassen berichten zudem von erheblichen hygienischen Mängeln. In Medienberichten ist von Ungeziefer, defekten Einrichtungen und verdorbenem Essen die Rede.
Ein Häftling schilderte gegenüber dem Sender Spectrum News NY1 Zustände, in denen es «mehrmals pro Woche zu Messerstechereien» komme; auch Maden im Essen seien keine Seltenheit. «Es herrschen barbarische Zustände», sagt der ehemalige Häftling.
Kritik kommt nicht nur von Insassen und Menschenrechtsorganisationen, sondern auch aus der US-Justiz. Mehrere Bundesrichter hätten in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass die Haftbedingungen für Untersuchungshäftlinge kaum zumutbar seien.
Ein früherer Leiter der Bundesverteidiger in New York sagte laut «The Independent», im MDC träfen «alle bekannten Probleme eines Gefängnisses gleichzeitig aufeinander – von fehlender medizinischer Versorgung über hygienische Missstände bis hin zu Gewalt». Die Zustände seien seit Jahren bekannt, hätten sich jedoch kaum verbessert.
Maduro reiht sich damit in eine Liste prominenter Insassen ein. In dem Gefängnis sassen oder sitzen unter anderem der verurteilte Betrüger Sam Bankman-Fried sowie weitere bekannte Angeklagte aus Politik, Wirtschaft und Unterhaltung.