«Sie wollen mich wohl veräppeln» Neue Fotos mit Epstein bringen Trump in Erklärungsnot

Dominik Müller

23.7.2025

Nach Epstein-Artikel: US-Zeitung darf nicht auf Trump-Reise

Nach Epstein-Artikel: US-Zeitung darf nicht auf Trump-Reise

Das Weisse Haus schliesst das «Wall Street Journal» von der Präsidentenreise nach Schottland aus. Die US-Zeitung hatte vor Tagen einen Artikel über Trump und den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlicht.

23.07.2025

Neue Fotos und Videos belegen, dass Jeffrey Epstein 1993 bei Donald Trumps Hochzeit anwesend war. Auch weitere gemeinsame Auftritte der beiden werfen Fragen auf.

Dominik Müller

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Archivfotos und -videos zeigen Donald Trump in den 1990er-Jahren in freundschaftlichem Kontakt mit Jeffrey Epstein.
  • Trump reagierte auf die Enthüllungen mit Ablehnung und bezeichnete die Berichterstattung als «Fake News».
  • Innerhalb der Republikanischen Partei wächst der Druck, die geheimen Ermittlungsakten zu Epstein offenzulegen.

Kein Tag vergeht, an dem Donald Trumps Verwicklung im Fall des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein keine Schlagzeilen macht. Das jüngste Kapitel: Neu aufgedecktes Archiv-Videomaterial und Fotos enthüllen neue Details über Trumps frühere Beziehung zu Epstein.

Die Fotos aus dem Jahr 1993, die der US-Sender «CNN» nun veröffentlicht hat, bestätigen zum ersten Mal, dass Epstein bei Trumps Hochzeit mit Marla Maples im Jahr 1993 dabei war. Die Anwesenheit Epsteins bei der Zeremonie im Plaza Hotel war bisher nicht bekannt.

Darüber hinaus zeigen Aufnahmen von einer Victoria's Secret-Modenschau in New York aus dem Jahr 1999, wie Trump und Epstein vor dem Laufsteg-Event zusammen lachen und sich unterhalten. «CNN» entdeckte das Rohmaterial bei der Durchsicht von Archivvideos.

«Aus Zusammenhang gerissene Ausschnitte»

Der Fall Epstein beschäftigt die USA seit Wochen und offenbarte Risse zwischen Trump und seinem Gefolge. Der Grund: Im Fall des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, der 2019 tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden wurde, hatte Trump einst versprochen, Licht ins Dunkel zu bringen und die geheimen Ermittlungsakten zu veröffentlichen. Doch davon wollte Trump plötzlich nichts mehr wissen und beschimpfte seine Anhänger sogar als «Schwächlinge».

Warum ist der Fall Epstein besonders?

  • Der Fall verknüpft schwerste Sexualverbrechen mit den obersten Kreisen der amerikanischen Elite. Finanzier Jeffrey Epstein, ein vielfacher Millionär, soll zwischen 2002 und 2005 minderjährige Mädchen – teils erst 14 Jahre alt – mit Geld angelockt und unter anderem in New York, Florida und auf seiner Privatinsel sexuell missbraucht haben. Unterstützt wurde er dabei von seiner langjährigen Partnerin Ghislaine Maxwell, die später verurteilt wurde.
  • Epstein pflegte enge Kontakte zu Prominenten: Bill Clinton, Bill Gates, Prinz Andrew – aber auch Michael Jackson, Stephen Hawking und David Copperfield tauchten laut Gerichtsakten bei zumindest einer Veranstaltung von ihm auf. Videos zeigen auch Epstein und Trump beim Feiern.

Auf die neuen Aufnahmen angesprochen sagte der US-Präsident am Dienstag in einem Telefonat mit «CNN»: «Sie wollen mich wohl veräppeln», bevor er «CNN» wiederholt als «Fake News»-Medium bezeichnete und auflegte.

Der Kommunikationschef des Weissen Hauses, Steven Cheung, liess verlauten: «Das sind nichts weiter als aus dem Zusammenhang gerissene Ausschnitte aus harmlosen Videos und Bildern von weithin besuchten Veranstaltungen, um auf ekelhafte Weise auf etwas Ruchloses zu schliessen.»

Demonstranten fordern in Dallas, Texas, die Veröffentlichung der Ermittlungsakten in der Affäre um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Demonstranten fordern in Dallas, Texas, die Veröffentlichung der Ermittlungsakten in der Affäre um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
IMAGO/ZUMA Press Wire

«Die Leute wollen die Informationen»

Zumindest die Republikanerin Marjorie Taylor Greene, eine besonders radikale Vertreterin des MAGA-Flügels, scheinen diese Statements nicht zu besänftigen: «Das ist ein ernstes Thema», sagte sie am Dienstag vor Reportern. «Die Leute wollen die Informationen. Sie wollen nicht, dass Dinge vertuscht werden.»

Der Streit über die Offenlegung der Akten schaukelt sich derweil auch im US-Repräsentantenhaus hoch. Um eine Abstimmung über die Freigabe der Akten zu verhindern, will der republikanische Chef des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, die Abgeordneten vorzeitig – schon heute und nicht erst am Freitag – in die Sommerpause schicken.


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