Video zeigt Beschlagnahmung von Tanker durch US-Truppen
Ein Öltanker unter russischer Flagge sorgt im Nordatlantik für Aufregung. Der Frachter soll vor der US-Blockade geflohen sein. Moskau entsendet ein U-Boot zum Schutz, die US-Küstenwache beginnt dennoch mit der Beschlagnahmung.
07.01.2026
Ein Öltanker unter russischer Flagge sorgt im Nordatlantik für Aufregung. Der Frachter soll vor der US-Blockade geflohen sein. Moskau entsendet ein U-Boot zum Schutz, die US-Küstenwache beginnt dennoch mit der Beschlagnahmung.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Die USA versuchen offenbar, den venezolanischen Öltanker «Bella-1» nach wochenlanger Verfolgung zu beschlagnahmen.
- Das Schiff entging zuvor Enter-Versuchen der Küstenwache und passierte eine US-Seeblockade.
- Der Einsatz erfolgt durch US-Militär und Küstenwache – diplomatische Spannungen drohen.
Dieser Artikel wurde zuletzt um 19.05 Uhr aktualisiert.
Das US-Militär hat einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker beschlagnahmt. Der Zugriff im Nordatlantik sei wegen «Verstössen gegen US-Sanktionen» auf Anordnung eines Bundesgerichts erfolgt, teilte das Europa-Kommando der US-Streitkräfte (Eucom) mit.
Zuvor berichtete die Nachrichtenagentur Reuters, dass die Vereinigten Staaten nach Angaben aus US-Regierungskreisen eine Operation zur Beschlagnahmung eines venezolanischen Öltankers eingeleitet haben.
In der Zwischenzeit hat das US-Militär bestätigt, das Schiff wegen Verstoss gegen US-Sanktionen «beschlagnahmt» zu haben. Das US-Militär hat eine entsprechende Erklärung auf X veröffentlicht.
Laut «New York Times» sind Beamte der US-Küstenwache mittlerweile an Bord des Tankers. Bei der Operation seien sie weder auf Widerstand noch auf Feindseligkeiten gestossen. Die Zeitung beruft sich bei den Details auf einen Beamten, der nur unter der Bedingung der Anonymität über den Einsatz sprach.
Das Schiff, das ursprünglich unter dem Namen «Bella-1» fuhr, war über mehr als zwei Wochen hinweg über den Atlantik verfolgt worden, nachdem es sich auf dem Weg zu seinem ursprünglichen Ziel Venezuela US-Massnahmen entzogen hatte.
Die Beschlagnahmung des Tankers könnte die Spannung zwischen Russland und den USA erhöhen. Regierungsquellen sollen gegenüber Reuters bestätigt haben, dass sich zum Zeitpunkt der US-Massnahmen Schiffe der russischen Marine in der näheren Umgebung befunden haben. Darunter sei auch ein U-Boot gewesen.
Zuvor soll die «Bella-1» – noch mit anderem Namen auf dem Weg nach Venezuela – plötzlich den Kurs geändert haben, um der Durchsuchung durch die US-Küstenwache zu entgehen, wie das «Wall Street Journal» und der Sender CBS berichteten.
Dass Russland eine Schutzflotte für den Tanker entsendet habe, wurde zuvor von der Nachrichtenagentur PA berichtet. Ein britisches Aufklärungsflugzeug soll entlang der Route des Schiffes unterwegs gewesen sein.
Weder das Weisse Haus noch die britische Regierung antworteten konkret auf Nachfragen. «Die USA sind der wichtigste Verteidigungs- und Sicherheitspartner des Vereinigten Königreichs», sagte ein Sprecher des britischen Premierministers Keir Starmer.
Russland betrachtet die Lage mit Sorge
US-Präsident Donald Trump hatte bereits vor der militärischen Operation in Venezuela mit der Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro eine Seeblockade für sanktionierte Öltanker angeordnet, die Richtung Venezuela steuern oder einen Hafen des rohstoffreichen Landes verlassen.
«The Marinera» soll den Berichten zufolge zuvor als «Bella 1» Öl aus Venezuela und dem Iran transportiert haben. Russland wird von den westlichen Alliierten beschuldigt, alte Tanker zu nutzen, um Sanktionen zu umgehen.
Das Aussenministerium in Moskau hatte der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge mitgeteilt, Russland betrachte die aussergewöhnliche Situation mit Besorgnis.
Das Schiff befahre derzeit unter der Flagge der Russischen Föderation in Übereinstimmung mit den Normen des internationalen Seerechts die Gewässer des Nordatlantiks.
Aus unverständlichen Gründen schenkten das US-Militär und die Nato seinem zivilen Status nicht angemessene erhöhte Aufmerksamkeit, hiess es. Schon seit einigen Tagen folge dem Tanker ein Schiff der US-Küstenwache, obwohl er ungefähr 4000 Kilometer von der US-Küste entfernt sei.
Das russische Aussenministerium fordert eine ungehinderte Heimkehr der Seeleute auf dem von der US-Marine im Nordatlantik aufgebrachten Öltanker. Man verfolge die Lage auf der «Marinera» aufmerksam, teilte das Ministerium in Moskau nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen mit. Das US-Militär benutzt für den Tanker den Namen «Bella-1», so hiess es vor einer Umbenennung.
«Angesichts der Berichte, dass russische Bürger zur Besatzung gehören, verlangen wir von der amerikanischen Seite, ihre humane und würdige Behandlung sicherzustellen, ihre Rechte und Interessen strikt zu wahren und eine schnellstmögliche Rückkehr in die Heimat nicht zu behindern», hiess es.
Das russische Verkehrsministerium kritisierte das US-Vorgehen unter Verweis auf die UN-Seerechts-Konvention von 1982. Demnach habe kein Staat das Recht, in internationalen Gewässern die freie Fahrt ordnungsgemäss registrierter Schiffe zu behindern. Der Tanker habe am 24. Dezember eine vorläufige Erlaubnis erhalten, unter russischer Flagge zu fahren, hiess es. Diese sei ordnungsgemäss und nach internationalem Recht erteilt worden.
Dem «Wall Street Journal» zufolge wollte der Tanker ursprünglich in Venezuela anlegen und soll derzeit ohne Fracht unterwegs sein.
Nach der Kursänderung soll die US-Küstenwache dem Schiff gefolgt sein – erst dann soll die Besatzung die russische Flagge auf die Seite des Schiffes gemalt und die Registrierung geändert haben.
Mit Agenturmaterial.
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