Epstein-Akten empören US-Präsidenten Trump pestet gegen den «schlimmsten Abschaum der Welt»

SDA

28.7.2025 - 18:53

Aus seiner Abscheu gegenüber den Ermittlungen im Fall Jeffrey Epstein macht US-Präsident Donald Trump keinen Hehl.
Aus seiner Abscheu gegenüber den Ermittlungen im Fall Jeffrey Epstein macht US-Präsident Donald Trump keinen Hehl.
Bild: EPA / Tolga Akmen / Pool

Donald Trump befürchtet, die Demokraten nutzen die Epstein-Affäre, um ihn zu diskreditieren. Der US-Präsident wählte deshalb deftige Worte. Vage blieb er indes in Bezug auf eine mögliche Begnadigung, die selbst in den eigenen Reihen höchst umstritten ist.

Keystone-SDA

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  • Zuletzt gerieten neue Unterlagen über die Ermittlungen im Fall Jeffrey Epstein an die Öffentlichkeit.
  • Darin tauchte auch der Name von US-Präsident Donald Trump auf.
  • Der Republikaner sieht darin eine Schmutzkampagne der Demokraten, über die er sich nun wortgewaltig echauffierte.

US-Präsident Donald Trump hat in der Affäre um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein den gegnerischen Demokraten unterstellt, ihn gezielt mit den Ermittlungen in Verbindung zu bringen. Die fraglichen Unterlagen seien «vom Feind» und «vom schlimmsten Abschaum der Welt» geführt worden, sagte der Republikaner über die Vorgängerregierung unter Joe Biden.

Es sei leicht, im Nachhinein «etwas Falsches in die Akten zu tun», sagte Trump bei einem Treffen mit dem britischen Premierminister Keir Starmer in Schottland.

Der US-Präsident schloss auch weiterhin nicht aus, die Epstein-Vertraute Ghislaine Maxwell zu begnadigen. Er sei als Präsident dazu befugt, bislang habe ihn aber niemand deswegen angesprochen, sagte er. In den Nachrichten werde über das Thema berichtet, «aber im Moment wäre es unangemessen, darüber zu sprechen», sagte Trump. Ähnlich hatte er sich bereits zuvor geäussert.

Begnadigung wäre höchst brisant

Wegen dieser vagen Aussagen wird in den USA darüber spekuliert, ob Trump tatsächlich eine Begnadigung Maxwells in Betracht ziehen könnte. Politisch wäre ein solcher Schritt allerdings höchst brisant – auch mit Blick auf sein eigenes Lager. Trump betonte, dass er sich lieber anderen Themen widmen wolle.

«Wir wollen uns auf Handelsabkommen konzentrieren», sagte er auch mit Blick auf die jüngst geschlossene Vereinbarung mit der Europäischen Union. Epstein bezeichnete er als «sehr umstrittenen Typen». Er sei aber «nicht mehr da».

Ghislaine Maxwell gilt als eine der engsten Vertrauten von Jeffrey Epstein. (Archivfoto)
Ghislaine Maxwell gilt als eine der engsten Vertrauten von Jeffrey Epstein. (Archivfoto)
Chris Ison/PA Wire/dpa

Epstein, der über viele Jahre systematisch Minderjährige missbraucht hatte, beging 2019 mit 66 Jahren in seiner Gefängniszelle nach offiziellen Angaben Suizid. Maxwell wurde im Sommer 2022 zu 20 Jahren Haft verurteilt und sitzt seither im Gefängnis. Sie hatte eine zentrale Rolle beim Aufbau eines Rings zum sexuellen Missbrauch von Mädchen gespielt.

Ein US-Präsident darf die Strafen von nach Bundesrecht verurteilten Personen verkürzen oder sie ganz begnadigen. Trump hat von dieser Befugnis in seiner zweiten Amtszeit bereits umfangreich Gebrauch gemacht – besonders zugunsten seiner Unterstützer, die wegen der Attacke auf das Kapitol am 6. Januar 2021 verurteilt worden waren.

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