Geburtstagsgeschenk für Sexualstraftäter Trump und Clinton geraten in Epstein-Affäre unter Druck

tjnj

25.7.2025 - 21:22

Donald Trump (ganz links) und Bill Clinton (zweiter von rechts) wird von ihren jeweiligen politischen Gegnern eine Nähe zu Sexualstrafstäter Jeffrey Epstein nahegelegt. (Archivbild)
Donald Trump (ganz links) und Bill Clinton (zweiter von rechts) wird von ihren jeweiligen politischen Gegnern eine Nähe zu Sexualstrafstäter Jeffrey Epstein nahegelegt. (Archivbild)
Bild: Alex Brandon / Pool via CNP / IMAGO / Newscom World

Sowohl Donald Trump als auch Bill Clinton waren 2003 an einem Geburtstagsgeschenk für Jeffrey Epstein beteiligt, berichten US-Medien. Trump dementiert, verweist stattdessen auf Clinton. Der schweigt.

DPA, tjnj

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Donald Trump und Bill Clinton stehen unter Druck, weil sie im Rahmen eines Geburtstagsgeschenks für Jeffrey Epstein Gratulationsschreiben für den Sexualstraftäter verfasst haben sollen.
  • Trump streitet ab der Urheber des Schreibens zu sein und impliziert, Clinton sei der wahre Schuldige.
  • Ein Sprecher Clintons verweigerte eine Aussage und verwies auf ein altes Statement, in dem Clinton bekräftigte, keine Verbindungen mehr zu Epstein unterhalten und von dessen Verbrechen nichts gewusst zu haben.
  • Beide Männer streiten ab, jemals auf Epsteins Privatinsel gewesen zu sein, auf der der Finanzier viele seiner Verbrechen begangen hatte.

Zwei Erzfeinde, ein ähnliches Problem: Sowohl US-Präsident Donald Trump als auch Ex-Präsident Bill Clinton werden wiederholt Verbindungen zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein vorgeworfen. Trump beherrscht seit Wochen die Schlagzeilen wegen seines fragwürdigen Umganges mit der Affäre.

Anhänger*innen des Republikaners kritisieren Trump scharf, weil er entgegen einem Wahlkampfversprechen die sogenannten Epstein-Akten, die Ermittlungen in dem Fall beinhalten sollen, die möglicherweise auch Prominente belasten, noch nicht öffentlich gemacht hat.

Trump schoss gegen seine eigene Basis und versprach schliesslich eine Teilveröffentlichung der Akten. Das Thema verfolgt ihn aber immer noch. Man solle über Bill Clinton sprechen, sagte der Republikaner vor Journalisten nun vor seinem Abflug zu einem mehrtägigen Aufenthalt in Schottland. Zugleich sagte er zur Epstein-Causa: «Ich habe nichts mit diesem Mann zu tun.»

Trump lenkt ab, Clinton schweigt

Zuletzt hatte das «Wall Street Journal» einen Beitrag Trumps zu einem Geburtstagsgeschenk für Epstein veröffentlicht, das dessen Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell 2003 für ihn zusammengestellt hatte. Später tauchte auch ein Schreiben Bill Clintons auf, das ebenfalls Teil des Geschenks gewesen sein soll. Darauf spielt Trump mit seiner Aussage an. 

Trump bestreitet, der Urheber des Schreibens, das dem «Wall Street Journal» vorliegt, zu sein. Ein Sprecher Bill Clintons verweigerte eine Aussage und verwies auf ein sechs Jahre altes Statements des ehemaligen Präsidenten.

Ein Clinton-Sprecher hatte 2019 angegeben, der Demokrat habe seit mehr als einem Jahrzehnt nichts mehr mit Epstein zu tun gehabt und wisse nichts über die von diesem begangenen Verbrechen.

Finanzier Epstein, der über viele Jahre systematisch Minderjährige missbraucht hatte, beging 2019 mit 66 Jahren in seiner Gefängniszelle nach offiziellen Angaben Suizid.

Trump und Clinton streiten Besuch auf Epsteins Insel ab

Epstein besass eine Privatinsel in der Karibik namens Little St. James, die auch ein Tatort gewesen sein soll. Trump sagte zu Journalisten nun vor seinem Abflug nach Schottland: «Ich war noch nie auf der Insel.» Und behauptete zugleich: Clinton viele Male. 

Dessen Sprecher hatte 2019 hingegen erklärt, Clinton sei «nie auf Little St. James Island, Epsteins Ranch in New Mexico, oder in seiner Residenz in Florida» gewesen.

Clinton habe 2002 und 2003 insgesamt vier Reisen mit Epsteins Flugzeug unternommen – auch im Kontext der Arbeit seiner Stiftung. 2002, so der Sprecher, habe es ein Treffen mit Epstein in dessen Büro in Harlem gegeben, und etwa zur gleichen Zeit sei Clinton mit einem Mitarbeiter und Leibwächtern bei einem Besuch in Epsteins New Yorker Wohnung gewesen.

Sowohl Donald Trump als auch Bill Clinton sahen sich in der Vergangenheit mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontiert. Verurteilt worden ist keiner von beiden.