Trumps Ex-Wahlkampfleiter dementiert Bericht über Treffen mit Assange

dpa/SDA

28.11.2018 - 01:14

Donald Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager Paul Manafort ( hier in der Mitte einer Zeichnung des Gerichtsverfahrens) soll sich mehrmals mit dem Wikileaks-Gründer .
Source: Keystone/AP/Dana Verkouteren

Donald Trumps Wahlkampfmanager Paul Manafort soll den Wikileaks-Gründer getroffen haben – wenige Monate bevor Wikileaks von russischen Agenten erbeutete E-Mails der US-Demokraten veröffentlichte.

Donald Trumps früherer Wahlkampfmanager Paul Manafort hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach er sich dreimal mit Wikileaks-Gründer Julian Assange getroffen haben soll. «Diese Geschichte ist völlig falsch und absichtlich verleumderisch», heisst es in einer Stellungnahme Manaforts, die er am Dienstag in Washington über seinen Sprecher Jason Maloni verbreitete.

Er prüfe alle denkbaren rechtlichen Schritte gegen die britische Zeitung «The Guardian». Diese habe die Geschichte auch dann nicht zurückgenommen, als seine Vertreter die Journalisten darauf hingewiesen hätten, dass der Bericht fehlerhaft sei. Auch Wikileaks hatte den Bericht dementiert.

Wikileaks schrieb auf Twitter, bei dem Bericht des «Guardian» handle es sich um «eines der grössten Nachrichtendesaster seit Veröffentlichung der (angeblichen) Hitler-Tagebücher durch den «Stern»». Wikileaks forderte «Guardian»-Chefredaktorin Katharine Viner zum Rücktritt auf.

Drei Treffen von Manafort mit Assange

Der «Guardian» hatte berichtet, dass Manafort sich dreimal mit Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London getroffen habe, zuletzt im März 2016. Wochen später veröffentlichte Wikileaks gehackte E-Mails der US-Demokraten, die Trumps damalige Gegenkandidatin im Rennen um die Präsidentschaft, Hillary Clinton, in ein schlechtes Licht rückten und ihr im Wahlkampf schadeten. Trump selbst hatte im Wahlkampf Wikileaks, eigentlich ein Rotes Tuch für US-Sicherheitskreise, mehrfach gelobt.

Assange, der seit Jahren in der Botschaft Ecuadors in London ausharrt, hatte stets dementiert, dass die gestohlenen E-Mails von irgendeiner staatlichen Stelle an Wikileaks gingen. US-Geheimdienste beschuldigen Russland, hinter den Hackerangriffen auf die Demokraten zu stehen.

Der 47-jährige Assange hat in der diplomatischen Vertretung in London Unterschlupf gesucht, weil er eine Auslieferung in die USA und eine Anklage dort fürchtete. Vor wenigen Tagen war durch einen Zufall bekanntgeworden, dass wohl versiegelte Anklageschriften gegen ihn in den USA existieren. Wikileaks klagte vor einem Gericht im Bundesstaat Virginia auf die Öffnung der angeblich versiegelten Dokumente.

Die US-Regierung argumentiert ihrerseits, die angeblichen Dokumente seien kein Beweis dafür, dass es tatsächlich eine Anklage gegen Assange gebe. Eine Entscheidung in der Sache habe ein Richter in der Stadt Alexandria nahe Washington auf nächste Woche verschoben, berichtete die «Washington Post» am Dienstag.

Ermittler in Russland-Untersuchung belogen

Erst am Montag war bekannt geworden, dass Sonderermittler Robert Mueller Manafort beschuldigt, die Ermittler in der Russland- Untersuchung belogen zu haben. Manafort hatte sich in einem Gerichtsverfahren, das mit seiner früheren Beratertätigkeit in der Ukraine zusammenhängt, schuldig bekannt und war einen «Plea Deal» eingegangen, also eine Vereinbarung mit der Justiz. Laut seinen Anwälten traf er sich mehrfach mit den Ermittlern um Mueller. Dieser untersucht, ob es bei den mutmasslich russischen Einflussversuchen auf den Präsidentschaftswahlkampf 2016 geheime Absprachen zwischen Mitgliedern von Trumps Wahlkampteam und russischen Vertretern gab.

Trumps Wahlkampflager hatte am 28. März 2016 bekannt gegeben, dass Manafort Teil des Teams wird. Am 20. Juni machte Trump ihn dann zum Wahlkampfmanager. Im selben Monat nahm Manafort an einem Treffen mit einer russischen Anwältin im Trump Tower in New York teil, um das sich viele Fragen ranken.

Der älteste Sohn des heutigen Präsidenten, Donald Trump Jr., hatte der Begegnung mit der Anwältin zugestimmt, weil ihm kompromittierendes Material über die Konkurrentin seines Vaters, Hillary Clinton, versprochen worden war. In einer E-Mail an Trump Jr. ist von einem Versuch der russischen Regierung die Rede, dem älteren Trump zu helfen. Neben Trump Jr. und Manafort nahm auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner an dem Treffen teil.

Trump wollte sich in einem Interview der «Washington Post» am Dienstag nicht zu den Vorwürfen gegen Manafort äussern.

Ein weiterer früherer Wahlkampfmitarbeiter Trumps, George Papadopoulos, trat am Montag eine zweiwöchige Haftstrafe wegen Falschaussage an. Papadopoulos hatte zugegeben, das FBI über seine Russland-Kontakte belogen zu haben. Er hatte während des Wahlkampfs 2016 versucht, ein Treffen zwischen Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin zu arrangieren

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