Coronavirus

WHO stuft Covid-19 als Pandemie ein — Tessin ruft den Notstand aus

Agenturen/red/toko

11.3.2020

Die Weltgesundheitsorganisation hat das Coronavirus als Pandemie eingestuft. In der Schweiz gibt es ein viertes Todesopfer, unterdessen hat die Tessiner Regierung den Notstand ausgerufen. Die wichtigsten Ereignisse des Tages im Überblick.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Verbreitung des neuartigen Coronavirus als Pandemie eingestuft. Angesichts der weltweiten Ausbreitung des Erregers sei er «tief besorgt» über das «alarmierende Niveau der Untätigkeit» im Kampf gegen das Virus, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.

Weltweit infizierten sich seit Ende Dezember laut Zählung der Nachrichtenagentur AFP bereits mehr als 124'000 Menschen mit dem Coronavirus, mehr als 4500 Menschen starben.

Die WHO definiert eine Pandemie als eine Situation, in der die gesamte Weltbevölkerung potenziell einem Erreger ausgesetzt ist — und das Risiko besteht, dass «ein Teil von ihr erkrankt». Die Einstufung als Pandemie sagt aber nichts darüber aus, wie ansteckend oder tödlich die jeweilige Krankheit ist.

Die Tessiner Regierung hat bis zum 29. März gen Notstand ausgerufen.
Bild: KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay (Symbolbild)

In der Schweiz hat das Coronavirus unterdessen ein viertes Todesopfer gefordert. Ein 54 Jahre alter Mann starb am Mittwoch im Spital Bruderholz in Baselland. Während die Zahl der Infizierten auf 645 Fälle anstieg, rief die Tessiner Regierung noch am selben Tag den Notstand aus und schloss alle nicht-obligatorischen Schulen. Der Notstand gelte bis 29. März.

Das öffentliche Leben dürfte dadurch massiv eingeschränkt werden. So schliessen alle privaten und öffentlichen Schulen im Kanton, welche eine Ausbildung nach der obligatorischen Schulzeit anbieten. Daneben werden ab Mitternacht auch sämtliche Kinos, Theater, Schwimmbäder, Diskotheken, Sportzentren und ähnliches geschlossen.


Die wichtigsten Ereignisse des Tages Überblick:

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet die Verbreitung des neuen Coronavirus als Pandemie.
  • Die Grenze zu Italien bleibt geöffnet, der Bund schliesst aber einzelne Übergänge, um den Verkehr zu kanalisieren.
  • Im Kanton Basel-Landschaft ist ein 54-jähriger Mann am Coronavirus gestorben. Es ist das vierte Todesopfer in der Schweiz.
  • In der Schweiz gibt wurden insgesamt 645 Personen positiv getestet.
  • Die Regierung des Tessin hat den Notstand ausgerufen
  • Die Swiss streicht alle Flüge von und nach Italien bis Anfang April.
  • Österreich stellt den Zugsverkehr mit Italien ein.
  • In der chinesischen Stadt Wuhan, wo das Virus auftrat, normalisiert sich die Lage allmählich.

21.30 Uhr: G7-Aussenminister treffen sich nur virtuell

Das anstehende Treffen der Aussenminister der G7-Staaten Ende März wird wegen der Ausbreitung des Coronavirus nur virtuell abgehalten.

Das US-Aussenministerium teilte am Mittwoch in Washington mit, aus Vorsicht habe man entschieden, auf das geplante Treffen am 24. und 25. März in Pittsburgh zu verzichten und stattdessen nur per Videoschalte zu konferieren.

Die USA sind in diesem Jahr Gastgeber des G7-Gipfels der sieben grossen Industriestaaten und damit auch für die Vorbereitungstreffen zuständig. Der eigentliche G7-Gipfel ist für Mitte Juni angesetzt. Das Coronavirus breitet sich weltweit rasant aus. Auch in den USA war die Zahl der Infektionen zuletzt sprunghaft gestiegen.

21.00 Uhr: Ausverkauf an Wall Street verschärft sich

Nach einem Tag der Erholung hat sich zur Wochenmitte an den US-Börsen erneut Panik breit gemacht. Angesichts der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus trennten sich Anleger in grossem Stil von Aktien. Der Leitindex Dow Jones Industrial weitete im Tagesverlauf die Verluste immer mehr aus und schloss 5,86 Prozent niedriger bei 23'553,22 Punkten. In den vergangenen drei Wochen wurden somit die Kursgewinne mehr als eines Jahres zunichte gemacht.

20.20 Uhr: Rund 100 Schweizer sitzen auf den Malediven fest

Alle Inseln der Malediven-Gruppe wurden unter Quarantäne gestellt. Davon sind offenbar auch zahlreiche Urlauber aus der Schweiz betroffen. Wie «20 Minuten» unter anderem unter Berufung auf das EDA berichtet, sitzen derzeit insgesamt 99 Schweizer Bürgerinnen und Bürger auf zwei Inseln der Malediven fest. Demnach stünden die Urlauber mit dem Honorarkonsulat in Malé in Kontakt.

19.35 Uhr: Israel verbietet Versammlungen von mehr als 100 Menschen

Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus hat Israel Versammlungen von mehr als 100 Menschen verboten. «Wir befinden uns in einer weltweiten Epidemie», sagte Regierungschef Benjamin Netanjahu am Abend. Man habe deshalb keine andere Wahl, als drastische Schritte zu unternehmen. «Wir müssen die alten Menschen schützen», erklärte er. Das Versammlungsverbot wird nach Medienberichten unter anderem Einrichtungen wie Kinos, Synagogen und Theater betreffen.

Die Schulen sollten zunächst nicht geschlossen werden, sagte Netanjahu. Die öffentlichen Verkehrsmittel sollen ebenfalls weiter im Einsatz bleiben. Arbeitgeber sind aufgerufen, den Angestellten weitgehend Heimarbeit zu ermöglichen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wird Fernunterricht an den Universitäten angestrebt.

Israel hatte bereits seine Einreisebestimmungen verschärft. Von Donnerstag an dürfen Ausländer nur noch einreisen, wenn sie sich zu einer zweiwöchigen Heimquarantäne verpflichten. Seit Montag gilt diese Pflicht bereits für alle Israelis, die aus dem Ausland zurückkehren.

18.55 Uhr: Parmelin besorgt über Exportstopps

Wirtschaftsminister Guy Parmelin hat sich besorgt über unilaterale Exportblockaden geäussert, die einige Staaten derzeit wegen des Coronavirus erlassen haben.

Staaten, die Exportblockaden erlassen hätten, handelten «egoistisch», erklärte er gegenüber dem «Tages-Anzeiger»

«Ich hoffe, dass die Staaten zu einer konzertierten Krisenbewältigung zurückfinden», erklärte der Wirtschaftsminister weiter. Derzeit sei medizinisches Schutzmaterial betroffen, es sei allerdings zu befürchten, dass auch weitere Bereich betroffen seien.



Der deutsche Kollege Peter Altmeier habe ihm allerdings telefonisch versprochen, dass man derzeit «praktische und rasch anwendbare Ausnahmeregelung vom Exportstopp in klar definierten Fällen» suche.

18.50 Uhr: Kanton Luzern fordert Bundesvorgaben für Corona-Hilfe

Der Bund soll koordinierte Massnahmen prüfen, um den vom Coronavirus gebeutelten Branchen unter die Arme greifen zu können. Das fordert der Luzerner Regierungsrat und spricht sich gegen 26 kantonale Einzellösungen aus.

Dazu gehörten insbesondere auch schweizweit geltende Lösungen für Liquiditätsprobleme in den stark betroffenen Branchen, teilte die Luzerner Regierung mit. Man habe ein entsprechendes Schreiben an das Generalsekretariat der Konferenz Kantonaler Volkswirtschaftsdirektorinnen und -direktoren (VDK) geschickt.

Dass in dieser ausserordentlichen Situation 26 Einzellösungen auf Kantonsebene erarbeitet werden, erachte der Kanton Luzern als nicht zielführend, wird Wirtschaftsdirektor Fabian Peter (FDP) in der Mitteilung zitiert.

18.45 Uhr: Deutscher Abgeordneter infiziert

Im deutschen Bundestag, der ersten Kammer des Parlaments, gibt es einen ersten Corona-Fall. Ein FDP-Abgeordneter wurde nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch durch die Parlamentsärztin positiv auf das Virus getestet. Auch die «Bild»-Zeitung berichtete darüber.

18.40 Uhr: Mehr als 12'000 Infizierte in Italien

Im Zuge der Coronavirus-Epidemie steigt die Zahl der Infizierten und Toten in Italien immer weiter. 12'462 Nachweise des Virus wurden bis Mittwoch gemeldet, knapp 2300 mehr als am Vortag, wie der Zivilschutz mitteilte. So einen hohen Anstieg hatte es bisher noch nicht gegeben — was allerdings auch mit fehlenden Daten vom Vortag zu tun hat. Die Zahl der Toten stieg von 631 auf 827. Es dürfte Experten zufolge eine hohe Dunkelziffer bisher nicht registrierter Infektionen geben.

18.30 Uhr: Frankreich verbietet Besuche in Altersheimen

Um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 für Senioren zu verringern, hat Frankreich Besuche in staatlichen Altersheimen und Pflegeeinrichtungen verboten. Auch von Besuchen in privaten Einrichtungen werde abgeraten, teilte das Gesundheitsministerium mit. Ausnahmen könnten die Leitungen der staatlichen Heime nur in Absprache mit den regionalen Gesundheitsbehörden machen.

Diese Sondermassnahme sei wegen der aussergewöhnlichen gesundheitlichen Situation notwendig, erklärte das Ministerium. Das Virus Sars-CoV-2 ist vor allem für Senioren und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen gefährlich. Die Heime und Einrichtungen wurden angewiesen, den Kontakt der älteren Menschen mit ihren Angehörigen auf anderen Wegen aufrecht zu erhalten.



In Frankreich waren bis Dienstagabend rund 1790 Infektionen mit dem Coronavirus offiziell bestätigt. 33 infizierte Menschen kamen bisher ums Leben, der Grossteil von ihnen war älter als 75 Jahre.

18.15 Uhr: Tessiner Regierung ruft den Notstand aus

Die Tessiner Regierung ruft bis am 29. März den Notstand aus. Das teilte sie am Abend vor den Medien mit. Das öffentliche Leben dürfte dadurch massiv eingeschränkt werden.

So schliessen alle privaten und öffentlichen Schulen im Kanton, welche eine Ausbildung nach der obligatorischen Schulzeit anbieten. Daneben werden ab Mitternacht auch sämtliche Kinos, Theater, Schwimmbäder, Diskotheken, Sportzentren und ähnliches geschlossen. Erlaubt sind individuelle sportliche Tätigkeiten, bei welchen die vorgeschriebene Distanz eingehalten werden kann.

17.35 Uhr: WHO stuft aktuelle Lage als Pandemie ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Ausbruch des neuartigen Coronavirus als Pandemie eingestuft. Angesichts der weltweiten Verbreitung des Erregers sei er «tief besorgt» über das «alarmierende Niveau der Untätigkeit» im Kampf gegen das Virus, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Weltweit infizierten sich bereits mehr als 110‘000 Menschen mit dem Coronavirus.

17.30 Uhr: Erster Fall in Appenzell Innerrhoden

Ein ausserkantonal wohnhafter Angestellter des Bau- und Umweltdepartements von Appenzell Innerrhoden ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er muss 14 Tage lang zu Hause bleiben.

Die Ansteckung sei mutmasslich im näheren persönlichen Umfeld erfolgt, teilte die Innerrhoder Ratskanzlei am Mittwoch mit. Der Angestellte leide an leichten Grippesymptomen und stehe unter ärztlicher Überwachung.

Ein zweiter Mitarbeiter des Bau- und Umweltdepartements, der mit seinem Kollegen in den letzten zwei Wochen einen engen Arbeitskontakt hatte, habe sich in «Selbst-Quarantäne» begeben. Er arbeite von zu Hause aus, heisst es in der Mitteilung.

17.20 Uhr: Roche-Medikament wird in China getestet

Das Roche-Medikament Esbriet wird derzeit in China an Patienten getestet, die schwer am Coronavirus erkrankt sind. Dies berichtete die «Handelszeitung» am Mittwoch vorab. Roche bestätigte die Tests. Man wisse, dass das Medikament zurzeit in China getestet werde, erklärte der Pharmakonzern laut dem Blatt auf Anfrage. Es handle sich aber um Tests von Dritten, die man nicht kommentieren könne.

Und es gebe keine klinische Evidenz für die Sicherheit und die Wirksamkeit von Esbriet bei Covid-19 und keine regulatorische Behörde habe das Medikament dafür zugelassen. Esbriet ist für die Behandlung von idiopathischer Lungenfibrose zugelassen, einer irreversiblen und tödlichen Lungenkrankheit. Es ist damit nach Actemra, einem Medikament gegen Arthritis, das zweite Roche-Medikament, das in China an Coronavirus-Patienten getestet wird.

17.05 Uhr: Tessin schliesst alle nicht obligatorischen Schulen

Die Tessiner Regierung schliesst alle privaten und öffentlichen Schulen im Kanton, welche eine Ausbildung nach der obligatorischen Schulzeit anbieten. Das teilte sie am Mittwoch an einer Medienkonferenz mit.

17 Uhr: Theater Basel startet Kundenbefragung

Mit dem Hilferuf «Das Theater Basel braucht Sie!», werden Gäste des Hauses derzeit aufgefordert, an einer Befragung zum Besucherverhalten während der Corona-Krise teilzunehmen. «Zur Zeit ist die Debatte um das Coronavirus allgegenwärtig und die Stimmung schwankt zwischen Panik, Ironie und Hamsterkäufen», schreibt das Theater in einer Mail. Wie die Zukunft aussieht, wisse man zwar nicht, man wolle aber wissen, wie die Besucher mit der aktuellen Situation umgehen: «Damit wir in den nächsten Tagen besser Entscheidungen treffen können».

16.55 Uhr: Genf begrenzt Veranstaltungen auf 100 Personen

Der Kanton Genf geht über die Massnahmen des Bundes zur Bekämpfung des Coronavirus hinaus. Der Staatsrat hat beschlossen, öffentliche oder private Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen zu verbieten.

Das Verbot bezieht sich nicht auf Kinos, Konzerte oder Shows, in denen Menschen sitzen und dabei einen ausreichenden Abstand von 1,80 Metern einhalten. «Jeder zweite Sitzplatz kann leer bleiben», sagte der für die Gesundheit zuständige Staatsrat Mauro Poggia am Mittwoch. Bars und Verpflegungsstellen, wo Menschen zirkulieren, sind hingegen verboten.

Alle Veranstaltungen mit 100 bis 1000 Teilnehmenden müssen dem Kantonsarzt gemeldet werden. Dieser kann zusätzliche Bedingungen festlegen oder die Veranstaltungen ganz verbieten, wenn die Garantien als unzureichend erachtet werden. Der Bund verbietet Versammlungen von mehr als 1000 Menschen.

16.30 Uhr: BAG hält nichts von Schulschliessungen

Von flächendeckenden Schulschliessungen wegen des sich ausbreitenden Coronavirus hält das Bundesamt für Gesundheit (BAG) nichts. Eine gefährliche Vermischung der jüngeren, wenig anfälligen Generation mit der Risikogruppe der Älteren würde dadurch eher gefördert, hiess es am Mittwoch.

Die Schulkinder würden entweder von ihren Grosseltern betreut werden, oder sie würden womöglich ihre freie Zeit im Quartier verbringen und andere Menschen treffen. Das fördere die Ausbreitung des Virus, sagte Patrick Mathys, Leiter der Sektion Krisenbewältigung und Internationale Zusammenarbeit im BAG vor den Medien in Bern.

16.20 Uhr: EDA stoppt länderspezifischen Warnungen

Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, ändert der Bund seine Praxis bei Reisewarnungen zum Coronavirus: Künftig werde das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) keine expliziten länderspezifischen Warnungen mehr aussprechen.

Die Änderung begründete das EDA laut der Zeitung damit, dass das für Gesundheitsrisiken zuständige Bundesamt für Gesundheit (BAG) bereits seit dem 9. März keine länderspezifischen Warnungen zum Coronavirus herausgebe. Auf seiner Seite schreibt das BAG, dass in fast allen Regionen der Welt ein Ansteckungsrisiko bestehe. Man definiere deshalb keine betroffenen Gebiete mehr.

16.15 Uhr: Iranischer Vizepräsident angeblich erkrankt

Der iranische Vizepräsident Eschak Dschahangiri und zwei weitere Kabinettsmitglieder sind mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, wie die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars am Mittwoch meldete. 

Dschahangiri war seit Tagen nicht auf Fotos von Treffen der Regierungsspitze zu sehen gewesen. Bei den anderen beiden Erkrankten handelt es sich laut Fars um den Minister für Kulturerbe, Kunsthandwerk und Tourismus, Ali Asghar Munesan, und den Minister für Industrie, Bergbau und Unternehmen, Resa Rahmani.

15.50 Uhr: SRF dünnt Publikumsreihen aus

Das Coronavirus hat auch Auswirkungen auf das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF): Bei Fernseh-Sendungen mit Publikum wird ab sofort jeder zweite Sitz frei bleiben, wie das SRF am Mittwoch auf Anfrage mitteilte. Es bestätigte damit eine entsprechende Meldung von nau.ch.

Die Zuschauerinnen und Zuschauer im Studio respektive vor Ort bei Aussenproduktionen werden mit mindestens einer Stuhlbreite Abstand platziert. Betroffen sind etwa die «Arena», «Darf ich bitten?», «Persönlich» und das «sportpanorama».

15.45 Uhr: Tessiner beraten mit Bundesräten

Eine Delegation aus dem Tessin hat wegen des sich ausbreitenden Coronavirus Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, Finanzminister Ueli Maurer und Innenminister Alain Berset getroffen. 

Man sei daran, weitere Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu prüfen, sagte Sommaruga in einem Statement. Diese würden laufend angepasst, und je nach Entwicklung der Lage könne es auch zu Massnahmen kommen, die zunächst nicht infrage gekommen seien.

Auch Grenzschliessungen seien ein Thema, alles werde diskutiert, sagte Sommaruga. Ein Entscheid sei aber bisher nicht gefallen. Ob das bis kommenden Sonntag geltende Veranstaltungsverbot – Anlässe mit 1'000 oder mehr Anwesenden sind wegen des Virus verboten – verlängert wird, wird geprüft, wie Sommaruga sagte. Entschieden werde am Freitag an der Sitzung des Bundesrates.

15.35 Uhr: Polen schliesst alle Schulen und Universitäten

Als Schutz vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus schliesst Polen für zwei Wochen alle Kindergärten, Schulen und Universitäten. Auch Museen, Kinos und Theater bleiben für die Öffentlichkeit geschlossen, sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki am Mittwoch in Warschau. «Für unserer Kinder ist es am besten, nicht aus dem Haus zu gehen, denn Kinder können die Krankheit leicht auf ältere Familienmitglieder übertragen.»

In Grundschulen und Kindergärten sollen die Kinder am Donnerstag und Freitag bei Bedarf noch betreut werden, damit die Eltern Zeit bekommen, das Familienleben entsprechend zu organisieren. Gesundheitsminister Lukasz Szumowski appellierte an die Eltern, die Kinder während der schulfreien Zeit in Quarantäne zu halten. «Das ist keine Ferienzeit. Diesen Fehler haben sie in Italien gemacht.» Dort seien junge Leute in der schulfreien Zeit viel ausgegangen und hätten das Virus weiterverbreitet. Nach Angaben der Regierung gibt es in Polen derzeit 27 bestätigte Coronavirus-Fälle.

15.20 Uhr: London will KMU unterstützen

Die britische Regierung will kleine und mittlere Unternehmen, die wegen des Coronavirus-Ausbruchs in Schieflage geraten, unter die Arme greifen. Das teilte der britische Finanzminister Rishi Sunak am Mittwoch mit.

Neben Steuervergünstigungen will die Regierung auch für Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern für die Lohnfortzahlung einspringen, sollten Mitarbeiter vorsorglich in häusliche Isolation gehen. Zudem bürge der Staat für Unternehmenskredite,

14.17 Uhr: Swiss streicht alle Italien-Flüge

Wegen der Auswirkungen des Coronavirus nimmt die Swiss zusammen mit ihrer Mutter Lufthansa weitere Einschnitte vor. Bis Anfang April würden alle Flüge nach und von Italien ausgesetzt, teilte die Swiss in einem Communiqué mit.

«Betroffen sind rund 90 wöchentliche Verbindungen von Zürich nach Mailand, Rom, Venedig, Florenz, Neapel, und Brindisi», hiess es. Bereits letzte Woche war das Flugprogramm nach Italien ausgedünnt worden. Ausserdem würden weitere europäische Ziele vorübergehend ausgesetzt, darunter Stuttgart, Nürnberg und Bordeaux, schrieb die Swiss.

Die Coronavirus-Krise: Eine Chronik

Auf dem internationalen Streckennetz werde man bis zum 24. April auch Kairo vorübergehend nicht mehr anfliegen. Zudem werde der für den 29. März geplante Erstflug nach Washington, D.C. auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, schreibt die Airline. «Passagiere, deren Flug gestrichen wurde, können kostenfrei umbuchen oder erhalten eine Erstattung ihres Ticketpreises.»

Bei der gesamten Lufthansa-Gruppe fallen im Zeitraum vom 29. März bis zum 24. April 23'000 Kurz-, Mittel- und Langstreckenflüge aus. Und: «Weitere Annullierungen sind für die nächsten Wochen zu erwarten.» Betroffene Passagiere würden ab heute informiert. 

14.15 Uhr: SBB reduzieren Angebot nach Italien

Die SBB reagieren auf die Ausnahmesituation in Italien: Die direkten Züge aus der Schweiz nach Venedig verkehren seit Dienstag nur noch bis nach Mailand. Das schreiben die Bundesbahnen in einer Medienmitteilung.

Ab Donnerstag verkehren Züge zwischen der Schweiz und Mailand nur noch auf dem Schweizer Streckenabschnitt zwischen Zürich und Chiasso.

Auf der Gotthardachse sind drei von insgesamt neun EC-Verbindungen betroffen (Zürich ab: 7.10 Uhr, 11.10 Uhr und 15.10 Uhr sowie Mailand ab: 11.10 Uhr, 15.10 Uhr und 19.10 Uhr). 

Auf der Simplonachse sind zwei von sieben Verbindungen betroffen (Genf ab: 5.39 Uhr, Basel SBB ab: 12.31 Uhr sowie Mailand ab: 7.20 Uhr und 17.20 Uhr), die nur zwischen Basel respektive Genf und Brig verkehren. Diese Massnahmen gelten laut Mitteilung vorerst bis und mit Sonntag, 5. April. Reisende können ihre Billette kostenlos auf andere Züge umbuchen.

13.50 Uhr: Viertes Schweizer Todesopfer

Im Kanton Baselland ist ein weiterer Patient am Coronavirus gestorben. Der 54-Jährige hat sich möglicherweise bei einer freikirchlichen Veranstaltung in Mülhausen (F) mit dem Coronavirus angesteckt, teilen die basellandschaftlichen Behörden mit. Er litt demzufolge schon vorher an verschiedenen chronischen Erkrankungen.

Der im Kanton Basel-Landschaft wohnhafte Mann sei seit dem 3. März wegen einer Lungenentzündung im Bruderholzspital behandelt worden. Als sich sein Zustand verschlechtert habe und Atemprobleme auftraten, sei er positiv auf das Covid-19-Virus getestet worden. Der Patient habe da bereits künstlich beatmet werden müssen. 

Somit verzeichnet der Kanton Basel-Landschaft das zweite Todesopfer wegen Covid-19. Am Wochenende war ein 76-jähriger Mann im Kantonsspital Liestal verstorben. Schweizweit ist es bereits das vierte Todesopfer.

13.40 Uhr: Bewegung im Fall der blockierten Schutzmasken

Schutzmasken aus China für die Schweiz, die im Hamburger Hafen blockiert werden, sollen bald freigegeben werden. Das stellte Seco-Direktorin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch am Mittwoch vor den Medien in Bern in Aussicht. Auch für Lastwagen, die Deutschland zurückhält, sei eine Lösung in Sicht.

Gewisse Lieferungen sind bereits unterwegs, wie Patrick Mathys, Leiter der Sektion Krisenbewältigung und Internationale Zusammenarbeit im Bundesamt für Gesundheit (BAG), sagte. Er kündigte einen «Regimewechsel» im Vorgehen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in der Schweiz an.

Es werde nicht mehr darum gehen, jeden einzelnen Fall zu identifizieren, so Mathys. Wichtiger sei jetzt, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und die Verwundbarsten – zum Beispiel die älteren Menschen – zu schützen, aber auch Personen, die etwa an Herz-/Kreislaufkrankheiten und Atemwegserkrankungen litten oder Krebspatienten.

13.05 Uhr: Saudischer Ölgigant erntet Shitstorm

Weil ein Mitarbeiter des saudischen Ölkonzerns Aramco als wandelnder Desinfektionsspender verkleidet gegen die Ausbreitung des Coronavirus wirbt, hat das Unternehmen einen Shitstorm in den sozialen Netzwerken geerntet. Tausende Nutzer warfen dem grössten Ölkonzern der Welt unter anderem Rassismus und einen schlechten Umgang mit seinen Mitarbeitern vor.

Die Bilder wurden auf Twitter seit Dienstag schnell verbreitet: Ein mutmasslich ausländischer Mitarbeiter des Unternehmens steckt in einer Box, an dessen Vorderseite ein Handspender für Desinfektionsmittel befestigt ist. Auf der Rückseite der Box sind Bilder zur richtigen Desinfektion der Hände zu sehen. Die Bilder sind offenbar in der Zentrale des saudischen Ölgiganten in der Stadt Dhahran entstanden.

12.50 Uhr: 137 neue Fälle in 24 Stunden

Wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte, gab es bis heute 12 Uhr in der Schweiz insgesamt 645 positiv getestete Fälle, 613 davon wurden bereits bestätigt. Das sind 137 neue Fälle im Vergleich zum Vortag. 

12.30 Uhr: Reisebusbranche fordert Unterstützung vom Bund

Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG schlägt wegen der Auswirkungen des Coronavirus Alarm. Das Virus bringe die Schweizer Reisebusbranche in eine ernste Lage, denn zahlreiche Carunternehmen verzeichneten dramatische Buchungsrückgänge, teilte der Verband am Mittwoch mit.

Er fordert deshalb vom Bund finanzielle Unterstützung über die rasche Gewährung von befristeten Überbrückungskrediten. Zudem dürfe der Personen- und Gütertransport auf der Strasse bis auf weiteres nicht mit der Einführung von neuen oder der Erhöhung von bestehenden Abgaben stärker belastet werden.

12.28 Uhr: Wird das Veranstaltungsverbot verlängert?

Aus epidemiologischer Sicht wäre es angezeigt, das Verbot für Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen zu verlängern. Das sagt Patrick Mathys, Leiter Krisenbewältigung beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Ob das Veranstaltungsverbot des Bundes tatsächlich verlängert wird, liege aber in der Entscheidungshoheit des Bundesrats.

12.25 Uhr: Fiat hält Produktion an

Fiat Chrysler stellt wegen der Ausbreitung der Virus-Epidemie die Produktion in mehreren Werken in Italien vorübergehend ein. Die Fabriken in Pomigliano, Melfi, Atessa und Cassino sollte jeweils zwischen Mittwoch und Samstag an zwei Tagen stillgelegt werden.

Dies teilte der italienisch-amerikanische Autobauer mit. Die Desinfektion der Arbeits- und Ruhebereiche an den Standorten werde verstärkt. Dadurch sollten die Massnahmen der Regierung unterstützt werden, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

12.14 Uhr: Dritter Todesfall in Deutschland

In Deutschland ist ein weiterer mit dem Coronavirus infizierter Patient gestorben – es ist der dritte bekannte Todesfall in dem Land. Der Patient sei in einem Spital im Kreis Heinsberg im Bundesland Nordrhein-Westfalen gestorben, sagte eine Sprecherin des Kreises, ohne weitere Details zu nennen.

12.00 Uhr: Lösung bei blockiertem Import in Sicht

In den vergangen Tagen blockierten die deutschen Behörden den Export von Schutzmaterial in die Schweiz. Im Fall eines blockierten Containers aus Hamburg zeichne sich eine Lösung ab, sagt Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, zuständige Staatssekretärin vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Zum Fall des Lastwagens, der von Deutschland an der Weiterreise in die Schweiz gehindert wird, fänden aktuell Kontakte auf höchster Ebene statt.

Die zuständigen Stellen des Bundes informieren, wie sich die Lage bei Covid-19 in der Schweiz präsentiert.
Bid: Keystone/ Anthony Anex

11.51 Uhr: BAG ruft zur Selbstisolation auf

Der Bund konzentriert sich darauf, den Anstieg der Covid-19-Erkrankungen zu bremsen, damit das Gesundheitssystem nicht überlastet wird. Ein Augenmerk richtet das Bundesamt für Gesundheit auf Patienten mit Vorerkrankungen, die als besonders gefährdet gelten.

Patrick Mathys vom BAG ruft Menschen, die Symptome zeigen, zur Selbstisolation auf, also weitere Kontakte zu vermeiden. «Es geht darum, dass sie sich bis 24 Stunden nach dem Abklingen der Symptome selbst isolieren».

11.45 Uhr: Keine Grenzschliessung

«Seit Montag wird an der Grenze zu Italien kontrolliert, ob die Dekrete, die das Land erlassen hat, eingehalten werden», sagt Hans-Peter Lenz, Leiter Krisenmanagementzentrum vom Aussendepartement. Insgesamt bestünden 83 Kontrollstellen. Wer nicht aus beruflichen Gründen in die Schweiz einreisen wolle, dem werde eine Rückkehr nach Italien nahegelegt. Neun Grenzübergänge werden geschlossen – hierbei handle es sich aber um eine technische Massnahme, um den Verkehr zu kanalisieren, nicht um eine teilweise Grenzschliessung.

11.40 Uhr: Über 600 bestätigte Fälle in der Schweiz

«Wir haben in Italien einen massiven Anstieg der Fälle beobachten können», informiert Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). Inzwischen seien über 10'000 Fälle und eine grosse Zahl von Todesopfern bekanntgeworden. Auch in Frankreich steige die Fallzahl schnell an. Von den Nachbarländern meldet lediglich Österreich nur einen moderaten Anstieg der Erkrankungen.

In der Schweiz haben die Zahl der laborbestätigten Fälle deutlich zugenommen. Gegenwärtig gebe es 613 bestätigte Fälle in 23 Kantonen, wobei das Tessin am stärksten betroffen ist. Nur drei Kantone sind noch frei von Covid-19-Erkrankungen, so Mathys.

Notaufnahme im Genfer Uni-Spital für Personen, die verdächtig sind, sich mit dem neuartigen Coroavirus angesteckt zu haben.
Bild: Keystone

10.46 Uhr: Erster Todesfall in Belgien

Belgien hat seinen ersten Todesfall im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gemeldet. Ein 90 Jahre alter Patient starb in einem Brüsseler Spital, wie Gesundheitsministerin Maggie De Block  mitteilte.

10.39 Uhr: Österreich stoppt Zugverkehr mit Italien

Der Personen-Zugverkehr von und nach Italien über die österreichische Grenze ist eingestellt. «Wir folgen den Anweisungen der Behörden», sagte ein Sprecher der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Als vorläufig letzter Zug habe am Vormittag ein Eurocity aus Italien in Richtung Innsbruck und München die Grenze passiert. Nicht betroffen sei der Güterverkehr.

Die im Kampf gegen das Coronavirus angekündigten Kontrollen des Autoverkehrs an der Grenze zu Italien sollten heute beginnen. Am Vormittag liefen die «aufwendigen Vorbereitungen», sagte Polizeisprecher Stefan Eder.

Hygiene-Selbsttest – und wie oft fassen Sie sich ins Gesicht?

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Die Verbreitung des Coronavirus stellt uns auf eine harte Probe: Nie hätten wir gedacht, wie schwierig es ist, sich nicht mit der Hand ins Gesicht zu fassen. Ein Selbsttest.

15.03.2020

10.00 Uhr: Basel will Unternehmen helfen

Die Basler Regierung will Unternehmen, die wirtschaftlich an den Folgen des Coronavirus leiden, unter die Arme greifen. Vorgesehen sind eine Erhöhung des Fonds zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit, längere Zahlungsfristen und Überbrückungskredite durch Banken.

Derzeit arbeitet die Basler Regierung gemäss einer Mitteilung an einem Unterstützungsprogramm für Basler Unternehmen, um die negativen wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie abzuschwächen.

9.32 Uhr: Irans Präsident übernimmt Covid-19-Krisenstab

Die Corona-Krise im Iran soll Medienangaben zufolge zur Chefsache werden. Präsident Hassan Ruhani will demnach persönlich die Leitung des Krisenstabs übernehmen. Der Vorschlag komme direkt vom obersten Führer, Ajatollah Ali Chamenei, nach einer Krisensitzung von Regierungsvertretern und Abgeordneten, berichtete die Nachrichtenagentur Isna. Bislang lag die Verantwortung für den Kampf gegen das Virus beim Gesundheitsministerium.

Nach Angaben des Präsidialamts sollen auch die Streitkräfte in den Kampf gegen die Virus-Ausbreitung verstärkt eingebunden werden. In erster Linie sollen sie in einigen Provinzen mobile Spitäler errichten. Im Notfall sollen auch Hotels und überdachte Sporthallen als Kliniken für die mit Sars-CoV-2 infizierten Patienten genutzt werden.

9.12 Uhr: Erste Zeichen der Normalisierung in Wuhan

In Chinas Brennpunkt der Coronavirus-Epidemie, der Stadt Wuhan, gibt erste Anzeichen für eine Normalisierung des Wirtschaftslebens. Zentrale Branchen werden ihre Arbeit wieder aufnehmen, teilte die zuständige Regierung der Provinz Hubei mit.

So dürften Angestellte des öffentlichen Nahverkehrs und von Unternehmen, die Medizinprodukte oder Waren für den täglichen Gebrauch herstellen, wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Mit Genehmigung der Behörden könnten auch Firmen anderer Industriezweige ihren Betrieb wieder aufnehmen, wenn sie Teil von landesweiten oder internationalen Lieferketten seien. Wuhan ist mit seinen elf Millionen Einwohnern eines der grössten Industriezentren Chinas.

8.57 Uhr: UBS erwartet weniger Wachstum für die Schweiz

Die Ökonomen der UBS reagieren auf das Coronavirus und passen ihre Prognosen an. Sie gehen in einem Basisszenario zwar davon aus, dass die Ausbreitung des Virus sowohl global als auch in der Schweiz begrenzt werden kann. Die Schweizer Wirtschaft nimmt demnach aber zumindest im ersten Semester 2020 Schaden.

Die Bank reduziert deshalb die Prognose für das Wachstum der Schweizer Wirtschaft, wie deren Investment Office am Mittwoch mitteilte. Die BIP-Prognose für 2020 liegt nun bei 0,7 Prozent, davon hatte die UBS noch mit einem Wachstum der Wirtschaft im Gesamtjahr von 1,1 Prozent gerechnet.

8.45 Uhr: Erste Corona-Fälle in Nidwalden 

Der Kanton Nidwalden meldet seine ersten Corona-Fälle: Vier Personen seien positiv auf das Virus getestet worden, teilte die Staatskanzlei am Mittwoch mit. Drei von ihnen stünden in Verwandtschaft zueinander, eine Person sei in Spitalpflege. Die Bestätigungen durch das Referenzlabor stünden noch aus.

Bei den Betroffenen handelt es sich um einen 60-jährigen und einen 31-jährigen Mann sowie eine 32-jährige Frau, die miteinander verwandt seien, teilte die Staatskanzlei mit. Dazu komme eine 37-jährige Frau.

8.22 Uhr: EVP Zürich will Bordelle schliessen

Die Zürcher EVP will Prostituierte vor einer Corona-Ansteckung schützen. Sie fordert deshalb, dass der Regierungsrat Bordelle und den Strichplatz für einige Wochen schliessen lässt. Die Hygienevorschriften einzuhalten, ist für Prostituierte schwierig. «Social Distance» ist im Bordell oder auf dem Strichplatz schlicht nicht möglich. Für die EVP eine «absurde Situation», wie sie in ihrer Anfrage schreibt.

8.20 Uhr: Britische Notenbank senkt Leitzins

Die britische Notenbank senkt angesichts der Coronavirus-Epidemie ihren Leitzins. Er werde von 0,75 auf 0,25 Prozent gesenkt, teilte die Bank of England mit. Gleichzeitig kündigte sie ein Massnahmepaket wegen der Coronavirus-Krise an. Zuvor hatten bereits andere Zentralbanken ihre Geldpolitik gelockert, darunter die US-Notenbank Fed. Die Europäische Zentralbank (EZB) entscheidet am Donnerstag über ihren Kurs.

8.08 Uhr: Kein Ostermarkt in Sursee

Die Stadt Sursee sagt wegen des Coronavirus den Ostermarkt ab. Die Hygieneempfehlungen des Bundes liessen sich an dem Anlass nicht umsetzen, teilte der Stadtrat mit. Der «Waren- und Ostermärt» hätte am 28. März stattfinden sollen. Am Markt hätten Standbetreiber aus der ganzen Schweiz, auch aus dem Tessin teilgenommen, teilte die Stadt mit. Nach einer Risikoanalyse habe der Stadtrat entschieden, auf den Anlass zu verzichten.

8.01 Uhr: Cathey Pacific erwartet heftige Verluste

Die Fluggesellschaft Cathay Pacific mit Sitz in Hongkong steuert wegen der Coronavirus-Epidemie auf tiefrote Zahlen zu. Im ersten Halbjahr erwartet das Management einen «substanziellen Verlust», wie das Unternehmen mitteilte.

Im vergangenen Jahr bekam Cathay bereits die Folgen der Proteste in Hongkong negativ zu spüren. Der Nettogewinn sackte um 28 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Hongkong-Dollar (204,3 Millionen Franken) nach unten. Die Auseinandersetzungen zwischen Protestlern und Regierung liessen die Ticketverkäufe stocken.

Infolge der Virus-Epidemie hat die Airline inzwischen ihr Flugangebot auf den Strecken nach Festland-China um 90 Prozent zusammengestrichen. Mit Blick auf das gesamte weltweite Streckennetz kürzte sie ihre Kapazität um rund 40 Prozent. Die Airline ist von den Virusfolgen besonders betroffen, denn üblicherweise erzielt sie fast die Hälfte ihres Umsatzes auf den Strecken von und nach Hongkong und China.

Der Bund weist auf allen Kanälen auf die Vorsichtsmassnahmen hin, die die Verbreitung des Coronavirus bremsen sollen.
Bild: Keystone/Laurent Gillieron

7.44 Uhr: USA fordert Freilassung aller Amerikaner im Iran

Die USA haben angesichts der Ausbreitung des Coronavirus im Iran die dortige Regierung zur unverzüglichen Freilassung aller in dem Land inhaftierten US-Bürger aufgefordert. Die US-Regierung werde die Führung in Teheran für alle möglicherweise an dem Virus sterbenden US-Häftlinge «direkt verantwortlich machen». Dies erklärte Aussenminister Mike Pompeo. In einem solchen Fall würden die USA entschlossen reagieren, warnte er. Pompeo verwies auf «tief beunruhigende» Berichte, wonach sich der neuartige Erreger in iranische Haftanstalten ausgebreitet haben soll. 

7.28 Uhr: Die Deutschen schauen mehr fern

Seit der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus ist die TV-Nutzung in Deutschland messbar gewachsen – das zeigen Daten von Fernsehforschern. «Insbesondere die Sehdauern in der Primetime entwickeln sich im Februar und März im Vergleich zu den Vorjahresmonaten leicht überdurchschnittlich», sagte die Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF Videoforschung, Kerstin Niederauer-Kopf, zur Deutschen Presse-Agentur. Der Anstieg ist umso auffälliger, weil der Konsum klassischen Fernsehens seit Jahren sinkt.

7.20 Uhr: Hotelkette Hilton senkt Prognosen

Der traditionsreiche Hotelkonzern Hilton hat seine Geschäftsprognose für das laufende Jahr gestrichen. Das Management erklärte, die negativen Folgen der Coronavirus-Krise dürften stärker ausfallen, als bisher angenommen worden war.

Hilton-Konzernchef Christopher Nassetta sprach in einer Medienmitteilung davon, dass die Annahmen für den Geschäftsverlauf in diesem Jahr mit der Ausbreitung des Coronavirus über China sowie über den asiatisch-pazifischen Raum hinaus und aufgrund vermehrter Reisebeschränkungen nicht mehr aufrechtzuerhalten seien.

6.49 Uhr: Virologe fordert Grenzschliessung

Der Tessiner Virologe Andreas Cerny ist ernsthaft besorgt. Er fordert, die Grenze zu Italien zu schliessen, um eine unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus in der Südschweiz zu verhindern. «Wir machen uns grosse Sorgen, dass man jenseits des Gotthards nicht den Ernst der Lage erkennt», sagt Andreas Cerny zum «Blick».

6.12 Uhr: Japan schränkt Gedenkzeremonien ein

Die Furcht vor einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat das Gedenken in Japan an die Opfer der verheerenden Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vor neun Jahren überschattet. Viele Gedenkzeremonien fielen aus oder fanden nur in deutlich kleinerem Rahmen als sonst statt. Auch die Zentralregierung in Tokio sagte ihre jährliche Gedenkzeremonie ab. Stattdessen wollte der rechtskonservative Ministerpräsident Shinzo Abe an seinem Amtssitz eine Schweigeminute für die Opfer einlegen, hiess es.

Am 11. März 2011 hatte ein schweres Erdbeben die Region Tohoku im Nordosten erschüttert. Eine gigantische Flutwelle bäumte sich damals an der Pazifikküste auf und walzte alles nieder: Häuser, Häfen, Schulen, Friedhöfe. Dörfer, Städte und riesige Anbauflächen versanken in den Wasser- und Schlammmassen. Rund 18'500 Menschen starben. In Fukushima kam es im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zu Kernschmelzen.

3.57 Uhr: Wieder etwas mehr Infektionen in China

Mit 24 neu nachgewiesenen Fällen ist die Zahl der Coronavirus-Erkrankungen in China wieder leicht gestiegen. Wie aus am Mittwoch von der Pekinger Gesundheitskommission vorgelegten Zahlen hervorging, wurden damit landesweit fünf Fälle mehr als am Dienstag registriert.

Damals war die bisher niedrigste Zahl neuer Covid-19-Erkrankungen seit Ausbruch der Epidemie verkündet worden. Allerdings wurden zehn der neuen Fälle auf zugereiste Personen aus dem Ausland zurückgeführt. Allein in Peking wurde den Angaben nach die Erkrankung bei sechs Reisenden entdeckt, die aus Italien oder aus den USA nach China gekommen waren.

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