Neun neue Infektionen — Daniel Koch geht im Anzug in die Aare

Agenturen/toko

1.6.2020 - 17:55

Das BAG meldet für Pfingstmontag neun Neuansteckungen mit dem Coronavirus. Daniel Koch springt an seinem ersten Tag im Ruhestand in die Aare. Unterdessen wird in ganz Europa weiter gelockert. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages neun neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Am Sonntag und Samstag waren je 17 neue Fälle gemeldet worden, am Freitag 32.

Insgesamt gab es 30'871 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag mitteilte. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Viele Kantone haben die Zahlen über das Pfingstwochenende nicht aktualisiert.

Das BAG gab die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 mit 1'657, gleich viele wie am Vortag. Das entspreche 19 Todesfällen pro 100'000 Einwohner. 

«Mister Corona» Daniel Koch hat am ersten Tag seines Ruhestandes mit einer speziellen Aktion für Aufsehen gesorgt. Der 65-Jährige ging am Montag im Anzug und mit Krawatte in der kalten Aare in Bern baden.

Der frühere Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) veröffentlichte dazu zwei Videos auf seinem Instagram-Konto. Er habe unter seinem Smoking einen Neoprenanzug getragen, der ihn vor Kälte geschützt habe, sagte Koch auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Wassertemperatur lag bei lediglich rund 14 Grad. Koch riet denn auch, die Aktion nicht einfach so nachzumachen.

Das stark vom Coronavirus betroffene Russland lässt an diesem Montag trotz steigender Infektionszahlen erstmals grössere Lockerungen zu. Nach mehr als zwei Monaten strenger Ausgangssperren dürfen etwa die Menschen in Moskau — Europas grösster Stadt — an einzelnen Tagen wieder zu Spaziergängen auf die Strasse. Erlaubt ist auch Sport zwischen 5.00 Uhr und 9.00 Uhr morgens. Allerdings gilt eine verschärfte Maskenpflicht. Zum ersten Mal muss der Mund- und Nasenschutz auch im Freien getragen werden – bisher nur in öffentlichen Räumen und Verkehrsmitteln.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • An seinem ersten Tag im Ruhestand hat sich Daniel Koch zurückgemeldet — und ist in die Aare gesprungen.
  • Laut einer Umfrage der WHO wurde die Versorgung von anderweitig Kranken durch die Corona-Pandemie weltweit beeinträchtigt.
  • Russland hat trotz weiterhin hoher Infektionszahlen die Corona-Regeln gelockert.
  • Das BAG meldet am Pfingstmontag neun neue Infektionen.
  • Seit dem heutigen Montag sind in der Schweiz Unterschriftensammlungen in der Öffentlichkeit wieder erlaubt.
  • Der armenische Regierungschef hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
  • In Brasilien steigt die Zahl der Infektionen weitere rasant und überschreitet die Marke von einer halben Million Fälle.

17.48 Uhr: Brüsseler Atomium nach Corona-Krise wieder geöffnet

Das Atomium ist wieder offen: Das wegen der Corona-Pandemie geschlossene Brüsseler Wahrzeichen kann seit Montag wieder besichtigt werden, allerdings unter strengen Auflagen. So dürfen nur 150 Personen gleichzeitig in dem spektakulären Bauwerk im Norden der Stadt sein. Den Besuchern wird beim Eintreten Fieber gemessen. Tickets kann man nur online bestellen.

Das zur Weltausstellung 1958 errichtete Atomium ist die begehbare Nachbildung eines Eisenkristalls mit neun Atomen, 165 Milliarden Mal vergrössert. Es zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der belgischen Hauptstadt und zieht normalerweise mehrere hunderttausend Besucher pro Jahr an.

17.23 Uhr: Achtjährige wird in Myanmar mit Kochvideos zum Internet-Star

Ein achtjähriges Mädchen ist während der Corona-Pandemie in Myanmar mit Online-Kochvideos zu einem kleinen Star geworden. «Es hat Spass gemacht, während des Lockdowns gemeinsam zu kochen», sagte Moe Myint May Thu der Nachrichtenagentur AFP in der Stadt Rangun. «Ich liebe Kochen.» Ein von ihrer Mutter Honey Cho, die selbst Internet-Star ist, Ende April hochgeladenes Kochvideo hatte die Achtjährige zur kleinen Online-Berühmtheit gemacht.

Sie beherrsche die Rezepte von 15 Gerichten — von Fisch-Curry mit Tomate über Schweine-Eintopf, Wels-Suppe bis hin zu scharfen Froschschenkeln, sagte das Mädchen. Auf einem eigenen offiziellen Profil im Online-Dienst Facebook folgten der «Kleinen Köchin» allein in vier Tagen rund 8000 neue Internet-Nutzer. Eines der Videos mit ihren Kochanleitungen erreichte mehr als 200'000 Klicks.

Angespornt durch den Internet-Erfolg entwickelten Mutter und Tochter ein kleines Geschäftsmodell: Die «Kleinen Köchin» Moe Myint May Thu bietet für umgerechnet rund sieben Euro zubereitete Gerichte an, die sie persönlich ausliefert. Bis zur geplanten Wiedereröffnung der Schulen im August wolle sie mit ihren Kochvideos weitermachen, sagte sie. Später wolle sie ihre Leidenschaft zudem zum Beruf machen.

In Myanmar wurden bislang 228 Corona-Infektionen und sechs Todesfälle bestätigt.

16.46 Uhr: Schweden meldet nach Tag ohne Corona-Tote acht neue Todesfälle

Schweden hat acht neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet, nachdem der Sonntag der erste Tag ohne Corona-Tote seit März gewesen war. Wie die staatliche Gesundheitsbehörde weiter mitteilte, stieg die Zahl der Todesfälle auf 4403. Etwa 37 800 Menschen infizierten sich bisher. Den ersten Todesfall hatte das skandinavische Land am 11. März registriert.

Bereits am Sonntag hatte die Behörde aber gesagt, über das Wochenende verzögerten sich für gewöhnlich die Meldungen über neue Opfer. «Wir werden morgen (Dienstag) wahrscheinlich weitere Todesfälle gemeldet bekommen», sagte der Epidemiologe Anders Tegnell von der Gesundheitsbehörde. «Aber es ist positiv, dass wir für ein paar Tage geringe Zahlen hatten.»

Regierungschef Stefan Löfven will in den kommenden Wochen wahrscheinlich eine Kommission einberufen, die das Vorgehen Schwedens im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus bewerten soll. Dabei gehe es darum, Erfolge, aber auch Fehler zu finden. Die Opposition hatte eine solche Kommission gefordert.

Anders als andere Ländern hatte Schweden weit weniger strenge Massnahmen ergriffen. So wurden Schulen und Kindergärten nicht geschlossen. Die Bürger wurden unter anderem lediglich gebeten, Abstand zu halten, sich immer wieder die Hände zu waschen und auf Reisen zu verzichten.

15.59 Uhr: Lufthansa-Aufsichtsrat nimmt Auflagen für Staatshilfen an

Der Aufsichtsrat der schwer angeschlagenen Lufthansa akzeptiert die von der EU-Kommission gestellten Auflagen für ein staatliches Rettungspaket. Das teilte die Fluggesellschaft am Montag nach einer Sitzung des Gremiums mit. Lufthansa muss Start- und Landerechte in Frankfurt und München abgeben. Die Hauptversammlung muss aber noch zustimmen. Die Aktionärsversammlung ist laut Mitteilung für den 25. Juni geplant. Auch die förmliche Genehmigung aus Brüssel steht noch aus.

Vorstandschef Carsten Spohr sagte, die Stabilisierung der Lufthansa sei kein Selbstzweck. «Gemeinsam mit der Bundesregierung muss es unser Ziel sein, unsere Spitzenposition im globalen Luftverkehr zu verteidigen. Für diese Perspektive sind wir allen an der Stabilisierung Beteiligten, inklusive unseren Kunden, Mitarbeitern und Aktionären dankbar», wird Spohr in der Mitteilung zitiert.



Damit ist der Konzern, zu dem auch die Swiss gehört, einen grossen Schritt weiter gekommen. In der letzten Aufsichtsratssitzung am vergangenen Mittwoch hatte der Aufsichtsrat die Entscheidung zur Annahme des staatlichen Rettungspakets über neun Milliarden Euro noch vertagt. Als Grund hatte das Unternehmen in Frankfurt mögliche Auflagen der EU-Kommission genannt, die bei einer Staatshilfe die Start- und Landerechte an verschiedenen Flughäfen überprüfen könnte.

15.23 Uhr: Daniel Koch trug bei Sprung in die Aare Neoprenanzug

Daniel Koch hat unter seinem Smoking einen Neoprenanzug getragen, der ihn vor Kälte geschützt habe, sagte Koch auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Wassertemperatur lag bei lediglich rund 14 Grad. Koch riet denn auch, die Aktion nicht einfach so nachzumachen.

«Ich geniesse jetzt meinen Ruhestand», sagte Koch in dem von Freunden aufgezeichneten Video, bevor er in die Aare sprang. Er hoffe, dass alle einen schönen Sommer geniessen könnten, sagte er weiter. Gleichzeitig erklärte er, die Pandemie sei noch nicht vorbei und die Menschen sollten sich weiterhin an die Hygienemassnahmen halten. Zudem riet er, sich registrieren zu lassen, damit bei Infektionen mögliche weitere Angesteckte rascher ausfindig gemacht werden könnten.

Koch, der als Behördenvertreter in der Corona-Krise bekannt war für seine ruhige Art, hatte mit dem Spruch anlässlich einer Medienkonferenz für Erleichterung und Schmunzeln gesorgt. Er hatte damit Lockerungen der Coronavirus-Massnahmen für den Sommer in Aussicht gestellt.

Kochs Aktion als Rentner kam im Internet gut an. Seine zwei auf Deutsch und Französisch publizierten Videos erhielten innert Stunden tausende von Likes und Kommentare.

15.12 Uhr: Slowakei öffnet Schulen erstmals wieder

Fast alle Grundschulen der Slowakei haben am Montag unter strengen Hygieneauflagen erstmals seit März wieder für die erste bis fünfte Schulstufe geöffnet. Für ältere Schüler gibt es hingegen weiterhin nur Online-Unterricht. Auch alle Kindergärten des Landes durften am Montag wieder öffnen. Präsidentin Zuzana Caputova, Regierungschef Igor Matovic und andere Spitzenpolitiker besuchten einzelne Schulen für Fototermine zur Wiedereröffnung.

Obwohl es in der Slowakei grundsätzlich eine neunjährige Schulpflicht gibt, ist die Teilnahme am Unterricht vorerst freiwillig. Die Eltern mussten voraus entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken. Obwohl die Slowakei zu den am wenigsten von Covid-19 betroffenen Ländern Europas zählt, ist die Furcht vor Ansteckungen auch aufgrund der täglich über Facebook verbreiteten Warnungen des populistisch-konservativen Regierungschefs Igor Matovic gross. Bildungsminister Branislav Gröhling schätzte die Zahl der Unterrichtsanmeldungen auf 70 bis 80 Prozent der Schüler.

15.01 Uhr: Party ohne Corona-Maske: Rumäniens Premier bezahlte Strafe

Rumäniens Ministerpräsident Ludovic Orban und vier Minister haben Bussgelder bezahlt, weil sie bei einer Geburtstagsfeier des Premiers in dessen Büro keine Corona-Masken getragen hatten. Ein Foto von dieser Szene war öffentlich geworden.

Wie die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax am Montag berichtete, bezahlte Orban 2500 Lei (rund 535 Franken) wegen des fehlenden Mund- und Nasenschutzes und 500 Lei, weil er bei der informellen Party auch eine Zigarette geraucht hatte. Eine Strafe in gleicher Höhe musste Aussenminister Bogdan Aurescu bezahlen, der sich dabei eine Zigarre gegönnt hatte. Rauchen ist in Rumäniens öffentlichen geschlossenen Räumen seit Jahren verboten. Wegen Corona ist derzeit dort auch ein Mund-Nasen-Schutz vorgeschrieben.

Wirtschaftsminister Virgil Popescu und Transportminister Lucian Bode kamen mit geringeren Bussgeldern davon, weil sie ohne Masken, aber auch ohne Tabak mitgefeiert hatten. Vize-Ministerpräsidentin Raluca Turcan wurde die geringste Bussgeldsumme von 1000 Lei auferlegt, weil sie bei der Feier ihre Maske zwar dabei hatte, aber nur am Hals trug, also nicht vorschriftsmässig vor Mund und Nase.

14.50 Uhr: Estland und Litauen öffnen Grenzen und lockern Einschränkungen

Estland und Litauen haben zum 1. Juni ihre Grenzen wieder für Bürger aus europäischen Ländern mit niedrigen Coronavirus-Ansteckungsraten geöffnet. Auch die Bewohner der beiden baltischen EU-Staaten im Nordosten Europas können seit Pfingstmontag mehr Freiheiten geniessen: Die Beschränkungen für öffentliche Veranstaltungen und die Öffnungszeiten gastronomischer Betriebe wurden gelockert.

Auf Beschluss der Regierungen in Tallinn und Vilnius dürfen Bürger aus EU-Staaten, Länder des Schengenraums, Grossbritannien und Nordirland wieder in die beiden Ostseestaaten einreisen. Dabei entfällt die Quarantänepflicht für Einreisende aus Ländern mit einer Infektionsrate von bis zu 15 Fällen pro 100'000 Einwohner. Wer aus Ländern mit einer höheren Infektionsrate einreist, muss sich für zwei Wochen in häusliche Isolation begeben.

14.28 Uhr: In Thailand kann man einen Aufzug per Fuss bedienen

In einem Shoppingcenter in Bangkok kann man seit Kurzem den Aufzug per Fuss bedienen. Für jede Etage gibt es eine Pedale - ähnlich wie bei einem Schlagzeug. Man kann damit auch die Türen öffnen und schliessen. Vom Center heisst es, man versuche so in Zeiten von Covid-19 Kontakte zu reduzieren.

Auch andere Geschäfte in Thailand haben freiwillige Sicherheitsmassnhamen eingeführt, während sich das Land mit bisher rund 3000 bekannten Corona-Infektionen weiter öffnet. In einigen Restaurants gibt es Plastiksichtschutz an den Tischen. Auf einigen Stühlen steht, dass man sich dort nicht hinsetzen darf — um genügend Abstand zu halten.

Inzwischen sind in Thailand auch Massagestudios wieder geöffnet. Gesichtsmassagen dürfen jedoch als Corona-Vorsichtsmassnahme noch nicht angeboten werden. Und eine Person darf höchstens zwei Stunden massiert werden. Auch Fussball darf wieder gespielt werden — allerdings mit maximal zehn Zuschauern.

14.03 Uhr: «Mr. Corona» springt in die Aare

Daniel Koch ist in der Corona-Krise zu einer der bekanntesten öffentlichen Figuren in der Schweiz geworden. Vor allem seine besonnene Art machte Eindruck auf die Bürgerinnen und Bürger. Dass Koch auch Sinn für Humor hat, beweist er nun auf auf Instagram.

«Mr. Corona» Daniel Koch springt in die «bebadbare» Aare.
Screenshot / Instagram (daniel.koch_official)

Denn «Mr. Corona» ist auch für die Aussage bekannt, dass die Aare nun «bebadbar» sei — was man mitunter auch auf T-Shirts lesen kann. Das zeigte er nun kurzerhand selbst, indem er an seinem ersten Tag in Pension in die Aare sprang — im Anzug. Zuvor erinnerte er seine Follower aber noch einmal an die Einhaltung der Vorsichtsmassnahmen zum Infektionsschutz.

13.37 Uhr: WHO-Umfrage: Andere Patienten wegen Covid-19-Fokus weniger behandelt

Die Corona-Pandemie hat die Versorgung von anderweitig Kranken weltweit schwer beeinträchtigt. Das geht aus einer Umfrage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Mai in 155 Ländern hervor. «Länder müssen innovative Lösungen finden, um während des Kampfes gegen Covid-19 die wichtigen Gesundheitsdienste auch bei nicht übertragbaren Krankheiten aufrechtzuerhalten», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Covid-19 ist die Krankheit, die durch das Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöst werden kann.

Nach der Umfrage mussten 31 Prozent der Länder die Versorgung bei akuten Herz-Kreislauf-Problemen einschränken oder ganz unterbrechen. 42 Prozent beschnitten die Versorgung bei Krebspatienten, 49 Prozent bei Diabetes-Patienten und mehr als die Hälfte konnte die Versorgung bei Menschen mit Bluthochdruck nicht wie sonst aufrechterhalten. Reha-Programme wurden in 63 Prozent der Länder zurückgefahren. Vorsorgeprogramme, etwa zur Erkennung von Brustkrebs, waren auch betroffen. Besonders stark waren die Einschnitte in Ländern mit niedrigen Einkommen.

In den meisten Fällen wurden Termine abgesagt, weil Personal für die Behandlung von Covid-19-Patienten abgezogen wurde, oder weil Menschen wegen der Ausgehbeschränkungen nicht zu Terminen kommen konnten. An nicht übertragbaren Krankheiten sterben nach Schätzungen der WHO jedes Jahr 41 Millionen Menschen. Das sind 71 Prozent der Todesfälle weltweit.

13.04 Uhr: Kolosseum in Rom geöffnet: «Symbolischer Moment»

Das Kolosseum in Rom kann nach rund drei Monaten Corona-Sperre wieder besichtigt werden. «Das ist ein symbolischer Moment für Rom und für Italien», sagte die Direktorin des Archäologischen Parks am Kolosseum, Alfonsina Russo.

Das Amphitheater ist eine von Italiens beliebtesten Tourismus-Attraktionen. Die Neuöffnung des antiken Baus und der umliegenden Ruinen-Areale am Forum Romanum und dem Palatin-Hügel zeige, dass Italien sich erhole, so Russo. Die Krise bedeute für das Kolosseum einen Wandel. Früher seien am Tag rund 20'000 Menschen herein geströmt, jetzt habe man den Zugang beschränkt: Die Besucherzahl solle bei 1000 bis 1600 pro Tag liegen.

12.54 Uhr: Auslandschweizer können nicht reisen: Kongress in Lugano verschoben

Die Auslandschweizer haben ihren für diesen August geplanten jährlichen Kongress in der Heimat abgesagt. Grund ist die Coronavirus-Pandemie. Der Kongress soll zwar in Lugano TI stattfinden, aber erst im August 2021, wie die Auslandschweizer-Organisation (ASO) am Montag mitteilte.

Aufgrund der anhaltenden weltweiten Unsicherheiten, den stark eingeschränkten Reisemöglichkeiten und den in der Schweiz geltenden Restriktionen für grössere Anlässe habe es sich als unmöglich erwiesen, an der Durchführung des stark international ausgerichteten Kongresses festzuhalten, hiess es in der Mitteilung.

Die ASO habe deshalb entschieden, den Kongress auf die Zeit vom 20. bis 22. August 2021 zu verschieben. Gleich bleiben würden der Austragungsort und das Kongressthema. Im «Palazzo dei Congressi» in Lugano solle das Thema «Welche Herausforderungen für unsere Demokratie?» erörtert werden.

770'900 Schweizer und Schweizerinnen lebten 2019 ausserhalb der Landesgrenzen. Die Auslandschweizer-Gemeinde ist damit gemessen an der Bevölkerungszahl der viertgrösste Kanton.

12.35 Uhr: Niederlande öffnen Restaurants und Cafés

Nach zehn Wochen Corona-Krise darf man in den Niederlanden wieder Restaurants, Museen und Kinos besuchen. Um 12.00 Uhr öffneten am Montag auch Cafés, Theater und Strandpavillons unter Auflagen wieder die Türen. Gastwirte, aber auch Kultureinrichtungen dürfen jeweils nur 30 Gäste empfangen. Diese müssen eineinhalb Meter Sicherheitsabstand halten. Alle Besucher, auch von Museen und Kneipen, müssen vorab reservieren.

Im öffentlichen Nahverkehr muss nun ein Mundschutz getragen werden. Bürger mit Beschwerden können sich künftig ohne Überweisung testen lassen. Die niederländische Regierung baut die Corona-Massnahmen stufenweise ab. Am 1. Juli sollen die Regeln weiter gelockert werden. Dann dürfen Restaurants, Cafés und kulturelle Einrichtungen jeweils bis zu 100 Besucher empfangen.

Die Zahl der Neuinfektionen nimmt in den Niederlanden seit einigen Wochen stetig ab. Auf dem Höhepunkt der Pandemie Anfang April wurden im Schnitt täglich 500 Menschen in die Krankenhäuser eingeliefert. Vergangene Woche waren es im Schnitt neun. Etwa 6000 Menschen sind nachweislich an Covid-19 gestorben.

12.21 Uhr: Volle Postautos zu Pfingsten — Passagiere tragen kaum Masken

Am sonnigen Pfingstwochenende sind in der Schweiz viele Naherholungsgebiete sehr gut besucht gewesen. Sehr beliebt waren Ausflugsziele in den Bergen, dies führte teilweise zu verstopften und gesperrten Strassen. Auch die Postautos waren sehr stark ausgelastet.

Sehr wenige Fahrgäste trugen Masken, wie eine Sprecherin von PostAuto  gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. In der Deutsch- und in der Westschweiz würden weniger als fünf Prozent der Reisenden Masken tragen, obwohl in den Fahrzeugen gezeigte Videos die Passagiere dazu ermuntern würden.

Es gebe keinen Unterschied zwischen den beiden Regionen, sagte die Sprecherin. Im Tessin dagegen, einem der am stärksten von der Pandemie betroffenen Kantone, würden rund zwanzig Prozent der Fahrgäste in den Bussen Masken tragen.

Beliebte Naherholungsgebiete im Kanton Glarus und Zug meldeten am Wochenende starke Frequenzen, wie es beim Verkehrsdienst Viasuisse und den beiden Kantonspolizeien hiess. Auch im Berner Oberland stockte der Verkehr teilweise. Im Kanton Bern wasserten etliche Gummiboote bei Thun in die Aare ein und liessen sich Richtung Bern treiben.

Nicht nur in den Bergen war viel Volk unterwegs, auch in den Städten genossen die Menschen die sommerliche Stimmung. So waren in Chur an diesem Wochenenden tendenzielle wieder mehr Leute unterwegs, vor allem Freitag und Samstag, wie es am Montag auf Anfrage hiess. Die Verhaltensregeln bezüglich Covid-19 seien jedoch problemlos eingehalten worden.

Die Kantonspolizei Basel-Stadt hielt auch über Pfingsten ihre Kontrolltätigkeit hoch und markierte an den Hotspots Präsenz. Die Auflagen wurden am Wochenende auch dort von den Betrieben und der Bevölkerung grossmehrheitlich eingehalten.

Am Samstag waren weitere Lockerungen der Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie in Kraft getreten. So sind spontane Versammlungen mit über fünf bis 30 Personen erlaubt, was vielerorts genutzt wurde. Die Distanz- und Hygieneregeln gelten aber weiterhin.

12.04 Uhr: Neun neue Ansteckungen mit dem Coronavirus

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages neun neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Damit liegt die Zahl seit langem im einstelligen Bereich. Am Sonntag und Samstag waren je 17 neue Fälle gemeldet worden, am Freitag 32.

Insgesamt gab es 30'871 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag mitteilte. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Viele Kantone haben die Zahlen über das Pfingstwochenende nicht aktualisiert.

Corona-Pandemie: In der Schweiz werden weiterhin täglich Tests durchgeführt. 
KEYSTONE/TI-PRESS/ALESSANDRO CRINARI (Symbolbild)

Das BAG gab die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 mit 1657, gleich viele wie am Vortag. Das entspreche 19 Todesfällen pro 100'000 Einwohner. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Montagmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, belaufen sich bisher insgesamt auf 399'215. Bei neun Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gab es 360 Ansteckungen.

11.48 Uhr: Südafrika hebt strikten Alkoholbann auf

Lange Schlangen und Freudentänze vor Südafrikas Spirituosenläden: Nach gut zweimonatigem Alkoholverbot im Rahmen der Corona-Restriktionen hat der Kap-Staat am Montag seinen Verkaufsbann für Wein, Bier oder Schnaps aufgehoben. Viele Menschen sagten vor laufender Kamera, dass sie sich bereits ab 6.00 Uhr in die Warteschlangen eingereiht hätten.

Die meisten Bereiche der Wirtschaft wurden ebenso wie die Schulen wieder vorsichtig geöffnet. Ausgenommen von den Lockerungen der strikten Corona-Restriktionen — von der Stufe vier aufs jetzige Niveau drei — blieb allerdings der Tabakbann. Die Tabakindustrie des Landes geht nun gerichtlich dagegen vor.

Südafrika hatte Ende März im Kampf gegen das Coronavirus eine landesweite Ausgangssperre verhängt. Sie galt als eine der strengsten weltweit — verboten waren lange Zeit selbst Jogging- oder Gassigeh-Runden. Viele Südafrikaner besannen sich angesichts des Alkoholbanns auf alte Traditionen. Sie brauten entweder das traditionelle Sorghum-Bier Umqombothi oder brannten den Obstschnaps Mampoer selber. In den Medien machten auch Rezepte für Ananas-Bier die Runde.

Wirtschaftsexperten sagen dem Land einen gewaltigen Verlust von Arbeitsplätzen sowie das Zusammenbrechen zahlreicher kleiner oder mittlerer Betriebe voraus. In Südafrika wurden bislang mehr als 32'600 Fälle von Covid-19 und 683 Todesfälle bestätigt.

11.27 Uhr: Belgischer Prinz entschuldigt sich nach Skandal-Party

Ein positiv auf Corona getesteter Neffe von Belgiens König Philippe hat sich in Spanien nach seiner Teilnahme an einer wegen der Pandemie illegalen Party entschuldigt. «Ich bereue meine Handlungen zutiefst und akzeptiere die Konsequenzen», schrieb Prinz Joachim in einer Mitteilung an spanische Medien. Die spanischen Behörden hatten zuvor wegen des Verdachts auf Verstoss gegen die Corona-Bestimmungen bereits Ermittlungen eingeleitet.

Joachim hatte am Dienstag voriger Woche im südspanischen Córdoba an einer Feier einer Familie teilgenommen, die nach Angaben der spanischen Behörden insgesamt 27 Teilnehmer hatte. Zu dem Zeitpunkt waren in der Region Andalusien wegen des Virus nur Zusammenkünfte von maximal 15 Personen zulässig.

Nachdem das Königshaus in Brüssel von einem Treffen mit höchstens zwölf Personen gesprochen hatte, bekräftigte die Regionalregierung Andalusiens ihre Angaben. Nach einer Welle der Kritik ging am Sonntagabend auch Regionalpräsident Juanma Moreno mit dem Prinzen und der in der Region sehr bekannten Gastgeber-Familie hart ins Gericht: «Ein solches Verhalten darf sich nicht wiederholen. Das ist eine enorme Verantwortungslosigkeit.» Man gefährde damit nicht nur sich selbst, sondern die «gesamte Gesellschaft».

11.10 Uhr: Initiativ-Komitees dürfen wieder sammeln

Seit dem heutigen Montag sind in der Schweiz Unterschriftensammlungen in der Öffentlichkeit wieder erlaubt. Der Fristenstillstand aufgrund der Coronavirus-Krise war am Sonntag abgelaufen. Die Initiative- und Referendumskomitees müssen sich an ein Schutzkonzept halten.

«Initiativen und Referenden gehören zu unserer Demokratie wie Hefe in den Zopf. Ab heute kann man wieder Unterschriften sammeln», teilte Bundesratssprecher André Simonazzi im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Laut der Bundeskanzlei befinden sich gegenwärtig 15 Volksbegehren im Sammelstadium. Darunter sind etwa Initiativen zur Pflegefinanzierung, für eine 13. AHV-Rente und für ein E-Voting-Moratorium.

Unter Hygieneauflagen wieder möglich: das Unterschriftensammeln für eidgenössische Initiativen oder Referenden. 
KEYSTONE/ALEXANDRA WEY (Symbolbild)

10.58 Uhr: Armenischer Regierungschef Paschinjan mit Corona infiziert

In der Südkaukasusrepublik Armenien hat sich Regierungschef Nikol Paschinjan an seinem 45. Geburtstag wegen einer Coronavirus-Infektion in häusliche Quarantäne begeben. Das teilte der Politiker in der armenischen Hauptstadt Eriwan mit. Er selbst habe keine Symptome, aber auch Tests bei den übrigen Familienmitgliedern hätten eine Sars-CoV-2-Infektion bestätigt. Die Infektion sei entdeckt worden, als er vor einem geplanten Besuch beim Militär des Landes einen Test auf Corona gemacht habe. Seine Amtsgeschäfte wolle er von zu Hause fortsetzen, teilte er mit.

Paschinjan meinte, er habe sich womöglich angesteckt, als ihm ein Kellner bei einem Arbeitstreffen ohne Handschuhe ein Glas Wasser gebracht habe. Bei dem Mann sei eine Corona-Infektion inzwischen ebenfalls bestätigt. Kremlchef Wladimir Putin gratulierte Paschinjan zum Geburtstag und wünschte ihm «Gesundheit und Glück».

In dem christlich geprägten Land in Nachbarschaft zum Iran waren mit Stand Montag 9402 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Amtlich bestätigt waren 194 Todesfälle. In der Ex-Sowjetrepublik gilt noch bis 13. Juni der Ausnahmezustand, der aber fast nur Bildungseinrichtungen betrifft. Für die Wirtschaft in dem verarmten Land gibt es keine Einschränkungen.

10.28 Uhr: Grosser Basar in Istanbul nach Corona-Pause wieder geöffnet

Der berühmte Grosse Basar von Istanbul ist nach mehr als zwei Monaten Pause wegen der Corona-Pandemie wieder für Besucher zugänglich. Es öffneten zunächst nur 11 der insgesamt 22 Tore des Basars, sagte Gouverneur Ali Yerlikaya. Zudem gelte eine Maskenpflicht.

Der Goldhändler Fatih Lebit sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wir sind sehr glücklich, das hier ist ein historischer Ort.» Es gebe schon am ersten Tag viele Besucher, aber der Basar sei nicht so belebt wie gewöhnlich. «Es sind keine Touristen da», sagte er.

Ankara hofft ab Mitte Juni auf ausländische Touristen und erwartet, dass die Bundesregierung ihre weltweite Reisewarnung noch vor den Sommerferien auch vor die Türkei aufhebt. Ihren internationalen Flugverkehr wollte die Türkei zuletzt am 10. Juni wieder aufnehmen.

Der Grosse Basar, der ab dem 15. Jahrhundert gebaut und ausgeweitet wurde, ist eine der beliebtesten Touristenattraktionen in der Türkei. In dem oft dicht bevölkerten Labyrinth aus überdachten Gängen gibt es laut dem Chef des Ladenbesitzer-Verbandes, Hasan Firat, rund 3600 Läden. Der Tourismus ist eine der wichtigsten Einkommensquellen für das Land, dessen Wirtschaft und Währung schon länger stark schwächeln.

9.39 Uhr: Russland beginnt trotz hoher Corona-Zahlen mit grösseren Lockerungen

Das stark vom Coronavirus betroffene Russland lässt an diesem Montag trotz steigender Infektionszahlen erstmals grössere Lockerungen zu. Nach mehr als zwei Monaten strenger Ausgangssperren dürfen etwa die Menschen in Moskau — Europas grösster Stadt — an einzelnen Tagen wieder zu Spaziergängen auf die Strasse. Erlaubt ist auch Sport zwischen 5.00 Uhr und 9.00 Uhr morgens. Allerdings gilt eine verschärfte Maskenpflicht. Zum ersten Mal muss der Mund- und Nasenschutz auch im Freien getragen werden – bisher nur in öffentlichen Räumen und Verkehrsmitteln.



Es öffnen in Moskau auch wieder Einkaufszentren sowie Dienstleister wie chemische Reinigungen und Reparaturwerkstätten. Dadurch können in der Hauptstadt mehr als 300'000 Menschen zum ersten Mal seit Monaten wieder zur Arbeit. Geschlossen bleiben unter anderem Friseure, Gaststätten, Schulen und Kultureinrichtungen.

Vor allem der Druck seitens der Wirtschaft ist gross in Russland, Produktion und Handel wieder zuzulassen. Das Riesenreich steckte schon vor der Pandemie in einer Wirtschaftskrise. Die Kritik an der Politik im Kampf gegen Corona nimmt seit Wochen zu – auch weil die Zahl der Infektionen mit zunehmender Schärfe der Einschränkungen gestiegen und nicht gesunken war. In sozialen Netzwerken beklagen Bürger millionenfach ein Durcheinander an Regelungen und Chaos bei der Verhängung von Strafen wegen Verstössen gegen Vorschriften.

9.04 Uhr: Homeoffice in Japan: Experten plädieren für Verhaltensregeln

Die Corona-Krise hat in Japan eine Diskussion über neue Arbeitsstile bewirkt. Dazu gehört das Arbeiten im Homeoffice, was während des inzwischen aufgehobenen Notstands auch in der Nummer Drei der Weltwirtschaft vermehrt eingesetzt wurde. Doch dies habe nicht nur praktische Aspekte, sondern berge auch das Risiko von Belästigungen am heimischen Arbeitsplatz, wie das führende japanische Wirtschaftsblatt «Nikkei» unter Berufung auf Experten berichtete. Zu häufige Kontaktaufnahmen durch Chefs aus Zweifel, ob Mitarbeiter auch wirklich zu Hause arbeiten, könnten zum Beispiel bei den Betroffenen das Gefühl ständiger Überwachung schaffen, hiess es.

Schriftliche Anweisungen per email könnten zudem als harscher Befehlston empfunden werden. Bei Videokonferenzen von zu Hause bestehe zudem die Furcht vor einer Verletzung der Privatsphäre durch Vorgesetzte und Kollegen, hiess es. Experten sprechen daher bereits von «remote harassment» und plädieren für klare Verhaltensregeln.



Japan will als Lehre aus der Corona-Krise die Digitalisierung vorantreiben. So will die Regierung das Arbeiten im Homeoffice fördern. Japan hinkt ungeachtet seines Rufes als Hochtechnologieland in Sachen Digitalisierung deutlich hinter anderen Ländern hinterher. Unzählige Japaner mussten trotz Notstands auch deswegen ins Büro, weil Japans Verwaltungsvorschriften verlangen, dass Dokumente einen «hanko» (Stempel) tragen. Volkswirte rechnen denn auch in Japan mit einem Riesensprung in Richtung Digitalisierung und neue Arbeitsstile.

8.41 Uhr: Zollabfertigung in Österreich um fast ein Drittel eingebrochen

Die Zollabfertigung in Österreich ist zum Höhepunkt der Coronavirus-Krise um knapp 30 Prozent eingebrochen. Die Zollanmeldungen sind von Jahresbeginn an bis Mitte Mai im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zudem um 9 Prozent gesunken. Die Einfuhrumsatzsteuer brach obendrein im Betrachtungszeitraum um 11,7 Prozent ein.

Konkret zeigen die Daten des Finanzministeriums vom Montag, die der Nachrichtenagentur APA vorliegen, dass es voriges Jahr bis 17. Mai noch 1,17 Millionen Zollanmeldungen gab. In diesem Jahr waren es im gleichen Zeitraum 1,06 Millionen. An Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) wurden voriges Jahr im Vergleichszeitraum 1,48 Millionen Euro erhoben — dieses Jahr waren es bisher 1,3 Millionen Euro.

«Wir liegen zwar immer noch unter dem Niveau vom Vorjahr, aber der Warenverkehr dürfte langsam wieder anziehen», sagte Österreichs Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) gegenüber der APA. «Über das Jahr gesehen wird die Bilanz wahrscheinlich negativ bleiben», so Blümel weiter. Die Daten zeigen auch, dass die Exporte durch die Coronavirus-Krise stärker zurückgehen als die Importe.

8.28 Uhr: Aerosol-Experte: Zu Corona-Übertragung noch viel Forschung nötig

Eine wichtige Rolle bei der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus spielen nach Einschätzung von Experten sogenannte Aerosole. Doch viele Fragen sind dabei noch offen. «Da muss viel Forschungsarbeit gemacht werden», sagte der frühere Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin, Gerhard Scheuch, in Gemünden (Wohra) der Deutschen Presse-Agentur. Als Beispiele nannte er, wie sich das Virus über Aerosole beim Sprechen verbreitet oder wie sich unterschiedliche Temperaturen auf das Überleben des Erregers auswirken. «Aber es wird gerade immer mehr in die Richtung geforscht.»

Aerosole sind ein Gemisch aus festen oder flüssigen Schwebeteilchen in der Luft. Solche Teilchen können beispielsweise Partikel von Sars-CoV-2 sein. «Wir sind ziemlich sicher, dass Aerosole einer der Wege sind, über die sich Covid-19 verbreitet», sagte Scheuch, der eine Firma für Bio-Inhalation führt. Hingegen spielen etwa Schmierinfektionen nach seiner Aussage eine geringere Rolle.

8.17 Uhr: Über eine halbe Million Infizierte in Brasilien

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Brasilien ist auf über eine halbe Million gestiegen. Rund 515'000 Menschen haben sich bisher nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.

Dies teilte das Gesundheitsministerium des südamerikanischen Landes am Sonntag (Ortszeit) mit. Nach den USA ist Brasilien das Land mit den meisten Coronavirus-Infektionen weltweit. Da im grössten Staat Lateinamerikas relativ wenig getestet wird, dürfte die tatsächliche Zahl der Infizierten allerdings noch wesentlich höher sein.

In Brasilien steigt die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen auf über eine halbe Million. (Archivbild)
KEYSTONE/AP/Leo Correa

Mindestens 29'314 Patienten sind bisher im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Damit liegt Brasilien nach den USA, Grossbritannien und Italien bei der Zahl der Todesopfer der Pandemie an vierter Stelle. In vielen Städten Brasiliens haben die Spitäler bereits ihre Belastungsgrenze erreicht. Die Behörden richten provisorische Kliniken in Fussballstadien ein und lassen auf riesigen Flächen neue Gräber ausheben.


Die Schweiz meldete am Sonntag 17 neue Coronavirus-Infektionen. Insgesamt gab es 30'862 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Sonntag mitteilte. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 in allen Kantonen zusammen betrug nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Sonntagmittag 1'920, gleich viele wie am Vortag.

Weltweit haben sich nach Angaben der Johns-Hopkins-University seit Beginn der Pandemie mehr als sechs Millionen Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die Zahl der Toten in Brasilien steigt rasant an, in Russland stieg die Zahl der Infizierten auf über 400'000. Derweil öffneten in Italien wieder Sehenswürdigkeiten wie der Schiefe Turm von Pisa, in Paris waren die Cafés wieder geöffnet. Spanien indes verlängerte den Notstand.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat US-Präsident Donald Trump aufgefordert, den angekündigten Bruch mit der Weltgesundheitsorganisation WHO zu überdenken.


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