Riff-Kollision und Todesfall Kreuzfahrt-Passagiere packen nach Horror-Reise aus und rechnen ab

Oliver Kohlmaier

2.1.2026

Die Coral Adventurer lief während einer Kreuzfahrt auf ein Riff.
Die Coral Adventurer lief während einer Kreuzfahrt auf ein Riff.
Coral Expeditions

«Es ist eine Schande»: Über 10'000 Franken bezahlten die Passagiere für eine zwölftägige Luxusreise – doch das Schiff läuft auf ein Riff. Das Unternehmen steht bereits wegen eines Vorfalls im Oktober unter Druck.

Redaktion blue News

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  • Das Kreuzfahrtschiff «Coral Adventurer» ist während einer zwölftägigen Luxusreise rund 30 Kilometer vor Port Moresby in Papua-Neuguinea auf ein Riff gelaufen.
  • Während Behörden das Schiff festsetzen, muss das Unternehmen massive Kritik von den Passagieren einstecken.
  • Seit zwei Monaten wird bereits wegen einem anderen Fall gegen das Unternehmen ermittelt.
  • Während eines Zwischenstopps bei einer Weltumseglung war eine Frau auf einer abgelegenen Insel zurückgelassen worden. Die 80-jährige kam dabei ums Leben.

Noch immer ermitteln die Behörden wegen eines Todesfalls auf einer abgelegenen australischen Insel. Nun gerät die Reederei Coral Expeditions erneut unter Druck, nachdem ein Kreuzfahrtschiff vor Papua-Neuguinea gestrandet ist.

Die Coral Adventurer war mit 123 Personen an Bord am 18. Dezember in Cairns für eine zwölftägigen Luxusreise ausgelaufen. Die Passagiere hatten jeweils mehr als 13'000 Dollar (rund 10'300 Franken) bezahlt. Doch die Kreuzfahrt war abrupt zu Ende, als das Schiff am 27. Dezember vor der Küste von Finschaffen, östlich von Lae und etwa 30 Kilometer nördlich von Port Moresby, auf ein Riff lief.

Nach Angaben des Australian Transport Safety Bureau neigte sich das Schiff nach der Kollision um sechs Grad und steckte fest. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt.

Kreuzfahrtschiff festgesetzt

«Enttäuscht, desillusioniert und es ist eine Schande», sagte ein Reisender nach der Rückkehr in Cairns zum TV-Sender 7News. «Wir hatten 20 Sekunden lang Erschütterungen, und das war nicht angenehm.»

Die Passagierin Ursula Daus aus Berlin sagte, sie habe sich «in Gefahr» gefühlt. «Und dann sagten sie uns, wir seien noch vier Tage lang in Sicherheit. Es war schrecklich», berichtete sie.

Die australische Behörde für Seeverkehrssicherheit hat das Kreuzfahrtschiff indessen festgesetzt, um zu untersuchen, was während der letzten Reise schiefgelaufen ist. Die Betreiber des Schiffes teilten gegenüber der britischen Zeitung «Daily Mail» mit, dass bei ersten Untersuchungen durch Taucher keine nennenswerten Schäden am Schiffsrumpf festgestellt worden seien.

«Coral Expeditions bedauert die Strandung seines Schiffes und entschuldigt sich bei unseren Passagieren», erklärt das Unternehmen schliesslich in einer Medienmitteilung. Den gestrandeten Reisenden seien Rückerstattungen oder Rabatte angeboten worden.

Berichten zufolge wurde die Coral Adventurer nach einer koordinierten Aktion mehrerer Behörden am Silvesterabend «wieder flottgemacht». Nachdem die Passagiere von Bord gegangen waren, wurden sie mit Bussen, zum Nadzab Tomodachi International Airport gebracht und mit einem gecharterten Flugzeug nach Cairns geflogen.

Das Schiff wird voraussichtlich nach Erteilung der Genehmigung nach Cairns zurückkehren.

80-jährige verstirbt auf abgelegener Insel

Die jüngste Krise der Reederei ereignete sich nur zwei Monate nach einem tragischen Todesfall, der weltweit Schlagzeilen machte. Eine Grossmutter aus dem australischen Bundesstaat New South Wales verstarb, nachdem sie bei einem Zwischenstopp auf einer abgelegenen Insel zurückgelassen worden war.

Die 80-jährige Suzanne Rees wurde Ende Oktober während einer Zwischenstation auf Lizard Island zurückgelassen, als sie an einer 80'000 Dollar (rund 63'500 Franken) teuren Weltumsegelung teilnahm.

Rees war auf dem Weg zum Gipfel des höchsten Berges der Great Barrier Reef-Insel, kehrte jedoch um, als sie zu erschöpft war. Sie schaffte es nicht zurück an Bord des Schiffes, was ernsthafte Fragen hinsichtlich der fünfstündigen Verzögerung bei der Suche aufwirft. Die Ermittlungen zu dem Todesfall dauern noch immer an.