Mehrere Infektionen in der Schweiz — Grossanlässe abgesagt 

Agenturen/dor/uri/tjb/toko

27.2.2020 - 22:00

Acht Infektionen mit dem neuen Coronavirus sind in der Schweiz bisher bestätigt. Mehrere Grossanlässe wurden abgesagt. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

In der Schweiz wurden inzwischen acht Infektionen mit dem neuen Coronavirus bestätigt. Nach dem Kanton Tessin wurden je ein Fall in den Kantonen Zürich, Basel Stadt, Genf, Waadt und Aargau bekannt. Graubünden meldete zwei infizierte Kinder.

Ausser einem dürften sich alle Erkrankten in Italien angesteckt haben. Alle Angesteckten waren in Spitälern isoliert. Bei der nicht in Italien angesteckten Ausnahme handelt es sich um einen Grenzgänger aus Frankreich, dessen Coronavirus-Infektion der Kanton Waadt am Donnerstagabend als bestätigte meldete.

Zudem wurden in der Schweiz mehrere Veranstaltungen abgesagt —Fasnachtsveranstaltungen im Tessin schon am Mittwoch. Andere Grossanlässe folgten: Tausende Breitensportler müssen auf den Engadiner Skimarathon verzichten. Der Wettkampf kann wegen des Coronavirus nicht ausgetragen werden.

In Genf wird die Uhrenmesse «Watches & Wonders» nicht stattfinden. Bereits früh, rund zwei Monate vor dem geplanten Messestart haben die Veranstalterin die Reissleine gezogen. Noch unklar bleibt, ob die «Baselworld» durchgeführt werden kann. Am Genfer Autosalon, der am 5. März beginnt, reduzieren diverse Aussteller ihre Präsenz.

Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweiz hat inzwischen acht bestätigte Covid19-Fälle.
  • Hotline des Bundesamts für Gesundheit wird neu rund um die Uhr betreut.
  • Der Engadiner Skimarathon und der Genfer Uhrensalon werden wegen des Coronavirus abgesagt.
  • Die Schweizer Börse befindet sich weiter auf Talfahrt.
  • China und Südkorea melden Hunderte neue Coronavirus-Fälle.
  • Die Zahl der Infizierten in Italien steigt auf 650.

21.15 Uhr: Nunmehr acht Coronavirus-Fälle in der Schweiz

Der aus dem Kanton Waadt gemeldete Fall ist der erste, bei dem eine Ansteckung nicht in Italien erfolgte. Wie der Kanton Waadt am Donnerstagabend mitteilte, handle es sich bei dem Patienten um einen 49-jährigen Grenzgänger aus Frankreich.

Auch dessen Frau zeige demnach Symptome. Das Ehepaar komme aus Frankreich und arbeite in der Waadt, hiess es.

Es handle sich um einen Grenzfall — die Behörden Frankreichs und der Schweiz arbeiten daher eng zusammen.

20.25 Uhr: Siebte Infektion in der Schweiz

Das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt meldet die erste Coronavirus-Infektion auf seinem Gebiet. Das ist die siebte in der Schweiz. Die betroffene Frau arbeitet in einer Kindertagesstätte. Deshalb sind Abklärungen unter den Kindern nötig. Die Kinder kommen in Quarantäne.

Allerdings stand die Bestätigung durch das Referenzlabor in Genf noch aus, wie es in einem Communiqué vom Donnerstagabend hiess. Die in Basel wohnhafte Frau wurde im Universitätsspital Basel isoliert. Ihr geht es den Umständen entsprechend gut.

In der Kindertagesstätte, in der sie arbeitet, werden normalerweise rund hundert Kinder betreut. Da Ferien sind, kam nur ein Teil der Kinder mit der Infizierten in Kontakt.

Die Kantonsbehörden nahmen Kontakt zu den Eltern auf, damit sie den Vorfall einordnen können und wissen was zu tun ist, sollten Symptome auftreten. Die Kinder müssen 14 Tage in Quarantäne.

Zusätzlich zu diesem Fall meldete Basel-Stadt einen Verdachtsfall. Für einen jungen Mann mit Wohnsitz ausserhalb des Kantons fiel der Test im Universitätsspital positiv aus. Das Gesundheitsdepartement teilte mit, der Mann sei mit der erkrankten Tagesstättenbetreuerin und weiteren Personen in Mailand gewesen

20.00 Uhr: Facebook sagt Entwicklerkonferenz ab

Facebook hat seine für Anfang Mai geplante Entwicklerkonferenz F8 wegen der Coronavirus-Gefahr abgesagt. Das Online-Netzwerk habe sich entschieden, der Gesundheit und Sicherheit von Partnern und Mitarbeitern den Vorrang einzuräumen, hiess es in einem Blogeintrag am Donnerstag.

Bei der F8 stellt Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg traditionell neue Produkte vor und gibt einen Ausblick auf die Strategie des Online-Netzwerk. Die diesjährige Auflage sollte am 5. und 6. Mai im kalifornischen San Jose stattfinden.

19.30 Uhr: Drei bestätigte Fälle in Wien

Das Coronavirus ist auch in Wien angekommen. Am Donnerstag wurden die ersten drei Erkrankungen in der österreichischen Hauptstadt bestätigt, zudem standen noch die Testergebnisse von zwei Kindern aus. Beim ersten bestätigten Covid-19-Patienten in Wien handelt es sich laut den Behörden um einen 72-Jährigen, der bereits seit zehn Tagen mit Grippesymptomen im Krankenhaus lag. Auf das neue Coronavirus wurde er laut Gesundheitsstadtrat routinemässig getestet. Er sei «schwer erkrankt» und werde künstlich beatmet, teilte der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) mit. Im Ausland sei der Mann nicht gewesen.

Am Abend wurden dann die Covid-19-Erkrankungen eines Ehepaars bestätigt, das mit seinen beiden Kindern im Urlaub in Norditalien gewesen sein soll. Die Kinder zeigten ebenfalls Krankheitssymptome, die Testergebnisse stünden aber noch aus, teilte der KAV der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit. Alle vier Familienmitglieder hätten leichte Symptome. Insgesamt wurden damit in Österreich seit dem Ausbruch des neuartigen Virus fünf bestätigte Fälle gemeldet.

19.15 Uhr: Das ist die Quarantänestation in Prêles

Der Kanton Bern bereitet derzeit in einem ehemaligen und leerstehenden Jugendheim von Prêles zwei Wohnungen für Quarantäne-Plätze vor.

Die Vorsichtsmassnahme sei nach den ersten Fällen in der Schweiz getroffen worden.

19.05 Uhr: Mehrfachinfektionen laut Experte möglich

Eine Frau in Japan hat sich laut Behörden in Osaka zum zweiten Mal mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Mehrfache Infektionen seien nicht auszuschliessen, erklärte ein Experte der Universität Bern. Das Immunsystem sei dann jedoch deutlich besser vorbereitet.

Warum die Krankheitsverläufe bei Menschen unterschiedlich ausfallen, ist unklar, sagte Dijkman. «Das ist eine der Fragen, an der die Forschungsgemeinschaft mit Hochdruck arbeitet.»

19.00 Uhr: Nunmehr 650 Infizierte in Italien

Die Zahl der mit dem neuen Coronavirus Infizierten in Italien steigt trotz aller Eindämmungsmassnahmen weiter. Mittlerweile seien 650 Menschen positiv getestet worden, sagte Zivilschutzchef Angelo Borrelli in Rom. Am Vorabend waren es rund 400 Infizierte. Die gute Nachricht sei aber, dass Dutzende wieder genesen seien. Die Zahl der Toten liege mittlerweile bei 17 (Vorabend 12). Die meisten Fälle gebe es nach wie vor in der nördlichen Lombardei, gefolgt von Venetien und Emilia-Romagna.

Aussenminister Luigi Di Maio warnte davor, die Gefahren durch den Virusausbruch zu übertreiben. Nur etwa 0,1 Prozent der gut 7900 Gemeinden in Italien seien wegen der Virus-Quarantäne gesperrt. Auf das Gebiet des Mittelmeerlandes bezogen seien 0,05 Prozent der Fläche betroffen — und zwar in den Regionen Lombardei und Venetien. Er hob hervor, dass der Tourismus bereits erheblich unter der Angst vor Ansteckung leide.

18.25 Uhr: Schweizer Börse weiter auf Talfahrt

Der Ausverkauf am Schweizer Aktienmarkt hat auch am Donnerstag keinen Halt gemacht. Das Coronavirus und die kaum absehbaren wirtschaftlichen Folgen für die Weltwirtschaft kommen immer mehr in den Köpfen der Investoren an. Die Nervosität ist laut Händlern phasenweis bereits in Panik umgeschlagen, was sich etwa auch in den extrem hohen Ausschlägen in kürzester Zeit manifestiert.

Nachdem die möglichen Auswirkungen des Coronavirus an den Aktienmärkten zuerst nicht sehr ernst genommen worden seien, sei nun das Gegenteil der Fall. «Das Szenario eines konjunkturellen Aufschwungs in diesem Jahr wird gerade still und heimlich in die Schublade zurückgelegt», meinte ein Händler. Die Märkte spielten wieder Rezessionsrisiken, die zuletzt eigentlich als überwunden gegolten hätten.

Zum Handelsschluss verlor der Swiss Market Index (SMI) 2,92 Prozent auf 10'205,46 Punkte, dies bei extrem hohen Handelsvolumen. Der Volatilitätsindex VSMI, auch als Angstbarometer bekannt, legte am Schluss um rund ein Fünftel auf gut 26 Zähler zu, was dem höchsten Stand seit Ende 2018/Anfang 2019 entspricht.

18.15 Uhr Fall in Zürich: Vorwürfe gegen Hausarzt

Die Patientin in Zürich sei am Montag erkrankt, wie die Gesundheitsdirektion mitteilte. «Entgegen den kantonalen Weisungen» sei sie in einer Arztpraxis untersucht und getestet worden. Am Donnerstagnachmittag lag den Angaben zufolge dann der bestätigte positive Test durch das Labor am Institut für medizinische Virologie der Universität Zürich vor. Die Frau wurde im Stadtspital Triemli hospitalisiert.

Wie die Gesundheitsdirektion in Erinnerung rief, findet im Kanton Zürich die Abklärung von Verdachtsfällen nicht in Arztpraxen sondern in neun festgelegten Spitälern statt. Das soll Untersuchungen und Tests bei gleichbleibender Qualität sicherstellen und eine Gefahr für Dritte ausschliessen.

Auch der Kanton Aargau hat seinen ersten Coronavirus-Fall. Es ist insgesamt der fünfte in der Schweiz.
Bild: Keystone/ELIA BIANCHI

18.10 Uhr: Iranische Vizepräsidentin an Covid-19 erkrankt

Die iranische Vizepräsidentin Massumeh Ebtekar ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna vom Donnerstag ist die 59-Jährige derzeit unter ärztlicher Aufsicht zuhause.

Alle Mitglieder ihres Teams in der Abteilung für Frauen- und Familienrechte im Präsidialamt müssen nun ebenfalls getestet werden. Schon am Dienstag war das Coronavirus Sars-CoV-2 bei Iradsch Harirtschi, dem stellvertretenden Gesundheitsminister und Coronavirus-Beauftragten im Land, nachgewiesen worden.

18.05 Uhr: 15 Verdachtsfälle aus Solothurn gemeldet

Im Kanton Solothurn werden derzeit rund 15 Coronavirus-Verdachtsfälle abgeklärt. Bislang gibt es keine durch Labortests bestätigten Fälle, wie Kantonsarzt Lukas Fenner am Donnerstag auf Anfrage mitteilte. Niemand befindet sich in Quarantäne.

Zurzeit seien grundsätzlich noch keine Einschränkungen von Veranstaltungen vorgesehen. Die Lage könne sich allerdings rasch ändern, hielt Fenner fest. Es sei sehr gut möglich, dass Veranstaltungen verboten würden.

Grundsätzlich richten sich Vorgehen und Vorkehrungen im Kanton Solothurn nach den Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und werden laufend mit den anderen Kantonen koordiniert, wie Fenner betont.

17.50 Uhr: Auch eine Zürcherin erkrankt

Im Kanton Zürich hat sich gemäss Behörden die erste Ansteckung mit dem Coronavirus bestätigt. Der Fall ist die sechste bestätigte Infektion mit dem Coronavirus in der Schweiz. Betroffen ist eine 30-Jährige, die bis vor einer Woche in Mailand war.

Laut Gesundheitsdirektion sei die Patientin im Stadtspital Triemli hospitalisiert worden.

17.40 Uhr: Aargauer steckte sich in Norditalien an

Die Analyse des Referenzlabors für neu auftretende Viruserkrankungen (NAVI) in Genf bestätigte laut Behördenangaben, dass sich ein Mann aus dem Aargau mit dem Coronavirus (SARS-Co-V2) angesteckt habe. Er befindet sich im Kantonsspital Aarau in Isolation.

Sein Gesundheitszustand ist gut. Personen mit engem Kontakt zum infizierten 26-Jährigen wurden unter Quarantäne gestellt. Er hat sich vor rund einer Woche auf einer Geschäftsreise in Verona in Norditalien aufgehalten. Nach der Rückkehr erkrankte er und blieb zu Hause.

17.26 Uhr: Fünfter Fall im Aargau

Im Kanton Aargau ist ein 26-jähriger Mann positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies gab die Aargauer Staatskanzlei bekannt. Es handelt sich damit um den fünften bestätigten Erkrankungsfall in der Schweiz.

17.15 Uhr: Armee sagt Kadertagung ab

Das Verteidigungsdepartement (VBS) hat seinen für Freitag geplanten Kadertag wegen des Coronavirus vorsorglich verschoben. Ein Sprecher des VBS bestätigte eine entsprechende Meldung des Westschweizer Portals «24heures.ch».

Zu dem Anlass in Payerne VD waren rund 850 Personen erwartet worden, wie der Sprecher weiter sagte. Wann der Kadertag nun stattfinden kann, ist noch offen. Massnahmen hat die Armee wegen des Virus auch im Tessin getroffen: Seit Mittwoch haben die Rekruten im Südkanton eine Ausgangssperre.

16.30 Uhr: Geschäfte mit der Angst

Schutzmasken zum Preis von 5'000 Euro, überteuerte Desinfektionssprays und kostspielige Toilettenabdeckungen: Kriminelle Geschäftemacher versuchen in Italien, die Angst der Menschen vor dem neuen Coronavirus zu Geld zu machen.

Die Finanzpolizei reagierte auf den Preiswucher von Strassenhändlern mit Grossrazzien. Das berichteten die Ermittler in Turin, die mehrere landesweite Aktionen koordinierten. Aussenminister Luigi Di Maio kündigte zudem in Rom an, die Regierung plane strenge Massnahmen gegen das Ausnutzen des Gesundheitsnotstands.

16.02 Uhr: Erkrankte stammen aus Italien

Bei den beiden Covid-19-Erkrankten im Kanton Graubünden handelt es sich um Kinder einer italienischen Familie, die in den Ferien im Oberengadin zu Gast waren. Den Zustand der beiden bezeichnet die Regierung vor den Medien in Chur als gut. Sie seien vorsorglich ins Spital gebracht worden.

Sie zeigen Symptome. Ihre Hospitalisierung erfolgte aufgrund der Weisungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zur Isolierung von betroffenen Personen. Im Rahmen des Kontaktmanagements wurden vier Personen zur Beobachtung unter Quarantäne gestellt, davon sind zwei als engste Bezugspersonen der betroffenen Kinder ebenfalls im Spital. Die Testergebnisse dieser Personen sind noch ausstehend.

15.34 Uhr: Engadiner Skimarathon abgesagt

Der Engadiner Skimarathon ist wegen des Coronavirus abgesagt, wie die Bündner Kantonsregierung bekannt gab. Er hätte am 8. März stattfinden sollen. Am grössten Breitensportanlass der Schweiz nehmen jährlich etwa 14'000 Sportlerinnen und Sportler teil.

Das Bündner Gesundheitsamt verfügt, dass öffentliche Veranstaltungen mit überregionalem Charakter in den Regionen Maloja, Bernina, Engiadina Bassa/Val Müstair und Moesa bis und mit 8. März 2020 untersagt sind. Der Schulunterricht wird in dieser Zeit weiterhin stattfinden. Für die anderen Teile des Kantons Graubünden empfiehlt das Gesundheitsamt, auf grössere Veranstaltungen zu verzichten.

15.30 Uhr: Zusammenfassung

Es gibt aktuell vier bestätigte Coronavirus-Fälle in der Schweiz. Vorläufig versuchen die Gesundheitsbehörden weiterhin, alle Fälle zu entdecken und die Betroffenen und deren Kontaktpersonen zu isolieren. Aktuell befinden sich rund zwei Dutzend Personen in Quarantäne. In den meisten Fällen handelt es sich um Repatriierte aus China oder Familienangehörige von Betroffenen.

Dieses System werde rasch an seine Grenzen stossen, sagte Daniel Koch, Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG). Bald werde sich das Gesundheitspersonal darauf konzentrieren müssen, sich um die schweren Fälle zu kümmern. Koch erinnerte jedoch auch daran, dass die meisten Erkrankungen völlig harmlos verliefen.

Im Kampf gegen das Virus appelliert der Bund an die Eigenverantwortung und die Solidarität. Das BAG hat am Donnerstag eine Informationskampagne gestartet, um die Bevölkerung für die wichtigsten Hygiene- und Verhaltensregeln zu sensibilisieren.

Die Kernbotschaften der Kampagne «So schützen wir uns» lauten: Hände waschen, in Taschentuch oder Armbeuge husten und niesen, bei Fieber und Husten zu Hause bleiben. Diese Regeln werden mit Piktogrammen und Text vermittelt.

Es gehe um Eigenverantwortung und Solidarität, sagte Simone Eigenmann, die die Kampagne im BAG verantwortet. «Die Kampagne soll transportieren, dass es uns alle angeht.»

1'000 Plakate und rund 200'000 Flyer mit der Botschaft wurden bereits an die Südgrenze geliefert. Am Freitag werden die Hygieneregeln vom BAG via Printmedien bekannt gemacht, kommende Woche dann über Fernsehen und Online-Medien. Spätestens am Montag soll zudem die Website Bag-coronavirus.ch aufgeschaltet werden.

14.40 Uhr: Pressekonferenz beendet

Die Entwicklung und Herstellung eines Impfstoffs dauere in der Regel «sehr lange», sagt Koch. Virginie Masserey Spicher ergänzt: Über die Frage, wann ein Impfstoff gegen das Coronavirus bereitstehen werde, könne man derzeit nur spekulieren. 

Damit ist die Pressekonferenz beendet. 

Das Bundesamt für Gesundheit fährt die Informationskampagne zur Vorbeugung gegen Covid-19 hoch.
Bild: Keystone

14.35 Uhr: Hotline-Angebot ausgebaut

Wann wäre denn die Schwelle erreicht, wann das BAG zu einem anderen Vorgehen wechseln würde, will ein Reporter wissen. Koch antwortet: Wenn man mit der Rückverfolgung einzelner Fälle nicht mehr einen wesentlichen Beitrag zur Verlangsamung der Epidemie leisten könne, werde man sich auf die schweren Fälle konzentrieren müssen. 

Die Betriebszeiten der Hotline des BAG wurden ausgedehnt, sie sei nun rund um die Uhr bedient. 

14.30 Uhr: Tessiner überreagiert?

Haben die Tessiner Behörden überreagiert mit der Absage von Grossveranstaltungen, wird gefragt. Das sei sehr schwierig zu beurteilen, sagt Strupler. Und Koch ergänzt: Solche Massnahmen würden stets in Absprache mit dem BAG getroffen. 

14.25 Uhr: Frage zu Bündner Fällen

Kann man schon mehr zu den Fällen in Graubünden sagen? Diese Angaben werden später von den Bündner Behörden bekannt gegeben, sagt Koch. Nur so viel: Es handle sich um zwei Mitglieder derselben Familie, und sie seien isoliert. 

14.20 Uhr: «Unnötig, dass jeder eine Maske trägt»

Es gebe ein Problem mit der Verfügbarkeit von Hygienemasken, bestätigt Daniel Koch – nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit. Aber er präzisiert: Es sei aber nicht nötig, dass Gesunde mit einer Hygienemaske herumliefen. Diese seien für die Kranken, damit diese nicht andere Leute ansteckten.

14.18 Uhr: Plakate und Inserate

An der Südgrenze würden Flyer verteilt, zudem würden in den nächsten Tagen Inserate in den Medien, Plakate an Bahnhöfen und Flughäfen hinzukommen.

Zudem werde die Website Coronavirus.ch aufgeschaltet. Momentan wird man dort noch umgeleitet auf die Website des BAG.

Nun haben die Journalisten die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

14.15 Uhr: Aus dem Werbemeer herausstechen

Nun spricht Simone Eigenmann, Leiterin Sektion Prävention und Promotion. Sie erklärt, die Herausforderung der Kampagne sei, dass wir heute von Werbung umgeben seien. Deshalb müsse klargemacht werden, dass der Absender dieser Kampagne der Bund sei und jene vertrauenswürdig sei. Zunächst setze man auf gelbe Farbe, sollte sich die Ausgangslage ändern, werde man auf Rot umschwenken. 

14.12 Uhr: Hände waschen!

Nun werden die bereits bekannten Hygienemassnahmen wiederholt. Immer wieder Hände waschen, das sei wesentlich: nach dem Essen, nach einer Fahrt im ÖV. Dazu in ein Nastuch niesen oder husten oder in die Armbeuge. Und: Bei Fieber nicht in die Öffentlichkeit oder zum Arzt gehen, sondern sich telefonisch melden. Dann wird ein Video gezeigt, wie man sich richtig die Hände wäscht.

14.10 Uhr: Bürger informieren

Strupler hat wieder das Wort. Er weist auf die Kampagne mit den Hygiene-Massnahmen hin. Virginie Masserey Spicher ergänzt, dass es wichtig sei, dass jeder Bürger wisse, was er tun könne, um das Risiko einer Infektion zu verringern. 

14.07 Uhr: Weiter wie bisher – so lange es geht

«Es ist zu erwarten und abzusehen, dass mehr Fälle dazukommen werden», sagte Koch. Das Gesundheitssystem werde «sehr rasch an seine Grenzen stossen». Man werde so lange nach dem heutigen Muster fortfahren, so lange dies noch möglich sei. Sollte die Situation schlimmer werden, werde man sich auf die schweren Fälle konzentrieren müssen. Koch betont aber auch: Nicht jeder Infektionsfall nehme einen schweren Verlauf. «Die allermeisten Fälle verlaufen harmlos.»

14.05 Uhr: Weltweite Situation «nicht gut»

Daniel Koch hat das Wort. Er dankt den Ärzten und dem Gesundheitspersonal für ihren grossen Einsatz. «Weltweit sieht die Situation nicht gut aus», so Koch. Es seien 50 Länder betroffen, die Fallzahlen in Europa würden «massiv» ansteigen. 

14.03 Uhr: Strupler bestätigt vier Fälle

Pascal Strupler bestätigt, dass es aktuell vier bestätigte Coronavirus-Fälle gebe. Alle Betroffenen hätten sich in Italien angesteckt. Er könne aber versichern, dass die Gesundheitsbehörden gut vorbereitet seien, auch dann, wenn sich die Situation rasch ändern sollte. 

13.55 Uhr: BAG informiert

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) informiert um 14 Uhr über die aktuelle Lage. Verfolgen sie die Medienkonferenz live bei uns im Stream. Neben Daniel Koch, Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten beim BAG, tritt auch Direktor Pascal Strupler und Virginie Masserey Spicher vor die Presse.

13.50 Uhr: Vorsicht vor Diskriminierung

Mit Blick auf die drastischen Massnahmen zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus weltweit hat UNO-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet zur «Verhältnismässigkeit» und zur Einhaltung der Menschenrechte aufgerufen.

«Alle öffentlichen Gesundheitsmassnahmen sollten ohne Diskriminierung irgendeiner Art umgesetzt werden», forderte Bachelet vor dem UNO-Menschenrechtsrat in Genf. Staaten sollten zudem nur in absolut notwendigen Fällen Quarantäne-Massnahmen beschliessen. «Quarantänen, welche das Recht auf körperliche Bewegungsfreiheit beschränken, müssen im Verhältnis zur Gefahrenlage stehen sowie zeitgebunden und sicher sein», sagte Bachelet.

13.25 Uhr: Auch Autosalon betroffen

Autobauer und Lieferanten sind wegen des Coronavirus zunehmend verunsichert, ob sie zum Genfer Autosalon reisen sollen. Nach anderen Herstellern entschied nun auch Toyota, das Personal an seinem Messestand in Genf zu verringern.

Bei Volkswagen hiess es, man denke noch über die Messepräsenz nach: «Auch bei uns ist die Diskussion wieder hochgeschwappt.» Die «Automobilwoche» berichtete darüber hinaus, auch Mazda sei nur mit einer Notbesetzung in Genf. «Der Mazda-Stand wird mit einem Minimum an Personal ausgestattet sein, um das Risiko zu minimieren», zitierte die Zeitung den Autobauer.

13.05 Uhr: Zürich erwartet negative Effekte

Das Coronavirus dürfte sich negativ auf das Tourismusgeschäft in der Region Zürich auswirken. Zürich Tourismus rechnet in den nächsten Monaten mit deutlich weniger Touristen aus dem wichtigen Markt China, die im Raum Zürich fünf Prozent des Gästeaufkommens ausmachen, wie Zürich Tourismus am Donnerstag mitteilte. Auch aus anderen Regionen werden weniger Gäste erwartet, insbesondere falls sich die Epidemie bis in die Hauptreisezeit im Sommer hinzieht.

12.50 Uhr: Zollbeamte verteilen Flyer an der Grenze

Flyer und Plakate in vier Sprachen zum Coronavirus: Seit Donnerstagmorgen erhalten Einreisende am Strassenzoll in Chiasso Hygiene- und Verhaltenstipps. Das Informationsmaterial ist gezielt auf Grenzgänger ausgerichtet.

12.35 Uhr: Erster Fall in Estland 

Estland hat am Donnerstag seinen ersten Coronavirus-Fall bekannt gegeben. Betroffen sei ein in dem baltischen Land lebender Iraner, der am Mittwochabend von einer Reise in sein Heimatland zurückgekehrt sei, sagte der estnische Minister für Soziales, Tanel Kiik, im Fernsehen. Der Erkrankte wurde demnach in ein Spital eingeliefert. Medienberichten zufolge war der Iraner mit einem Bus aus der lettischen Hauptstadt Riga nach Estland zurückgekehrt.

In Grossbritannien werden zwei weitere Coronavirus-Patienten in Spitälern behandelt. Die beiden Patienten hatten sich auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa und in Italien mit dem Erreger angesteckt, wie die britischen Gesundheitsbehörden am Donnerstag mitteilten. Sie werden demnach in Infektionsstationen in Krankenhäusern in London und Liverpool behandelt.

12.02 Uhr: Findet die Fasnacht statt?

Ob die Basler Fasnacht trotz des sich auch in der Schweiz verbreitenden Coronavirus stattfinden kann, bleibt offen. Die Gesundheitsbehörden stellten einen Entscheid für Freitag in Aussicht.

Noch am Dienstag war das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt davon ausgegangen, dass die am kommenden Montag mit dem Morgenstreich beginnende dreitägige Basler Fasnacht stattfinden kann. Inzwischen habe sich die Ausgangslage gesamtschweizerisch geändert, hält das Gesundheitsdepartement in einem Schreiben fest.

11.57 Uhr: Auswirkungen auf die Wirtschaft

Noch am Dienstag war das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt davon ausgegangen, dass die am kommenden Montag mit dem Morgenstreich beginnende dreitägige Basler Fasnacht stattfinden kann. Weitere Informationen wurden für Donnerstag angekündigt

Economiesuisse ist besorgt über die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus. Der Wirtschaftsdachverband wird daher wohl schon bald seine Prognosen für das Wirtschaftswachstum in der Schweiz senken. Derzeit gehe er Senkung um 0,2 Prozentpunkte aus, erklärte Chefökonom Rudolf Minsch im Interview mit der «Handelszeitung». Aktuell hat Economiesuisse für 2020 ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent prognostiziert.

In Mendrisio TI übt ein Sanitäter das Anlegen der Schutzbekleidung für den Transport von Patienten, die sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. 
Bild: Keystone

11.45 Uhr: 22 Tote im Iran

Im Iran greift das neuartige Coronavirus weiter um sich. Inzwischen seien 22 Menschen gestorben, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Bisher seien 141 Infektionen mit dem Virus SARS-CoV-2 bestätigt. Zudem veröffentlichte Irna eine Grafik, die eine Ausbreitung des Erregers auf 20 der 31 Provinzen der Islamischen Republik illustrierte.

Besonders betroffen ist die Provinz mit der heiligen schiitischen Stadt Ghom, in der das Virus bei 63 Menschen nachgewiesen worden ist. Experten befürchten, dass der Iran die Fallzahlen zu niedrig angibt. Rund um den Persischen Golf traten in den vergangenen Tagen neue Infektionen auf, die mit der Islamischen Republik in Verbindung stehen sollen.

10.50 Uhr: Coronavirus wohl gefährlicher als Grippe

Nach den bisher bekannten Zahlen ist das neuartige Coronavirus laut dem deutschen Robert Koch-Institut (RKI) tödlicher als die Grippe. Wie viel höher die Sterberate ausfalle, werde man nach dem Ende der Epidemie sehen, sagte Institutspräsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin.

10.49 Uhr: Informationskampagne läuft an

Seit dem Morgen erhalten Einreisende am Strassenzoll in Chiasso Hygiene- und Verhaltenstipps. Das Informationsmaterial ist gezielt auf Grenzgänger ausgerichtet.

«So schützen wir uns», lautet der Slogan des Informationsmaterials des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zum neuen Coronavirus. In Form von Flyern und Plakaten halten die Unterlagen Einreisende in die Schweiz dazu an, bei Atembeschwerden, Fieber oder Husten zu Hause zu bleiben. Grössere Menschenansammlungen wie Sportveranstaltungen sollen gemieden werden, heisst es auf dem A5 grossen Flyer.

Daneben gibt das BAG Hygiene-Anweisungen. Auf dem Informationsmaterial weisen drei grosse Signete darauf hin, die Hände gründlich zu waschen, ins Taschentuch oder die Armbeuge zu niesen und zu husten sowie bei Symptomen das Haus nicht zu verlassen. Gemäss Informationen der Pressestelle des BAG soll das Informationsmaterial ab Freitagmorgen zusätzlich aktiv an Tessiner Bahnhöfen verteilt werden.

10.30 Uhr: Auch Schweizer Börse im Minus

An der Schweizer Börse ist am Morgen erneut Hektik aufgekommen, weil die Zahl der Coronavirus-Infizierten weiter steigt und die Zahl der Neuansteckungen ausserhalb Chinas erstmals höher ist als im Ursprungsland selbst. Der Swiss Market Index notierte rund eine halbe Stunde nach Handelsbeginn bei 10'307,80 Punkten 1,9 Prozent im Minus.

Einmal mehr sind die Kurstafeln der Schweizer Börse nun also rot gefärbt, am Mittwoch hatten sich die Aktienpreise kurzzeitig etwas erholen können. «Die jüngste Korrektur scheint drastisch. Zieht man aber in Betracht, dass die Aktienmärkte das Risiko des Coronavirus zuvor deutlich unterschätzt hatten und die Konsequenzen für die Weltwirtschaft ungewiss sind, kommen die Kursverluste nicht überraschend», kommentiert ein Experte das aktuelle Geschehen.

10.22 Uhr: Graubünden meldet Fälle

Im Kanton Graubünden sind zwei Fälle des Coronavirus bestätigt. Die Personen zeigen Symptome, sind jedoch in guter gesundheitlicher Verfassung, vorsorglich hospitalisiert und gut betreut, wie die Behörden heute Vormittag mitteilen.

9 Uhr: Zweiter bestätigter Fall in der Schweiz

In der Schweiz gibt es einen zweiten Fall einer Erkrankung mit dem Coronavirus. Ein 28-jähriger Informatiker, der in Mailand gewesen ist, ist in Genf positiv auf das Virus getestet worden, wie die Behörden mitteilen.

Der Mann sei vor drei Tagen aus Mailand zurückgekehrt, sagte Laurent Paoliello, Sprecher des Genfer Gesundheitsdepartements. Nach seiner Rückkehr habe er mit einem Arzt Kontakt aufgenommen, der anschliessend einen Test angeordnet habe. Am Mittwochabend sei dann das positive Testergebnis vorgelegen. Aufgrund der weiteren Abklärungen wurden rund 15 Menschen aus dem beruflichen und privaten Umfeld des Betroffenen zu Hause unter Quarantäne gestellt.

Die Gesundheitsbehörden haben inzwischen die Coronavirus-Tests auf zehn Labors ausgedehnt, die über eine Kapazität von tausend Tests pro Tag verfügen. Für heute war zudem eine gross angelegte Informationskampagne zu Hygienemassnahmen vorgesehen. Geplant sind neben Plakaten und Flyern Informationen für Reisende an den Bahnhöfen und Grenzübergängen.

8.15 Uhr: Genfer Uhrensalon abgesagt

Der Genfer Uhrensalon «Watches & Wonders» wird wegen des Coronavirus abgesagt. Dies teilten die Veranstalter am Donnerstagmorgen mit. Die Messe hätte vom 25. bis 29. April stattfinden sollen.

Die Risiken, welche die Reise an dieses Branchentreffen nach Genf für die Besucher, Partner und Journalisten rund um den Globus mit sich bringe, seien zu gross.

Die Messe hätte auf dem Genfer Palexpo-Gelände nahe dem Genfer Flughafen über die Bühne gehen sollen. In den vergangenen Jahren wurde sie als «Salon International de la Haute Horlogerie» (SIHH) jeweils im Januar durchgeführt. In Genf stellen in erster Linie die zur Richemont-Gruppe zählende Marken wie IWC, Piaget oder Cartier ihre exklusiven Produkte vor.

5.40 Uhr: Asiatische Börsen im Minus

Die Aktienmärkte in Asien haben am Donnerstag ihre Verluste ausgeweitet. Wachsende Angst vor einer Pandemie drückt vor allem in Japan auf die Kurse.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf zwei Prozent tiefer bei 21'979 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 2,3 Prozent und lag bei 1'569 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,6 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,8 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans fiel um 1,4 Prozent.

4.45 Uhr: Patientin kommt trotz Sperren nach Peking

Nach einem Sturm der Entrüstung untersucht Chinas Regierung den Fall einer infizierten Frau, die trotz Krankheitssymptomen mit dem Auto aus der abgeschotteten Metropole Wuhan nach Peking gebracht worden war. Ein derart ernster Verstoss gegen die Kontrollen in der Krisenregion hätte niemals erlaubt werden dürfen, sagte der Parteichef der Provinz Hubei, Ying Yong, nach Angaben des Staatsfernsehens vom Donnerstag.

Familienmitglieder hatten die Frau nach Peking gefahren. Nach der Ankunft am Samstag kam sie am nächsten Tag wegen ihres Fiebers in ein Krankenhaus, wo die Infektion bestätigt wurde.

4.40 Uhr: Hunderte neue Fälle in China und Südkorea

In China und Südkorea ist die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus jeweils stark angestiegen. Südkorea meldete am Donnerstag 334 neue Fälle. Damit haben sich inzwischen 1'595 Menschen mit dem Erreger angesteckt, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslöst. Vom Ausbruch ist Daegu – die viertgrösste Stadt des Landes – besonders schwer betroffen. Doch gibt es Anzeichen einer Ausbreitung im Rest Südkoreas: Aus der Hauptstadt Seoul wurden bisher 55 Fälle gemeldet, aus der zweitgrössten Stadt Busan 58.

In China stieg die Zahl der Infektionen um 433 auf nunmehr 78'497, wie die Behörden mitteilten. Hinzu kamen demnach 29 Tote, womit mittlerweile 2'744 Menschen an Covid-19 gestorben sind. 383 der neuen Fälle wurden aus der zentralchinesischen Stadt Wuhan gemeldet, wo das Virus im Dezember erstmals aufgetreten war.

Medizinisches Personal in einem in einem Labor in Wuhan, China. Im Land stieg die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus zuletzt weiter an. 
Bild: Keystone

1.35 Uhr: Saudi-Arabien schliesst Grenze für Pilgerreisen

Saudi-Arabien hat aus Sorge vor einer Verbreitung des Coronavirus seine Grenzen für Pilgerreisen von Ausländern in die beiden Städte Mekka und Medina geschlossen.

Dabei handele es sich um eine vorübergehende Präventionsmassnahme, teilte das Aussenministerium in Riad mit. Vorerst ausgesetzt würden auch Einreisen mit Touristenvisa aus Ländern, in denen die Verbreitung des Virus einen Gefahr darstelle. Für welche Länder genau diese Regelung gilt, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Damit solle verhindert werden, dass das Coronavirus Saudi-Arabien erreiche, hiess es weiter. Das sunnitische Königreich hat bislang noch keine Fall des neuartigen Virus Sars-CoV-2 gemeldet.

0.05 Uhr: Nationalfonds stellt Millionen bereit

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) stellt mehrere Millionen Franken für die Forschung rund um das Coronavirus bereit. Forscher aller Disziplinen sind aufgefordert, sich zu melden. Es ist das erste Mal, dass der Nationalfonds Mittel für Notfälle bereitstellt.

Der Nationalfonds werde am 6. März einen entsprechenden Aufruf lancieren, teilte der SNF am Mittwoch via Twitter mit. Die Ausschreibung für die vertiefte Erforschung des Coronavirus sei bis zur zweiten Märzhälfte befristet.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sollten dazu beitragen, das Verständnis über den Virus zu verbessern. Es gelte ferner, die klinische Reaktion und Auswirkung auf das Gesundheitswesen innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren zu untersuchen.

Person aus dem Aargau positiv getestet

Am Donnerstag wurde bekannt, dass im Kanton Aargau bislang 29 Personen auf den Coronavirus getestet wurden. Ein Test zeigte demnach ein positives Ergebnis. Der Befund eines zweiten Tests in einem Referenzlabor stand zunächst noch aus.

Kantonsärztin Yvonne Hummel sagte der «Argauer Zeitung»: «Wir haben einen positiven Test und warten im Moment auf die Bestätigung.»

Laut der Kantonsärztin wurde die Person isoliert. Es gehe ihr gut. Die Ansteckung sei vermutlich in Norditalien passiert. Sie habe sich dort einen Tag lang aufgehalten und dann in die Schweiz zurückgekehrt. Bereits drei Tage später habe sie Symptome bemerkt.

Corona-Patient in Luganer Moncucco-Klinik

Die Tessiner Behörden gaben am Donnerstag weitere Informationen über den 70-jährigen Patienten bekannt, der in der Moncucco-Klinik in Lugano hospitalisiert wurde. Das Spital hat die Aufnahme des Patienten in einer Mitteilung bestätigt. Es liegt nur wenige hundert Meter vom Bahnhof Lugano entfernt.

Donald Trump spielt das Risiko für Amerikaner herunter

Nach Warnungen der US-Gesundheitsbehörde CDC vor einer Ausbreitung des Coronavirus auch in den USA hat Präsident Donald Trump vor einer Panik gewarnt. Das Risiko für Amerikaner sei weiterhin «sehr gering», betonte Trump bei einer Pressekonferenz am Mittwochabend (Ortszeit) im Weissen Haus. Er denke nicht, dass eine Ausbreitung in den USA unvermeidlich sei. Der Präsident betonte zugleich: «Was immer auch passiert, wir sind vollständig vorbereitet.»

Trump kündigte an, Vizepräsident Mike Pence werde in der US-Regierung den Kampf gegen das Virus leiten. Pence wird mit den Gesundheitsbehörden und einer Sondereinheit für die Bekämpfung des Virus zusammenarbeiten.

Trump war darauf bedacht, die Angst vor dem Virus zu minimieren, sagte aber auch, er sei bereit «was angemessen ist» auszugeben, selbst wenn es zusätzliche Milliarden seien. Dem Kongress hatte er in dieser Woche gesagt, die Regierung müsse 2,5 Milliarden Dollar für die Bekämpfung des Virus ausgeben.

Trump schloss weitere Reiseeinschränkungen wegen des Virus nicht aus. Derzeit dürfen ausländische Personen, die in den vergangenen 14 Tagen in China waren, nicht in die USA einreisen. Trump sagte, solche Einschränkungen könnten auch gegen Reisende, die aus anderen Ländern kommen, verhängt werden. Es könne erforderlich werden, Reisen nach Italien und Südkorea zu beschränken, aber noch sei nicht der richtige Zeitpunkt dafür, so Trump weiter. Man hoffe aber stattdessen, die Restriktionen gegen China baldmöglichst aufheben zu können. 

Bisher mindestens 60 Fälle in den USA

Gesundheitsminister Alex Azar sagte, bislang gebe es 15 Fälle in den USA, bei denen der Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen worden sei. Hinzu kämen 45 Fälle von Amerikanern, die aus China oder Japan ausgeflogen worden seien. «Unsere Eindämmungsstrategie hat funktioniert.» Trump sagte, die meisten der 15 Betroffenen, die in den USA diagnostiziert worden seien, seien auf dem Weg der Besserung.



CDC-Vizedirektorin Anne Schuchat sagte bei der Pressekonferenz allerdings, man erwarte weitere Fälle. «Die Entwicklung dessen, was wir in den kommenden Wochen und Monaten sehen werden, ist sehr ungewiss.» Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, sagte, bis ein Impfstoff gegen das Virus einsetzbar sei, könnten ein bis eineinhalb Jahre vergehen.

Der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge gibt es einen ersten Fall in Kalifornien, bei dem unklar ist, wie die Infektion zustande kam. Das könnte bedeuten, dass das Virus auch in den USA bereits in Umlauf ist. Die Person soll weder mit einer Person, bei der das Coronavirus nachgewiesen werden konnte, in Kontakt gewesen sein, noch war sie in einem der Länder mit Coronavirus-Fällen gewesen. Die infizierte Person wohnt im nordöstlich von San Francisco gelegenen Solano County und wird im angrenzenden Sacramento County behandelt.

Die Leiterin der CDC-Abteilung für Immunisierung und Atemwegserkrankungen, Nancy Messonnier, hatte am Dienstag gesagt, es sei weniger eine Frage, ob sich das Virus in den USA ausbreiten würde, sondern vielmehr, wann das geschehen werde.



USA und Südkorea verschieben Militärmanöver

Wegen der Ausbreitung des Virus setzen die USA und Südkorea geplante gemeinsame Militärübungen aus. Das für das Frühjahr geplante gemeinsame Training von Kommandozentralen werde verschoben, wie die Streitkräfte beider Länder am Donnerstag mitteilten. Zuvor war in Südkorea die Alarmstufe wegen des Coronavirus auf den höchsten Grad heraufgesetzt worden. Das Land ist der grösste Herd des Erregers ausserhalb von China.

Seit Mittwoch wurden in Südkorea weitere 334 Ansteckungsfälle bestätigt, wie die für die Bekämpfung der Epidemie zuständige Gesundheitsbehörde mitteilte. Die Zahl der Infektionen in dem Land stieg damit auf 1'595. Die Zahl der Todesopfer in Südkorea durch das Coronavirus liegt bei zwölf.

In Südkorea sind rund 28'500 US-Soldaten stationiert, die das Land gegen das mit Atomwaffen ausgerüstete Nordkorea schützen sollen. Am Mittwoch war erstmals ein Fall der Ansteckung mit dem Coronavirus unter den US-Soldaten in Südkorea gemeldet worden. Der 23-jährige Soldat wurde in seiner Wohnung ausserhalb der Basis Camp Carroll unter Quarantäne gestellt.



Epidemie in China erst «Ende April» unter Kontrolle

Die Corona-Epidemie in China wird nach Darstellung des Chefs der Expertenkommission der chinesischen Regierung, Zhong Nanshan, noch länger andauern. «Wir sind zuversichtlich, dass es Ende April im Wesentlichen unter Kontrolle sein wird», sagte der Professor am Donnerstag in der südchinesischen Stadt Guangzhou.

Mit Blick auf den Ausbruch der Lungenkrankheit in anderen Ländern überraschte Zhong Nanshan mit der These, dass die ersten Infektionen zwar in China berichtet worden seien, aber der Ursprung des Sars-CoV-2 nicht unbedingt in China gewesen sein müsse. Beweise dafür legte der Experte aber nicht vor.

Die Zahl der Virus-Erkrankungen in Festland-China ist unterdessen nach Angaben der Behörden um 433 gestiegen. Am Vortag hatte es 406 neue Fälle gegeben. Damit liegt die Zahl der Erkrankten insgesamt nun bei 78'497. Die Zahl der neuen Todesopfer beläuft sich auf 29.

Das ist der niedrigste Stand seit dem 28. Januar. Aus der Provinz Hubei stammen 26 der Toten und 409 der aufgetretenen 433 Neuerkrankungen. Die drei anderen Todesopfer kamen aus Peking und die Provinzen Heilongjiang und Henan. Insgesamt starben damit bislang 2'744 Menschen in China an den Virus-Folgen.



Neues iPhone könnte sich verzögern

Das Coronavirus macht Insidern zufolge auch dem Technologieunternehmen Apple zu schaffen. Wegen Reisebeschränkungen nach China könnten Apple-Experten derzeit nicht an der neuen iPhone-Generation arbeiten, sagten ehemalige Mitarbeiter und Supply-Chain-Experten am Mittwoch.

In den ersten Monaten des Jahres vor dem grossen Produktionsstart im Sommer würden in China bei Zulieferern wie Foxconn die Montageprozesse für die neuen Modelle festgelegt und letzte Fehler ausgebügelt, so zwei ehemalige Apple-Mitarbeiter. Obwohl Apple zwar auch mit anderen Herstellern wie Wistron zusammenarbeitet, würde die Einführung neuer Geräte generell bei Foxconn gehandhabt, weil das Unternehmen am fortschrittlichsten sei, sagten Supply-Chain-Experten.

Foxconn, der weltgrösste Hersteller von Auftragselektronik, musste die Wiedereröffnung wichtiger iPhone-Fabriken in Shenzhen und Zhengzhou nach dem Mondneujahrsfest infolge des Coronavirus verzögern. Das Unternehmen gehe davon aus, bis Ende Februar die Hälfte seiner chinesischen Produktion wieder aufnehmen zu können.

Foxconn gab in einer E-Mail bekannt, dass das Unternehmen alle gesetzlich vorgeschriebenen Gesundheits- und Sicherheitspraktiken in seinen Fabriken befolge, um das Wohlergehen der Mitarbeiter zu schützen. «In Übereinstimmung damit verfolgen wir einen vorsichtigen Ansatz bei der Umsetzung unserer Produktionspläne nach dem Urlaub in jedem unserer Standorte in China», so der Apple-Zulieferer. Apple lehnte einen Kommentar zunächst ab.



Vergangene Woche hatte Apple die Anleger mit einer Umsatzwarnung verschreckt: Wegen der Coronavirus-Epidemie in China rechnet der kalifornische Konzern nicht mehr damit, seine Umsatzziele für das laufende Quartal erreichen zu können und geht davon aus, dass die weltweiten iPhone-Lieferungen begrenzt würden, da die Standorte in China die Produktion nicht wie erwartet schnell wieder hochfahren.

Infektionen in mehr als 40 Ländern und Regionen

Ausserhalb von Festlandchina wurden inzwischen aus mehr als 40 Ländern und Regionen mehr als 3'300 Infektionen und mehr als 50 Tote gemeldet, wie aus einer Aufstellung des chinesischen Internetunternehmens Tencent hervorging.

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