Lia Wälti und der Wettlauf gegen die Zeit: Wird der Nati-Captain fürs EM-Auftaktspiel gegen Norwegen fit? Im «Heimspiel bei der Nati» betont Martina Moser, wie wichtig ein Einsatz der 32-Jährigen wäre.
Am Mittwoch gehts endlich los. Im Basler St. Jakob-Park trifft die Mannschaft von Pia Sundhage im ersten Gruppenspiel auf Norwegen. Und eine Frage dürfte die Nati-Trainerin vor dem Auftakt besonders beschäftigen: Wird Lia Wälti rechtzeitig fit?
Die Schlüsselspielerin schlägt sich mit einer Knieverletzung herum. Für das letzte Testspiel vor dem Heimturnier muss sie am letzten Donnerstag Forfait geben, weil sie und das Ärzteteam kein Risiko eingehen wollen. Dennoch zeigt sich Sundhage optimistisch, dass Wälti das Rennen gegen die Zeit gewinnt und für das EM-Auftaktspiel bereit sein wird.
Der Dreh- und Angelpunkt
Martina Moser unterstreicht im «Heimspiel bei der Nati», wie bedeutend ein Einsatz der 32-Jährigen gegen Norwegen wäre: «Für mich ist Lia Wälti eine extrem wichtige Spielerin. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt, kann den Spielrhythmus bestimmen, dem Team Sicherheit geben und tut dem Mittelfeld sehr gut.» Moser hofft deshalb, dass Wälti am Mittwoch aufläuft: «Ich wünsche mir sehr, dass sie auf dem Platz stehen kann. Und ich sage: Selbst mit 80 Prozent ist sie wichtig für dieses Team.»
Das sieht Michael Wegmann etwas anders. «80 Prozent reicht bei Lia Wälti nicht mehr. In den Spielen, die ich in letzter Zeit gesehen habe, in denen sie nicht so fit war, hat sie das Spiel eher langsam gemacht und quer gespielt», sagt der Leiter blue News Sport und ergänzt: «Ich glaube, sie sollte unbedingt spielen – aber sie muss 100 Prozent fit sein, damit sie dem Team etwas bringt.»
Moser entgegnet, dass Wältis Spiel womöglich auch mit dem System unter Pia Sundhage zusammenhängt und legt nach: «Sie gibt dem Team Sicherheit. Sie hat auch mal die Geduld, auf den Ball zu stehen und einen sicheren Pass zu spielen. Anstatt jedes Mal mit dem zweiten oder dritten Pass einen Risikopass zu spielen und den Ball zu verlieren und diesen zurückerobern muss», erklärt Moser. «Sie strahlt so viel Ruhe aus, was mir persönlich gefällt, wenn sie auf dem Platz steht.»