Besonderer Abend für den Schweizer Tennis-Sport: Während Roger Federer auf der Tribüne sitzt, zieht Stan Wawrinka in Dubai in den Achtelfinal ein. Der bald 41-Jährige geniesst seine Abschiedstour – und hofft noch auf ein letztes Duell mit einem Tennis-Star.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Stan Wawrinka (ATP 99) steht beim ATP-Turnier in Dubai nach einem 7:5, 6:3-Sieg gegen Benjamin Hassan im Achtelfinal und wehrte dabei alle drei Breakbälle ab.
- Der bald 41-jährige Schweizer, der sich auf Abschiedstournee befindet, spricht von zusätzlichem Druck durch die Anwesenheit von Roger Federer, zeigt sich aber zufrieden mit seinem Niveau.
- Wawrinka lobt die hohe Qualität der neuen Generation um Jannik Sinner und Carlos Alcaraz und trifft in der nächsten Runde entweder auf Daniil Medvedev oder Shang Juncheng.
Stan Wawrinka steht beim ATP-Turnier in Dubai im Achtelfinal. Der Romand bezwingt in der 1. Runde den Libanesen Benjamin Hassan (ATP 289) 7:5, 6:3.
Wawrinka nahm seinem Gegner unter den Augen von Roger Federer in jedem Satz einmal den Aufschlag ab, während er selber sämtliche drei Breakbälle von Hassan abwehrte. Nach 73 Minuten verwandelte die Weltnummer 99 den ersten Matchball. Es war für den Schweizer der 15. Sieg in den letzten 16 Partien gegen einen Spieler ausserhalb der Top 200.
Die Anwesenheit von Federer sei für jeden etwas Besonderes, hält Wawrinka im Interview mit der Sport-Journalistin Reem Abulleil (via X) fest: «Roger wird immer eine Legende des Sports sein und wir haben so viele Erinnerungen zusammen. Wir haben so viele Spiele zusammen bestritten, Turniere und Teamwettbewerbe.»
Federer habe ihm gesagt, dass er komme, verrät Wawrinka: «Natürlich bringt das immer etwas zusätzlichen Druck mit sich.» Die Anwesenheit seines Kumpels im Wüstenstatt ist dabei kein Zufall – Federer besitzt in Dubai eine Luxuswohnung.
Generationenduelle als Herausforderung
«Ich mochte das Turnier schon immer», lobt Wawrinka, der eine Wildcard erhielt. Der dreifache Grand-Slam-Champion betont, er sei sehr zufrieden mit seinem Niveau. Er geniesse es, die Unterstützung der Zuschauer zu spüren, egal wo er antrete, so der Romand.
Aktuell befindet er sich auf seiner Abschiedstournee. «Alle guten Dinge müssen irgendwann ein Ende haben, niemand kann ewig spielen. Auch wenn er noch mit Leidenschaft dabei sei und immer noch gut spiele, sei es das Richtige. «Das Jahr ist lang, es ist ja erst der Anfang. Jede Anstrengung, die ich unternehme, um dieses Niveau zu halten, erfordert täglich mehr Einsatz, um es in diesem Alter zu bewahren», gesteht der bald 41-Jährige (Ende März Geburtstag).
Was er in den letzten 20 Jahren am meisten genossen habe? «Die Chance, gegen so viele verschiedene Spieler aus verschiedenen Generationen zu spielen», meint er. Und es sei immer das beste Gefühl, gegen die junge Generation zu spielen – mit den neuen Spielern, die nachkommen würden und die man dann auch an der Spitze sehe, resümiert Wawrinka.
Noch einen Wunschgegner
Er sieht die Entwicklung des Tennis auf einem sehr hohen Niveau, zumal die neue Generation immer besser sei als die vorherige. «Die Bedingungen haben sich ein wenig geändert, mit langsameren Bällen und weniger schnellen Plätzen bei Turnieren.» Der Spielstil sei also etwas anders, aber er versuche immer noch, sich zu verbessern und einen Weg gegen die Spieler zu finden, die gegen ihn antreten, erläutert Wawrinka.
«Wenn man sich das aktuelle Niveau von Jannik (Sinner) und Carlos (Alcaraz) ansieht, ist das schon absolut irre. Ein wahnsinnig hohes Niveau. Novak (Djokovic) ist auch noch im Rennen mit ihnen. Als Tennis-Fan im Allgemeinen ist das grossartig mitanzusehen», unterstreicht der Routinier.
«Ich hatte die Chance, oft gegen Jannik zu spielen», sagt Wawrinka. Der Mann mit der schönsten Rückhand auf der Tour gewann dabei die ersten zwei Duelle, musste sich dem Italiener aber danach vier Mal geschlagen geben. «Die letzten Male waren wirklich hart» gibt der Schweizer zu. Wawrinka hat aber noch einen Wunschgegner: «Hoffentlich kann ich noch einmal gegen Carlos spielen, bevor ich aufhöre.» Die spanische Weltnummer 1 ist aber in Dubai nicht dabei.
Im Achtelfinal bekommt es Wawrinka, der 2016 in Dubai triumphiert hat, entweder mit dem als Nummer 3 gesetzten Russen Daniil Medvedev (ATP 11) oder dem Chinesen Shang Juncheng (ATP 262) zu tun.