Eine Spur führt in die Schweiz Dubiose Millionenspende könnte für die AfD zum Problem werden

Andreas Fischer

19.2.2025

Die AfD von Co-Chefin Alice Weidel hat zum wiederholten Mal eine Millionenspende erhalten. Die Herkunft des Geldes weckt Erinnerungen an eine Spendenaffäre vor acht Jahren.
Die AfD von Co-Chefin Alice Weidel hat zum wiederholten Mal eine Millionenspende erhalten. Die Herkunft des Geldes weckt Erinnerungen an eine Spendenaffäre vor acht Jahren.
EPA/KAY NIETFELD/POOL/keystone-sda.ch

Wenige Tage nachdem die AfD sechs Millionen Euro erbt, erhält die Partei weitere 2,35 Millionen Euro. Die Spende wirft viele Fragen auf, und eine Spur führt in die Schweiz: Für Alice Weidel könnte es ungemütlich werden.

Andreas Fischer

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  • Kurz vor der deutschen Bundestagswahl sorgt eine mögliche Parteispendenaffäre bei der AfD für Aufsehen.
  • Einem Medienbericht zufolge soll die rechtspopulistische Partei eine Millionenspende über einen Strohmann aus Österreich erhalten haben. Die AfD bestreitet die Vorwürfe.
  • Ursprünglicher Geldgeber soll ein deutscher Milliardär mit Wohnsitz in Zürich sein, der schon einmal mit illegalen Spenden an die AfD auffällig geworden war.

Alice Weidel, die AfD und das liebe Geld: Das ist eine Geschichte mit vielen Fragezeichen. Zum einen gibt die in Einsiedeln SZ wohnhafte Co-Vorsitzende der in weiten Teilen rechtsextremen Partei mit ihren Steuerzahlungen zu reden (sie zahlt in der Schweiz keine).

Zum anderen scheint ihre Partei dieselben Fehler wie in der Vergangenheit zu machen. Die in weiten Teilen rechtsextreme AfD wurde bereits mehrfach von der Parlamentsverwaltung wegen rechtswidrig erhaltener Spenden zu Strafzahlungen verpflichtet.

Ähnliches könnte ihr nach einer aktuellen Grossspende drohen, wie ein Rechercheteam von «Spiegel», «Standard» und ZDF berichtet. Die 2,35 Millionen Euro von einem Mann aus Österreich könnten der Partei teuer zu stehen kommen: Es besteht der Verdacht auf ein Strohmann-Geschäft. Die AfD hat alle Berichte über die möglicherweise unrechtmässige Zahlungen zurückgewiesen.

Worum geht es bei der neuen AfD-Spendenaffäre?

Anfang des Monats veröffentlichte der Bundestag in Deutschland eine Grossspende an die AfD über knapp 2,35 Millionen Euro. Genannt wird als Spender der Österreicher Gerhard Dingler. Der Geschäftsmann war einem Bericht des österreichischen Rundfunks ORF zufolge früher Landesgeschäftsführer der FPÖ im Bundesland Vorarlberg.

Nach AfD-Angaben handelte es sich bei der Spende um eine Sachspende in Form von Werbeplakaten für die AfD. Deutschlandweit wurden demnach mehr als 6.000 solcher Plakate aufgestellt.

Spur führt in die Schweiz

Nach Recherchen von «Spiegel», «Standard» und ZDF besteht allerdings der Verdacht, dass der Spender die Millionentransaktion als sogenannter Strohmann lediglich weitergeleitet haben könnte. Er soll das Geld zuvor als Schenkung in ähnlicher Höhe von einem Dritten erhalten haben: Die Spur des heimlichen Geldgebers führt in die Schweiz.

Die Behörden in Österreich sind misstrauisch geworden. Sie gehen dem Verdacht der Geldwäsche und der verdeckten Parteienfinanzierung nach. Dingler soll das Geld einfach nur weitergeleitet haben.

Ursprünglich könnte es vom in Deutschland geborenen Milliardär Henning Conle stammen. Über den 81-Jährigen weiss man wenig: Er soll sein Geld mit Immobilien gemacht haben und in Zürich wohnen. Schon einmal stand Conle im Mittelpunkt einer AfD-Spendenaffäre.

2017 hatte er 150’000 Franken über die Konten von zwei Schweizer Pharmafirmen auf das Wahlkampfkonto von Alice Weidel überweisen lassen. Die Zahlungen erfolgten in unauffälligen Tranchen, auf einer von der AfD später präsentierten Liste standen die Namen von angeblichen 14 Spendern. Nach aufwendigen Ermittlungen konnte die Geldflüsse zu Henning Conle zurückverfolgt werden.

AfD weist alle Vorwürfe zurück

«Die AfD hält sich streng an die rechtlichen Vorgaben bei der Entgegennahme von Parteispenden und tauscht sich dabei auch eng mit der Bundestagsverwaltung aus», erklärte ein Sprecher von Parteichefin Alice Weidel. Dingler habe nach Angaben der AfD versichert, dass die Zuwendung aus eigenem Vermögen stammte und «insbesondere nicht im Auftrag von Dritten erfolgte».

Die Herkunft von Parteispenden über Dritte – sogenannte Strohleute – zu verschleiern, ist in Deutschland streng verboten. Sie können mit Strafzahlungen in Höhe des dreifachen Betrages der ursprünglichen Spende sanktioniert werden: In diesem Fall waren das rund sieben Millionen Euro.

Mit Agenturmaterial.

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