Mehr als 80'000 Tote weltweit — über 1,4 Millionen Infizierte

Agenturen/sob/phi/jen/gbi/toko

7.4.2020

Blättler: «Wir haben die Nagelprobe bestanden»

Blättler: «Wir haben die Nagelprobe bestanden»

Stefan Blättler, Präsident der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten, lobte die Schweizer Bevölkerung für ihr Verhalten am vergangenen sonnigen Wochenende. Trotzdem rechnet er für das Osterwochenende mit einem noch grösseren Einsatz der Polizeikorps.

07.04.2020

Weltweit sind bereits über 80'000 Menschen an Covid-19 verstorben, mehr als 1,4 Millionen sind erkrankt. Der Bund betont, dass es trotz sinkender Fallzahlen keinen Grund zur Entwarnung gebe. Unterdessen reagiert die Lufthansa auf den massiven Nachfrageeinbruch — auch die Swiss ist betroffen. Die Entwicklungen des Tages im Überblick.

Die Kurve der neuen Infektionen in der Schweiz scheint sich abzuflachen: Nach täglich rund 1000 neu gemeldeten Covid-19-Fällen in den vergangenen Wochen sind am Dienstag noch 590 Neuansteckungen gemeldet worden. Doch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) warnt: Das Problem sei bei weitem nicht gelöst. Die Situation scheine sich nicht nur zu stabilisieren, sondern eher zu verbessern, sagte Daniel Koch, BAG-Delegierter für die Lungenkrankheit Covid-19, vor den Bundeshausmedien.

Doch es gebe bereits eine beträchtliche Anzahl von Todesfällen. Gemäss einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA - gestützt auf die offiziellen Zahlen der einzelnen Kantone — waren bis Dienstagabend 819 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Die Nagelprobe für Ostern habe die Schweizer Bevölkerung am Wochenende als Gesellschaft schon einmal bestanden, sagte Stefan Blättler, Präsident der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten.

Der überaus grösste Teil der Menschen habe die Massnahmen verstanden. Es werde deshalb keine Empfehlungen an die Kantonspolizeien geben, vermehrt Strassen und Zugänge zu schliessen, erklärte Blättler. Das müssten und könnten die örtlichen Behörden in Zusammenarbeit mit den zuständigen Polizeikräften selber entscheiden.

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga hat am Dienstag den Kanton Waadt besucht, der zu den am stärksten vom Coronavirus betroffenen Gebieten in der Schweiz gehört. Sie besuchte unter anderem die Notfall- und Intensivstation des Unispitals Chuv in Lausanne. Am Ende ihres Besuches sagte die Bundesrätin, sie sei «tief bewegt und voller Dankbarkeit» für das Pflegepersonal und all jene, die an dessen Seite arbeiten. «Unser Gesundheitssystem funktioniert, es hält sich gut», sagte Sommaruga vor den Medien.

Neben der Geduld der Schweizerinnen und Schweizer, steht in den nächsten Wochen und Monaten auch der Arbeitsmarkt vor einer harten Belastungsprobe. Schon im März hinterliess die Coronakrise erste Spuren: So stieg die Arbeitslosenquote auf 2,9 Prozent, nachdem sie im Februar bei 2,5 Prozent gelegen hatte.

«Vor allem ab Mitte März, mit dem Ausruf der ausserordentlichen Lage, haben wir einen sprunghaften Anstieg der Arbeitslosenzahlen verzeichnet», sagte Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit im Seco. Insgesamt waren Ende März 135'624 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) arbeitslos gemeldet, 17'802 mehr als noch im Vormonat.

Ein 58-jähriger Schweizer hat in Winterthur am Montag absichtlich einen Polizisten angehustet. Er wurde festgenommen und wird nun wegen «Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte» an die Staatsanwaltschaft überwiesen.

Die Lufthansa Gruppe hat nach dem Nachfrageeinbruch durch die Covid-19-Pandemie ein Restrukturierungspaket beschlossen. Im Zuge der Massnahmen wird auch die Flotte der Swiss verkleinert. Auch für die Zeit nach der Coronakrise erwartet die Airline eine deutlich tiefere Nachfrage.

Weltweit sind US-Experten zufolge bereits mehr als 80'000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 stieg bis Dienstagnachmittag (Ortszeit) weltweit auf rund 1,4 Millionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging. In Italien starben demnach mehr als 17'000 Corona-Infizierte, in Spanien rund 13'900, in den USA mehr als 12'000 und in Frankreich mehr als 10'000.


Die Ereignisse des Tages im Überblick

Das Wichtigste in Kürze

  • Weltweit sind mehr als 80'000 Menschen an Covid-19 verstorben.
  • In Deutschland hat die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen 100'000 überstiegen.
  • Bei einem millionenschweren Betrug mit Atemmasken in Deutschland wird auch ein Schweizer Unternehmen über den Tisch gezogen.
  • Die Zahl der neuen Todesopfer hat im Bundesstaat New York von Montag auf Dienstag einen weiteren Höchststand erreicht.
  • Aufgrund des Nachfrageeinbruchs veranlasst die Lufthansa Restrukturierungsmassnahmen. Auch die Flotte der Swiss ist betroffen.
  • Der britische Premierminister Boris Johnson wird wegen seiner Covid-19-Erkrankung jetzt auf der Intensivstation eines Londoner Krankenhauses behandelt. Sein Zustand sei «stabil», heisst es aus London.
  • Das Berner Coronavirus-Drive-in hat die Kapazität auf 500 Plätze pro Tag ausgebaut und soll für vorerst drei Wochen offen sein.
  • Österreich lockert die Massnahmen: Am 14. April öffnen kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte, ab Anfang Mai dann alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure. «Wir sind bisher besser durch die Krise gekommen als die meisten anderen Länder», stellte Kanzler Sebastian Kurz fest.
  • In der Schweiz will der Bundesrat bis spätestens 16. April entscheiden, wie es weitergeht. Die Kurve der Neuinfektionen im Kanton Tessin beginnt abzusinken.

21.21 Uhr: Weltweit bereits mehr als 80'000 Coronavirus-Tote

Weltweit sind US-Experten zufolge bereits mehr als 80'000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 stieg bis Dienstagnachmittag (Ortszeit) weltweit auf rund 1,4 Millionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging. In Italien starben demnach mehr als 17'000 Corona-Infizierte, in Spanien rund 13'900, in den USA mehr als 12'000 und in Frankreich mehr als 10'000.

Ein medizinischer Mitarbeiter überführt den Leichnam eines Coronavirus-Opfers in New York.
Bild: Michael Nagle/XinHua/dpa

Unter den am stärksten von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Ländern registrierte die Universität den höchsten Anteil an Corona-Toten relativ zur Bevölkerungszahl bislang in Spanien und Italien. In beiden Ländern starben etwa 27 Menschen pro 100'000 Einwohner an dem Virus. In Deutschland waren es dagegen rund 2,2 Todesfälle pro 100 000 Einwohner, in China rund 0,2.

Die Webseite der Forscher der Universität Johns Hopkins wird regelmässig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC.

21.13 Uhr: Corona-Krise belastet auch Milliardäre

Trotz seiner teuren Scheidung verteidigt Amazon-Chef Jeff Bezos im dritten Jahr in Folge den Spitzenplatz in der «Forbes»-Liste der reichsten Menschen der Welt. Das am Dienstag in New York veröffentlichte Ranking des US-Wirtschaftsblatts zeigt indes, dass die Corona-Krise auch die Superreichen belastet — rund 51 Prozent von ihnen sind demnach wegen der starken Verluste an den Finanzmärkten weniger vermögend als im vergangenen Jahr. Insgesamt zählte «Forbes» 2095 Milliardäre — 58 weniger als im Vorjahr — deren Vermögen um 700 Milliarden auf acht Billionen Dollar schrumpfte.

Das Vermögen von US-Präsident Donald Trump etwa sank aufgrund der Corona-Pandemie laut «Forbes» binnen eines Monats um eine Milliarde auf 2,1 Milliarden Dollar. Trump stürzte deshalb von Platz 715 auf Platz 1001 ab. Das Milliardärs-Ranking des Blatts basiert jedoch lediglich auf Schätzungen, für die «Forbes» öffentlich zugängliche Informationen zu Vermögenswerten wie Aktien, Immobilien, Kunstobjekten oder Luxusgütern sammelt. Es gibt immer wieder Zweifel an der Zuverlässigkeit der Angaben. Die Erhebung wurde am 18. März abgeschlossen. Tagesaktuelle Schätzungen veröffentlichen «Forbes» und der Rivale «Bloomberg Billionaires» auf ihren Websites.

20.56 Uhr: Mehr als 103'000 Corona-Nachweise in Deutschland

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland hat die Marke von 100'000 geknackt. Drei Bundesländer bleiben weiterhin am stärksten betroffen. Die amerikanische Johns-Hopkins-Universität hatte die Zahl schon gestern vermeldet.

In Deutschland sind bis Dienstagabend mindestens 103'036 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 98'700 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Deutschland ist nach den USA, Italien, Spanien und Frankreich das fünfte Land mit über 100'000 nachgewiesenen Covid-19-Fällen.
Bild: Christophe Gateau/dpa (Symbolbild)

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Mindestens 1815 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 1575). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 30'600 Menschen die Infektion überstanden.

20.31 Uhr: EU will Afrika und anderen mit 15 Milliarden gegen Coronavirus helfen

Die EU will Afrika und andere Regionen in der Welt im Kampf gegen das Coronavirus mit 15 Milliarden Euro (rund 15,9 Million en Franken) unterstützen «Afrika und unsere Nachbarschaft könnten in wenigen Wochen vor den gleichen enormen Herausforderungen stehen wie wir in Europa heute», sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag in einem Video auf Twitter. «Sie brauchen unsere Hilfe, um die Ausbreitung des Virus wirksam einzudämmen so wie wir in dieser Krise Hilfe brauchten.»

Es liege im Interesse der EU, dass der Kampf gegen das Coronavirus weltweit erfolgreich sei, sagte die CDU-Politikerin. «Aus diesem Grund sichert die Europäische Union jetzt Finanzhilfen von mehr als 15 Milliarden Euro, um weltweit Partnerländer im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen.» Es handele sich um Finanzhilfen, die umgeleitet würden, hiess es in dem Tweet. Weitere Unterstützung komme aus den einzelnen EU-Staaten, sagte von der Leyen. Die Hilfe werde dazu beitragen, die Gesundheitssysteme zu stärken, Menschen in Arbeit zu halten und Volkswirtschaften zu stützen.

20.05 Uhr: «Coronavirus-Gebühr»: Bulgariens Konsul in Den Haag gefeuert

Korruption zu Corona-Zeiten: Der bulgarische Konsul in Den Haag ist wegen einer nicht rechtmässig abverlangten «Coronavirus-Gebühr» entlassen worden. Der Diplomat habe verlangt, dass Besucher des Konsulats aus den Niederlanden sowie aus anderen Staaten ein von ihm wegen der Corona-Pandemie erfundenes Eintrittsgeld für das Konsulat in Höhe von zehn Euro pro Person zahlten.

Bulgaren habe er zum halben Preis eingelassen, teilte das Aussenministerium in Sofia am Dienstag mit. Diese Praxis sei völlig unvereinbar mit dem bulgarischen diplomatischen Dienst, erläutert das Ministerium. Gegen den Konsul wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Es war vorerst unklar, wie viele Personen die rechtswidrige Gebühr bezahlt haben sowie wofür der Konsul das Geld verwendet hat.



19.39 Uhr: Shakira dankt Bewohnern ihrer Heimatstadt

Die kolumbianische Sängerin Shakira hat den Bewohnern ihrer Heimatstadt Barranquilla für ihr Verhalten in der Corona-Krise gedankt. Mit Blick darauf, dass viele nun zuhause blieben, schrieb sie am Dienstag auf Twitter: «So schützt ihr weiter die Risikogruppen.» Die 43-Jährige hatte den Geburtstag der Hafenstadt zum Anlass genommen, um ihr zur Gründung vor 207 Jahren zu gratulieren.

Shakira wurde in Barranquilla an der kolumbianischen Karibikküste geboren und wuchs dort auf, bevor sie mit 17 in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá und dann weiter in die Vereinigten Staaten nach Florida zog, um ihre Karriere voranzutreiben. Heute lebt sie in Barcelona, ist Kolumbien aber immer noch verbunden.

Kolumbiens Präsident Iván Duque hatte Ausgangsbeschränkungen verfügt, die am 13. April enden sollten, diese aber am Montag bis zum 27. April verlängert. Schulen und Universitäten sollen sogar bis Ende Mai geschlossen bleiben. In dem südamerikanischen Land lag die Zahl der Corona-Infizierten zuletzt bei mehr als 1500, 46 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben.

19.23 Uhr: Polizei darf private Partys auflösen

Zusammenkünfte mit mehr als fünf Personen sind derzeit bekanntlich untersagt. Das gilt auch für Veranstaltungen im privaten Bereich. Aufgrund der aktuellen Lage darf die Polizei daher auch private Parties auflösen.



Jonas Weber, Professor für Strafrecht und Kriminologie an der Universität Bern, erklärt gegenüber «20min»: «Da die Notverordnung private Veranstaltungen ausdrücklich verbietet, darf die Polizei solche Veranstaltungen auch auflösen, wenn sie auf Privatgrund stattfinden – also etwa eine Geburtstagsparty mit 20 Gästen in einem Einfamilienhaus.»

Dafür brauche es auch nicht notwendigerweise einen Durchsuchungsbeschluss der Staatsanwaltschaft, erklärt Weber weiter. Ein begründeter Anlass reiche aus, also etwa wenn Beamte auf Patrouille durch ein Fenster mehrere Personen erspähen.

18.57 Uhr: Trump: WHO hat Kampf gegen Coronavirus «wirklich vermasselt»

US-Präsident Donald Trump hat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Umgang mit dem Coronavirus Versagen und übermässige China-Hörigkeit vorgeworfen. Die Organisation habe es «wirklich vermasselt», schrieb Trump auf Twitter. Obwohl die USA einen grossen Teil des WHO-Budgets zahlten, sei die Organisation zu sehr auf China ausgerichtet. «Wir werden uns das gut ansehen», schrieb er weiter. Die Empfehlung der WHO, die Grenzen nicht für Reisende aus China zu schliessen, sei «falsch» gewesen. «Wieso gaben sie uns so eine falsche Empfehlung?», fragte Trump.

Im von Trump geschätzten konservativen Nachrichtensender Fox News kritisierten mehrere Experten zuletzt, dass die in Genf ansässige WHO im Bann Chinas stehe. Die Organisation hätte die Welt früher und drastischer warnen müssen, argumentierten sie. Zudem stiess ihnen übel auf, dass die WHO China wiederholt für den Umgang mit der eigenen Epidemie des neuartigen Coronavirus gelobt hatte.



18.46 Uhr: Bayern: Millionenschwerer Betrug mit Atemmasken in Bayern aufgeflogen — auch Schweizer Unternehmen geprellt

Ein international angelegter, millionenschwerer Betrug mit nicht existierenden Atemschutzmasken ist von Ermittlern aus dem deutschen Bundesland Bayern aufgedeckt worden. Geschädigte seien zwei Vertriebsfirmen mit Sitzen in Hamburg und Zürich, teilte die Staatsanwaltschaft Traunstein am Dienstag mit. Sie sollten rund zehn Millionen Masken für knapp 15 Millionen Euro an das Land Nordrhein-Westfalen liefern. Der Geschäftsführer der beiden Unternehmen kommt aus dem oberbayerischen Traunstein.

Die Firmen hatten laut Mitteilung schon eine Anzahlung von rund 2,4 Millionen Euro (2,54 Millionen Franken) an die vermeintlichen Lieferfirmen geleistet, nach geschickten Täuschungsmanövern der Täter. Als die Masken nicht wie geplant ankamen, habe der Geschäftsführer am 30. März Anzeige erstattet. Offenbar noch rechtzeitig: mehr als zwei Millionen des überwiesenen Geldes seien inzwischen auf Konten im Ausland entdeckt und eingefroren worden, berichtete die Staatsanwaltschaft. Auch Nordrhein-Westfalen hatte schon bezahlt — rund 14,7 Millionen Euro (rund 15,6 Millionen Franken) an das Schweizer Vertriebsunternehmen. Davon seien 12,3 Millionen Euro (rund 14 Millionen Franken) schon wieder zurückbezahlt worden.

Der Gesundheitsminister von NRW, Karl-Josef Laumann geht nach Angaben von Dienstag davon aus, dass dem Land kein finanzieller Schaden entstanden ist. Zudem sagte der Minister auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: «Der Vorgang zeigt: Der Markt für Schutzausrüstung ist im Wesentlichen zusammengebrochen und es herrschen teilweise Wildwest-Manieren mit kriminellen Machenschaften.»

18.35 Uhr: Weiterer Hoffnungsschimmer aus Italien

In Italien verlangsamt sich der Anstieg der Corona-Infektionskurve weiter. Doch die Zahl der Todesopfer innerhalb eines Tages bleibt mit 604 hoch. Unter anderem bei den Neuinfektionen konnte der Zivilschutz in Rom am Dienstag ein Signal der Hoffnung vermelden. So kletterte die Zahl der aktuell mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierten Menschen in einem Tag nur noch um weniger als ein Prozent. Das war ein vergleichsweise niedriger Anstieg. Die Experten sprachen insgesamt von einem Erfolg der strikten Massnahmen im Kampf gegen das Virus.



Zusammengerechnet sind in Italien seit dem Ausbruch im Februar nun 135 586 Infektionsfälle registriert worden. Die Zahl der offiziellen Corona-Toten kletterte auf 17 127. Inzwischen sind mehr als 24 000 Menschen auch wieder von der Lungenkrankheit genesen. Die Zahl der Patienten auf Intensivstationen nahm weiter leicht ab.

18.24 Uhr: Polizist angehustet – Festnahme

Ein 58-jähriger Schweizer hat in Winterthur am Montag absichtlich einen Polizisten angehustet. Er wurde festgenommen und wird nun wegen «Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte» an die Staatsanwaltschaft überwiesen.



Der Mann gehörte zu einer Gruppe von fünf Männer, die am Montagabend vor einem Geschäft Passanten anpöbelte und dabei die vorgeschriebene Mindestdistanz nicht einhielt, wie die Stadtpolizei mitteilte.

18.18 Uhr: 731 neue Tote in New York — höchster Anstieg in Corona-Krise

Die Zahl der neuen Todesopfer in der Corona-Krise hat im Bundesstaat New York von Montag auf Dienstag einen weiteren Höchststand erreicht. In der Zeit seien 731 coronainfizierte Menschen gestorben, sagte Gouverneur Andrew Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz. Insgesamt lag die Zahl der Toten in dem besonders heftig getroffenen Bundesstaat damit bei etwa 5500. In den Vortagen waren um die 600 Patienten gestorben. Insgesamt liegt die Zahl der positiv getesteten New Yorker bei über 138'000.

Cuomo bekräftige erneut, dass der Höhepunkt der Krise in New York scheinbar erreicht sei. Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten sei zuletzt nicht mehr stark angestiegen.

18.09 Uhr: Schaffhauser Regierungsrat übernimmt Kontrolle über Spitäler

Der Schaffhauser Regierungsrat übernimmt die Kontrolle über die Kapazitäten aller öffentlichen und privaten Spitäler, Kliniken und Heime im Kantons. Die Massnahme wurde für den Fall getroffen, dass die Kapazitäten der Spitäler überschritten würden.

Betroffen sind das Kantonsspital, die Klinik Belair und alle Heime, wie der Regierungsrat mitteilte. Der Regierungsrat verfügt ab sofort über deren Infrastrukturen und das Personal. Die Institutionen können verpflichtet werden, ihre Kapazitäten für die Aufnahme von Patientinnen und Patienten zur Verfügung zu stellen.

Der Regierungsrat ermächtigt das Gesundheitsamt zu entscheiden, wo welche Ressourcen eingesetzt werden. Allfällige Entscheide über den Ressourceneinsatz sollen betroffenen Institutionen mit einer angemessenen Vorlaufzeit eröffnet werden.

Zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung sei es zwingend nötig, die vorhandenen Ressourcen mit einem Blick über das Ganze zielgerichtet dort einzusetzen, wo sie zur Bewältigung der Krise den grössten Nutzen bringen würden, schrieb der Regierungsrat in der Mitteilung. Die Massnahme sei gestützt auf die Covid-Verordnung 2 des Bundesrates im Sinne einer planerischen Massnahme getroffen worden.

18.00 Uhr: Nachfrageeinbruch: Swiss verringert Flotte, Germanwings geschlossen

Die Lufthansa Gruppe hat nach dem Nachfrageeinbruch durch die Covid-19-Pandemie ein Restrukturierungspaket beschlossen. Im Zuge der Massnahmen wird auch die Flotte der Swiss verkleinert. Auch für die Zeit nach der Coronakrise erwartet die Airline eine deutlich tiefere Nachfrage.

Wie viele Arbeitsplätze dabei auf dem Spiel stehen, beziffert der Konzern derzeit noch nicht. Die Restrukturierung betrifft laut den Angaben alle Gruppengesellschaften. Der Flugbetrieb der Kölner Tochter Germanwings wird nicht wieder aufgenommen.

Bei der Swiss werde die Flottengrösse durch die verzögerte Auslieferung von bestellten Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen angepasst, heisst es. Zudem wird die vorgezogene Ausmusterung älterer Flugzeuge geprüft.

Es werde Monate dauern, bis die globalen Reisebeschränkungen vollständig aufgehoben sind und Jahre, bis die weltweite Nachfrage nach Flugreisen wieder dem Vorkrisen-Niveau entspricht, heisst es zu den Gründen der Abbaumassnahmen.

17.30 Uhr: Lettland verlängert Ausnahmezustand bis 12. Mai

Lettlands Regierung hat den landesweiten Ausnahmezustand wegen der Coronavirus-Pandemie um einen weiteren Monat verlängert. Auf Beschluss des Kabinetts in Riga gilt die zunächst bis 13. April vorgesehene Massnahme in dem baltischen EU-Land nun bis zum 12. Mai.

Lettland verzeichnete bislang 548 bestätigte Coronavirus-Infektionen und zwei Todesfälle. Während des Ausnahmezustands sind öffentliche Veranstaltungen untersagt, Schulen und Kindergärten geschlossen. Auch viele Geschäfte, Restaurants und Freizeiteinrichtungen sind dicht, der internationale Personenverkehr ausgesetzt.

16.45 Uhr: Über 100 Todesfälle in Genf

Im Kanton Genf hat die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus die Hunderter-Marke überschritten. Am Dienstag zählten die Behörden 103 Todesfälle seit Ausbruch der Epidemie.

Davon starben 19 Menschen in Pflegeheimen an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19, die anderen in Spitälern. Am Dienstag zählte der Kanton Genf 3502 Infektionen. Insgesamt 340 Patienten wurden ins Spital eingeliefert, zwei mehr als am Vortag.

16.10 Uhr: Sommaruga ist tief bewegt

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga hat am Dienstag den Kanton Waadt besucht, der zu den am stärksten vom Coronavirus betroffenen Gebieten in der Schweiz gehört. Sie besuchte unter anderem die Notfall- und Intensivstation des Unispitals Chuv in Lausanne.

Am Ende ihres Besuchs sagte die Bundesrätin, sie sei «tief bewegt und voller Dankbarkeit» für das Pflegepersonal und all jene, die an dessen Seite arbeiten. «Unser Gesundheitssystem funktioniert, es hält sich gut», sagte Sommaruga vor den Medien.

16.00 Uhr: New Yorker Kathedrale wird zu Krankenhaus

Die New Yorker Kathedrale St. John the Divine wird in der Corona-Pandemie zum Behelfskrankenhaus. In dem knapp 200 Meter langen Kirchenschiff sollen Zelte für bis zu 200 Patienten aufgebaut werden, berichteten Lokalmedien. Auch die darunterliegende Krypta soll genutzt werden, beides in Zusammenarbeit mit einem benachbarten Krankenhaus. Es sei das erste Mal in der Geschichte der Kathedrale, das sie für einen solchen Zweck genutzt werde.

15.31 Uhr:

Damit ist die heutige Pressekonferenz der Behörden beendet. 

15.30 Uhr: Frage zum Infektionsweg

Der Lockdown wurde erlassen, als sich der Infektionsweg bei Neuinfizierten nicht mehr zurückverfolgen liess – gelte das nun auch umgekehrt: Wenn der Infektionsweg wieder klar sei, könne man dann die Massnahmen lockern? Koch antwortet, dass er hoffe, dass man die Massnahmen schon früher lockern könne, denn ansonsten könne das noch sehr lange dauern.

15.20 Uhr: Darf die Polizei Autofahrer heimschicken?

Hat die Polizei überhaupt die Kompetenz, Autofahrer von einer Reise in den Süden abzuhalten – «wir haben ja noch Bewegungsfreiheit»? Es gehe vor allem darum, mit diesen Autofahrern ins Gespräch zu kommen und sie dazu zu bewegen, auf unnötige Reisen zu verzichten. Aber ja: Wenn es keine Beanstandung gebe, dann könne man die Fahrer auch nicht an der Weiterfahrt hindern. Das übergeordnete Ziel bleibe es aber, unnötige Reisen zu verhindern. 

15.15 Uhr: Gingen Altersheime vergessen?

Eine Frage zu Alters- und Pflegeheimen: Wurden diese bei der Ausgabe von Schutzmaterial vergessen, Herr Koch? «Soweit wir wissen, gibt es in den Kantonen genügend Schutzmaterial, dass auch Altersheime ausgerüstet werden können», ergänzt Koch. Man sei sich bewusst, dass gerade alte und sehr alte Leute bei einer Ansteckung besonders gefährdet seien. Je älter infizierte Personen seien, desto höher sei auch das Sterblichkeitsrisiko.

15.05 Uhr: Militär als Risiko für die Gesellschaft?

Welches Risiko stellen die Armeeangehörigen für die Bevölkerung dar, wenn sie in ganz unterschiedlichen Regionen wohnen, als sie Dienst leisten. Das sei unmöglich abzuschätzen, erwidert Koch. Die positiven Seiten des Armeeeinsatzes, etwa durch Hilfsdienst in den Spitälern, überwiege aber sicherlich ein allfälliges Risiko. Brigadier Droz ergänzt, dass die Infektionsrate in der Armee nicht grösser sei als in der Gesamtbevölkerung.

15 Uhr: Situation in jedem Land unterschiedlich

In mehreren Ländern – wie Österreich und Dänemark – würden nun erste Schulen und Geschäfte wiedereröffnet. Gibt es hierbei eine ideale Reihenfolge, Herr Koch? Nein, das müsse man immer für jedes Land individuell anschauen. 

14.55 Uhr: Über weiteren Weg entscheidet der Bundesrat

Immer mehr Parteien stellen bereits Forderungen, wie und wann man zur Normalität zurückkehren solle. Darüber entscheide nach wie vor der Bundesrat, sagt Koch. Aber es sei klar, dass Epidemie-Massnahmen nicht nur das Gesundheitswesen, sondern auch die Wirtschaft betreffen. 

Die nun sinkenden Fallzahlen seien sicher auch darauf zurückzuführen, dass die Bevölkerung ihr Verhalten angepasst habe. So sei auch eine Überbelastung des Gesundheitssystems vermieden worden. Jetzt gelte es, daran festzuhalten und diesen Weg bis zum Ende zu gehen.

14.50 Uhr: Frage zum Krankheitsverlauf

Es gebe viele Fälle, in denen sich der Zustand eines Patienten nach einem längeren relativ milden Verlauf plötzlich verschlechtere. Eine These sei, dass dies auf eine Überreaktion des Immunsystems zurückzuführen sei. Aber um das zu klären, brauche es weitere Untersuchungen.

14.45 Uhr: Wo stecken sich die Leute an?

Wo stecken sich die Leute immer noch an? Das wisse man leider nicht, sagt Koch, was aber auch an der langen Inkubationszeit liege. Was aber interessanter sei, sei die Tendenz der Neuinfektionen, die bis zu 14 Tagen betrage. Erst wenn diese über längere Zeit rückläufig sei, liesse sich von einer Entspannung der Situation reden.

Eine fixe Zahl, bei der die Massnahmen gelockert werden könnten, gebe es aber nicht. Das hänge immer von einer Gesamtbeurteilung ab, in die verschiedene Faktoren einfliessen und die in Absprache mit Partnern getroffen werde. 

14.39 Uhr: Armeeangehörige nicht eingerückt

Rund 240 aufgebotene Armeeangehörige seien trotz Aufgebot nicht eingerückt, erklärt Brigadier Droz. Wenn alle Versuche zur Kontaktaufnahme nicht fruchten, müssten sich fehlbare Personen vor der Militärjustiz verantworten.

14.35 Uhr: Antibiotika-Engpass?

Droht bei Antibiotika ein Versorgungsengpass? Diese seien mit dem Coronavirus kein Hauptproblem, erwidert Koch. Es gebe aber auch ausserhalb der jetzigen Situation immer mal wieder Engpässe bei Antibiotika, was aber kein Grund zur Besorgnis sei, da es Alternativen gäbe.

14.33 Uhr: Es gibt noch freie Betten

Hat der Bund den Überblick über die Pflegeplätze für Covid-19-Patienten, etwa auf den Intensivstationen? Daniel Koch bejaht – und glücklicherweise seien bisher in keinem Kanton die Kapazitätsgrenzen erreicht.

14.30 Uhr: Wildwuchs bei den Tests?

Müsste das BAG den Lead bei den Bluttests übernehmen, Herr Koch? Die Behörden werden aber eine Meldepflicht für positive Tests einführen, um sich einen besseren Überblick zur Situation in der Schweiz zu verschaffen. 

Eine Lockerung der Massnahmen könne nur dann erfolgen, sagt Koch, wenn kein Risiko bestehe, dass es zu einem neuerlichen Anstieg der Infektionsfälle komme. Aber natürlich mache man sich beim Bund bereits Gedanken dazu, wie der Weg zurück zur Normalität aussehen könnte. 

14.25 Uhr: Strassen sperren?

Nun können die Journalisten Fragen stellen. Ob die Sperrung von touristischen Strecken angezeigt sei, wird Polizeivertreter Stefan Blättler gefragt. Das könnten nur die lokalen Behörden anordnen, antwortet er, sobald sie sähen, dass sich an einem Ort zu viele Menschen drängen.

14.20 Uhr: Brigadier Droz hat das Wort

Als Nächstes spricht Brigadier Raynald Droz. Bei der Armee gebe es 728 Personen in Quarantäne, 48 in Isolation und 172 positiv auf das Coronavirus getestete Personen.

Die Armeeangehörigen bleiben über die Osterfeiertage in den Kasernen. «Der Einsatz geht weiter», sagt Brigadier Droz. Viele Armeeangehörige wollten aber gar nicht nach Hause gehen, um ihre Familien und die Gesellschaft nicht zu gefährden.

14.18 Uhr: Keine Zunahme bei häuslicher Gewalt

Zum befürchteten Anstieg von Fällen häuslicher Gewalt sagt Blättler: Bisher gebe es noch keine Hinweise auf diese Entwicklung. Jedoch beobachte die Polizei das Thema mit Argusaugen.

14.15 Uhr: «Erreichtes nicht aufs Spiel setzen»

«Wir sollten darauf achten, das bisher Erreichte nicht aufs Spiel zu setzen», sagt Blättler. Nun gelte es, durchzuhalten: «Leisten Sie alle Ihren Beitrag und verzichten Sie für eine kurze Zeit auf Reisen.» Töfffahrten sollte man auf bessere Zeiten verschieben. Das gelte besonders für die Ostertage. 

14.10 Uhr: Nagelprobe bestanden

Nun spricht Stefan Blättler, Präsident der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten. Das vergangene Wochenende mit schönem Wetter sei eine «Nagelprobe» für die Gesellschaft gewesen. Es habe sich aber gezeigt, dass der grösste Teil der Bevölkerung die Massnahmen eingehalten habe. Das wecke Hoffnung mit Blick auf das kommende Osterwochenende. Nichtsdestotrotz ist die Polizei vorbereitet, die Polizeipräsenz sei in allen Korps verstärkt worden.

Die Polizei sei bemüht, die Verordnungen mit Augenmass umzusetzen. Bei einer Geburtstagsparty etwa mit 20 Gästen sei der Fall klar: Das sei ein Verstoss gegen die Verordnung.

14.07 Uhr: Rückholaktionen bald beendet

Die Rückholaktionen des Aussendepartements werde bald abgeschlossen, sagt Hans-Peter Lenz, Leiter Krisenmanagementzentrum beim EDA. Schweizer, die noch immer im Ausland feststeckten, sollten sich nun schleunigst auf die Heimreise begeben. Insgesamt gab es 21 Rückholflüge.

Das EDA geht davon aus, dass sich noch mehrere tausend Schweizer im Ausland aufhalten. Gleichzeitig würden sich aber nur noch wenige Rückreisewillige bei den Schweizer Botschaften im Ausland melden. Wer im Ausland bleiben wolle, habe natürlich das Recht dazu, so Lenz. Doch die Rückkehr mit kommerziellen Flügen werde nicht einfacher. 

14.05 Uhr: Wer muss, soll zum Arzt gehen

Wer ernsthaft krank sei, solle trotz der starken Beanspruchung des Gesundheitssystems durch das Coronavirus zum Arzt gehen. Das gelte vor allem für Kinder.

14 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt

Zuerst legt Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit – wie mittlerweile gewohnt – die aktuellen Fallzahlen dar. Der Bund zählt 22'242 bestätigte Erkrankungen, 590 Fälle mehr als am Vortag. Hinzu kommen 641 Todesfälle, die auf das Coronavirus zurückzuführen sind.

Trotz einem Rückgang bei den Neuansteckungen könne man noch nicht sagen, das Problem sei gelöst. «Das Problem ist bei Weitem nicht gelöst.» Koch erinnert daran, dass 412 Coronavirus-Patienten beatmet werden müssten. 

13.45 Uhr: Bund informiert zum Stand der Dinge

Um 14 Uhr informieren die Bundesbehörden zur neuesten Entwicklung in der Coronavirus-Situation. Auf Bluewin können Sie die Medienkonferenz im Video und im Ticker live verfolgen.

13.40 Uhr: Europäische Exitstrategie

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will am Mittwoch eine gemeinsame europäische Strategie zur schrittweisen Lockerung der Beschränkungen in der Corona-Krise vorschlagen. Ziel sei ein koordiniertes und einheitliches Vorgehen in der Europäischen Union, sagte ihr Sprecher Eric Mamer am Dienstag.

Einige Länder hätten schon damit begonnen, erste Massnahmen zur Lockerung anzukündigen, darunter Österreich und Dänemark, so Mamer. Diese Massnahmen habe man noch nicht bis ins Letzte analysiert. Doch hätten sie den Ansatz, schrittweise vorzugehen, der auch beim Konzept der EU-Kommission eine wichtige Rolle spielen werde.

Gut sei, dass die Staaten nicht nur die Kommission, sondern auch die übrigen EU-Länder vorab informiert hätten, sagte Mamer. «Wir halten es für sehr wichtig, dass das in koordinierter Art und Weise passiert.»

13.20 Uhr: Rund 22'000 Fälle in der Schweiz

Die Zahl der nachgewiesenen Covid-19-Infektionen ist in der Schweiz innerhalb eines Tages um 590 auf 22'242 Fälle gestiegen. Gleichzeitig starben nach Angaben der Kantone bis am Dienstagmittag 785 Menschen in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung.

Das sind 39 Todesopfer mehr als noch 24 Stunden zuvor, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA gestützt auf die offiziellen Zahlen der einzelnen Kantone ergab. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gab in seinem Situationsbericht die Zahl der Todesfälle für Dienstagmorgen mit 641 an.

Davon waren 62 Prozent Männer und 38 Prozent Frauen. Die Hälfte von ihnen war über 83 Jahre alt und 98 Prozent litt mindestens an einer Vorerkrankung, vor allem Bluthochdruck (66 Prozent), Herz-Kreislauferkrankung (56 Prozent) und Diabetes (28 Prozent).

Obwohl die bestätigten Neuansteckungen von Donnerstag (+1036) bis Montag (+552) täglich leicht zurückgegangen waren, weise die Schweiz weiterhin eine der höchsten Inzidenzen in Europa auf, schreibt das BAG. Diese betrug am Dienstag 259 Fälle pro 100'000 Einwohner. Die Zahl basiert auf Informationen von Laboratorien und Ärztinnen und Ärzten.

Gemäss BAG wurden bisher 167'429 Tests durchgeführt. 15 Prozent davon seien positiv ausgefallen. 47 Prozent der positiv getesteten waren Männer, 53 Prozent Frauen. Bei Personen ab 60 Jahren waren Männer dagegen häufiger betroffen als Frauen.

Auch die Mehrzahl der über 2000 hospitalisierten Personen waren Männer (61 Prozent). Sie litten am häufigsten unter Fieber (68 Prozent), Husten (65 Prozent) und Atembeschwerden (40 Prozent). 87 Prozent der Menschen, die im Spital behandelt werden mussten, hatten Vorerkrankungen. Weiterhin am meisten Covid-19-Fälle pro 100'000 Einwohner gibt es in den Kantonen Tessin, Genf, Waadt und Basel-Stadt.

13.15 Uhr: SVP drängt auf Exitstrategie

Keine zusätzlichen finanziellen Verpflichtungen mehr unter Notrecht. Das fordert die SVP-Fraktion. Weitere wirtschaftliche Verluste seien im Interesse der Gesundheit zu vermeiden. Laut der grössten Fraktion im Bundeshaus greifen die aktuellen Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Corona. Die Spitalkapazitäten im ganzen Land reichten aus, es seien noch Reserven vorhanden, heisst es in einer Mitteilung.

Gleichzeitig zeigt sich die Fraktion besorgt «über den täglich exponentiell wachsenden wirtschaftlich grössten Schaden seit dem Zweiten Weltkrieg in zweistelliger Milliardenhöhe». Dieser dürfe nicht weiter vergrössert werden. Vor diesem Hintergrund erwartet die SVP die Umsetzung der vor Wochenfrist kommunizierten Exitstrategie. Demnach müssten Geschäfte und Betriebe, die die Sicherheitsmassnahmen des Bundes einhalten könnten, nach dem 19. April geöffnet werden.

Die SVP fordert den Bundesrat zudem auf, an seiner nächsten Sitzung am Mittwoch eine «Öffnung mit spezifischen Schutzmassnahmen» zu diskutieren. Das entspreche dem Willen der Sozialpartner. Ab dem 20. April sei die verfassungsmässige Ordnung wiederherzustellen, fordert die Fraktion. Weitere finanzielle Verpflichtungen seien vom Parlament zu beschliessen. Eine Dringlichkeit von weiteren notrechtlichen Finanzspritzen sind laut der SVP heute nicht mehr gegeben.

Weiter wird der Bundesrat aufgefordert, die Auszahlung von Entwicklungs-und Kohäsionszahlungen zu stoppen. Stattdessen sei das zu erwartende Milliardendefizit in der Bundeskasse abzufedern. Dem Parlament solle ein ausgeglichenes Budget 2021 unterbreitet werden.

13 Uhr: Streit um Malariamittel

Donald Trump hat immer wieder Hoffnung geweckt, ein Malaria-Medikament könnte auch zum Heilmittel der Coronakrise werden. Doch während Ärzte in Schweden die Behandlung von Patienten mit Chloroquin und Hydroxychloroquin abgebrochen haben, weil laut «Göteborgs-Posten» die Nebenwirkungen so stark seien, hätte  der Wirkstoff fast zu einem Eklat zwischen den USA und Indien geführt.

Erst hatte der Subkontinent nämlich verkündet, fortan Chloroquin und Hydroxychloroquin nicht mehr ausführen zu wollen. Das wiederum hat den US-Präsidenten laut «Economic Times» veranlasst, Indien mit Gegenmassnahmen zu drohen. Er wolle das mit Premierminister Modi persönlich klären. «Wenn er sie nicht rauslassen würde, wäre das okay, aber natürlich würde es wohl eine Vergeltung geben. Warum sollte es keine geben?» 

Die Drohung hat jedenfalls gewirkt: Indien kündigte nun an, auf ein Exportverbot zu verzichten.

12.40 Uhr: Erdogan zeigt Moderator an

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den prominenten Moderator Fatih Portakal wegen Kritik am Umgang der Regierung mit der Corona-Krise angezeigt. Erdogans Anwalt Ahmet Özel habe wegen «völlig falscher und manipulativer Aussagen» in den sozialen Medien die Eröffnung eines Verfahrens wegen Präsidentenbeleidigung beantragt, so die staatliche Nachrichtenagentur. 

Hintergrund der Anzeige ist nach Angaben von Anadolu ein Tweet des Moderators von Montagabend, in dem er eine Rede Erdogans ironisch kommentiert. Portakal deutete darin an, dass Erdogan wegen der Corona-Krise bald auch noch an die Ersparnisse der Bürger auf den Banken wolle, nachdem er schon zu Spenden aufgerufen hatte. Auch die Bankenaufsicht BDDK erklärte, sie habe eine Beschwerde gegen Portakal eingereicht, weil dieser mit seinen Aussagen das Ansehen der Bank beschädige.

Erdogan hatte vergangene Woche an seine Landsleute appelliert, wegen der Corona-Krise für wirtschaftlich Benachteiligte zu spenden. Erdogans Anwalt Özel betonte laut Anadolu, dass die Spenden freiwillig seien. Im März hatte Erdogan ein Wirtschaftspaket von umgerechnet knapp 15 Milliarden Franken vorgestellt, mit dem unter anderem Firmen Unterstützung erhalten, deren Existenz durch die Corona-Krise bedroht ist.

12.20 Uhr: SRG beantragt Kurzarbeit

Die SRG beantragt für einen Teil der Mitarbeitenden Kurzarbeit. Sie begründet den Schritt mit finanziellen Einbussen wegen der Absage sportlicher und kultureller Grossereignisse sowie markanter Einbussen bei den Werbeeinnahmen. Viele geplante Produktionen könnten nicht ausgeführt werden, teilte die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft am Dienstag mit. Obwohl sich der Ertragsrückgang nicht genau beziffern lässt, geht die Gesellschaft von Einbussen in zweistelliger Millionenhöhe aus.

«Nach sorgfältiger Abwägung» habe die Geschäftsleitung den Antrag auf Kurzarbeit für einen Teil der Belegschaft beschlossen. Betroffen sind den Angaben zufolge die Unternehmenssektoren Operationen von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) sowie die entsprechenden Einheiten beim Westschweizer Zweig RTS und den RSI-Sendern im Tessin.

Hinzu kommen die Teile Access Services und Service Technologies von SwissTXT. Insgesamt würden rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Kurzarbeit angemeldet, hiess es weiter.Kurzarbeit führt SRG im Einvernehmen mit den Betroffenen und der Gewerkschaft Schweizer  Syndikat Medienschaffender ein. Den Mitarbeitenden wird weiterhin der volle Lohn ausbezahlt. Die SRG will mit dem Schritt dazu beitragen, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Die SRG ist nicht das erste Medienunternehmen, das in der Schweiz wegen des Einbruchs der Werbeeinnahmen in der Corona-Krise Kurzarbeit beantragt. Anfangs April hatte die NZZ-Mediengruppe bekannt gegeben, sie wolle Kurzarbeit einführen, Ende März der Konzern CH Medien und bereits zuvor der Tamedia-Konzern und Westschweizer Medien.

12 Uhr: Medienkonferenz beendet

Damit ist die Medienkonferenz des Zürcher Universitätsspital beendet. 

11.45 Uhr: Erste grosse Welle

Noch habe das Unispital Zürich die erste, grosse Welle nicht gespürt. «Wir haben Respekt, dass diese uns verzögert treffen wird», sagt CEO Gregor Zünd. Einige Experten würden sagen, dass der Peak der Bettenbelegung auch erst Mitte Mai erfolgen können. «Wir dürfen die Situation jetzt nicht unterschätzen.» 

Derzeit seien 18 von 28 Betten auf der Intensivstation belegt. Es gebe Leute, die nicht ins Spital fahren würden, weil sie Angst haben, dass System zu überlasten. «Wir bitten die Leute, die Hilfe brauchen, zu uns zu kommen», so Zünd.

11.40 Uhr: Tests teils unerwünscht

«Es ist wichtig, dass wir mehr testen», sagt Huldrych Günthard. Es sei aber nicht immer so, dass sich die Menschen tatsächlich testen möchten. Diese würden sagen, dass sie einfach zu Hause bleiben und sich isolieren würden.

11.25 Uhr: Antikörper-Tests

Huldrych Günthard, Leitender Arzt und stv. Klinikdirektor, spricht über Antikörper-Tests. Es gebe derzeit praktisch jeden Tag neue Tests. Eine Task-Force schaue sich diese an und überprüfe diese. «Wir hoffen, dass das Bundesamt für Gesundheit dann eine Empfehlung abgibt, welcher Test oder welche Tests in der Schweiz angewendet werden soll.»

Antikörpertests, die im Moment angewendet werden, würden noch nicht zeigen, ob ein Mensch immun gegen das Coronavirus sei. Diese seien derzeit in Entwicklung. 

11.14 Uhr: Sieben positiv getestete Schwangere

Nicole Ochsenbein, Leitende Ärztin Klinik für Geburtshilfe, sagt, dass bisher sieben Schwangere positiv auf das Coronavirus getestet worden seinen. Zwei Frauen hätte entbunden. «Die Kinder wurden getestet. Die Ergebnisse fielen negativ aus.» Das Risiko von Schwangeren sei nicht höher als bei der Normalbevölkerung, so Ochsenbein. 

Hugo Sax, Leiter Spitalhygiene, sagt, dass man beim Unispital reife und gesunde Kinder nicht 14 Tage von der Mutter trennt, wenn sie positiv getestet wurde. Die Mutter werde in diese Entscheidung aber miteinbezogen und Massnahmen, wie Hygienemasken beim Stillen, würden umgesetzt. «Wenn die Mutter eine Trennung wünscht, kommen wir dem selbstverständlich nach.»

11.09 Uhr: 15 Personen beatmet

Peter Steiger, Stv. Direktor Institut für Intensivmedizin sagt, dass derzeit 35 Menschen auf der Intensivstation behandelt werden oder behandelt worden seien. 17 hätten bereits entlassen werden können. 15 Patientinnen und Patienten hätten beatmet werden müssen.

Drei Personen seien im Unispital verstorben. Ein Patient hätte auf eigenen Wunsch keine weiteren Massnahmen gewünscht.

«Wen sie Symptome haben, zögern sie nicht zu uns zu kommen», sagt Steiger. Sonst bestehe die Gefahr, etwas zu übersehen. 

11.05 Uhr: Notspital eingerichtet

Gregor Zünd, Vorsitzender der Spitaldirektion, sagt: «Wir haben Respekt vor der ersten grossen Welle und rüsten uns dafür.» Deshalb habe das Unispital ein Notspital in der Turnhalle des Gymnasium Rämibühl eingerichtet. Dort seien 60 Betten verfügbar. 47 Hausärzte hätten sich freiwillig für einen möglichen Einsatz dort gemeldet.

Man sei zuversichtlich, dass das Notspital nicht genutzt werden müsse. «Wir müssen aber sichergehen, dass wir genügend Platz zur Verfügung haben, falls die derzeitigen Kapazitäten nicht ausreichen.»

11.05 Uhr: Drei Personen verstorben

Gregor Zünd, Vorsitzender der Spitaldirektion, sagt: «Die Zeit ist herausfordernd.» Das Unispital habe bisher 2’231 Patientinnen getestet. Positiv seien 185 der Getesteten, also 8,2 Prozent. Drei Patienten seien im Unispital verstoben, 28 befänden sich auf der Intensivstation.

11 Uhr: Unispital informiert live

Das Zürcher Universitätsspital informiert in einer Medienkonferenz über die derzeitige Corona-Krise. Fachexperten aus der Taskforce, von Intensivmedizin, Geburtshilfe und Spitalhygiene geben einen Überblick über die Entwicklung und den Stand am Universitätsspital.

10.30 Uhr: Devisenreserven sinken um 3,14 Milliarden 

Die Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind im März um 3,14 Milliarden Franken gesunken. Per Ende des Berichtsmonats lag der Wert bei 765,63 Milliarden Franken, nachdem es Ende Februar noch 768,77 Milliarden Franken gewesen waren.

Der Gesamtbestand der Reserven exklusive Gold erreichte Ende März 771,05 Milliarden nach 774,27 Milliarden Franken im Vormonat, wie die SNB am Dienstag auf ihrer Internetseite mitteilte. Die Daten sind gemäss dem sogenannten Standard zur Verbreitung von Wirtschafts- und Finanzdaten (Special Data Dissemination Standard, SDDS) des Internationalen Währungsfonds (IWF) erstellt.

Ob und allenfalls wie stark die SNB im März am Devisenmarkt interveniert hat, ist aus den Zahlen nicht genau herauszulesen. Oft ist die Entwicklung der wichtigsten ausländischen Währungen zum Franken ein Hauptgrund für die Veränderungen. So hat der Euro im März laut SNB-Statistik auf rund 1,0588 Franken abgewertet, im Vergleich zu 1,0644 Franken Ende Februar. Der US-Dollar hat sich im gleichen Zeitraum leicht auf 0,9641 Franken von zuvor 0,9637 Franken verteuert.

10.20 Uhr: Update Tessin

Die Zahl der Infektionen ist laut Tessiner Kantonsregierung um 53 auf nun 2’599 gestiegen. Neun neue Opfer erhören die Bilanz auf 198 Tote. 388 Patienten konnten bisher wieder entlassen werden.

10 Uhr: Reine Briefwahl in Polen

Polens kommende Präsidentschaftswahl wird eine reine Briefwahl. Der eigentlich auf den 10. Mai angesetzten Termin müsse aber dennoch womöglich vertagt werden, um eine solche vorzubereiten, meldet die Nachrichtenagentur «AP».

9.40 Uhr: Corona-Krise bremst Verkehrsaufkommen

Mit den Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus ist der Strassenverkehr um über einen Drittel zurückgegangen. Sogar um zwei Drittel sank die Zahl der Verkehrsmeldungen.

In der ersten Woche des Lockdowns wurden nur 251 Zwischenfälle verzeichnet, wie der Touring Club Schweiz (TCS) am Dienstag mitteilte. In derselben Woche im Vorjahr waren es noch 732 gewesen. Die Verkehrsmeldungen gingen damit um fast zwei Drittel zurück.

Knapp ein Viertel der Verkehrsmeldung betrafen zudem Stau oder stockenden Verkehr in den Grenzgebieten. Ursache dürften die verstärkten Grenzkontrollen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie gewesen sein. Der TCS ruft dazu auf, Unfallrisiken zu meiden und über Ostern auf Fahrten im Süden zu verzichten.

9.30 Uhr: Johnsons letzter Tweet aus dem Spital

Vor 19 Stunden meldete sich der britische Premier noch via Twitter aus dem Spital. Bevor er auf die Intensivstation verlegt wurde, dankte er dem medizinischen Personal:

Johnson musste nicht an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden, wie Staatsminister Michael Gove am Dienstag dem Radiosender LBC sagte. Er habe zwar Sauerstoffunterstützung bekommen, «aber er war nicht an einem Beatmungsgerät». Seine Infektion mit dem Coronavirus hatte der Premierminister am 27. März bekanntgemacht und seitdem in Isolation in der Downing Street weiter die Regierungsgeschäfte geführt.

Weil sich seine Symptome wie Fieber und Husten nicht besserten, wurde er am Sonntag schliesslich zur Untersuchung in das St. Thomas' Hospital gebracht. Die staatliche Klinik liegt in der Nähe des Parlaments. Am Montagnachmittag hatte sich der Zustand des 55-Jährigen plötzlich derart verschlechtert, dass Johnson abends auf die Intensivstation verlegt werden musste.

8.50 Uhr: Mehr Arbeitslose im Kanton Bern

Die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus haben im Kanton Bern direkt auf die Arbeitslosenzahlen durchgeschlagen. Die Arbeitslosenquote stieg im März deutlich von 2,0 auf 2,2 Prozent an. Insgesamt waren im Kanton Bern im März 12’649 Personen ohne Arbeit. Das sind 1'471 Personen mehr als im Vormonat, wie die bernische Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion am Dienstag mitteilte.

Normalerweise sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Frühjahr, wenn namentlich das Baugewerbe wieder mehr Leute braucht als im Winter. Die Corona-Krise führte nun aber praktisch in der gesamten Wirtschaft zu steigenden Arbeitslosenzahlen. Besonders betroffen waren diejenigen Branchen, die ihren Betrieb ganz einstellen mussten, allen voran das Gastgewerbe.

In allen bernischen Verwaltungskreisen stieg die Arbeitslosigkeit im März deutlich an, am stärksten in den touristisch geprägten Verwaltungskreisen des Oberlands. Die Spannweite der Arbeitslosenquote in den zehn Verwaltungskreisen liegt zwischen 1,2 (Frutigen-Niedersimmental) und 3,5 Prozent (Berner Jura und Biel).

Aufgrund der ausserordentlichen Lage und den Massnahmen des Bundes kam es im März zu einer richtigen Flut von Kurzarbeitsgesuchen. Wie viele es sind, können die zuständigen Behörden derzeit nicht sagen, wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht.

8.25 Uhr: Arbeitslosenzahlen aus der Zentralschweiz

In den sechs Zentralschweizer Kantonen ist die Arbeitslosenquote im März im Schlepptau der Corona-Krise um 0,2 bis 0,5 Prozentpunkte gestiegen. Die Zahl der als arbeitslos gemeldeten Personen stieg von 7'197 auf 8'367. Im Kanton Luzern stieg die Zahl der Arbeitslosen um 564 auf 4'626 Personen, in Zug um 200 auf 1'612 und in Schwyz um 154 auf 1'264. Uri zählt neu 273 Arbeitslose (+31), Nidwalden 352 (+129) und Obwalden 240 (+92).

Die grösste Zunahme bei der Arbeitslosenquote verzeichnete der Kanton Nidwalden. Die Quote stieg von 0,9 Prozent auf 1,4 Prozent. Nidwalden hat damit eine gleich hohe Quote wie Uri und Schwyz; dort betrug das Wachstum 0,2 Prozentpunkte.

Mit 1,4 Prozent ist die Arbeitslosigkeit in diesen drei Zentralschweizer Kantonen aber immer noch vergleichsweise tief. Nur Appenzell Innerrhoden (1,3 Prozent) und Obwalden haben tiefere Quoten. Obwalden verzeichnete ebenfalls einen starken Zuwachs, und zwar von 0,7 auf 1,1 Prozent. Die höchste Quote in der Zentralschweiz im März hatte Zug mit 2,3 Prozent (Februar: 2,0 Prozent). Luzern verzeichnete einen Anstieg von 1,7 Prozent auf 2,0 Prozent.

8.10 Uhr: China erstmals ohne neue Tote

Erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat China keine neuen Todesopfer mehr gemeldet. Schon seit Wochen gab es den offiziellen Angaben zufolge täglich kaum noch neue Infektionen und nur noch wenige neue Tote in der Volksrepublik. Am Dienstag führte die Statistik der Pekinger Gesundheitskommission nun zum ersten Mal seit Januar überhaupt keinen neuen Todesfall mehr auf.

Erneut gab es laut den Angaben 32 «importierte» Infektionen, die bei Menschen bei der Einreise nach China nachgewiesen wurden. Insgesamt sind den offiziellen Angaben zufolge in China bislang 3'331 Menschen durch die Lungenkrankheit Covid-19 ums Leben gekommen, 81'740 haben sich demnach nachweislich infiziert. Die tatsächlichen Zahlen dürften allerdings deutlich höher liegen, da die Art der Erhebung immer wieder geändert worden ist und viele Fälle nicht in der offiziellen Statistik auftauchen.

Als Zeichen, dass sich die Lage gebessert hat, sollen mehr als zweieinhalb Monate nach der Abriegelung der chinesischen Metropole Wuhan die letzten Beschränkungen der Bewegungsfreiheit für die elf Millionen Bewohner aufgehoben werden. In der schwer betroffenen Metropole, wo die Pandemie im Dezember ihren Ausgang genommen hatte, wird nun der Verkehr normalisiert.

Auch wird der Flugverkehr am Mittwoch wieder aufgenommen. Autos dürfen die Stadt wieder verlassen und die Menschen mit dem Zug reisen – vorausgesetzt, sie sind gesund und hatten jüngst keinen Kontakt zu Infizierten. Die Öffnung der Stadt ist für China ein wichtiges Signal, das Schlimmste überwunden zu haben.

7.50 Uhr: Arbeitslosenquote steigt deutlich

Der Schweizer Arbeitsmarkt trägt im März die Spuren der Corona-Krise. Die Arbeitslosenquote stieg von 2,5 Prozent im Februar auf 2,9 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag mitteilte. Gleichzeitig sank die Zahl der offenen Stellen. Mehr hier.

7.10 Uhr: Hamsterkäufe verhindern Konsumflaute 

Die Konsumenten in Japan haben im Februar zwar weniger ausgegeben als vor einem Jahr. Allerdings brach der Konsum nicht so sehr ein wie befürchtet. Der Rückgang der Ausgaben betrug 0,3 Prozent, wie Daten der Regierung am Dienstag zeigten. Analysten hatten ein Minus von 3,9 Prozent erwartet. Die Japaner deckten sich im Zuge der Corona-Krise mit Lebensmitteln und Atemschutzmasken ein. Der Absatz von Toilettenpapier schnellte um 47 Prozent in die Höhe.

6.00 Uhr: Berner Coronavirus-Drive-in baut aus

Das seit Donnerstag auf dem Berner BEA-Expo-Gelände eingerichtete Coronavirus-Drive-in-Testzentrum ist für die kommenden drei Wochen gut gerüstet. Dies sagt der Projektleiter und frühere Berner Kantonsarzt Jan von Overbeck in einem Interview mit «La Liberté». Test-Kits gebe es ausreichend. Wahrscheinlich sei eher die Verfügbarkeit von Schutzausrüstung ein Problem.

Während der ersten Tage seien 124 Test durchgeführt worden, von denen sechs ein positives Testresultat ergeben hätten. Die Online-Registrierung sei gleich von Beginn an stark gefragt gewesen. Seither wurde die Testkapazität auf 500 Plätze pro Tag ausgebaut.

5.30 Uhr: Südkorea bleibt unter 50 Neuinfektionen

Südkoreas Gesundheitsbehörden haben den zweiten Tag in Folge weniger als 50 Neuinfektionen mit dem Coronavirus erfasst. Am Montag wurden 47 Menschen positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Schon am Sonntag war die Zahl der Nachweise zum ersten Mal seit dem Höhepunkt Ende Februar mit mehr als 900 Fällen innerhalb von 24 Stunden auf unter 50 zurückgegangen. Südkorea gilt mittlerweile unter anderem dank seines rigiden Testprogramms als Vorbild für die Eindämmung des Virus.

5.01 Uhr: Deutsche Auslandseinsätze gehen weiter

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, hat davor gewarnt, Auslandseinsätze der deutschen Streitkräfte wegen des Coronavirus infrage zu stellen. «Die Sicherheitslage in den Einsatzländern verändert sich durch Corona nicht zum Positiven», sagte Zorn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). «In allen Krisengebieten sind die destabilisierenden Gruppen unverändert aktiv. Die Bedrohung hat nicht abgenommen. Es wäre fatal, das aus dem Auge zu verlieren. Ansonsten könnte ein gefährliches Vakuum entstehen.»

5.00 Uhr: Medizinische Güter statt Waffen

Die deutsche Rüstungsindustrie sollte nach Ansicht von Greenpeace im Kampf gegen das Coronavirus ihre Produktion umstellen. Statt Rüstungsgüter herzustellen, sollten sie dringend benötigtes medizinisches Material wie Beatmungsgeräte und medizinische Schutzkleidung fertigen. Die Organisation verwies auf Rheinmetall. Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche erklärt, die Montage medizinischer Instrumente wie Beatmungsgeräte zu prüfen.

4.09 Uhr: Trump warnt vor mehr als «harter Woche»

Der Kampf gegen das Coronavirus geht nach Angaben von US-Präsident Donald Trump in den USA in dieser Woche in eine «entscheidende und schwierige Phase». «Wir werden eine harte Woche haben, wir werden vielleicht etwas mehr als eine harte Woche haben.»

3.46 Uhr: Trump-Beraterin: Einkauf nur alle zwei Wochen

Die Beraterin von US-Präsident Donald Trump, die Ärztin Deborah Birx, hat an die Amerikaner appelliert, alles zu tun, um die Ausbreitung des Coronavirus weiter einzudämmen. Dazu gehöre es auch, Einkäufe auf ein Minimum zu reduzieren. «Wir können vielleicht einmal alle zwei Wochen einen Supermarkt- und Apotheken-Einkauf für die ganze Familie machen», sagte sie.

2.46 Uhr: UN-Sicherheitsrat berät zu Corona-Krise

Der UN-Sicherheitsrat will sich am Donnerstag zum ersten Mal seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie mit den Auswirkungen der Krise auf die internationale Sicherheit beschäftigen. UN-Generalsekretär António Guterres soll die 15 Mitglieder in einer virtuellen, für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Sitzung über die Lage unterrichten. Zuletzt war Kritik wegen des offenbaren Stillstands im Sicherheitsrat aufgekommen, der zur Corona-Krise bisher keine gemeinsame Haltung gefunden hat.

2.38 Uhr: Nun also doch US-Vorwahl in Wisconsin

Trotz der Corona-Krise soll es im US-Bundesstaat Wisconsin heute Dienstag nun doch die geplante Vorwahl geben. Das Oberste Gericht habe die angeordnete Verschiebung durch Gouverneur Tony Evers aufgehoben, meldet der Vorsitzende der Demokratischen Partei in Wisconsin. «Tausende werden aufwachen und müssen sich entscheiden, ob sie ihr Wahlrecht ausüben oder gesund und sicher bleiben wollen», erklärte Gouverneur Evers. Das Urteil lasse zu, dass die Wahl wie geplant laufe – gegen den Rat von Gesundheitsexperten und mit einem «extremen Risiko» für die Öffentlichkeit.

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