Coronakrise

In New York bereits mehr als 100'000 bestätigte Corona-Infektionen

Agenturen/dor/gbi/phi

3.4.2020

Die Zahl der Toten in New York ist innerhalb eines Tages um 562 auf fast 3'000 angestiegen. Der Bundesrat stockt unterdessen die Kredite für Unternehmen auf 40 Milliarden auf. Das Wichtigste im Tagesüberblick.

Das Wichtigste im Überblick

  • 588 Todesfälle in Frankreich an nur einem Tag.
  • In Italien stabilisiert sich die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus — die Zahl neuer Todesfälle bleibt unterdessen noch hoch.
  • In New York bereits mehr als 100'000 bestätigte Corona-Infektionen.
  • Der Bundesrat verdoppelt den Betrag für Bürgschaften, die gebeutelten Unternehmen helfen sollen, auf 40 Mrd. Franken.
  • Die Kantone müssen dem Bund neu ihre Bestände an wichtigen medizinischen Gütern melden. Das soll helfen, Engpässe frühzeitig zu erkennen.
  • Bisher hat das Aussendepartement 2'100 Schweizer aus dem Ausland zurückgeflogen.
  • Anne Lévy ist vom Bundesrat zur neuen Direktorin des Bundesamts für Gesundheit ernannt worden. Sie übernimmt am 1. Oktober.
  • Die USA verzeichnen die bislang weltweit höchste Zahl von Todesfällen durch das neuartige Coronavirus.
  • Ein Epidemiologe der Uni Bern dämpft Hoffnungen, dass nach dem 19. April die Massnahmen gelockert werden können.
  • Die chinesische Millionenmetropole Wuhan, wo die Lungenkrankheit Covid-19 zuerst ausgebrochen war, trifft Vorbereitungen gegen eine zweite Corona-Welle.

In Europa sind mittlerweile mehr als eine halbe Million Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. In der Schweiz und in Liechtenstein wurden binnen 24 Stunden 1036 neue Coronavirus-Fälle registriert.

Laut einer Auflistung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) gibt es in allen Ländern des Kontinents bislang insgesamt 511'005 bestätigte Infektionsfälle, davon die meisten in Italien (115'242), Spanien (110'238) und Deutschland (73'522). Auf Twitter sprach das ECDC von rund 482'000 Infektionen bei fast 36'000 Todesfällen.

Am Freitag lag die Zahl der an Covid-19 erkrankten Menschen in der Schweiz bei 19'303. 572 Menschen sind gemäss einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA gestorben. Die Summe basiert auf Angaben aus den Kantonen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zählte bis am Freitag 484 Todesfälle. Am Donnerstag hatte das BAG noch 18'267 Infizierte und 432 Todesfälle gemeldet. Keystone-SDA hatte 530 Todesfälle gezählt.

Im US-Bundesstaat New York gibt es inzwischen mehr als 100'000 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Die Zahl der Toten sei innerhalb eines Tages um 562 auf fast 3'000 angestiegen, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Freitag vor Journalisten. Der Ostküstenstaat und die gleichnamige Metropole sind derzeit am schlimmsten von der Coronavirus-Epidemie betroffen.


22.00 Uhr: Wir beenden unseren Corona-Ticker für heute

21.35 Uhr: 69 Tote wegen Corona in Türkei - Ausgangsverbot für junge Leute

In der Türkei sind offiziellen Angaben zufolge innerhalb der vergangenen 24 Stunden weitere 69 Menschen mit Corona-Infektion gestorben. Damit sei die Gesamtzahl dieser Toten auf 425 gestiegen, teilte Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Freitagabend mit. Zudem seien 2786 weitere Menschen positiv getestet worden - die Zahl der offiziell gemeldeten Fälle stieg damit auf 20'921.

21.20 Uhr: Passagiere verlassen von Coronavirus betroffenes Kreuzfahrtschiff «Zaandam»

Nach der langen Irrfahrt des vom Coronavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffs «Zaandam» sind die ersten Passagiere im US-Bundesstaat Florida an Land gegangen. Von der Polizei begleitete Busse brachten die Touristen am Freitag vom Hafen der Stadt Fort Lauderdale zum Flughafen. Von dort werden die Passagiere der «Zaandam» und des Schwesterschiffs «Rotterdam» mit Chartermaschinen in ihre Heimat geflogen.

21.00 Uhr: Frankreich meldet mit 588 neuen Höchststand bei Corona-Todesfällen an einem Tag

Mit 588 Todesopfern durch das neuartige Coronavirus binnen 24 Stunden hat Frankreich einen neuen traurigen Rekord registriert. Die Gesamtzahl der in Krankenhäusern gestorbenen Corona-Opfer stieg damit auf 5'091, wie die Gesundheitsbehörden am Freitag mitteilten. Die Zahl der Corona-Toten in Altenheimen wird in Frankreich nicht täglich erfasst. Den Behörden zufolge starben bislang 1'416 Heimbewohner an dem Virus. Damit liegt die Gesamtzahl der Toten bei mindestens 6'507.

20.40 Uhr: Post in der Schweiz will Paketkontingente für 100 grösste Auftraggeber

Die Post zieht die Reissleine und will die 100 grössten Paketauftraggeber mit Kontingenten belegen. Sie könne die Paketflut sonst nicht mehr bewältigen. Der Versandhandel ist alarmiert und verlangt die Aufhebung der Non-Food-Sperren in den Läden als Teil der Lösung.



22.30 Uhr: Bulgarisches Parlament verlängert Ausnahmezustand

Bulgariens Parlament hat trotz Kritik von Staatschef Rumen Radew den seit 13. März geltenden einmonatigen Ausnahmezustand wegen der Coronavirus-Pandemie um einen Monat verlängert. Für die Regierungsvorlage stimmten am Freitagabend 122 Parlamentarier. 47 Volksvertreter stimmten mit Nein. Es gab sieben Enthaltungen.

19.50 Uhr: Tessiner Regierung verlängert Massnahmen

Die Tessiner Regierung verlängert die zu Beginn umstrittenen Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus um zwei Wochen. Reisefreudige Deutschschweizer sollen ab nächster Woche mittels Strassenkontrollen und Sensibilisierungskampagne von der «Sonnenstube der Schweiz» ferngehalten werden.

19.30 Uhr: Transport von Corona-Patienten: Brüssel verspricht finanzielle Hilfe

Für die Zusammenarbeit bei der Versorgung von Covid-19-Patienten können die EU-Staaten auf Geld aus Brüssel hoffen. Die EU-Kommission veröffentlichte am Freitag Leitlinien für die grenzüberschreitende Kooperation und stellte mögliche finanzielle Unterstützung aus mehreren Fördertöpfen in Aussicht, zum Beispiel für den Transport von Patienten aus einem EU-Land ins andere.

19.00 Uhr: In Italien stabilisiert sich die Fallzahl

In Italien stabilisiert sich die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus — die Zahl neuer Todesfälle bleibt unterdessen noch hoch. Die Zahl der Menschen im Land, die sich nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierten, stieg am Freitag im Vergleich zum Vortag um vier Prozent. Das ist in etwa die gleiche Steigerungsrate wie an den Tagen zuvor. Die Hoffnung besteht, dass die Kurve demnächst nach wochenlangen Ausgangssperren endlich absinkt. Registriert sind nun insgesamt 119'827 erkannte Infektionen — es wird allerdings mit einer immens hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle gerechnet. 766 Tote mit nachgewiesener Infektion kamen innerhalb eines Tages hinzu, insgesamt sind es nun 14'681, wie der Zivilschutz am Freitag mitteilte.

18.45 Uhr: US-Militär: Bereits rund 35'000 Soldaten im Coronavirus-Einsatz

In den USA sind inzwischen rund 35'000 Soldaten für den Kampf gegen das neuartige Coronavirus im Einsatz. Etwa 19'700 Soldaten der Nationalgarde unterstützen örtliche Behörden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, erklärte das Verteidigungsministerium am Freitag. Weitere 15'000 Soldatinnen und Soldaten der Streitkräfte seien im Auftrag der Katastrophenschutzbehörde Fema damit befasst, Feldlazarette in besonders betroffenen Gebieten zu errichten, hiess es.

18.25 Uhr: Bund erhält mehr Kompetenzen bei Beschaffung medizinischer Güter 

Der Bund nimmt bei der Beschaffung von medizinischen Gütern für den Schutz vor dem Coronavirus das Heft in die Hand. Betroffen sind beispielsweise Beatmungsgeräte, chirurgische Masken, Diagnosetests, Schutzausrüstung oder Schutzanzüge. Kantone müssen ihre Bestände neu melden.

Das hat der Bundesrat am Freitag entschieden. Ziel ist, dem Bund mehr Kompetenzen zu geben, damit die Versorgung mit wichtigen medizinischen Gütern zur Bekämpfung von Sars-CoV-2 zu koordinieren. Die Verordnung zur Bekämpfung der Lungenkrankheit Covid-19 hat er angepasst. Die Neuerungen gelten ab Samstag um Mitternacht.

18.00 Uhr: In New York bereits mehr als 100'000 bestätigte Corona-Infektionen

Im US-Bundesstaat New York gibt es inzwischen mehr als 100'000 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Die Zahl der Toten sei innerhalb eines Tages um 562 auf fast 3'000 angestiegen, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Freitag vor Journalisten. Der Ostküstenstaat und die gleichnamige Metropole sind derzeit am schlimmsten von der Coronavirus-Epidemie betroffen. Knapp 15'000 Patienten würden wegen der Lungenerkrankung Covid-19 derzeit in Krankenhäusern des Bundesstaats behandelt, knapp 4'000 davon auf Intensivstationen, sagte Cuomo.

17.35 Uhr: Zwei weitere Todesfälle im Kanton Zürich

Im Kanton Zürich sind zwei weitere Personen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Damit gab es bis am Freitagabend insgesamt 38 Verstorbene. Der Altersdurchschnitt beträgt 83,5 Jahre.



17.30 Uhr: Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann ins Spital verlegt

Der am Coronavirus erkrankte Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann befindet sich im Spital. Der 63-jährige Justiz- und Polizeidirektor ist gemäss Angaben der Staatskanzlei am Freitag wegen des Virus geschwächt und daher hospitalisiert worden.

Hofmann befinde sich im Spital auf einer normalen Station, sagte Staatsschreiberin Vincenza Trivigno auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er sei erschöpft und werde nun gesundgepflegt. 

16.55 Uhr: Über 100 Coronavirus-Todesfälle in der Waadt

In der Waadt ist die Marke von 100 Todesfällen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 überschritten worden. Bis Freitag erlagen 107 Menschen im Kanton der Viruskrankheit, 15 mehr als am Vortag. Die gute Nachricht ist jedoch, dass die Zahl der Spitaleinweisungen zurückgeht.

16.30 Uhr: Mehrere Ansteckungen in Zuger Pflegeheim

In einem Zuger Pflegeheim sind mehrere Personen mit dem Coronavirus infiziert worden, ein 96-jähriger Heimbewohner starb. Eine Pflegeheimstation wurde isoliert.

Die Zuger Gesundheitsdirektion teilte am Freitag mit, dass es in einem Pflegeheim im Kanton zu nachweislichen Coronavirus-Infektionen gekommen sei. Das Virus sei bei einem am Donnerstag verstorbenen Heimbewohner sowie bei sieben weiteren Personen nachgewiesen worden.

15.55 Uhr: Ende der Medienkonferenz

Die heutige Medienkonferenz mit dem Bundesrat ist abgeschlossen. Wir danken für die Aufmerksamkeit!

Die nächste Medienorientierung ist geplant für Samstag, 14 Uhr. Dann werden wiederum die Fachspezialisten des Bundes Red und Antwort stehen.

15.52 Uhr: Gotthard-Schliessung kein Thema

Die Schliessung von Gotthard und San Bernardino für den Autoverkehr am Osterwochenende ist keine Option, wie Innenminister Berset sagt: «Wir werden da keine Mauern hochziehen, das wäre das falsche Signal.» Nun müsse man die Situation gemeinsam meistern. Aber die Aufforderung des Bundesrats sei klar: «Bitte bleiben Sie zu Hause! Fahren Sie weder ins Tessin noch ins Bündnerland!» Er hoffe, dass die Schweizer Bevölkerung das nun höre und es für einmal keinen Osterstau geben werde am Gotthard.

15.45 Uhr: Bund konzentriert sich auf die KMU

Der Bundesrat diskutiert aktuell noch darüber, was mit Firmen passiert, die mehr als die derzeit maximal möglichen 20 Millionen Franken benötigen. Man habe derzeit in erster Linie die KMU im Blick, bei grösseren Unternehmen müssten andere Stellen einspringen, beispielsweise die Aktionäre, so Maurer. Wie es bei der Swiss aussieht, sei ein schwieriges Thema. Allerdings sei noch unklar, was man in Bezug auf die Fluggesellschaft unternehmen werde. Man arbeite am Thema, aber es sei noch zu früh, zu diesem Thema etwas zu sagen.

15.35 Uhr: Kommen auch Betrüger an Kredite?

Wie viele Missbräuche gibt es bei der Kreditvergabe, Herr Maurer? Der Finanzminister kann das nicht beantworten. Er höre jedoch immer von «den gleichen fünf bis zehn Räubergeschichten», von daher gehe er davon aus, dass die Zahl der Missbräuche «sehr, sehr tief» sei. Er vertraue auch darauf, dass die Banken viele Kredite gar nicht bewilligten, wenn die Grundlagen dafür nicht vorhanden seien.

An die Adresse von Betrügern gerichtet, warnt Maurer: «Das muss jeder wissen, der jetzt zuhört oder ein Gesuch stellt: Versuchen Sie es nicht, wir sind auf alle Fälle am längeren Hebel.» Er erinnert zudem daran, dass ein Betrug strafrechtlich geahndet werden könne. 

15.30 Uhr: EDA stellt 20 Millionen Franken zurück

Zu den Rückflügen von im Ausland gestrandeten Schweizern sagt Cassis, dass man die Kosten dafür erst im Nachhinein kenne. Die Betroffenen erhielten eine Rechnung und müssten diese bezahlen. Im EDA habe habe man derzeit 20 Millionen Franken als Defizitgarantie für die Kosten der Rückflüge zurückgestellt.

15.25 Uhr: Wann können die Schulen wieder öffnen?

Werde der Bundesrat nächste Woche Klarheit schaffen, wie es mit dem Unterricht nach dem 19. April weitergeht? Der Bundesrat beobachte die Situation genau, erklärt Berset. Ob man vor Ostern einen Entscheid bekanntgeben könne, wisse er aber noch nicht. Denn der Bundesrat treffe seine Entscheide nicht aus dem Bauch heraus, sondern aufgrund von wissenschaftlicher Erkenntnissen. «Ich will dem nicht vorgreifen.» Man müsse daher erst abwarten, wie sich die Situation entwickle und welche Fakten dann auf dem Tisch lägen.

15.17 Uhr: Bundesrat bleibt bei Haltung zu Gesichtsmasken

Ein Journalist stellt eine provokative Frage zum Thema Gesichtsmasken: Ob es nicht so sei, dass der Bundesrat nur deshalb von einer Pflicht zum Tragen von Hygienemasken absehe, weil es derzeit nicht genug davon gebe.

Berset weist diese Vermutung klar zurück: Man richte sich bei den Empfehlungen nicht nach der Verfügbarkeit von Schutzgütern. Und Daniel Koch vom BAG ergänzt, dass es derzeit nicht genug Belege für die Nützlichkeit solcher Masken im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus gebe. 

15.10 Uhr: Kosten noch unklar

Laut Finanzminister Ueli Maurer lässt sich derzeit noch nicht sagen, wie viele der gesprochenen Kredite, für der Bund nun bürgt, letztlich ausfallen. Das hänge unter anderem auch von der Dauer der aktuellen Krise ab. Derzeit werde rund alle vier Sekunden ein Kredit gesprochen, für den der Bund bürgt.

Maurer sagt, dass sich wohl viele derzeit A-Fonds-Perdu-Beträge wünschten, also Geld, dass sie nach Ende der Krise nicht zurückzahlen müssen. Aber nun wolle man erst mal Bürgschaften übernehmen. Weil: «Ich bin nur der Verteiler Ihrer Steuergelder.» Weiterführende Massnahmen müsse man dann in einem zweiten Schritt prüfen.

15.02 Uhr: Tests können falsche Resultate liefern

Die Coronavirus-Tests, die in der Schweiz eingesetzt werden, seien nicht zu 100 Prozent zuverlässig, sagt Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit. Eine vollständige Sicherheit lasse sich mit derlei Tests aus verschiedene Gründen nicht garantieren. Personen, die negativ getestet wurden, deren Symptome aber gleichwohl auf eine Covid-19-Erkrankung hinweist, erhalten laut Koch die selbe Pflege wie positiv Getestete.

14.59 Uhr: Bund will Betreuungsangebote unterstützen

Bundesrat Berset betont, wie wichtig die Betreuungsorganisationen, insbesondere Kindertagesstätten, in der jetzigen Situation sei. Ihre Unterstützung sei derzeit in erster Linie Aufgabe der Kantone, gleichwohl prüfe man nun, wie man solche Institutionen unterstützen können.

14.55 Uhr: Austausch mit Entwicklungsländern

Die Schweiz steht gemäss Cassis vermehrt im Austausch mit Entwicklungsländern. Die Direktion für Entwicklungszusammenarbeit (Deza) hat bisher 18 Millionen Franken Soforthilfen gesprochen, um die Schwerpunktländer der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit und internationale Organisationen zu unterstützen.

Die Deza hat dem Bund zudem zugesichert, dass sie ihre Hilfskräfte bei Bedarf auch im Inland einsetzen könne.

14.52 Uhr: Wichtige Beziehungspflege mit dem Ausland

Man bemühe sich in den Nachbarländern darum, dass sie Grenzgänger weiterhin ihre Arbeit in der Schweiz verrichten lassen. Diese sind insbesondere im Gesundheitswesen von zentraler Bedeutung: In Genf liessen sich die Spitäler ohne Grenzgänger nicht mehr betreiben, betont Cassis.

Zudem hat sich das Aussendepartement gemeinsam mit anderen Departementen darum bemüht, für die Schweiz bestimmtes, aber blockiertes Medizinmaterial freizukriegen. Dabei achte man darauf, dass man den Nachbarländern beispielsweise mit Spitalplätzen unter die Arme greife. Derzeit befinden sich laut Cassis rund 40 Franzosen in verschiedenen Schweizer Spitälern in Pflege. 

14.52 Uhr: Jetzt spricht Cassis

«Verschieben Sie bitte Ihre Osterreise, insbesondere, wenn Sie ins Tessin fahren würde», bitte Aussenminister Ignazio Cassis  inständig – er stammt selber aus dem Südkanton. 

Dann informiert er über den aktuellen Stand bei den Rückholaktionen. Bis zum 3. April seien 2'100 Schweizer und 1'600 Ausländer mit den Flügen transportiert worden. Fünf weitere Rückführungsflüge seien bis und mit Sonntag geplant. Bei diesen Aktionen zeige sich, wie wichtig die gute diplomatische Vernetzung der Schweiz mit dem Ausland sei.

14.43 Uhr: Nun kommt das Bürgschaftspaket an die Reihe

Finanzminister Ueli Maurer informiert über die Verdoppelung des Bürgschaftspakets. Man gehe davon aus, dass rund 400'000 KMU von der aktuellen Krise betroffen sein könnten. 

Nach acht Tagen seien 76'000 Bürgschaftsbegehren mit einem Umfang von 14,3 Milliarden Franken behandelt worden. Die Banken hätten auch am Wochenende durchgearbeitet.

Nun gehe es darum, aufgrund erster Erfahrungen die Kontrollmechanismen zur Verhinderung von Missbräuchen zu verbessern. Gleichwohl gehe man nicht davon aus, dass viele Missbräuche geschehen würden, so Maurer. Der Bund holt sich darum auch Hilfe bei Privaten: Die Prüfgesellschaft PWC soll die Kredite sukzessive überprüfen.

14.39 Uhr: Leichte Entspannung

«Es braucht viel Ausdauer und Flexibilität», sagt Alain Berset mit Blick auf eine mögliche Wiedereröffnung der Geschäfte. Derzeit sei die Situation in Kontrolle, die Spitäler verfügen nach wie vor über freie Kapazitäten. Die Bevölkerung habe die Massnahmen akzeptiert und umgesetzt. Aber es werde kein plötzlicher Ausstieg geben, der Übergang werde vielmehr ein langsamer sein.

Mit Blick auf die anstehenden Ostertage wiederholt Berset die Bitte an die Bevölkerung, keine unnötigen Reisen zu unternehmen. Das gelte nicht nur für das Tessin, sondern für alle Tourismusregionen des Landes.

14.37 Uhr: Gartencenter dürften Drive-in anbieten

Der Bundesrat nimmt Rücksicht auf Gartencenter, deren wichtigste Zeit nun anbricht. Darum erlaubt er diesen Geschäften, telefonische Bestellungen entgegenzunehmen und die Waren dann in einem Drive-in an die Kunden abzugeben.

14.35 Uhr: Häusliche Gewalt nimmt zu

Laut Alain Berset lässt sich bei den Zahlen zur häuslichen Gewalt eine Zunahme feststellen. Er führt das darauf zurück, dass viele Leute nun den ganzen Tag in teils engen Wohnungen sitzen, was zu einer Zunahme der Konflikten führen kann.

14.31 Uhr: Die neusten Zahlen

Zu Beginn der Medienkonferenz gibt Innenminister Alain Berset die neusten Zahlen zu Krankheits- und Todesfällen in Zusammenhang mit Covid-19 durch. Wieder ist die Zahl der Infizierten um mehr als 1'000 gestiegen, die Zahl der Infektionen liegt nun bei über 19'000. Zugleich erhöhte sich die Zahl der Menschen, die wegen Covid-19 in Spitalpflege sind, um 15 Prozent.

14.30 Uhr: Weitere 20 Milliarden Soforthilfe für Wirtschaft

Nun beginnt die zweite Medienkonferenz. Erneut sitzt Innenminister Alain Berset auf dem Podium, doch wird er diesmal flankiert von Finanzminister Ueli Maurer und Aussenminister Ignazio Cassis.

Der wichtigste Entscheid aus der heutigen Sitzung: Der Bundesrat verdoppelt den Betrag zur Unterstützung der Wirtschaft in der Coronakrise. Der Bund soll neu mit 40 Milliarden Franken für Kredite für Unternehmen bürgen können. Es habe sich in den ersten Tagen gezeigt, wie gross das Bedürfnis für solche Beihilfen ist.

Bis zum 2. April sind bereits über 76'000 Kreditvereinbarungen geschlossen worden. Das Volumen dieser Kredite liegt bei geschätzten 14,3 Milliarden Franken. Der bisherige Rahmen von 20 Milliarden Franken dürfte also in wenigen Tagen überschritten werden.

Die 20 weiteren Milliarden, die der Bundesrat nun einplanen will, sollen vom Parlament gesprochen werden, die Hälfte davon bereits am Montag von der Finanzdelegation der eidgenössischen Räte. Bei der ersten Tranche hat der Bundesrat noch in Eigenregie gehandelt.

Zugleich kündigt der Bundesrat an, dass die Kreditvergabe kontrolliert werden soll. Zwar gehe man nicht grundsätzlich davon aus, dass solche Kredite missbraucht werden, doch bestehe bei so einer unbürokratischen Vergabe trotzdem ein gewisses Missbrauchspotential. Die zuständigen Departemente müssen darum ein Konzept ausarbeiten, wie sich diese Gefahr bekämpfen lässt.

14.30 Uhr: Kantone müssen Medizingüter melden

Der Bundesrat regelt wegen der Coronakrise auch die Versorgung mit wichtigen medizinischen Gütern neu. So verpflichtet er die Kantone dazu, ihre aktuellen Bestände dem Bund zu melden. Dadurch sollen Versorgungsengpässe frühzeitig festgestellt und gezielt behoben werden können. Gemeldet werden müssen Beatmungsgeräte, Diagnosetests, chirurgische Masken oder Schutzanzüge sowie gewisse Arzneimittel.

Der Bundesrat hat ausserdem geregelt, wie der Bund die Kantone sowie gemeinnützige Organisationen wie das Schweizerische Rote Kreuz bei der Beschaffung solcher wichtiger medizinischer Güter unterstützt, falls der Bedarf über die normalen Kanäle nicht gedeckt werden kann. Die Zuteilung des Materials erfolgt anschliessend zentral.

Der Bundesrat hat zudem aufgrund der epidemiologischen Situation den Kanton Tessin ermächtigt, die Einschränkungen von Wirtschaftsbranchen bis am 13. April zu verlängern.



14.15 Uhr: Nach der Krise heisst es Kosten senken

Die Kosten einzudämmen und die Qualität des Gesundheitsangebots in der Schweiz aufrechtzuerhalten werden ihre grossen Aufgaben für die Zeit nach der Coronaviruskrise sein, betont Lévy auf Frage eines Reporters. Die Ziele der Gesundheitsstrategie 2030 blieben weiterhin gültig. 

Damit ist die Pressekonferenz zum Wechsel an der BAG-Spitze bereits beendet. In gut 20 Minuten informiert der Bundesrat zur Coronakrise.

14.07 Uhr: Lehren für die Zukunft ziehen

Nun wendet sich Anne Lévy an die Presse. Sie freue sich auf die neue Aufgabe, sagt die neue BAG-Direktorin. Sie habe Respekt vor der neuen Aufgabe. Aktuell stehe die Covid-19-Krise im Zentrum, doch gelte es auch, daraus Lehren für die Zukunft zu ziehen. Auf eine Frage einer Journalistin sagt sie, sie denke da etwa an die Digitalisierung.

14 Uhr: Anne Lévy wird neue BAG-Direktorin

Mitten in der Coronakrise ernennt der Bundesrat für das federführende Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine neue Chefin: Anne Lévy. Die Landesregierung hat die 48-Jährige zur neuen Amtsdirektorin bestimmt. Sie wird im Oktober das Heft von Pascal Strupler übernehmen.

Neue BAG-Chefin: Die Bernerin Anne Lévy. 
Bild: UPK Basel

Einen Zusammenhang zur aktuellen Krise gibt es nicht bei der Personalie, wie die Bundeskanzlei mitteilt. Strupler hatte seinen Rücktritt von der BAG-Spitze schon im vergangenen Herbst angekündigt. Lévy ist sei 2015 Chefin der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel.

«Wir glauben, mit Frau Lévy jemanden gefunden zu haben, der die ausgezeichnete Arbeit von Pascal Strupler weiterführen zu können», sagt Bundesrat Alain Berset. Das sei wichtig, denn das BAG stehe vor grossen Herausforderungen – nicht nur wegen der Coronakrise, sondern auch mit Blick auf das Ziel, die Kosten im Gesundheitswesen zu senken. 

13.50 Uhr: Bundesrat informiert am Nachmittag

Der Bundesrat wird heute Nachmittag neue Entscheide zur Coronavirus-Situation bekanntgeben. Die Medienkonferenz ist um 14.30 Uhr angesetzt – auf «Bluewin» können Sie sie im Video und im Ticker live verfolgen.

13.40 Uhr: 95 Prozent der Opfer älter als 60 Jahre

95 Prozent der Coronavirus-Todesopfer sind älter als 60 Jahre, berichtet die Nachrichtenagentur «AP» unter Berufung auf die WHO. Das sei für jüngere Menschen aber noch lange kein Grund, nachlässig zu sein, warnte Dr. Hans Kluge auf einer WHO-Konferenz in Kopenhagen: «Die Annahme, dass Covid-19 nur Ältere betrifft, ist bewiesenermassen falsch.»

Kluge sagte: «Wir haben bei Teenagern oder Menschen in ihren 20ern schwere Verläufe der Krankheit gesehen. Viele mussten intensivmedizinisch betreut werden und einige sind leider auch verstorben.» 

95 Prozent der Todesopfer seien älter alter als 60 – und von denen sei wiederum die Hälfte älter als 80 Jahre. Doch auch für Betagte bedeute eine Infektion nicht per se das Todesurteil: Über 80 Prozent der Todesopfer hätten beispielsweise eine Vorerkrankung gehabt, so Kluge. «Und es gibt auch Berichte von Patienten, die älter als 100 waren, ins Spital kamen und sich jetzt wieder komplett erholt haben.»

12.50 Uhr: Wieder mehr als 1'000 neue Fälle

In der Schweiz und in Liechtenstein sind binnen 24 Stunden 1'036 neue Coronavirus-Fälle registriert worden. Am Freitag lag die Zahl der an Covid-19 erkrankten Menschen bei 19'303. 572 Menschen sind gemäss einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA gestorben.

Die Summe basiert auf Angaben aus den Kantonen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zählte bis am Freitag 484 Todesfälle. Am Donnerstag hatte das BAG noch 18'267 Infizierte und 432 Todesfälle gemeldet. Keystone-SDA hatte 530 Todesfälle gezählt.

Bezogen auf die Einwohnerzahl sind die Kantone Tessin, Genf, Waadt und Basel-Stadt weiterhin am stärksten von der Pandemie betroffen.

12.40 Uhr: Ryanair bleibt bis Ende Mai am Boden

Europas grösster Billigflieger Ryanair wird von der Corona-Pandemie immer schwerer getroffen. Mindestens im April und Mai dürfte die Flotte der Fluggesellschaft noch weitgehend am Boden bleiben, teilte der Konzern am Freitag in Dublin mit.

12.15 Uhr: Merkel kehrt nach Quarantäne ins Kanzleramt zurück

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Freitag nach zweiwöchiger Corona-Quarantäne ins Kanzleramt zurückgekehrt. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, sie habe ihre Geschäfte wieder persönlich in der Regierungszentrale aufgenommen.

Selbstverständlich würden dort die bestehenden Abstandsregelungen beachtet. Gespräche mit anderen Regierungschefs führe sie per Telefon oder per Video.

11:45 Uhr: Komplizierte Rega-Rückflüge

Die Rega hat mit ihren Jets in den vergangenen vier Wochen rund 50 Patientinnen und Patienten aus dem Ausland in die Schweiz geflogen. Darunter waren über ein Dutzend an Covid-19 erkrankt oder galten als Verdachtsfälle. Unter anderem wurden Patienten aus Brasilien, Südafrika, Kambodscha oder Marseille repatriiert.

Bei Coronavirus-Verdacht setzte die Rettungsflugwacht ihre eigens für Infektionskrankheiten entwickelte Isolationseinheit ein. Sie besteht aus einer Art Schutzzelt. Darin wird der Patient vor dem Einladen in den Ambulanzjet isoliert, so dass für die Besatzung und anderen Passagiere keine Ansteckungsgefahr besteht. Nach dem Flug steht das Flugzeug auf diesem Wege sofort für einen neuen Einsatz zur Verfügung.

Die Einsatzzentrale war wegen der Flüge der drei Ambulanzjets herausgefordert, denn die Einreisebestimmungen in den verschiedenen Destinationen ändern sich laufend. Die Leitung muss demnach vor jedem Flug klären, ob und unter welchen Bedingungen eine Einreise der Rega-Crew möglich ist sowie sicherstellen, dass der Patient ausreisen darf.

Die Organisation einiger der Corona-Einsätze war den Angaben zufolge besonders aufwendig. Das zeigte sich bei der Repatriierung eines Schweizer Ehepaars von der niederländisch-französischen Karibikinsel St. Martin. Die beiden lagen in einem Spital im französischen Teil der Insel und mussten mit einer Ambulanz über die geschlossene Grenze zum Flughafen auf der niederländischen Seite gebracht werden. Erst eine Intervention des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bei den Botschaften der beiden Länder führte zu den nötigen Bewilligungen.

11.30 Uhr: Grosses Interesse an Games und Büchern 

Software-Schmieden erfreuen sich ob der Coronakrise einer stark steigenden Nachfrage. Der am 10. März lancierte Shooter «Call of Duty: Warzone» zählte nach zehn Tagen bereits 30 Millionen Spieler weltweit, staunt der US-Sender «MSNBC».

Ein weiteres Beispiel ist das Nintendo Game «Animal Crossing: New Horizon», dass sich in Japan in der ersten Woche so oft verlauft wie alle Vorgänger im Vergleichszeitraum zusammen: 1,8 Millionen Mal ging das Spiel in den ersten drei Verkaufstagen über die virtuelle Ladentheke.

«Covid-19 hat die Verkäufe endgültig in die Höhe schiessen lassen, weil mehr Leute zuhause bleiben, und Gaming ist eine sichere und günstige Form von Unterhaltung», erklärte dazu Analyst Daniel Ahmad. Letzteres gilt natürlich auch für Bücher, wie wohl jeder unterschreiben würde – und auch erfreuen sich dieser Tage einer neuen Aufmerksamkeit.

Die Nachfrage nach Romanen ist in Grossbritannien um ein Dritel gestiegen, meldet die «BBC» und diagnostiziert, die Leser wollten der Krise entfliehen und suchten ausserdem nach Formen von Bildung. Besonders gefragt sind demnach aber vor allem Kinderbücher: Hier betrage das Plus satte 234 Prozent.

11 Uhr: Updates aus dem Tessin und Graubünden

Das Tessin zählt neu 2’377 infizierte – das sind 106 mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten stieg um 14 auf nun insgesamt 155 Personen. 29 neue Fälle gab es in Graubünden, womit die Zahl auf 598 hochging. Vier Patienten sind derweil gestorben: Insgesamt klagte der Kanton somit über 27 Opfer seit Ausbruch der Seuche.

10.55 Uhr: Eine Million Infizierte weltweit

Den neuesten Daten der Johns Hopkins University zufolge haben sich weltweit mittlerweile mehr als eine Million Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert. Den unrühmlichen Spitzenplatz neben dabei mit weitem Abstand die USA ein, wo über 245'000 Covid-19-Erkrankungen bestätigt worden sind.

Auf den Plätzen folgen Italien und Spanien mit 115'000 und 112'00 Fällen sowie Deutschland und China mit jeweils gut 84'000 Betroffenen. Die Schweiz liegt mit gut 18'000 bestätigen Fällen auf Rang neun, schickt sich aber an, von der Türkei überholt zu werden, die noch rund 700 Erkrankte weniger zählt.

Auffällig: Deutschland hat trotz der hohen Infektionszahl mit 1'107 Toten so viele Opfer zu beklagen wie Länder wie Belgien ode die Niederlande. Der Schweiz werden 536 Opfer zugeschrieben.

10.40 Uhr: Bahnverkehr eingeschränkt

Das Bahnunternehmen BLS passt im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus seinen Fahrplan punktuell weiter an. Die Anpassungen betreffen drei Regionen und sind mit der Systemführerin SBB abgesprochen. Ab dem 6. April bietet die BLS werktags zwischen Brig und Domodossola am Morgen und Abend zusätzliche Verbindungen an.

Das Angebot ist für Pendler gedacht und hat zum Ziel, dass diese die Abstandsregeln besser einhalten können, wie das Bahnunternehmen am Freitag mitteilte. Die Züge sind die wichtigste Verbindung für italienische Grenzgänger in der Region. Seit Mitte März besteht auf Anordnung der italienischen Behörden und des Kantons Wallis ein Minimalangebot am Morgen und am Abend.

Weiter verkehrt die S7 ab kommendem Montag wochentags und vereinzelt am Wochenende wieder zwischen Huttwil und Langenthal. Damit sollen die Anschlüsse in Langenthal Richtung Bern verbessert werden. Weiter ausgedünnt wird das Angebot der Nachtzüge am Freitag- und Samstagabend auf der Strecke Bern-Biel. Diese werden ab dem 11. April vorderhand eingestellt. Es handelt sich um folgende Verbindungen: Biel ab 00.26 - Bern an 00.52 / Bern ab 01.12 - Biel an 01.43.

10.15 Uhr: Flugzeugträger-Crew betroffen

Auf der zu den USA gehörenden Pazifikinsel Guam geht laut dem britischem «Guardian» seit heute die Angst um, weil die USS Theodore Roosevelt dort festgemacht hat. Das Problem: Einige gut 5'000 Matrosen sind an Covid-19 erkrankt. «Reuters» meldet 80 betroffene Personen. In anderen Quellen ist von 100 Erkrankten die Rede.

Die USS Theodore Rosevelt musste auf Guam anlegen.
Bild: US Navy

Die Insel selbst hat mit 77 Infektionen und drei Todesopfern bereits eine relativ hohe Zahl von Corona-Fällen. Nun sorgen sich Lokalpolitiker darum, dass die Navy-Patienten das Gesundheitssystem zu Erliegen bringen. Die Marine versprach, nur negativ getestete Angehörige in Hotels auf Guam unterzubringen und Infizierte streng zu isolieren.

9.55 Uhr: Drei Tote in Bern

Im Kanton Bern ist die Zahl der Covid-19-Todesfälle am Freitag auf 26 gestiegen. Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen erhöhte sich um 70 auf 1'073. Die Anzahl verstorbener Personen stieg damit im Vergleich zu Donnerstag um drei Personen an.

Der Anstieg der infizierten Personen verringerte sich im Vergleich zum Vortag: Vom Mittwoch auf den Donnerstag war die Zahl der bestätigten Corona-Infizierungen um 94 angestiegen. Wie der Kanton weiter mitteilte, befanden sich 109 mit dem Coronavirus infizierte Personen im Spital. 30 davon liegen auf der Intensivstation; 26 werden beatmet. 

9.50 Uhr: Gold wird knapp

Edelmetallhändler berichten von Schwierigkeiten beim Nachschub von Goldmünzen und von Goldbarren, weil der Handel unter den Folgen der Corona-Pandemie leidet. Dabei dürfte die aktuelle Geldflut führender Notenbanken im Kampf gegen die Krise den Goldpreis nach Einschätzung von Experten weiter in Richtung Rekordhoch treiben.

«Die grossen Goldverarbeiter sind seit etwa anderthalb Wochen ausgefallen», beschrieb Edelmetallhändler Alexander Zumpfe vom Handelshaus Heraeus die Lage. Viele Firmen, die führend in der Verarbeitung des Edelmetalls sind, haben ihren Sitz im Kanton Tessin. Im Südkanton mussten ähnlich wie im Nachbarland alle Unternehmen, die nicht systemrelevant sind, ihre Produktion einstellen.

Gleichwertige Alternativen sind nicht in Sicht: «Kleinere Barrenmanufakturen in anderen Ländern sind nicht in der Lage, diesen Angebotsausfall zu kompensieren», sagte Zumpfe. In einer neuen Studie von Goldman Sachs erkannten Experten der Investmentbank eine Preisrally beim Gold, angetrieben durch die Geldflut der Notenbanken. Sie sprachen von einer «Wiederbelebung» des sicheren Anlagehafens.

«Wir schliessen bis zum Jahresende einen Anstieg bis auf 1'700 US-Dollar je Unze nicht aus», sagte Heraeus-Händler Zumpfe. Bei Degussa Goldhandel wird der Goldpreis in diesem Jahr sogar bis zu einer Obergrenze von 1'930 Dollar erwartet. «Dass diese Obergrenze erreicht oder gar übertroffen wird, ist im Zuge der Coronavirus-Pandemie sehr wahrscheinlich geworden», sagte der Chefvolkswirt von Degussa Goldhandel, Thorsten Polleit. Das wäre dann ein neues Rekordhoch beim Preis für das Edelmetall.

09.10 Uhr: China gedenkt Coronavirus-Opfer

China will morgen Samstag der Coronavirus-Opfer im eigenen Land gedenken. Wie der Staatsrat in Peking am Freitag mitteilte, sollen die Flaggen landesweit auf Halbmast gesetzt werden. Ausserdem soll es drei Schweigeminuten geben.

China gedenkt am Samstag ohnehin traditionell seiner Toten. Während des Qingming-Festes pilgern Angehörige zu den Friedhöfen, wo die Gräber gesäubert werden. Blumen, Essen und andere Gegenstände werden für die Toten abgelegt, ausserdem werden Totengeld und Räucherstäbchen verbrannt.

08.55 Uhr: Aldi begrenzt Kundenzahl

Der Discounter Aldi setzt für die Beschränkung der Kundenzahl in seinen Schweizer Filialen ein elektronisches Zählsystem ein. Wie Aldi Suisse am Freitag mitteilte, wird der sogenannte «Crowd Monitor» bis am 9. April in 110 der gesamthaft rund 210 Filialen installiert.

Das System zählt automatisch die Kunden, die in eine Filiale eintreten und diese wieder verlassen. Eine Art Ampel weist neue Kunden beim Eingang darauf hin, dass sie warten müssen, wenn die Maximalzahl von Kunden bereits erreicht ist. Sobald andere Kunden den Laden verlassen, wird dies entsprechend angezeigt. Entwickelt wurde das Zählsystem gemäss den Angaben von der Zürcher Firma ASE.

08.30 Uhr: Post kämpft mit Päckliflut

Wegen der Corona-Krise steigt die Zahl der verschickten Pakete massiv an. Die Post sieht sich nun zu drastischen Mitteln gezwungen, um der Paketflut Herr zu werden: Sie will bei den hundert grössten Online-Händlern Kontingente für Pakete einführen, wie die NZZ berichtet. Ansonsten drohe ein Kollaps der gesamten Paketzustellung.

Für jeden Händler soll dabei ein individuelles Kontingent gelten, das sich nach dem Zuwachs an Paketen bemisst, seit der Bundesrat die ausserordentliche Lage ausgerufen hat. 

«Die Massnahme ist dringend notwendig, um unsere Mitarbeiter zu schützen und die Versorgung mit Paketen in der Schweiz aufrechtzuerhalten», sagt Postsprecherin Léa Wertheimer. Nur durch zusätzliches Personal liesse sich die Menge an Päckli nicht bewältigen, da die Vorgaben des Social Distancing eingehalten werden müssten.

Die Paketbestellungen sorgen für viel Arbeit bei der Post, wie hier im Postzentrum in Daillens VD.
Bild: Keystone

08.15 Uhr: Viele Kreditanträge ungültig

Die Vergabe der Corona-Notkredite des Bundes läuft noch nicht so reibungslos wie erhofft. Bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) würden rund 25 Prozent der Anträge abgelehnt, wie ZKB-Chef Martin Scholl in einem Interview mit der «NZZ» vom Freitag sagte. Meistens gehe es um rein formale Fehler.

«Wir haben etwa nicht damit gerechnet, wie viele falsch ausgefüllte Formulare wir erhalten würden», sagte der CEO der grössten Schweizer Kantonalbank. Viele Formulare machten deshalb eine «Zusatzschlaufe», was Zeit koste und der Bank viel Arbeit beschere. «In der Spitze sind bei uns bis zu 130 Angestellte damit beschäftigt, die Gesuche abzuarbeiten.»

In vier Tagen hätten von den insgesamt rund 50'000 Kleinst- und Kleinfirmenkunden bei der ZKB über 6'000 ein Gesuch eingereicht und eine Kreditsumme von zirka 500 Millionen Franken erhalten, sagte Scholl weiter.



08.10 Uhr: Lockerung nach 19. April wird schwierig

Epidemiologe Christian Althaus dämpft die Hoffnungen auf eine rasche Rückkehr zur Normalität: Auch nach dem Ende des Lockdowns am 19. April werde man die nun geltenden Massnahmen wohl nicht gross lockern können, sagte der Forscher der Universität Bern im Interview mit dem «Tages-Anzeiger». Für eine Lockerung müssten die Zahlen der täglichen Neuinfektionen «sehr tief sein» – nur so liesse sich ein erneuter rascher Anstieg verhindern.

Allenfalls könnte man in solch einem günstigen Szenario darüber nachdenken, einzelne Schulen oder Geschäfte wieder zu öffnen. Doch eines steht für Althaus fest: «Solange man aber keine zusätzlichen Massnahmen einführt, wird eine Lockerung eher schwierig werden.» Es gehe darum, die Übertragungsketten des Virus zurückverfolgen und unterbrechen zu können. «Dafür braucht es viele Tests, Contact Tracing und Möglichkeiten zur Isolation von infizierten Personen und zur Selbstisolation oder Quarantäne von engen Kontakten von infizierten Personen.»

Um abzuschätzen, ob der Höhepunkt der Epidemie in der Schweiz schon erreicht wurde, sei es noch zu früh. «Beruhigend ist sicher, dass die Zahl der täglich gemeldeten Fälle nicht mehr so stark ansteigt.» Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hatte sich zuletzt bei rund 1'000 eingependelt.

7.50 Uhr: Schweizer Touristen zurück aus Ecuador

Die Schweiz hat weitere 117 im Ausland gestrandete Touristen zurückgeholt. Am Freitagmorgen landete in Zürich ein Flug aus Quito, der Hauptstadt Ecuadors. Es war der sechste organisierte Rückflug aus Südamerika.

Die Edelweiss-Maschine – in der auch 182 Passagieren aus anderen europäischen Ländern sassen – setzte um 6:05 Uhr in Zürich-Kloten auf, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Freitagmorgen mitteilte. Es sei der bereits sechste vom EDA organisierte Flug aus Südamerika.

Ebenfalls für Freitag werden noch Maschinen aus Phuket (Thailand), und Phnom Penh (Kambodscha) in Zürich erwartet. Am Sonntag ist ein Flug von Sydney (Australien) nach Zürich geplant.

07.15 Uhr: Schweizer fürchten keine Wirtschaftskrise

Verglichen mit Bürgern anderer europäischer Ländern und Amerikanern haben Schweizerinnen und Schweizer weniger Angst vor einer Wirtschaftskrise und vor Arbeitslosigkeit. Das ergab eine am Freitag in den französischsprachigen Tamedia-Zeitungen veröffentlichte Umfrage.

Nur jeder fünfte Schweizer (22 Prozent) gab an, eine Wirtschaftskrise zu befürchten. Einzig Frankreich habe eine niedrigere Quote (17 Prozent). Wesentlich pessimistischer sind dagegen die Staatsbürger in acht anderen Ländern, die ebenfalls an der Umfrage teilgenommen haben: Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Belgien, Grossbritannien, Polen und USA. Zwei von fünf der befragten Personen (38 Prozent) haben Angst vor einer solchen Krise.

Die Schweizer sind zuversichtlich, dass es dem Land besser ergehen könnte als anderen Staaten, sagte Pascal Sciarini, Politologe an der Universität Genf. «Wir sind einen gewissen Lebensstandard und eine niedrige Arbeitslosenquote gewohnt. Und wir haben die Finanzkrise der Jahre 2008/09 besser als anderswo gemeistert.»

06.47 Uhr: Novartis startet Studie mit Mittel Jakavi zur Covid-19-Behandlung

Novartis und die Firma Incyte üben auf der Suche nach geeigneten Behandlungsmöglichkeiten des Coronavirus den Schulterschluss. Gemeinsam starten die beiden Unternehmen eine Phase-III-Studie mit dem Mittel Jakavi.

Konkret soll dieses bei der Behandlung einer Art schweren Immunüberreaktion, Zytokin-Sturm genannt, zum Einsatz kommen, wie Novartis in der Nacht auf Freitag mitteilte. Diese Überreaktion kann bei Patienten, die sich am Coronavirus infiziert haben, zu lebensbedrohlichen Atemwegskomplikationen führen.

Die Entscheidung basiert den Angaben zufolge auf präklinischen Erkenntnissen und vorläufigen Berichten aus unabhängigen Studien und wird durch umfangreiche Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von Jakavi unterstützt.

Die vorgeschlagene Studie werde Jakavi in Kombination mit einer Standardtherapie (SoC) im Vergleich zur alleinigen SoC-Therapie bei Patienten mit schwerer Lungenentzündung (Pneumonie) als Folge einer Coronavirus-Infektion untersuchen. Jakavi ist bereits im 101 Ländern zur Behandlung der Knochenmarkserkrankung primäre Myelofibrose zugelassen.



06.15 Uhr: «Zaandam» in Hafen in Florida eingelaufen – auch Schweizer an Bord

Die Odyssee des vom Coronavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffes «Zaandam» ist vorbei. Die «Zaandam» legte am Donnerstag im Hafen von Fort Lauderdale in Florida an. Die Passagiere sollen von der Stadt nahe Miami aus zum Grossteil ausgeflogen werden. Einige Erkrankte sollen aber auch vor Ort medizinisch versorgt werden oder zur Quarantäne an Bord bleiben, wie der Bürgermeister von Fort Lauderdale, Dean Trantalis, mitteilte.

Kurz hinter der «Zaandam» nahm das Schwesterschiff «Rotterdam» ebenfalls Kurs auf den Hafen. Auf der «Zaandam» waren mehrere Passagiere positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Die Reederei Holland America Line, die sowohl die «Zaandam» als auch die «Rotterdam» betreibt und der britisch-amerikanischen Carnival Corporation gehört, hatte am Montag mitgeteilt, vier Passagiere seien gestorben, andere seien in Lebensgefahr. Beide Schiffe haben zusammen rund 2'500 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord, darunter laut Reederei 311 US-Bürger, 52 von ihnen aus Florida. Auf der «Zaandam» waren ursprünglich auch 79 Deutsche und 10 Schweizer – die meisten von ihnen wurden auf die «Rotterdam» verlegt, auf der es keine positiv auf das Virus getesteten Passagiere geben sollte.

Die «Rotterdam» (l.) auf ihrem Weg in den Port Everglades in Fort Lauderdale (Florida), wo zuvor bereits die vom Coronavirus betroffene «Zaandam» (r.) angelegt hatte – beide Kreuzfahrtschiffe gehören der Reederei Holland America Line, einem Tochterunternehmen des weltgrössten Kreuzfahrtunternehmens Carnival Corporation.
Bild: Keystone/AP Photo/Lynne Sladky

Nach Angaben der Reederei vom Mittwoch hatten auf beiden Schiffen insgesamt mehr als 230 Passagiere und Besatzungsmitglieder seit dem 22. März grippeähnliche Symptome entwickelt. Aktuell seien noch etwa 45 Passagiere krank und nicht reisefähig. Sie könnten an Bord bleiben und dort bis zu ihrer Erholung isoliert werden. Einzelne Personen, geschätzt weniger als zehn, bräuchten jedoch dringend medizinische Betreuung an Land. Rund 1'200 Passagiere seien in gutem gesundheitlichem Zustand und könnten unter den nötigen Schutzvorkehrungen die Heimreise antreten. Die «Zaandam» war am 7. März in Buenos Aires ausgelaufen. Ursprünglich sollte die Kreuzfahrt einen Monat dauern und am 7. April in Fort Lauderdale in Florida enden. Wegen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus sollte das Ende auf den 21. März vorgezogen werden. Die «Zaandam» sollte dann im chilenischen San Antonio einlaufen, wo ohnehin ein Zwischenstopp eingeplant war. Angesichts der Pandemie schloss Chile allerdings alle Häfen für Kreuzfahrtschiffe.



Erst nach langen Verhandlungen wurde am Sonntag die Durchfahrt durch den Panamakanal vom Pazifik in die Karibik genehmigt. Mehrere lateinamerikanische Länder hatten der «Zaandam» die Erlaubnis verweigert, in ihre Häfen einzulaufen. Auch um die Einfahrt in den Hafen von Fort Lauderdale hatte es zuvor ein politisches Wettringen entfacht, in dem sich auch US-Präsident Donald Trump einschaltete.

05.57 Uhr: USA verzeichnen weltweite Rekordzahl von Corona-Toten

In den USA ist die bislang weltweit höchste Zahl von Todesfällen durch das neuartige Coronavirus binnen 24 Stunden innerhalb eines Landes verzeichnet worden.

Nach Angaben der Johns Hopkins University in Baltimore (Maryland) wurden zwischen Mittwoch 20:30 Uhr US-Ostküstenzeit und der gleichen Uhrzeit am Donnerstagabend 1'169 weitere Todesfälle registriert. Der traurige Rekord war bislang von Italien mit 969 verzeichneten Corona-Toten am 27. März gehalten worden.

Insgesamt zählte die Johns-Hopkins-Universität bis Donnerstagnacht 5'949 Todesopfer in den USA. Laut den Prognosen der US-Regierung könnten in den USA zwischen 100'000 und 240'000 Menschen an der von dem Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 sterben.

Die weltweit meisten verzeichneten Todesopfer der Pandemie gibt es aber weiterhin in Italien, gefolgt von Spanien und den Vereinigten Staaten. In Italien zählte die Johns Hopkins University 13'915 Corona-Tote, in Spanien 10'348.

In der Zahl der registrierten Corona-Infektionsfälle liegen die USA hingegen mit weitem Abstand weltweit vorn. Laut Johns-Hopkins-Universität stieg die Zahl der Ansteckungen im Land bis Donnerstagnacht auf über 245'000.



Der deutliche Anstieg der Infektionszahlen in den USA hängt auch damit zusammen, dass inzwischen deutlich mehr getestet wird. Laut US-Vizepräsident Mike Pence wurden inzwischen mehr als 1,3 Millionen Corona-Tests ausgeführt. Präsident Donald Trump sagte, täglich gebe es mittlerweile mehr als 100'000 Tests.

Am stärksten in den USA von der Pandemie betroffen sind die Stadt und der Bundesstaat New York. Nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden gibt es in New York City bereits mehr als 1'500 Corona-Tote. Die Zahl der dortigen Infektionsfälle stieg auf fast 50'000.

Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio appellierte am Donnerstag an die Einwohner der Stadt, sich das Gesicht zu bedecken, wenn sie sich nach draussen begeben. Dafür könne ein Schal, ein Kopftuch oder selbst hergestellter Atemschutz verwendet werden. Professionelle Atemschutzmasken sollten die Bürger nicht benutzen, da diese vom Personal im Gesundheitswesen gebraucht würden.

05.43 Uhr: Osterinsel schottet sich in der Corona-Krise vollständig ab

Auch vor den entlegensten Gegenden der Welt macht das Coronavirus nicht halt. Im Kampf gegen das Virus hat sich die 3'500 Kilometer von der südamerikanischen Küste entfernte chilenische Osterinsel nahezu vollständig abgeschottet. Strände und Nationalparks sind menschenleer. Doch auf der vom Tourismus abhängigen Insel fürchten viele Bewohner um ihre Existenz.

Die Corona-Krise hat die chilenische Insel mit gut 7'700 Einwohnern in eine Ausnahmesituation manövriert. Zwei Coronavirus-Infektionen wurden bisher nachgewiesen, das Testergebnis für zwei Verdachtsfälle steht noch aus. Eine weitere Ausbreitung des Virus könnte zur Katastrophe führen: Inselweit gibt es lediglich drei Beatmungsgeräte.

Die Fälle seien auf zwei Familien beschränkt, die im selben Gebiet lebten, sagt der Bürgermeister der Insel-Hauptstadt Hanga Roa, Pedro Edmunds. «Wir wissen also, wer sie sind, wo sie sich befinden, und wir haben von Anfang an das Krisenprotokoll befolgt.» Seit am 11. März der erste Infektionsfall auf der Pazifikinsel nachgewiesen wurde, agiert Edmunds als Krisenmanager. Bereits eine Woche, bevor die chilenische Regierung entschied, wegen der Pandemie die Grenzen zu schliessen, schottete sich die Osterinsel ab. Zwischen dem chilenischen Festland und der Insel verkehrt nur noch ein Flug pro Woche. Zwischen 14 und 05 Uhr gilt eine Ausgangssperre.

In der Krise hätten sich die Inselbewohner auf die Selbstverwaltungstradition ihrer Ahnen besonnen, sagt Edmunds. Die Bewohner der Osterinsel gehören mehrheitlich der polynesischen Kultur der Rapa Nui an. «Wir haben das Konzept ‹Tapu› auf alle Rapa Nui angewandt und es wurde unglaublich gut angenommen», sagt Edmunds. Tapu gehört in der Kultur der Rapa Nui zu den heiligen Prinzipien. Der auf das französische Wort für «Tabu» zurückgehende Begriff steht für eine Art Regelwerk für das Zusammenleben.

Unterdessen scheint sich in der Krise die Natur auch auf der Osterinsel ihren Raum zurückzuerobern: An Stränden und in den Nationalparks ist weit und breit kein Mensch zu sehen. Doch für viele Mitarbeiter in der Tourismusbranche stellen sich nun existenzielle Fragen. Einige sind bereits von der Hauptstadt aufs Land umgezogen und ziehen ein neues Leben als Selbstversorger in Betracht. Fast einen Monat lang werde die Insel wohl vollständig isoliert bleiben, sagt Bürgermeister Edmunds. Er rechne aber damit, dass die ersten Menschen schon bald mit existenziellen Nöten konfrontiert sein könnten. Etwa 3'000 Menschen werden nach seiner Einschätzung bald auf Sozialleistungen angewiesen sein. Rund 100'000 Touristen besuchen jährlich die Osterinsel, die vor allem für ihre als Unesco-Weltkulturerbe eingestuften monumentalen Steinskulpturen bekannt ist.



05.05 Uhr: Serbiens Regierung zieht Dekret zu Corona-Berichterstattung zurück

Die Regierung in Serbien hat ein Dekret zurückgezogen, durch das die Freiheit der Medien in der Berichterstattung über die Coronavirus-Epidemie stark eingeschränkt worden war. Ministerpräsidentin Ana Brnabic räumte am Donnerstag im staatlichen Fernsehsender RTS ein, dass sie mit dem Erlass einen «Fehler» begangen habe.

Das Dekret hatte Kritik bei der Opposition und Nichtregierungsorganisationen ausgelöst, nachdem es zur Festnahme einer Journalistin geführt hatte. Der am Mittwoch in Kraft getretene und nun wieder zurückgezogene Erlass sah vor, dass nur der Corona-Krisenstab unter Leitung der Regierungschefin Zahlen zur Ausbreitung des neuartigen Virus im Land verbreiten und über die ergriffenen Gegenmassnahmen informieren durfte.

Noch am Mittwoch wurde aufgrund des Dekrets in Novi Sad die Journalistin Ana Lalic festgenommen, die für das Portal nova.rs arbeitet. Sie hatte einen Artikel über die schlechten Arbeitsbedingungen und den Mangel an Ausrüstung in einer Klinik der nordserbischen Stadt geschrieben. Lalic kam am Donnerstagmorgen wieder auf freien Fuss. In Serbien wurden bis Donnerstag knapp 1'200 Corona-Infektionsfälle und 31 Todesoper der Pandemie gezählt.

04.53 Uhr: Asien-Pazifik-Region droht wegen Virus-Krise Wachstumsschwäche

Das ohnehin schon verlangsamte Wachstum der Asien-Pazifik-Region wird sich in Folge der Coronavirus-Pandemie nach Einschätzung der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) in diesem Jahr stark abschwächen, bevor es im nächsten Jahr wieder kräftig ansteigt.

Das Wachstum in dem 45 Länder umfassenden Wirtschaftsraum (Developing Asia) dürfte sich 2020 auf 2,2 Prozent verlangsamen, teilte die in Manila ansässige ADB am Freitag mit.

Zuvor hatte die Entwicklungs- und Förderbank, die ähnlich wie der IWF und die Weltbank arbeitet, und ihren Sitz auf den Philippinen hat, ein Wachstum von 5,2 Prozent und damit auf dem Niveau des vergangenen Jahres prognostiziert. «Dies wird das niedrigste Wachstum sein, das die Region seit 22 Jahren gesehen hat», sagte Abdul Abiad, Direktor der volkswirtschaftlichen Forschungsabteilung der ADB. 2021 dürfte sich der Asien-Pazifik-Raum erholen und um 6,2 Prozent wachsen.

Für China, wo das Coronavirus im Dezember erstmals auftauchte, senkten die ADB-Experten ihre Wachstumsschätzung auf 2,3 Prozent in diesem Jahr, nach zuvor 5,8 Prozent. Allerdings rechnen die Ökonomen damit, dass das Wachstum in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt 2021 kräftig um 7,3 Prozent ansteigen wird.

Angesichts der sich schnell verändernden Situation hob die ADB ihre Schätzung für die globalen Kosten der «schlimmsten Pandemie seit einem Jahrhundert» auf 2,0 bis 4,1 Billionen Dollar an. Dies entspricht einem Rückgang des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,3 Prozent bis 4,8 Prozent.

04.45 Uhr: US-Regierung will Tragen von Mundschutz empfehlen

Die US-Regierung will ihren Bürgern das Tragen eines Mundschutzes empfehlen. Eine neue Richtlinie dazu werde derzeit ausgearbeitet, erfuhr die Nachrichtenagentur AP am Donnerstag aus informierten Kreisen. Gelten soll die Empfehlung demnach zunächst für Menschen in jenen Teilen des Landes, in denen es besonders viele Fälle des neuartigen Coronavirus gibt.

Normalbürger sollen den Angaben zufolge aufgerufen werden, Nase und Mund mit nicht-medizinischen Masken, Schals oder Tüchern abzudecken, unter anderem wenn sie einkaufen gehen. Medizinische Gesichtsmasken, die vielerorts knapp sind, sollen für jene reserviert bleiben, die in direktem Kontakt mit Kranken sind, also vor allem das Personal in den Kliniken.

Präsident Donald Trump hatte zu der Frage nach Gesichtsmasken bereits am Dienstag gesagt, er sei grundsätzlich für einen Mundschutz, denke aber, dass ein Schal besser sei als eine Gesichtsmaske, die anderswo gebraucht werde.

In vielen Staaten wird über eine Empfehlung zum Tragen von Gesichtsmasken diskutiert, um die Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 einzudämmen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO beharrt nach wie vor auf ihrer Position, dass das für Gesunde nicht nötig sei. In den USA wollte das Institut für Infektionskrankheiten eigentlich dazu raten, dass so gut wie alle Amerikaner einen Mundschutz tragen, wie aus einem Entwurf hervorgeht, über den die AP informiert wurde. Die Richtlinie wurde aber demnach nach internen Diskussionen auf die besonders betroffenen Gebiete reduziert. Die offizielle Bekanntgabe dazu könnte es am Freitag geben.

04.37 Uhr: Peru ergreift ungewöhnliche Mittel gegen Coronavirus

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, begrenzt Peru die Ausgehzeiten für Männer und Frauen. Wie der peruanische Präsident Martin Vizcarra sagte, dürfen Männer und Frauen ihre Häuser nur an bestimmten Tagen, getrennt nach Geschlecht, verlassen.

So dürften montags, mittwochs und freitags nur Männer nach draussen gehen, um sich zu versorgen. Frauen dürften dann Dienstag, Donnerstag und Samstag ausgehen. Sonntags dürfe niemand das Haus verlassen. «Wir müssen dafür sorgen, dass weniger Menschen täglich auf der Strasse sind», sagte Vizcarra.

Vizcarra kündigte an, dass Polizisten und Soldaten besondere Instruktionen erhalten sollten, um die Rechte von Transsexuellen und Homosexuellen zu respektieren. In Peru wurden bis Donnerstag insgesamt 1'414 Corona-Infektionsfälle verzeichnet. Die offizielle Zahl der Todesopfer der Pandemie lag in dem südamerikanischen Land bei 55.

In Panama hat die Aufteilung der Ausgangstage zwischen Männern und Frauen Sorgen unter Transsexuellen ausgelöst. Sie befürchten, sie könnten aufgrund ihrer sexuellen Identität ins Gefängnis gesteckt werden. Ähnliche Sorgen äusserte zuvor die peruanische Transsexuellen-Aktivistin Gahela Cari. Die Sicherheitskräfte seien jene im Land, die in der Vergangenheit die meisten Gewaltakte gegen Transsexuelle begangen hätten, sagte sie in einem Webvideo.

04.20 Uhr: Wuhan trifft Vorbereitungen gegen zweite Corona-Welle

Hohe Funktionäre fordern die Einwohner der chinesischen Millionenmetropole Wuhan auf, ihre Schutzmassnahmen zu verstärken und zu Hause zu bleiben. Wuhan ist das Epizentrum der Epidemie. Dort war die Lungenkrankheit zuerst ausgebrochen.

Auf dem Festland Chinas sind die täglichen Fallzahlen seit dem Höhepunkt der Krise im Februar zwar stark zurückgegangen, sodass Peking die Industrien des Landes wieder hochfahren konnte.

Die Funktionäre sind jedoch besorgt über die Gefahr einer sogenannten zweiten Welle, da jeden Tag Dutzende neue Covid-19-Fälle mit Reisenden aus Übersee gemeldet werden. Unterdessen wird China am Samstag eine nationale Trauerfeier für «Märtyrer» abhalten, die im Kampf gegen die Epidemie gestorben sind, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua weiter berichtet.

Hongkong seinerseits schliesst Bars und Lokale für zwei Wochen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Bei Verstössen drohen bis zu sechs Monate Gefängnis und eine Geldstrafe, teilte die Regierung der Finanzmetropole in einer Erklärung mit. Alkohol werde weiterhin in Supermärkten und Lebensmittelläden erhältlich sein.

03.31 Uhr: Flugzeug der New England Patriots transportiert Atemschutzmasken in die USA

Das Flugzeug des NFL-Teams New England Patriots hat angesichts der Coronavirus-Krise mehr als eine Million Atemschutzmasken aus China in die USA geflogen. Die Boeing 767 mit dem grossen Patriots-Schriftzug landete am Donnerstagabend (Ortszeit) in Boston, dort wurde die Lieferung von der US-Nationalgarde entladen.

Notwendig geworden war der ungewöhnliche Einsatz, weil Massachusetts' Gouverneur Charlie Baker die Masken nach eigenen Angaben zwar in China kaufen konnte, aber keine Möglichkeit fand, sie in seinen Bundesstaat zu importieren. Baker fragte deshalb um Hilfe bei Patriots-Besitzer Robert Kraft und bekam das Flugzeug. Normalerweise ist der Flieger im Einsatz, wenn die American-Football-Spieler des dominierenden Teams der vergangenen Jahre zu Auswärtsspielen reisen.

02.46 Uhr: Uno-Vollversammlung fordert globale Solidarität in Corona-Krise

Die Uno-Vollversammlung hat globale Solidarität im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie gefordert. Die Versammlung der Uno-Mitgliedstaaten verabschiedete am Donnerstag in New York ohne Gegenstimmen eine Resolution. In der Resolution wird für «internationale Kooperation» und «Multilateralismus» in der Corona-Krise plädiert wird.

Russland hatte vergeblich einen anderen Resolutionstext vorgeschlagen, in dem indirekt auch die Aufhebung internationaler Sanktionen wegen der Corona-Krise gefordert wurde. In dem russischen Vorstoss wurden Sanktionen als hinderlich im Kampf gegen die Krise bezeichnet. Russland ist selber wegen seiner Interventionen in der Ukraine internationalen Strafmassnahmen unterworfen.

Im Gegensatz zu den Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats haben die Resolutionen der Vollversammlung keinen völkerrechtlich bindenden Charakter. Der Vollversammlung gehören alle 193 Uno-Mitgliedstaaten an. Der Sicherheitsrat hat 15 Mitglieder.

02.42 Uhr: US-Regierung will Kosten für Nicht-Krankenversicherte übernehmen

Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherung sollen nach dem Willen des Weissen Hauses nicht für eine Behandlung wegen einer etwaigen Covid-19-Behandlung bezahlen müssen. US-Vizepräsident Mike Pence sagte am Donnerstagabend im Weissen Haus: «Wir wollen, dass kein Amerikaner sich Sorgen machen muss darüber, einen Test oder eine Behandlung zu bekommen.»

Präsident Donald Trump habe die Coronavirus-Arbeitsgruppe im Weissen Haus angewiesen, Wege zu finden, wie die Regierung für Behandlungen der rund 30 Millionen nicht krankenversicherten Amerikaner bezahlen könne. Man arbeite an einem Vorschlag für Trump, wie Coronavirus-Hilfsgelder dafür verwendet werden könnten, die Krankenhäuser direkt zu bezahlen.

02.25 Uhr: USA wollen Herstellung von Medizinprodukten fördern

Als Lehre aus der Coronavirus-Krise will die US-Regierung die Herstellung wichtiger medizinischer Produkte wieder verstärkt in die Vereinigten Staaten zurückholen. Die Krise habe gezeigt, wie stark die USA von Lieferungen aus dem Ausland abhängig seien, sagte ein Berater von US-Präsident Donald Trump, Peter Navarro, am Donnerstagabend (Ortszeit) im Weissen Haus. Als Beispiele führte er unter anderem das Antibiotikum Penizillin und Beatmungsgeräte an. Jetzt müsse erst die Krise bewältigt werden, aber danach werde die Regierung die Industrie unterstützen, um «nie wieder» derart vom Ausland abhängig zu sein, sagte Navarro.

Trump hatte im März ein Gesetz aus Kriegszeiten aktiviert, um angesichts der Corona-Krise verstärkt in die Privatwirtschaft eingreifen zu können. Damit will er unter anderem die Produktion von Beatmungsgeräten und Atemschutzmasken ankurbeln, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu stemmen.

Das Virus Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 verursachen. Bei einem schweren Verlauf der Erkrankung müssen Patienten häufig mit Geräten beatmet werden.

Das Weisse Haus erklärte am Donnerstag, das Gesetz werde nun angewendet, um die Belieferung von Teilen für die rasch anwachsende Herstellung von Beatmungsgeräten zu garantieren. Zudem werde der US-Mischkonzern 3M nun per Gesetz verpflichtet, möglichst viele Atemschutzmasken vom Typ N95, wie sie in Krankenhäusern eingesetzt werden, an die USA zu liefern. Es sei zuletzt kein ausreichender Anteil der weltweiten Produktion in die USA geliefert worden, sagte Navarro. Das Problem solle noch am Freitag gelöst werden. «Wir können es uns in dieser Krise nicht erlauben, Tage, Stunden oder sogar Minuten zu verlieren», sagte Navarro.

02.13 Uhr: Deutscher Lehrerverband erwartet lange Ausnahmesituation an Schulen

Der Deutsche Lehrerverband erwartet, dass als Folge der Corona-Krise noch lange eine Ausnahmesituation an deutschen Schulen herrschen wird. «Die Schulen werden auf absehbare Zeit nicht mehr so sein wie vor Corona», sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). So werde es Schulkonzerte, Ausflüge und Klassenfahrten vorerst nicht mehr geben. Meidinger sprach sich für eine graduelle Wiedereröffnung der Schulen unter Wahrung des Infektionsschutzes aus.

Nach der Osterpause könnten zunächst nur die Abschlussklassen wieder in die Schulen kommen, um eine räumliche Entzerrung zu ermöglichen. Nach und nach könnten dann abhängig von der Entwicklung der Infektionsschutzregeln die anderen Klassenstufen wieder hinzukommen. Riskant sei es dagegen, noch lange auf digitalen Unterricht zu setzen, warnte Meidinger. Studien zeigten, dass digitaler Unterricht im Gegensatz zu Präsenzunterricht im Durchschnitt nur ein Viertel des Lernerfolgs bringe.

Viele Kinder würden dadurch «komplett abgehängt». Dazu gehörten Kinder aus Familien, die sich keinen PC leisten könnten, Kinder mit Förderbedarf und solche aus Familien, in denen kein Deutsch gesprochen werde.

01.48 Uhr: WC-Papier out – Spanier horten jetzt Wein, Bier und Schokolade

Toilettenpapier ist in Spanien out. Die Regale in den Supermärkten sind voll. Dafür horten die Spanier jetzt allem Anschein nach Bier und Wein, Oliven, Kartoffelchips und Schokolade. Oder sie konsumieren zur Bewältigung der strikten Ausgangssperre, die wegen der Corona-Krise seit dem 15. März im ganzen Land gilt, grössere Mengen dieser Produkte. Viel, viel grössere Mengen. Nach einer Studie der Fachzeitschrift «Inforetail» kauften die Spanier vorige Woche fast 80 Prozent mehr Bier sowie gut 60 Prozent mehr Wein als in der Vorwoche.

Bei den Oliven hätten sich die Verkaufszahlen bei einem Plus von fast 94 Prozent sogar fast verdoppelt. Hochkonjunktur haben auch Kartoffelchips, Schokolade, Speiseeis und Anchovis – mit Anstiegen zwischen 76 und 87 Prozent. Die Spanier, die in normalen Zeiten überall für volle Barterrassen sorgen, bauten «sich jetzt zu Hause ihre eigene Bar», kommentierte die Zeitung «El País».

Olga Castanyer hat eine Erklärung für das sich ändernde Kaufverhalten der Spanier: die Beklemmung, die das Virus und das strikte Ausgangsverbot verursachen. «Man isst keine Steaks, wenn man viel Stress hat. Der Körper verlangt in so einer Situation nach Zucker und Fett», wurde die Psychologin von «El País» zitiert. Sie räumt ein: «Auch ich verabrede mich jetzt über Skype mit meinen Freundinnen, um ein paar Bierchen zu trinken.»

01.23 Uhr: Umfrage: Grosse Mehrheit findet staatliche Eingriffe richtig

Die grosse Mehrheit der Menschen in Europa und den USA hält laut einer Umfrage die staatlichen Eingriffe im Kampf gegen das Coronavirus für richtig. 85 Prozent finden sie ausreichend oder wünschen sich sogar stärkere Beschränkungen.

Das geht aus einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Zeitung «Die Welt» (Freitag) in acht europäischen Ländern und den USA hervor. In Deutschland halten 44 Prozent die Massnahmen für ausreichend. Sogar strengere Massnahmen fordern 41 Prozent. Für weniger Massnahmen sprechen sich 7 Prozent aus.

Auch in den besonders stark betroffenen europäischen Ländern, Spanien (92 Prozent), Italien und Frankreich (90 Prozent) ist die Zustimmung sehr hoch. Im Kampf gegen das Coronavirus haben derzeit zahlreiche Regierungen teils weitgehende Beschränkungen des öffentlichen Lebens erlassen.

01.19 Uhr: Kapitän von US-Flugzeugträger mit Corona-Fällen entlassen

Der Kapitän des US-Flugzeugträgers «USS Theodore Roosevelt», der wegen Corona-Fällen an Bord Alarm geschlagen hatte, ist vom Pentagon entlassen worden. Kapitän Brett Crozier habe in der Krisensituation unnötige Panik erzeugt und schlechtes Urteilsvermögen gezeigt, begründete Marine-Staatssekretär Thomas Modly am Donnerstag die Entscheidung.

Modly kritisierte den an die Medien gelangten Brief, in dem der Kapitän die Zustände an Bord der «USS Roosevelt» in dramatischen Worten beschrieben hatte, als irreführend. Zwar seien unter der Besatzung des an der US-Basis auf der Pazifikinsel Guam liegenden Schiffs 114 Corona-Infektionen aufgetreten. Doch sei es in keinem dieser Fälle zu einer schweren Erkrankung gekommen, sagte der Staatssekretär. Mit seinem Brief habe Crozier die Familien der Besatzungsmitglieder unnötig in Angst versetzt, kritisierte Modly. Auch habe er ungebührliche Zweifel an der Einsatzbereitschaft des Flugzeugträgers gesät. Modly warf dem Kapitän deshalb mangelnde «Professionalität» vor.

In seinem Brief hatte der Kommandant eindringlich gefordert, die Besatzung von Bord zu holen. «Wir befinden uns nicht im Krieg. Es müssen keine Seeleute sterben», wurde er von US-Medien zitiert.

US-Verteidigungsminister Mark Esper verweigerte dennoch zunächst die Evakuierung des Flugzeugträgers. Später willigte das Pentagon dann aber doch ein, zwar nicht alle, aber die meisten der insgesamt rund 4'800 Seeleute von Bord zu holen und auf Guam unterzubringen. Der Flugzeugträger hatte vor Guam Anfang März in Vietnam angelegt. Ob sich die ersten Marinesoldaten dort ansteckten, ist aber unklar.

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