Hälfte der Opfer war minderjährigSchweizer Kartfahrer (18) bei Inferno gestorben
Sven Ziegler
5.1.2026
Arthur (r.) und Benjamin (l.) verstarben bei der Brand-Tragödie.
SwissBoxing / BFMTV / Keystone / Bildmontage blue News
Vier Tage nach dem Brandinferno in der Bar «Le Constellation» sind alle 40 Todesopfer identifiziert und den Angehörigen übergeben worden. Viele der Opfer waren jung, mehrere noch minderjährig – und zu einigen gibt es inzwischen erste bestätigte Angaben.
Redaktion blue News
05.01.2026, 07:37
07.01.2026, 20:48
Sven Ziegler
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Die Kantonspolizei Wallis bestätigt, dass alle 40 Todesopfer des Brandes in Crans-Montana identifiziert wurden und die Leichname den Angehörigen übergeben wurden.
Neben den Toten gibt es mindestens 119 Verletzte.
22 Opfer stammen aus der Schweiz, weitere aus Frankreich, Italien und mehreren anderen Ländern, und knapp die Hälfte war noch nicht volljährig.
Neben den Todesopfern wurden mindestens 119 Personen verletzt, mehrere davon weiterhin schwer.
Die Altersstruktur macht das Ausmass besonders sichtbar: Knapp die Hälfte der Opfer war noch nicht volljährig. Unter den 40 Toten seien 22 Personen aus der Schweiz, acht aus Frankreich und sechs aus Italien, heisst es von der Kantonspolizei Wallis weiter. Weitere Todesopfer stammen demnach aus Portugal, Belgien, Rumänien und der Türkei.
Unter den Schweizer Opfern sind laut der Polizei auch eine 14-Jährige, mehrere 15- bis 18-Jährige sowie junge Erwachsene bis 31. Bei den französischen Opfern reichen die Altersangaben von 14 bis 39.
Schweizer Kartfahrer (18) bei Inferno gestorben
Bei der Brandkatastrophe in Crans-Montana ist auch der Schweizer Kartfahrer Joaquim v. T. ums Leben gekommen, heisst es in einer Mitteilung vom Verband Auto Sport Schweiz. Der 18-Jährige galt als vielversprechendes Talent im nationalen Kartsport.
Er startete seine Karriere 2021 in Lyss im Team Swiss Hutlers und nahm seither regelmässig an der Kappelen Trophy teil. Zuletzt fuhr er 2024 in der X30 Challenge Switzerland der Schweizer Kart-Meisterschaft in Wohlen, wo er im Finalrennen den zehnten Rang belegte. Er fiel durch «seine engagierte Haltung und seinen Teamgeist auf», heisst es weiter in der Mitteilung.
Joaquim v. T. fiel durch «seine engagierte Haltung und seinen Teamgeist auf».
Screenshot Auto Sport Schweiz
Neben dem Kartsport spielte Joaquim Fussball. Über die Festtage war er mit Mannschaftskollegen zu einem Team-Ausflug in Crans-Montana. Gemeinsam verbrachten sie die Silvesternacht in der Bar «Le Constellation», wo in der Nacht zum Neujahr das verheerende Feuer ausbrach.
«Der Verband Auto Sport Schweiz spricht nicht nur Joaquims Familie, sondern allen Betroffenen dieser unfassbaren Tragödie in der Silvesternacht sein Beileid aus. Unsere Gedanken sind bei Joaquims Eltern, seinen beiden älteren Schwestern, seinen Freunden und Verwandten», heisst es zum Schluss in der Mitteilung.
Gemeinderat von Sierre VS verliert Tochter
Auch Caroline Rey (24) aus Sierre VS kam bei der Brandkatastrophe in Crans-Montana ums Leben. Ihr Vater Joël Rey, Gemeinderat von Sierre und dort für Sicherheitsfragen zuständig, schilderte am Montag in einer Morgensendung von RTS die quälenden Stunden nach der Silvesternacht.
Er habe drei Kinder, sagte Rey. Zwei von ihnen hätten ihm im Voraus mitgeteilt, wo sie den Jahreswechsel verbringen würden. Caroline hingegen habe mehrere Optionen genannt. Dass sie schliesslich in der Bar «Le Constellation» feiern würde, habe er sich zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen können.
Am Morgen des 1. Januar versuchte der Vater, seine Kinder zu erreichen – auch, um sich selbst zu beruhigen. Doch es kam keine Antwort. «Dann herrschte Stille», sagte Rey im Gespräch mit RTS. Erst Stunden später folgte die Gewissheit: Carolines Zwillingsschwester informierte ihn darüber, dass auf Instagram ein Vermisstenaufruf mit dem Foto der 24-Jährigen verbreitet wurde.
Arthur (16): «Unser Arthur ist nun aufgebrochen, um im Paradies zu feiern»
Arthur (16) ist bei der Katastrophe umgekommen. Die Mutter teilt ein Bild ihres Sohnes öffentlich auf Instagram.
«Unser Arthur ist nun aufgebrochen, um im Paradies zu feiern», sagt die Mutter in einem Video, das dem französischen Nachrichtensender BFMTV vorliegt. Zuvor hatte sie sich mehrfach öffentlich an die Medien gewandt, um bei der Suche nach ihrem Sohn Hilfe zu erhalten.
Arthur hatte die Silvesternacht gemeinsam mit Freunden in der betroffenen Bar verbracht. «Sie hatten alles geplant und im Voraus einen Tisch reserviert», erklärte seine Mutter dem Sender. Nach dem Brand verlor sich jedoch jede Spur von dem Jugendlichen.
Bereits am Freitag hatte Laetitia Brodard-Sitre in einem Interview geschildert, wie sie seit mehr als 30 Stunden nach ihrem Sohn suchte. Sie kontaktierte zahlreiche Spitäler – ohne Erfolg. «Ich weiss nicht, in welchem Spital er ist. Ich weiss nicht, in welchem Bezirk er ist. Ich weiss nicht, in welchem Kanton oder in welchem Land er ist», sagte sie damals.
Aufgeben kam für sie nicht in Frage. «Ich höre nicht auf zu suchen. Ich werde nicht loslassen», betonte die Mutter. Parallel zur Arbeit der Behörden setzte sie auf soziale Netzwerke, um Hinweise zu erhalten und Bilder ihres Sohnes zu verbreiten.
Gleichzeitig wehrte sich Brodard-Sitre gegen die Kritik, Jugendliche hätten an Silvester nicht in einer Bar feiern dürfen. «Wir sind keine verantwortungslosen Eltern, nur weil wir unsere 16-jährigen Kinder an Silvester haben ausgehen lassen», sagte sie. Alle Eltern hätten gewusst, wo sich ihre Kinder befanden, und die Jugendlichen seien gemeinsam mit Freunden unterwegs gewesen.
Boxer Benjamin Johnson (18): SwissBoxing spricht von einem «Helden»
Boxer Benjamin Johnson wird von der Swiss Boxing Federation geehrt.
Der Nachwuchsathlet kam demnach ums Leben, als er im brennenden Lokal einer Freundin zu Hilfe eilte. SwissBoxing würdigte ihn als «vielversprechenden Athleten», der «als Held» gestorben sei.
Golfer Emanuele Galeppini (16): Nachwuchstalent, zuletzt in Dubai
Emanuele Galeppini starb beim tödlichen Feuer in Crans-Montana.
Instagram/@federazioneitalianagolf
Zu den Todesopfern der Brandkatastrophe in Crans-Montana gehört auch der 16-jährige Golfer Emanuele Galeppini. Der Jugendliche starb infolge des Feuers, das in der Silvesternacht in einer Bar des Walliser Ferienorts ausgebrochen war. Insgesamt kamen dabei mindestens 40 Menschen ums Leben, mehr als 100 weitere wurden verletzt.
Galeppini stammte ursprünglich aus Genua, lebte in den vergangenen Jahren jedoch mit seiner Familie in Dubai. Dort hatte er sich als Nachwuchsgolfer einen Namen gemacht und nahm regelmässig an Junioren- und Amateurturnieren im Nahen Osten und in Europa teil. Zu seinen jüngsten Erfolgen zählte ein Turniersieg bei einem Amateurwettbewerb in Dubai im Frühjahr 2025.
Zum Zeitpunkt der Katastrophe hielt sich der 16-Jährige mit Freunden in der Schweiz auf, um den Jahreswechsel zu feiern. Das Feuer brach in den frühen Morgenstunden des 1. Januar in der Bar «Le Constellation» aus. Die genauen Umstände werden weiterhin untersucht.
Der Tod des Jugendlichen hat auch in der internationalen Golfszene grosse Betroffenheit ausgelöst. Der italienische Golfverband würdigte Galeppini als engagierten jungen Sportler, der für Fairness und Leidenschaft gestanden habe. Seine Familie, Freunde und Weggefährten trauern um einen Jugendlichen, dem eine vielversprechende sportliche Zukunft vorausgesagt worden war.
Schweiz (22 Opfer)
Eine Jugendliche im Alter von 14 Jahren
Vier Jugendliche im Alter von 15 Jahren
Drei Jugendliche im Alter von 16 Jahren
Eine Jugendliche im Alter von 16 Jahren
Ein Jugendlicher im Alter von 17 Jahren
Drei Jugendliche im Alter von 18 Jahren
Eine Jugendliche im Alter von 18 Jahren
Ein Mann im Alter von 20 Jahren
Eine Frau im Alter von 21 Jahren
Ein Mann im Alter von 21 Jahren
Zwei Frauen im Alter von 22 Jahren
Zwei Frauen im Alter von 24 Jahren (eine davon besass zusätzlich die französische Staatsbürgerschaft)