Alltag in der Schweiz verändert sich über Nacht

Agenturen/red/phi/jen/toko

17.3.2020 - 21:45

Das Alltagsleben in der Schweiz hat sich durch den Notstand über Nacht verändert. Die Zahl der Infizierten ist unterdessen weiter angestiegen, auf nunmehr rund 2650 Menschen. Unterdessen verbietet die EU Einreisen von Nicht-EU-Bürgern für 30 Tage. Die wichtigsten Ereignisse des Tages im Überblick. 

Buchstäblich über Nacht hat der wegen des Coronavirus erklärte Notstand den Schweizer Alltag verändert. Weniger Verkehr und Passagiere in Zügen und Bussen, Rückweisungen an den Grenzen und geschlossene Geschäfte prägten am Dienstag das Bild.

Die vom Bundesrat verschärften Massnahmen gegen die Corona-Pandemie traten um Mitternacht in Kraft. Die Pendlerinnen und Pendler reagierten umgehend. Auf Strasse und Schiene war es am Dienstag deutlich ruhiger als üblich.

Die SBB spüren den Rückgang den Gang ins Homeoffice schon seit Tagen.Die Nachfrage im öffentlichen Verkehr sei in den letzten zwei Wochen im Inland um bis zu 50 Prozent gesunken, teilte ein Sprecher mit. Gleich lautete die Bilanz der BLS. In den Postautos waren örtlich bis zu 90 Prozent weniger Passagiere unterwegs als üblich.

Ein Wirtshaus in der Altstadt Luzern ist wegen des Coronavirus geschlossen.
KEYSTONE/URS FLUEELER

Bisher rund 2650 Menschen wurden positiv auf das Virus getestet. Die Fallzahlen würden weiter steigen, sagte Daniel Koch, Leiter Übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG), in Bern vor den Medien. «Heute kommunizieren wir die Fälle, die sich vor knapp einer Woche angesteckt haben.»

Die Corona-Pandemie zwingt Regierungen auf der ganzen Welt zu aussergewöhnlichen Massnahmen. Geschlossene Grenzen, geschlossene Schulen, Kitas, Geschäfte.

Die US-Regierung will mit einem Hilfspaket rund eine Billion US-Dollar in die Wirtschaft pumpen. Es gehe darum, die Menschen und die Unternehmen angesichts der Coronakrise jetzt zu unterstützen, sagte Finanzminister Steven Mnuchin am Dienstag nach Gesprächen im US-Kongress. Auch die EU sagte der Wirtschaft jede verfügbare Hilfe zu, Grossbritannien kündigte Wirtschaftshilfen «unvorstellbarer Grösse» an.

In Belgien gilt von Mittwochmittag an eine fast dreiwöchige Ausgangssperre. Zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus haben die EU-Staaten am Dienstagabend ein weitreichendes Einreiseverbot für Bürger der allermeisten Nicht-EU-Staaten vereinbart. Bürger aus der Schweiz, Liechtenstein, Grossbritannien, Island und Norwegen haben Durchreiserecht.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Die Wichtigste in Kürze:

  • Ein gigantisches Hilfspaket für die US-Wirtschaft soll rund eine Billion Dollar umfassen.
  • Das Einreiseverbot für Nicht EU-Bürger wird mit sofortiger Wirkung umgesetzt — es gilt nicht für Schweizer.
  • Der Bundesrat hat am Montag den Notstand erklärt. Seit Mitternacht müssen alle Geschäfte und Lokale geschlossen bleiben. Öffentliche und private Veranstaltungen sind verboten.
  • In den Kantonen Graubünden und Neuenburg gab es erste Coronavirus-Todesfälle. 
  • Aus immer mehr Branchen wird der Ruf nach Unterstützung durch den Staat laut.
  • Rund 2'650 Personen sind in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein laut BAG bisher positiv getestet worden.
  • Das BAG weiss von 19 Toten in der Schweiz, die Nachrichtenagentur SDA geht von 25 Opfern der Epidemie aus.
  • Hierzulande stehen derzeit 800 Intensivpflegebetten zur Verfügung. Das Maximum liegt laut BAG bei 1'200.
  • Der UNO-Sicherheitsrat hat alle seine für diese Woche geplanten Sitzungen abgesagt.
  • Die Europäische Union wird nach Angaben von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron ab Dienstagmittag ihre gesamten Aussengrenzen schliessen.

21.45 Uhr: Von der Leyen hofft auf Covid-19-Impfstoff vor Herbst

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hofft EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen noch vor Herbst auf einen wirksamen Impfstoff gegen die Krankheit Covid-19. Die EU werde die Tübinger Firma CureVac bei der Entwicklung mit bis zu 80 Millionen Euro unterstützen, bestätigte von der Leyen in einem am Dienstag auf Twitter verbreiteten Video. «Und ich hoffe sehr, dass wir so vor Herbst Impfstoffe auf dem Markt haben.» Diese könnten viele Leben in Europa und dem Rest der Welt retten.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, und weitere Experten rechnen mit einem marktfähigen Impfstoff frühestens nächsten Frühling. Von der Leyen betonte am Abend auf Nachfrage einer Journalistin, CureVac sei sehr spezialisiert und weltweit führend auf dem Feld. Das Unternehmen selbst habe die Vorhersage gemacht, dass es bis zum Herbst eine wirksame Impfung haben könne. Von der Leyen betonte zudem, es gebe die Möglichkeit, bürokratische Prozesse, die normalerweise lange dauerten, zu beschleunigen.

21.25: Eine Billion Dollar für die US-Wirtschaft

Die US-Regierung will mit einem Hilfspaket rund einer Billion US-Dollar (rund 960 Milliarden Franken) in die Wirtschaft pumpen. Es gehe darum, die Menschen und die Unternehmen angesichts der Coronakrise jetzt zu unterstützen, sagte Finanzminister Steven Mnuchin am Dienstag nach Gesprächen im US-Kongress. Die Gespräche zwischen Regierung und Parlament liefen derzeit noch, sagte er. Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, man arbeite an einem «grossen» und «kühnen» Paket. Einzelheiten zu den geplanten Hilfen waren zunächst allerdings noch unklar.

Der US-Finanzminister kündigt ein gigantisches Hilfspaket für die Wirtschaft an.
Keystone/EPA UPI POOL/KEVIN DIETSCH / POOL

Mnuchin hatte kurz zuvor erklärt, Ziel sei es, Amerikanern innerhalb der kommenden zwei Wochen finanzielle Hilfen zukommen zu lassen - und nicht erst verzögert, zum Beispiel durch Erleichterungen bei der Lohnsteuer. Sie bräuchten sofort Geld. Erwogen werde auch, Bürgern Schecks auszuhändigen. An wen genau welche Hilfen fliesssen sollten, liess der Finanzminister offen. Auch Fluggesellschaften und Hotelindustrie sollen demnach Unterstützung bekommen. Mnuchin sagte, für Airlines sei die aktuelle Krise härter als die Krise nach den Anschlägen vom 11. September 2001.

21.10 Uhr: So bereitet sich die Armee auf Einsätze vor

Bis zu 8000 Armeeangehörige sollen die zivilen Einrichtungen im Kampf gegen das Coronavirus unterstützen. Bisher acht Kantone machten bis Dienstag Gebrauch vom Angebot, die Armee um Hilfe zu bitten. Mobilisiert werden zunächst Armeeangehörige der vier Spitalbataillone sowie der fünf Sanitätskompanien.

20.45 Uhr: Belgien beschliesst fast dreiwöchige Ausgangssperre

In Belgien gilt von Mittwochmittag an eine fast dreiwöchige Ausgangssperre. Ausnahmen gebe es nur für unbedingt nötige Dinge, sagte Regierungschefin Sophie Wilmès nach einer stundenlangen Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates am Dienstagabend in der Hauptstadt Brüssel, wo auch zahlreiche EU-Institutionen ihren Sitz haben.

20.25 Uhr: EU-Gipfel verspricht jede verfügbare Hilfe für die Wirtschaft

In der Corona-Krise haben die EU-Staats- und Regierungschefs der europäischen Wirtschaft jede verfügbare Hilfe zugesagt. «Was immer nötig» sei, werde gegen die Folgen der Krise getan, sagte EU-Ratschef Charles Michel nach einem Gipfel im Videoformat.

Zuvor hatte die deutsche Regierungschefin Angela Merkel bei einer Pressekonferenz gesagt, es müsse mit «ernsten, sehr ernsten Konsequenzen» für die Wirtschaft gerechnet werden.

20.10 Uhr: EU beschliesst Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger per sofort

Das Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger in die EU wird mit sofortiger Wirkung umgesetzt, wie die deutsche Kanzlerin Angela Merkel in einer Pressekonferenz bestätigte. Bürger der EFTA-Staaten, denen auch die Schweiz angehört, seien hiervon ausgenommen.

Bis auf wenige Ausnahmen, so Merkel, haben sich alle Mitgliedsstaaten darauf verständigt, die Massnahmen rasch umzusetzen. Die Regelung gelte für 30 Tage.

20.05 Uhr: Deutscher Innenminister bestätigt Einreisebeschränkungen

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer hat zur Eindämmung der Infektionsgefahr durch das Coronavirus Einreisebeschränkungen für Nicht-EU-Bürger in Deutschland angeordnet. Aus dem Ministerium hiess es, dies betreffe den internationalen Luft- und Seeverkehr bei Reiseverbindungen, die ihren Ausgangspunkt ausserhalb der Europäischen Union haben. Ausnahmen gibt es demnach für Drittstaatangehörige mit längerfristigem Aufenthaltsrecht in einem EU-Staat.

20.00 Uhr: Bericht: Deutschland setzt Einreiseverbot in die EU sofort um

Deutschland will das weitgehende Einreiseverbot in die Europäische Union nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur unverzüglich umsetzen. Dies habe die Bundesregierung mitgeteilt, hiess es am Dienstag aus EU-Kreisen. Nach Informationen des «Spiegel» ist die deutsche Bundespolizei bereits angewiesen, ab sofort alle Nicht-EU-Bürger and den Flughäfen München sowie Frankfurt am Main abzuweisen.

Damit folgt Deutschland einem Vorschlag, den EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Montag für die EU und weitere Staaten vorgelegt hatte. Von der Leyen knüpft daran auch die Hoffnung, dass daraufhin die Kontrollen an den Binnengrenzen der EU gelockert werden könnten. Die Regelung sollte zunächst auf 30 Tage begrenzt sein und es sollte Ausnahmen etwa für Diplomaten, Ärzte und Krankenpfleger geben. Ob auch alle anderen Staaten dem Vorschlag zustimmen, war zunächst unklar. Am Dienstagabend berieten sich die EU-Staats- und Regierungschefs per Videoschalte.

Etliche Länder hatten in den vergangenen Tagen Grenzkontrollen im eigentlich kontrollfreien Schengenraum eingeführt oder die Grenzen weitgehend geschlossen.

Ein Mann mit Mundschutz steht am Flughafen Berlin-Tegel vor der Anzeigetafel der Abflüge.
Christoph Soeder/dpa (Symbolbild)

19.40 Uhr: Weiterer US-Bundesstaat verschiebt Vorwahl 

Die Ausbreitung des Coronavirus bringt zunehmend die Zeitpläne für die Vorwahlen in den USA durcheinander. Nach mehreren anderen Bundesstaaten kündigte am Dienstag auch Maryland an, die für Ende April geplante Vorwahl auf Anfang Juni zu verschieben. Gouverneur Larry Hogan sagte, es gehe darum, die Bürger vor Gefahren zu schützen und faire Wahlen zu gewährleisten. Er rechne damit, dass weitere Gouverneure ähnliche Schritte ankündigen würden.

Zuvor hatten bereits Louisiana, Georgia und Kentucky die Vorwahlen in ihren Staaten wegen der Coronakrise verlegt. Zuletzt hatte die Gesundheitsbehörde in Ohio — nur Stunden vor der geplanten Öffnung der dortigen Wahllokale am Dienstag— angeordnet, die Wahlstationen geschlossen zu halten.

19.35 Uhr: Cassis: Ausland-Schweizer sollen jetzt zurückkommen

Im Krisenmanagement-Zentrum des EDA's stehen die Telefone derzeit kaum noch still. Hier rufen besorgte Schweizer aus dem Ausland an und wollen wissen, ob sie in Zeiten des Coronavirus' jederzeit in die Schweiz zurückkehren können und dies nun tun sollten. Für Bundesrat Ignazio Cassis steht jedenfalls fest: Die Touristen müssen sich nun beeilen.

19.30 Uhr: Mehr als 31'500 Corona-Infizierte in Italien

Die Zahl der Toten und Infizierten durch die Coronavirus-Pandemie steigt in Italien weiter an — allerdings minimal langsamer. Bis Dienstag starben 2503 Menschen, wie der Zivilschutz in Rom mitteilte. Das sind 345 Tote mehr als am Vortag. Am Montag war die Zahl der Toten im Vergleich zum Vortag noch um 349 gestiegen.

Die Zahl der Infizierten stieg von rund 28'000 auf 31'506 an. Das sind rund 12,6 Prozent in einem Tag. Vergangene Woche war die Zahl der Infizierten pro Tag noch zwischen 17 und 21 Prozent angestiegen. Experten betonten, es sei noch zu früh, einen Trend daraus abzulesen.



Italien ist in Europa das am härtesten von der Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit getroffene Land. Seit einer Woche ist eine landesweite Ausgangssperre in Kraft. Laut Experten ist der Höhepunkt der Ansteckungen noch nicht erreicht.

19.20 Uhr: Tech-Riesen wollen gemeinsam gegen Fake News kämpfen

Mehrere grosse Online-Plattformen haben sich zu einer Art Allianz gegen Fake News und Betrugsversuche rund um das Coronavirus zusammengeschlossen. Zu den Initiatoren gehören Facebook, Google, YouTube, Twitter, Reddit, Microsoft und LinkedIn. Weitere Plattformen seien eingeladen, mitzumachen. Details über die Art der Zusammenarbeit gibt es bislang nicht.

Falschinformationen zum Coronavirus verbreiten sich derzeit rasant. Sie sind brandgefährlich und können Menschenleben kosten. Der Innenminister des deutschen Bundeslandes Niedersachsen forderte bereits ein hartes Vorgehen etwa gegen Kettenbriefe auf WhatsApp. Verschiedene Medien berichten zudem von Spam-Mails, in welchen sich statt der versprochenen seriösen Informationen etwa von der WHO ein Dateianhang mit Schadsoftware findet.

Auch Betrugsversuche werden zunehmend zum Problem. So täuschte etwa eine Android-App Informationen vor, stattdessen jedoch wird das Smartphone verschlüsselt und versucht, vom Nutzer ein Lösegeld zu erpressen.

19.00 Uhr: Astra verfügt Massnahmen im Strassenverkehr

Die periodischen verkehrsmedizinischen Kontrolluntersuchungen sind sistiert. Bereits erfolgte Aufgebote müssen von den Führerausweisinhabern nicht beachtet werden. Das ist eine der Massnahmen, die das Bundesamt für Strassen (Astra) für den Strassenverkehr verfügt hat.

Die Verfügung tritt sofort in Kraft und gilt höchstens bis am 30. September 2020, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Das Astra hebt sie ganz oder teilweise vorher auf, sobald die Massnahmen nicht mehr nötig sind, oder verlängert sie bei Bedarf über den 30. September 2020 hinaus. Dies in Absprache mit den kantonalen Vollzugbehörden.

18.50 Uhr: Grossbritannien kündigt Wirtschaftshilfen «unvorstellbarer Grösse» an

Die britische Regierung will die wirtschaftlichen Folgen der Virus-Krise mit einem beispiellosen Hilfsprogramm abfedern. Allein den heimischen Unternehmen würden Kreditgarantien im Volumen von 330 Milliarden Pfund (rund 380 Milliarden Franken) zugesagt, erklärte Finanzminister Rishi Suna.

Wenn die Nachfrage grösser sei, werde so viel Kapazität zur Verfügung gestellt wie erforderlich. Doch auch ein einzelnes Massnahmenpaket oder isolierte Interventionen reichten nicht aus. «Diese nationale Anstrengung wird von Regierungsmassnahmen in der Wirtschaft flankiert, die ein Ausmass haben, das noch vor ein paar Wochen unvorstellbar war». Grossbritannien werde alles tun, was nötig sei, um die Wirtschaft zu unterstützen.

18.45 Uhr: Deutschland will Hallen und Hotels umbauen

Angesichts steigender Zahlen an Corona-Infizierten wollen die Regierungen des Bundes sowie der Länder in Deutschland die stationäre Krankenhausversorgung ausweiten. Um Kliniken zu entlasten, die sich auf den Aufbau von Intensivkapazitäten konzentrieren, müssten an anderen Kliniken und gegebenenfalls provisorischen weiteren Standorten wie Hotels oder umgerüsteten Hallen zusätzliche Betten- und Behandlungskapazitäten — bis hin zur Verdoppelung — aufgebaut werden. Das geht aus einem «Grobkonzept Infrastruktur Krankenhaus» hervor, auf das sich Bund und Länder am Dienstag verständigt haben.



Danach sollen unter anderem Rehabilitationseinrichtungen, Hotels oder grössere Hallen umgerüstet werden, um dort die zahlreichen leichteren Behandlungsverläufe zu versorgen. Notfalls sollen dazu Deutsches Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk oder auch andere Dienste herangezogen werden.

18.40 Uhr: Verschiebung von Wahlen in der Romandie gefordert

Die Ausbreitung des Coronavirus und die damit verbundenen Massnahmen der Behörden schränken die Versammlungsfreiheit der politischen Parteien ein. In den Kantonen Genf und Neuenburg gibt es darum Forderungen nach Verschiebung von Wahlen.

Die Parteien Neuenburgs haben sich am Dienstag unisono für eine Verschiebung der für den 14. Juni geplanten Kommunalwahlen ausgesprochen. Ihrer Ansicht nach scheint es unmöglich, eine Kampagne zu führen, die diesen Namen verdient.

«Nach einer Konsultation aller im Grossen Rat von Neuenburg vertretenen Parteien haben die Parteipräsidenten den Staatsrat gebeten, die Kommunalwahlen auf unbestimmte Zeit zu verschieben», heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung. Es verstehe sich von selbst, dass diese Wahlen nach der Krise sehr schnell vorbereitet werden müssten.

18.30 Uhr: Schweizer Börse stabilisiert sich etwas

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag im Einklang mit weiteren wichtigen europäischen Börsen wieder etwas Boden gut gemacht. Nach einem erneut sehr volatilen Verlauf drehte der Leitindex SMI am Nachmittag klar in die Pluszone. Für eine gewisse Stabilisierung sorgten die Ankündigungen weiterer Geldspritzen der US-Notenbank Fed und eines rekordhohen Konjunkturpakets in Spanien.

Mit dem kontinuierlichen Herunterfahren des öffentlichen Lebens wird aber auch die Einschränkung der wirtschaftlichen Tätigkeiten stetig spürbarer. Eine globale Rezession scheine immer wahrscheinlicher, wovon auch die Unternehmensgewinne stark betroffen sein würden, meinte ein Marktanalyst. Bei der «immens hohen Volatilität» trauten sich viele Anleger derzeit ohnehin nicht wieder zurück an den Aktienmarkt, so ein weiterer Beobachter.

Der SMI beendete den Handelstag um 3,23 Prozent höher bei 8'493,04 Punkten, am Vortag hatte der Leitindex noch ein Jahrestief bei 7'650 Punkten erreicht. Der deutsche Leitindex Dax konnte derweil 2,3 Prozent und der französische CAC40 2,8 Prozent zulegen und auch der britische FTSE100 legte 2,8 Prozent zu.

18.20 Uhr: Flughafen Genf beschränkt Zugang

Seit der Öffnung am Dienstagmorgen hat der Flughafen Genf den Zugang zu den Terminals auf Passagiere beschränkt, die gültige Tickets für bestätigte Flüge besitzen. Mit dieser Massnahme soll zur Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus mehr Platz zwischen den wartenden Fluggästen geschaffen werden.

Am Flughafen Genf sei es am Samstag, Sonntag und Montag zu einem grossen Andrang von Passagieren gekommen, bestätigte ein Sprecher am Dienstag einen Bericht der Zeitung der Tageszeitung «Tribune de Genève». Der Flughafen hatte indes über Internet und soziale Netzwerke nur Passagiere mit einem bestätigten Flugticket gebeten, sich dorthin zu begeben.

Der Andrang ist einerseits auf die hohe Zahl von Passagieren zurückzuführen, welche die jetzt geschlossenen Skigebiete verlassen wollten. Andererseits begaben sich auch viele Menschen zum Flughafen, die wegen der veränderten Lage aufgrund der Coronaviruskrise Probleme mit den Fluggesellschaften wollten und diese telefonisch nicht erreichen konnten.

Die Ankündigungen von Reisebeschränkungen zu einem führten zudem zu einem Zustrom von Reisenden, die nach Spanien, Marokko oder anderswo reisen wollten.



18.10 Uhr: Expertengremium soll EU-Kommission beraten

Ein neues Gremium von Epidemiologen und Virologen soll die EU-Kommission ab sofort in medizinischen Fragen zur Lungenkrankheit Covid-19 beraten. Sieben Experten aus sechs EU-Staaten sollten sich mindestens zweimal pro Woche per Videokonferenz zu Fragen der Kommission oder selbst gesetzte Themen aussprechen, erklärte die Brüsseler Behörde am Dienstag. Die erste Runde sei für diesen Mittwoch angesetzt. Das Europäische Zentrum zur Krankheitsbekämpfung ECDC, die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA und das Notfall-Koordinierungszentrum ERCC nähmen als Beobachter teil.

17:45 Uhr: Erster Todesfall im Kanton Neuenburg

Im Kanton Neuenburg hat es einen ersten Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gegeben. Ein 79-jähriger Mann, der an Vorerkrankungen gelitten hatte, verstarb in der Nacht auf Dienstag in einem Spital in La Chaux-de-Fonds.

Dies teilten die Neuenburger Behörden am Dienstag mit. Insgesamt sind im Kanton Neuenburg 20 Personen hospitalisiert, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben.

17:40 Uhr: Weltweit über 190'000 Infizierte

Die Zahl der weltweit mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen ist laut der fortlaufenden Datensammlung der Johns Hopkins University in Baltimore, USA, zum jetzigen Stand auf über 190'000 Infizierte angestiegen. Über 7'500 Menschen seien an den Folgen einer Erkrankung mit Covid-19 inzwischen gestorben. Immerhin über 80'000 Menschen sind demnach aber bereits auch wieder genesen.

17:30 Uhr: Markant weniger Verkehr

Auf Strasse und Schiene ist es am Dienstag, dem ersten Tag nach der Abriegelung der Schweiz, viel ruhiger gewesen als üblich. Normalerweise werden jeden Morgen in den Grossräumen Zürich, Bern und Basel Staus und stockender Verkehr gemeldet.

«Es hatte heute markant weniger Verkehr», sagte Barbara Roelli, Verkehrsredaktorin bei Viasuisse, am Dienstagvormittag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Lediglich am Nordring bei Zürich – der Umfahrung der Autobahn A1 um die Stadt – habe es Störungen gegeben. «Aber in sehr kleinem Rahmen.»

Die SBB spüren den Rückgang des Pendlerverkehrs und den Gang ins Homeoffice schon seit mehreren Tagen, wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilte. Die Nachfrage im öffentlichen Verkehr sei in den letzten zwei Wochen im Inland um bis zu 50 Prozent gesunken.

17:05 Uhr: Mobile Abklärungsstationen in Baselland

Für Coronavirus-Verdachtsfälle nimmt der Kanton Basel-Landschaft am Mittwoch zwei ambulante Abklärungsstationen in Betrieb. Mit ihnen sollen Arztpraxen und Notfallstation entlastet werden.

Diese Entlastung sei angesichts der anhaltenden Ausbreitung des Coronavirus im Baselbiet dringend, teilte der kantonale Krisenstab am Dienstag mit. Eingerichtet wurden die Abklärungsstationen im Kultur- und Sportzentrum Münchenstein und in der Mehrzweckhalle Stutz in Lausen.

16:55 Uhr: Putin meint Coronakrise im Griff zu haben

Angesichts der Coronavirus-Pandemie ist die Situation in Russland nach den Worten von Präsident Wladimir Putin weitgehend unter Kontrolle. Die seit Februar ergriffenen Massnahmen, darunter die Schliessung der Grenze nach China, hätten eine massive Ausbreitung des Virus im Land verhindert, sagte Putin am Dienstag bei einer Sondersitzung seines Kabinetts zur Corona-Krise.



Er forderte die Behörden zugleich auf, die Bevölkerung genau über die Lage zu informieren sowie gegen Gerüchte vorzugehen. In Russland gibt es nach Angaben der Behörden bislang 114 bestätigte Infektionsfälle; Tote wurden noch keine gemeldet.

Gleichzeitig gibt es Berichte, dass die eigentliche Zahl der Infektionen in Russland wegen fehlender Tests deutlich höher sein könnte. Zudem könnten die russischen Tests nicht sicher sein. Putin betonte, man solle nicht auf Spekulationen und Gerüchte hören.

16:45 Uhr: Walliser Staatsrat positiv getestet

Staatsrat Frédéric Favre, Vorsteher des Departements für Sicherheit, Institutionen und Sport im Kanton Wallis, wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Er befindet sich derzeit zu Hause in Isolation, wie die Staatskanzlei mitteilte. Die anderen Regierungsmitglieder hätten sich einem Test unterzogen, der negativ ausgefallen sei. Als Vorsichtsmassnahme wird die Regierung ihre wöchentliche Sitzung morgen per Telefonkonferenz abhalten.

16:35 Uhr: Gründe für tiefe Todesrate in Deutschland unklar

Warum ist die Todesrate unter Corona-Infizierten in Deutschland deutlich tiefer als in den meisten anderen Ländern ist, wissen die Experten immer noch nicht, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte. Der in der WHO-Region Europa für das Management ansteckender Krankheiten zuständige Arzt Richard Pebody sagte am Dienstag, es könne etwa darin liegen, dass die einzelnen Staaten der Erde die Fälle mehr oder weniger genau zählen oder tatsächlich an der Qualität der Behandlung. «Wir müssen natürlich untersuchen, ob diese Unterschiede real sind», meinte Pebody.

16:10 Uhr: Nutzung von öffentlichen Plätzen eingeschränkt

Der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt ruft die Bevölkerung zur Zurückhaltung bei der Nutzung der öffentlichen Parks, Grünanlagen, Plätze und des Rheinbords auf. Die Bekämpfung des Coronavirus erfordere, dass alle auch im Freien zueinander Abstand halten, heisst es in einer Medienmitteilung.

Deshalb seien alle angehalten, sich nicht für eine längere Zeit in den Erholungsräumen mit grossem Publikumsverkehr aufzuhalten. Das Durchführen von Picknicks und Grilladen ist ferner untersagt. In den Erholungsräumen könne spaziert oder gejoggt werden. Die Bildung grösserer Gruppen müsse aber vermieden werden. Kinder mit ihren Betreuerinnen und Betreuern können sich auf Spielplätzen aufhalten, heisst es weiter.

16:05 Uhr: Nach Schweiz-Visite Gesundheitscheck verweigert

Wegen Missachtung der Schutzbestimmungen gegen das neue Coronavirus hat im westafrikanischen Staat Liberia Präsident George Weah einen ranghohen Beamten des Amtes enthoben. Nathaniel Blama, der Leiter der nationalen Umweltschutzagentur EPA, hatte bei seiner Rückkehr von einer Geschäftsreise in die Schweiz trotz erster Krankheitsanzeichen einen Gesundheitscheck am Airport abgelehnt, teilte das Präsidialamt in einer Erklärung mit. Stattdessen fuhr er mit seinem Privatwagen nach Hause. Drei Tage später war er positiv getestet und damit zum ersten Fall des Landes geworden. Seine Hausangestellte wurde am Dienstag als zweite Infizierte gemeldet.

15:50 Uhr: Freikirchen unterstützen Massnahmen

Die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) unterstützt «ausdrücklich» die Schritte des Bundesrates, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Ab sofort finden keine Gottesdienste und anderen Zusammenkünfte mit versammelter Gemeinde mehr statt, wie der Verband der zusammengeschlossenen Freikirchen und christlichen Organisationen am Dienstag mitteilte.

15:45 Uhr: Bund wehrt sich gegen Vorwurf

Der Bund wehrt sich gegen den Vorwurf, dass er zu wenige und zu wenig gezielte Corona-Tests durchführt. «Wir testen jeden Tag mehr, und wir testen spezifisch», sagte Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). Die Möglichkeiten seien aber beschränkt.

«Wir sind praktisch immer am Maximum», sagte der Leiter Übertragbare Krankheiten im BAG. Es kämen aber laufend neue Labors dazu, die Tests auswerten könnten. Deshalb könnten die Kapazitäten in einer Woche schon viel höher sein als heute. Die Tests seien «nicht gegen oben beschränkbar».

15:40 Uhr: Kinder aussen vor

Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) machte in Bern noch einmal klar, dass Kinder nicht der Treiber der Epidemie seien. «Es sind nur wenige Kinder, welche die Krankheit übertragen.» Zudem seien in den Spitälern praktisch keine erkrankten Kinder zu sehen.

Kinder sollten deshalb ein «einigermassen normales Leben weiterführen können», sagte Koch. Eine Isolation wie bei Erwachsenen sei weder zielführend noch notwendig. «Kinder sind nicht die, die mir Sorgen machen.» Viel wichtiger sei, dass die Generationen getrennt würden.

Deshalb habe der Bundesrat auch davon abgesehen, Kindertagesstätten zu schliessen. «Grosseltern sollten aktuell keine Enkelkinder betreuen.»



15:35 Uhr: Maximal 1'200 Intensivpflegebetten

«Je weniger ältere Personen und Risikopersonen erkranken, desto weniger belegt werden Intensivspitäler sein.» Das sagte Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). Maximal könnten in der Schweiz 1'200 Intensivpflegebetten bereitgestellt werden.

Wie viele der aktuell 800 vorbereiteten Betten derzeit belegt seien, sei nicht bekannt, sagte Koch, Leiter Übertragbare Krankheiten im BAG, am Dienstag vor den Bundeshausmedien. Es sei an den Kantonen, die Belegung zu koordinieren.

15:30 Uhr: Bündnerin erliegt Coronavirus

Im Kanton Graubünden hat das Coronavirus ein Todesopfer gefordert. Im Südtal Puschlav starb in der Nacht auf Dienstag eine 78-jährige Frau. Die Verstorbene habe schon vor der Infektion mit dem Coronavirus an einer Vorerkrankung gelitten, teilten die Kantonsbehörden mit. Zum Schutz der Angehörigen würden keine zusätzlichen Angaben zu diesem oder weiteren Todesfällen gemacht, hiess es.

15:15 Uhr: Gesuche an die Armee – PK ist zu Ende 

Bisher habe die Armee Gesuche aus acht Kantonen erhalten, die um Hilfe angefragt haben. Die Kantone sind: Tessin, Basel Land, Graubünden, Neuenburg, Tessin, Wallis, Waadt und Bern. 

Damit ist die Pressekonferenz der Behörden beendet.

15:11 Uhr: Binationale Paare

Menschen, die in einer Beziehung und nicht verheiratet sind sowie nicht beide in der Schweiz leben, dürfen sich vorerst nicht sehen. Christian Bock, Direktor der eidgenössischen Zollverwaltung (EFD), sagt, dass momentan keine Bewilligungen erteilt werden. 

15 Uhr: Knappe Spitalressourcen

Im Moment habe es noch genug freie Plätze auf den Intensivstationen, sagt Koch vom BAG. Das werde sich aber ändern, wenn die Ansteckungskurve nicht abflacht. Das Problem sei zudem, dass das Personal bereits jetzt stark beansprucht werden. «Es ist nicht unbeschränkt verfüg- und belastbar.» Zudem könne man jetzt nicht in wenigen Tagen jemanden zur Intensivpflegeperson ausbilden. 

14:50 Uhr: Armeeangehörige infiziert

In der Rekrutenschule in Airolo seien fünf Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. 50 weitere Personen seien in Isolation. Zudem würden sich 90 Armeeangehörige in Quarantäne befinden.

14:47 Uhr: Zu wenig Beatmungsgeräte

Raynald Droz, Brigadier der Schweizer Armee, sagt, dass derzeit erfasst werde, über wie viele Atmungsgeräte man verfügt. «Wir wissen aber, dass es nicht genügend sind.» Deshalb: «Wir müssen sicherstellen, dass sie dort eingesetzt werden, wo sie wirklich nötig sind.»

Nach der Mobilisierung über SMS hätten 80 Prozent beantwortet. Wie viele tatsächlich einrücken, werde sich zeigen. 

14:45 Uhr: Grafik zum Verlauf des Coronavirus

15:23 Uhr: Pressekonferenz beendet

Die Pressekonferenz ist beendet. Wir halten Sie weiterhin in diesem Newsticker auf dem Laufenden.

14:36 Uhr: Unternehmen kämpfen mit Geldproblemen

Viele Unternehmen hätten Liquiditätsprobleme und bräuchten Soforthilfen, sagt eine Journalistin in der Fragerunde. «Was sollen diese jetzt machen?» Die beste Hilfe sei Kurzarbeit, sagt Ineichen-Fleisch vom Seco. Das Finanzdepartement kläre momentan ab, wer Anspruch auf finanzielle Unterstützung hat. Dafür brauche es Zeit, so Ineichen-Fleisch.

14:32 Uhr: Keine flächendeckende Tests

Derzeit würden in erster Linie Risikogruppe und das Pflegepersonal getestet, so Koch. Gestern hätten 2250 Tests stattgefunden, viele davon seien negativ ausgefallen. Es sei nicht sinnvoll, alle Menschen zu testen, die grippeähnliche Symptome zeigen. «Wer Symptome hat, sollen zuhause bleiben und sich isolieren», sagt Koch.

14:25 Uhr: Zahlen spiegeln nicht aktuelle Lage

«Heute kommunizieren wir die Fälle, die sich vor knapp einer Woche angesteckt haben», sagt Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). Tatsächlich seien aktuell viel mehr Personen angesteckt. Die Zahlen würden die Lage von vor einer Woche abbilden.

14:21 Uhr: Mobilmachung der Armee

Raynald Droz, Brigadier der Schweizer Armee, sagt, dass die Armee bis am  30. Juni mobilisieren werde. 50 Milizsoldaten seien im Tessin bereits freiwillig eingerückt.

14:16 Uhr: Schweizer stecken in Marokko fest

Schweizer werden aufgefordert von ihren Reisen in die Schweiz zurückzukehren. «Zuwarten bringt die Gefahr nicht mehr nach Hause zu kommen», sagt Hans-Peter Lenz vom Aussendepartement. Mehrere hundert Schweizer Reisenden würden derzeit in Marokko feststecken. Heute konnten fünf Flüge von Marrakesch in die Schweiz durchgeführt werden, weitere sollen diese Woche folgen. «Dies sind kommerzielle Flüge, die Reisenden sind für Buchungen und Kosten selber verantwortlich», sagt Lenz.

14:15 Uhr: Grenzkontrollen

Christian Bock, Direktor der eidgenössischen Zollverwaltung (EFD) sagt, dass 130 kleinere Grenzstationen ganz oder teilweise geschlossen wurden. Betroffen sind Grenzen zu Italien, Deutschland und Frankreich. Die Einreise wurde bereits über 2000 Menschen verweigert. Der Bund verzeichne einen Verkehrsrückgang von 73 Prozent.



14:12 Uhr: Import aus Ausland

Jetzt spricht Ineichen-Fleisch über den Import von Schutzausrüstung. «Wir stehen im engen Kontakt mit den betroffenen Unternehmen und den Behörden ausländischer Partner.» Damit wolle man sicherstellen, dass die Lieferungen auch ankommen.

14:09 Uhr: Neue Hotline 

Tausende schriftliche Fragen von Unternehmen seien beim Seco eingegangen. Ab Donnerstag gebe es eine Hotline, damit Fragen auch mündlich geklärt werden können, so Ineichen-Fleisch.

14:07 Uhr: Wirtschaftliche Lage der Schweiz

Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, Staatssekretärin beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) sagt: «Wir haben eine Situation, die vor kurzem kaum vorstellbar gewesen ist.» Die Schweiz könne diese meistern. Die Kurzarbeitsentschädigung sei ein gutes Mittel. «Wir haben 8 Millionen Franken zur Verfügung», so Ineichen-Fleisch. Auch für temporär und befristet Angestellt könnte erfolgen. «Dafür brauchen wir aber eine Gesetzesanpassung.» Für KMU eigneten sich Bürgschaften für Bankkredite.

14:05 Uhr: 19 Todesfälle

Koch sagt: «Es ist erst der Beginn der Welle.» Bisher gebe es 19 Todesfälle. Die Kurve müsse dringend abgeflacht werden. 

14:03 Uhr: Lage sei sehr ernst

«Die Lage ist so, dass wir wirklich das umsetzen müssen, was der Bund beschlossen hat», sagt Koch vom BAG. «Wir können das Virus nicht stoppen. Es wird sich weiter ausbreiten in der Schweiz.» Die Risikopersonen müssten geschützt werden. «Wenn uns das nicht gelingt, werden wir unsere Spitäler überlasten.Dann wird es mehr Tote zu beklagen geben als nötig sind.»

14 Uhr: 2'650 Personen infiziert

Rund 2'650 Personen sind in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein bisher positiv auf das Coronavirus getestet worden. Diese geschätzte Zahl gab am Dienstag das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bekannt. Bis am Morgen war die Infektion gemäss diesen Angaben bei 2'269 Personen definitiv bestätigt worden. Bei 162 weiteren stand die Bestätigung noch aus und 270 Meldungen waren noch nicht erfasst.

Gemäss einer Zählung von Keystone-SDA sind am Coronavirus seit dem 5. März bereits 25 Menschen gestorben. Es handelt sich insbesondere um ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen. Das BAG hingegen meldete 19 Todesfälle durch die Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl könne von den Angaben der Kantone abweichen, schreibt es dazu. (SDA)

13:45 Uhr: Pressekonferenz

Um 14 Uhr informieren Daniel Koch, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten vom Bundesamt für Gesundheit (BAG), Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, Staatssekretärin beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) und Christian Bock, Direktor der eidgenössischen Zollverwaltung (EFD) zur aktuellen Lage.



13.38 Uhr: Zwei Tote im Wallis

Im Wallis sind zwei weitere Person an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Bei den Opfern handelt es sich um zwei Personen, die über 70 beziehungsweise über 80 Jahre alt waren und an Vorerkrankungen litten.

Das teilte der Kanton Wallis am Dienstag auf seiner Website mit. Insgesamt sind im Kanton bisher drei Menschen an dem Virus gestorben. Alle Opfer waren Mitglieder von Risikogruppen. Derzeit gibt es 95 bestätigte Coronavirus-Fälle im Kanton.

13.35 Uhr: Schweiz rutscht in die Rezession

Die Schweizer Wirtschaft dürfte wegen des Coronavirus im ersten Halbjahr 2020 in eine Rezession schlittern. Davon gehen die Ökonomen der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) aus. Sie hoffen auf Nachholeffekte im zweiten Halbjahr.

In den ersten beiden Quartalen 2020 sei mit starken Rückgängen beim privaten Konsum zu rechnen, teilte die KOF am Dienstag mit. Zudem würden die Unternehmen weniger investieren, und die Schul- und Grenzschliessungen beeinträchtigen die Produktion.

Es sei daher in diesem Zeitraum mit einer rückläufigen Wertschöpfung zu rechnen, also mit einer Rezession. Davon betroffen seien praktisch alle Branchen. Die KOF hofft aber, dass es im zweiten Halbjahr zu gewissen Nachholeffekten kommt und das Bruttoinlandprodukt dann wieder wachsen wird.

Alles in allem liege für das Gesamtjahr 2020 aber nur ein sehr geringes Wachstum von 0,3 Prozent drin, so die Experten. Zum Vergleich: Im letzten Jahr wuchs die Schweizer Wirtschaft um 0,9 Prozent, im Jahr davor mit 2,8 Prozent. Davor hatten schon mehrere andere Institute ihre Prognosen für das laufende Jahr gesenkt. Die Ökonomen von Raiffeisen etwa gehen für das Gesamtjahr sogar von einem rückläufigen BIP aus.

13.30 Uhr: Spanien überwacht Ausgangssperre mit Drohnen

Zur Überwachung der seit Sonntag geltenden Ausgangssperre setzt die spanische Polizei unter anderem auch Drohnen ein. So zum Beispiel in Madrid, der in Spanien von der Coronavirus-Krise am stärksten betroffenen Region des Landes. Spanien zählt über 11'000 Infizierte und fast 500 Todesfälle. Am Vortag waren es noch 150 weniger.

Die kleinen Fluggeräte tragen unter anderem Lautsprecher, mit denen die Menschen aufgefordert werden, zu Hause zu bleiben. «Wir werden nicht zögern, alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, um deine Sicherheit und die Sicherheit aller zu schützen», schrieb die städtische Polizei in ihrem Twitter-Account, auf dem auch Videoaufnahmen des Drohneneinsatzes zu sehen sind.

Seit Inkrafttreten der Ausgangssperre sind die Strassen in Madrid und ganz Spanien nahezu leer. Die Menschen dürfen nur noch aus dem Haus, um Lebensmittel einzukaufen, zur Apotheke, zum Arzt, zur Arbeit oder mit dem Hund zu gehen. Weiterhin darf man nach draussen, um Kinder, Ältere oder Hilfsbedürftige betreuen.

13.15 Uhr: Rösti bleibt vorerst SVP-Präsident

SVP-Präsident Albert Rösti habe sich bereit erklärt, seine Amtszeit als Parteipräsident zu verlängern, bis wieder ordentliche Wahlen durchgeführt werden könnten, teilte die SVP am Dienstag mit. Die Gremiensitzung vom 27. März und die Delegiertenversammlung vom 28. März werden auf einen späteren, noch nicht definierten Zeitpunkt verschoben.

Seine Einwilligung sei ein Betrag an die Stabilität, sagte Rösti. Zur Frage, ob seiner Ansicht nach die Abstimmung über die Personenfreizügigkeit respektive die Begrenzungsinitiative der SVP am 17. Mai stattfinden muss, wollte er sich nicht äussern. Die SVP werde den Entscheid der zuständigen Behörden «ohne Wenn und Aber» akzeptieren. 

13.05 Uhr: Einschränkungen könnten Jahre dauern

12.55 Uhr: Infektionsalarm bei Sanitätskompanien

Drei Schweizer Armee-Angehörige sind positiv auf das neuen Coronavirus getestet worden – nun müssen gleich zwei Sanitätskompanien in Airolo unter Quarantäne gestellt werden, berichtet die «Aargauer Zeitung».

12.45 Uhr: Zwei Infizierte bei der WHO in Genf

Bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf sind zwei Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Die beiden seien sofort nach Auftreten der erster Symptome zu Hause geblieben, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier. Es gehe ihnen den Umständen entsprechend gut. Die Kollegen seien informiert worden. Die meisten Mitarbeiter der WHO-Zentrale in Genf arbeiten seit Dienstag im Home Office.

Aus der Zentrale informiert WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus seit Wochen fast täglich über die weltweite Situation. Seit Montag werden diese Briefings ausschliesslich virtuell abgehalten und etwa auf Twitter und Facebook übertragen. Reporter können das Gebäude nicht mehr betreten.

Auch im Völkerbundpalast (Palais des Nations), dem europäischen Sitz der Vereinten Nationen, gab es eine bestätigte Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2, wie die Sprecherin sagte. Das Sekretariat in Genf hat 1'600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In dem Gebäude finden seit Anfang der Woche keine Meetings und Konferenzen mehr statt. 

12.35 Uhr: 15 Tage Ausgangssperre in Frankreich

In Frankreich hat eine landesweite Ausgangssperre begonnen. Seit 12 Uhr dürfen die Menschen für zunächst 15 Tage nur noch das Haus verlassen, wenn es unbedingt notwendig ist. Das hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Montagabend in einer TV-Ansprache angekündigt. Wer vor die Tür will, muss nun ein entsprechendes Formular bei sich tragen.

Erlaubt ist nun nur noch: Lebensmittel einkaufen, zur Arbeit fahren, zum Arzt gehen, Kinder zur Betreuung bringen, Hilfsbededürftigen helfen oder allein Sport machen. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss eine Geldstrafe zahlen. Die Einhaltung der Ausgangssperre wird von mehr als 100'000 Sicherheitskräften im Land überwacht.

12:30 Uhr: Aldi-Filiale rationiert WC-Papier

Die Aldi-Filiale in Winterthur geht gegen Hamsterkäufe vor. Auf einem Aushang am Eingang des Discounters steht, dass von gewissen Produkten aufgrund der aktuellen Situation nur eine bestimmte Menge gekauft werden könne. Mehl, Zucker, Milch, Seife und auch WC-Papier seien auf vier Stück pro Artikel und Person begrenzt werden, meldet der «Blick».

Bei Aldi Schweiz hiess es auf Anfrage des Blattes allerdings, dass dies keine bewilligte Aktion sei. «Es gibt derzeit keine offizielle Anweisung, bestimmte Waren rationiert zu verkaufen. Die entsprechenden Filialen wurden bereits informiert.»

Hier deshalb nochmals zur Erinnerung: Der Bund und auch die Schweizer Detailhändler haben gestern Montag erklärt, dass es für Hamsterkäufe keinerlei Anlass gebe. Die Versorgung sei gesichert.



12:10 Uhr: Hotelplan reagiert auf Coronavirus-Krise

Wegen des Coronavirus hat die Hotelplan-Gruppe heute entschieden, das Reiseprogramm in der Schweiz bis und mit Reisedatum 19. April 2020 auszusetzen. Alle gebuchten Pauschalreisen bis zum genannten Datum werden kostenlos annulliert oder umgebucht, wie es in einem Communiqué heisst. Die gleiche Regelung gelte für gebuchte Ferienwohnungen oder Ferienhäuser von Interhome und Interchalet weltweit.

Neubuchungen werden erst wieder für Ferien ab 20. April 2020 entgegengenommen.

Für Einzelleistungen gelten derweil die Annullations- und Umbuchungsbedingungen der zuständigen Firmen. So sind zum Beispiel für Flüge (ohne Unterkunft) die Bedingungen der Airlines relevant.

11:55 Uhr: Daumen hoch vom BAG

Comedian, TV- und Radiomoderator Stefan Büsser erhält Applaus von höchster Stelle: Das Bundesamt für Gesundheit teilt auf Twitter einen Clip von Büsser, in dem er sich mit Humor des Coronavirus annimmt. Tenor: «Wir schaffen auch das!»

11:50 Uhr: Widmer-Schlumpf appelliert an die Senioren

Alt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hat als Stiftungspräsidentin der Pro Senectute einen Appell an Seniorinnen und Senioren gerichtet: Sie müssten sich in der Coronavirus-Krise unbedingt an die Vorgaben von Bund und Kantonen halten.

«Die Massnahmen sind für alle einschneidend und teils äusserst hart. Aber sie sind nötig. Nur gemeinsam lässt sich das Coronavirus eindämmen», wird Widmer-Schlumpf in einer Mitteilung der Seniorenorganisation zitiert.

Ältere Menschen seien in der derzeitigen Ausnahmesituation besonders gefordert. Sie seien eine Risikogruppe, die allermeisten Todesfälle aufgrund des Coronavirus beträfen Menschen im Pensionsalter, ruft Pro Senectute in Erinnerung.

Pro Senectute appelliert auch an die ganze Bevölkerung, Solidarität im Alltag zu zeigen sowie Geduld und Zuversicht aufzubringen. 

Alt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf ist Stiftungspräsidentin der Pro Senectute. 
Bild: Keystone

11:37 Uhr: Tessiner Regierung hilft der Wirtschaft

Neue Zahlungsbedingungen und eine raschere Bearbeitung der Gesuche um Kurzarbeit: Die Tessiner Regierung hat zahlreiche Massnahmen verabschiedet, um die Wirtschaft im Kanton zu stützen.

Die Massnahmen sind kurzfristig angelegt und dienen der Liquiditätssicherung der Unternehmen, wie die Tessiner Regierung schreibt. Unter anderem würden die Zahlungsbedingungen bei Steuern sowie Rückzahlungen von subventionierten Krediten angepasst.

Ausserdem sei die Regierung daran, mit der Tessiner Kantonalbank zu prüfen, wie Kredite auch ohne andere ausreichende Sicherheiten gesprochen werden könnten.

Die Coronavirus-Krise: Eine Chronologie

11:20 Uhr: Auch Radiosender hoffen auf Staatshilfe

Weil Werbeaufträge kurzfristig storniert werden, drohten bei Schweizer Privatradios Liquiditätsengpässe und Einkommensausfälle. Sie ersuchen deshalb den Bundesrat um zwölf Millionen Franken aus der vorhandenen Schwankungsreserve. Diese sei dem Bundesamt für Kommunikation bereits zugeordnet. Die Reserve beträgt für 2020 34 Millionen Franken.

Die Monate März, April und Mai seien für die Sender kommerziell von grosser Bedeutung, teilte der Verband Schweizer Privatradios mit. In dieser Zeit fänden normalerweise zahlreiche werberelevante Anlässe wie Auto- und Möbelausstellungen, Frühjahrsmessen, touristische Aktionen und Konzerte statt.

Jeder Sender solle einen gleich hohen Betrag erhalten, mit dem er seine Programme gemäss Leistungsauftrag aufrechterhalten könne. Der regionale Service habe in der aktuellen Krise eine hohe Bedeutung für die Bevölkerung. Falls die Krise länger anhält, behält sich der Verband weitere Anträge an den Bund vor.



11:05 Uhr: Auszeit für Rolex

Der Luxusuhrenhersteller Rolex schliesst von diesem Dienstag bis kommenden Freitag seine Produktionsstätten in Genf, Biel und Crissier. Mit diesem Schritt wolle man die Angestellten und ihre Familien vor der Coronavirus-Pandemie schützen, sagte ein Rolex-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur AWP.

Das Unternehmen habe die Entscheidung im Anschluss an die vom Bundesrat angekündigten Massnahmen getroffen, «um die Verbreitung des Coronavirus in der Schweiz zu stoppen». Die Dauer der Schliessung könne je nach Entwicklung der Pandemie noch verlängert werden. Wie viele Mitarbeiter von den Massnahmen genau betroffen sind, wollte Rolex nicht sagen. Auf seiner Website schreibt das Unternehmen aber, dass an den vier Schweizer Standorten mehr als 6'000 Mitarbeiter arbeiten.

11 Uhr: Tourismus und Gastgewerbe in der Krise

Gemäss einer Umfrage von GastroSuisse brach der Umsatz im Gastgewerbe in den letzten zwei Wochen durchschnittlich um ein Drittel ein. Die Branche hat demnach zwischen dem 28. Februar und 12. März hochgerechnet 382,2 Millionen Franken an Umsatz eingebüsst.

In der Hotellerie sei der Rückgang des Umsatzes besonders hoch. Laut einer Umfrage von HotellerieSuisse werden sich die Umsätze im März fast halbieren (minus 45 Prozent). Die Umsatzeinbussen allein in der Hotellerie werden sich bis Ende März auf bis zu 450 Millionen Franken summieren, wie es weiter heisst.

Mit dem Lockdown komme die Branche nun beinahe zum Stillstand. Deshalb fordert die Branche den Bundesrat und die Kantone auf, dringendst notwendige Massnahmen zur Überbrückung der Engpässe schnellstmöglich einzuleiten

10:40 Uhr: Migros bald mit Scheibe an der Kasse

Zum Schutz des Kassenpersonals in den Migros-Filialen montiert der Grossverteiler in den nächsten Tagen Plexiglasscheiben an den Kassen. Alle 100'000 Mitarbeitenden der Migros-Gruppe seien bereits mit Desinfektionsmitteln ausgerüstet worden. Dazu würden die Hygienerichtlinien des Bundesamtes für Gesundheit strikte eingehalten.



10:30 Uhr: Können Genesene erneut erkranken?

In China gibt es laut «Los Angeles Times» rund 100 Personen, die an dem neuen Coronavirus erkrankt sind, wieder gesund wurden – und sich dann erneut infizierten. Ein 36-Jähriger sei beispielsweise am 2. März in Wuhan gestorben, nachdem man ihn fünf Tage vorher als gesund entlassen hat. In der Provinz Guangdong lag die Zahl der Wieder-Erkrankungen sogar bei 14 Prozent, heisst es weiter. Es sei aber noch unklar, ob die Patienten womöglich zu früh entlassen worden sind oder ihre Tests fehlerhaft waren.

10:15 Uhr: BAG informiert um 14 Uhr

Zum Thema Coronavirus/Covid-19 findet am Dienstagnachmittag um 14 Uhr ein Point de presse statt. Im Medienzentrum Bundeshaus Auskunft geben Experten von BAG, Seco, EZV, VBS und EDA. «Bluewin» wird die Pressekonferenz natürlich abdecken. 

10:05 Uhr: Die Schweiz macht (elektronisch) mobil

9:55 Uhr: Mieter besser schützen

Der Mieterinnen- und Mieterverband Schweiz (MV Schweiz) fordert vom Bundesrat einen Kündigungsschutz für in finanzielle Schwierigkeiten geratene Mieter. Eine Aussetzung der Fristen hat auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) verlangt.

In der aktuellen Situation sei der Schutz der Mieterinnen und Mieter nicht gewährleistet, teilte der MV Schweiz am Dienstag mit. Er hat deshalb vom Bundesrat in einen Schreiben einen dringlichen Bundesbeschluss gefordert. In diesem sollen alle Fristen ausgesetzt werden, von denen private oder Geschäfts-Mieter negativ betroffen sein könnten.

Mieterinnen und Mieter, die aufgrund der Covid-19-Massnahmen ihre Miete nicht mehr bezahlen könnten, weil sie zum Beispiel keinen Lohn mehr erhalten oder ihr Einkommen verlieren, weil sie ihr Geschäft zu schliessen gezwungen seien, müssten besonders geschützt werden. Der MV Schweiz fordert, dass den Mietern die Wohnung nicht gekündigt werden darf, auch rückwirkend nach Ende der Krise nicht.

Zudem sind alle Zwangsräumungen zu suspendieren, wie es in der Mitteilung weiter hiess. Die Behörden würden nicht mehr in der Lage sein, notfallmässig Unterkünfte für Mieter bereitzustellen, die von solchen Räumungen betroffen seien.

9:30 Uhr: Tech-Konzerne warnen vor Fehlern

Die grossen US-Techkonzerne Facebook, Twitter und die Google-Mutter Alphabet haben angesichts leerer Büros in Folge der Coronavirus-Epidemie vor Fehlern durch automatisierte Softwareprogramme gewarnt.

Die Videoplattform YouTube wie auch andere Geschäftsbereiche seien vorübergehend stärker von Künstlicher Intelligenz abhängig, um problematische Inhalte zu finden, teilte Google mit. Diese Software sei nicht immer so präzise wie Menschen, was zu Fehlern führe. Zudem könne es zu Verzögerungen bei der Bearbeitung von Einsprüchen kommen.

Ähnlich äusserte sich auch Facebook. Das weltgrösste Internet-Netzwerk will verstärkt auf externe Anbieter bei der Überwachung der Beiträge seiner weltweit mehr als zwei Milliarden Nutzer zurückgreifen. Die eigenen Mitarbeiter, die normalerweise die Inhalte auf Plattformen wie Facebook, Instagram und Whatsapp auf Verstösse gegen die Richtlinien prüfen, wurden nach Hause geschickt.

Allerdings fehlt es dem Konzern an einer sicheren Technologie, damit sie aus dem Home-Office ihrer Arbeit nachgehen können. Dadurch könne es zu mehr Fehlern kommen, teilte Facebook mit. Auch Twitter gab bekannt, von nun an stärker auf Künstliche Intelligenz zu setzen.

9:10 Uhr: VW will Produktion einstellen

Der VW-Konzern will die Produktion in zahlreichen Werken wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus vorübergehend aussetzen. An den allermeisten Standorten solle an diesem Freitag die letzte Schicht laufen, hiess es am Dienstag aus dem Betriebsrat in Wolfsburg.

9 Uhr: Israel setzt auf Überwachungstechnologie

Israel will im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus Überwachungstechnologie einsetzen. «Die Regierung hat Schin Bet autorisiert, seine hohen technologischen Fähigkeiten in den Dienst der nationalen Bemühungen um eine Eindämmung des Coronavirus zu stellen», teilte der Geheimdienst mit.

Nach Medienberichten geht es unter anderem darum, die Mobiltelefone von Kranken zu überwachen, um zu sehen, mit wem sie vor der Diagnose in Kontakt waren. Ausserdem solle überprüft werden, ob Infizierte gegen Heimquarantäne verstossen. Schin Bet sei autorisiert, rund um die Uhr den Aufenthaltsort jedes Handynutzers in Israel zu orten.

Die israelische Nachrichtenseite ynet berichtete: «Die Technologie ermöglicht es Schin Bet, alle Personen zu identifizieren, die sich auf der Bewegungsroute eines Kranken in seinem Ansteckungsradius befunden haben.» Sie könnten dann direkt über ihre Handys informiert und dazu aufgerufen werden, sich in Heimquarantäne zu begeben oder testen zu lassen.

08:40 Uhr: Wohl mehr als 1'000 Häftlinge getürmt

Aus vier brasilianischen Haftanstalten sind Hunderte Häftlinge ausgebrochen. Die Gefängnisbehörde des Bundesstaats São Paulo teilte am Montagabend mit, 174 seien bereits wieder gefangen worden. Medien hatten von möglicherweise mehr als 1'000 Geflohenen berichtet.

Die lokale Regierung hatte zuvor den Ausgang von etwa 34'000 Sträflingen im halboffenen Vollzug gestrichen, aus Sorge, sie könnten das neuartige Coronavirus in die Gefängnisse mitbringen. Berichten zufolge gab es auch Beschwerden über Besuchsbeschränkungen am Wochenende, die ebenfalls der Eindämmung des Virus dienen sollten.

Auf einem Video aus der Küstenstadt Mongaguá, das der Sender Globo ausstrahlte, waren Hunderte Männer zu sehen, die aus einem Gefängnis rannten, welches eine Kapazität von etwa 2'800 Häftlingen hat.

08:25 Uhr: Schwarzer Tag an der Wall Street

Die Angst vor den Folgen der Coronavirus-Krise hat den US-Aktienmärkten am Montag die schlimmsten Verluste seit dem «schwarzen Montag» im Jahr 1987 eingebrockt.

Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Verlust von fast 3'000 Punkten oder 12,93 Prozent bei 20'188,52 Zählern. Damit endete der US-Leitindex auf dem tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren.

Händler verwiesen auf zusätzlich belastende Aussagen von Donald Trump. Der US-Präsident sagte am Montag, die US-Wirtschaft könnte in eine Rezession schlittern.

08:15 Uhr: Handel könnte Milliarden verlieren

Für den Präsidenten der Zürcher City-Vereinigung ist die derzeitige Lage «fast wie im Krieg»: Sprüngli-Chef Milan Prenosil fordert deshalb Hilfe von den Behörden und warnt im «Tages-Anzeiger»: «Dieser Ernstfall wird uns Milliarden kosten im Kanton Zürich. Es wird massive Umsatzeinbussen und Konkurse geben.» Vor allem die Liquidität könnte bei kleineren Betrieben zum Problem werden.  

07:50 Uhr: Schweiz bei Intensivbetten nur Mittelmass

Das deutsche Magazin «Katapult» hat nachgezählt, welches Land wie viele Intensivbetten pro 100'000 Einwohner zur Verfügung stellt. Ganz vorne liegen ausgerechnet die USA mit 33,7 Betten vor Deutschland mit 29,2 und Taiwan mit 28,56. Es folgen Brasilien (25) und Luxemburg. Die Schweiz liegt mit elf Betten nur auf Platz 25 – Saudi-Arabien (22,8), Rumänien (21,4), Kazachstan (21,3), Oman (14,6) und Brunei (13,1) sind besser.

07:30 Uhr: Tom Hanks und Ehefrau aus Spital entlassen 

Tom Hanks (63) und Ehefrau Rita Wilson (63) befinden sich nach einer Behandlung wegen Covid-19 nun zu Hause in Selbstisolierung. Sie seien in ihrem Haus in Australien in Quarantäne, teilte eine Sprecherin des Schauspielers mit.

Zuvor hatten US-Medien berichtet, dass das Paar aus einem Spital im australischen Bundesstaat Queensland entlassen worden sei. Der Star aus Filmen wie «Philadelphia» und «Forrest Gump» hatte am Mittwoch auf Instagram und Twitter bekannt gegeben, dass er und Wilson mit dem neuartigen Coronavirus infiziert seien.

Er meldete sich mit Updates aus der Quarantäne, zuletzt am Sonntag, als er sich bei den Helfern in Australien bedankte. «Lasst uns um uns selbst und um andere kümmern», schrieb der Schauspieler. Hanks und der australische Regisseur Baz Luhrmann («Der große Gatsby», «Moulin Rouge») bereiten in Australien eine noch titellose Filmbiografie über die Rock'n'Roll-Legende Elvis Presley vor.

In dem Biopic vom Studio Warner Bros. soll Hanks den Manager des jungen Sängers spielen. Die Dreharbeiten wurden wegen der Coronavirus-Krise vorläufig eingestellt.

7 Uhr: Roche startet Auslieferung von Covid-19-Tests

Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat in den USA mit der Auslieferung von Covid-19-Tests begonnen. Die Lieferung der ersten 400'000 Test-Kits sei bereits am vergangenen Freitag gestartet. Sie gehen an ein landesweites Netzwerk aus Krankenhäusern und Laboren, wie es in einer Mitteilung hiess. Der Cobas SARS-CoV-2 Test für die Krankheit Covid-19 wurde in der vergangenen Woche von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassen. Das Unternehmen plant ein Liefervolumen von 400'000 pro Woche.

06:24 Uhr: McDonald's und Starbucks nur noch Take-away

In den USA stellen McDonald's und Starbucks ihre Filialen auf Take-away und Lieferdienste um. Die Gastronomiebereiche werden geschlossen. Die weltgrösste Burger-Kette erklärte, sie werde auch Selbstbedienungs-Getränkebars und -Kioske sowie die Kinderbereiche und Spielplätze in den firmeneigenen Restaurants schliessen. Starbucks wird neben der Umstellung auf «To Go»-Filialen in Gegenden mit einer hohen Anzahl von Coronavirus-Fällen sowie in Einkaufszentren und in Universitäten für mindestens zwei Wochen schliessen.

04:50 Uhr: US-Bundesstaat Ohio verschiebt Vorwahlen

Der US-Bundesstaat Ohio verschiebt die für den heutigen Dienstag anstehenden Wahlen zur US-Präsidentschaftskandidatur. Der Entscheid sei unter Berufung auf einen Gesundheitsnotstand, der durch die Bedrohung durch das Coronavirus verursacht wurde, gefallen.

03:38 Uhr: Erneut 13 Tote und 21 Infektionen in China

In China sind erneut 13 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 verstorben. Auf die zentrale Provinz Hubei entfallen dabei 12 Todesfälle, 11 allein auf die Provinzhauptstadt Wuhan. Zudem wurden 21 neue Infektionen nachgewiesen. Laut Behördenangaben handelte es sich bei 20 Erkrankungen um «importierte Fälle», die bei Menschen während der Einreise nach China festgestellt wurden.

03:13 Uhr: Uno-Sicherheitsrat sagt Sitzungen ab

Der Uno-Sicherheitsrat hat angesichts der Ausbreitung des Coronavirus alle seine für diese Woche geplanten Sitzungen abgesagt. Das Funktionieren des Gremiums sei aber weiterhin garantiert. Nachdem in der vergangenen Woche bereits die für heute Dienstag geplanten Treffen des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen gestrichen worden waren, gab die amtierende chinesische Ratspräsidentschaft nun auch den Entfall aller übrigen Sitzungen der Woche bekannt.

02:03 Uhr: Japan für «umfassende» Olympische Spiele

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat bekannt gegeben, dass sich die Gruppe der sieben Staats- und Regierungschefs G7 bereiterklärt habe, «umfassende» Olympischen Spiele zu unterstützen. Offenbar gehen die Meinungen dabei allerdings auseinander.

01:33 Uhr: Unia warnt vor unfairer Behandlung der Arbeiter

Die Gewerkschaft Unia warnt davor, die Kosten zur Eindämmung der Coronavirus-Krise auf die Arbeitnehmerschaft zu übertragen. Kündigungen, Lohnkürzungen oder Zwangsferien seien unzulässig.

Falls Eltern aufgrund einer behördlichen Massnahme ihre Arbeitsleistung nicht erbringen könnten, so sei der Arbeitslohn gemäss dem Obligationenrecht (OR) dennoch geschuldet. Mit der Betreuung von Kindern, ohne dass diese krank seien, erfüllten Eltern lediglich ihre gesetzliche Pflicht.

00:01 Uhr: In der Schweiz tritt der Notstand in Kraft

Sämtliche Geschäfte und Lokale müssen seit Mitternacht geschlossen bleiben. Ausgenommen sind nur Lebensmittelgeschäfte sowie Gesundheitseinrichtungen. Zudem traten weitere verschärfte Massnahmen des Bundesrats gegen die Coronavirus-Epidemie in Kraft. So sind seit Mitternacht auch alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen verboten.

An den Grenzen zu Deutschland, Österreich und Frankreich wird zudem seit Mitternacht kontrolliert, und es werden Einreiseverbote mit Ausnahmen eingeführt. Die Einreise aus den vier grossen Nachbarländern ist nunmehr nur noch Schweizer Bürgerinnen und Bürgern, Personen mit einem Aufenthaltstitel in der Schweiz sowie Personen, die aus beruflichen Gründen in die Schweiz reisen müssen, erlaubt. Auch der Transit- und der Warenverkehr sind weiter erlaubt.

23:40 Uhr: Vereidigung der Schweizergarde verschoben

Die Päpstliche Schweizergarde reagiert auf die Ausbreitung des Coronavirus und verschiebt ihre diesjährige Vereidigung auf den Herbst. (Archivbild)
Keystone

Die Vereidigung der Päpstlichen Schweizergarde 2020 ist wegen der Pandemie des Coronavirus auf Herbst verschoben worden. Die traditionsgemäss für den 6. Mai vorgesehene Vereidigung soll auf Sonntag, 4. Oktober 2020, verschoben werden.

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