«Im Wallis spielen alle zusammen Golf»Anwälte wollen Bar-Betreiber in Untersuchungshaft sehen
Sven Ziegler
8.1.2026
Brandschutzexperte: «Das hätte nicht passieren dürfen»
Nach dem verheerenden Brand von Crans-Montana nimmt ein Brandschutzexperte Stellung. Er sagt, dass sich das Inferno hätte verhindern lassen.
02.01.2026
Eine Woche nach der tödlichen Brandkatastrophe in Crans-Montana verschärfen Anwälte von Opferfamilien ihre Forderungen. Jetzt verlangen sie Untersuchungshaft für die Betreiber der Bar «Le Constellation».
Eine Woche nach dem Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana, bei dem 40 Menschen ums Leben kamen und über 100 verletzt wurden, rücken die strafrechtlichen Ermittlungen zunehmend ins Zentrum der Kritik. Wie der französische Nachrichtensender BFMTV berichtet, fordert Jean-Luc Addor, Anwalt der Eltern eines Opfers, die Untersuchungshaft für die Betreiber des Lokals.
Addor erklärte auf BFMTV, man müsse «alle Mittel einsetzen, um so wenig Platz wie möglich für Zweifel an der Unparteilichkeit der Untersuchung zu lassen». Die Ermittlungen müssten «glaubwürdig und mit allen gesetzlich vorgesehenen Instrumenten» geführt werden – ausdrücklich schliesse dies auch Untersuchungshaft ein.
Sebastien Fanti ist einer der Anwälte, der die Opfer vertritt.
AFP
In einem Schreiben an die zuständige Staatsanwältin verlangt Addor laut BFMTV zudem, der Gemeinde Crans-Montana den Status als Nebenklägerin zu verweigern. Aus seiner Sicht könne dies sonst die Wahrnehmung der Ermittlungen beeinträchtigen. Die Gemeinde hat sich dazu bislang nicht öffentlich geäussert.
Auch Genfer Anwalt verlangt Festnahme
Auch der Genfer Anwalt Sébastien Fanti, der mehrere Opferfamilien vertritt, erhöht den Druck. In einem Interview mit« Le Parisien »kündigte er an: «Ich werde die Festnahme der Betreiber verlangen.» Fanti kritisierte zudem den bisherigen Gang der Ermittlungen und monierte, dass eine Woche nach dem Brand noch keine Hausdurchsuchungen erfolgt seien.
Gegenüber «Le Parisien» sagte er, dies werde «offensichtlich nicht geschehen, da hier alle zusammen Golf spielen», es gebe im Wallis eine grosse Inkonsequenz, weil alle Personen einander kennen würden.
Gegen die Betreiber der Bar läuft eine Untersuchung wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässigem Verursachen einer Feuersbrunst. Bis zu einem rechtskräftigen Entscheid gilt die Unschuldsvermutung.
Stille nach der Katastrophe: Tränen, Blumen und Schock – Crans-Montana gedenkt der Opfer
Nach dem verheerenden Brand in der Neujahrsnacht ist die Betroffenheit in Crans-Montana gross. Rund 400 Personen nahmen am Donnerstagabend an einem Gottesdienst teil. Am Unglücksort erinnern Blumen und Kerzen an die Opfer der Tragödie.