Pressekonferenz der Gemeinde «Wir rufen einige Wochen vor der Kontrolle an»

Sven Ziegler

6.1.2026

Der Gemeinderat von Crans-Montana hat am Dienstag sofortige Massnahmen ergriffen, um den Brandschutz zu verbessern.
Der Gemeinderat von Crans-Montana hat am Dienstag sofortige Massnahmen ergriffen, um den Brandschutz zu verbessern.
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Nach dem tödlichen Brand in der Bar «Le Constellation» mit 40 Todesopfern will sich am Dienstagmorgen erstmals die Gemeinde Crans-Montana offiziell äussern. Im Zentrum stehen Fragen zu Bewilligungen, Kontrollen und zur Rolle der Behörden. Doch es gibt Widerstand.

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Nicolas Barman, Noemi Hüsser

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die Gemeinde Crans-Montana äussert sich erstmals öffentlich zum Brand in der Bar «Le Constellation».
  • Im Fokus stehen Bewilligungen, Kontrollen und die kommunale Verantwortung im Bereich Brandschutz.
  • Die Stellungnahme erfolgt vor dem Hintergrund laufender Strafverfahren und hoher Erwartungen der Öffentlichkeit.
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  • 10.58 Uhr

    Die Medienkonferenz ist beendet

  • 10.56 Uhr

    «Ich werde diese Last für immer mit mir tragen»

    Féraud wird auf seine persönliche Gefühlslage angesprochen. «Diese Katastrophe war sehr, sehr schwer», sagt er. «Ich werde diese Last für immer mit mir tragen, mein ganzes Leben.»

  • 10.54 Uhr

    War es ein Fehler, die Schalldämmung nicht zu überprüfen?

    «Wenn man es weiss, ist es ein Fehler», sagt Féraud. Aber wenn man nichts davon wisse, sei es schwieriger.

  • 10.51 Uhr

    «Wir rufen einige Wochen vorher an»

    Ein Journalist will wissen, ob sich die Angestellten vor den Kontrollen ankündigen. «Wir rufen einige Wochen vorher an», sagt der Gemeindepräsident. 

  • 10.51 Uhr

    «Wir waren nicht überfordert»

    Neben den Barkontrollen würden die Inspektor*innen auch andere öffentliche Orte kontrollieren, wie Kliniken oder Hotels, das dauere deutlich länger. Man sei damit aber nicht überfordert. Das Problem bestehe darin, dass man nichts von den Sicherheitslücken in der Bar Le Constellation gewusst hätte.

  • 10.46 Uhr

    Gemeindepräsident will nicht zurücktreten

    Für den Gemeindepräsidenten und den Gemeinderat komme es nicht infrage, jetzt zurückzutreten. «Man verlässt das sinkende Schiff nicht», so Féraud.

  • 10.45 Uhr

    «Der Botschafter kann sagen, was er sagen möchte»

    Angesprochen auf eine Aussage des italienischen Botschafters, dass es «eine unausweichliche Katastrophe gewesen», die aus «Fahrlässigkeit und Nachlässigkeit» passiert sei und ob er sich heute entschuldigen wolle, antwortet Féraud: «Der Botschafter kann sagen, was er sagen möchte.» Man habe schon mehrmals gesagt, dass man über die Katastrophe sehr traurig sei. Eine Entschuldigung bleibt aus. 

  • 10.41 Uhr

    Vor ein paar Tagen sprach Féraud noch von «keinen laschen Kontrollen»

    Vor ein paar Tagen sagte der Gemeindepräsident noch, dass es keine laschen Kontrollen gegeben habe. Zu dieser Aussage stehe Féraud heute nicht mehr. «Da wussten wir noch nicht, was wir jetzt wissen», so Féraud.

  • 10.39 Uhr

    «Haben kein Auge zugedrückt»

    «Wir haben kein Auge zugedrückt», sagt der Gemeindepräsident. «Uns wäre es auch lieber gewesen, wir hätten Meldungen erhalten. Dann hätten wir natürlich sofort eingegriffen.»

  • 10.35 Uhr

    Gemeinde sieht sich als Opfer

    Die Gemeinde tritt im Strafverfahren als Nebenklägerin auf. «Wir betrachten uns als Opfer dieses Dramas, wir sind stark geschädigt», sagt Féraud und ergänzt dann: «Wir sind am Meisten geschädigt, vor allen anderen.» Indem man sich als Zivilklägerin beteilige, wolle man Zugang zu relevanten Dokumenten erhalten.

  • 10.32 Uhr

    Externe Firma kontrolliert – Gemeinde will Namen nicht verraten

    Die Gemeinde will jetzt eine externe Firma einsetzen, um die Brandschutzvorschriften aller Betriebe zu kontrollieren. «Sie stammt aus dem Wallis», sagt der Gemeindepräsident. Den Namen der Firma will er auf Anfrage nicht bekanntgeben.

  • 10.27 Uhr

    Warum wurden seit 2019 keine Kontrollen mehr durchgeführt?

    Die Bar Le Constellation wurde zuletzt 2019 geprüft. Warum seither keine Kontrollen stattgefunden haben, wisse man zurzeit noch nicht. «Wir bedauern dies zutiefst und haben heute noch keine Antwort», sagt Féraud. 

  • 10.22 Uhr

    Ist die Bar der Gemeinde bereits zuvor aufgefallen?

    Niemand in der Gemeindeverwaltung habe davon gewusst, dass in der Bar Wunderkerzen in Nähe der Schallschutzmatten gezündet wurden. Er spricht damit ein Video an, das von RTS öffentlich gemacht wurde, in dem ein Mitarbeiter vor Brandgefahr warnt. «Der Barbetreiber war extrem fahrlässig», sagt Féraud, «aber niemand von uns in der Gemeinde hatte eine Ahnung, was sich in dieser Bar abspielte.»

  • 10.19 Uhr

    Fragerunde

    Der Gemeindepräsident schliesst seine Ansprache. Man vertraue der Justiz und übernehme volle Verantwortung. Jetzt dürfen Medienschaffende Fragen stellen.

  • 10.17 Uhr

    Verbot von Feuerwerkskörpern

    Die Tragödie habe bei den Bewohner*innen für grosse Unsicherheit gesorgt, sagt Féraud. Man werde ein externes Büro beauftragen, um sämtliche öffentliche Betriebe zu kontrollieren. Die Gemeinde werde darauf bestehen, dass man alle verwendeten Materialien kontrolliere, auch wenn das gesetzlich nicht nötig sei. Zudem werde ein Verbot von Feuerwerkskörpern in geschlossenen Räumen erlassen.

  • 10.13 Uhr

    Baubewilligung für Umbau 2015

    2015 habe der Besitzer der Bar Le Constellation einen Umbau beantragt, erklärt Féraud. Die Baubewilligung sei damals mit konkreten Anforderungen für den Brandschutz erteilt worden. Für die Innenarbeiten sei kein Gesuch eingereicht worden, dafür müsse auch keine Baubewilligung beantragt werden.

  • 10.13 Uhr

    «Im Gesetz steht nicht, dass wir auch Decken kontrollieren müssen»

    Der Gemeindepräsident erklärt, was genau gemäss Gesetz zur Kontrolle der Brandschutzeinrichtungen gehört. Dazu gehöre etwa, dass die Notausgänge freigehalten werden und wo brennbare Materialien gelagert werden  «Im Gesetz steht aber nicht, dass wir auch Decken kontrollieren müssen», sagt der Gemeindepräsident.

  • 10.05 Uhr

    «Wir sind immer noch zutiefst schockiert»

    «Wir sind immer noch zutiefst schockiert», sagt Gemeindepräsident Féraud über die Brandkatastrophe. Seit dem 1. Januar sei man in ständigem Kontakt mit den Angehörigen der Opfer. In den vergangenen Tagen habe man zudem zahlreiche Dokumente gesichtet und der Staatsanwaltschaft übermittelt. Man wolle sich nicht in strafrechtliche Ermittlungen einmischen, aber transparent darüber informieren, was man in den Dokumenten gefunden habe. «Das sind wir den Opfern schuldig.»

  • 10.01 Uhr

    Die Medienkonferenz beginnt

    Die Medienkonferenz der Gemeinde Crans-Montana beginnt. Es informieren der Gemeindepräsident Nicolas Féraud und drei weitere Gemeinderäte: François Berclaz, Gemeinderat für Bau- und Raumplanung; Nicole Bonvin-Clivaz, Vize-Gemeindepräsidentin; und Patrik Clivaz, Gemeinderat für öffentliche Sicherheit.

  • 09.42 Uhr

    Crans-Montana räumt Versäumnis nach Bar-Brand ein

    Nach dem verheerenden Brand in der Bar Le Constellation hat die Gemeinde Crans-Montana am Dienstag ein behördliches Versäumnis eingeräumt. Zwischen 2020 und 2025 seien keine regulären Brandschutzkontrollen im Lokal erfolgt, teilte der Gemeinderat mit. Das Gremium bedauere diesen Fehler «zutiefst» und wolle nun Verantwortung übernehmen.

    Zugleich kündigte die Gemeinde mehrere Sofortmassnahmen an. Ein externes Fachbüro soll alle öffentlichen Betriebe der Gemeinde umgehend auf Brandschutz und Materialqualität prüfen. Zudem gilt ab sofort ein Verbot von pyrotechnischen Geräten in allen geschlossenen Räumen des Gemeindegebiets.

    Die Analyse von rund 60 Jahren Archivunterlagen ergab, dass das Constellation zuletzt 2019 kontrolliert wurde. Frühere Berichte legten eine maximale Besucherzahl von 100 Personen pro Stockwerk fest.

    Die Gemeinde versicherte, den Opfern und Angehörigen des Unglücks weiterhin beizustehen. Man wolle alles unternehmen, um eine Wiederholung einer solchen Tragödie zu verhindern.

  • Pressekonferenz beginnt um 10 Uhr

    Die Verantwortlichen der Gemeinde treten um 10 Uhr vor die Medien. blue News überträgt die Medienkonferenz live im Ticker und Stream. 

Nach dem verheerenden Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana tritt die Gemeinde am Dienstagmorgen erstmals vor die Medien. Bei dem Feuer in der Neujahrsnacht kamen 40 Menschen ums Leben, rund die Hälfte von ihnen war minderjährig. Die Pressekonferenz findet in einer Phase statt, in der die strafrechtlichen Ermittlungen der Walliser Staatsanwaltschaft auf Hochtouren laufen und die Diskussion um mögliche Verantwortlichkeiten zunehmend an Schärfe gewinnt.

Gemeindepräsident Nicolas Féraud will sich heute an einer Pressekonferenz äussern.
Gemeindepräsident Nicolas Féraud will sich heute an einer Pressekonferenz äussern.
KEYSTONE

Geleitet wird die Medienkonferenz voraussichtlich vom Gemeindepräsidenten Nicolas Féraud. Die Behörden wollen darlegen, welche Rolle die Gemeinde aus ihrer Sicht im Zusammenhang mit dem Betrieb des Lokals hatte. Dabei geht es insbesondere um die erteilten Bewilligungen, um Kontrollen in den vergangenen Jahren sowie um die rechtlichen Zuständigkeiten der Gemeinde bei öffentlich zugänglichen Betrieben.

Im Fokus dürften auch Fragen zur Brandsicherheit stehen. Erwartet wird eine Einordnung dazu, in welchem Rahmen die Gemeinde bauliche Aspekte überprüfte, welche Kontrollen durchgeführt wurden und wie Fluchtwege sowie Notausgänge beurteilt wurden. Ebenso dürfte thematisiert werden, ob und in welchem Umfang die Gemeinde für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben – etwa beim Zutritt Minderjähriger – zuständig war oder ob diese Verantwortung allein bei den Betreibern lag.

Anwalt will Pressekonferenz verbieten

Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt dem Entscheid der Gemeinde, sich im Strafverfahren gegen die Betreiber der Bar als Zivilpartei zu konstituieren. Das wirft juristische Fragen auf, da Gemeinden in solchen Fällen nicht automatisch als Geschädigte gelten. Die Behörden werden erklären müssen, weshalb sie diesen Weg wählen und welches rechtliche Interesse sie damit verfolgen.

Zusätzliche Brisanz erhält die Pressekonferenz durch rechtliche Schritte von Angehörigen eines Opfers. Wie« Le Temps» berichtet, fordern die Eltern eines Brandopfers ein Verbot der geplanten Medienkonferenz. Demnach will Jean-Luc Addor, der die Eltern eines Opfers als Anwalt vertritt, bei der Staatsanwaltschaft beantragen, die Veranstaltung zu untersagen.

Addor begründet dies damit, dass es aus seiner Sicht unzulässig sei, wenn sich eine öffentliche Behörde, die möglicherweise selbst für Mängel verantwortlich gemacht werden könnte, ausserhalb eines laufenden Verfahrens öffentlich äussere. Dies könne die Rechte der Verfahrensbeteiligten verletzen, so der Anwalt laut dem Bericht.

Sensibles Umfeld

Auch die Zusammenarbeit mit der Justiz dürfte Thema sein. Die Gemeinde hatte angekündigt, der Staatsanwaltschaft umfangreiche Akten aus mehreren Jahrzehnten übermittelt zu haben. Dazu werden Erläuterungen erwartet, insbesondere zur Frage, weshalb dies ohne formelle richterliche Anordnung erfolgte.

Mit der Stellungnahme will die Gemeinde nach eigenen Angaben zur Klärung beitragen. Gleichzeitig bewegt sie sich in einem sensiblen Umfeld: Die Erwartungen der Angehörigen der Opfer und der Öffentlichkeit sind hoch, während die Ermittlungen noch andauern. 

Die Pressekonferenz beginnt um 10 Uhr. blue News berichtet live aus Crans-Montana.

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