EU-Schutzausrüstung für die Schweiz – 600 Tote in Italien an einem Tag

Agenturen/red

20.3.2020

Die Medienkonferenz des Bundesrats im Livestream.

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Der Bundesrat verspricht weitere 32 Milliarden Franken für die Wirtschaft. Ausserdem setzt die EU die Regeln für die Haushaltsdefizite aus, und Italien meldet 600 Corona-Tote in 24 Stunden. Das Wichtigste zur Corona-Krise vom Freitag in der Zusammenfassung.

Mit drastischen Worten haben sich am Freitag Angehörige des Bundesrats auf einer Pressekonferenz zur Corona-Krise geäussert. Alain Berset kündigte «drastische Massnahmen» an und nahm jeden einzelnen Schweizer in die Pflicht. »Bleiben Sie wenn immer möglich zuhause und gehen Sie nur in dringenden Fällen nach draussen», rief Berset auf. Bei Missachtung der Vorschriften würden Bussgelder drohen. Wirtschaftsminister Guy Parmelin kündigte dagegen weitere Wirtschaftshilfen in Höhe von 32 Milliarden Franken an.

Die Zahl der Schweizer Infizierten stieg an nur einem Tag um 952 Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bestätigte. Ausserdem starben alleine im Tessin sieben weitere Menschen am Coronavirus. Weltweit stieg die Opferzahl nach aktuellen Erhebungen der Johns Hopkins University (Maryland) auf 10'000. Weiterhin hoch problematisch bleibt die Lage in Italien, wo innerhalb von 24 Stunden 600 Corona-Tote vermeldet wurden.



Die EU-Kommission kündigte derweil die Aussetzung der Defizitregeln an – erstmalig in der Geschichte. «Der Schritt bedeutet, dass nationale Regierungen so viel Liquidität wie nötig in die Wirtschaft pumpen können», erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die Prognose für die wirtschaftliche Lage stimmte derweil nicht gerade optimistisch. Man erwarte ein schlimme Rezession, die sich auf dem Niveau der Weltwirtschaftkrise 2009 einpendeln könnte, hiess es.

Auch in den USA grassiert das Coronavirus mittlerweile grossflächig. US-Präsident Donald Trump erwägt allerdings noch keine landesweite Ausgangssperre wegen der Pandemie. «Ich denke nicht, dass wir das jemals für notwendig halten werden», sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus.



Abgesehen davon stellte er weitere Hilfszahlungen für Amerikaner in Aussicht. Der US-Wirtschaft versprach Trump eine Billion Dollar und kündigte an: «Wir werden stärker, besser und grösser daraus hervorgehen – in jeder Hinsicht.» Die Wirtschaft werde «wie eine Rakete abgehen», so der US-Präsident.

Weniger optimistisch gab sich WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan, der am Freitag in Genf Engpässe bei Schutzmaterialien einräumte: «Wir haben grosse Probleme mit dem Nachschub. Aber wir brauchen auch Luftbrücken, um Material in die Länder zu bringen, die es brauchen.» Die Schweiz kann dagegen einen neuen Versorgungsweg in Anspruch nehmen. EU-Exporte von Virus-Schutzausrüstung sind nämlich ab sofort ohne weitere Genehmigung erlaubt. Wie die Europäische Kommission mitteilte, hat sie am Vortag eine entsprechende Anleitung zur Ausfuhr von persönlicher Schutzausrüstung im Zuge der Covid-19-Epidemie herausgegeben.

Die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick

20:50 Uhr: Brasilien ruft den Notstand aus

Brasilien hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand erklärt. Nach der Abgeordnetenkammer verabschiedete am Freitag auch der Senat den entsprechenden Entwurf eines Gesetzesdekrets. Damit werden Finanzmittel zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie frei. Unter anderem ist geplant, Freiberufler und Tagelöhner mit monatlich 200 Reais (35 Euro) unterstützen. Sie leiden besonders unter den Folgen der Coronavirus-Krise.

Die Abstimmung fand erstmals per Videokonferenz statt. Der Präsident des Senats, Davi Alcolumbre, und der Senator Nelsinho Trad sind bereits mit dem Coronavirus infiziert. Trad gehörte zu der brasilianischen Delegation, die mit Präsident Jair Bolsonaro zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump nach Florida gereist war. Mindestens 22 Mitglieder der Delegation wurden inzwischen positiv auf das Virus getestet. Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Brasilien lag zuletzt bei mehr als 600, sieben Menschen sind gestorben.

20:36 Uhr: EU-Kommission befürchtet schlimme Rezession

Die erwartete Rezession infolge der Coronavirus-Krise könnte für die Europäische Union nach Einschätzung der EU-Kommission deutlich heftiger ausfallen als zunächst gedacht. Der Rückgang der Wirtschaftsleistung könnte 2020 vergleichbar mit dem Abschwung im Jahr der Wirtschaftskrise 2009 sein, teilte die EU-Kommission am Freitagabend mit. Damals war die Wirtschaft in der EU um 4,3 Prozent geschrumpft und in der Eurozone um 4,5 Prozent.

Noch vor einer Woche war die Brüsseler Behörde von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,0 Prozent ausgegangen. Seitdem hätten die Entwicklungen nahegelegt, dass ein negatives Szenario mit grösseren Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie wahrscheinlich ist, heisst es nun.

Angesichts dieser Aussicht hatte die EU-Kommission am Freitag bereits vorgeschlagen, die Haushaltsregeln zu lockern. Dadurch dürften nationale Regierungen unbegrenzt in die Wirtschaft investieren, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

20:05 Uhr: Polen ruft Epidemie-Zustand aus

Angesichts einer steigenden Zahl von Covid-19-Erkrankungen hat Polen den Epidemie-Zustand ausgerufen. Dies bedeute, dass das Gesundheitsministerium und die Chefs der Regionalverwaltung medizinischem Personal und anderen Personen Aufgaben im Kampf gegen die Ausbreitung der Lungenkrankheit zuweisen könnten, sagte Gesundheitsminister Lukasz Szumowski am Freitag in Warschau. Ausserdem werde die Strafe für die Nichteinhaltung einer Quarantäne von bislang umgerechnet rund 1'130 Euro auf nunmehr 6'800 Euro erhöht. Die Schliessung von Kindergärten, Schulen und Universitäten wurde bis Ostern verlängert.

19:45 Uhr: US-Präsident Trump verbreitet Optimismus

Trotz eines rapiden Anstiegs von Covid-19-Erkrankungen in den USA ist Präsident Donald Trump zuversichtlich, dass die Vereinigten Staaten gestärkt aus der Krise hervorgehen werden. «Wir werden stärker, besser und grösser daraus hervorgehen – in jeder Hinsicht», sagte Trump am Freitag im Weissen Haus. Zudem gebe es infolge von Erkrankungen weniger Tote als befürchtet, sagte Trump.

Die US-Wirtschaft wird laut Donald Trump nach der Corona-Krise erblühen.
Bild: Keystone

Nach dem Sieg über das Virus werde die US-Wirtschaft wieder «wie eine Rakete» abgehen, sagte Trump, der sich im November um eine Wiederwahl bemüht. «Ich glaube wirklich, wir werden stärker sein als je zuvor.» Trump versprach zudem Konjunkturprogramme, um die wirtschaftlichen Verwerfungen infolge der Epidemie zu stemmen.

19:25 Uhr: WHO will bei WhatsApp über Coronavirus informieren

Die Weltgesundheitsorganisation WHO will auch den Chatdienst WhatsApp nutzen, um Zugang zu Informationen über das neuartige Coronavirus zu ermöglichen. In dem Messenger soll es unter anderem aktuelle Nachrichten, Hinweise zu Symptomen und Schutzmassnahmen sowie Lageberichte geben, wie die WHO und die WhatsApp-Mutter Facebook am Freitag mitteilten. Den Service soll man über einen Link erreichen, der einen WhatsApp-Chat öffnet.

Derweil räumte WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Freitag in Genf Engpässe bei Schutzmaterialien ein: «Wir haben grosse Probleme mit dem Nachschub. Aber wir brauchen auch Luftbrücken, um Material in die Länder zu bringen, die es brauchen.» Das neue Virus Sars-CoV-2 kann die lebensgefährliche Lungenkrankheit Covid-19 auslösen.

Laut WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan werden Schutzmaterialien im Kampf gegen das Coronavirus knapp.
Bild: Keystone

Die WHO habe 1,5 Millionen Tests an bedürftige Mitgliedsländer verschickt. Der Bedarf in wenigen Wochen liege aber bei 80 bis 100 Mal dieser Menge, sagte Ryan. Nur, wenn sämtliche Verdachtsfälle getestet würden, könne man das Virus eindämmen.

Die WHO schätzt, dass weltweit 26 Millionen Ärztinnen und Ärzte und Pflegekräfte irgendwann mit einem Covid-19-Patienten in Kontakt kommen. Für alle müssten unbedingt Masken, Handschuhe und Schutzanzüge zur Verfügung stehen. «Für mich wäre es die grösste Tragödie, wenn wir Teile unseres medizinischen Personals verlieren», sagte Ryan. «Wir müssen sicherstellen, dass die Tapfersten den bestmöglichen Schutz erhalten.»

18:57 Uhr: Trump verspricht Bürgern weitere Hilfszahlungen

US-Präsident Donald Trump hat den Amerikanern weitere direkte Hilfszahlungen in Aussicht gestellt, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie zu stemmen. Sollte der erste Scheck von rund 1'000 US-Dollar für jeden US-Steuerzahler nicht ausreichen, werde es weitere Runden geben, versprach Trump am Freitag im Weissen Haus. «Wir sprechen über viel mehr als das», sagte er vor Journalisten.

Die Republikaner im US-Senat wollen den meisten Steuerzahlern im Rahmen eines Konjunkturpakets 1'200 US-Dollar Soforthilfe zukommen lassen, pro Kind soll es zusätzlich noch 500 US-Dollar geben. Trump sagte mit Blick auf die Pläne, deren Einzelheiten derzeit noch zwischen Republikanern und Demokraten ausgehandelt werden: «Wenn das nicht funktioniert, dann machen wir später mehr.»

Einer Vorlage des Finanzministeriums zufolge will die Regierung mit dem Konjunkturpaket rund eine Billion Dollar (900 Milliarden Euro) in die Wirtschaft pumpen. Das genaue Ausmass der wirtschaftlichen Verwerfungen der Coronavirus-Pandemie sind noch nicht absehbar, manche Analysten rechnen inzwischen aber mit einer Rezession. Trump, der sich im November um eine Wiederwahl bemüht, erklärte hingegen, nach dem Sieg über das Virus werde die US-Wirtschaft wieder «wie eine Rakete» abgehen.

Auch die Regierung von Grossbritannien kündigte finanzielle Hilfen an. Demnach sollen Gehaltszahlungen für in Bedrängnis geratene Unternehmen und Vereine übernommen werden. Arbeitgeber jeder Art und jeder Grösse könnten dafür Beihilfen aus einem unbeschränkten Fonds beantragen, sagte Finanzminister Rishi Sunak bei einer Pressekonferenz mit Premierminister Boris Johnson. Gezahlt werden bis zu 80 Prozent von Gehältern und maximal 2'500 Pfund im Monat pro Angestellten, der nicht seiner Arbeit nachgehen könne.

18:29 Uhr: EU lässt Export von Schutzausrüstung in die Schweiz zu

EU-Exporte von Virus-Schutzausrüstung in die Schweiz sind neuen Vorgaben der Europäischen Kommission zufolge ohne weitere Genehmigung erlaubt. Wie die Brüsseler Behörde am Freitag mitteilte, hat sie am Vortag eine entsprechende Anleitung zur Ausfuhr von persönlicher Schutzausrüstung im Zuge der Covid-19-Epidemie herausgegeben. Normalerweise ist für Exporte dieser Güter in Nicht-EU-Länder wegen der Krise eine Erlaubnis erforderlich.

Wegen der besonderen Produktions- und Lieferketten mit bestimmten Ländern habe die Kommission jedoch Ausnahmen insbesondere für die EFTA-Länder festgelegt. Keine Genehmigung sei deshalb vom 21. März an mehr nötig für Ausfuhren entsprechenden Materials nach Norwegen, Island, Liechtenstein und in die Schweiz sowie die Färöer-Inseln, nach San Marino, Andorra und in den Vatikan. Gleiches gelte für assoziierte Länder und Territorien mit besonderen Beziehungen zu Dänemark, Frankreich, den Niederlanden und Grossbritannien.

Die EU hat die Ausfuhr von Schutzausrüstung in die Schweiz erlaubt. (Symbolbild)
Bild: Keystone

Die vorübergehende Genehmigungspflicht sollte verhindern, dass in der Krise wichtiges medizinisches Material die EU verlässt. In der Schweiz war in den vergangenen Wochen Unmut entstanden, weil eine Lieferung von Schutzmasken nach ihrer Ankunft im Hamburger Hafen nicht unverzüglich weitertransportiert wurde.

18:24 Uhr: 600 Tote in Italien an einem Tag

In Italien haben die Behörden in nur einem Tag rund 600 neue Corona-Tote registriert. Damit stieg die Zahl der Todesopfer der Virus-Pandemie auf 4'032. Das teilte der Zivilschutz in Rom am Freitag mit. In dem Land gibt es inzwischen 47'021 nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Menschen. Damit kamen im Vergleich zum Vortag erneut Tausende Infektionen hinzu. Ausserdem dürfte die Dunkelziffer nicht erfasster Menschen, die den Sars-CoV-2-Erreger in sich tragen, Experten zufolge hoch sein. Am schlimmsten von der Covid-19-Welle getroffen ist weiter der Norden, besonders die Lombardei. Dort war der Ausbruch vor einem Monat, am 20./21. Februar bemerkt worden.

Italien hatte am Donnerstag insgesamt mehr Todesfälle als China gemeldet und ist damit das Land mit den meisten offiziell gemeldeten Toten wegen des Coronavirus auf der Welt. Es wird erwartet, dass die Regierung in Kürze die Ausgangssperre verschärft.

18:22 Uhr: Trump hält landesweite Ausgangssperre für nicht nötig

US-Präsident Donald Trump erwägt derzeit keine landesweite Ausgangssperre wegen der Coronavirus-Pandemie. «Ich denke nicht, dass wir das jemals für notwendig halten werden», sagte Trump am Freitag bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus. Es gebe zwar «Hotspots» wie die Bundesstaaten Kalifornien und New York; viele andere US-Regionen hätten aber nicht «das gleiche Problem».

Zuvor hatten die Bundesstaaten Kalifornien und New York im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie drastische Massnahmen verhängt, wenn auch keine vollständigen Ausgangssperren. In beiden Staaten müssen nicht notwendige Geschäfte geschlossen bleiben, ausgenommen sind beispielsweise Lebensmittelgeschäfte und Apotheken. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, möglichst wenig aus dem Haus zu gehen.

In den USA breitet sich das Coronavirus schnell aus. In dem Land gibt es bereits mehr als 14'600 bestätigte Infektionsfälle - rund die Hälfte davon im Bundesstaat New York - und mindestens 210 Todesfälle.

18:20 Uhr: Stadt Bern schliesst weitere Parkanlagen

Die Stadt Bern schliesst wegen der Corona-Pandemie weitere Parkanlagen. Dort war es in den vergangenen Nächten noch immer zu grösseren Menschenansammlungen gekommen, bei denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten wurde.

Darum schliesst die Berner Stadtregierung nun nach der Münsterplattform auch die Grosse und die Kleine Schanze, den Rosengarten und, in Absprache mit dem Bund, die Bundesterrasse.

Tagsüber würden die Distanzmassnahmen wie Abstand halten und nur in Kleinstgruppen unterwegs sein in den Parkanlagen von einer Mehrheit der Leute befolgt. Das schreibt der Gemeinderat in seiner Mitteilung. «Aber in den Nachtstunden halten uneinsichtige Personen die Abstandsregeln leider weiterhin nicht ein.»

Gerade bei dem aktuell herrschenden schönen Wetter und mit Blick auf das Wochenende sei die Gefahr sehr gross, dass sich grössere Gruppen von Menschen in den Parkanlagen aufhalten könnten.

17:56 Uhr: Brüssel kündigt Aussetzung der Defizitregeln an

Wegen der Corona-Krise will die EU-Kommission in einem nie dagewesenen Schritt die europäischen Regeln für Haushaltsdefizite der Mitgliedstaaten bis auf Weiteres aussetzen. Erstmalig aktiviere die Behörde «die allgemeine Ausweichklausel» im EU-Stabilitätspakt, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag. «Der Schritt bedeutet, dass nationale Regierungen so viel Liquidität wie nötig in die Wirtschaft pumpen können». Am Montag befassen sich Europas Finanzminister mit dem Schritt.

Die EU-Kommission um Präsidentin Ursula von der Leyen hat Historisches beschlossen.
Bild: Keystone

Die Corona-Krise habe «dramatische Folgen für unsere Wirtschaft», sagte von der Leyen. «Die allermeisten Branchen sind über kurz oder lang betroffen.» Die EU wolle deshalb «alles Notwendige tun», um Bürgern und Unternehmen beizustehen. «Um das zu ermöglichen, mildern wir vorübergehend die sonst sehr strengen Haushaltsregeln ab», sagte von der Leyen weiter. «Das wurde noch nie zuvor gemacht.»

17.05 Uhr: Bosch fährt Produktion in Deutschland weitgehend herunter

Der weltgrösste Autozulieferer Bosch fährt seine Produktion in Deutschland wegen der Coronavirus-Krise weitgehend herunter. Betroffen seien rund 35 Standorte der Mobilitätssparte sowie diverse Zentralbereiche, teilte der Konzern am Freitag mit.

Bosch reagiere damit auf die drastisch sinkende Fahrzeugnachfrage insbesondere in Europa und die damit verbundenen Produktionsstopps der Automobilhersteller.

16.41 Uhr: Bundesrat verabschiedet sich

Das war's. Die Medienkonferenz und die Fragerunde ist beendet.

16.38 Uhr: Maurer will Probleme «unverkrampft angehen»

Was, falls die 32 Milliarden Franken völlig ausgeschöpft werden? «Dann werden wir sicher nicht sagen: Ende der Fahnenstange», antwortet Finanzminister Maurer auf diese Journalistenfrage. Man werde in solch einem Fall auch weitere Hilfe leisten, damit die Wirtschaft funktioniere. «Wir sollten das etwas unverkrampft angehen: Wir lösen die Probleme von heute, und wenn morgen neue Probleme anstehen, dann lösen wir auch die», erklärt Maurer. Und schliesst auf Mundart: «Isch ja klar.»

Die Coronavirus-Krise: Eine Chronologie

16.35 Uhr: Ist jetzt alles gut mit dem fehlenden Material?

Berset: «Güter wie Schutzanzüge sind stark gesucht momentan – wir machen alles, was wir können. Seit langem, übrigens.» Man habe die Situation stark verbessern können, ergänzt Parmelin.

16.25 Uhr: Berset: «Solidarität ist nicht nur ein Wort für den 1. August»

Dürfen die Kantone auch Gruppen mit weniger als fünf Personen verbieten? Damit sei eine Grenze gezogen, sagt Berset. Und er erinnert daran, dass auch innerhalb einer Gruppe der Mindestabstand eingehalten werden solle. Es gehe jetzt, darum, Solidarität vorzuleben. Und: «Solidarität ist nicht nur ein Wort den 1. August.» Auf Französisch: «Un pour tous, tous pour un!»

16.20 Uhr: Polizeien verteilen die Bussen

Die kantonalen Polizeien seien zuständig, damit die Bussen auch gesprochen werden, sagt Berset. «Wir machen das mit den Leuten, nicht gegen sie», betont er. So sei die Schweizer Kultur.

16.15 Uhr: Berset gegen Befehl von oben

Man wolle keine Ausgangssperre von oben herab verordnen, sagt Berset. Seine Begründung: Das wäre äusserst unschweizerisch und die Bevölkerung müsse mit im Boot sein, wenn die Massnahmen auch Wirkung zeigen sollen.

16.12 Uhr: Muss sich der Bund jetzt verschulden, Herr Maurer?

Der Bund finanziere die zusätzlich gesprochenen Milliarden über den Ausgleichsfonds – der wird gespiesen aus ausserordentlichen Einnahmen wie etwa Bussen. Aber natürlich, das führe dann zu einer Verschuldung – «die müssen wir dann wieder abstottern in den nächsten Jahren», antwortet Maurer. «Ausser, Sie alle wollen plötzlich mehr Steuern zahlen», fügt er hinzu.



16.10 Uhr: «Die Zahlen stimmen», sagt Koch

Es ist nicht so, dass wir nicht à jour sind mit den Fällen, sagt jetzt BAG-Koch. Einiges, was geschrieben wurde, sei nicht wahr, kritisiert er jetzt die Medien. Die Zahlen würden stimmen. Bei den Arztmeldungen hinke der Bund allerdings hinterher, das stimme.

16.05 Uhr: Warum keine à fonds perdu-Beiträge, Herr Maurer?

A fonds perdu-Beiträge, wäre das nicht sinnvoll? «Wir sind uns bewusst, dass wir einige der Bürgschaften, die wir jetzt sprechen, dann werden abschreiben müssen», antwortet Maurer auf die Journalistenfrage. Die Wirtschaft brauche jetzt Geld. Man könne nicht alle Einzelfälle behandeln. Die Sofortmassnahme, die zähle jetzt – und die Banken seien bereit, so Maurer.

15.58 Uhr: Versammlungsverbot auch für Familien?

Gilt das Verbot von Ansammlungen über fünf Personen auch für Familien, will eine Journalistin wissen. Er könne sich nicht vorstellen, dass Familien deshalb aufgeteilt würden, so Berset. Es brauche da eine gewisse Verhältnismässigkeit. Er denke aber an Menschenansammlungen am See, im Park oder an ähnlichen Orten, die so zur Einhaltung des Mindestabstandes angehalten werden könnten.  

15.55 Uhr: Uri hat Bundesrat überrascht

Jetzt können die Journalisten Fragen stellen. Alain Berset lässt durchblicken, dass die vom Kanton Uri erlassene Ausgangssperre für über 65-Jährige für den Bundesrat überraschend gekommen sei. Nun müsse man prüfen, ob dieser Schritt «okay war oder nicht». 

15.53 Uhr: Hilfe innert 30 Minuten

Alles sei aufgegleist, damit jene Unternehmer, die dringend Geld bräuchten, ab nächster Woche unkompliziert und schnell bei ihrer normalen Hausbank zu Geld kämen, sagt Maurer. Er spricht hier von einer halben Stunde, die ein solches Gesuch dauern solle. Dadurch werde die Liquidität gewährleistet, die die Wirtschaft am Leben halte. 

15.50 Uhr: Bund bürgt für Bankenkredite

Nun hat Ueli Maurer das Wort. Könne sich die Schweiz Hilfszahlungen von 42 Milliarden Franken leisten? Ja, das könne sie, sagt der Finanzminister. Die Schweiz sei finanziell gut aufgestellt. Es gehe darum, die Wirtschaft mit Liquidität zu versorgen. Banken könnten wegen Problemen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen, Kredite von bis zu 500'000 Franken sprechen, für die der Bund bürge. Bei Beträgen über dieser Limite bürge die Bank mit 15 Prozent. Die Banken seien mit dieser Lösung einverstanden, so Maurer. 

15.45 Uhr: «Arbeiten Tag und Nacht»

«Der Bundesrat hat in den letzten Wochen von zahlreichen berührenden Schicksalen gehört und gelesen», sagt Parmelin zum Schluss. Und er betont: Man arbeite Tag und Nacht daran, Lösungen für die vielen Probleme zu finden. 

15.38 Uhr: Parlament wird eingebunden

Der nächste Schritt sei nun der Einbezug des Parlaments, so Parmelin. Die Finanzdelegation der Eidgenössischen Räte solle nächste Woche darüber befinden. Ziel sei es, die Beschäftigung zu erhalten, Löhne zu sichern und Selbständige aufzufangen.

15.35 Uhr: Parmelin: «Hilfe kommt!» – 32 Milliarden mehr

Nun spricht Wirtschaftsminister Guy Parmelin. Er bestätigt die Aufstockung der Bundeshilfe für die Wirtschaft: Weitere 32 Milliarden werden zur Verfügung gestellt, zusätzlich zu den bereits davor gesprochenen zehn Milliarden. 



Mit den aufgestockten Mitteln solle etwa auch gewährleistet werden, dass Lehrlinge ihre Stelle behalten können. Und auch jene Erwerbstätigen, die von der Kurzarbeitsentschädigung bisher nicht profitieren können –  etwa Personen, die befristet oder temporär angestellt sind, Selbstständige und Kulturschaffende sowie Sportler. 

15.33 Uhr: «Bleiben Sie zuhause!»

«Dem Bundesrat ist es sehr ernst. Bleiben Sie wenn immer möglich zuhause und gehen Sie nur in dringenden Fällen nach draussen», bläut Berset der Bevölkerung ein. Jeder müsse mitmachen und sich an die Empfehlungen halten. «Es ist nicht die Ausgangssperre, die uns schützt. Sondern unser Verhalten.» Berset warnt erneut davor, dass ansonsten die Intensivstationen überlastet werden und Menschen sterben könnten.

Gesundheitsminister Alain Berset informiert an der Pressekonferenz.
Bild: Keystone

15.30 Uhr: Berset wendet sich direkt an die Schweizer

Es sei wirklich an der Zeit, den vorgegebenen Abstand einzuhalten. Die älteren Leute sollten zuhause bleiben. Nach draussen gehen soll nur, wer zur Arbeit oder zum Arzt gehen sowie wer Lebensmittel einkaufen oder jemandem helfen muss.

15.28 Uhr: Wer sich nicht an die Regeln hält, muss zahlen

Nun stellt Berset die neu beschlossenen Massnahmen vor. Ansammlungen von mehr als fünf Personen sind verboten. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Ordnungsbusse rechnen. Die Arbeitgeber im Baugewerbe und in der Industrie sind zudem dazu verpflichtet, die Empfehlungen zur Hygiene und zum Abstandhalten einzuhalten. Betriebe, die sich nicht daran halten, können von den kantonalen Behörden geschlossen werden.

15.25 Uhr: «Jeder hat eine Rolle zu spielen»

Jeder einzelne habe eine Rolle zu spielen, betont Berset. Jeder sei betroffen. Er dankt ausserdem dem Gesundheitspersonal und dem Verkaufspersonal in den noch geöffneten Läden – all jenen, die die Infrastruktur aufrecht erhielten. 

Die Schliessung von Geschäften, Restaurants, Bars und Kultureinrichtungen sei nötig gewesen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen, erklärt Berset. Er erinnert auch daran, dass die Kantone Parks und weitere öffentliche Einrichtungen schliessen könnten. 

15.15 Uhr: Jetzt geht's los

Die Medienkonferenz ist eröffnet. Als Erstes spricht Alain Berset auf Französisch. Die Fallzahlen stiegen rasch an, hält der Gesundheitsminister fest. Deswegen brauche es nun «drastische Massnahmen», um die Ausbreitung einzudämmen und die besonders gefährdeten Personen zu schützen.  

15 Uhr: Bald informiert der Bundesrat

In Kürze beginnt die Medienkonferenz des Bundesrats. Dabei werden drei Bundesräte vertreten sein: Wirtschaftsminister Guy Parmelin, Finanzminiser Ueli Maurer und Innenminister Alain Berset.

Die Ausgangslage

Der Bundesrat dürfte heute weitere Hilfsmassnahmen vorstellen, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise abzufedern. Dies stellte Bundesratssprecher André Simonazzi am Mittwoch in Aussicht.

Zur Erinnerung: Am vergangenen Freitag hatte der Bundesrat verschiedene Massnahmen erklärt, um die Ausbreitung des Covonavirus zu verlangen. Unter anderem sprach er 10 Milliarden Franken für Sofortmassnahmen.

Von verschiedener Seite wurde seither kritisiert, dass dies viel zu wenig sei. Der zuständige Bundesrat Guy Parmelin hat daraufhin weitere Massnahmen in den Bundesrat eingebracht, die am Mittwoch und heute Freitag diskutiert wurden.



14.40 Uhr: Sieben weitere Todesfälle im Tessin

Im Tessin sind mittlerweile 22 Menschen am Corona-Virus gestorben, von gestern auf heute registrierte der Kanton rund 7 Todesfälle. Derweil sind alle Betten auf den Intensivstationen nun besetzt, die Kapazitätsgrenze scheint erreicht zu sein.

14.20 Uhr: Polen setzt beschlagnahmten Wodka als Desinfektionsmittel ein

Knapp eine halbe Million Liter geschmuggelter Wodka und illegal hergestellter Alkohol kommen in Polen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie als Desinfektionsmittel zum Einsatz. Die Staatsanwaltschaft erklärte am Freitag, die Zoll- und Steuerbehörden verwahrten mindestens 430'000 Liter Wodka und puren Alkohol. Sie seien entweder als Beweismittel beschlagnahmt worden oder im Anschluss an ein Verfahren konfisziert worden.

Anstatt den Alkohol zu vernichten, wurden bereits mehrere tausend Liter zur Desinfektion von Gebäuden und Verkehrsmitteln zur Verfügung gestellt. Die Feuerwehr im nordostpolnischen Olsztyn habe 1000 Liter reinen Alkohol erhalten, zwei Krankenhäuser der Stadt und eine Klinik in Elblag hätten insgesamt 2500 Liter bekommen, sagte eine Sprecherin der regionalen Zollverwaltung.

13.40 Uhr: 860 Millionen Kinder verpassen Schule

Wegen der Coronavirus-Pandemie können weltweit rund 860 Millionen Kinder und Jugendliche nach Uno-Angaben nicht mehr zur Schule gehen. Für 300 Millionen Grundschulkinder sei nicht nur der Bildungsmangel eine Gefahr, mahnte das Uno-Welternährungsprogramm (WFP) am Freitag in Genf. Vielen fehlten auch die Schulmahlzeiten, oft die wichtigste Ernährungsquelle. Allein das WFP könne neun Millionen Kinder nicht mehr versorgen.

Das WFP versucht nun, die Familien der Schulkinder auf andere Weise zu unterstützen: Nahrungsmittelpakete, die nach Hause geschickt werden, Lebensmittelgutscheine oder Bargeldzuwendungen. Das WFP verpflegt normalerweise Schulkinder in 61 Ländern weltweit.

13.05 Uhr: Gesundheitspersonal antwortet mit Appell

Mit minutenlangem Applaus hat die Bevölkerung dem Gesundheitspersonal am Freitagmittag für den Einsatz im Kampf gegen das Coronavirus gedankt. Die Pflegenden antworteten mit einem dringenden Appell: «Schwächt die Welle ab!» schreibt der Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SKB) in einer Mitteilung.

Die Pflegenden bäten die Bevölkerung inständig, alles zu tun, um die Ansteckungswelle abzuschwächen. «Wir tun alles, um alle Erkrankten zu pflegen, aber wir werden es nicht schaffen, wenn die Bevölkerung sich nicht an die Weisungen des Bundesrats hält».

Es sei absolut zentral, dass die Fallzahlen so tief wie möglich gehalten würden. Der SBK ruft dazu auf, die Weisungen des Bundesrats zu befolgen. «Bleiben Sie zuhause, halten Sie Abstand und waschen Sie sich oft und gründlich die Hände!» Gleichzeitig dankte der Verband der Bevölkerung im Namen aller Gesundheitsfachpersonen für das Zeichen.

12.50 Uhr: Zahl der Fälle steigt um ein Viertel

Die Zahl der Coronavirus-Erkrankungen in der Schweiz steigt weiter rasant an: Am Freitagmittag gab es bereits 4840 bestätigte Fälle, das sind 952 mehr als noch vor 24 Stunden, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte.

Von den 4840 positiv getesteten Fällen sind 4176 bestätigt. An der Covid-19-Infektion gestorben sind bisher 43 Menschen. 50 Prozent der Fälle waren jünger als 51 Jahre, die Hälfte älter. Die höchste Inzidenz (Fälle pro 100'000 Einwohner) hat laut aktualisiertem Situationsbericht zur epidemiologischen Lage der Kanton Tessin (230,9), gefolgt von den Kantonen Waadt (147,5) und Graubünden (80,1).

Weltweit waren bis am Freitagmorgen mehr als 244'000 Ansteckungen gemeldet, davon sind 10'030 Menschen gestorben. Über 85'000 Personen haben sich von der Krankheit erholt und sind wieder gesund. Bei den über 60-Jährigen sind Männer häufiger betroffen.

12.05 Uhr: Zürcher Polizei verhaftet Schutzmasken-Wucherer

Die Zürcher Kantonspolizei hat in Horgen einen 18-jährigen Schweizer verhaftet, der im Internet Schutzmasken zu Wucherpreisen anbot. Er verlangte für fünf Masken rund 200 Franken, also 40 Franken pro Stück. Normalerweise kosten diese Masken pro Stück etwa 50 Rappen.

Um den Verkäufer verhaften zu können, vereinbarte ein ziviler Polizist ein Treffen, wie die Kantonspolizei am Freitag mitteilte. Bei der anschliessenden Durchsuchung der Wohnung fand die Polizei mehrere Dutzend Schutzmasken, die der 18-Jährige verkaufen wollte.

11.55 Uhr: Iran vermeldet 1237 Infektionsfälle an einem Tag

Im Iran ist die Zahl der Todesfälle wegen des Coronavirus um 149 auf 1433 gestiegen. Bis zum Freitag seien zudem 19'644 Infektionsfälle registriert worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Das ist ein Anstieg binnen eines Tages um 1237 Fälle. Der Iran ist nach China eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder.

11.40 Uhr: Amnesty ruft zur Sistierung der Asylverfahren in der Schweiz auf

Die Schweizer Sektion von Amnesty International ist besorgt über die Situation in den Kollektivunterkünften für Asylsuchende und ruft die Behörden dazu auf, Asylverfahren in der Schweiz per sofort und bis auf Weiteres zu sistieren. Aufgrund der Notstandssituation in Folge der Ausbreitung des Coronavirus könne ein faires Asylverfahren nicht mehr garantiert werden, so die Menschenrechtsorganisation.

11.30 Uhr: Saudi-Arabien setzt öffentlichen Verkehr aus

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie setzt Saudi-Arabien seinen öffentlichen Verkehr nahezu vollständig aus. Inlandsflüge sind gestrichen, ausserdem dürften in der Golfmonarchie ab Samstagmorgen keine Busse, Züge, Taxis und Fähren mehr verkehren.

Ausgenommen ist der Verkehr, der für die Grundversorgung etwa mit Lebensmitteln und Energie sowie für die Sicherheit im Land notwendig ist. In Saudi-Arabien sind nach offiziellen Angaben 274 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

11.05 Uhr: Bundesrat berät über Ausgangssperre und Wirtschaftspaket

An der heutigen Freitagssitzung beschäftigt sich der Bundesrat erneut mit dem Corona-Virus. Ein Thema wird die generelle Ausgangssperre sein. Auch ein Wirtschaftspaket von 30 Milliarden Franken stehe zur Diskussion, wie die Titel der Tamedia berichtet.

11.00 Uhr: 300 Kinder in Italien positiv getestet

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie sind in Italien bisher rund 300 Kinder positiv auf den Erreger getestet worden. «Es gibt aber bisher keine Todesfälle und keine schweren Verläufe bei Kindern», sagt Alberto Villani, Präsident des italienischen Kinderarztverbandes.

10.35 Uhr: Bauern kritisieren Schliessung der Märkte 

Die Westschweizer Bauerngewerkschaft Uniterre und weitere Organisationen zeigen sich «bestürzt» über den Beschluss des Bundesrates, alle Märkte zu schliessen. Märkte unter freiem Himmel könnten sicher organisiert werden.

Die Schliessung sei eine Ungleichbehandlung gegenüber allen Lebensmittelgeschäften, hiess es in einer Mitteilung. Zudem sei die Massnahme sei auch ein Irrtum, denn kurze Wege spielten für die Versorgung und die Ernährungssicherheit der Bevölkerung eine wichtige Rolle. 

Die Pandemie-Situation sei paradox: Grosse Vertriebsketten würden Lebensmittel importieren und könnten diese in kurzer Zeit verkaufen, dagegen sammle sich auf den Feldern, in den Kühlräumen und in den Kellern Vorräte an Lebensmitteln an, die von lokalen Produzenten verarbeitet würden. Das sei auch Lebensmittelverschwendung.

10.25 Uhr: Bern schliesst Parks

Die Stadt Bern schliesst vier grosse Parks. Ab heute bleiben die Grosse und kleine Schanze, der Rosengarten und die Bundesterrasse geschlossen. Bereits früher geschlossen wurde die Münsterplattform. Die Stadt begründet den Schritt damit, dass es in diesen Parks den vergangenen Nächten zu grösseren Menschenansammlungen gekommen sei. Das verletzt die Vorgaben des Bundes, dass die Menschen zwei Meter Abstand halten müssen und sich nur in Kleinstgruppen treffen dürfen.

Bereits am Donnerstag hat die Stadt Bern die Münsterplattform geschlossen, weil dort zu viele Menschen die Abstandsregeln nicht eingehalten haben.
Bild: Keystone/Marcel Bieri

In einer Medienmitteilung schreibt die Stadtberner Regierung, dass sie hofft, so eine Verhaltensänderung im öffentlichen Raum erzielen zu können. Man wolle die restlichen Parks offen halten und strengere Massnahmen wie eine allgemeine Ausgangssperre verhindern. Die Behörden fürchten aber, dass das frühlingshafte Wetter am Wochenende mehr Leute dazu verleiten könne, die Abstandsregeln zu verletzen.

10.15 Uhr: YouTube drosselt Bildqualität in Europa

Nach Netflix wird auch YouTube die Bildqualität in Europa etwas verschlechtern, um die Netze in der Coronavirus-Krise zu entlasten. Alle Videos sollen zunächst in den kommenden 30 Tagen nur noch in Standard-Auflösung statt HD-Qualität übertragen werden, wie die zu Google gehörende Videoplattform am Freitag ankündigte.

09.55 Uhr: Weltweit über 10'000 Coronavirus-Tote

Das Coronavirus hat nach den Daten aus offiziellen Statistiken nun weltweit über 10'000 Tote gefordert. Die private Johns Hopkins University im US-Staat Maryland führte in ihrer Liste auf ihrer Homepage am Freitagmorgen 10'031 Tote.

Die tatsächliche Zahl abseits der offiziellen Statistiken dürfte deutlich höher liegen, schätzen Experten. Mehr als 244'000 Menschen infizierten sich den von der Universität berücksichtigten offiziellen Daten zufolge bisher mit dem Erreger Sars-CoV-2, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Die tatsächliche Fallzahl dürfte auch hier weitaus höher liegen.

09.35 Uhr: Vierter Coronavirus-Toter im Wallis

Im Kanton Wallis ist eine vierte Person nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus gestorben. Mit einem Alter von 84 Jahren gehörte sie einer Risikogruppe an, wie die Behörden mitteilten.

Die Zahl der Menschen, die in der Schweiz den Folgen der Viruserkrankung erlegen sind, stieg nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA-Zählung damit auf 40. Das Wallis verzeichnete bislang 232 bestätigte Fälle von Coronavirus-Infektionen.

09.05 Uhr: China entlastet posthum Arzt

Die Kommunistische Partei Chinas hat posthum den Arzt entlastet, der wegen seiner frühen Warnungen vor dem neuen Coronavirus in der Millionenmetropole Wuhan gemassregelt worden war. Dr. Li Wenliang, der an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben ist, war zu Beginn des Ausbruchs Haft angedroht worden.

In einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung des Disziplinarkomitees hiess es, Lis Familie sei eine «feierliche Entschuldigung» überbracht worden. Gegen zwei Polizeibeamte seien wegen ihres Umgangs mit Li disziplinarische Massnahmen ergriffen worden.

08.15 Uhr: Schutzmasken-Blockade beendet

Wirtschaftsminister Guy Parmelin verkündet am Morgen per Twitter den Durchbruch hinsichtlich der Blockade von Lieferungen von Schutzmaterial in die Schweiz. Zuletzt ging es um Schutzmasken und Schutzkleidung der Firma 3M, die für die Schweiz bestimmt waren. Der deutsche Zoll hatte sie als «illegal» eingestuft und einbehalten.

Laut Parmelin sei das Problem nach mehreren Kontakten mit dem EU-Handelsminister Phil Hogan gelöst worden. Die EU habe alle Länder angewiesen, Exporte von Schutzmaterial in die CH/EFTA nicht mehr zu blockieren. 

08.15 Uhr: Economiesuisse-Präsident warnt vor Abwürgen der Wirtschaft

Die Schweizer Wirtschaft funktioniert laut Economiesuisse-Präsident Heinz Karrer im Grossen und Ganzen noch – trotz den einschneidenden Massnahmen gegen das Coronavirus. Er warnt aber vor einer Ausgangssperre. Wenn die Wirtschaft komplett abgewürgt werde, käme sie nach der Krise kaum mehr auf die Beine.

Er schätze, dass derzeit 80 Prozent der Wirtschaft weiterhin liefen, sagte Karrer im Interview mit den Zeitungen des Tamedia-Verlags. Dies sei nur dank der enormen Anpassungsfähigkeit der Unternehmer möglich.

«Eine totale Ausgangssperre wäre unverhältnismässig», sagte der Präsident des Wirtschaftsdachverbandes weiter. «Dort, wo es unter Einhaltung der Abstandsregeln möglich ist, sollen die Leute zur Arbeit gehen.» Klar gehe es zuerst um den Schutz der Menschen und der Spitalinfrastrukturen, aber bald gehe es um die wirtschaftliche Struktur unseres Landes. «Die Wirtschaft braucht ein Zeichen des Bundesrates, dass er die Massnahmen auch wieder lockert, sobald das die Lage zulässt, damit es irgendwann wieder aufwärtsgeht.»

08.10 Uhr: Implenia schränkt Baustellenbetrieb ein

Der Baukonzern Implenia sorgt sich um seine Mitarbeitenden und schränkt daher den Betrieb auf seinen Baustellen in mehreren Ländern ein. Manche Baustellen würden geschlossen.

Aufgrund der behördlich verordneten Massnamen kommt es deshalb in der Schweiz, Deutschland, Frankreich sowie in Österreich zu Einschränkungen im Baustellenbetrieb, schreibt Implenia in einer Mitteilung am Freitag. Baustellen werden in diesen Ländern teilweise unterbrochen, in einigen Staaten auch geschlossen.

Zur aktuellen Lage in der Schweiz schreibt Implenia, im Kanton Genf hätten die Behörden die Baustellen geschlossen. Im Tessin sei es teilweise zu Schliessungen gekommen, weil Subunternehmer nicht mehr arbeiteten oder Grenzgänger nicht mehr einreisen konnten. In den übrigen Kantonen werde auf den Baustellen gearbeitet, teilweise entstünden Verzögerungen durch Probleme mit Subunternehmern und Lieferanten.

In Frankreich seien alle Baustellen geschlossen. Gearbeitet werde auf den Baustellen in Österreich und Deutschland. Es komme aber teilweise zu Verzögerungen durch Probleme mit Subunternehmern und Lieferanten. In Schweden und Norwegen läuft der operative Betrieb auf den Baustellen bis auf weiteres normal.

06.54 Uhr: Kaliforniens Gouverneur: «Bleibt zu Hause» – 25 Millionen Infektionen möglich

Der kalifornische Gouverneur hat am Donnerstagabend (Ortszeit) die Bevölkerung Kaliforniens aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Die Anordnung für knapp 40 Millionen Menschen sollte in der Nacht zum Freitag in Kraft treten, teilte Newsom weiter mit. Kalifornien ist damit der erste Staat in den USA, der eine derart weitreichende Auflage im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus erlässt.

Notwendige Regierungsstellen, Diensteinrichtungen und wesentliche Geschäfte, darunter Lebensmittelläden und Apotheken, sollen aber geöffnet bleiben, betonte Newsom. Restaurants können weiterhin Essen ausliefern. Kalifornier dürften auch noch zur Arbeit fahren und spazieren gehen; allerdings müssten sie wo möglich voneinander Abstand halten. Arbeitgeber wurden aufgefordert, möglichst vielen Mitarbeitenden die Arbeit von zu Hause zu ermöglichen.

Newsom rechnet mit über 25 Millionen Coronavirus-Infektionen in dem US-Westküstenstaat, falls keine drastischen Massnahmen gegen die Verbreitung des Erregers Sars-CoV-2 ergriffen werden. Knapp 60 Prozent des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaats könnten sich in den nächsten acht Wochen mit dem Virus anstecken. Dies schrieb Newsom in einem am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten Brief an US-Präsident Donald Trump. In einigen Teilen Kaliforniens würden sich die Fallzahlen alle vier Tage verdoppeln.

Normalerweise ist Venice Beach einer der buntesten und belebtesten Orte in den USA: Wegen der Coronavirus-Pandemie sind am Strand des Stadtteils von Los Angeles dieser Tage keine Touristen, sondern nur noch vereinzelte Spaziergänger und ein Zelt von Obdachlosen zu sehen.
Bild: Keystone/EPA/Etienne Laurent

06.30 Uhr: Deutschland stoppt Ausfuhr von Schutzmasken

Die Zollbehörde Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen) hat bei einer Kontrolle im europäischen Verteilzentrum des US-Mischkonzerns 3M in Jüchen (Nordrhein-Westfalen) hochwertige Atemschutzmasken und andere Schutzkleidung für Ärzte, Laboranten, Chemiker und auch Masken für die Bevölkerung beschlagnahmt, die offenbar «illegal» in die Schweiz exportiert werden sollten. Dies meldet der «Blick» basierend auf einem Bericht der «Rheinische Post» (kostenpflichtig).

«Es geht ganz klar um Schutzkleidung und alles, was damit zusammenhängt. Die werden illegal ins Ausland verschickt», hiess es laut dem Bericht aus Behördenkreisen. Die Redaktion der Zeitung konnte offenbar mehrere Fotos einsehen, die die Kontrolle des Zolls in einer der Werkshallen in Jüchen am Donnerstag zeigen.

Eine 3M-Sprecherin sagte der «Rheinischen Post»: «Die Zollbehörde Mönchengladbach hat heute auf dem Gelände unseres europäischen Distributionszentrums in Jüchen eine für den Export in die Schweiz angemeldete Warensendung kontrolliert.»

Sicherheitskreise sollen der Redaktion zudem bestätigt haben, dass bei der Kontrolle mehrere Lieferungen von Schutzausrüstung vom Zoll beschlagnahmt und versiegelt worden seien; diese Ware sollte demnach in die Schweiz und in die USA exportiert werden. «Es geht um mehrere LKW-Ladungen, die illegal exportiert werden sollten.»

Bei der Firma 3M in Jülich beschlagnahmte der Zoll Atemschutzmasken und andere Schutzkleidung. (Symbolbild)
Bild: Keystone

3M erklärte auf Anfrage: «Wir haben unmittelbar nach Verhängung der Exportbeschränkungen Anfang März die Ausfuhr der betroffenen Güter eingestellt. Die betroffene Ware befand sich noch zur Prüfung in unserem Versandlager und wird nun, gemeinsam mit den Zollbehörden, einer weiteren Bewertung unterzogen.»

Bereits vor zwei Wochen wurde in Deutschland die Ausfuhr einer Lieferung für die medizinische Versorgung in die Schweiz gestoppt: In Hamburg hatte der Zoll einen Container mit Untersuchungshandschuhe aus China blockiert, der für die Schweiz gedacht war. Zu Unrecht, wie auch die deutsche Regierung einsah. Die Lieferung wurde nach der Intervention von Bundesrat Guy Parmelin freigegeben.

05.50 Uhr: Haiti meldet als letztes Land Lateinamerikas erste Corona-Fälle

Alle Länder Lateinamerikas haben nun Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt. Haitis Präsident Jovenel Moïse verkündete am Donnerstag (Ortszeit) die ersten beiden Fälle des Karibikstaates – dem letzten Land der Region, das zuvor noch keine Ansteckungen gezählt hatte. Moïse erklärte zugleich einen Notstand, verhängte eine Ausgangssperre und verbot Versammlungen von mehr als zehn Menschen. Haiti, das als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre gilt, hatte bereits seine einzige Landesgrenze – mit der Dominikanischen Republik – geschlossen.

Am Mittwoch hatten auch Nicaragua und El Salvador ihre ersten Fälle bestätigt. Das Virus hatte die Region später erreicht als Europa und die USA. Inzwischen gab es in Lateinamerika mindestens 14 bestätigte Todesfälle in neun Ländern. Mit drei Toten ist die Zahl in Brasilien am höchsten. Hinzu kommt in der Karibik jeweils ein Todesopfer in Jamaika, im englischen Überseegebiet Cayman Islands und auf der französischen Insel Martinique sowie im südamerikanischen Guyana, das wegen seiner Amtssprache Englisch nicht zu Lateinamerika gezählt wird.

05.36 Uhr: Stau auf der A4 an der polnischen Grenze hat sich vorerst aufgelöst

Der Mega-Stau auf der deutschen Autobahn 4 in Richtung polnischer Grenze hat sich in der Nacht zu Freitag vorerst aufgelöst. Grund dafür sei eine Lockerung der polnischen Grenzkontrollen, hiess es von der deutschen Polizei am Freitag.

Am Donnerstagabend hatte der Stau noch eine Länge von etwa 20 Kilometern und sich dann gegen Mitternacht ganz aufgelöst, wie ein Sprecher der Polizei Görlitz weiter sagte.

Am Wochenende hatte Polen an Grenzübergängen zu Deutschland und anderen Nachbarländern weitgehende Kontrollen eingeführt, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu erschweren. In der Folge stauten sich seit Dienstagmorgen Lastwagen und Autos auf der A4 in Richtung Grenzübergang Ludwigsdorf bei Görlitz. Zwischenzeitlich hatte der Stau eine Länge von etwa 60 Kilometern.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen zeigte sich unterdessen besorgt über die Mega-Staus wegen der neuen Grenzkontrollen in Europa. Tausende Menschen seien gestrandet, sagte von der Leyen der Nachrichtenagentur DPA in Brüssel. «Insbesondere der Stau im Güterverkehr führt dazu, dass Lebensmittel, Medikamente und andere Hilfsgüter viel zu spät ihr Ziel erreichen.»

Von der Leyen sagte, Gesundheitsschutz sei zwar richtig. «Aber wir müssen gemeinsam Lösungen finden, die unseren Binnenmarkt in Gang halten», fügte sie hinzu.



05:30 Uhr: US-Republikaner bringen riesiges Coronavirus-Hilfspaket auf den Weg

Die Republikaner im US-Senat wollen mit einem milliardenschweren Konjunkturprogramm die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie stemmen. Die meisten Steuerzahler sollen unter anderem einen Scheck über 1'200 US-Dollar bekommen, pro Kind soll es zusätzlich noch 500 US-Dollar geben.

Dies geht aus einem am Donnerstagabend (Ortszeit) vorgestellten Gesetzespaket hervor. Die Massnahmen wäre Teil eines massiven Konjunkturpakets, mit dem die Regierung rund eine Billion Dollar in die Wirtschaft pumpen will.

04.20 Uhr: China meldet erneut keine neuen Coronavirus-Infektionen im Inland

Zum zweiten Mal hintereinander seit dem Ausbruch des Erregers Sars-CoV-2 Anfang Januar hat China landesweit keine lokalen Neuinfektionen gemeldet. Allerdings stieg erneut die Zahl der Infizierten, die aus dem Ausland in die Volksrepublik zurückkamen.

Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Freitag mitteilte, wurden 39 neue «importiere Fälle» registriert, also Erkrankungen, die bei Menschen auf der Einreise nach China nachgewiesen wurden. Dies waren fünf mehr als am Vortag. Es war damit der bisher höchste Anstieg von Erkrankten, die aus dem Ausland eingereist waren. Dies schürte Ängste vor einer möglichen zweiten Ausbreitungswelle. Insgesamt wurden nunmehr 228 «importierte» Infektionen gezählt.

Um eine Ausbreitung der eingeschleppten Fälle möglichst zu verhindern, gelten strenge Quarantänemassnahmen für Menschen, die aus dem Ausland ankommen. China muss jedoch auch weiter Covid-19-Tote beklagen. Am Freitag kamen nach Angaben der Kommission drei Tote hinzu, womit die Gesamtzahl der Opfer auf 3'248 Fälle stieg. Insgesamt wurden auf dem chinesischen Festland 80'967 Infizierte registriert, von denen sich rund 71'150 wieder erholt haben.

Lebewesen oder infektiöser Partikel? Das Coronavirus betrifft uns alle – Zeit für Basiswissen

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Hand aufs Herz: Mutmasslich halten Sie sich für bestens informiert und fachsimpeln regelmässig über das Coronavirus. Dann sollten Sie aber auch diese Grundlagen kennen.

05.03.2020

04.12 Uhr: Südkorea meldet geringere Fallzahlen – Börse im Plus

Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist nach der Zunahme in den vergangenen Tagen nun wieder gesunken. Am Donnerstag seien 87 zusätzliche Fälle festgestellt worden, teilten die zuständigen Gesundheitsbehörden am Freitag mit. Insgesamt wurden bisher 8'652 Infektionsfälle im Land bestätigt. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Sars-CoV-2-Erreger in Verbindung gebracht werden, kletterte um drei auf 94.

Sorge bereitete den Behörden zuletzt unter anderem eine Zunahme von kleineren Häufungen von Infektionen in Kirchengemeinden und Pflegeheimen sowie auch von infizierten Personen, die aus dem Ausland eintreffen. Die Regierung versuche, den «weiteren Zustrom importierter Fälle» zu hemmen, sagte Yoon Tae Ho von der Zentrale für das Katastrophen-Management. Zuletzt wurde offiziellen Angaben zufolge bei 17 Einreisenden das Virus nachgewiesen.

Südkorea will insbesondere die Einreisekontrollen für Ankommende aus Europa verstärken. Von Sonntag an sollen laut Yoo sämtliche Personen, die von einem Aufenthalt in Europa nach Südkorea zurückkehren, auf das Virus getestet werden. Wer sich länger in Südkorea aufhalten wolle, müsse sich in häusliche Quarantäne begeben.

Bei einem weiteren sogenannten Cluster-Ausbruch in Daegu hatten sich zuletzt in einem Pflegeheim für Senioren in Daegu mehr als 70 Insassen und Pfleger mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt.

Die Aktienkurse an der Börse in Seoul haben nach der Talfahrt in den vergangenen Tagen im frühen Handel am Freitag derweil wieder deutlich zugelegt. Der Leitindex Kospi stieg bis 11:15 Uhr (Ortszeit) um 4,5 Prozent auf 1,523,05. Als ein Grund für die Erholung wurde die grössere Zuversicht bei Anlegern gesehen, dass die weltweiten Konjunkturprogramme zur Eindämmung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise Wirkung zeigen könnten. Asiens Leitbörse in Tokio war wegen eines Feiertags geschlossen.

01.55 Uhr: Spanien ordnet die Schliessung aller Hotels an

Die spanische Regierung hat am Donnerstag wegen der Coronavirus-Krise die vorläufige Schliessung aller Hotels des Landes angeordnet. Im Zuge der am Wochenende verhängten Ausgangssperre müssen auch andere touristische Unterkünfte, wie Pensionen oder Campingplätze, ihre Pforten schliessen.

Dies ging aus einer Verordnung des Gesundheitsministeriums hervor. Dafür haben die Häuser nun maximal sieben Tage Zeit. Nur Sicherheits- und Wartungspersonal dürfe bleiben, hiess es.

Ausgenommen seien lediglich solche Quartiere, in denen Menschen für einen längeren Zeitraum untergebracht seien oder dauerhaft lebten – vorausgesetzt diese verfügten über die nötige Infrastruktur, um die Menschen zu schützen und voneinander zu isolieren.

Bis zum Abend war die Zahl der bestätigten Fälle in Spanien auf rund 18'000 gestiegen. Mehr als 830 Menschen sind bereits an dem Virus gestorben. Die Ausgangssperre gilt zunächst für 15 Tage, könnte aber danach vom Parlament verlängert werden.



00.50 Uhr: Video statt persönliches Treffen – Trump sagt G7-Gipfel in Camp David ab

US-Präsident Donald Trump hat den G7-Gipfel in Camp David im Juni als persönliches Treffen abgesagt. Stattdessen solle es nur eine Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten geben.

Dies teilte das Weisse Haus am Donnerstag (Ortszeit) mit. Präsident Trump werde darüber hinaus auch im April und Mai mit seinen Kollegen der G7-Staaten per Videokonferenz das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie besprechen, hiess es weiter.

Zur Vorbereitung des Gipfeltreffens wäre in den Regierungszentralen viel Geld, Energie und Personal aufgewendet worden, das derzeit besser für die Bekämpfung der Covid-19-Epidemie eingesetzt sei, erklärte zudem ein hochrangiger Beamter der US-Regierung. Die Staatenlenker der G7-Nationen würden sich weiterhin eng abstimmen, um die Gesundheit ihrer Bevölkerung und das Wohl der Weltwirtschaft zu sichern, erklärte der Beamte weiter.

Trump hatte im vergangenen Jahr zunächst erklärt, den G-7-Gipfel in einem seiner Hotels in Miami abhalten zu wollen. Die Entscheidung stiess jedoch auf viel Kritik. Ihm wurde vorgeworfen, seine eigenen Liegenschaften für offizielle Zwecke zu nutzen und damit finanziell von seiner Präsidentschaft zu profitieren. Trump lenkte daraufhin ein und schlug als Alternative den Landsitz der US-Regierung im Bundesstaat Maryland, Camp David, vor. Trump ist 2020 Gastgeber des G-7-Gipfels und konnte damit den Ort auswählen.

In den USA ist die Zahl der Coronavirus-Infektionsfälle zuletzt deutlich gestiegen. Die Zahl der bestätigen Infektionen liegt inzwischen bei fast 10'800.

Zum Schutz gegen die Ausbreitung des Virus verhängte die US-Regierung weitreichende Einreiseverbote.

Der G7-Gipfel sollte vom 10. bis 12. Juni in Camp David, dem Landsitz des US-Präsidenten im Bundesstaat Maryland, stattfinden. Mitglieder der G7-Gruppe sind die USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien und Japan.

00.16 Uhr: Züge aus Deutschland in die Schweiz fahren nur noch bis Basel

Nach der Einführung von Grenzkontrollen im Kampf gegen das Coronavirus müssen Bahnreisende in die Schweiz mit grösseren Einschränkungen rechnen. Wie die Deutsche Bahn am Donnerstag mitteilte, enden die Züge im Fernverkehr vorzeitig an der Station Basel Badischer Bahnhof.

Dies betreffe die Verbindungen von Berlin nach Interlaken Ost, von Kiel/Hamburg nach Chur sowie von Dortmund nach Basel SBB. Auch der Regionalverkehr ist demnach betroffen, hiess es.

Zuvor hatte die deutsche Regierung bestimmte Orte festgelegt, an denen ein Grenzübertritt aus der Schweiz sowie aus Österreich, Frankreich, Luxemburg und Dänemark noch möglich sein soll. Alle weiteren Grenzübergänge sollen von diesem Freitag an wegen der Coronavirus-Krise geschlossen bleiben. Auch in jene Länder sind die Verbindungen beeinträchtigt. So entfallen beispielsweise Züge von und nach Paris sowie Nachtzüge der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) nach Zürich, Budapest und Rijeka.

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