Entwicklung der Corona-Zahlen öffnet Türen für weitere Lockerungen

Agenturen/red.

18.5.2020 - 21:46

Trotz vermehrter Mobilität der Bevölkerung gehen die neusten Zahlen zur Corona-Epidemie laut dem Bund «in die richtige Richtung». Neben Lockerungen bei Kleinstdemonstrationen dürften bald weitere Schritte folgen — falls sich die Bevölkerung vernünftig verhält. Unterdessen meldet eine US-Firma «positive Zwischenergebnisse» bei der Entwicklung eines Impfstoffs. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

«Wir sind auf Kurs», sagte Daniel Koch, Covid-19-Beauftragter des Bundesamts für Gesundheit (BAG), Montag vor den Bundeshausmedien. Bis am Vormittag seien nur wenige Neuansteckungen, keine neuen Hospitalisationen und Todesfälle mehr gemeldet worden. In der Schweiz und Liechtenstein gab es demnach 30'597 laborbestätigte Covid-19-Fälle. Dies sind zehn mehr als noch am Sonntag. 1603 Menschen sind laut dem Bund am Virus gestorben.

Koch bewertete die Entwicklung der Fallzahlen als sehr erfreulich und vielversprechend. Die verlängerten Wochenenden über Auffahrt und Pfingsten solle die Bevölkerung geniessen. Die Lage sei entspannter als an Ostern.

Damit die Feiertage aber nicht zum Bumerang würden, sollten weiterhin ein Abstand von zwei Metern zu andern Menschen und die Hygienemassnahmen respektiert werden. Menschenansammlungen, wie sie am vergangenen Wochenende aus verschiedenen Städten gemeldet wurden, seien riskant, sagte Koch. Er erinnerte daran, dass in Südkorea wegen einer einzigen Neuinfektion 1500 Personen, die Nachtclubs und Bars besucht hatten, gesucht werden mussten.

Angepasst hat der Bund bereits die Regeln für Demonstrationen und politische Aktivitäten. «Demonstrationen bis fünf Personen gelten nicht mehr als Veranstaltung und sind im Prinzip erlaubt», sagte Koch. Dadurch löse sich das Problem nicht. Es sei aber ein erster Schritt.

Laut Koch diskutiert der Bundesrat an einer seiner nächsten Sitzungen über weitere Anpassungen. So soll der Besuch von Gottesdiensten und anderen religiösen Einrichtungen mittelfristig wieder möglich sein.

Für den Wiederaufbau nach der Corona-Krise will Deutschland eine europäische Schuldenaufnahme über den EU-Haushalt akzeptieren. Gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron schlug die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Programm vor.

Merkel warb daher für eine «aussergewöhnliche, einmalige Kraftanstrengung», zu der Deutschland und Frankreich bereit seien. Zeitlich befristet solle ein europäischer Fonds über 500 Milliarden Euro bereitgestellt werden, um die am stärksten betroffenen Staaten zu unterstützen.

Das US-Biotech-Unternehmen Moderna hat von «positiven Zwischenergebnissen» in der ersten Phase von klinischen Tests eines möglichen Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus berichtet. Der gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelte Impfstoff mRNA-1273 habe bei acht von 45 Studienteilnehmern eine Immunreaktion hervorgerufen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Diese ähnelte demnach der Reaktion infizierter Menschen auf das Virus.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste im Überblick

  • Coop hat eine deutsche Bio-Marke aus dem Sortiment genommen. Zuvor hatte der Chef der Firma fragwürdige Corona-Texte veröffentlicht.
  • Die deutsche Polizei hat laut einem Medienbericht mehrere Schweizer Einkaufstouristen zurückgewiesen.
  • Deutschland und Frankreich wollen Wiederaufbauplan in Höhe von 500 Milliarden Euro.
  • Das US-Biotech-Unternehmen Moderna hat von «positiven Zwischenergebnissen» in der ersten Phase von klinischen Tests eines möglichen Impfstoffs gegen das Coronavirus berichtet.
  • Der Bund legt das Demonstrationsverbot neu aus: Nun sind politische Kundgebungen mit bis zu fünf Personen wieder möglich, wenn dabei die Abstandsregeln eingehalten werden.
  • Das BAG hat in der Schweiz und Liechtenstein in den 24 Stunden bis Montagmorgen lediglich zehn neue Ansteckungen registriert. Zudem habe es keinen Todesfall geeben in der Zeitspanne.
  • Die Reiseveranstalter Tui, Hotelplan und DER Touristik streichen den grössten Teil der Reisen ins Ausland bis Mitte Juni.
  • Die US-Wirtschaft könnte der amerikanischen Notenbank zufolge um bis zu 30 Prozent schrumpfen.

21.26 Uhr: Krawalle bei Corona-Protesten in Chile

Bei Protesten wegen der wirtschaftlichen Härten in der Corona-Krise haben sich Demonstranten und Polizisten in einem Vorort von Santiago de Chile heftige Auseinandersetzungen geliefert. Bewohner von El Bosque im Süden der chilenischen Hauptstadt errichteten am Montag Barrikaden und warfen Steine auf Polizisten, wie der Radiosender Cooperativa berichtete. Die Beamten setzten Wasserwerfer und Tränengas ein.

Die Ortschaft steht wegen der grassierenden Corona-Pandemie seit rund einem Monat unter Quarantäne. Viele Bewohner können deshalb ihrer Arbeit nicht nachgehen. «Wir sehen, dass die medizinische Pandemie auch zu einer sozialen Pandemie führt», sagte Bürgermeister Sadi Melo. «Seit vier Wochen stehen wir hier unter Quarantäne, die Leute haben kein Geld, und Lebensmittel und Hunger sind ein Thema.» Er rief die Regierung dazu auf, Nahrungsmittel in der Gemeinde zu verteilen.

In Chile haben sich bislang 46'059 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, 478 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Wegen des starken Anstiegs der Infektionen hatte die Regierung des südamerikanischen Landes zuletzt den gesamten Ballungsraum um die Hauptstadt Santiago de Chile unter Quarantäne gestellt.

21.01 Uhr: Kurz gegen Zuschüsse zum Wiederaufbau der Wirtschaft in der EU

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat sich kritisch zu dem von Deutschland und Frankreich vorgeschlagenen Wiederaufbauplan für die europäische Wirtschaft geäussert. Österreich halte an seiner Position fest, dass von der EU rückzahlbare Kredite und keine Zuschüsse an Krisenstaaten vergeben werden sollten, sagte Kurz am Montag in Wien. «Wir werden uns weiterhin solidarisch zeigen und Länder, die am stärksten von der Coronakrise betroffen sind, unterstützen, jedoch muss dies über Kredite erfolgen und nicht über Zuschüsse», hiess es auf Anfrage der Nachrichtenagentur APA aus dem Bundeskanzleramt. «Unsere Position bleibt unverändert», schrieb der konservative Politiker auch im Kurznachrichtendienst Twitter.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron hatten zuvor ein Programm zur wirtschaftlichen Erholung der EU im Umfang von 500 Milliarden Euro vorgeschlagen. Dies könnte vor allem von der Pandemie stark betroffenen Staaten wie Italien und Spanien Luft verschaffen. Der Plan muss allerdings von allen 27 EU-Staaten einstimmig beschlossen werden. Die Milliardensumme soll demnach im Namen der EU am Kapitalmarkt aufgenommen werden und im Rahmen des mehrjährigen EU-Finanzrahmens als Hilfen an Krisenstaaten gehen.

20.40 Uhr: Wegen Corona-Regelung: Österreichische Ministerin wird Taufpatin von Elefantenbaby

Die österreichische Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck ist Taufpatin eines Elefantenbabys geworden, das den Österreichern den in der Coronavirus-Pandemie vorgeschriebenen Abstand voneinander veranschaulicht hat. Die Regierung hatte den Bürgerinnen und Bürgern einen Mindestabstand von einem Meter verordnet und diesen auf Hinweisen immer wieder als «Elefantenbabylänge» definiert.

Elefantenbaby Kibali geniesst zusammen mit seiner Mutter einen «Geburtstagskuchen».
Daniel Zupanc/AP/dpa

Die meisten Österreicher und auch sie selbst hätten dabei an das Elefantenmädchen Kibali gedacht, sagte Schramböck bei der Taufe im Zoo Schönbrunn am heutigen Montag. Dabei wurde Kibali eine Torte aus Heu, Obst und Gemüse präsentiert, während die Ministerin ein Gemälde des Tieres bekam.

Die einjährige Kibali ist dem Mass für die Abstandsregel aber schon wieder entwachsen. Während der Pandemie ist sie 1,40 Meter gross geworden. Zoodirektor Stephan Hering-Hagenbeck schlug daher ihren Rüssel als Massstab vor, der einen halben Meter misst. Vielleicht könne man den Corona-Abstand auf «zwei Kibali-Rüssel» festlegen.

20.27 Uhr: Gericht: Frankreich muss Versammlungsverbot in Gotteshäusern aufheben

Frankreichs Staatsrat hat die Regierung angewiesen, das absolute Versammlungsverbot in Gotteshäusern aufzuheben. Stattdessen müsse die Regierung Massnahmen erlassen, die dem Kampf gegen das Coronavirus angemessen seien und Gottesdienste ermöglichen, teilte der Staatsrat als oberstes Verwaltungsgericht mit. Religionsfreiheit sei ein Grundrecht — dazu zähle auch, kollektiv an Zeremonien in Gotteshäusern teilzunehmen. Sie müsse jedoch mit dem Gesundheitsschutz in Einklang gebracht werden.



Trotz Lockerungen sind in Frankreich Gottesdienste noch mindestens bis zum 2. Juni verboten. Ausgenommen sind etwa Beerdigungen. Mit Blick auf die Tatsache, dass in Frankreich Treffen von bis zu zehn Menschen seit Beginn der Lockerungen erlaubt sind, sei ein absolutes Versammlungsverbot in Gotteshäusern nicht verhältnismässig, hiess es. Der Staatsrat forderte den Premierminister auf, innerhalb von acht Tagen, Regeln zu erlassen, die Zusammenkünfte in religiösen Einrichtungen wieder ermöglichen. Das Verbot sei eine schwerwiegende Verletzung der Religionsfreiheit.

20.12 Uhr: Deutsche Polizei schickt Schweizer Einkaufstouristen zurück

Nach den Lockerungen bei den Grenzkontrollen gibt es offenbar noch Informationsbedarf. Denn die deutsche Bundespolizei hat mehrere Schweizer Einkaufstouristen zurückgewiesen, wie «bzbasel» berichtet.

Demnach heisst es von der deutschen Behörde aus Weil am Rhein, die neuen Regelungen seien offenbar noch nicht genau bekannt. Es sei jedoch nach wie vor nicht erlaubt, zum Einkaufen über die Grenze zu fahren. 

19.57 Uhr: Litauen öffnet wieder Restaurants und Bars

In Litauen dürfen nach wochenlangen Beschränkungen in der Corona-Krise die Sitzbereiche in Bars, Cafés und Restaurants wieder genutzt werden. Dabei gelten seit Montag aber strenge Sicherheitsmassnahmen und Hygienevorschriften. Bislang durften Bars, Cafés und Restaurants ihre Kunden nur im Freien bedienen und Speisen zum Mitnehmen anbieten. Nun können sie auch im Innenbereich von 8 bis 22 Uhr Kunden bedienen. Kindergärten und Fitnessstudios sind ebenfalls mit Einschränkungen wieder geöffnet.

Litauische Medien berichteten von einem zunächst verhaltenen Zustrom von Besuchern. Zweifel an der Wirtschaftlichkeit hielten zudem manche Gastronomen davon ab, wieder zu öffnen. Grund dafür war die vielfach kritisierte und nun wieder aufgehobene Anforderung, dass jedem Gast eine Fläche von zehn Quadratmetern zur Verfügung stehen müsse. Ab Dienstag gilt nur noch ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Tischen, wie Regierungschef Saulius Skvernelis auf Facebook mitteilte.

19.38 Uhr: Portugal lockert den Lockdown — Kneipen und Kitas wieder offen

In den Gaststätten Portugals darf man sich erstmals seit Mitte März wieder zu einem Pastel de Nata, dem typischen Pudding-Törtchen, hinsetzen — oder Stockfisch in Sahnesosse bestellen. Landesweit begann am Montag die zweite Phase des Exitplans aus Massnahmen der linken Regierung von Ministerpräsident António Costa in der Corona-Pandemie. Die Portugiesen durften sich über die Wiedereröffnung der Restaurants, Cafés und Kneipen freuen. Auch Schulen, Kindertagesstätten, Museen und Läden mit bis zu 400 Quadratmetern Fläche nahmen unter strengen Sicherheitsauflagen den Betrieb wieder auf. Die Menschen dürfen zudem erstmals wieder Verwandte in Altenheimen besuchen.

Costa hatte Ende April einen Drei-Phasen-Plan zum «schrittweisen und vorsichtigen» Ausstieg aus dem Lockdown vorgestellt. Am Montag mahnte der sozialistische Politiker die rund zehn Millionen Bürger Portugals erneut zur Vorsicht. «Wir dürfen die Erfolge, die wir bisher mit so viel Mühe erzielt haben, nicht aufs Spiel setzen», sagte er vor Journalisten. Es gebe viele Menschen, die zwei Monate lang nicht ein einziges Mal aus dem Haus gegangen seien.

«Phase 3» soll am 1. Juni starten. Dann werden auch Kinos, Theater sowie Einkaufszentren wieder ihre Pforten öffnen dürfen, wenn auch zunächst noch mit deutlich reduziertem Gästevolumen. Konkrete Pläne für die Wiederaufnahme des Tourismus gibt es vorerst nicht.

19.19 Uhr: Erdogan kündigt viertägige Ausgangssperre zum Ende des Ramadan an

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat wegen der Corona-Krise eine viertägige Ausgangssperre über die Feiertage am Ende des Fastenmonats Ramadan angekündigt. Sie beginne am Vorabend des sogenannten Zuckerfests in der Nacht zum 23. Mai und ende am 26. Mai, sagte Erdogan am Montag nach einer online abgehaltenen Kabinettssitzung in Istanbul. Die Massnahme gelte für das ganze Land.

Die Türkei erlässt seit Wochen weitgehende Ausgehverbote in ausgewählten Provinzen über das Wochenende oder an Festtagen. Bis Dienstag — einem Feiertag in der Türkei — gilt etwa noch eine Ausgangssperre in 15 Städten und Provinzen, darunter in Ankara, Istanbul und Izmir. Erdogan sagte, er hoffe, dass die Ausgangssperren nach dem Zuckerfest aufgehoben werden könnten. Reisebeschränkungen für 15 Städte, darunter Ankara und Istanbul, würden allerdings um weitere 15 Tage verlängert. Damit bleiben die Regionen vorerst weitestgehend abgeschottet.

18.56 Uhr: Zahl der aktuellen Corona-Fälle in Italien fällt weiter

In Italien sinkt die Zahl der aktuell Corona-Infizierten und der Todesopfer durch die Lungenkrankheit stetig weiter. Wie der Zivilschutz in Rom mitteilte, registrierten die Behörden in den vergangenen 24 Stunden 99 Corona-Tote. Das war der niedrigste Wert seit dem sogenannten Lockdown in der ersten Märzhälfte. Auf dem Höhepunkt der Viruswelle hatte der Zivilschutz am 27. März fast 1000 Tote an einem Tag gemeldet. Insgesamt wurden in Italien seit Februar 32'007 Corona-Todesopfer gezählt. Experten vermuten jedoch, dass die Zahl noch höher liegt. Denn viele mögliche Opfer, die zum Beispiel zu Hause starben, seien nicht getestet worden, heisst es.

Insgesamt geht der Zivilschutz von 66'553 Menschen aus, die nachweislich derzeit das Virus in sich tragen. Auch dieser Wert fällt seit längerem. Die Zahl der Corona-Ansteckungen insgesamt wird mit 225'886 angegeben. Italien wurde in Europa früh und hart von der Covid-19-Krankheit getroffen. Am 10. März begannen sehr strenge Beschränkungen des öffentlichen Lebens, die jetzt immer weiter gelockert werden.

18.50 Uhr: Nach öffentlichem Corona-Test: New Yorks Gouverneur Cuomo negativ

Nach seinem Coronavirus-Test vor laufender Kamera hat New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo am Montag sein Testergebnis verraten: Er ist negativ. Er habe zwar keine Symptome gehabt, dies sei aber kein Ausschlusskriterium für eine Infektion. Cuomo rief deshalb die New Yorker dazu auf, sich verstärkt testen zu lassen, um eine zweite Welle von Covid-19-Erkrankungen zu verhindern. Im Moment schöpfe der Bundesstaat seine Kapazitäten von täglich 40 000 Tests nicht aus.

Cuomo hatte sich am Sonntag vor laufender Kamera einem Coronavirus-Test unterzogen. Eine Ärztin entnahm ihm bei seiner täglichen Pressekonferenz durch die Nase eine Abstrichprobe. Der Gouverneur sagte danach, es habe überhaupt nicht weh getan.

Im besonders heftig getroffenen New York sank derweil die Zahl der Toten mit 106 innerhalb eines Tages auf den niedrigsten Stand seit März. Auch die Region Western New York, die die Niagarafälle einschliesst, habe ihre Zahlen soweit verbessert, dass sie ab Dienstag laut Cuomo mit der ersten von vier Öffnungsphasen beginnen kann. Bislang hatten fünf ländliche Regionen weit weg von der Metropole New York mit der Öffnung begonnen. New York City könnte nach Einschätzung von Bürgermeister Bill de Blasio in der ersten Hälfte des Juni die Kriterien unter anderem zu Infektionen und freien Krankenhausbetten erfüllen und mit der Öffnung beginnen.



18.42 Uhr: Brasilien heuert wegen Corona-Pandemie wieder kubanische Ärzte an

Angesichts der sich zuspitzenden Corona-Krise nimmt Brasilien 150 kubanische Mediziner auf. Das Gesundheitsministerium veröffentlichte  einen entsprechenden Erlass für das Nachfolge-Programm von «Mehr Ärzte». Kuba hatte das Programm zur medizinischen Zusammenarbeit mit Brasilien im November 2018 nach verbalen Angriffen des rechtspopulistischen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro beendet.

Das ursprüngliche Programm war 2013 unter der Regierung der damaligen Präsidentin Dilma Rousseff gestartet. Die Bolsonaro-Regierung rief später ein eigenes Programm ins Leben, mit dem die medizinische Versorgung auch in entlegenen Gebieten des Landes gewährleistet werden sollte, wo viele der kubanischen Ärzte im Einsatz gewesen waren.



Im März machte die Regierung eine Ausschreibung, um die brasilianischen Ärzte in der Pandemie zu unterstützen. Mehr als 7000 Kandidaten haben sich laut einem Bericht der Agência Brasil darauf gemeldet. Weitere Aufrufe sollen folgen. Brasilien, das grösste und mit 210 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas, registrierte zuletzt 241'080 Corona-Infizierte, die vierthöchste Zahl weltweit. Mindestens 16'118 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus bisher gestorben. Allein der Bundesstaat São Paulo verzeichnet inzwischen mehr Todesfälle als China. Brasiliens Gesundheitssystem ist an seine Grenzen geraten.

18.29 Uhr: Verschwörungstheorien von Rapunzel-Chef: Coop nimmt Produkte aus Sortiment

Der Detailhändler Coop nimmt die Produkte des deutschen Unternehmens Rapunzel aus dem Sortiment. Dies berichtet «20 Minuten». Gründer und Chef der Firma «Rapunzel Naturkost», Joseph Wilhelm, hat offenbar in mehreren Beiträgen auf der eigenen Webseite äussert fragwürdige Anmerkungen zum Coronavirus vorgebracht. Ein Tweet zum Thema hatte zuvor grosse Aufmerksamkeit erregt.

Wenngleich die Texte nun nicht mehr abrufbar sind, zieht Coop Konsequenzen. Wie der Coop Vitality auf Anfrage von «20 Minuten» mitteilt, werde man die Produkte von Rapunzel Naturkost nicht mehr anbieten: «Wir distanzieren uns von solchen Aussagen und haben uns entschieden, diese Artikel aus dem Sortiment zu nehmen.»

18.13 Uhr: Von der Leyen begrüsst deutsch-französischen Wiederaufbau-Plan

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den deutsch-französischen Plan für ein 500-Milliarden-Euro-Programm zur wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise begrüsst. «Dies geht in die Richtung des Vorschlags, an dem die Kommission arbeitet», erklärte von der Leyen in Brüssel. Der Kommissionsvorschlag werde die Ansichten aller EU-Staaten und des Europaparlaments berücksichtigen. EU-Ratspräsident Charles Michel sprach von einem Schritt in die richtige Richtung und forderte Kompromisswillen von allen 27 EU-Staaten.

Zuvor hatten Deutschland und Frankreich für das Wiederaufbauprogramm vorgeschlagen, 500 Milliarden Euro (rund 530 Mrd. Franken) im Namen der EU am Kapitalmarkt aufzunehmen und im Rahmen des mehrjährigen EU-Finanzrahmens als Hilfen an Krisenstaaten zu geben.



Von der Leyen erklärte, die wirtschaftliche Erholung werde auf drei Säulen ruhen, nämlich den von den EU-Staaten selbst ergriffenen Massnahmen zur Stützung der Wirtschaft, dem bereits beschlossenen Paket von Kredithilfen im Umfang von 540 Milliarden Euro (rund 570 Mrd. Franken); und dem geplanten Wiederaufbauprogramm im Rahmen des nächsten mehrjährigen Haushaltsrahmens.

«Zusammen werden diese Programme die Mitgliedsstaaten und Unternehmen in die Lage versetzen, diese Krise durchzustehen und die massiven Investitionen zu starten, die nötig sind, um Europas Wirtschaft wieder auf die Spur zu setzen», schrieb von der Leyen.

18.04 Uhr: Uber streicht 3000 weitere Jobs

Der Fahrdienst-Vermittler Uber baut in der Corona-Krise nach Medienberichten zum zweiten Mal binnen weniger Wochen tausende Arbeitsplätze ab. Nun sollen 3000 Jobs wegfallen, wie aus einer E-Mail des Uber-Chefs Dara Khosrowshahi hervorgehe, die dem «Wall Street Journal» und dem US-Sender CNBC vorlag.

Erst Anfang des Monats hatte Uber angekündigt, 3700 seiner damals rund 27'000 Stellen abzubauen und rund eine Milliarde Dollar kosten einsparen zu wollen. «Das aktuelle Geschäft kann nicht annähernd unsere Kosten ausgleichen», zitierte das «Wall Street Journal»«Wall Street Journal» aus Khosrowshahis E-Mail. Uber schrieb schon lange Verluste.



Bei Uber drückte die Corona-Krise deutlich auf das Kerngeschäft mit Fahrdiensten, während es ein deutliches Plus bei der Essenszustellung im Teildienst Uber Eats gibt. Das oft als Taxi-Schreck bezeichnete Unternehmen setzt deshalb laut Medienberichten zur milliardenschweren Übernahme des Essenslieferdienstes Grubhub an.

17.27 Uhr: Krankenhäusern in Millionenstadt Mumbai gehen Betten aus

Auf den Intensivstationen der Krankenhäuser der indischen Millionenmetropole Mumbai werden Betten und Beatmungsgeräte für Corona-Patienten knapp. Krankenhäuser seien deshalb angewiesen, Covid-19-Patienten bereits dann zu entlassen, wenn sie auf dem Weg der Besserung seien, sagte die Vizechefin der Gesundheitsbehörde der Stadt, Mangala Gomare, der Deutschen Presse-Agentur. Zudem würden die Patienten gebeten, zu Hause in Quarantäne zu bleiben. Indische Medien zeigten Handyaufnahmen, auf denen mehrere in einem Bett und auf dem Boden liegende Patienten zu sehen waren.

Kürzlich ging zudem ein Video viral, auf dem in einer Krankenstation in Plastik verpackte Leichen neben lebenden Corona-Patienten zu sehen waren. Örtliche Medien berichten von vielen Menschen mit Corona-Symptomen, die das Krankenhauspersonal abweisen müsse.

Mumbai ist das Corona-Epizentrum Indiens. Rund 20'000 der mehr als 96 000 bekannten Infektionen des Landes wurden hier registriert. Etwa jeder vierte Corona-Tote des Landes kommt aus Mumbai. In Indien, dem mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt, gilt seit Ende März eine Ausgangssperre. Sie wird seit einiger Zeit gelockert.

17.09 Uhr: Berlin und Paris für Wiederaufbauplan in Höhe von 500 Milliarden Euro

Deutschland und Frankreich schlagen gemeinsam ein europäisches Programm im Umfang von 500 Milliarden Euro zur wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise vor. Dies geht aus einer deutsch-französischen Erklärung hervor, die der Deutschen Presse-Agentur am Montag vorlag. Die Milliardensumme soll demnach im Namen der EU am Kapitalmarkt aufgenommen werden und im Rahmen des mehrjährigen EU-Finanzrahmens als Hilfen an Krisenstaaten gehen.

Mit der deutsch-französischen Einigung kommt der Plan ein gutes Stück voran, der nach der dramatischen Pandemiekrise der europäischen Wirtschaft wieder auf die Beine helfen soll. Ein erstes Paket mit Kredithilfen von bis zu 540 Milliarden Euro war von den EU-Staaten bereits Anfang April vereinbart worden. Nun geht es um längerfristige Unterstützung beim Wiederaufbau.

16.19 Uhr: US-Labor verkündet «positive Zwischenergebnisse» bei klinischen Impfstoff-Tests

Das US-Biotech-Unternehmen Moderna hat von «positiven Zwischenergebnissen» in der ersten Phase von klinischen Tests eines möglichen Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus berichtet. Der gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelte Impfstoff mRNA-1273 habe bei acht von 45 Studienteilnehmern eine Immunreaktion hervorgerufen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Diese ähnelte demnach der Reaktion infizierter Menschen auf das Virus.

«Obwohl sie als vorläufig zu betrachten sind, zeigen die Zwischenergebnisse der ersten Phase, dass eine Impfung mit mRNA-1273 eine Immunreaktion in der gleichen Grössenordnung auslösen kann, wie sie durch eine natürlich ausgelöste Infektion hervorgerufen wird», erklärte Tal Zaks, medizinischer Leiter von Moderna. Die vollständigen Ergebnisse der ersten Phase der klinischen Tests sind jedoch noch nicht bekannt.

Das Unternehmen realisiert die klinische Studie gemeinsam mit der Gesundheitsbehörde NIH. Die US-Regierung investierte fast eine halbe Milliarde Dollar in das Forschungsprojekt. Drei Gruppen aus jeweils 15 Teilnehmern erhielten in der ersten Phase drei verschiedene Dosen des Impfstoffs. An der zweiten Phase, die den Angaben zufolge demnächst beginnt, soll voraussichtlich eine grössere Zahl von Menschen teilnehmen

Die dritte sowie letzte und wichtigste Phase der klinischen Tests soll im Juli beginnen. Sie ist ausschlaggebend für eine mögliche Anerkennung der Wirksamkeit des Impfstoffs. Laut Moderna ergaben zusätzliche Tests an Mäusen, dass der Impfstoff eine Verbreitung des Virus in den Lungen der Mäuse verhindert. Bislang gibt es weltweit keinen zugelassenen Impfstoff gegen das Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit COVID-19 auslöst.

15.55 Uhr: Lob für die geplante Contact-Tracing-App

Die vom Bundesrat auf den Weg gebrachte Contact Tracing-App berücksichtigt nach Ansicht von mehreren Organisationen die Forderungen der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft bezüglich Privatsphäre und Datenschutz weitgehend. Dies teilten Amnesty International, die Digitale Gesellschaft und die Stiftung für Konsumentenschutz in einer gemeinsamen Erklärung an Bundesrat Berset und das Bundesamt für Gesundheit BAG mit, wie es in einer Pressemitteilung heisst.

Am 20. Mai will der Bundesrat die gesetzlichen Grundlagen für den Betrieb der App verabschieden. Dabei soll ein dezentrales Konzept zum Zug kommen, das von den beiden Eidgenössischen Hochschulen Zürich (ETH) und Lausanne (EPFL) entwickelt wurde. Die grundlegenden Elemente dieser Anwendung sollen in den kommenden Wochen durch Apple und Google direkt in ihre Betriebssysteme übernommen werden.

Amnesty International, die Digitale Gesellschaft und die Stiftung für Konsumentenschutz sehen den «Grundsatz der Freiwilligkeit bei der Installation und Nutzung der App sowie bei der Benachrichtigung anderer Personen bei einer allfälligen Infektion» gewährleistet, ebenso den «Grundsatz der Datensparsamkeit und Anonymisierung, der dezentralen Speicherung, der Offenlegung des Quellcodes aller Komponenten und der Anwendung des Datenschutzes». Die App müsse aber «sinnvoll mit anderen Massnahmen verknüpft sein, damit sie nützlich und somit auch verhältnismässig ist». Ausserdem müsse die Nützlichkeit der App laufend evaluiert werden. Darüberhinaus dürften Personen, die die App nicht nutzen wollen, nicht benachteiligt werden.

15.29 Uhr: WHO-Konferenz startet mit Milliardenspende aus China

Mitten in der verheerenden Coronavirus-Pandemie haben Staatschefs und -chefinnen aus aller Welt an die Solidarität der Weltgemeinschaft mit den Schwächsten appelliert. Sie beschworen die internationale Gemeinschaft bei der Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag, zuerst das Virus in den Griff zu bekommen, und anschliessend Lehren aus dem Umgang mit der Pandemie zu ziehen.

Die Spannungen in der WHO zwischen China und den USA, die China Vertuschung zu Beginn des Ausbruchs vorwerfen, kamen zum Auftakt nicht zur Sprache. Auch nicht die scharfe Kritik der USA an der WHO, sie habe am Anfang der Epidemie unter Druck Chinas nicht rigoros genug die Alarmglocken geläutet. Die USA überliessen das Feld in der Auftaktsitzung den anderen, niemand aus Washington stand mit einem Redebeitrag zur Verfügung.

Chinas Präsident Xi Jinping nutzte dagegen die Chance, China im besten Licht darzustellen. Xi kündigte zwei Milliarden Dollar Corona-Hilfe zur Unterstützung ärmerer Länder an. Xi begrüsste ausserdem eine Untersuchung mit wissenschaftlichen Ansätzen, die objektiv und fair bleibe. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus kündigte eine eigene Untersuchung «zum frühestmöglichen Zeitpunkt» an.

15.05 Uhr: Ende der Medienkonferenz

Damit ist die heutige Medienkonferenz beendet. Wir danken für die Aufmerksamkeit. Eine nächste Information durch die Fachexperten des Bundes ist für kommenden Montag geplant.

15 Uhr: Ein Jahr oder länger bis zu einer Impfung

Es werde mindestens ein Jahr oder gar länger dauern, bis ein Impfstoff zur Verfügung stehe, so Daniel Koch. Darum sei die Schweiz bemüht, die sogenannte Containment-Strategie möglichst effizient umzusetzen, um die Fallzahlen so tief als möglich zu halten.

14.52 Uhr: Es braucht grössere Lagerbestände

Es sei wichtig, in der Schweiz einen ausreichenden Bestand an medizinischen Schutzgütern anzulegen, sagt Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch. Es sei möglicherweise angezeigt, in den betroffenen Bereichen, als auch bei den Pharmafirmen, die Wertschöpfungskette mehr zu diversifizieren. Das sei allerdings eine schwierige Aufgabe ab, doch in Zukunft würden diese Versorgungsketten sehr wahrscheinlich umgestellt. Es werde aber dabei bleiben, dass der Preis bei der Versorgung mit entsprechenden Gütern ausschlaggebend bleibe.

14.48 Uhr: Massnahmen werden noch länger dauern

Eine Herdenimmunität sei in der Schweiz noch länger nicht gegeben, sagt Daniel Koch auf die Frage eine Journalistin. Darum sei es nun wichtig, das Contact Tracing konsequent um zusetzen. Es gehe darum, Fälle und Kontaktpersonen frühzeitig zu identifizieren und die Betroffenen in Quarantäne zu stecken. So würden weitere Lockerungen möglich, denn bis zu einem allfälligen Impfstoff werde es noch eine Weile dauern, so Koch.

Es gebe immer weniger virenbedingte Krankheiten bei warmem Wetter, Covid-19 sei darum leichter zu identifizieren, sagte Koch am Montag vor den Bundeshausmedien weiter. Dies und das Verhalten der Bevölkerung führten dazu, dass «die erste Welle» zu Ende gehe.

14.42 Uhr: Vom Reisen wird nicht mehr abgeraten

«Die Situation ist nicht mehr so dramatisch wie vor Ostern», so Koch in Bezug auf Reisen über die kommenden langen Wochenenden. Von Reisen innerhalb der Schweiz rät er darum nicht mehr in gleicher Deutlichkeit ab.  Die Leute sollten das schöne Wetter geniessen, sich dabei aber strikt an die Hygiene- und Abstandregeln halten, so der BAG-Experte.

14.32 Uhr: Einseitige Grenzöffnung Italiens

Zu Fragen führt auch die einseitig angekündigte Grenzöffnung Italiens per 3. Juni. Diese sei auch einseitig möglich, die Schweiz müsse hier nicht mitziehen. Es sei aber eine schwierige Frage, wie man mit Menschen umgehen soll, die für eine kurze Reise aus der Schweiz nach Italien ausreisen und dann wieder zurückkommen. Hier werde man allenfalls wieder mit Informationsflyern arbeiten, um die Betroffenen auf die Gefahren hinzuweisen.

14.30 Uhr: Keine Verschärfung bei Masken im öV

Gesichtsmasken sind im öffentlichen Verkehr immer noch eine Seltenheit. Ein Journalist fragt darum, ob der Bund nicht gedenke, die Maskenempfehlung für Zug und Bus zu verschärfen. Das sei nicht geplant, antwortet Daniel Koch. Masken seien angebracht, wenn der Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden können, derzeit verlaufe die Entwicklung bei den Ansteckungen ja erfreulich.

14.27 Uhr: Weitere Lockerungen geplant

Im Bereich des Demonstrationsverbots werde der Bundesrat bald weitere Lockerungen beschliessen, da es sich hierbei um ein Grundrecht handle, dessen Einschränkung sehr problematisch sei.

14.25 Uhr: Auch im Ausgang bleibt Abstand wichtig

Koch bittet weiterhin um Vorsicht beim Nachtleben. Er fordere alle auf, sich auch beim Ausgehen in Bars und Restaurants an die Abstandregeln zu halten. Es sei im Interesse aller, gefährliches Verhalten zu verhindern und solche Ansammlungen seien für alle Anwesenden ein grosses Reisiko. Im schlimmsten Falle müsse ein solches Gebiet wieder geschlossen werden, wenn sich das Virus dort wieder verbreite.

14.20 Uhr: Gästedaten sind wichtig für Betriebe

Die Daten, wer wann wo ein Restaurant besucht habe, seien für den Bund nicht nötig, sagt Daniel Koch auf die Frage eines Journalisten. Hingegen seien sie für die Gastrobranche selber von Bedeutung, falls ein Mitarbeiter eines Betriebs am Coronavirus erkrankt. Denn in diesem Fall werde es möglich, die betroffenen Gäste zu informieren. Darum ruft Koch die Betriebe nach wie vor dazu auf, die Kontaktdaten zu sammeln und bei sich zu verwahren.

14.13 Uhr: Internationaler Handel

Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch vom Staatssekretariat für Wirtschaft Seco informiert zum aktuellen Stand beim internationalen Handel. Die Schweiz bringe sich in internationalen Formen vermehrt ein, um die nötigen Kontakte zu Pflegen. Die Schweiz sei ja ein wichtiger Produzent pharmazeutischer Produkte und von Medizintechnik. 

Der Bund führe regelmässig Telefonkonferenzen mit den beteiligten Unternehmen durch. Da habe man die Rückmeldung erhalten, dass es derzeit beim Import von Medizinprodukten kaum noch zu Behinderungen komme. Allerdings übersteige der Bedarf vor allem an Schutzkleidung nach wie vor das Angebot um ein Weites. Ein zusätzliches Problem seien die fehlenden Kapazitäten bei der Luftfracht.

14.08 Uhr: Erleichterung bei Demonstrationsverbot

Die Juristen des Bundes haben sich über das Versammlungsverbot gebeugt und sind zum Schluss gekommen, dass Demonstrationen mit bis zu fünf Personen nicht mehr als Verstoss gegen des Versammlungsverbots gewertet werden sollen, wie Koch mit Blick auf die Demonstrationen der letzten Tage sagt. Entsprechend seien solche Kundgebungen wieder möglich, wenn dabei die Abstandsregeln eingehalten würden. Es sei aber klar, dass damit das Problem auch nicht gelöst sei, so der BAG-Vertreter weiter.

14.05 Uhr: Leute werden wieder mobiler

Die Zahl der zurückgelegten Kilometer pro Tag erhöht sich langsam wieder, wie die Auswertung der Positionsdaten durch die Swisscom ergab, so Koch. Auch würde wieder mehr gereist, wenn auch immer noch deutlich weniger als vor Beginn der Coronakrise. Kaum zugenommen hat hingegen nach einer Auswertung der Daten für den Hauptbahnhof Zürich die Benutzung des öffentlichen Verkehrs. Koch vermutet, dass die gesteigerte Mobilität vor allem auf den Gebrauch von Velos und Autos zurückzuführen sei.

14 Uhr: Weder Todesfall noch Spitaleinweisung

«Wie Sie sehen, gab es seit gestern nur noch zehn positiv bestätigte neue Fälle», beginnt Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit die Medienkonferenz. Es sei in den vergangenen 24 Stunden zudem zu keinem weiteren Todesfall durch Covid-19 gekommen, auch wurde niemand deshalb ins Spital eingeliefert. Man sei auf Kurs, die aktuellen Zahlen seien «sehr erfreulich».

13.45 Uhr: Die Fachexperten des Bundes informieren wieder

Um 14 Uhr erhalten Journalisten wieder die Gelegenheit, den Fachexperten des Bundes Fragen zu stellen. Mit dabei sind dieses Mal lediglich Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit und Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch vom Staatssekretariat für Wirtschaft Seco.

13.33 Uhr: Alle erwachsene Dänen können sich testen lassen

Alle Erwachsenen in Dänemark bekommen die Möglichkeit, sich auf das neuartige Coronavirus testen zu lassen. Angesichts der dänischen Strategie, die Zahl der getesteten Dänen massiv zu erhöhen, können alle volljährigen Bürger im Laufe der Woche einen Termin für einen Corona-Test vereinbaren. Selbst beim kleinsten Verdacht, sich möglicherweise angesteckt zu haben, solle man dies tun, erklärte Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Montag.

Kurz darauf standen bereits Zehntausende Dänen auf der entsprechenden Webseite auf der Warteliste, um eine Testzeit zu buchen. Dort konnten sich zunächst die 18- bis 25-Jährigen anmelden, ehe diese Möglichkeit in den kommenden Tagen auch für ältere Erwachsene freigeschaltet werden sollte.

13.12 Uhr: Auch UN-Chef für Untersuchung der Pandemie

UN-Generalsekretär António Guterres hat seine Forderung nach einer Untersuchung der Ursprünge der Coronavirus-Pandemie bekräftigt. Es müsse untersucht werden, woher das Virus kam, wie es sich mit so verheerenden Auswirkungen und so schnell um die Welt ausbreiten konnte, sagte er am Montag in einer Videobotschaft zum Auftakt der Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

«Aber jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt», sagte Guterres. Jetzt müsse die Welt solidarisch zusammenarbeiten, um das Virus zu stoppen. «Entweder kommen wir zusammen durch diese Pandemie oder wir scheitern», sagte er. Neben den USA und der EU haben viele Länder eine Untersuchung gefordert. China wehrt sich gegen Vorwürfe, es habe Informationen zu Beginn des Ausbruchs unterdrückt und verschleppt.

12.49 Uhr: Die am stärksten betroffenen Länder

Covid-19: Die am stärksten betroffenen Länder – Infizierte, Todesfälle, Genesene
Grafik: dpa

12.48 Uhr: Kletterverbot für Japans heiligen Berg Fuji

Der heilige Berg Fuji ist eines der beliebtesten Touristenziele in Japan - wegen der Corona-Pandemie haben die Behörden am Montag nun aber ein Kletterverbot verhängt. Es ist das erste Mal seit 1960, dass alle vier Routen auf den Berg gesperrt werden. Die Klettersaison sollte eigentlich am 10. Juli beginnen.

12.21 Uhr: WHO fordert Vorbereitung auf zweite Welle

Die europäischen Staaten sollten sich nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits jetzt auf eine zweite tödliche Welle von Coronavirus-Infektionen einstellen.

Es sei an der «Zeit für die Vorbereitung, nicht für Feierlichkeiten», sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, am Montag der britischen Zeitung «The Telegraph». Er reagierte damit auf die Lockerung von Massnahmen gegen die Pandemie in mehreren Ländern.

Besonders besorgt äusserte sich der WHO-Regionaldirektor über die Möglichkeit einer «Doppelwelle». «In dem Fall könnten wir eine zweite Covid-Welle haben und eine saisonale Grippe oder die Masern.» Viele Kinder seien nicht gegen die Masern geimpft, warnte Kluge. Die Länder müssten die Zeit nun nutzen, um ihr Gesundheitswesen zu stärken und zum Beispiel die Kapazitäten in Krankenhäusern auszubauen.

Zwar gingen in Staaten wie Grossbritannien, Frankreich und Italien die Fallzahlen zurück, sagte der Experte. Aber das bedeute noch nicht, dass sich die Pandemie dem Ende nähere. Wegen der Coronakrise hält die WHO ihre zweitägige Jahresversammlung bis Dienstag nur online ab.

12.03 Uhr: Zehn Neuinfektionen an einem Tag gemeldet

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages noch zehn neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden, deutlich weniger als am Sonntag. Dies teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag mit.

Am Sonntag hatte das BAG noch 15 neu registrierte Ansteckungen gemeldet und am Samstag 58. Am Donnerstag und Freitag waren es 50 respektive 51 gewesen.

Insgesamt gab es gemäss den Angaben der Behörde vom Montag 30'597 laborbestätigte Fälle. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gab es 356 Ansteckungen.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 in allen Kantonen zusammen betrug nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Montagmittag 1'884.

Keystone-SDA analysiert die auf den Internetseiten der Kantone vorliegenden offiziellen Daten und aktualisiert sie zweimal täglich, mittags und abends. Allerdings haben nicht alle Kantone die Zahlen am Wochenende nachgeführt.

Neue Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 meldete das BAG am Montag nicht; es hatte nach wie vor 1'603 registriert. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Montagmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG.

Medizinisches Personal hält ein Röhrchen mit einer Nährlösung für einen Corona-Test in der Hand. (Symbolbild)
Bild: Keystone

11.37 Uhr: Krise trübt Quartalsergebnis der Post

Die Schweizerische Post hat im ersten Quartal 2020 ein tieferes Ergebnis als im Vorjahr erzielt. Der Konzerngewinn fällt um 46 Millionen Franken kleiner aus, das Betriebsergebnis liegt 57 Millionen unter dem Wert von 2019. Schuld sei die Corona-Krise, sagt die Post.

Die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie hätten sich bereits in den ersten drei Monaten gezeigt und würden sich voraussichtlich erheblich auf das Jahresergebnis der Post auswirken, heisst es in einer Medienmitteilung vom Montag.

11.21 Uhr: Ausbreitung in Russland wohl leicht verlangsamt

In Russland hat sich die bislang rasante Ausbreitung des Coronavirus nach offiziellen Angaben leicht verlangsamt. Zum ersten Mal seit Monatsbeginn gebe es weniger als 9'000 neue Corona-Infektionen an einem Tag, teilten die Behörden am Montag in Moskau mit. Insgesamt haben sich demnach rund 290'700 Menschen in Russland angesteckt, 2'722 sind bislang nach offizieller Darstellung gestorben. Die Lage habe sich in den vergangenen Tagen im ganzen Land stabilisiert, hatte Russlands oberste Amtsärztin, Anna Popowa, im Staatsfernsehen bereits am Wochenende erklärt.

Zuletzt gab es Berichte ausländischer Medien, dass die offiziellen Zahlen geschönt seien und viele Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus nicht in der Statistik auftauchten. Russlands Staatsführung dementierte das vehement und geht nun gegen solche Berichte vor.

11.13 Uhr: Initiative für Corona-Wiederaufbau

Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron wollen kurzfristig eine gemeinsame Initiative für eine europäische Antwort auf die Corona-Krise vorstellen. Wie der Élyséepalast am Montag in Paris mitteilte, sei um 15.30 Uhr eine Videokonferenz der beiden Top-Politiker geplant.

Gegen 17.00 Uhr werde eine gemeinsame Pressekonferenz folgen. Auch eine deutsch-französische Erklärung werde vorbereitet. Wie Diplomaten berichteten, sprechen Berlin und Paris auf Spitzenebene schon länger über den geplanten europäischen Fonds zur wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise.

Nach französischer Vorstellung soll ein europäischer Wiederaufbaufonds einen Umfang von mindestens einer Billion Euro haben. Ein Teil der Mittel solle als Zuschüsse an die EU-Staaten gehen, der Rest als Kredit, hatte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire gesagt. Die EU-Kommission werde ihren Vorschlag noch in diesem Monat vorlegen, hiess es.

10.38 Uhr: Griechenland öffnet archäologische Stätten

Nach knapp zwei Monaten Corona-Pause sind die griechischen archäologischen Stätten am Montag wieder geöffnet worden. Dies gilt zunächst nur für Orte im Freien wie die Akropolis von Athen. Die griechische Staatspräsidentin Ekaterini Sakellaropoulou ging am Morgen als erste zum Wahrzeichen der griechischen Hauptstadt. Sie rief alle Besucher auf, «die hygienischen Vorschriften einzuhalten», wie das Staatsfernsehen berichtete.

Zudem sind seit Montag wieder Reisen in alle Landesteilen sowie zur Insel Kreta erlaubt. Grünes Licht für Ausflüge auch zu den kleineren Inseln soll stufenweise im Juni gegeben werden, teilte die Regierung mit. Die Museen in Griechenland sollen nach Angaben des Kulturministeriums am 15. Juni geöffnet werden.

10.30 Uhr: Reiseveranstalter verlängern Reisestopps

Die Schweizer Reiseanbieter Tui, Hotelplan und DER Touristik streichen den grössten Teil der Reisen ins Ausland bis am 14. Juni. Die betroffenen Kunden können ihre Reise umbuchen oder erhalten ihr Geld zurück, wie die Veranstalter am Montag mitteilten.

Zum Entscheid beigetragen habe gemäss einer Sprecherin von Tui Suisse auch die Ankündigung des Bundesrates von vergangener Woche, dass die Schweizer Grenzen voraussichtlich erst Mitte Juni wieder für touristische Reisen geöffnet werden. Mittlerweile seien bereits die meisten betroffenen Kunden über die Annullierung ihrer Reisen informiert worden.

Tui hat zudem die Umbuchungsphase für Reisen verlängert. Gebuchte Reisen bis einschliesslich August können kostenlos auf ein neues Datum und gegebenenfalls auf ein anderes Ferienziel umgebucht werden.

Bei Hotelplan Suisse heisst es auf Anfrage, man beobachte die Situation laufend. Es zeige sich aber, dass bis Mitte Juni viele touristische Destinationen ihre Grenzen noch geschlossen halten. Dadurch seien Ferienreisen vielfach schlicht nicht möglich, was zu diesem Entscheid geführt habe.

Auch Tui streicht den Grossteil der Reisen ins Ausland bis Mitte Juni. (Archiv)
Bild: Keystone

10.25 Uhr: Rekord bei Neuinfektionen in Indien

Indien hat seinen bislang höchsten Tagesanstieg an Corona-Infektionen vermeldet. Der Staat gab am Montag 5'242 neue Infektionsfälle in den vorangegangenen 24 Stunden bekannt und 157 Tote. Damit hat Indien bislang mehr als 96'000 Infektionsfälle verzeichnet.

Als Grund für den Anstieg werden die Rückreisen von Wanderarbeitern in ihre Heimatdörfer angesehen. Nach einer wochenlangen Sperre hatte Indien seine Einschränkungen am 4. Mai gelockert und den Wanderarbeitern die Rückreise gestattet, weswegen in den vergangenen zwei Wochen Millionen Menschen unterwegs waren.

10.12 Uhr: Kinder in Österreich können wieder zur Schule

Ein Grossteil der österreichischen Kinder und Jugendlichen kann nach der Corona-Pause wieder zur Schule gehen. Seit Montag werden die 6- bis 14-Jährigen wieder unterrichtet. Für rund 700'000 Schüler endet damit in dieser Woche das coronabedingte Homeschooling – durch die Aufteilung mancher Klassen ist der erste Schultag aber für einige erst am Donnerstag.

Bei der Wiederaufnahme des Unterrichts für diese Jahrgänge handelt es sich um den zweiten Schritt beim Neustart der österreichischen Schulen. Bereits seit 14 Tagen werden Schüler unterrichtet, die kurz vor einem Abschluss stehen, etwa Abiturienten. Ab dem 3. Juni startet die Schule dann auch wieder für Jugendliche über 14 Jahre.

Eine Schülerin folgt dem Unterricht am Montag, 18. Mai 2020, in einer Volksschule in Brunn am Gebirge, Österreich,
Bild: Keystone

10.06 Uhr: ZDF verschiebt «Wetten, dass..?»-Sonderausgabe

Das ZDF verschiebt wegen der Corona-Krise eine geplante «Wetten, dass..?»-Sonderausgabe. «Thomas Gottschalk und das ZDF freuen sich nun auf eine spannende Show im kommenden Jahr», teilte das Zweite Deutsche Fernsehen in Mainz am Sonntagabend mit. Die Sendung war ursprünglich für den 7. November geplant.

ZDF-Showchef Oliver Heidemann erklärte: «"Wetten, dass..?" ist eine Show, die von der einzigartigen Atmosphäre einer grossen, vollbesetzten Halle lebt. Das kann im Moment leider nicht seriös geplant werden.» Der Unterhaltungsfachmann fügte hinzu: «Der zweite Grund ist die fehlende Vorbereitungszeit für die oft skurrilen und aufwendigen Wetten. Hier braucht es häufig grosse Menschenmassen, die viele Monate für eine Kraft- oder Geschicklichkeitswette üben. Auch das ist zurzeit leider nicht möglich.»

Entertainer Thomas Gottschalk, der am späten Sonntagabend im ZDF in seinen 70. Geburtstag hineinfeierte, sagte: «"Wetten, dass..?" kann keine Notausgabe sein, das muss 'ne Party sein und das muss 'ne Nostalgie-Party sein»

9.30 Uhr: Fast 90'000 Corona-Tote in den USA

In den USA ist die Zahl der Corona-Toten auf fast 90'000 gestiegen. Wie die Johns-Hopkins-Universität am Sonntagabend (Ortszeit) mitteilte, starben in den vorangegangenen 24 Stunden 820 Menschen nach einer Coronavirus-Infektion. Dies sei die niedrigste Opferzahl seit dem 10. Mai.

Landesweit wurden den Angaben zufolge bislang 1'486'367 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen – mehr als 30 Prozent der weltweit registrierten Infektionsfälle. Mit rund 89'500 Fällen sind die USA überdies mit Abstand das Land mit den meisten Corona-Toten weltweit.

US-Präsident Donald Trump hebt hervor, dass kein Land so viel auf das neuartige Coronavirus teste wie die Vereinigten Staaten. Kritiker werfen ihm und seiner Regierung allerdings vor, verspätet und unzureichend auf die Pandemie reagiert zu haben.

8.58 Uhr: EZB-Chefökonom sieht langen Weg aus Corona-Tal

Die Wirtschaft der Eurozone wird nach Einschätzung von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane wahrscheinlich frühestens im nächsten Jahr wieder das Niveau vor der Coronavirus-Krise erreichen.

«Aus heutiger Sicht sieht es auf jeden Fall unwahrscheinlich aus, dass die Wirtschaftstätigkeit vor 2021, wenn nicht sogar später, zu ihrem Vorkrisenniveau zurückkehren wird», sagte Lane der spanischen Zeitung «El Pais». Die Europäische Zentralbank sei bereit, notfalls ihre Instrumente im Kampf gegen die Krise anzupassen.

8.26 Uhr: 138 Tote durch gepanschten Alkohol in Mexiko

In Mexiko sind seit dem Beginn der Corona-Krise 138 Menschen nach dem Konsum von gepanschtem Alkohol gestorben. Allein im Bundesstaat Puebla wurden 70 Opfer verzeichnet, wie das dortige Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte. 15 Patienten würden im Krankenhaus behandelt, die meisten von ihnen schwebten in Lebensgefahr.

Nach Angaben der Behörden hatte die Corona-Pandemie zu Versorgungsengpässen bei alkoholischen Getränken geführt, was viele Menschen dazu getrieben habe, gepanschten Alkohol zu trinken. Die grossen Brauereien im Land sind seit Anfang April geschlossen, die Bierproduktion soll erst im Juni wieder anlaufen.

8.03 Uhr: Krise trifft Ryanair noch schwerer

Europas grösster Billigflieger Ryanair gerät in der Coronavirus-Krise noch schwerer in Bedrängnis und wird im ersten Geschäftsquartal einen höheren Verlust einfliegen als gedacht. So dürfte zwischen April und Juni ein Verlust von mehr als 200 Millionen Euro anfallen, teilte das Unternehmen am Montag mit den Zahlen zum vorigen Geschäftsjahr mit.

Der Konzern mit Sitz in Dublin hatte bisher mit einem Fehlbetrag von mehr als 100 Millionen Euro gerechnet. Die Iren erwarten dieses Geschäftsjahr weniger als 80 Millionen Passagiere – und damit nur fast die Hälfte der ursprünglich angepeilten 154 Millionen Fluggäste.

Die Fluggesellschaft Ryanair verdoppelt seine Verlustwarnung. (Archiv)
Bild: Keystone

8 Uhr: Wieder Corona-Ausbruch auf deutschem Schlachthof

Erneut ist auf einem deutschen Schlachtbetrieb ein massiver Ausbruch des Coronavirus bekannt geworden. 92 Mitarbeiter eines Schlachthofs im niedersächsischen Dissen wurden positiv getestet, wie der Landkreis Osnabrück am Sonntagabend mitteilte. Die für die Bekämpfung des Virus zuständigen Mitglieder der deutschen Regierung wollen am Montag über eine mögliche stärkere Regulierung der Fleischbranche beraten.

Für die infizierten Mitarbeiter der Firma in Dissen und ihre Kontaktpersonen wurde Quarantäne angeordnet. Die Produktion in dem Schlachthof wurde ausgesetzt. Viele der Infizierten wohnten in Sammelunterkünften und würden von Subunternehmen beschäftigt, teilte der Landkreis ferner mit. Bereits zuvor waren in mehreren anderen deutschen Schlachthöfen zahlreiche Coronavirus-Infektionsfälle aufgetreten.

7.19 Uhr: Coop spendet Einkaufsgutscheine ans Rote Kreuz

Coop spendet dem Schweizerischen Roten Kreuz 3'000 Einkaufsgutscheine im Wert von insgesamt 150'000 Franken. Die Gutscheine über jeweils 50 Franken sind für Menschen gedacht, die aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie in Not geraten sind.

Die Corona-Krise habe die Situation der von Armut betroffenen Menschen in der Schweiz verschärft, erklärte der Detaillist am Montag in einem Communiqué. Coop unterstütze so das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) bei der Versorgung der armutsbetroffenen Bevölkerung.

Gleichzeitig animiert Coop seine Kundinnen und Kunden, Gleiches zu tun. Sie könnten beispielsweise Superpunkte spenden oder das SRK direkt mit Spendenbons unterstützen. Diese seien in der nächsten Ausgabe der «Coopzeitung» zu finden.

6.25 Uhr: Mehrheit für Schutzmaskenpflicht im ÖV

Über zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung sprechen sich zum Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus für eine Schutzmasken-Tragpflicht im öffentlichen Verkehr aus. Auch Tracing-Apps von Kontakten mit Infizierten würden 60 Prozent einschalten. Knapp 70 Prozent begrüssen den Präsenzunterricht an Schulen.

Zu diesen und weiteren Schlüssen kommt eine Umfrage der Tamedia-Zeitungen und der Gratiszeitung «20 Minuten», die am Montag publiziert wurde. Die Hälfte aller stimmberechtigten Befragten kennt niemanden, der an der Lungenkrankheit Covid-19 gelitten hat. Ebenso hat die Hälfte wenig Angst vor einer Ansteckung. Die Angst nimmt mit dem Alter zu.

Nach wie vor am meisten leidet die Bevölkerung an den eingeschränkten Sozialkontakten. 39 Prozent gaben dies als schlimmste persönliche Folge der Pandemiebekämpfung an. Bei Frauen war dies häufiger der Fall.

Pendler mit Schutzmasken in einer S-Bahn in Zürich nach den Lockerungen der Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie am 11. Mai 2020. 
Bild: Keystone/Gaetan Bally

Der Alkoholkonsum stieg bei zwölf Prozent der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer, bei 25 Prozent sank er. Deutlich abgenommen hat die sportliche Betätigung. Mehr als ein Drittel betrieben im Lockdown weniger Sport als vorher. Bei der Ferienplanung wollen 27 Prozent spontan entscheiden. 19 Prozent haben sich bereits auf die Schweiz als Feriendestination festgelegt.



Das Lockerungstempo des Bundesrats bezeichneten 45 Prozent als angemessen, 15 Prozent fanden es zu langsam und 38 Prozent zu schnell. Dabei gab es Alters- und Geschlechtsunterschiede. 42 Prozent der Frauen ging es zu schnell. 55 Prozent der über 65-Jährigen stimmten mit dem Bundesrat überein. Generell ging es jenen zu schnell, die sich vor einer Covid-19-Erkrankung fürchten.

Die Zeitungen führten ihre zweite Coronavirus-Umfrage am 14. Mai auf ihren Newsportalen durch. 26'145 Personen nahmen daran teil. Der Fehlerbereich liegt bei 1,4 Prozent. Eine erste Umfrage datiert vom 15. April.

6.20 Uhr: Absage an Selbstversorgung

Der Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW), Christian Hofer, hat einer Selbstversorgung der Schweiz eine Absage erteilt. «Die Schweiz hat zu wenig Land, um sich selbst zu versorgen», sagte er der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Montag. «Wir werden immer abhängig sein vom Ausland», betonte der Direktor. «Wir müssen gute Beziehungen zum Ausland pflegen», mahnte er.

Hofer widerspricht in dem Interview auch dem Präsidenten des Bauernverbandes Markus Ritter, der mindestens gleich viel bis bisher im Inland produzieren will. «Nur die Kalorien zu zählen, welche die Landwirtschaft produziert, ist gefährlich», entgegnete der BLW-Direktor auf eine entsprechende Frage. Eine Ernährungssicherheit sei viel mehr als dies. Die Schweiz müsse das landwirtschaftliche Wissen erhalten, und das Land müsse schauen, dass die Böden fruchtbar blieben, betonte Hofer.

«Weniger Massenproduktion, mehr Qualität. Auf diesem Weg gehen wir weiter», sagte der BLW-Direktor weiter. Ganz punktuell könne es sogar sinnvoll sein, mehr zu importieren, erklärte er. «Weil wir so die Umwelt schonen.» Und falls irgendwann wieder eine Krise komme, könne die Schweiz auf fruchtbarem Böden anbauen.

Die aktuelle Krise habe zudem gezeigt, dass die Strategie der Versorgungssicherheit funktioniere, sagte er. «Wir mussten nie auf die Pflichtlager zurückgreifen», so Hofer. Die Schweiz habe aber auch Schwachstellen erkannt – so komme das Saatgut für Gemüse zu 100 Prozent aus dem Ausland, erklärte er. «Auch beim Dünger, beim Treibstoff und bei Pflanzenschutzmitteln sind wir angewiesen auf Importe.» Die Lieferungen solcher Güter seien aber durchaus ins Land gekommen, und es habe keine Engpässe gegeben, hiess es.



5.33 Uhr:  «Gewaltiger Schock» für Chinas Wirtschaft

China hat weitere wirtschaftspolitische Massnahmen in der Coronavirus-Krise angekündigt. Die weltweite Nachfrage sei infolge des Ausbruchs des Coronavirus deutlich eingebrochen und der Handel stünde vor beispiellosen Herausforderungen. Dies sagte Chinas Handelsminister Zhong Shan auf einer Pressekonferenz am Montag in Peking. Die Unternehmen hätten eine extrem schwierige Zeit. Der Virusausbruch sei für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes «ein gewaltiger Schock».

Die Regierung Chinas wolle daher die Binnennachfrage ankurbeln, hiess es weiter. Zudem beabsichtige das Reich der Mitte, den Konsum fördern, fügte er ohne Angabe weiterer Details hinzu.

5.32 Uhr: Brasilien vermeldet mehr als 16’000 Corona-Tote

Zwei Monate nach dem ersten registrierten Todesfall sind in Brasilien mehr als 16’000 Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Dies ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Sonntag hervor. Demnach starben in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 16’118 Menschen an der Lungenkrankheit. 241'080 Infizierte wurden inzwischen verzeichnet.

Nach den Daten der in den USA beheimateten Johns Hopkins University liegt das Land mit kontinentalen Ausmassen damit bei der Zahl der Todesopfer weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten auf Platz vier der am schwersten betroffenen Länder vor Italien und Spanien.

Auch in anderen Ländern Lateinamerikas steigen die Infektionszahlen mit dem neuen Coronavirus und auch die Zahlen der Todesopfer deutlich. Wie der brasilianische Bundesstaat São Paulo (4'688) hat inzwischen auch Mexiko (mehr als 5'000) bei der Zahl der offiziell gemeldeten Corona-Toten China überholt. Besonders viele Infektionen in Amerika verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch für drei andere amerikanische Länder: Demnach wurden in Peru und Chile in der vergangenen Woche zwischen 10’000 und 100’000 neue Infektionen gemeldet, in den USA sogar mehr als 100’000.

4.43 Uhr: Zurich kündigt Zahlungen aus Kulanz an

Der Versicherungskonzern Zurich Insurance Group hat Schadenszahlungen aus Kulanz wegen der Coronavirus-Krise angekündigt. Konzernchef Mario Greco sagte gegenüber dem «Blick» vom Montag, das Thema betreffe ohnehin nur die Schweiz.

«Insbesondere in den USA sind Risiken im Zusammenhang mit Viren nicht versichert. In der Schweiz erhalten über 90 Prozent der bei Zurich versicherten Gastrobetriebe mit einer Epidemie-Versicherung die volle Pandemie-Deckung», erklärte Greco. Die anderen Betriebe erhielten Kulanz-Zahlungen aus dem Zurich-Solidaritätsfonds, sagte der Versicherungsmanager weiter.

Auch bei Prämienzahlungen, die nicht rechtzeitig eingingen, wolle sich der Konzern von seiner Sonnenseite zeigen. «Falls nötig, geben wir unseren Kunden mehr Zeit», kündigte Greco zudem an. «Es gibt Rabatte und andere Vergünstigungen. In der Schweiz gewähren wir meist einen Zahlungsaufschub, auch für Mieter von Immobilien, die der Zurich gehören. Zudem versenden wir keine Mahnungen und verzichten auf Betreibungen», hiess es weiter.

Der Zurich-Konzernchef stellt neben alldem Prämiensenkungen in Aussicht. «Zum Beispiel in der Autoversicherung», sagte er. Die Menschen blieben zu Hause und würden weniger Auto fahren. «Es gibt also weniger Unfälle – und damit auch weniger Schäden», so Greco. Es gebe ausserdem weniger Verkehrstote, aber auch weniger Alkohol- und Drogenexzesse. «Auch das Klima profitiert davon, dass im Moment die Umweltverschmutzung zurückgeht. Es verkehren weniger Autos und weniger Flugzeuge, viele Fabriken sind geschlossen. Zudem leben die Leute in der Regel gesünder, was langfristig positive Folgen haben wird», sagte Greco.

Insgesamt rechnet der Zurich-Konzernchef mit Schadenforderungen wegen der Coronavirus-Krise bis Ende Jahr von rund 750 Millionen Dollar. Dieser vergleichsweise geringe Betrag zeige vor allem, wie sorgfältig seine Versicherungsgruppe ihre Risiken manage, frohlockte der Konzernchef. «Wir würden beispielsweise Grossevents wie die Olympischen Spiele nie versichern, weil dies zu riskant wäre», hob er hervor. Die grössten Forderungen beträfen Betriebsunterbrechungen bei Firmen, da dort der Einnahmeausfall gedeckt sei. Dies koste den Konzern vor allem in Europa viel Geld, sagte der Manager diesbezüglich. Eine Pandemie habe aber immer zuoberst auf der Liste der grössten jährlich zu erwartenden Risiken des Konzerns gestanden.

3.46 Uhr: Ein Fünftel der Apple Stores weltweit wieder offen

Apple will in dieser Woche mehr als 25 seiner Filialen in den USA wieder öffnen. «Unsere Verpflichtung ist es, unsere Läden für unsere Kunden wieder zu öffnen, wenn wir sicher sind, dass es ungefährlich ist», schrieb Deirdre O'Brien, Leiterin des Einzelhandels, am Sonntag (Ortszeit) in einer Mitteilung auf der Website des kalifornischen Technologiekonzerns. Mit einer reduzierten Kundenanzahl, Einzelbetreuung im Kundendienst sowie Gesichtsmasken für Angestellte und Kunden soll die Sicherheit in den Apple-Stores gewährleistet werden, hiess es weiter.

Vergangene Woche hatte Apple seine ersten fünf Filialen in den Vereinigten Staaten wiedereröffnet und Kunden und Mitarbeiter aufgefordert, sich Temperaturkontrollen zu unterziehen und Gesichtsmasken zu tragen.

Apple unterhält 510 Stores weltweit, davon 271 in den USA. Nach Angaben der Website 9to5Mac sollen in Italien zehn Filialen ab Dienstag den Betrieb wieder aufnehmen. Der iPhone-Hersteller hatte im März als Reaktion auf die Ausbreitung des Coronavirus alle Filialen ausserhalb Chinas geschlossen. Die Läden in China wurden bereits im Januar geschlossen und sind seit Mitte März wieder geöffnet.

Auch in Australien machte der Apple-Konzern bereits vor einigen Tagen vielerorts seine Geschäfte wieder auf. In Sydney in der Filiale Bondi Junction bildeten sich umgehend lange Schlangen beidseitig vor dem Eingang. Zahlreiche Kunden standen wegen Reparaturaufträgen, aber auch wegen Neuanschaffungen von Apple-Geräten an.



3.56 Uhr: Lockerungen in Dominikanischer Republik

Die Dominikanische Republik beginnt mit der Lockerung ihrer Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Ab Mittwoch kann in Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern sowie in der öffentlichen Verwaltung bis zur Hälfte der Belegschaft wieder zur Arbeit gehen, wie der Präsident des Karibikstaates, Danilo Medina, am Sonntag (Ortszeit) in einer Ansprache an die Nation verkündete. In grösseren Firmen seien es bis zu 25 Prozent der Mitarbeiter. Ausserdem würden öffentliche Verkehrsmittel von 6 bis 18 Uhr wieder fahren, dort herrsche allerdings Maskenpflicht.

Weitere Lockerungen sollen in einer zweiten von insgesamt vier Phasen frühestens 14 Tage später folgen, sofern die Umstände es erlauben. Eine am 20. März eingeführte nächtliche Ausgangssperre gilt weiterhin. Als Grund für die Lockerungen gab Medina an, die Dominikanische Republik habe das Virus ausgebremst. In der neuen Phase gelte es, «auf sichere Weise mit Covid-19 zusammenzuleben».

In der Dominikanischen Republik sind am 5. Juli Präsidenten- und Parlamentswahlen geplant. Ab Mitte Februar kam es in dem bei Urlaubern beliebten Land über Wochen zu Demonstrationen, nachdem landesweite Kommunalwahlen wegen Fehlern der elektronischen Wahlgeräte abgebrochen worden waren. Es wurde schliesslich am 15. März gewählt. Medina erklärte vor einigen Wochen, die Anti-Corona-Massnahmen nicht früher ergriffen zu haben, um die Kommunalwahlen zu ermöglichen.

Bislang wurden in der Dominikanischen Republik nach Regierungsangaben 12’314 Fälle der Lungenkrankheit Covid-19 registriert. 428 der Infizierten starben demnach.

3.34 Uhr: Cuomo macht öffentlichen Coronavirus-Test

Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo hat sich am Sonntag (Ortszeit) vor laufender Kamera einem Coronavirus-Test unterzogen. Während seiner täglichen Pressekonferenz zur Lage der Pandemie entnahm eine Ärztin eine Abstrichprobe aus der Nase des 62-Jährigen. Das sei schnell gegangen und habe überhaupt nicht weh getan, sagte Cuomo. Der Demokrat forderte die Menschen in New York auf, sich bei Bedarf testen zu lassen. Sie hätten die Kapazitäten deutlich ausgeweitet. An rund 700 Stationen könnten nun täglich 40'000 Tests durchgeführt werden.

In dem besonders stark von der Corona-Pandemie betroffenen Bundesstaat New York sind die Todeszahlen weiter gesunken. Am Vortag seien 139 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben, deutlich weniger als zum Höhepunkt des Ausbruchs im April, teilte Cuomo am Sonntag mit. Auch die Zahl der Infizierten, die im Spital liegen, sank weiter, ebenso die Zahl der Neu-Infizierten.

Insgesamt haben sich in dem Bundesstaat mit 19 Millionen Einwohnern bislang mehr als 350'000 Menschen mit dem Virus infiziert, rund 28'000 sind daran gestorben. New York hatte am Freitag mit der langsamen Öffnung einiger seiner ländlichen Regionen begonnen. Nördlich der Millionenmetropole New York City dürfen in weniger betroffenen Gebieten wieder einige Läden mit dem Strassenverkauf beginnen, auch Bauarbeiten dürfen wieder aufgenommen werden.

3.03 Uhr: Japans Wirtschaft stürzt in eine Rezession

Wie Deutschland ist auch Japan im Zuge der Corona-Krise in eine Rezession gerutscht. Das Bruttoinlandprodukt BIP ist von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent geschrumpft. Dies geschah, da der private Verbrauch, die Investitionsausgaben und die Ausfuhren zurückgingen, wie vorläufige amtliche Daten am Montag zeigten. Ökonomen waren in einer Umfrage aber sogar von einer Kontraktion von 4,6 Prozent aus ausgegangen.

Für den Zeitraum Oktober-Dezember verzeichneten die Daten einen revidierten Rückgang um 7,3 Prozent. Sinkt die Wirtschaftsleistung eines Landes zwei aufeinanderfolgende Quartale, sprechen Ökonomen von einer Rezession.

Im Quartalsvergleich ging das BIP im ersten Quartal laut den Daten um 0,9 Prozent zurück, verglichen mit der medianen Prognose für einen Rückgang um 1,2 Prozent. Der private Konsum, der mehr als die Hälfte der japanischen Wirtschaft mit fünf Billionen Dollar ausmacht, rutschte um 0,7 Prozent ab, die Investitionsausgaben gingen um 0,5 Prozent zurück und die Exporte brachen um 6,0 Prozent ein. Die Coronavirus-Pandemie hat Lieferketten und Unternehmen stark gestört, insbesondere in handelsabhängigen Ländern wie Japan.

Die Rezession der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt verschärft die Herausforderungen für die politischen Entscheidungsträger: Die Regierung hatte bereits ein Rekordpaket von einer Billion Dollar angekündigt und die Bank of Japan (BOJ) hatte die Konjunkturimpulse im April den zweiten Monat in Folge ausgeweitet. Ministerpräsident Shinzo Abe hat noch in diesem Monat einen zweiten Nachtragshaushalt zugesagt, um neue Massnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu finanzieren.

2.32 Uhr: Eine Tote bei «Corona-Flugshow»

Beim Absturz eines Jets der kanadischen Militär-Flugstaffel «Snowbirds» ist eine Pilotin ums Leben kommen und ein weiteres Besatzungsmitglied verletzt worden. Dies teilten die Luftstreitkräfte Kanadas am Sonntag auf Twitter mit. Weitere Angaben zu dem Unglück in der Provinz British Columbia machte die Royal Canadian Air Force zunächst nicht. Die Maschinen waren nach Medienberichten zu einer Flugshow in der Region zu Ehren der Helfer im Kampf gegen die Corona-Pandemie gestartet, als sich das Unglück ereignete.

Der Crash ereignete sich kurz nach dem Abheben des Jets auf dem Flughafen von Kamloops, nahe Vancouver, wie der kanadische Sender CBC berichtete. Videoaufnahmen zeigen, wie der Jet plötzlich in einer Steilkurve nach oben zieht und dann senkrecht zu Boden stürzt. Die Maschine sei in einem Wohngebiet in den Vorgarten eines Hauses gestürzt und dort in Flammen aufgegangen. Nach Berichten von Augenzeugen zufolge konnte sich ein Besatzungsmitglied mit dem Schleudersitz in Sicherheit bringen.

Das Luftakrobatenteam der kanadischen Air Force tritt bei Flugschauen auf. Nach Angaben der Flugbehörde waren die «Snowbirds» zuletzt landesweit im Einsatz, um während der Corona-Krise die Helfer an vorderster Front zu ehren.

Die Kunstflugstaffel benutzt zweisitzige einheimische Jets vom Typ Canadair CL-41 «Tutor», die schon seit den 60er-Jahren hergestellt werden.

2.11 Uhr: US-Wirtschaft könnte um 30 Prozent schrumpfen

Die US-Wirtschaft könnte im laufenden Quartal um bis zu 30 Prozent schrumpfen. Dies geht aus einer Einschätzung der US-Notenbank Fed hervor. Es sei gut möglich, dass das Bruttoinlandprodukt um 20 bis 30 Prozent abnehme, sagte Fed-Direktor Jerome Powell am Sonntagabend (Ortszeit) in einem Interview des Fernsehsenders CBS. Interview des Fernsehsenders CBS. Er hält es zudem für wahrscheinlich, dass die US-Arbeitslosenquote auf 20 bis 25 Prozent steige.

Powell rechne dennoch nicht damit, dass die Wirtschaftskrise in den Vereinigten Staaten ähnliche Ausmasse annehme wie in 1930er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Er sehe eine «gute Chance», dass es im dritten Quartal wieder eine Zunahme des Wachstums der US-Volkswirtschaft gebe, sagte er.

Entscheidender Faktor für das Wirtschaftswachstum sei aber, dass die Ausbreitung des Coronavirus abnehme, betonte der US-Notenbankchef. Damit die US-Wirtschaft sich komplett erhole, sei es vielleicht nötig, dass es einen Impfstoff gegen den neuartigen Erreger gebe, hiess es.

1.53 Uhr: Trump will schnell wieder Normalität und volle Stadien

US-Präsident Donald Trump hat den Amerikanern eine schnelle Rückkehr zur Normalität ausgemalt. Er wolle im Herbst Zuschauermengen bei Sportveranstaltungen sehen, egal ob es einen Impfstoff gegen das Coronavirus gebe oder nicht, sagte Trump übers Telefon bei einem Wohltätigkeits-Golfturnier am Sonntag, das im Fernsehsender NBC übertragen wurde. «Wir wollen wieder dahin zurück, wo es war. Wir wollen grosse, grosse Stadien voll mit Leuten.»

«Wir gucken nach Impfstoffen, wir gucken nach Heilung, und wir sind sehr, sehr weit», sagte Trump weiter. «Ich glaube, es wird nicht in der sehr entfernten Zukunft sein. Aber ich glaube sogar davor werden wir wieder zurück im Normalzustand sein.» Trump klang dabei deutlich optimistischer als viele Experten. Viele sagen, es sei nicht sicher, ob überhaupt ein Medikament gegen die vom Virus ausgelöste Erkrankung Covid-19 gefunden werde. Sie warnten auch, dass eine zu schnelle Rücknahme der Einschränkungen dazu führen könnte, dass sich das Virus wieder schnell ausbreitet.

Bei dem Golfturnier in Florida soll Geld für Massnahmen gegen Covid-19 zusammenkommen. Es gibt keine Zuschauer und keine Caddies und eine begrenzte TV-Crew, die Abstand voneinander hält.

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