Erste Lockerungen

Ansturm auf Gartencenter und Coiffeure — Neuansteckungen sinken

Agenturen/dor/aka/toko

27.4.2020

Grünes für den Garten, ein neuer Rasenmäher oder auch eine neue Frisur: Das alles kann nun wieder vor Ort erworben werden. Unterdessen sank die Zahl der Ansteckungen erneut. Die amerikanische Johns-Hopkins-Universität meldet weltweit mehr als drei Millionen Corona-Infizierte. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Vor allem Gartencenter, Baumärkte und Coiffeure, die nach dem Lockdown unter anderen als Erste öffnen durften, zogen viele Kunden an.

Reges Treiben herrschte zum Beispiel in der Gartenabteilung der Landi in Zofingen AG, wie ein Augenschein der Nachrichtenagentur Keystone-SDA ergab. Die Leute hatten offensichtlich Nachholbedarf: Sie kauften farbige Topfpflanzen für den Balkon, Tomaten- und Peperonisetzlinge für den Hausgarten.

Neue Normalität

Vor den Kassen bildeten sich lange Schlangen mit bis zu zehn Personen. Die neue Normalität schien zu funktionieren. Eingang und Ausgang waren getrennt, die Kunden erhielten eine Karte mit einer Nummer, überall klebten Abstandsmarkierungen am Boden und Infos über die Schutzkonzepte. Alles lief ruhig und routiniert ab. Die Leute packten ihre Einkäufe in ihre Autos - und fuhren weg.

Zurück in eine Art berufliche Normalität hiess es auch für die Coiffeure. In Chur legten diverse Geschäfte kurz nach 8 Uhr los. Waschen, Schneiden, Legen: aber das unter veränderten Bedingungen:

Wegen des Coronavirus müssen etwa Kundinnen und Kunden des traditionellen Churer Coiffeurladens Bucceri ihre Jacken selber in die Garderobe hängen und danach die Hände desinfizieren. Wegen der Abstandsvorschriften sitzt nur noch auf jedem zweiten Stuhl ein Kunde.

Bald Entscheid über Tourismus

Der Bundesrat prüft die schrittweise Öffnung der Gastronomie- und Tourismusbranche und wird dazu in den nächsten Tagen erste Entscheide fällen, wie es vor den Bundeshausmedien hiess. Grundsätzlich soll ab dem 8. Juni wieder einiges möglich sein, falls die erste Öffnungsschritte erfolgreich waren.

Das Motto für die kommenden Monate muss lauten: «Der Tourismus findet statt, aber mit Einschränkungen.» Schutzkonzepte für Arbeitnehmende und Kunden stellten im Tourismus eine besondere Herausforderung dar.

Weniger Neuansteckungen

Die Zahl der Neuansteckungen mit dem Coronavirus geht weiter zurück. Das seien gute Nachrichten sagte Daniel Koch, Delegierter des Bundesamts für Gesundheit (BAG) für Covid-19. Er mahnt aber zur Vorsicht. Seit Sonntag wurden dem BAG 103 Neuansteckungen gemeldet-

Insgesamt gab es 29'164 laborbestätigte Fälle. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit jeweils tieferen Zahlen am Wochenende.

Die Todesfälle in Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 in allen Kantonen zusammen nahmen nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bis Montagmittag um 57 auf 1664 zu.

Mehr als drei Millionen Infizierte weltweit

US-Wissenschaftlern zufolge sind seit Beginn der Corona-Pandemie weltweit bereits mehr als drei Millionen Infektionen mit dem neuartigen Virus nachgewiesen worden. Das ging am Montag aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Demnach starben bereits mehr als 207'000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus.

Am stärksten betroffen ist die USA. Einer neuen Analyse zufolge könnten dort Tausende Menschen infolge einer Coronavirus-Infektion gestorben sein, die bislang nicht in der offiziellen Statistik gezählt worden waren. Von Anfang März bis einschliesslich 4. April gab es in den USA rund 15'400 Todesfälle mehr als im gleichen Zeitraum der Vorjahre, wie die «Washington Post» am Montag berichtete.


Die Ereignisse des Tages im Überblick

Das Wichtigste im Überblick

  • Laut der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität haben sich weltweit mehr als drei Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert.
  • Die EU-Kommission erwartet einen «beispiellosen» Wirtschaftseinbruch um bis zu zehn Prozent.
  • Immer mehr Schweizer Unternehmen fürchten den Konkurs.
  • «Verschieben Sie Ferien im Ausland auf nächstes Jahr», sagt der oberste Touristiker des Bundes, Erik Jakob, vor den Medien.
  • «Kinder können kein Coronavirus von den Eltern auf die Grosseltern übertragen. Auch dann nicht, wenn beide Generationen das Kind kurz hintereinander berühren.» Das sagt Daniel Koch vom BAG.
  • Aber: Gefährlich seien für die Grosseltern die Eltern. Deshalb: Besser weiterhin auf Hüten verzichten.
  • Ab heute gelten in der Schweiz erste Lockerungen der Einschränkungen aufgrund der Pandemie.
  • Laut dem BAG gibt es in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein inzwischen 29'164 bestätigte Corona-Fälle.

21.33 Uhr: US-Senat will Sitzungspause wegen Corona-Krise am 4. Mai beenden

Der US-Senat will seine Pause wegen der Corona-Pandemie wie geplant beenden und am kommenden Montag wieder zu regulären Sitzungen zusammentreten. «Wir werden nächste Woche wieder zusammenkommen», bestätigte der Mehrheitsführer der Republikaner in der Parlamentskammer, Mitch McConnell, am Montag auf Twitter.

Wenn Ärzte, Pflegepersonal, Lastwagenfahrer und Supermarkt-Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze in der Krise besetzten, müssten das auch Senatoren tun. Der Senat und das Repräsentantenhaus — die andere Parlamentskammer im US-Kongress — hatten wegen der Ausbreitung des Coronavirus eine Sitzungspause bis zum kommenden Montag angekündigt.

21.18 Uhr: Internetverbindung bei UPC-Kunden immer wieder unterbrochen

Der Kabelnetzbetreiber UPC hat am Montagabend mit Störungen bei der Übermittlung von Daten gekämpft. Das Problem bestand in der ganzen Schweiz sowie in Teilen Europas.

Mediensprecherin Stephanie Niggli bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA Meldungen von Onlineportalen vom Montagabend. Die Störung trat demnach um 18 Uhr auf. Seit diesem Zeitpunkt sei das Internet «immer wieder» für zehn bis fünfzehn Minuten ausgefallen oder langsam gewesen. Betroffen gewesen seien alle Dienste, bei welchen Daten übermittelt werden. Also Internet, Video-on-Demand und Replay-TV.

Das Problem betraf die ganze Schweiz sowie Teile Europas, wie Niggli sagte. So hätten etwa auch die Schwesterngesellschaften UPC Polen oder Virgin Media in England eine Störung gemeldet. Wie lange diese noch dauert, war am Abend unklar. Die Techniker analysierten die Situation.

20.41 Uhr: Bericht: Transportunternehmen wollen keine Maskenpflicht

Es ist davon auszugehen, dass der Verkehr in der Schweiz in den kommenden Monaten wieder deutlich zunehmen wird. Ausserdem, dass es äusserst schwierig werden dürfte, den geforderten Mindestabstand einzuhalten. 

Wie der «Tages-Anzeiger» (kostenpflichtiger Inhalt) unter Berufung auf interne Dokumente berichtet, wollen die Transportunternehmen zwar das Tragen von Masken empfehlen, fordern aber keine entsprechende Pflicht.

Das Thema Masken stehe im Mittelpunkt der Beratungen um das Schutzkonzept, welches in Zusammenarbeit mit dem Uvek entsteht. Wie es weiter heisst, schrecken SBB und Co. offenbar vor einer Maskenpflicht zurück, damit das Transportpersonal bei Verstössen nicht die Fahrgäste belangen muss.

20.26 Uhr: Uganda will wegen Covid-19 mehr als 800 Gefangene freilassen

Aus Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus in überfüllten Gefängnissen in Uganda sollen mehr als 800 Häftlinge freigelassen werden. Präsident Yoweri Museveni habe 833 Gefangene begnadigt, sagte am Montag ein Sprecher des Strafvollzugswesens. Demnach handelt es sich unter anderem um Gefangene, die wegen leichter Vergehen inhaftiert wurden und bereits drei Viertel ihrer Haft abgesessen haben.

Das ostafrikanische Land hat nach Angaben der panafrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC bislang 79 Fälle von Covid-19 bestätigt. Menschenrechtler fordern seit geraumer Zeit die Freilassung einiger der rund 62'000 Häftlinge in Uganda, da die Gefängnisse überfüllt sind.

20.07 Uhr: Mehr als 23'000 Corona-Tote in Frankreich — Hoffnung bei Rheumamittel

In Frankreich ist die Zahl der Covid-19-Toten auf 23'293 Todesfälle gestiegen. In Krankenhäusern und Pflegeheimen wurden in den vergangenen 24 Stunden 437 neue Todesfälle gezählt, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Insgesamt seien 14'497 Menschen in Krankenhäusern und 8796 in Pflegeeinrichtungen wie Altenheimen gestorben. Derzeit würden 28'055 Covid-19-Patientinnen und -Patienten in Krankenhäusern behandelt, die Zahl sei weiter rückläufig. Das gelte auch für die Zahl der Menschen, die auf der Intensivstation behandelt werden.

«Heute haben wir ermutigende Ergebnisse in der klinischen Forschung gesehen», teilte das Ministerium ausserdem mit. Es gebe internationale und nationale Studien, die eine Überreaktion des Immunsystems bei manchen Verläufen der Erkrankung untersuchen. Dabei habe eine Studie gezeigt, dass die mit dem Rheumamittel Tocilizumab behandelten Patientinnen und Patienten weniger Beatmungshilfe benötigten und eine geringere Sterblichkeitsrate in den folgenden 14 Tagen aufwiesen, so das Ministerium.

«Dies ist das erste getestete Medikament, für das in einer klinischen Studie eine signifikante Wirkung beobachtet wird», hiess es weiter. «Weitere laufende Studien sind erforderlich, um den Wert dieser Behandlung zu bestätigen», mahnte das Ministerium.

19.56 Uhr: Abgesagte Trump-Pressekonferenz findet nun doch statt

Verwirrung um die regelmässigen Pressekonferenzen von US-Präsident Donald Trump in der Corona-Krise: Die Sprecherin des Weissen Hauses, Kayleigh McEnany, teilte mit, Trump werde am Montag um 17.00 Uhr (Ortszeit/23.00 MESZ) nun doch vor die Medien treten. Das Weisse Haus hatte zunächst eine Pressekonferenz für diese Zeit am Montag angekündigt, sie dann aber wieder abgesagt. McEnany schrieb nun, bei Trumps Auftritt im Rosengarten des Weissen Hauses werde um zusätzliche Richtlinien für Coronavirus-Tests und um «andere Ankündigungen» zur Wiedereröffnung der Wirtschaft gehen.



Trump hatte seine regelmässigen Pressekonferenzen in der Corona-Krise am Wochenende in Frage gestellt. Was habe es für einen Zweck, Pressekonferenzen im Weissen Haus abzuhalten, wenn die Medien «nichts als feindselige Fragen stellen & sich dann weigern, die Wahrheit oder Fakten genau zu berichten», schrieb er am Samstagabend auf Twitter. «Sie haben Rekord-Einschaltquoten & das amerikanische Volk bekommt nichts als Fake News.» Das sei den Aufwand nicht wert. Am Samstag und Sonntag fanden daraufhin keine Pressekonferenzen statt.

Trump hat seit Mitte März fast täglich Pressekonferenzen abgehalten, die teilweise länger als zwei Stunden dauerten. Journalisten konnten ihm dabei ausführlich Fragen stellen. Wegen verbaler Attacken auf einige Medienvertreter, umstrittener, teils falscher Aussagen und viel Eigenlob handelte sich Trump zunehmend Kritik für seine Auftritte ein. Am Donnerstag hatte Trump bei der Pressekonferenz Forscher ermuntert, Möglichkeiten zu prüfen, Menschen im Kampf gegen das Virus Desinfektionsmittel zu spritzen. Damit löste er breite Empörung aus. Am Freitag versuchte er, seine Äusserungen einzufangen, und sagte, diese seien nur «Sarkasmus» gewesen.

19.35 Uhr: US-Forscher: Mehr als drei Millionen Corona-Infektionen weltweit

US-Wissenschaftlern zufolge sind seit Beginn der Corona-Pandemie weltweit bereits mehr als drei Millionen Infektionen mit dem neuartigen Virus nachgewiesen worden. Das ging am Montag aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Demnach starben bereits mehr als 207'000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus.

Die Webseite der Forscher der Universität Johns Hopkins wird regelmässig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC. In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert.

In den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, gibt es deutlich mehr bekannte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 als in jedem anderen Staat der Welt. Die dort nachgewiesenen Fälle machen rund ein Drittel aller bestätigten Infektionen weltweit aus. Die Zahlen der einzelnen Länder lassen sich wegen der unterschiedlichen Testquote und einer hohen Dunkelziffer jedoch nur begrenzt vergleichen.

19.29 Uhr: Türkei: Ausgehverbot über langes Wochenende in 31 Städten

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat wegen der Corona-Krise eine dreitägige weitgehende Ausgangssperre für Istanbul und 30 weitere Städte und Provinzen angekündigt. Sie beginne am Donnerstag um Mitternacht und ende am Sonntag um dieselbe Zeit, sagte Erdogan am Montag nach einer online abgehaltenen Kabinettssitzung in Istanbul. Am Freitag, dem 1. Mai, seien Supermärkte aber zwischen 9 und 14 Uhr geöffnet.

Die Türkei verhängt seit drei Wochen 48-stündige Ausgangssperren übers Wochenende in den betroffenen 31 Städten, darunter in Ankara, Istanbul und Izmir. Vergangenes Wochenende wurde das weitgehende Ausgehverbot wegen eines Feiertags auf vier Tage ausgeweitet. Wichtige Einrichtungen wie Apotheken, Bäckereien und Krankenhäuser bleiben in der Regel offen. Die Ausgangssperren übers Wochenende sollen noch mindestens bis zum Ende des Fastenmonats Ramadan Ende Mai fortgeführt werden, sagte Erdogan.

Gesundheitsminister Fahrettin Koca teilte unterdessen via Twitter mit, an einem Tag seien 2131 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, damit stieg die offizielle Zahl der Coronavirus-Fälle auf 112'261. An einem Tag seien zudem 95 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, damit stieg die Gesamtzahl der Todesopfer auf 2900.

Ankara hat bereits zahlreiche Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus erlassen. So gilt etwa eine weitgehende Ausgangssperre für Menschen unter 20, Personen ab 65 Jahren und chronisch Kranke.

19.24 Uhr: Schweizer Modekette Tally Weijl droht das Aus

Die Schweizer Modekette Tally Weijl braucht dringend Geld, um das Geschäft weiterbetreiben zu können. Die Coronakrise trifft die auf Mode für junge Frauen ausgerichtete Kette während dem geplanten Umbau des Geschäfts schwer.

Seit Mitte März sind die 80 Schweizer Läden und viele der europaweit insgesamt 800 Filialen von Tally Weijl wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Um den Weg aus dem Finanzengpass zu finden, seien für die beiden Schweizer Gesellschaften Covid-19-Kredite im Gesamtumfang von 24,7 Millionen Franken beantragt worden, bestätigte Sprecher Sacha Wigdorovits Berichte der Tamedia-Zeitungen gegenüber AWP.

Die Kreditgesuche seien derzeit bei den Banken hängig, hiess es weiter. Doch ohne die Unterstützung der Banken, werde Tally Weijl nicht aus dem Corona-Loch hinausfinden, so Wigdorovits weiter. Der Firma drohe das Aus.

Auf dem Spiel stehen viele Arbeitsplätze. In der Schweiz beschäftigt Tally Weijl in ihren Boutiquen und am Basler Hauptsitz rund 620 Angestellte. Insgesamt sind es 2'700 Angestellte.

19.13 Uhr: Wohl deutlich mehr Corona-Todesfälle in den USA

Einer neuen Analyse zufolge könnten in den USA Tausende Menschen infolge einer Coronavirus-Infektion gestorben sein, die bislang nicht in der offiziellen Statistik gezählt worden waren. Von Anfang März bis einschliesslich 4. April gab es in den USA rund 15'400 Todesfälle mehr als im gleichen Zeitraum der Vorjahre, wie die «Washington Post» am Montag berichtete. In der Zeit waren jedoch offiziell nur 8128 Coronavirus-Todesfälle gemeldet worden. Die von einem Team der Universität Yale für die Zeitung durchgeführte Analyse lässt jedoch keinen gesicherten Schluss zu, wie viele der rund 7000 zusätzlichen Todesfälle mit einer Corona-Infektion zusammenhingen.

Die Daten legten aber nahe, dass die Zahl der Todesopfer «bedeutend höher als bisher berichtet» ist, zitierte die «Washington Post» den Yale-Epidemiologen Daniel Weinberger. Es sei wichtig, ein kompletteres Bild der wahren Auswirkungen der Pandemie zu bekommen, um der Politik eine solide Entscheidungsgrundlage zu geben, sagte er.



Viele Menschen, die in dem Zeitraum in den USA Zuhause oder in Altersheimen infolge einer Corona-Infektion starben, wurden nie auf den Erreger getestet. Sie wurden daher auch nicht in den Berichten der Gesundheitsbehörden gezählt. Die vergleichsweise höhere Todeszahl - Experten sprechen dabei von Übersterblichkeit — kann aber auch durch andere Gründe verursacht sein, zum Beispiel weil kranke Menschen aus Furcht vor dem Virus Krankenhausbesuche vermieden oder aufschoben. Auch in mehreren Ländern Europas wurde infolge der Corona-Pandemie eine im Vergleich zu Vorjahren hohe Übersterblichkeit gemeldet.

Bis Montag (Ortszeit) hatten sich in den USA der Universität Johns Hopkins zufolge fast eine Million Menschen nachweislich mit dem Erreger infiziert, bislang gab es demnach rund 55'000 Todesfälle. Das Virus Sars-CoV-2 kann die Lungenerkrankung Covid-19 auslösen.

18.54 Uhr: Wirtschaftseinbruch um bis zu 10 Prozent in der EU erwartet

Die EU-Kommission erwartet wegen der Corona-Krise einen Wirtschaftseinbruch um fünf bis zehn Prozent in der Europäischen Union. Genauere Zahlen würden Anfang Mai vorgestellt, sagte Kommissionsvize Valdis Dombrovskis dem Wirtschaftsausschuss des Europaparlaments.

Harte Daten zum Arbeitsmarkt fehlten noch, fügte er hinzu. Doch könne er einige Beispiele nennen. So habe etwa Österreich 900'000 Menschen in Kurzarbeit und 500'000 Arbeitslose, was sich auf 35 Prozent der Beschäftigten summiere. In Frankreich seien 9,3 Millionen Menschen in Kurzarbeit. Es handele sich um beispiellose Zahlen.



Für Deutschland etwa geht die Regierung nach einem Medienbericht von einem Wachstumsrückgang ähnlichen Grössenordnung aus: Das Bruttoinlandsprodukt könnte 2020 um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr schrumpfen, berichtet die «Süddeutsche Zeitung» (Montag) unter Berufung auf Zahlen, die am Mittwoch vorgestellt werden sollen.

Dombrovskis bekräftigte, dass auf EU-Ebene nicht nur kurzfristige Gegenmassnahmen getroffen worden seien. Die EU-Kommission arbeite auch am Wiederaufbaufonds, den die Staats- und Regierungschefs vorige Woche grundsätzlich vereinbart hatten. Neue Details gab Dombrovskis aber nicht preis. Der Vorschlag der Kommission soll bis Mitte Mai vorliegen.

18.31 Uhr: Stoltenberg: Russland und China verbreiten Fake News

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat Russland und China für die Verbreitung von Falschnachrichten in der Corona-Krise verantwortlich gemacht. Beide Länder versuchten den Zusammenhalt des Bündnisses zu untergraben und die Nato falsch darzustellen, sagte der Norweger am Montag der Deutschen Presse-Agentur und anderen europäischen Medien in Brüssel.

Seit Beginn der Pandemie hat Stoltenberg mehrfach vor Desinformationskampagnen aus dem Ausland gewarnt. Dabei sprach er jedoch meist von «staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren» — ohne sie zu benennen.



Nun sagte er, dass es sowohl von russischen als auch von chinesischen Sprechern öffentliche Statements gebe, die falsch seien. Sie würden nahelegen, dass die Nato-Staaten sich nicht unterstützten, dass sie nicht fähig seien mit der Krise umzugehen oder dass sie die ältere Bevölkerung nicht beschützten. «Das ist falsch. Die Nato-Alliierten stehen zusammen im Kampf gegen die Corona-Krise», sagte Stoltenberg.

Als Beispiel nannte er, dass die Nato-Staaten sich etwa beim Lufttransport, medizinischem Personal oder mit Feldlazaretten unterstützen. Auch die EU macht unter anderem Russland und China dafür verantwortlich, in der Corona-Krise gezielt falsche und irreführende Informationen zu verbreiten.

18.14 Uhr: Fast 1000 Crew-Mitglieder auf US-Flugzeugträger infiziert

Fast 1000 Crew-Mitglieder des US-Flugzeugträgers «USS Theodore Roosevelt» sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Von insgesamt 969 Infizierten seien 14 bereits wieder genesen, erklärte die US-Marine am Montag. Sie korrigierte damit Angaben von Samstag, als die Zahl der genesenen Besatzungsmitglieder mit 112 angegeben wurde. Als genesen gelte mittlerweile nur, wer zweimal hintereinander negativ auf das Virus getestet wurde, erklärte die Marine. US-Medien hatten vergangene Woche berichtet, dass einige Soldaten nach einem negativen Ergebnis erneut positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden seien.

Wegen der Ausbreitung des Virus liegt der nukleargetriebene und hochgerüstete Flugzeugträger vor der Pazifikinsel Guam und wurde inzwischen weitgehend evakuiert. Mehr als 4200 der rund 5000 Besatzungsmitglieder haben das Schiff verlassen.



Das Coronavirus hat sich auch unter der Besatzung des Zerstörers «USS Kidd» ausgebreitet, der in der Karibik und im Ostpazifik zur Bekämpfung des illegalen Drogenhandels im Einsatz ist. Bis Montag wurde fast die Hälfte der Crew auf das Coronavirus getestet, nachdem sich vergangene Woche die Infektion eines Soldaten bestätigt hatte. Bei 47 der rund 350 Mitglieder wurde eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. Zwei Seeleute wurden bereits zur Behandlung in die USA gebracht. 15 weitere kamen wegen anhaltender Symptome auf das Schiff «USS Makin Island».

18.03 Uhr: Strassencafes in Litauen geöffnet — Regierung erwägt längere Quarantäne

In Litauen durften am Montag im Zuge der Lockerungen der Corona-Massnahmen nach rund sechswöchiger Pause Strassencafes den Betrieb wieder aufnehmen. Auch weitere Erleichterungen für Kultur-, Freizeit- und Sporteinrichtungen in dem baltischen EU-Land traten in Kraft. Dabei gelten strenge Hygienevorschriften. Zugleich erwägt die Regierung die im März wegen der Coronavirus-Pandemie verhängte landesweite Quarantäne erneut zu verlängern. «Die Wahrscheinlichkeit, dass die Quarantäne am 11. Mai aufgehoben wird, ist minimal», sagte Gesundheitsminister Aurelijus Veryga am Montag in Vilnius. Einige Beschränkungen könnten auch für längere Zeit bestehen bleiben.

Litauen hat bisher 1449 bestätigte Coronavirus-Infektionen und 44 Todesfälle verzeichnet. Die Regierung in Vilnius hat den Notstand ausgerufen und das gesamte Land bis 11. Mai unter eine bereits zweimal verlängerte Quarantäne gestellt. Mitte April wurden die Schutzvorschriften erstmals gelockert. Nach mehrwöchiger Schliessung durften Einzelhändler unter strengen Auflagen wieder öffnen.

17.35 Uhr: Viele Schweizer Unternehmen fürchten Konkurs

Der wegen Covid-19 verordnete Lockdown geht vielen Schweizer Klein-und Mittelunternehmen (KMU) an die Substanz. Laut einer Umfrage hat fast die Hälfte der befragten Unternehmen Kurzarbeit beantragt beziehungsweise erachtet einen Konkurs als wahrscheinlich, wenn die Massnahmen noch länger anhalten. Ein Viertel der KMU schätzt die eigenen Umsatzeinbrüche auf mindestens 50 Prozent, schreiben der Schweizerische KMU Verband (SKV) und Generali Schweiz in einer Mitteilung vom Montag.

Die Unternehmen würden versuchen, sich auf die Lage einzustellen. Ein Viertel der Befragten habe Angebot, Service oder Produkte bereits angepasst. Für 58 Prozent sei dies aber noch «kein Thema» gewesen. Zu den Änderungen zählen etwa Onlineberatung, E-Commerce, Lieferservice oder ein Take-away-Angebot.

17.11 Uhr: Kantone nehmen Contact Tracing wieder auf

Die Kantone bereiten sich darauf vor, das Contact Tracing wieder aufzunehmen. Dabei werden alle Personen ausfindig gemacht und isoliert, die mit Menschen Kontakt hatten, die mit dem Coronavirus infiziert sind. Genf begann am Montag damit, Neuenburg soll am Mittwoch folgen. Auch Thurgau kündigte an, das Contact Tracing wieder aufzunehmen. «Die Kantone sind weiterhin daran, das vorzubereiten. Einige Kantone haben bereits begonnen, im lokalen Rahmen wieder Contact Tracing zu machen», sagte der Delegierte für Covid-19 des Bundesamtes für Gesundheit, Daniel Koch, am Montag vor den Medien.

Der Bund entscheide, wann dieses Mittel wieder flächendeckend zum Einsatz kommen solle. «Wir müssen sicher sein, dass die Rückverfolgung schweizweit korrekt durchgeführt werden kann, also eine bis zwei Wochen», so Koch. Das bedeute viel Arbeit für die Kantone, sagte Seraina Grünig von der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Zwar hatten die Kantone schon zu Beginn der Pandemie die systematische Rückverfolgung der Personen, die mit Corona-Infizierten in Kontakt waren, betrieben. Dies musste jedoch aufgegeben werden, als die Fallzahlen immer weiter stiegen.

Einige Kantone hätten das Contact Tracing nie ganz aufgegeben. Nun müsse jedoch alles sukzessive weiter ausgebaut werden, sagte Grünig. Es sei aber realistisch, dass die Kantone in ein bis zwei Wochen soweit seien. Eine Herausforderung stelle unter anderem dar, dass die strenge Rückverfolgung auch über Kantonsgrenzen hinaus klappen müsse. Dafür würden technische Tools erarbeitet.

16.54 Uhr: US-Experten wollen 180'000 Mitarbeiter für Kontaktverfolgung

Führende US-Gesundheitsexperten fordern für den Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie die Einstellung von rund 180'000 zusätzlichen Mitarbeitern. Zudem müssten leere Hotels in Zentren zur freiwilligen Isolierung möglicher Erkrankter umgewandelt werden, erklärten sie in einem Schreiben an den US-Kongress.

Die Mitarbeiter seien nötig, weil die Ausbreitung des Virus nur gestoppt werden könne, wenn die Kontakte aller Erkrankten nachverfolgt würden, hiess es weiter. Zu den 16 Unterzeichnern gehört unter anderem Scott Gottlieb, ein früherer Chef der Gesundheitsbehörde CDC unter Präsident Donald Trump, genauso wie Gesundheitsexperten aus der Zeit von Präsident Barack Obama.

Die Behörden des Gesundheitswesens könnten angesichts des Ausmasses der Epidemie des neuartigen Coronavirus «nur einen Bruchteil» dessen leisten, was für eine konsequente Nachverfolgung von Kontakten und Isolierung möglicherweise Infizierter nötig sei, erklärten die Experten. Die nötigen Schritte beruhten auf bewährten Konzepten, müssten nun aber «in einem bisher nie da gewesenen Ausmass» durchgeführt werden, bis es eine Corona-Impfung gebe, schrieben sie.

16.35 Uhr: Deutscher Virologe Drosten: Erhalte Morddrohungen

Der in der Corona-Krise oft in den Medien präsente deutsche Virologe Christian Drosten wird nach eigenen Angaben mit dem Tod bedroht. Für viele Deutsche sei er der Böse, der die Wirtschaft lahmlege, sagte der Wissenschaftler der Berliner Charité der britischen Zeitung «The Guardian». Er leite die Drohungen an die Polizei weiter, sagte Drosten demnach. Nachts wach hielten ihn allerdings vielmehr die E-Mails von Eltern, die ihm von ihren Sorgen vor der Zukunft berichteten.

Der Experte für Coronaviren hatte schon vor einiger Zeit in seinem NDR-Podcast berichtet, dass er Hassbotschaften bekomme. In dem Interview spricht er von einem «Präventionsparadox» in Deutschland: Die Menschen sähen, dass die Krankenhäuser die Lage bewältigen können und hätten daher kein Verständnis für die Geschäftsschliessungen. Der Blick auf die Lage in stark von Sars-CoV-2 betroffene Regionen wie New York oder Spanien fehle.

Aus Sicht Drostens sind es gerade die frühzeitig getroffenen Massnahmen, die in Deutschland Schlimmeres verhindert haben. Er warnte zuletzt vor Rückschlägen im Kampf gegen das neue Virus bei einem zu sorglosen Umgang mit dem Erreger: Es drohe eine zweite, schlimmere Infektionswelle.

15.55 Uhr: Unternehmen kappen wegen Coronakrise die Dividende

Rund jedes zehnte im Schweizer Aktienindex SPI gelistete Unternehmen verzichtet für das vergangene Geschäftsjahr wegen der Coronakrise auf die Ausschüttung von Dividenden an ihre Aktionäre. Und es dürften noch einige mehr werden. Im europäischen Vergleich sind dies jedoch eher wenige.

Viele der an der Schweizer Börse kotierten Firmen sind von der Coronakrise stark getroffen. Die Sorge um die Liquidität veranlasst einige von ihnen dazu, ihre Gewinne für das vergangene Jahr doch lieber als finanzielles Polster zurückzubehalten, statt sie an die Aktionäre auszuschütten.

15.07 Uhr: Das war's

Die Pressekonferenz der Behörden ist beendet.

15.03 Uhr: Können wir in der zweiten Jahreshälfte für Ferien über die Grenzen fahren?

Das sei schwierig vorherzusehen. «Der internationale Tourismus wird sich wohl erst 2021 wieder erholen – und das auch nur langsam», sagt der oberste Touristiker des Bundes, Erik Jakob. Zudem hätten viele Länder ihre Grenzen geschlossen. Wie lange, sei unklar.

Seine persönliche Empfehlung: «Verschieben Sie Ferien ins Ausland auf nächstes Jahr.»

14.55 Uhr: Wann wird die 5-Personen-Regel aufgehoben?

«Es ist noch viel zu früh, um die Wirkung zu messen, um das sagen zu können», sagt Koch. Und fügt nochmals an: «Viel zu früh.»

14.52 Uhr: Welche Art von Masken sind nicht tauglich?

«Von unseren eigenen Masken sind keine nicht tauglich», so die Antwort der Behörden. Über die anderen Masken könne man nichts sagen.

14.50 Uhr: Werden über Lüftungssysteme Viren übertragen? Zum Beispiel im Grossraumbüro?

«Eine solche Studie ist mir unbekannt», antwortet Koch auf diese Frage. Das Virus werde über Tröpfchen übertragen.

14.40 Uhr: Wird das Abstandhalten in Schulen für die Kinder aufgehoben?

«Für den obligatorischen Schulunterricht gibt es dazu Regeln», so Koch, die Kantone seien aber für deren Umsetzung verantwortlich.

14.35 Uhr: Nochmals: Also Enkel zu den Grosseltern oder nicht?

«Kinder können keine Infizierung von den Eltern auf die Grosseltern übertragen, auch dann nicht, wenn beide Generationen das Kind kurz hintereinander berühren.» Das erläutert Koch auf mehrere Nachfragen. Aber eben: Gefährlich seien für die Grosseltern die Eltern. 

Grosseltern betrachten mit ihrer Enkelin Enten auf einem See.
Bild: Keystone

14.30 Uhr: Zeit für Fragen – Wie ist das mit den Enkeln?

Herr Koch, dürfen Grosseltern jetzt Enkel umarmen? Und gilt das ohne Einschränkungen? Koch sagt dazu: «Es gibt praktisch keine Daten, die zeigen, dass Kinder das Virus übertragen haben. Deshalb geht von den Kindern keine Gefahr aus. Es ist also legitim, wenn Grosseltern mit kleineren Kindern Kontakt haben.»

Aber: Das Risiko einer Ansteckung steige etwa ab zehn Jahren... Es sollten also nur Kleinkinder umarmt werden. «Nur: Um die kleinen Enkeln zu hüten, müssen die Grosseltern ja mit den Eltern Kontakt haben.» Und hier bestehe die Gefahr für eine Übertragung des Virus von Eltern auf Grosseltern. Deshalb sei Hüten keine gute Idee.

Die Gefahr gehe von den Eltern aus. Wenn die Eltern aber genügend Abstand zu den Grosseltern einhalten würden, sei aber nichts einzuwenden.

14.25 Uhr: Welches Textil für Masken ist waschbar?

Textilmasken seien wichtig für die Bevölkerung. Wichtig sei dabei aber, welches Textil verwendet werde. Nicht alle Textilen seien wirksam – und waschbar. Beides sei aber wichtig. «Hier liegt die Herausforderung.»

Man habe die Versorgung in der Schweiz ausgeweitet – etwa für Drogerien etc.

14.20 Uhr: Die Masken

Jetzt ist Brigadier Markus Näf als Beschaffungskoordinator vom Verteidigungsdepartement an der Reihe. Es geht um die Wirksamkeit von Masken. Es komme auch darauf an, wie der Träger die Maske anziehe. Werde diese nicht korrekt über Nase und Mund gezogen, sei sie praktisch wirkungslos.

«Wir arbeiten lieber mit Produzenten zusammen als nur mit Händler, damit wir die gesamte Produktionskette rückverfolgen können.» Diese Wochen würden 20 Millionen Masken angeliefert in die Schweiz, sagt Näf weiter.

14.15 Uhr: Schweiz gleich sicher und hygienisch

Man denke in drei Phasen, sagt Jakob weiter: Lockdown, Übergang, Erholung. Jetzt an der Schwelle von Phase 1 in die Phase 2 finde der Tourismus statt, aber mit Einschränkungen.

Schweiz Tourismus plane eine Impuls-Programm. Die Schweiz werde als sicheres und hygienisches Land angepriesen.

14.05 Uhr: Tourismus-Gipfel: So war es

Nun spricht Erik Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung vom SECO. Er informiert über den Tourismus-Gipfel von gestern Sonntag. «Die Tourismus-Branche ist wichtig. In den Bergregionen ist sie wirtschaftlich gar match-entscheidend.» Gestern habe man die gegenseitige Erwartungshaltung geklärt.

Man rechne mit einem Nachfrage-Rückgang von bis zu 90 Prozent je nach Teil-Branche. Man gehe von einem Umsatzeinbruch von bis zu 35 Prozent aus im Jahr 2020. Eine Normalisierung sei erst in ein, zwei Jahren zu erwarten.

Per 8. Juni werde auch in der Tourismus-Branche viel möglich sein mit Öffnungen. Das Motto sei klar: «Sommerferien in der Schweiz!»

14 Uhr: Es geht los

Daniel Koch, Delegierter des BAG für COVID-19, hat das Wort: «Die Fallzahlen sind weiter am Sinken. Wir sind bei 29'000 positiv gemeldeten Fällen in der Schweiz.» Das seien gute Nachrichten – auch weil, erste Lockerungen in Kraft getreten seien heute. Am 11. Mai kämen dann schon die nächsten Lockerungen – die Zeit dazwischen sei wichtig. Nur so sehe man, ob sich die Fallzahlen in die richtige Richtung entwickeln.

13.50 Uhr: Die Behörden informieren erneut

Was ist der neueste Stand in der Entwicklung mit dem Coronavirus? Daniel Koch, Delegierter des Bundesamtes für Gesundheit BAG für COVID-19, Erik Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung SECO, WBF, Markus Näf, Brigadier, Beschaffungskoordinator VBS und Raynald Droz, Brigadier, Stabschef Kommando Operationen VBS treten um 14 Uhr vor die Bundeshausmedien.

12.56 Uhr: Fünf weitere Tote durch Covid-19 im Tessin

Im Kanton Tessin sind innert 24 Stunden fünf weitere Menschen im Zusammenhang der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, wie der Kanton am Montag meldete. Acht Personen sind neu positiv auf das Virus getestet worden.

Insgesamt wurden seit 25. Februar und bis Montagmorgen im Kanton Tessin 3169 Personen positiv auf das Virus getestet. 311 Menschen verloren aufgrund des Coronavirus ihr Leben. 709 Personen konnten bisher aus den Tessiner Spitälern entlassen werden.

12.40 Uhr: Fast 30'000 bestätigte Fälle in der Schweiz und Liechtenstein

In der Schweiz und in Liechtenstein haben sich innerhalb eines Tages 103 Personen neu mit dem Coronavirus angesteckt. Das sind weniger als am Vortag. Am Sonntag waren noch 167 Neuansteckungen gemeldet worden.

Insgesamt gab nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) vom Montag 29'164 laborbestätigte Fälle. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit jeweils tieferen Zahlen am Wochenende.

Die Todesfälle in Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 in allen Kantonen zusammen nahmen nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bis Montagmittag um sieben auf 1'614 zu.

11.53 Uhr: UN-Menschenrechtsbüro verlangt strikte Auflagen bei Corona-Apps

Bei den geplanten Corona-Warn-Apps für Mobiltelefonen müssen zum Schutz der Privatsphäre nach Meinung des UN-Menschenrechtsbüros strikte Auflagen eingehalten werden. Es müsse sehr klar sein, wie die Daten genutzt werden.

Missbrauch müsse bestraft werden und die Apps dürften nur zeitlich und im Umfang begrenzt eingesetzt werden, sagte Peggy Hicks, Expertin im UN-Menschenrechtsbüro, am Montag in Genf.

Auch in der Schweiz soll eine solche App eingeführt werden. Die Anwendung DP-3T soll laut den beiden ETH bis zum 11. Mai fertiggestellt werden. DP-3T steht für Decentralized Privacy-Preserving Proximity Tracing. Diese Smartphone-App verfolgt zurück, wer in Kontakt mit einer positiv auf das neue Coronavirus getesteten Person gewesen ist und informiert die Betroffenen, dass sie sich eventuell infiziert haben.

11.40 Uhr: 140 Meldungen in Zürich übers Wochenende

Die Einsatzzentrale der Kantonspolizei Zürich registrierte über das Wochenende rund 140 Meldungen betreffend das angebliche Nichteinhalten der Abstandsregeln oder die Höchstanzahl von Personen, wie die Kantonspolizei am Montag mitteilte.

Dies entspricht ungefähr dem Meldungseingang des vergangenen Wochenendes. Bei den Überprüfungen der Hinweise hatten sich die Gruppierungen meist bereits wieder aufgelöst. In den anderen Fällen machten die Polizistinnen und Polizisten im Gespräch auf die Bestimmungen aufmerksam. In einigen Fällen mussten jedoch auch einzelne Personen oder Gruppen weggewiesen werden.

11 Uhr: Läden ohne Lebensmittel leiden besonders

Die Folgen der Coronakrise für den Schweizer Detailhandel dürften sehr unterschiedlich ausfallen. Besonders hart treffen wird es laut einer Analyse der Credit Suisse die stationären Läden ohne Lebensmittelangebot. Für diesen Non-Food-Bereich erwartet die Grossbank einen Umsatzverlust von einem Fünftel gegenüber dem Vorjahr – trotz der Wiedereröffnung erster Geschäfte am heutigen Montag.

Der Onlinehandel darf dafür mit einem satten Umsatzplus von rund 30 Prozent rechnen. Die Erlöse von klassischen Lebensmittelläden dürften sich derweil etwa auf dem Niveau des Vorjahres einpendeln.

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Coiffeur, Baumarkt, Gartencenter: Wohin gehen Sie zuerst?

10.03 Uhr: Britischer Premier Johnson nimmt Amtsgeschäfte wieder auf

Der britische Premierminister Boris Johnson hat am Montag nach seiner überstandener Covid-19-Erkrankung die Amtsgeschäfte wieder aufgenommen. Am Vormittag wollte der 55-Jährige an einer Sitzung mit Kabinettsmitgliedern zur Bekämpfung der Pandemie teilnehmen. 

Einer vorzeitigen Lockerung der Ausgangsbeschränkungen in Grossbritannien erteilte er eine Absage «Ich verstehe eure Ungeduld», sagte Johnson mit Blick auf Forderungen von Unternehmen und auch aus der eigenen Partei, die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus zu lockern. Eine zweite Erkrankungswelle müsse aber verhindert werden.

9.46 Uhr: Australische Corona-App nach Stunden eine Million Mal installiert

In Australien haben innerhalb von zwölf Stunden 1,13 Millionen Menschen eine App zur Eindämmung des Coronavirus heruntergeladen. Die Software Covidsafe soll die Zurückverfolgung der Kontakte von Sars-CoV-2-Infizierten beschleunigen. Der ranghohe Gesundheitsbeamte Damian Murphy sagte am Montag, er sei «wirklich begeistert», dass so viele der 26 Millionen Einwohner die App seit der Bereitstellung am Vorabend heruntergeladen haben.

Innert kurzer Zeit wurde die australische Covidsafe-App über eine Million mal heruntergeladen. 
Bild: Keystone

9.32 Uhr: UBS erwartet Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um 4,6 Prozent

Die UBS sieht die Schweiz wegen des Coronavirus in einer tiefen Rezession. Die Ökonomen der Grossbank erwarten für das Jahr 2020 einen Einbruch des hiesigen Bruttoinlandsprodukts um 4,6 Prozent. Bisher gingen sie in ihrem Basisszenario von einem Minus von 3,0 Prozent aus.

«Die Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus hat zur ersten staatlich angeordneten Rezession der modernen Wirtschaftsgeschichte geführt», sagte Daniel Kalt, Chefökonom UBS Schweiz, in der neuen Ausgabe des UBS Outlook Schweiz vom Montag.

Der Bundesrat habe mit der Kurzarbeit aber zu einem effizienten und mit den Überbrückungskrediten zu einem neuartigen Instrument gegriffen und so dazu beigetragen, dass die Erholung noch in diesem Jahr gelingen könne. 2021 wird entsprechend ein BIP-Wachstum von 3,9 Prozent geschätzt.

8.59 Uhr: Grosseltern dürfen Enkel wieder umarmen

Gute Nachrichten für Grosseltern und ihre Enkelkinder: Nach Angaben von Daniel Koch, dem Covid-19-Delegierten im Bundesamt für Gesundheit (BAG), dürfen Grosseltern ihre Enkel «auch wieder einmal in die Arme nehmen». Aber immer mit Abstand zur mittleren Generation.

Hüten hingegen sollten Grosseltern noch nicht, sagte Koch in einem Interview mit dem Magazin «Grosseltern», das auf der Webseite in Teilen veröffentlicht wurde. Und auch von ungezwungenem Zusammensein, wie zum Beispiel beim Grillieren im Wald, rät Koch vorläufig noch ab. Denn dabei bestehe die Gefahr, dass man sehr schnell in alte Verhaltensmuster verfalle und den Abstand vergesse.

Daniel Koch, der Covid-19-Delegierte des Bundes, ist überzeugt, dass Grosseltern bei der Umarmung ihrer Enkelkinder nichts riskieren, solange sie sich an die anderen Vorschriften halten. (Archiv)
Bild: Keystone

8.43 Uhr: Erste Restaurants in Stockholm wegen Verfehlungen geschlossen

Wegen Verstosses gegen die Abstandsregeln gegen die Ausbreitung des Coronavirus sind in Stockholm fünf erste Restaurants geschlossen worden. Trotz vorheriger Inspektionen und der Möglichkeit zur Korrektur hätten die Betreiber der Lokale die Vorschriften und Empfehlungen der schwedischen Gesundheitsbehörde zum Kampf gegen die Corona-Verbreitung nicht erfüllt, teilte die Region Stockholm mit. Die Schliessungen hätten vor allem mit dem Gedränge sowohl im Lokal als auch davor zu tun. Die Lage im Gesundheitswesen sei extrem angespannt, weshalb die Ausbreitung des Coronavirus abgebremst werden müsse.

7.57 Uhr: Schlange stehen vor Baumärkten

Bereits wenige Minuten nach der ersten Wiedereröffnung nach dem Lockdown haben sich vor einigen Baumärkten in der Schweiz lange Schlangen gebildet. In Niederwangen BE musste der Zugang mit Autos zur Bauhaus-Filiale kurz nach sieben Uhr wieder gesperrt werden.

Rund 60 Kunden stehen Schlange anlässlich der Wiedereröffnung des Hornbach in Affoltern am Albis.
Bild: Keystone

Damit sollte verhindert werden, dass der Parkplatz überlastet wird, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Montag vor Ort berichtete. Um 7:25 Uhr warteten bereits rund sechzig Personen auf Einlass. Eine Dame am Eingang organisierte den Zugang, damit nicht zu viele Leute aufs Mal ins Geschäft drängten. Insgesamt werden 150 Kunden ins Bauhaus gelassen.

Die «Luzerner Zeitung» zeigte auf ihrer Webseite Bilder von Menschen, die bereits Stunden vor der Wiedereröffnung Schlange standen. Um sieben Uhr waren es demnach rund hundert Personen, die von der ersten Geschäftsöffnung profitieren wollten.

7.32 Uhr: Die am stärksten betroffenen Länder

Covid-19: Die am stärksten betroffenen Länder - Infizierte, Todesfälle. 
Grafik: dpa/Quelle: Johns Hopkins University

7.05 Uhr: China meldet nur drei Corona-Neuinfektionen

In China hat es offiziellen Angaben zufolge innerhalb eines Tages lediglich drei Neuinfektionen mit dem Coronavirus gegeben. Zwei seien auf Menschen zurückzuführen, die aus dem Ausland eingereist seien, eine weitere sei an der Grenze zu Russland in der Provinz Heilongjiang festgestellt worden, teilte die Nationale Gesundheitskommission am Montag mit. Den zwölften Tag in Folge gab es demnach auch keine neuen Todesfälle in Folge einer Coronavirus-Infektion.

6.10 Uhr: Heute können Gartencenter und Baumärkte sowie Ärzte, Coiffeure und Kosmetikstudios wieder öffnen  

Ab heute gibt es erste Lockerungen der Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Bau- und Gartenmärkte, Coiffeursalons, Therapiepraxen, Arztpraxen, Zahn- und Tierärzte sowie Kosmetik- und Tattoo-Studios dürfen wieder öffnen. Die Branchen haben eigene Schutzkonzepte gegen eine Übertragung des Coronavirus ausgearbeitet. Die Bau- und Gartenmärkte setzen wie der Detailhandel auf ein Tropfenzählersystem beim Einlass, das Einhalten der Mindestabstände und das bargeldlose Zahlen. Zudem versehen sie die Kassen mit Plexiglasscheiben. Um dem erwarteten Ansturm zu begegnen, wurden spezielle Wartezonen eingerichtet.

Für die Zahnarztpraxen hat die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft zusammen mit den Kantonszahnärztinnen und -ärzten ein Schutzkonzept erstellt. Die bereits unter normalen Bedingungen strengen Hygienestandards wurden mit zusätzlichen Massnahmen wie Triage von Risikopatienten oder Abstandhalten im Wartezimmer verstärkt. Schutzmaske ist bei den Zahnärzten ohnehin Routine.



Der Physiotherapeuten-Verband Physioswiss empfiehlt den Therapeutinnen und Therapeuten, bei der Arbeit Schutzmasken zu tragen. Klienten müssen keine Maske anziehen, ausser sie gehören einer Risikogruppe an. Weitere Auflagen gelten bei der Patientenzahl in der Praxis und im Wartezimmer. Behandlungen in Alters-, Pflegeheimen und ähnlichen Einrichtungen erfolgen nach deren Besuchsregeln.

In Tierarztpraxen und Tierkliniken ist neben den Distanz- und anderen Regeln neu, dass die Halter ihre Tiere draussen vor der Praxis oder Klinik den Veterinären übergeben und wieder abholen müssen.

Coiffure Suisse, der Berufsverband der Coiffeure hat ein Zwei-Phasen-Konzept erstellt, das unter anderem auf Masken setzt. In der ersten Phase sollen die Coiffeure ihre Geschäfte teilweise öffnen können. Die Salons sollen zunächst – wegen des Sicherheitsabstandes – auf maximal der Hälfte ihrer Plätze bedienen, mit einem Teil der Belegschaft und höchstens einem Lernenden.

Coiffeure und Kunden müssen zudem Schutzmasken tragen. Weiter setzt das Konzept auf Einweghandschuhe für die Coiffeure, Einweg-Schutzumhänge für die Kundschaft und Desinfektion. Für Arbeiten im Gesicht – etwa Bartpflege, Rasur oder Kosmetik – sowie für Maniküre muss eine Plexiglas-Visiermaske getragen werden.

Probelauf vor der Wiedereröffnung am Montag: Das Personal des Coiffeursalons Carré in Dallenwil (NW) färbte am Sonntag einer Arbeitskollegin das Haar und testete dabei auch gleich den Ablauf der Schutzmassnahmen des Bundes.
Bild: Keystone/Urs Flüeler

Angehörige von Risikogruppen sind bei der teilweisen Eröffnung ausgeschlossen, und auch in Altersheimen dürften Coiffeure noch nicht arbeiten. In der zweiten Phase sollten die Salons wieder vollständig öffnen dürfen und sich dabei an die vom Bundesamt für Gesundheit vorgeschriebenen Massnahmen halten.

Der Verband Schweizerischer Berufstätowierer verlangt von den Stichkünstlern in seinem Schutzkonzept, eine Schutzmaske des Typs FFP2 zu tragen. Kunden erhalten eine Chirurgenmaske. Für Beratung und Erstkontakt gilt der Mindestabstand. Zudem erliess der Verband weitere Massnahmen wie konsequentes Desinfizieren von Oberflächen und Trennwänden oder Vorhängen zwischen den Arbeitsplätzen.

In einem weiteren Schritt sollen in zwei Wochen obligatorische Schulen und weitere Geschäfte wieder öffnen. Wenn die Zahl der Infektionen nicht deutlich steigt, sollen ab 8. Juni auch Mittel-, Berufs- und Hochschulen sowie Museen, Bibliotheken und Zoos wieder öffnen.



5.52 Uhr: Japans Zentralbank lockert ihre lockere Geldpolitik weiter

Die japanische Notenbank hat weitere Schritte gegen die wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Coronavirus-Krise ergriffen. Damit sollen die Finanzmärkte beruhigt und weitere Liquidität zur Verfügung gestellt werden. Wie die Bank of Japan (BoJ) am Montag mitteilte, sollen unter anderem mehr Staatsanleihen und Unternehmenspapiere gekauft werden. In Marktkreisen war eine weitere Lockerung der geldpolitischen Zügel erwartet worden, nachdem die BoJ bereits im März einzelne Schritte ergriffen hatte.

Ökonomen befürchten derzeit, dass die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt infolge einer umstrittenen Anhebung der Verbrauchssteuer im vergangenen Jahr sowie infolge der Coronavirus-Krise bereits in eine Rezession gerutscht ist. Um Inflation zu erhalten, setzt die BoJ seit Jahren auf eine expansive Geldpolitik – allerdings nur mit mässigem Erfolg.

5.05 Uhr: Trump-Berater - Coronavirus ist «Schock historischen Ausmasses»

Der Wirtschaftsberater des Weissen Hauses, Kevin Hassett, geht wegen der Coronavirus-Pandemie von einem «Schock historischen Ausmasses» für die US-Wirtschaft aus. «Es ist eine wirklich ernste Situation.» Dies sagte der Berater von US-Präsident Donald Trump dem US-Sender ABC am Sonntag (Ortszeit). «Dies ist der grösste negative Schock, den unsere Wirtschaft meiner Meinung nach je erlebt hat. Wir werden uns mit einer Arbeitslosenquote befassen müssen, die wir während der Grossen Depression gesehen haben», fügte Hassett hinzu. Er erwarte eine Quote von 16 Prozent oder mehr für diesen Monat.

Ausgangssperren in den Vereinigten Staaten zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus haben die Wirtschaftskraft in weiten Teilen zusammenbrechen lassen, die Arbeitslosigkeit in die Höhe sowie viele Unternehmen in die Pleite getrieben. Seit Mitte März haben 26,5 Millionen Amerikaner Arbeitslosengeld beantragt – Einzelhandelsumsätze, Wohnungsbau und Verbrauchervertrauen sind eingebrochen. Hassett fügte hinzu, dass der erwartete Rückgang des Bruttoinlandproduktes BIP für die USA im zweiten Quartal eine «grosse Zahl» sein würde. «Ich denke, die nächsten Monate werden schrecklich sein. Sie werden Zahlen sehen, die so schlecht ausfallen, wie nie zuvor», sagte Hassett mit Verweis auf die US-Konjunkturdaten.

Nach Schätzungen des überparteilichen Congressional Budget Office (CBO) wird das US-Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal mit einer jährlichen Rate von fast 40 Prozent schrumpfen und die Arbeitslosigkeit im dritten Quartal bei 16 Prozent liegen. Aber auch im nächsten Jahr sieht der CBO die Arbeitslosenquote immer noch bei über zehn Prozent. Vor dem Beginn der Pandemie hatte sich die Arbeitslosenquote in den USA auf einem 50-Jahres-Tief von 3,5 Prozent eingependelt.

«Wir werden wirklich grosse, durchdachte Strategien brauchen, um sie so zu gestalten, dass die Menschen wieder optimistisch sind», fügte Hassett hinzu. Trumps Berater wollen eine Liste von fünf oder sechs Punkten aufstellen, die dem Kongress präsentiert werden soll, um die Wirtschaft anzukurbeln, sagte Hassett weiter. «Ich bin sicher, dass in den nächsten drei oder vier Wochen alle an einem Strang ziehen und einen Plan aufstellen werden, um uns die bestmögliche Chance für eine V-förmige Genesung zu geben», sagte er im Interview mit ABC weiter. «Ich denke nicht, dass wir es schaffen, wenn wir keine soliden Vorschriften haben.» Eine «V-förmige Erholung» ist eine, bei der eine Wirtschaft nach einem starken Rückgang wieder steil nach oben springt.

4.30 Uhr: 106 Migranten verbleiben in Lagern in Mexiko – Tausende abgeschoben

Inmitten der Corona-Krise halten sich noch 106 Migranten in mexikanischen Auffanglagern auf. Das teilte die Migrationsbehörde des Landes am Sonntag mit. Die übrigen 3'653 Menschen, die noch im März in den 65 Lagern und Herbergen des Landes untergebracht gewesen seien, wurden demnach inzwischen in ihre mittelamerikanischen Heimatländer Guatemala, Honduras und El Salvador gebracht. Dies sei aus Gründen der Gesundheit und der Menschenrechte geschehen. Wer wolle, könne in den Lagern bleiben.

Am 17. April hatte ein Gericht die sofortige Freilassung von älteren, kranken und anderweitig besonders gefährdeten Migranten aus Auffanglagern angeordnet. Sie müssten vorübergehende Aufenthaltsgenehmigungen und Zugang zur Gesundheitsvorsorge bekommen.

Allein in den ersten beiden Monaten dieses Jahres wurden in Mexiko nach offiziellen Angaben rund 22'000 Ausländer ohne die nötigen Papiere festgenommen. Zehntausende Menschen versuchen jeden Monat, über Mexiko in die USA zu gelangen. Der Grossteil flieht vor Gewalt und Armut aus einem der drei Länder Mittelamerikas, die zusammen «Nördliches Dreieck» genannt werden. In einer Vereinbarung mit den USA verpflichtete sich Mexiko im vergangenen Jahr, unter anderem durch den Einsatz von Soldaten an seinen Grenzen die Migration in das nördliche Nachbarland einzudämmen.

Hinzu kommt das US-Programm «Remain in Mexico» (Bleibe in Mexiko). Demzufolge können Menschen, die ohne die nötigen Dokumente über die Südgrenze in die USA einreisen wollen, für die Dauer ihrer Asyl- oder Einwanderungsverfahren nach Mexiko geschickt werden.

Angesichts der Corona-Pandemie haben sowohl die USA als auch Mexiko das Bearbeiten von Asylverfahren ausgesetzt.

04.12 Uhr: Trotz junger Bevölkerung: Corona kann auch Afrika stark treffen

Ihre vergleichsweise jungen Gesellschaften dürften viele afrikanische Länder kaum vor schweren Auswirkungen der Corona-Pandemie schützen. Die Altersstruktur könnte vielleicht vorübergehend ein Puffer sein, sagte Maximilian Gertler von Ärzte ohne Grenzen. Es gebe aber weitere Faktoren, die einen viel stärkeren Einfluss auf die Entwicklung der Pandemie auf dem afrikanischen Kontinent haben. Zwar hat die Altersstruktur einer Bevölkerung Demografie-Forschern zufolge einen grossen Einfluss auf die Zahl der Todesfälle durch Corona. Ältere Infizierte und solche mit Vorerkrankungen haben häufiger einen schweren Verlauf von Covid-19. Doch in vielen afrikanischen Ländern dürften laut Gertler andere Effekte überwiegen.

So etwa sei die soziale Distanzierung beispielsweise in grossen Armenvierteln keinesfalls so umsetzbar wie hierzulande. Der Zugang zu sauberen Wasser sei teilweise nur an Brunnen ausserhalb der eigenen Wohnung möglich. Auch das Arbeiten von zu Hause sei für einen Grossteil der Menschen – Wanderarbeiter, Händler, Taxifahrer – keine Option. Zudem mangle es oft an Desinfektionsmitteln, Seife und Schutzmaterial, es gebe zu wenig medizinisches Personal, sagt der Epidemiologe vom Tropeninstitut der Berliner Charité. «Ganz zu schweigen von Intensivkapazitäten, die sind quasi nicht vorhanden.»

Viele Länder in Afrika haben schwache Gesundheitssysteme und nicht ausreichend Mittel, um etwa genug medizinische Ausrüstung zu beschaffen. In vielen Ländern auf dem afrikanischen Kontinent ist das Durchschnittsalter niedriger als in beispielsweise europäischen Ländern. So sind in Nigeria nach Länderangaben des US-Geheimdienstes CIA nur gut 3 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre alt oder älter. Zum Vergleich: In Deutschland sind demnach 23 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre alt oder älter.

3.38 Uhr: Airbus-Chef bereitet Mitarbeiter auf Sparmassnahmen vor

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat eine düstere Bewertung der Auswirkungen der Coronavirus-Krise abgegeben. Konzernchef Guillaume Faury forderte die rund 135'000 Mitarbeiter des Konzerns auf, sich für Stellenstreichungen und drastische Sparmassnahmen zu wappnen. Das Überleben von Airbus stünde auf dem Spiel, falls der Konzern keine Massnahmen ergreife, erklärte Faury in einer internen Mitteilung an die Belegschaft, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt und über die Bloomberg zuerst berichtete.

Der Flugzeugbauer habe mit der Umsetzung von staatlich unterstützten Programmen begonnen, rund 3'000 Arbeitnehmer in Frankreich zu beurlauben, «aber wir müssen jetzt möglicherweise weitreichendere Massnahmen planen», sagte Faury weiter. Um den Zahlungsmittelabfluss zu begrenzen, kündigte Airbus in diesem Monat an, die Produktion von kleineren Modellen um ein Drittel auf 40 Jets pro Monat zu reduzieren. Ausserdem wurden die Ziele für grössere Jets gekürzt: Die Produktion von Grossraumflugzeugen wird um bis zu 42 Prozent zurückgefahren. «Mit anderen Worten, in nur wenigen Wochen haben wir etwa ein Drittel unseres Geschäfts verloren», schrieb Faury in dem Brief. «Und, ehrlich gesagt, das ist nicht einmal das Worst-Case-Szenario, dem wir uns vielleicht stellen müssen.»

Der Konzernchef sagte, dass der neue Produktionsplan so lange in Kraft bleiben würde, bis eine gründlichere Bewertung der Nachfrage möglich sei. Faury geht dabei von einem Zeitraum von zwei bis drei Monaten aus. Noch sei es zu früh, um die Auswirkungen des Coronavirus auf die Luftfahrtbranche sowie das Tempo einer Markterholung umfassend zu beurteilen. Airbus äusserte sich nicht zu der internen Mitteilung.

Ende März hatte Airbus bereits mitgeteilt, ohne Staatshilfe durch die Krise kommen zu wollen. Der Konzern wollte sich mit einer zusätzlichen Kreditlinie über zehn Milliarden Euro und einer Streichung der Dividende wetterfest für den drastischen Einbruch der Luftfahrt und drohende Pleiten von Fluggesellschaften machen.

2.47 Uhr: Österreichs Regierung: Keine Alleingänge beim Sommertourismus

In der Diskussion über einen Sommerurlaub trotz Corona-Krise stellt Österreichs Aussenminister Alexander Schallenberg klar, dass sein Land bei der Öffnung für ausländische Gäste keine unabgestimmten Alleingänge plant. «Wir werden mit Partnerländern und in engem Kontakt mit der EU-Kommission gemeinsam an Lösungen arbeiten, wie ein behutsames Hochfahren des Sommertourismus wieder möglich sein könnte», sagte er der «Bild»-Zeitung (Montag). Grenzüberschreitender Tourismus werde «nur vorsichtig und Schritt für Schritt wieder möglich sein», betonte er. Zudem kämen dafür nur Länder infrage, die im Kampf gegen das Virus «ähnlich weit sind wie Österreich und ähnlich niedrige Infektionszahlen aufweisen».

Zuvor hatte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiss, der dpa gesagt, Sommerurlaub in Deutschland sei wohl möglich – aber keine grossen Fernreisen. Er sprach sich allerdings für vorsichtige Lockerungen bei der geltenden weltweiten Reisewarnung aus.

Aussenminister Heiko Maas (SPD) warnte in der «Bild am Sonntag» vor einem «europäischen Wettlauf darum, wer touristische Reisen zuerst wieder zulässt». Das führe zu unvertretbaren Risiken. Maas sagte, Europa brauche gemeinsame Kriterien für einen Weg zurück zur Reisefreiheit – «so schnell wie möglich, aber so verantwortlich wie nötig». Ende April soll entschieden werden, wie es mit der Reisewarnung weitergeht.

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