Nur zehn Neuinfektionen — Corona-App «SwissCovid» ist fertig

Agenturen/red.

25.5.2020 - 21:55

Die schon in der Entwicklungsphase vieldiskutierte «SwissCovid»-App ist bereit. Während der Pilotphase soll die Funktionsweise der Smartphone-App getestet werden. Unterdessen meldet das BAG lediglich zehn Neuinfektionen. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Gleich vier Experten gaben am Montagnachmittag am regelmässigen Point de Presse des Bundes Auskunft zu den Themen Rückverfolgung von Corona-Fällen — genannt Contact-Tracing — und zur Schweizer App — genannt Proximity-Tracing- oder «SwissCovid»-App. Alle machten deutlich: Die App sei als technisches Hilfsmittel zur Bekämpfung des Coronavirus nützlich, werde aber nicht der Heilsbringer sein.

«Es gibt keinen Beweis, dass man mit einer App die Epidemie stoppen kann», sagte Marcel Salathé, Leiter der bundeseigenen Expertengruppe «Digital epidemiology». Wenn aber rund 60 Prozent der Bevölkerung die App benutzten und sich an die Quarantäne-Anweisungen hielten, könne die Reproduktionszahl unter 1 gehalten werden.

Die Behörden rührten die Werbetrommel für die App: Die Schweiz sei das erste Land weltweit, bei der die Gesundheitsbehörde eine Lösung präsentiert, welche die Schnittstelle von Google und Apple für das Proximity-Tracing nutze.

«Wir können Technologie», sagte Salathé. Ob die App schliesslich funktioniere, werde sich zeigen. Die Pilotphase sei wichtig. Die Schweiz werde auch intensiv aus dem Ausland beobachtet. Den gesetzlichen Rahmen für den regulären Einsatz der App sollen National- und Ständerat im Juni während der Sommersession verabschieden.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages zehn neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Am Sonntag waren elf Fälle gemeldet worden, am Samstag 18 und am Freitag 13.

Insgesamt gab es 30'746 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag mitteilte. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Über die Auffahrtstage hatten die meisten Kantone ihre Zahlen bis Montagmittag nicht aktualisiert.


Die Schweizer Corona-App ist fertig — die Pilotphase beginnt bereits.
Kay Nietfeld/dpa (Symbolbild)

Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Nach dem kritischen Bericht über die Wirkung der Malaria-Arznei Hydroxychloroquin bei Covid-19-Erkrankten hat die WHO Tests mit dem Medikament vorerst ausgesetzt.
  • Der britische Regierungsberater Dominic Cummings hat die massive Kritik an seiner Reise zu Verwandten mitten in der Coronakrise zurückgewiesen.
  • Die Swiss-Muttergesellschaft Lufthansa soll mit neun Milliarden Euro gerettet werden.
  • Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung plant dieses Jahr noch Ferien, und zwar in der Schweiz oder in Italien.
  • Daniel Koch vom BAG lobt die aktuell tiefen Ansteckungszahlen und mahnt, dass die Anstrengungen trotzdem noch weiter erhöht werden müssten.
  • In der Schweiz und Liechtenstein bleiben die Zahl der Neuinfektionen innert 24 Stunden mit zehn Fällen gering. 
  • Sicherheitsexperten des Europarats warnen vor der Gefahr von Terroranschlägen mit Biowaffen im Zuge der Corona-Pandemie.
  • Der deutsche Wirtschaftsminister will sich auf EU-Ebene für ein gemeinsames europäisches Projekt zur Arzneimittelproduktion einsetzen.
  • Der britische Premierminister Boris Johnson ist nach dem demonstrativen Eintreten für seinen in die Kritik geratenen Chefberater Dominic Cummings selbst unter Beschuss geraten.

21.44 Uhr: Wiener Burgtheater setzt wegen Pandemie auf Geschichten statt Experimente

Nach Monaten der Schliessung in der Corona-Krise sollen in der kommenden Saison am Wiener Burgtheater nachvollziehbare menschliche Geschichten in den Vordergrund rücken. Das sagte Direktor Martin Kusej, als er im Sender ORF seine Pläne für 2020/21 vorstellte. «Das ist mir auch ein ganz wichtiger Punkt, dass man von sehr krassen Experimenten und performativen Formaten eher wieder wegkommt», sagte der 59-Jährige, dessen erste Saison als Chef der renommierten Bühne im März jäh durch die Coronavirus-Pandemie unterbrochen wurde.

Die kommende Spielzeit will Kusej im September mit seiner Inszenierung von Calderons «Das Leben ist ein Traum» eröffnen, ein Stück in dem ein Prinz aus erzwungener Isolation ins Leben zurückkehrt. Auch bei anderen Stücken finden sich Parallelen zur Pandemie. So etwa Maxim Gorkis «Kinder der Sonne» in der Bearbeitung von Simon Stone. Das Stück über einen Aufstand gegen Ärzte in Zeiten der Cholera soll im April Premiere feiern. Insgesamt umfasst der Spielplan 31 neue Produktionen, darunter auch Peter Handkes jüngstes Stück «Zdenek Adamec. Eine Szene».

21.25 Uhr: Britische Regierung lockert Pandemie-Massnahmen in England

In England dürfen zahlreiche Geschäfte im Juni wieder öffnen. Das kündigte Premierminister Boris Johnson in London an. So dürfen dann unter anderem Bekleidungsgeschäfte, Möbelläden, Fachgeschäfte für Elektronik oder Bücher, Auktionshäuser und Schneidereien ihre Dienste anbieten. Bereits vom 1. Juni an können Märkte im Freien wieder ihre Waren verkaufen. Johnson hatte am 23. März alle Läden, die nicht wie Supermärkte und Pharmazien der Grundversorgung dienen, zur Pandemie-Eindämmung schliessen lassen.



Bereits am Sonntag hatte der Premier angekündigt, ab Juni die Schulen für einzelne Jahrgangsstufen zu öffnen. Die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland gehen im Kampf gegen das Coronavirus ihren eigenen Weg. Grossbritannien ist das Land mit den meisten Opfern in Europa. Bislang wurden 36'914 Todesfälle registriert, teilte Johnson am Montagabend mit. Es wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.

21.12 Uhr: Tessiner Kantonsrat kritisiert Verlängerung des Notstands

Den ersten Sessionstag nach der Zwangspause hat der Tessiner Grosse Rat dem Thema Covid-19 gewidmet. In teils emotionalen Statements blickten Parlamentarier zurück auf die schwierigen Wochen des Südkantons und übten Kritik an der Regierung. Insbesondere die dritte Verlängerung des Notstands sorgte für Unbehagen.

Die Verlängerung des Notstands bis Ende Juni sei sinnvoll, erklärte Regierungspräsident Norman Gobbi zum Auftakt der Session «extra muros» im Luganeser Palazzo dei Congressi. Der zum dritten Mal verlängerte «stato di necessità» gebe dem Tessiner Krisenstab «Manövrierfreiheit».

Dank dem Notstand könne der kantonale Führungsstab die während der Krise geschaffene Infrastruktur aufrechterhalten und im schlechtesten Fall rasch reagieren, sagte Gobbi. Dies betrifft unter anderem die sechs ambulanten Untersuchungszentren in Locarno, Tre Valli, Mendrisio, Lugano, Agno und Giubiasco.

Bereits im Vorfeld der Session war die Verlängerung des Notstands kritisiert worden. Nachdem die Regierung den Notstand als erster Kanton der Schweiz am 11. März ausgerufen hatte, verlängerte er diesen Status drei Mal, und zwar am 27. März, 15. April und 13. Mai.

21.05 Uhr: Irland meldet erstmals keinen neuen Corona-Todesfall

Irland hat zum ersten Mal seit zehn Wochen keinen neuen Corona-Todesfall registriert. In den vergangenen 24 Stunden sei kein neuer Todesfall gemeldet worden, sagte der medizinische Berater der Regierung, Tony Holohan, in Dublin.

Die Entwicklung entspreche dem seit einiger Zeit anhaltenden Trend. Bislang meldete Irland 1606 Corona-Tote und knapp 25'000 Infizierte.

20.48 Uhr: «SwissCovid» kann offenbar bereits jetzt heruntergeladen werden

Für die breite Öffentlichkeit soll die Tracing-App «SwissCovid» eigentlich erst Ende Juni bereit stehen. Allerdings existiert schon jetzt ein entsprechender Eintrag für Android-Nutzer in Googles Play Store. 

Offenbar war es wohl bereits ab dem Nachmittag möglich, die App herunterzuladen, wie «Blick» berichtet.

«SwissCovid» ist bereits unter Android verfügbar.
Screenshot

Es ist unklar, ob es sich um ein Versehen handelt, schliesslich sollten die Nutzer des Pilot-Projekts einen eigenen Link erhalten. Für iOS im App Store jedenfalls gibt es derzeit keinen entsprechenden Eintrag.

20.27 Uhr: Südtirol hofft nach Pfingsten auf deutsche Urlauber

Urlaub in Südtirol ist dem «Münchner Merkur» zufolge kurz nach Pfingsten wieder möglich. Die Zeitung berichtet, Italien wolle seine Grenzen am 3. Juni wieder öffnen — und Österreich lasse Touristen zum Brenner durch, wenn sie Tirol «ohne Aufenthalt durchqueren und die Ausreise sichergestellt ist», wie ein Sprecher des Innenministeriums in Wien der Zeitung sagte.

Um zu belegen, dass sie nach Italien wollen, müssten Urlauber an der Grenze eine Hotelbuchung oder ähnliches vorweisen. Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher sagte dem «Münchner Merkur»: «Ich kann garantieren, dass die Urlauber problemlos bei uns ankommen.» Urlauber aus Deutschland seien eine wichtige Zielgruppe. In einigen Bundesländern sind in der Woche um den 3. Juni Schulferien.

20.06 Uhr: Trump droht mit Suche nach neuem Ort für Nominierungsparteitag

US-Präsident Donald Trump droht, angesichts möglicher coronabedingter Restriktionen den Nominierungsparteitag der Republikaner im Sommer an einen anderen Ort zu verlegen.

Der Parteitag, bei dem Trump offiziell zum Präsidentschaftskandidaten seiner Partei gekürt werden soll, ist für den 24. bis 27. August in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina angesetzt. Trump beklagte auf Twitter, der dortige Gouverneur, der Demokrat Roy Cooper, garantiere wegen der Corona-Krise bislang nicht, dass die Republikaner zu diesem Zeitpunkt ihren Veranstaltungsort komplett füllen dürften. Wenn diese Zusicherung nicht sofort komme, müsse sich die Partei gezwungenermassen einen anderen Ort für die Zusammenkunft suchen. Trump betonte, er wolle dies eigentlich nicht.



US-Vizepräsident Mike Pence sagte am Montag dem Sender Fox News, Trumps Bitte sei nachvollziehbar. Diese Parteitage benötigten Monate der Vorbereitung, und die Republikaner bräuchten Planungssicherheit.

Am 3. November steht in den USA die Präsidentschaftswahl an. Der Wahlkampf ist durch die Corona-Pandemie auf den Kopf gestellt. Diverse Vorwahlen wurden wegen der Krise auf einen späteren Zeitpunkt verschoben oder komplett auf Briefwahl umgestellt. Die Demokraten haben ihren Nominierungsparteitag, bei dem Trumps voraussichtlicher Herausforderer für die Wahl, Joe Biden, offiziell gekürt werden soll, wegen der Pandemie bereits von Juli auf August verschoben. Es ist aber unklar, ob Grossveranstaltungen dieser Art im Sommer bereits im üblichen Format abgehalten werden können.

19.49 Uhr: Frankreich will «massiv» in Krankenhäuser investieren

Die französische Regierung hat als Konsequenz aus der Corona-Krise «massive Investitionen» in die öffentlichen Krankenhäuser zugesagt. Premierminister Edouard Philippe stellte einen «weitreichenden Hilfsplan» für die angeschlagenen Kliniken und eine deutlich bessere Bezahlung für das Gesundheitspersonal in Aussicht. Die Regierung wolle sich für den grossen Einsatz von Ärzten und Pflegern erkenntlich zeigen, sagte er.

Philippe äusserte sich zum Auftakt von mehrwöchigen Video-Verhandlungen der Regierung mit rund 300 Vertretern von Krankenhäusern und Gewerkschaften. Mitte Juli sollen die Gespräche in konkrete Entscheidungen münden. Präsident Emmanuel Macron hatte zuvor «Fehler» bei der Gesundheitsreform eingeräumt und eine Corona-Prämie von bis zu 1500 Euro (rund 1590 Franken) pro Mitarbeiter versprochen.

In der Corona-Krise war das französische System mit seinen rund 7000 Intensivbetten schnell ans Limit gekommen. Besonders im Pariser Grossraum und im Grenzgebiet zu Deutschland waren die Krankenhäuser überlastet.

19.32 Uhr: Trump erinnert am Memorial Day auch an Corona-Tote in USA

US-Präsident Donald Trump hat am Gedenktag für getötete US-Soldaten auch an die Todesopfer durch die Corona-Pandemie erinnert. «Wir trauern mit allen Familien, die einen geliebten Menschen verloren haben», sagte Trump in Baltimore bei einer Gedenkveranstaltung zum Memorial Day mit Blick auf die Corona-Krise. Am letzten Montag im Mai wird in den USA traditionell der Kriegsveteranen und getöteten Soldaten gedacht. Trump sagte, Zehntausende Soldaten und Mitglieder der Nationalgarde kämpften derzeit im «Krieg gegen dieses schreckliche Virus». Gemeinsam werde man das Virus besiegen und gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Die Vereinigten Staaten sind — in absoluten Zahlen gemessen — weltweit am stärksten von der Pandemie betroffen: Mehr als 1,6 Millionen Corona-Fälle wurden hier bislang bestätigt und rund 98'000 Menschen kamen USA-weit bereits in Folge einer Infektion mit dem Virus ums Leben. Bald dürfte das Land die Marke von 100'000 Toten überschreiten.

Trumps Gegner kritisieren regelmässig, der Präsident gehe bei seinen Äusserungen zur Krise nicht ausreichend auf diese düstere Zahl ein. Trumps voraussichtlicher Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl, der Demokrat Joe Biden, etwa hatte am Wochenende auf Twitter beklagt, dass Trump in der aktuellen Lage — mit fast 100'000 Corona-Toten und vielen Millionen Arbeitslosen durch die Krise - golfen gehe.

19.21 Uhr: Luxemburg kündigt weitere Lockerungen der Corona-Regeln an

In Luxemburg dürfen nach wochenlanger Corona-Zwangspause Restaurants und Cafés wieder öffnen: Ab diesen Mittwoch können Gäste unter Auflagen auf Aussenterrassen bewirtet werden, ab Freitag dann auch in den Lokalen, wie Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel ankündigte. Ein Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen den Tischen müsse eingehalten werden, beim Betreten gelte Maskenpflicht.

Zudem dürften alle Geschäfte und Fitnesscenter (ohne Wellnessbereich) ab Freitag wieder öffnen. Auch Veranstaltungen mit mehr als 20 Personen seien erlaubt, wenn diese im Abstand von zwei Metern zusammenkommen oder eine Maske tragen, sagte Bettel. Als Beispiele nannte er Sportereignisse, Kinobesuche und religiöse Zeremonien. Spielplätze blieben weiterhin geschlossen.

Die Lockerungen seien möglich, da es bei der Zahl der Neuinfektionen positive Nachrichten gebe: Am Montag sei nur eine neue Infektion registriert worden, es gebe noch vier Patienten auf Intensivstationen. «Das Virus ist aber noch nicht fort, das Virus ist noch da», sagte Bettel. Daher müsste es auch weiter Einschränkungen geben.

Die Zahl der in Luxemburg positiv auf Covid-19 getesteten Menschen beläuft sich auf 3993 (Stand Montag 17.30 Uhr). Es gab bislang 110 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Seit Beginn der Krise wurden insgesamt 68'107 Personen getestet.

19.08 Uhr: WHO setzt Tests mit Hydroxychloroquin vorerst aus

Nach dem kritischen Bericht über die Wirkung der Malaria-Arznei Hydroxychloroquin bei Covid-19-Erkrankten hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tests mit dem Medikament vorerst ausgesetzt. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte in Genf, das zunächst möglichst viele Daten zu diesem und dem ähnlichen Wirkstoff Chloroquin ausgewertet werden sollen.

Dosen mit dem Medikament Hydroxychloroquin von verschiedenen Herstellern. 
Bild: Kevin E. Schmidt/Quad-City Times via ZUMA Wire/dpa

Die Hydroxychloroquin-Tests fanden bisher im Rahmen einer von der WHO geführten internationalen Forschung statt. Dabei soll herausgefunden werden, ob verschiedene Medikamente gegen Malaria, HIV, Ebola und Multiple Sklerose einen Effekt gegen Covid-19 haben. Laut einer WHO-Expertin soll in einer oder zwei Wochen erneut über die Tests mit Hydroxychloroquin beraten werden. Entsprechende Chloroquin-Tests wurden in diesem WHO-Programm nicht gemacht.



Das Journal «The Lancet» hatte am Freitag auf Grundlage einer umfassenden Datenanalyse berichtet, dass sich die Malaria-Arzneien Chloroquin und Hydroxychloroquin wahrscheinlich nicht zur Behandlung von Covid-19 eignen und die Wirkstoffe womöglich sogar die Todesrate erhöhen. Forscher aus den USA und der Schweiz hatten für den Bericht Daten von gut 96'000 Patienten ausgewertet, von denen fast 15'000 eines der Mittel allein oder in Kombination mit einem Antibiotikum bekommen hatten. Zu ähnlichen Ergebnissen waren zuvor schon kleinere Studien gekommen.

US-Präsident Donald Trump hatte Chloroquin wiederholt als Wundermittel gepriesen. Zuletzt sorgte er für Aufregung mit der Aussage, er nehme das Medikament prophylaktisch ein, um sich vor dem Virus zu schützen. Die Hoffnung, dass die Mittel zur Behandlung von Covid-19 geeignet sein könnten, beruhen bisher nur auf Zellversuchen und einigen kleineren Studien. Derzeit laufen zahlreiche klinische Studien, in denen die Wirksamkeit genauer geprüft wird.

18.42 Uhr: Netzwerk Prokore legt Schutzkonzept für Erotikgewerbe vor

Das Arbeitsverbot im Erotikgewerbe soll ab dem 8. Juni aufgehoben werden: Dies fordert Prokore, der nationale Zusammenschluss der Beratungsstellen für Sexarbeitende. Um die Sicherheit von Sexarbeitenden und Kunden zu gewährleisten, legt Prokore ein Schutzkonzept vor.

Das Schutzkonzept für personenbezogene Dienstleistungen mit Körperkontakt im Erotikgewerbe sei in Konsultation mit Sexarbeitenden, Betrieben, Plattformen, Fachstellen und der Aidshilfe Schweiz entwickelt worden, schreibt Prokore in einer Mitteilung. Danach sei es beim Bundesamt für Gesundheit sowie der Verbindungsstelle Zivilgesellschaft eingereicht worden.

Sexarbeitende sowie Betreibende könnten und wollten die Vorgaben des BAG umsetzen. So soll gemäss dem vorgelegten Konzept nach jedem Kunden die Bettwäsche und Handtücher gewechselt und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Zudem muss das Zimmer für mindestens 15 Minuten durchgelüftet werden.

Das Netzwerk Prokore legt ein Schutzkonzept für Bordelle vor.
Bild: KEYSTONE/AP/FRANKA BRUNS (Symbolbild)

Bei allen sexuellen Dienstleistungen müssen Safe-Sex-Richtlinien eingehalten werden. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung wird bei allen Dienstleistungen empfohlen.

Beim Geschlechtsverkehr sollen Stellungen praktiziert werden, bei denen die Tröpfchenübertragung gering ist. Zudem werden keine gesichtsnahen Dienstleistungen praktiziert. Während der Dienstleistung muss gemäss dem Schutzkonzept zwischen den Köpfen der beiden Personen ein Abstand von mindestens einer Unterarmlänge eingehalten werden. Dienstleistungen mit zwei oder mehr Kunden werden nicht angeboten.

Alle Kunden und Kundinnen werden darauf hingewiesen, dass für die Rückverfolgung von Infektionsketten Kundenkontaktdaten aufgenommen und für vier Wochen aufbewahrt werden. Zudem soll zwischen den wartenden Kunden ein Abstand von zwei Metern gewährleistet werden.

18.30 Uhr: Johnson-Berater Cummings weist jegliche Kritik zurück

Der britische Regierungsberater Dominic Cummings hat die massive Kritik an seiner Reise zu Verwandten mitten in der Coronakrise zurückgewiesen. «Ich bedaure nicht, was ich getan habe», sagte Cummings am Montag im Rosengarten des Regierungssitzes in London. Er gilt als zweitmächtigster Mann nach Premierminister Boris Johnson in London. Cummings begann seinen Auftritt mit etwa halbstündiger Verspätung und erschien mit hochgekrempeltem Hemd.

Er habe den Umständen entsprechend «vernünftig und angemessen» gehandelt, sagte Cummings. Er habe nur einmal Ende März seine Eltern mit seiner Familie besucht. Britische Zeitungen hatten berichtet, dass Cummings mehrfach während der Pandemie von London ins rund 430 Kilometer entfernte Durham zu seinen Verwandten gefahren war.



Cummings hatte als Grund für eine Reise Ende März zu seinen Eltern angegeben, er habe keine andere Möglichkeit gehabt, die Betreuung seines vier Jahre alten Sohnes sicherzustellen. Er habe für die Betreuung sorgen wollen, weil seine Frau an Covid-19 erkrankt gewesen sei und er selbst auch mit einer Ansteckung habe rechnen müssen.

Johnson hatte sich zwar noch am Sonntag hinter seinen Berater gestellt, war dadurch aber selbst massiv in die Kritik geraten — auch in seiner eigenen Partei. 

18.17 Uhr: Spanien will Quarantäne für Einreisende zum 1. Juli aufheben

Das Urlaubsland Spanien will die wegen der Corona-Krise angeordnete Pflicht zur Quarantäne für aus dem Ausland Eingereiste zum 1. Juli wieder aufheben. Das meldete die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf Angaben der Regierung. Im Juli will sich Spanien, das wichtigste Urlaubsland Europas, auch für den internationalen Tourismus wieder öffnen.

Die Pflicht zu einer zweiwöchigen Quarantäne nach der Einreise besteht erst seit dem 15. Mai. «In dem Masse, wie wir Freiheitsräume wiedererlangen, können auch die Massnahmen an der Grenze geändert werden», erklärte Aussenministerin Arancha González Laya. Sie dementierte, Spanien habe diese Entscheidung auf Druck der Tourismusindustrie oder wegen der möglichen Verärgerung anderer EU-Länder über die einseitig erklärte Quarantänepflicht getroffen.

Allerdings hatte Frankreich für per Flugzeug aus Spanien Einreisende seinerseits ab diesem Montag eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. Dies solle auch für Briten gelten, sobald London die seinerseits angekündigte Quarantänepflicht umsetze. Die häusliche Isolierung gelte für Reisende aus europäischen Ländern, deren Behörden unkoordiniert eine 14-tägige Massnahme für Reisende beschlossen hätten, die aus europäischen Ländern in ihr Hoheitsgebiet einreisen, hatte das Pariser Innenministerium am Samstag betont.

18.05 Uhr: Im Kanton Zürich wird nur noch ein Patient künstlich beatmet

Im Kanton Zürich hat es seit Freitag fünf neue bestätigte Coronavirus-Fälle gegeben. Damit stieg die Zahl der registrierten Fälle bis Montagnachmittag auf 3597.

Seit sechs Tagen gab es im Kanton Zürich zudem keinen Todesfall mehr im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die Zahl der verstorbenen Covid-19-Patienten bleibt bei 128.

Im Spital liegen aktuell 23 Personen, das sind 8 weniger als am Freitag. Künstlich beatmet wird ein Patient, das entspricht einem Rückgang von drei Patienten im Vergleich zu Freitag.

17.59 Uhr: Deutschland stellt Umweltauflagen für Lufthansa-Rettungspaket

Die deutsche Bundesregierung stellt für seinen Einstieg bei der schwer angeschlagenen Lufthansa Bedingungen unter anderem zum Umweltschutz. Die Lufthansa verpflichtet sich nach Angaben des Finanzministeriums zur Erneuerung ihrer Flotte, um Emissionen zu reduzieren. In das operative Geschäft der Airline will sich der Bund nicht einmischen, aber Übernahmen aus dem Ausland verhindern.

Durch die geforderten Investitionen in neue, effizientere Flugzeuge soll die Klimabilanz der Lufthansa verbessert werden. Ausserdem muss die Airline ihre Kooperationen für umweltfreundlichere Flugzeugkraftstoffe ausweiten.

Bedingungen für die Staatshilfe sind zudem, dass kein Staatsgeld in Steueroasen abfliessen darf und Vorstandsmitglieder bis Ende September auf ein Fünftel ihrer Grundvergütung verzichten. Während der Stabilisierungsmassnahmen dürfen keine Boni und Dividenden ausgezahlt werden.

17.22 Uhr: Rettungspaket für die Lufthansa steht

Die deutsche Bundesregierung hat sich auf finanzielle Unterstützung für die von der Corona-Krise schwer getroffene Lufthansa verständigt. Wie das deutsche Bundeswirtschafts- und das Bundesfinanzministerium am Montag mitteilten, hat das Rettungspaket einen Gesamtumfang von neun Milliarden Euro.

Auch aus Schweizer Sicht sind diese Verhandlungen von grossem Interesse, gehört die Airline Swiss doch zum deutschen Konzern. Der Bundesrat hatte bereits Anfang Mai ein Hilfspaket in Form von verbürgten Krediten für die Swiss und ihre Schwester Edelweiss im Umfang von 1,275 Milliarden Franken zur Verfügung gestellt.

Die Bundesregierung erklärte, die Lufthansa sei vor der Pandemie «operativ gesund und profitabel» gewesen und habe eine gute Zukunftsperspektive. Das Stabilisierungspaket solle nun einerseits den Bedürfnissen des Unternehmens Rechnung tragen, aber auch «den Bedürfnissen der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler und der Beschäftigten der Lufthansa Group, die auf den Erhalt eines starken Unternehmens angewiesen sind».

Die Lufthansa verpflichtet sich nach Angaben der Bundesregierung «zur Verfolgung von Nachhaltigkeitszielen einschliesslich einer Erneuerung ihrer Flotte». Zudem seien «weitgehende Vergütungsbeschränkungen für den Konzernvorstand, die Vorstände der Konzerngesellschaften sowie das Management vorgesehen.»

Dem Paket müssen nun neben der EU-Kommission auch Vorstand und Aufsichtsrat der Lufthansa zustimmen. Nach Konzernangaben sollen beide Gremien «kurzfristig» zur Beschlussfassung über das Stabilisierungspaket zusammenkommen, der Vorstand befürworte das Paket.

17.10 Uhr: Mehrheit der Schweizer plant Ferien in der Schweiz

Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung plant dieses Jahr noch Ferien, und zwar in der Schweiz. Das zeigt eine repräsentative Online-Umfrage. Rund 83 Prozent der 1700 befragten Frauen und Männer aus allen Kantonen planen Ferien für dieses Jahr. Am beliebtesten sind aber nicht etwa Reisen ans Meer oder in eine pulsierende Metropole, sondern nach Graubünden oder ins Berner Oberland, teilte die Zürcher Agentur mindnow am Montag mit.

71 Prozent der Befragten sind der Meinung, Ferien sollten in der Schweiz gebucht werden, um die heimische Tourismusbranche zu unterstützen. Die beliebtesten Ferienziele der Schweiz sind Graubünden (44 Prozent), das Berner Oberland (34,5 Prozent) und das Wallis (31 Prozent). Das Tessin belegt mit 30,5 Prozent den vierten Platz. Insgesamt gaben 64 Prozent aller Befragten an, dass sie dieses Jahr mit dem Auto verreisen. 48 Prozent hätten aber kein Problem, bereits heute in ein Flugzeug zu steigen.

Italien wurde früh zum europäischen Corona-Hotspot und hat drastische Einschränkungen für die eigene Bevölkerung erlassen. Die Umfrage zeigt, dass diese Massnahmen in der Schweiz für das nötige Vertrauen sorgen. Italien ist für 21,4 Prozent der Befragten dieses Jahr die beliebteste Feriendestination im Ausland. Griechenland belegt mit 18 Prozent den zweiten Platz, dicht gefolgt von Spanien mit 17,6 Prozent. Noch sind aber die Grenzen grösstenteils geschlossen, und so ist es nicht erstaunlich, dass die Mehrheit der Befragten (64,5 Prozent) ihre Reisepläne in andere Länder auf den Herbst verschoben hat.

16.45 Uhr: Mutmasslich zweite Corona-Infektion vom Nerz auf Menschen

In den Niederlanden hat sich möglicherweise ein zweiter Mensch bei einem Nerz mit dem neuen Coronavirus infiziert. Die niederländischen Behörden meldeten am Montag, ein Mitarbeiter einer Nerzzucht nahe Eindhoven habe sich «sehr wahrscheinlich» bei einem der Tiere angesteckt. Die Gefahr einer weiteren Verbreitung durch die Tiere sei jedoch gering.

In der vergangenen Woche hatte das Landwirtschaftsministerium eine erste Übertragung auf einen Mitarbeiter einer Nerzzucht gemeldet. Zwei Betriebe nahe Eindhoven waren Ende April geschlossen worden, nachdem bei den Tieren Corona-Infektionen festgestellt worden waren.

In den Niederlanden ist die Zucht von Nerzen wegen ihres Fells ein umstrittenes Thema. Das oberste Gericht des Landes hatte 2016 entschieden, die Nerzzucht ab 2024 zu verbieten. Insgesamt wurden in den Niederlanden bisher nach offiziellen Angaben mehr als 45'000 Infektionen mit dem Coronavirus und mehr als 5'800 Todesfälle verzeichnet.

16.25 Uhr: Spanien lockert Corona-Massnahmen

In Spanien sind am Montag einige Sperrmassnahmen gegen die Corona-Pandemie gelockert worden. In den beiden grössten Städten, Madrid und Barcelona, ist Gastronomie in Aussenbereichen wieder gestattet, ebenso sind kulturelle und sportliche Aktivitäten wieder erlaubt. Ausserdem entfällt ab dem 1. Juli die zweiwöchige Quarantänepflicht für alle Einreisenden aus dem Ausland.

Das Ende der Quarantänepflicht hätten Minister bei einer Kabinettssitzung am Montag beschlossen, hiess es in einer kurzen Erklärung der Regierung. Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte am Wochenende bereits erklärt, sein Land sei bereit, im Juli wieder einige ausländische Besucher willkommen zu heissen. Die Regierung bemüht sich um die Schaffung sicherer Korridore zwischen den Teilen Spaniens, die das Virus unter Kontrolle haben, und ähnlichen Gebieten in Europa, aus denen üblicherweise viele Touristen kommen. Über eine Wiederöffnung für Reisende von ausserhalb der EU war bislang nicht die Rede.

Spanische Provinzen, die weniger von Sars-CoV-2-Infektionen betroffen waren, durften am Montag noch einen Schritt weiter gehen als Madrid und Barcelona: Der Aufenthalt im Freien ist keiner zeitlichen Begrenzung mehr unterworfen, bis zu 15 Personen dürfen sich treffen, Hochzeiten, Besuche in Alten- und Pflegeheimen sind erlaubt und man darf wieder an den Strand gehen. In einigen Berufsschulen im Baskenland begann wieder der Unterricht in Klassenräumen.

16 Uhr: Nun mehr als 4'000 Tote in Schweden

In Schweden sind bislang 4'029 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das teilten die Gesundheitsbehörden am Montag in Stockholm mit. Die Rate der registrierten Sterbefälle ist in Schweden um ein Vielfaches höher als etwa in Norwegen oder Deutschland.

Anders als in vielen anderen Ländern hat die Regierung in Schweden beispielsweise nicht die Schulen geschlossen, sondern die Bürger lediglich gebeten, Abstand zu halten und die Hände zu waschen. In Schweden kamen bislang 40 Todesfälle auf 100'000 Einwohner. In Norwegen sind es 4,4, in Deutschland rund 10 von 100'000. Die schwedische Strategie ist deshalb heftig umstritten.

Staatsepidemiologe Anders Tegnell sieht die Entwicklung dennoch positiv. Die Zahl der Ansteckungen und der Todesfälle in den Altersheimen sei rückläufig. Rund 34'000 Infektionen wurden bislang registriert.

15.35 Uhr: Ende der Medienkonferenz

Damit ist die heutige Medienkonferenz beendet, wir danken für die Aufmerksamkeit. Eine nächste Medienorientierung wird am Mittwoch nach der Sitzung des Bundesrats stattfinden.

15.27 Uhr: Ist Home Office weiterhin angezeigt?

«Home Office ist auch deshalb angezeigt, weil es den Verkehr entlastet», so Koch auf die Frage einer Journalistin. «Viele Unternehmen haben auch gemerkt, dass das Home Office eine gute Idee ist.»

15.25 Uhr: Kinderbetreuung durch Grosseltern

«Bei diesen tiefen Zahlen ist auch in dem Bereich eine Lockerung absehbar», macht Koch Hoffnung. «Das wird sicherlich in den nächsten Tagen und Wochen geschehen.»

15.20 Uhr: Rückgang liegt nicht an einer Massnahme allein

Trotz Lockerungen gehen die Fallzahlen zurück, stellt eine Journalistin fest und fragt, ob der Lockdown im Rückblick nicht doch zu streng war. Daniel Koch antwortet, dass bei der Verbreitung des Virus sehr viele verschiedene Faktoren mitspielten. Es wäre vermessen zu sagen, dass der Rückgang der Erkrankungen auf eine bestimmte Massnahme zurückgehe. Aber es sei tatsächlich so, dass eine Zunahme der Fälle wegen der Lockerungen inzwischen sichtbar werden müsste. Koch führt die weiterhin tiefen Zahlen unter anderem auf das konsequente Contact Tracing zurück.

15.17 Uhr: Wer bekommt Impfstoff, wenn er gefunden wird?

«Bei Impfstoffen gibt es Reservationsverträge», berichtet Koch. So könnte etwa zehn Prozent eines hier entwickelten Impfstoffes für die Schweiz zurückgelegt werden, wenn es denn so im Vertrag stünde.

15.14 Uhr: Sind wir noch in einer «ausserordentlichen Lage»?

Daniel Koch betont nochmal, dass das kein medizinischer, sondern ein rechtlicher und politischer Begriff sei. Die Empfehlungen für Risikogruppen würden laufend angepasst – je nach Risiko. «Wenn die Risiken weiter zurückgehen, wird man auch bei Altenheimen weitere Lockerungen vornehmen können.»

15.10 Uhr: Dieser Sommer wird anders…

Besteht nicht das Risiko, dass die Menschen wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen, fragt ein Journalist – insbesondere mit der App. Die Gefahr sieht Daniel Koch nicht. Denn gerade die App sei ja ein Signal, dass eben nicht mehr dieselbe Zeit herrscht wie vor der Pandemie. Und er müsse erneut wiederholen, dass dieser Sommer nicht mehr werde wie die Sommer zuvor. Wenn nun die Menschen das Contact Tracing zu wenig ernst nähmen, drohe eine zweite Welle und wieder härtere Massnahmen, mahnt Koch. Sang-Il Kim ergänzt, dass die App die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln in keiner Weise ersetzen würden.

15.02 Uhr: Funktioniert Contact Tracing auch im Stadion?

Mit Blick auf Sportveranstaltungen fehle ihr der Glaube, dass die Besucher eines Fussballspiels auch tatsächlich ihre Kontaktdaten hinterliessen, sagt eine Journalistin. Daniel Koch vom BAG widerspricht ihr: In Flugzeugen zum Beispiel, bei Masern- oder Tuberkulose-Erkrankungen, funktioniere das Contact Tracing bereits seit Jahren. «Wenn Sie wissen, wer wo sass, ist Contact Tracing möglich. Es ist nichts Neues», sagt Koch. Auch ein Konzert müsse man sich anhören können – wichtig sei, dass Daten vorlägen. Allerdings sei es tatsächlich so, dass derzeit noch zu wenige Menschen ihre Daten in Restaurants hinterliessen und die Restaurateure auch zu wenig darauf beharrten. Koch: «Das Schlimmste ist, wenn es nicht zurückverfolgt werden kann.»

14.53 Uhr: Sind internationale Kooperationen denkbar?

Deutschland habe grosses Interesse an der Schweizer Lösung und versuche, das deutsche Pendant auf diese abzustimmen. Technischer Datenaustausch werde möglich sein.

14.52 Uhr: Zur Datensicherheit

Eigentlich hätte die App schon am 11. Mai kommen sollen, sagt Sang-Il Kim. Doch die Schnittstelle von Apple und Google war nicht vorher fertig. Die Konzerne könnten über Bluetooth nicht auf Standortdaten zurückgreifen, wird betont. Kim unterstreicht auch nochmal, dass zwei Drittel der Menschen mitmachen sollten, um mit der App den Ansteckungsfaktor zu drücken. Der Staat habe kein Interesse an anderen Nutzerdaten.

14.51 Uhr: Warum sind 60 Prozent Teilnahme so wichtig?

Die Experten des Bundes haben schon vor der Pilotphase gesagt, dass rund 60 Prozent der Bevölkerung die Tracing-App installieren müssten, damit sie ihren Zweck erfüllt. Woher die Zahl kommt, kann Marcel Salathé aber nicht genau beantworten – aber es gebe Berechnungen, nach denen dieser Wert die App erfolgreich mache. Hier springt nun Sang-Il Kim vom BAG ein: Bei 60 Prozent Verbreitung sei es möglich, den Reproduktionswert der Erkrankung unter dem Wert von 1 zu halten, somit gehe die Pandemie nach und nach zurück.

14.50 Uhr: Bund plant Informationskampagne zur App

Der Bund hofft, dass er die Bevölkerung besser über die geplante Contact-Tracing-App informieren kann, so Marcel Salathé. Denn es habe sich gezeigt, dass die Skepsis gegenüber der Technologie sinke, je besser die Betroffenen darüber informiert seien. Zudem plane der Bund zu dem Thema auch eine Aufklärungskampagne, um die Bevölkerung zur Nutzung der App zu ermutigen.

14.46 Uhr: Mehr zur App

Die Schweiz nimmt bei der App eine Vorreiterrolle ein. Bringt sie etwas bei der Bekämpfung der Pandemie? Wissenschaftliche Beweise dafür gebe es nicht, aber man glaubt an eine Wirkung, so Droz. Wenn eine Person eine andere in weniger als zwei Meter Abstand getroffen hat, die als infiziert gemeldet wird, werden die Daten rückwirkend überprüft, nicht live, heisst es.

14.45 Uhr: Keine Lohn bei Quarantäne wegen App

In der Pilotphase der App ist keine Lohnfortzahlung vorgesehen, wenn jemand von der App gewarnt wird und deshalb zu Hause bleibt, wie Sang-Il Kim vom BAG sagt. Ob sich das später ändert, müsse erst noch von den zuständigen Stellen entschieden werden. 

14.43 Uhr: Und nun Fragen der Journalisten

Hier endet die Medienkonferenz, die Presse darf nachhaken. Erste Frage: Macht jeder bei der Pilotphase mit, der nun die App installiert? Antwort: Es sind Gruppen bestimmt worden, die einander im Alltag auch begegnen wie etwa Rekruten – sprich: nein. «Dass Einzelpersonen an der Pilotphase mitmachen, macht wenig Sinn, weil sie untereinander wenig Kontakt haben», sagt Kim Sang-Il. In dieser Pilotphase sollen technische Probleme, aber auch Unzulänglichkeiten beim der Bedienung ausgemerzt werden.

14.40 Uhr: Armeeeinsatz im Gesundheitswesen läuft aus

Die Schweizer Armee sei nach wie vor in drei Missionen unterwegs, so Brigadier Raynald Droz vom VBS: Dienstleistungen im Gesundheitswesen, Unterstützung der Zollverwaltung sowie Unterstützung der Polizei beim Botschaftsschutz. Bis Ende Woche soll aber der Einsatz von Armeeangehörigen im Gesundheitsbereich auslaufen. 

Mit dem heutigen Tag gehe nun die Rekrutierung wieder los, und die für Ende Monat angesetzten Sommer-Rekrutenschulen sollen wie geplant stattfinden. Die Armee brauche dieses Personal, so Droz. Die Wiederholungskurse bleiben bis Ende September ausgesetzt.

14.30 Uhr: Heftiger Taucher beim Tourismus-Sektor

Im Tourismussektor ist die Lockerung der Corona-Schutzmassnahmen auf Kurs, wie Erik Jakob vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) sagt. Das könne aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Sektor stark getroffen wurde von der Coronakrise. Der Wertschöpfungsverlust sei erheblich, so Jakob weiter – er dürfte in diesem Jahr rund ein Drittel betragen.  Bei den Hotels und Restaurants hätten rund drei Viertel der Angestellten Kurzarbeit beantragt, bei den Bergbahnen seien es nahezu 100 Prozent gewesen.

14.23 Uhr: Schweizer App ist weltweite Premiere

Marcel Salathé, Leiter Expertengruppe «Digital epidemiology» des Bundes, erklärt, auf welcher Basis genau die App funktioniert. Sie nutze eigens geschaffene Schnittstellen in den Smartphone-Betriebssystemen von Apple und Google, die ausschliesslich von staatlichen Gesundheitsorganisationen verwendet werden dürfen. Die Schweiz ist laut Salathé die erste Nation, die diese Schnittstelle nun effektiv einsetzt. Auch er betont die Bemühungen, die zum Schutz der Daten der Nutzer unternommen werden.

14.18 Uhr: Einsatz der Contact-Tracing-App bleibt freiwillig

Die Pilotphase für die App beginnt heute, wie Kim weiter sagt. Die App soll das Contact Tracing durch Menschen nicht ersetzen, sondern ergänzen. Bevor die App aber breit eingesetzt werden kann, muss das Parlament eine entsprechende Gesetzesgrundlage schaffen. Klar sei jetzt schon: Jeder kann und dürfe die App benutzen, ein Zwang sei keiner vorgesehen. Im Gesetz soll zudem ein Diskriminierungsverbot verankert werden – so wäre es verboten, einer Person beispielsweise den Eintritt in ein Restaurant zu verwehren, weil sie die App nicht benutzt.

14.12 Uhr: Akzeptanz einer Tracing-App ist hoch

Die Bereitschaft, eine Contact-Tracing-App zu benutzen, ist in der Schweiz hoch, wie Sang-Il Kim, Leiter Abteilung Digitale Transformation beim Bundesamt für Gesundheit, sagt. Bei einer Umfrage im Auftrag des Bundes signalisierten 59 Prozent der Befragten, dass sie diese einsetzen würden. Zugleich sei die Bevölkerung aber sensibilisiert auf Fragen des Datenschutzes. Die Befragung hat zudem gezeigt, dass fast drei Viertel der Bevölkerung zudem bereit wäre, die eigenen Daten anonymisiert für die Forschung zur Verfügung zu stellen. 

14.07 Uhr: Wie die Rückverfolgung abläuft

Christos Pouskoulas, Leiter Gesundheitsversorgung des Kantons Luzern, erklärt, wie das Contact Tracing genau abläuft. Dies übernimmt in seinem Kanton die Lungenliga. Weil der Prozess sehr aufwendig ist, kann eine Rückverfolgung der Fälle via App eine grosse Erleichterung bringen.

14.05 Uhr: «Sehr gute Zahlen»

«Das sind sehr gute Zahlen», sagt Daniel Koch zum Auftakt der Medienkonferenz mit Blick auf die zehn gemeldeten Neuansteckungen. Nun sei es wichtig, dass die Zahlen weiter sinken – und dazu müssten sich alle Menschen mit grippeähnlichen Symptomen konsequent beim Arzt melden. Es sei zentral, dass man jeden einzelnen Fall registriere. Ausserdem sei es wichtig, dass man beispielsweise bei einem Restaurantbesuch seine Daten hinterlasse, damit die Contact Tracer bei Bedarf alle Kontaktpersonen von Erkrankten erreichen können.

13.55 Uhr: Wie wird die Contact-Tracing-App funktionieren?

Um 14 Uhr informieren die Fachexperten des Bundes über die neusten Entwicklungen in der Coronakrise. Ein Schwerpunkt der Medienkonferenz wird das Thema Contact Tracing sein.

13.30 Uhr: Erste Corona-Lungentransplantation in Europa

An der Medizinischen Universität Wien ist eine Lungentransplantation bei einer Corona-Erkrankten geglückt. Nach Angaben der Universität handele es sich um die erste Covid-19-Lungentransplantation überhaupt in Europa.

Der Eingriff ist laut der Universität Wien dringend notwendig gewesen, die 45 Jahre alte Patientin wäre sonst voraussichtlich aufgrund eines schweren Lungenversagens gestorben. «Aus unserer Sicht geht es ihr jetzt hervorragend, wir haben kein gravierendes Problem bisher», sagte Klinikleiter Walter Klepetko nach dem Eingriff. «Die Organe funktionieren alle, wir sind alle zufrieden. Aber der Weg wird schon noch länger sein, bis wir sie hoffentlich endlich aus dem Krankenhaus herausbringen werden.» Die Transplantation erfolgte bereits vor einer Woche.

Die Patientin war nach Informationen der Medizinischen Universität ohne Vorerkrankungen und vor der Corona-Infektion bei bester Gesundheit gewesen. Bald nach der Erkrankung habe sich der Zustand der Frau aber so sehr verschlechtert, dass sie beatmet werden musste. «Die Lage war aussichtslos. Die Lunge war wie ein Klotz, da war nichts mehr über», erklärte Klepetko.

13.14 Uhr: Polens Regierungschef verstösst gegen Regeln

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki ist in die Kritik geraten, nachdem er in einem Restaurant gegen die Corona-Abstandsregeln verstossen hat. Ein Regierungssprecher sprach am Montag im Sender TVN24 von einem Missverständnis und bat im Namen des nationalkonservativen Politikers um Entschuldigung. Man habe nicht gewusst, dass die Anordnung der Sanitärinspektion nicht nur den «weichen Charakter» einer Empfehlung habe, sondern verbindlich sei.

Morawiecki hatte am Freitag ein Bild eines Café-Besuchs in Gliwice (Gleiwitz) in der Woiwodschaft Schlesien bei Twitter gepostet. Darauf war zu sehen, wie er mit anderen Personen an einem Tisch sitzt – noch dazu, ohne einen Mundschutz zu tragen. Nach den strengen Corona-Regeln in Polen dürfen indes nur Familienmitglieder oder Angehörige eines Haushalts in der Gastronomie gemeinsam an einem Tisch sitzen.

12.32 Uhr: Zehn neue Ansteckungen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages zehn neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Am Sonntag waren elf Fälle gemeldet worden, am Samstag 18 und am Freitag 13.

Insgesamt gab es 30'746 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag mitteilte. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Über die Auffahrtstage hatten die meisten Kantone ihre Zahlen bis Montagmittag nicht aktualisiert.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 in allen Kantonen zusammen betrug nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Montagmittag 1906, das sind zwei mehr als noch am Vortag gemeldet waren. Keystone-SDA analysiert die auf den Internetseiten der Kantone vorliegenden offiziellen Daten.

Das BAG gab die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 mit 1642 an, eine mehr als am Vortag. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Montagmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG.

Die Kantonspolizei verteilt auf der Piazza del Sole in Bellinzona Flugblaetter an die Touristen.
Bild: Keystone

11.45 Uhr: Pandemie als Wendepunkt der Weltordnung

Der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell hat die Coronavirus-Pandemie als möglichen Einschnitt für die Weltordnung gewertet. Analysten hätten seit Langem von einem Ende des von den USA geführten Weltsystems und «der Geburt eines asiatischen Jahrhunderts» gesprochen, sagte Borrell am Montag in einer Videokonferenz mit deutschen Botschaftern. «Das geschieht jetzt vor unseren Augen», sagte Borrell. Die Pandemie könne als Wendepunkt bei der Machtverlagerung vom Westen in den Osten betrachtet werden.

Borrell sagte, die EU gerate dabei unter Druck, sich für eine Seite zu entscheiden. Sie müsse eigenen Interessen folgen und dürfe sich von keiner Seite instrumentalisieren lassen. Dazu brauche es eine widerstandsfähige Strategie gegenüber China.

Der Aufstieg Chinas sei beeindruckend, sagte Borrell. Doch das Verhältnis zwischen Brüssel und Peking sei nicht immer von Vertrauen, Transparenz und Gegenseitigkeit geprägt gewesen. «Wir haben nur eine Chance, wenn wir China mit kollektiver Disziplin behandeln», sagte der EU-Chefdiplomat. Dazu gehörten auch bessere Beziehungen zu den Demokratien Asiens.

Keine guten Noten bekommt die Trump-Regierung für ihren Umgang mit der Corona-Pandemie. Laut dem EU-Aussenbeauftragten Josep Borrell begünstigt die Krise den Machtverlust der USA – und den Machtzuwachs Chinas. 
Bild: Keystone

11.33 Uhr: Japan hebt Notstand vorzeitig vollständig auf

Japan hat den Corona-Notstand für das gesamte Inselreich vorzeitig aufgehoben. Regierungschef Shinzo Abe erteilte am Montag die Freigabe auch für den Grossraum Tokio sowie die nördlichste Provinz Hokkaido.

Für die übrigen Landesteile hatte er den Notstand bereits zuvor aufgehoben. Der Notstand war ursprünglich bis zum 31. Mai angesetzt, wobei das keine harten Ausgangsbeschränkungen wie in Europa bedeutete. Die Bürger in Japan wurden nur gebeten, möglichst zu Hause zu bleiben. Man habe die Situation so eingedämmt, dass eine Ausbreitung des Virus verhindert werden könne, hiess es. Nun können die Menschen wieder normal aus dem Haus gehen und Geschäfte wieder öffnen.

11.15 Uhr: Johnson wegen Berater unter Druck

Der britische Premierminister Boris Johnson gerät nach der Rückendeckung für seinen Chefberater Dominic Cummings selbst immer mehr unter Druck. Ausser der Opposition forderten inzwischen mehr als ein Dutzend Parlamentarier aus Johnsons Konservativer Partei sowie Kirchenvertreter und Ärzte den Rücktritt Cummings.

Cummings wird vorgeworfen, mit einer Reise von London zu Familienangehörigen ins rund 430 Kilometer entfernte Durham Ende März gegen Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise verstossen zu haben. Die Affäre dürfte Thema einer Kabinettssitzung am Montag sein. Der Premier behandle die Menschen «wie Trottel» und «ohne Respekt», twitterte der Bischof von Leeds, Nicholas Baines. Ausser ihm kritisierten noch viele andere Geistliche der Kirche von England Johnsons und Cummings Verhalten.

Auch in der Tory-Partei bröckelt die Unterstützung. Der frühere Staatssekretär Paul Maynard nannte das Verhalten des Chefberaters «völlig unhaltbar«. Der Abgeordnete David Warburton sagte dem Sender BBC, Cummings «schädigt die Regierung und das Land». Der Mediziner Dominic Pimenta twitterte ein Foto von sich in voller Schutzausrüstung und schrieb: «Wenn [Cummings] nicht aus dem Dienst ausscheidet, dann mache ich das.»

11 Uhr: 19'000 Tote mehr in Italien?

Die offizielle Zahl der Corona-Toten in Italien ist zu tief, glaubt das Istituto Nazionale della Previdenza Sociale. Der Grund: Im März und April sind im Nachbarland 156'429 Personen gestorben. Das sind 46'909 mehr als im Vergleichszeitraum zwischen 2015 und 2019, weiss «France24». 27'938 der Todesfälle werden mit Covid-19 in Zusammenhang gebracht – was 18'971 überzählige Fälle aber nicht erklärt. 

Ein Grossteil der knapp 19'000 möglichen weiteren Corona-Opfer fände sich im Norden, wo die Pandemie besonders schwer zugeschlagen hat, heisst es. «Da die Todeszahl ij dieser Zeit ziemlich stabil ist, können wir – mit der notwendigen Vorsicht – einen grossen Anteil der Todesfälle in diesen letzten zwei Monate der Epidemie zurechnen«, so das Fazit des Istituto Nazionale della Previdenza Sociale.

10.45 Uhr: Schlittenhund-Führer in Alaska gestrandet

Im März hat Thomas Wærner das Schlittenhunderennen Iditarod in Alaska gewonnen – in seine norwegische Heimat zurückkehren konnte er bisher nicht. Reisebeschränkungen und abgesagte Flüge hätten dazu geführt, dass Wærner und seine 16 Hunde noch immer in Alaska festsässen, schrieb die Zeitung «The Anchorage Daily News». «Ich mag Alaska sehr gerne», erklärte Wærner. «Es ist so eine Art Ort meiner Träume. Aber ich habe eine Familie.»

Wærner hat fünf Kinder und 35 weitere Schlittenhunde im norwegischen Torpa. Er hat den zehnten Geburtstag eines seiner Kinder verpasst und vermisst den morgendlichen Kaffee mit seiner Frau Guro. Sie hat Alaska im März verlassen, kurz bevor der Reiseverkehr zum Erliegen kam. Der 47-Jährige plant nun, Anfang Juni mit einer historischen DC-6 heimzukehren, deren Ziel das Luftfahrtmuseum in der norwegischen Kleinstadt Sola ist.

Eine Firma in Fairbanks, Alaska, verkauft das Flugzeug, der Vertrag soll laut Wærner in dieser Woche abgeschlossen werden. «Wir reisen per Anhalter», sagte der Schlittenführer. «Das Flugzeug fliegt nach Norwegen, und wir fliegen mit. Wir haben Glück.» Zuvor muss er sich noch einem Coronavirus-Test unterziehen und seine Hunde aus einem Zwinger abholen. «Meine Frau hat sich um 35 Hunde und die Kinder gekümmert und arbeitet selbst als Tierärztin», sagt er.

Wenn er wieder zu Hause sei, werde er auf alles nur mit «Ja, Liebling» antworten, kündigte er an.

10.30 Uhr: Virologische Studie im Bündner Tal Misox

Das Misox ist von der Pandemie schwer getroffen worden: 109 bestätigte Fälle gab es bisher in dem Bündner Tal. In Zukunft werden die Bewohner aber dafür ganz genau wissen, wie es um die Seuche in ihrem Lebensraum steht: 800 Misoxer haben freiwillig Blutproben abgegeben, mit denen Forscher eine virulogische Studie durchführen.

Wie «SRF» berichtet, will Studienleiter Franco Muggli herausfinden, wie viele der Menschen Antikörper gebildet haben. So sollen auch jene erfasst werden, die Covid-19 hatten, aber keine Symptome gezeigt haben. Ende Mai wollen die Wissenschaftler dann erklären können, warum sich das neue. Coronavirus in dem Tal so stark ausbreiten konnte.

10.10 Uhr: Corona-Abzocker verhaftet

Die Waadtländer Polizei hat nach eigenen Angaben mehrere Personen verhaftet, die verdächtigt werden, bei Corona-Soforthilfen des Bundes betrogen zu haben. Sie sollen mit falschen Angaben Corona-Kredite ergaunert haben. Nachdem eine grosse Bank den Behörden Meldung gemacht habe, seien mehrere Räumlichkeiten durchsucht worden.

Die mutmasslichen Täter, die auch Wurzeln in der Türkei haben, sollen bei Anträgen auf Nothilfe falsche Angaben gemacht und mindestens eineinhalb Millionen Franken ins Ausland transferiert haben, heisst es. DFie Konten der Verdächtigen wurden eingefroren. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugs, Untreue, Wertpapierfälschung und Geldwäsche.

10 Uhr: Griechenlands Fähren fahren wieder

Griechenland hat am Montag den regulären Fährverkehr zu den Inseln wieder aufgenommen. Die Zahl der Passagiere war noch begrenzt, damit sie den wegen der Coronavirus-Pandemie vorgeschriebenen Sicherheitsabstand wahren können. Auch Restaurants und Bars durften wieder öffnen. Griechenland hatte den Fährverkehr Ende März weitgehend eingestellt. Nur Einwohner und Versorgungsunternehmen durften noch auf die Inseln.

Das Land verzeichnete laut Johns-Hopkins-Universität offiziell knapp 2'900 Infektionen und 271 Tote mit dem Virus und ist vor allem im Vergleich zu Italien, der Türkei und Spanien recht glimpflich durch die Pandemie gekommen. Die Regierung in Athen hat sich deshalb entschlossen, die Feriensaison schon am 15. Juni anlaufen zu lassen.

Um eventuelle neue Fälle von Covid-19 behandeln zu können sind die Kapazitäten staatlicher Hospitäler ausgebaut worden. Auf den Inseln Lesbos, Samos, Rhodos, Zakynthos und Korfu wurden Krankenhausbetten für Intensivbehandlung vorbereitet. Auf Kreta gab es bereits welche.

Der Tourismus ist ein lebenswichtiger Teil der griechischen Wirtschaft. Er trägt mehr als zehn Prozent direkt zu den Einnahmen des Landes bei und indirekt noch zu zahlreichen weiteren. Im vergangenen Jahr bewirtete Griechenland nach Angaben des Statistikamtes mehr als 34 Millionen Gäste, die dort 19 Milliarden Franken ausgaben.

9.50 Uhr: Deutsche Wirtschaft bricht ein

Export, Privatkonsum und Unternehmensinvestitionen brechen in der Corona-Krise ein: Die deutsche Wirtschaft rutscht in eine Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Vierteljahr gegenüber dem Vorquartal um 2,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die deutsche Behörde bestätigte damit erste Daten. Noch schlechter dürfte Ökonomen zufolge das zweite Quartal ausfallen.

Der Einbruch zum Jahresanfang war der stärkste Rückgang im Quartalsvergleich seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 und der zweitstärkste seit der deutschen Wiedervereinigung. Obwohl die Ausbreitung des neuartigen Virus die Wirtschaftsleistung im Januar und Februar nicht wesentlich beeinträchtigte, «seien die Auswirkungen der Pandemie damit bereits für das erste Quartal 2020 gravierend», erklärten die Statistiker.

Die Schliessung zahlreicher Geschäfte ab Mitte März zur Eindämmung der Pandemie bremste den Privatkonsum. Die Konsumausgaben der Verbraucher brachen im ersten Vierteljahr um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal ein. Der Privatkonsum ist eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur und macht gut die Hälfte der gesamten Wirtschaftsleistung aus. Der Export von Waren und Dienstleistungen verringerte sich im ersten Quartal um 3,1 Prozent.

Noch heftiger werden die Folgen der Krise nach Einschätzung von Ökonomen im zweiten Vierteljahr sein. «Die Wirtschaftsleistung dürfte nochmals erheblich niedriger ausfallen als im Durchschnitt des schon gedrückten ersten Vierteljahres», hieß es im jüngsten Monatsbericht der Deutschen Bundesbank. Diverse Prognosen im Markt gehen von einem Einbruch des deutschen BIP um bis zu 14 Prozent aus.

9.30 Uhr: Schweizer Industrie – Corona-Minus in Quartal eins

Die Coronakrise hat bei der Schweizer Industrie im ersten Quartal deutliche Spuren hinterlassen. Eine starke Entwicklung im Januar und ein robustes Baugewerbe sorgten im Jahresvergleich noch für ein Plus in der Produktion im sekundären Sektor. Der März wies jedoch einen kräftigen Rückgang aus. Der Umsatz im Quartal ist zum ersten Mal seit drei Jahren wieder zurückgegangen.

Vom Jahresbeginn bis Ende März stieg die Produktion im gesamten sekundären Sektor, der sich aus Industrie und Bau zusammensetzt, im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,8 Prozent. Der Umsatz lag jedoch 0,4 Prozent tiefer, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte. Zum Vergleich: Im Vorquartal hatte die Produktion noch um 1,2 Prozent zum Vorjahr angezogen, die Umsätze um 0,1 Prozent.

Die durch die Covid-19-Pandemie ausgelöste Effekte hätten auf die Ergebnisse des Februars und März eingewirkt, schrieb das BFS. In der Industrie ist die Produktion im Januar um 3,0 Prozent gestiegen und auch im Februar resultierte noch ein leichtes Plus von 0,1 Prozent. Im März betrug das Produktionsminus jedoch 1,9 Prozent.

Bei den Umsätzen setzte der Pandemie-Effekt schneller ein. Während der Januar hier noch ein Plus von 0,7 Prozent aufwies, lagen die Umsätze im Februar und März um 1,9 bzw. 4,4 Prozent tiefer. Der Quartalswert Industrie lag 1,3 Prozent unter Vorjahr. Im Baugewerbe ist die Produktion um 4,1 Prozent gestiegen. Dabei lag der Hochbau 0,5 Prozent tiefer, während der Tiefbau um 5,7 Prozent zulegte. Beim sonstigen Baugewerbe nahm die Produktion um 6,4 Prozent zu. Der Umsatz hat derweil beim Baugewerbe im Quartal

9.15 Uhr: Verlängerung der Kurzarbeit gefordert

Eine Verlängerung der Kurzarbeit in bestimmten Branchen fordert der Arbeitgeberverein. Das berichtet «SRF» nach einem Treffen der Arbeitgeber, Gewerkschaften, Vertreter der Kantone und den Bundesräten Alain Berset und Guy Parmelin am Sonntag.

Valentin Vogt, der Präsident des Arbeitgeberverbands, sagte gegenüber SRF: «Es wird aber gewisse Branchen geben, die eine Verlängerung der Kurzarbeit benötigen. Es geht hier jetzt darum, Sicherheit für diese Branchen zu schaffen, damit sie wissen, dass wenn es notwendig wird, dass sie die Möglichkeit dazu haben.»

Ebenfalls soll die Frist für die Rückzahlung der Coronakredite von den ursprünglich vorgesehenen fünf bis sieben Jahre auf 15 oder sogar 25 Jahre verlängert werden. Pierre-Yves Maillard, der Präsident des Gewerkschaftsbundes befürchtet sonst, dass Konkurse lediglich verschoben anstatt verhindert werden. «Wenn der Bund sein Engagement beenden würde, wäre das wie, wenn er all diese Milliarden verlieren würde. Denn jetzt brauchen wir wirklich Unterstützung», sagte Maillard dem «SRF».

8.33 Uhr: Italien startet gross angelegte Antikörper-Tests

Italien will herausfinden, wie viele Personen gegen das Coronavirus Antikörper entwickelt haben und will Informationen über das Ausmass der Infektion im Land sammeln. Deshalb beginnen am heutigen Montag Antikörper-Tests bei 150'000 Personen in 2'000 der 8'000 italienischen Gemeinden.

Die Tests erfolgen auf freiwilliger Basis. Bürger, die eingeladen werden, sich dem Test zu unterziehen, sind nicht dazu verpflichtet. Die lokalen Gesundheitsbehörden haben bereits Interessenten aufgerufen, sich den Antikörper-Tests zu unterziehen, die mithilfe des Roten Kreuzes durchgeführt werden. Den Beteiligten wird Blut in Labors oder bei Senioren zu Hause entnommen. Die öffentlich-rechtliche TV-Anstalt RAI sendete einen Spot über den Test, auch in Apotheken wurden Plakate ausgehängt, um die Bevölkerung zur Teilnahme zu bewegen.

8.12 Uhr: Deutschland rutscht in Rezession

Die Corona-Krise trifft die deutsche Wirtschaft mit Wucht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Vierteljahr gegenüber dem Vorquartal um 2,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.

Die Behörde bestätigte damit erste Daten. Der Einbruch zum Jahresanfang war der stärkste Rückgang im Quartalsvergleich seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 und der zweitstärkste seit der deutschen Wiedervereinigung.

7.45 Uhr: Deutsche Bahn will vor zu vollen Zügen warnen

Die Deutsche Bahn will einem Medienbericht zufolge bald mithilfe ihrer App vor zu vollen Zügen warnen. Die App Bahn-Navigator und der Internetauftritt der Bahn seien so umprogrammiert worden, dass Nutzer Züge mit einer Auslastung von 50 Prozent und mehr angezeigt bekämen, berichtete der «Spiegel» am Montag unter Berufung auf Konzernkreise. So sollten Fahrgäste die Möglichkeit bekommen, auf weniger frequentierte Verbindungen auszuweichen.

06.29 Uhr: Ältere Mitarbeitende am härtesten getroffen

Die wirtschaftlichen Folgen der gegen die Ausbreitung des Coronavirus eingeführten Massnahmen scheinen zwei Altersgruppen besonders zu treffen: zum einen die 20- bis 24-Jährigen, zum andern die Mitarbeitenden über 55. Dies hat dem «Tages-Anzeiger» zufolge jetzt eine Analyse des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB). Bei den Jungen sei prozentual die grösste Zunahme an neuen Arbeitslosen zu verzeichnen: In der Altersgruppe von 20 bis 24 Jahren betrage die Steigerung 89 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Wegen der Folgen der Massnahmen gegen die Corona-Pandemie könnten junge Betroffene derzeit nicht in der Berufswelt Fuss fassen.

Insbesondere für Arbeitnehmer zwischen 20 und 24 und jene über 55 wirkt sich die Corona-Krise stärker aus. 
Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

Doch auch die Ältesten seien von der Krise heftiger erwischt worden, als es gemäss SGB zu erwarten gewesen wäre, hiess es weiter. Eigentlich müssten die 55- bis 64-Jährigen das geringste Arbeitslosigkeitsrisiko aufweisen, da sie laut dem Bericht am seltensten die Stelle wechseln. Doch die relative Zunahme an Jobverlusten sei bei ihnen ebenso gross wie bei den 40- bis 54-Jährigen, bei denen deutlich mehr berufliche Mobilität die Regel ist: 49 Prozent sind es in beiden Altersgruppen. In mehreren Branchen, etwa der Beherbergung und dem Sozialwesen, liegt die Quote bei den über 55-Jährigen sogar deutlich höher. In einem neuen Positionspapier bezeichnet der SGB eine «besorgniserregende» Situation der älteren Arbeitnehmenden. Die Arbeitslosigkeit nehme in der Altersgruppe zwischen 55 und 64 Jahren überproportional zu.

Rund 90’000 Menschen haben in den Corona-Monaten März und April schweizweit ihre Stelle verloren. Das sind deutlich mehr als in den Vergleichsmonaten des Vorjahres, in denen 57’000 neue Arbeitslose verzeichnet wurden.



Die Gewerkschaften sind dem Bericht zufolge alarmiert. Oft seien Menschen mit schwieriger Erwerbsbiografie und geringen Chancen auf dem Arbeitsmarkt betroffen, sagte SGB-Zentralsekretär Daniel Lampart der Zeitung.

Marius Brülhart, Wirtschaftsprofessor an der Universität Lausanne, will die Situation nicht dramatisieren, weist in dem Bericht aber darauf hin, dass bei Älteren das Aussteuerungsrisiko steige. Ein Stellenverlust könne für sie darum «besonders tragisch» sein. Brülhart warnte jedoch dennoch davor, die aktuelle Situation zu dramatisieren. «Zieht man die absoluten Zahlen heran, sind Entlassungen von über 55-Jährigen glücklicherweise immer noch seltener als in jüngeren Altersklassen.»

5.59 Uhr: Hotelplan-Chef beklagt sich über Swiss

Der Chef der Migros-Tochtergesellschaft Hotelplan, Thomas Stirnimann, hat in einem Interview seinen Unmut über die Fluggesellschaft Swiss kundgetan. «Es ist unglaublich, was sich die Swiss derzeit erlaubt», sagte er den Zeitungen von «CH Media» vom Montag. Die Reisebüros würden der Swiss und somit der Lufthansa-Gruppe Millionen von Kundengeldern vorschiessen, erklärte er. Aufgrund des Pauschalreise-Gesetzes seien die Reisebüros nämlich verpflichtet, «den Kunden das Geld bei Annullationen zurückzubezahlen», führte der Manager weiter aus. Aber von der Fluggesellschaft Swiss käme praktisch nichts. «Die Kundengelder hat sie abkassiert und dann in ihren Systemen die Rückerstattung einseitig blockiert», beklagte sich Stirnimann weiter.

Mit ihrem Vorgehen dränge Swiss die gesamte Branche an den Abgrund, sagte er zudem. Der Hotelplan-Chef begrüsst es daher, dass die Swiss verpflichtet wurde, den Reisebüros die bereits erhaltenen Kundengelder für nicht stattfindende Flüge bis September zurückbezahlen muss, sofern Kredite des Bundes fliessen. «Ich erwarte erste Rückzahlungen, sobald die erste Tranche der Bankkredite fliesst, nicht erst im September», betonte Stirnimann

Obendrein forderte der Hotelplan-Chef, dass das Pauschalreisegesetz dringend überarbeitet wird. Die Airlines müssten dabei verpflichtet werden, die Kundengelder abzusichern. «Irgendwie haben sie es immer geschafft, sich dieser Verpflichtung der Kundengeldabsicherung zu entziehen», sagte Stirnimann. Angesichts der Coronavirus-Krise wollte der Hotelplan-Chef zudem keine Entlassungen ausschliessen. Bezüglich der Verlustprognose sagte er, es sei klar, «dass es dunkelrote Zahlen sein werden».



5.47 Uhr: FMH-Chef fordert grössere Pflichtlager 

Der Präsident des Berufsverbandes der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH, Jürg Schlup, hat grössere Pflichtlager gefordert. «Die Versorgung ist ein grosses Thema – mit Medikamenten, mit Schutzmaterial, aber auch mit Impfungen», sagte Schlup dem «Blick» vom Montag. Zudem müssten Medikamente, Impfstoffe und Schutzmaterial wieder vermehrt in der Schweiz und in Europa hergestellt werden, forderte er als Lehre aus der Coronavirus-Krise weiter.

Der FMH-Präsident geht in dem Interview mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) hart ins Gericht. «Die administrative Belastung für die Ärzteschaft ist riesig», klagte er. Das BAG biete kein vollständig online ausfüllbares Formular anbieten. «Man muss auf der Website eines anfordern und erhält dieses nach einer Viertelstunde gemailt. Bis dahin ist man beim nächsten Patienten», erklärte Schlup. Daher hätten Ärzte eben schneller ein Fax geschickt – ohne Zusatzschritt und ohne diese Wartezeit, sagte er.

Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Vorgehensweisen etwa beim Bundesamt für Statistik BfS. «Dieses bietet Online-Formulare, die man direkt ausfüllen kann – und die werden auch problemlos von allen Ärzten ausgefüllt», versicherte Schlup.

5.30 Uhr: Gemeinsame Arzneimittelproduktion in EU 

Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier will sich auf EU-Ebene für ein gemeinsames europäisches Projekt zur Arzneimittelproduktion einsetzen. Der CDU-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Es ist keine gute Idee, die Globalisierung zurückzudrehen, aber es ist die richtige Idee, einseitige Abhängigkeiten zu minimieren und in sensiblen Bereichen die nationale Souveränität zu behaupten oder wiederzugewinnen.» Altmaier sagte, er habe deshalb bereits zwei Initiativen bei der Halbleiterproduktion und Batteriezellenherstellung gemeinsam mit verschiedenen europäischen Partnern aufs Gleis gesetzt. «Ich kann mir auch gut ein gemeinsames europäisches Projekt für die Arzneimittelproduktion vorstellen. Auch hieran arbeiten wir bereits.»



Bei der Fertigung von Batteriezellen für Elektroautos dominieren bisher Anbieter aus Asien den Markt. Geplant ist nun der Aufbau einer grossen Produktion in Europa und Deutschland. Auch viele Wirkstoffe für Arzneien werden aus Kostengründen in Fernost hergestellt – etwa für Antibiotika in China und Indien. Die Bundesregierung hatte bereits den Ausbau der Produktion medizinischer Schutzausrüstungen in Deutschland vorangetrieben, um unabhängiger zu werden.

Mit Blick auf die deutsche EU-Ratspräsidentschaft ab Juli sagte Altmaier: «Nach der Überwindung der akuten Corona-Pandemie brauchen wir weltweit, aber auch in der EU selbst, eine Renaissance der Marktwirtschaft, damit wir im globalen Wettbewerb dauerhaft bestehen können.»

Die deutsche EU-Präsidentschaft verfolge daher das Ziel, eine möglichst rasche Erholung der Volkswirtschaften zu ermöglichen. Dem diene auch die neue deutsch-französische Initiative, sagte Altmaier mit Blick auf das Konzept von Bundeskanzlerin Angela Merkel und des französischen Präsidenten Emmanuel Macron über EU-Wiederaufbauhilfen im Umfang von 500 Milliarden Euro. «Wir werden die Industriestrategie, die die EU-Kommission kurz vor dem Corona-Ausbruch vorgelegt hat, daraufhin überarbeiten, wie sie am ehesten dazu beitragen kann. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass wir einseitige Abhängigkeiten vermeiden und reduzieren, indem wir internationale Lieferketten stärker diversifizieren.»

Altmaier sagte weiter: «Ausserdem brauchen wir in der Europäischen Industriestrategie klare Aussagen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen. Ausserdem muss Europa schneller und besser werden, wenn es um die Ansiedlung der Arbeitsplätze der Zukunft geht: bei Digitalisierung, Kommunikation und Klimaschutz.» Die traditionellen Industrien wie Stahl, Chemie, Maschinenbau, Automobil- und Fahrzeugbau müssten auch künftig in Europa überleben können. «Dafür muss die EU geeignete Rahmenbedingungen schaffen.»

5.14 Uhr: Schweizer meiden das Bargeld

Nach der Lockerung der Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus wird in der Schweiz weiterhin vor allem mit Karte bezahlt, berichtet der «Tages-Anzeiger». Viele Geschäfte bevorzugten weiterhin Kartenzahlung, genau so die Kunden, denn vor allem die Noten gelten als «unhygienische Keimschleudern». Nach den Öffnungen von Geschäften, Restaurants und anderen Betrieben im Zuge der Lockerungsschritte hätten die Transaktionen mit Bezahlkarten wie etwa der Maestro-Karte an der Ladenkasse schon fast wieder das Niveau von vor dem Shutdown erreicht.

Rasant hätten laut den Daten der Swiss Payment Association auch die kontaktlos ausgelösten Zahlungen mit der Kreditkarte zugenommen, heisst es weiter. Dazu habe sicher auch beigetragen, dass die Kreditkartenanbieter wegen der Corona-Pandemie die Limite für das kontaktlose Zahlen mit Karte ohne Codeeingabe auf 80 Franken erhöht haben. Auch die Bezahl-App Twint wachse wegen der Pandemie stark. «Trotz der geschlossenen Läden und Restaurants hat Twint in dieser Zeit bei den Transaktionen um über 17 Prozent zulegen können», zitiert die Zeitung den Twint-Chef Markus Kilb. Seit dem Lockdown habe der Bezahldienst zudem 11'000 neue Händler ans System angeschlossen. Twint zählt aktuell rund 45’000 Neuregistrierungen pro Woche. Die App hat 2,5 Millionen Nutzer. Seit dem Lockdown-Beginn am 16. März sind das über 12 Prozent mehr.



4.49 Uhr: Boris Johnson gerät weiter unter Beschuss

Der britische Premierminister Boris Johnson ist nach dem demonstrativen Eintreten für seinen in die Kritik geratenen Chefberater Dominic Cummings selbst unter Beschuss geraten. Johnson hatte am Sonntag versucht, einen Strich unter die Affäre wegen angeblicher Lockdown-Verstösse zu ziehen und seinen Berater von jeglichem Fehlverhalten freigesprochen.

Cummings wird vorgeworfen, mit einer Reise von London zu Familienangehörigen ins rund 430 Kilometer entfernte Durham Ende März gegen die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie verstossen zu haben. Der Berater gab an, er habe keine andere Möglichkeit gehabt, die Betreuung seines vier Jahre alten Sohns sicherzustellen. Johnson liess das als legitimen Grund gelten, um die damals geltenden strengen Ausgangsbeschränkungen zu umgehen und wies Forderungen nach einem Rauswurf Cummings' zurück.



Doch Kritiker fürchten, die Glaubwürdigkeit der Regierung könne durch die grosszügige Auslegung der Lockdown-Regeln für den Regierungsberater ernsthaften Schaden genommen haben. Mehrere Experten, die nach eigenen Angaben die Regierung bisher beraten hatten, äusserten sich besorgt. Innerhalb von ein paar Minuten habe Johnson «alle Ratschläge, wie man Vertrauen aufbaut und das Einhalten der Massnahmen sicherstellt, die für die Kontrolle von Covid-19 notwendig sind, in die Tonne getreten», twitterte beispielsweise der Psychologe Stephen Reicher von der University of St Andrews in Schottland.

Die einflussreiche Boulevardzeitung «Daily Mail» titelte am Montag zu Bildern von Johnson und Cummings: «Auf welchem Planeten leben die eigentlich?» Oppositionschef Keir Starmer von der Labour-Partei zeigte sich von Johnsons Vorgehen enttäuscht. «Das war ein grosser Test für den Premierminister und er ist gerade durchgefallen», sagte Starmer in einem BBC-Interview. Millionen Menschen hätten qualvolle Entscheidungen treffen müssen, beispielsweise Angehörige nicht zu besuchen, und nicht zu Beerdigungen zu gehen, sagte der Labour-Chef.

Nicht auszuschliessen scheint, dass in der Sache noch weitere Details an die Öffentlichkeit gelangen. Der «Guardian» und der «Daily Mirror» berichteten am Sonntagabend, ein Augenzeuge, der Cummings am 12. April an einem Ausflugsziel rund 50 Kilometer vom Wohnhaus seiner Eltern entfernt gesehen haben will, habe inzwischen Anzeige erstattet. Auch für einen weiteren Aufenthalt Cummings' in Durham am 19. April gibt es demnach einen weiteren Augenzeugen. Die Regierung stritt weitere Aufenthalte Cummings in Durham ab.

Grossbritannien hat offiziellen Statistiken zufolge die höchste Zahl an Todesfällen durch die Coronavirus-Pandemie in Europa. Bis Samstag starben dort knapp 36’800 Menschen, nachdem sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Inzwischen ist die Zahl der täglich neu gemeldeten Infektionen und Todesfälle zurückgegangen. Doch es wird befürchtet, dass die Epidemie wieder an Fahrt aufnehmen könnte, wenn die Regeln zur Kontaktbeschränkung nicht mehr eingehalten werden sollten. Cummings könnte das Vertrauen in die Regierung irreparabel beschädigt haben, meinen Kritiker.

4.02 Uhr: Chiles Gesundheitssystem «sehr nah am Limit»

Angesichts der starken Zunahme von Coronavirus-Infektionen geraten die Krankenhäuser in Chile an ihre Grenzen. «Wir sind sehr nah am Limit, weil wir einen grossen Anstieg hatten», sagte Präsident Sebastián Piñera der chilenischen Zeitung «La Tercera» zufolge bei der Einweihung einer provisorischen Klinik in Santiago de Chile am Sonntag. Die Zahl Corona-Infizierten in dem südamerikanischen Land stieg in den vergangenen Tagen stark und liegt nach Angaben des Gesundheitsministeriums mittlerweile bei knapp 70’000, 718 Patienten starben im Zusammenhang mit dem Virus. Der Grossraum Santiago, in dem etwa acht Millionen Menschen – gut 40 Prozent der Gesamtbevölkerung Chiles – leben, steht unter Quarantäne.

Auch in anderen Ländern in Lateinamerika stiegen die Infektionszahlen und die Zahlen der Todesopfer deutlich. Brasilien, das neue Epizentrum, meldete am Wochenende mehr als 363’000 Infektionen und mehr als 22’600 Tote. Mexiko berichtete am Samstag von einem Anstieg der Infektionen im Vergleich zum Vortag um 3'329 – ein neuer Negativ-Rekord für diesen Zeitraum. Zu den inzwischen 68'620 bestätigten Fällen kommen fast 30’000 Verdachtsfälle. Die Zahl der Toten stieg auf 7'394. Kolumbien (21’175) überschritt die Marke von 20’000 bestätigten Fällen, 727 Patienten sind bislang gestorben.

Vielerorts ist mit der Gesundheits- eine soziale Krise verbunden. In Kolumbien hängen Notleidende rote Fahnen aus dem Fenster, in Guatemala und El Salvador weisse Fahnen. In Chile kündigte die Regierung zwar die Verteilung von Lebensmittelpaketen an, allerdings verzögerte sich die Auslieferung. Bei Protesten gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise kam es in Santiago zuletzt zu Krawallen und Gewalt, ein Polizist wurde angeschossen.



3.58 Uhr: USA verbieten Einreisen aus Brasilien

Angesichts der rasant steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Brasilien hat die US-Regierung weitgehende Einreisebeschränkungen für Menschen aus dem südamerikanischen Land erlassen. Brasilianer und Ausländer, die sich in den zwei Wochen vor einer geplanten Einreise in dem Land aufgehalten haben, dürfen nicht mehr in die USA kommen, wie das Weisse Haus am Sonntag erklärte. Die Regelung gilt ab Freitag und ist zeitlich nicht begrenzt. Ausgenommen davon sind unter anderem US-Bürger, deren Familienangehörige, Menschen mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung und Diplomaten.

«Die Massnahme wird dabei helfen, sicherzustellen, dass Ausländer, die in Brasilien waren, keine Quelle neuer Infektionen in unserem Land werden», erklärte die Sprecherin von Präsident Donald Trump, Kayleigh McEnany. Der Handel sei von den neuen Beschränkungen nicht betroffen, hiess es weiter. Brasilien ist mit rund 210 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas. In dem Land ist unter anderem die Wirtschaftsmetropole São Paulo – aus der es Direktflüge in die USA gibt – schwer von der Coronavirus-Pandemie betroffen.

Wegen der Ausbreitung des Erregers hatte Trump bereits strikte Einreisestopps für Ausländer aus China, dem europäischen Schengenraum, Grossbritannien und Irland verhängt. Auch Reisen über die amerikanische Grenze zu Kanada im Norden und Mexiko im Süden sind wegen der Pandemie vorübergehend teilweise eingeschränkt. Die US-Regierung werde zudem die Lage in anderen lateinamerikanischen Staaten genau beobachten, sagte Trumps Nationaler Sicherheitsberater Robert O'Brien am Sonntag dem Fernsehsender CBS.

In Brasilien gab es Daten der amerikanischen Johns Hopkins University zufolge bis Sonntag (Ortszeit) rund 350’000 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus und 22’000 Todesfälle. Brasilien hat damit in absoluten Zahlen weltweit inzwischen die zweitmeisten Infektionen registriert, Russland folgt dicht dahinter auf dem dritten Platz. Die USA haben die traurige Ehre, die Nummer eins zu sein: Dort gibt es inzwischen gut 1,6 Millionen bekannte Infektionen und knapp 100’000 Todesfälle.

3.49 Uhr: Japanische Bauern bieten Studenten Jobs an

In Japan bieten Bauern Studenten, die wegen der Corona-Krise ihre Teilzeitjobs verloren haben, vorübergehend Arbeit auf Obstplantagen an. Wie örtliche Medien am Montag berichteten, haben Bauern in der Provinz Fukushima zu diesem Zweck ein Programm gestartet, das Bauern und Studenten zusammenbringt. Das Projekt der Agrargenossenschaft JA Fukushima Mirai helfe nicht nur den Studierenden, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Auch die örtlichen Landwirte brauchten in der Obst-Hochsaison dringend helfende Hände.

Um Studenten für die Erntearbeit zu gewinnen, bieten die Bauern nicht nur einen Stundenlohn an, sondern haben auch einen Bus-Pendelverkehr zwischen dem nächstgelegenen Bahnhof und den Plantagen eingerichtet. Das 2011 von einem Tsunami und einem Atomunfall heimgesuchte Fukushima ist unter anderem für Pfirsiche berühmt. Nach grossflächigen Dekontaminierungsarbeiten wegen des Atomunfalls gelten Lebensmittel aus Fukushima, die auf den Markt kommen, längst wieder als sicher.

3.35 Uhr: Bericht: Warnung vor Anschlägen mit Biowaffen 

Sicherheitsexperten des Europarats haben vor der Gefahr von Terroranschlägen mit Biowaffen im Zuge der Corona-Pandemie gewarnt. «Die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, wie verwundbar moderne Gesellschaften durch Virusinfektionen und ihr Erschütterungs-Potenzial sind», zitieren die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag) aus einer Stellungnahme des Europarats-Ausschusses für Terrorbekämpfung. Es gebe keinen Grund zu der Annahme, dass terroristische Gruppen diese Lektion aus der Corona-Pandemie vergessen würden. Alle Länder seien dafür anfällig: «Der Schaden ist schnell und potenziell global.»

Deutsche Sicherheitsbehörden haben den Angaben zufolge bislang aber keine Hinweise auf entsprechende Anschlagsvorbereitungen. Der Europarat hat seinen Sitz im französischen Strassburg und kümmert sich um die Einhaltung und Umsetzung der Menschenrechte.

In der Stellungnahme heisst es dem Bericht zufolge weiter, die absichtliche Verwendung eines Krankheitserregers oder eines anderen biologischen Wirkstoffs durch Terroristen «kann sich als äusserst wirksam erweisen». Der Schaden für Menschen und Wirtschaft könnte weitaus grösser sein als bei «traditionellen» Terroranschlägen, Gesellschaften würden über längere Zeiträume gelähmt, Angst verbreitet und Misstrauen weit über die unmittelbar betroffenen Gemeinschaften gesät.

Die Experten fordern eine verstärkte und koordinierte Antwort der europäischen Staaten auf diese Bedrohung. Der Ausschuss, in dem Sicherheitsfachleute der Europarats-Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, plädiert auch dafür, die Bekämpfung biologischer Angriffe in Übungen zu trainieren.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz erklärte auf Anfrage der Funke-Zeitungen, bislang seien in Deutschland «keine konkreten oder abstrakten Tatplanungen» oder «ernsthafte Ideen oder Gedankenspiele zu bioterroristischen Aktivitäten» festgestellt worden. Im «eher unwahrscheinlichen Fall» eines solchen Anschlags dürfte am wahrscheinlichsten die Terrormiliz Islamische Staat oder Al-Kaida dahinter stehen, hiess es.

Anfang April hatte bereits UN-Generalsekretär António Guterres gesagt, er sehe eine steigende Gefahr künftiger Angriffe durch Bioterroristen mit dem Ziel einer Pandemie wie der gegenwärtigen.

3.03 Uhr: Westschweizer Zeitung «Micro» gibt auf

Die erst vor Kurzem ins Leben gerufene Westschweizer Wochenpublikation «Micro» wird ihren Betrieb einstellen. Dies gaben die Herausgeber in der Nacht auf Montag bekannt. Als Grund geben die Verantwortlichen die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus an. Die Covid-19-Pandemie habe die Hauptkunden des Titels stark betroffen: Cafés, Arztpraxen, Friseursalons und Cafés, hiess es weiter im Communiqué. Unter diesen Umständen sei es unmöglich, die Veröffentlichung wieder aufzunehmen.

Daher werde man am kommenden Sonntag die Veröffentlichung einstellen. Eine letzte Ausgabe ist laut den Angaben für Samstag geplant.

Die Veröffentlichung in Papierform war bereits seit dem 17. März ausgesetzt worden, nachdem der Bundesrat die Coronavirus-Massnahmen erlassen hatte. Das Konzept der Zeitung, die aus ökologischen Gründen eigens als Blatt zum Teilen ins Leben gerufen worden war, sei im aktuellen Coronavirus-Kontext «sehr kompliziert» geworden, fügte «Micro» hinzu.

Die Herausgeber würden alle im Jahr 2020 abgeschlossenen Abonnements erstatten und zwei Spenden in Höhe von jeweils 10'000 Franken an die satirische Zeitung «Vigousse» und an die Online-Medien La Torche 2.0 vornehmen, hiess es weiter.

0.04 Uhr: Polizei verhindert «wildes Fussballspiel» in Genf

Die Polizei hat am Sonntag in Vessy im Kanton Genf ein sogenanntes wildes Fussballspiel verhindert. Rund 300 Personen wollten sich dort diese nach der Covid-19-Verordnung des Bundesrates derzeit verbotene Veranstaltung ansehen.

Alexandre Brahier bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA eine entsprechende Meldung von «20minutes».

Bereits am Donnerstagabend hatte die Polizei in Lausanne ein nicht offizielles Fussballspiel beobachtet, das rund 1'000 junge Menschen anlockte, hatte aber nicht eingegriffen. In den Tagen davor hatten weitere solche Spiele im Kanton Waadt stattgefunden.

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